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Full text of "Die Europaischen Laubmoose"

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DIE 



EUROPÄISCHEN LAUBMOOSE 



BESOHRIKfJKN IM' üK/Kli IIXKT 



GEORG ROTH 

GROSSHERZOGLICHEM RECHNUNGSRAT I. P. ZU LAUBACH I 



ERSTER BAND 

KLKISTHKARPINCHE INI) AKROKARPISCHE MOOSE 
EIS ZU DEN BRYACEEN 



LEIPZIG 

VERLAG VON WILHELM ENGELMANN 
1904 



Vorwort. 

Im Forstwissenschaf tlichen Zentralblatt von Dr. F. Baur veröffentlichte 
ich im Jahre 1891 (cf. 1. c. S. 288 bis 307) einen Artikel über das Verhältnis 
der Moosvegetation zur Wiesen- und Waldkultur, durch den ich meine 
forstlichen Kollegen darauf aufmerksam zu machen suchte, von welch' grosser 
Bedeutung die Moose für den Forstmann bei der Auswahl der zweckmässigsten 
Holzart für die verschiedenen Standorte sind, um den richtigen Baum auf den 
für ihn geeigneten Standort zu bringen. Meine Bekannten, mit denen ich 
hierüber sprach, erwiderten mir, dass das Moosstudium für sie leider zu zeit- 
raubend sei, weil man dabei mikroskopieren müsse. Eine mikroskopische 
Untersuchung ist bei dem Bestimmen der Moose allerdings nicht zu umgehen, 
namentlich aber ist das Vergleichen mit Originalexemplaren sehr zeitraubend 
und oft aus Mangel an solchen gar nicht ausführbar. Deshalb suchte ich das 
Bestimmen der Moose tunlichst zu erleichtern und begann damit, meine sämt- 
lichen Moose nach dem Mikroskop zu zeichnen. Da meine Zeichnungen den 
Beifall verschiedener Botaniker fanden, so wurde mir sehr bald von allen 
Seiten Material zum Zeichnen in freundlichster Weise mitgeteilt, so dnss allmählich 
das vorliegende Werk über die europäischen Moose zu stände kam . Ich ergreife 
daher zunächst die Gelegenheit, allen den Herren, die mich bei dieser Arbeit 
freundlichst unterstützten, insbesondere den Herren Professoren der Botanik 
Dr. V. F. Brotherus und Kustos H. Lindberg zu Helsingfors, H. Graf 
zu Solms-Laubach zu Strassburg. Dr. E. Levier zu Florenz, der Direktion 
des Botanischen Museums zu Berlin, den Herren Ingenieur J. Brei dl er zu Graz, 
Rektor Kern zu Breslau, Oberlehrer C. Warnstorf zu Neuruppiu, Garten- 
inspektor Moenkemeyer zu Leipzig, L. Loeske zu Berlin, O. J aap zu Hamburg, 
Kreistierarzt R. Ruthe zu Swinemünde, Apotheker W. Baur zu Ichenheim in 
Baden, Dr. med. P. Culmann zu Zürich, ferner den Herren .1. Theriot, 
F. Renauld, J. Cardot, W. Arnell, Dr. N.Bryhn, Ch. Jensen, C. Grebe, 
Dr. E.Bauer, M.Fleischer, M. Peterfi, Dr. Schliephacke, Dr. J. Roll, 
H. N.Dixon u. W.E.Nicholson, sowie überhaupt allen denen, welche mir 

I* 



— IV 

Material zum Zeichnen freundlichst mitgeteilt haben, hiermit meinen verbind- 
lichsten Dank auszusprechen, denn nur ihrer gütigen Beihülfe ist es zu verdanken, 
dass dieses Werk zu stände gekommen ist. Die Namen der Herren sind bei 
den einzelnen Moosen, die sie mir mitgeteilt haben, besonders erwähnt. 
Sollte diese mühevolle und zeitraubende Arbeit Beifall finden, so hoffe ich 
sie auch auf die ausländischen Laubmoose fortsetzen zu können, zumal ich 
bis jetzt nicht nur mehr als 1200 europäische Arten, sondern auch bereits 
2850 Exoten gezeichnet habe. An alle aber, die in meiner Arbeit Fehler 
finden sollten, richte ich die ergebenste Bitte, mich auf solche, womöglich 
unter Beifügung des Materials zu deren Berichtigung, gütigst aufmerksam 

Laubach, den 25. November 1903- 



Sachregister. 

Allgemeiner Teil. 



§ 5. Sporogon 

II. Fortpflanzung und Vermehrung 

III. Verbreitung der Moose 

IV. Bedeutung der Moose im Haushalt der Natur und im wirtschaftlichen Lehen 



■ ■ 



v 



Lockerheit des Bodens 

vermehren die Feuchtigkeit des Hodens 

1 Humusgehalt tu indigkeit des Bo 

rvvitterung der Felsgesteine ein 

Ai!sgl«-'i ( -hui[,ü d.-r r iVm|>ei-aturext reine im Hoden . 

jandwirt Streumatcrial 

geeignete Anhaltspunkte im Wiesenbau zur Meliori 



12. V 
V. Kurze 



r Wiesen 73 

s liefern dem Forstmann geeignete Anhali^punki.' im Waldbau .... 74 

■ beschulten die Waldbäume gegen Sonnenbrand und Frostrisse ... 76 
n Seiten der Menschen werden auch manche Moose im Haushalt und 



nebst Übersicht der Systeme 78 



Hübe.. 



Bryineae . . . . 



Ephemere 

. Physcomitr 
Physcomitrella Br. 



Phascum carniolicura X 
*att. Mildeella Limpr 
• Mildeella bryoides (Die 



Pleuridium Br. 



Öymnostomum 



Dicranaceae . . 
pc. Dicraneae 

Oncophorus U 






rruppe. Oreoweisieae 



< erat.Mlo,, purpurens (L.) . 

.. dimorphus Philib. . 

.. conicus (Hpe.) . . 

uppe. Leptotricheae . 
att. Trichodon Schpr. 
Trichodon eylindricus (Hedw 

att. Leptotrichum Hpe. . . 



Metssleria Schpr 
»o. Trematodonte 






jpe. Trichostomeae 



iantoidcs i L > 
cipiens De No 



Octodiceras 



(Brid.) . 

dium apocarpum (L 
gracile (Schleich.) 
longidens (Phil.) . 
tenerrimum (Chalul 
lineare (Chalub ) . 
alpicola (S w .) . . 
confertum (Funck) 
pruinosum (WilsA 



i Lin 



i (Schpr. 



Br. eur. 
dia Hedw. 



9. Grimmia leucophaea Grev. 
0. „ commutata Hüben. 
LI. „ unicolor Hook & G 

2. „ ovataWeb.&M. 

3. „ Hausmanniana De 

5. „ Holleri Mol. . . 
8. ., contorta (Wahlenb. 
7. .. fragil» Schpr. . . 
B. „ Stirtoni Schpr. . 
)■ „ elongata Kaulf. . . 
). ,. Ryani Limpr. . . . 
Rhabdo grimmia Limpr. . 
L. Grimmia orbicularis Bruch 
l „ pulvinata (L.) . . . 
{. „ Miihlenbeckii Schpr 

„ elatior Bruch . . . 

., andreneoides Limpr. 
„ Limprichtii Kern. . 

„ subsulcata Limpr. . 
„ montana Br. eur. . 

1 mollis Br. eur. . . 
att. Dryptodon Brid. . . . 
Dryptodon atratus (Mielichh. 

itrium Brid. . . 
Racomitrium acicularc iL , i 



(Fun, 



■ 
mcarpiwn i 



410 A. Eu-Ptyehomitrium Sei 

411 1. Ptychomitrium polyphyllm 

415 2. Gatt. Glyphomitrium Bri( 

416 1. Glyphomitrium Daviesii (J 

416 4. Gruppe. Hedwigieae . . . 

417 1. Gatt. Hedwigia Ehrh. . 

418 L Hedwigia ciliata (Web.) . 
418 2. Gatt. Hedwigidium Br. eu 

420 3. Gatt. Braunia Br. eur. . . 

421 Eam. XVIII. Orthotricl 

422 1. Gruppe. Zygodonteae . 

423 1. Gatt. Amphoridium Seh 

423 1. Amphoridium lapponict 

424 2. ,. Mougeotii Schp 

429 2. Gruppe. Orthotricheae . 
420 1. Gatt Ulota Mohr . . . 

430 2. „ Ludwigii Brid. 

431 ! 3. „ Drummondii (H. 

133 i 6- „ curvifolia (Wahl. 

135 j 8 - „ intermedia Schp. 
t35 | 9. „ crispula Bruch. 
10. ., Kehiiianni .Jur. 

q7 I 11. „ phyllantha Brid. 

t] 

Mit Vorperistom (Brachytrichuin 

Röhl.) 

Orthotrichum anomalum Hedw. 

., cupulatum llollm. . . . 
,. Sardagnanum Vent. . . 
.. urnigeriim Myrin . . . 



11. Orthotrichum Winteri Schpr. 

12. „ pulchelluni Brunton . 

13. „ leucomitriuin Br. eur. 

14. ,, paradoxum Grönv. . - 

15. „ palleus Bruch 

16. „ microcarpum De Not. 

17. „ stramineum Hornsch. . 

18. „ alpestre Hornsch. . . 

19. ., patens Bruch .... 

20. „ Braunii Br. eur. . . . 

21. .. Arnellii Grönv. . . . 

22. ,. pumilum Swartz . . . 

23. „ Schimperi Hammar . 

24. ,. Bogeri Brid 

25. „ tenclluin Bruch . . . 
B. Gymnoporus Lindb 

a) Blütenstand autöcisch .... 

26. Orthotrichum fastigiatum Brut 

27. ,. affine Schrad 

88. ,. nipostre Schleich. . . 

29. „ Sturmii Hornsch. . . 

30. „ Shawii Wils 

32. ., laevigatum Zett. . . . 

33. ., Killiasn C. M 

34. „ arcticum Schpr. . . . 

35. „ microblepharum Schpi 

36. „ acuminatum Phil. . . 

37. .. leiocarpum Br. eur. . 
b) Blütenstand diöciwh . . . . 

38. Orthotrichum Lyellii Hook. & 

Encalypta Schrei). . . 



Farn. XX. Splachnaceae 5 

1. Gruppe. Oedipodieae 5 

1. Gatt. Oedipodium Schwaegr. ...•"■ 

2. Gruppe. Taylorieae "> 

1. Gatt. Dissodon Grev. & Arn. . . . •"> 

1. Dissodon Hornschuchii (Hrnsch.) . ü 

2. „ Frölichianus (Hedw.) ... 5 

3. ., splachnoides (Thunb.) . ■ 5 

2. Gatt. Tayloria Hook "■ 

1. Tayloria serrata (Hedw.) . . . . f. 

_' .. r ;- . ] I 

3. „ splachnoides (Schleich, i . :" 

4. „ acuminata (Schleich.) . . B 

5. „ Kudolphiana (Hornsch.) . E 

3. Gruppe. Splachneae r 

1. Gatt. Tetraplodon Br. eur. . . . I 

1. Tetraplodon angustatus (L. fil.) . . ■" 

2. „ mnioides (DIU.). . . . . E 

3. .. urceolatus Br. cur ! 

2. Gatt. Haplodon K. Brown .....' 

3. Gatt. Splachnum L ! 

A. Ampullaria C. 31 i 

1. Splachnum sphaericum (L. fil.) . . ! 

- ., hlf, .ii ,.-..;.. i 

B. Umbracularia C. M. ". . . . . . 

4. Splachnum rubrum Montin . . . 

6. „ melanocanlon (Wahlenb.) . 
JFam. XXI. Disceliaceae 

1. Gatt. Discelium Brid 

^ 1. Discelium nudum (Dicks.) .... 
Fam. XXII. Funariaceae 

1. Gatt. Pyramidula Brid 

1. Pyramidula tetragona Brid. . . . 

2. Gatt. Physcomitrium (Brid.) . . . 
1. Physcomitrium sphaericum (Ludw.) 
2- „ eurystonnun (Neos.) . . . 

3. „ acuminatum (Schleich.) . . 

4. „ pyriforme (L.) 

Schwgr 

(Bals. & 
De Not.) 

k " cm-visetus (Schwgr.) . . . 

•• ,. pallescens Jur 

Gatt. Funaria Schreb 

Plagiodus Mitt 



. .rUinum- (U'v Abkii 






Allgemeiner Teil. 
I. Allgemeine Charakteristik und anatomischer Bau der 

Zu den Sporen pflanzen mit Generationswechsel, deren Sporen sich in den 
Zellen eines besonderen Gewebes ausbilden, gehören ausser Farnen, Bärlappen 
und Equiseten auch die Moose. Sie unterscheiden sich von den Algen und 



irch ihren eigent 



sweehsel. 



ungeschlechtlichen Moosspore entwickelt sich nämlich zunächst 
ein Vorkeim als fadenartig verzweigtes oder auch thallusartiges Gewebe, aus 
dem die Moospflänzchen mit den Geschlechtsorganen hervorwachsen. Aus 
deren Befruchtung entstehen keine geschlechtlichen Individuen, sondern es 
geht aus dem durch die Befruchtung erzeugten Embryo zunächst erst eine 
ungeschlechtliche Generation hervor, das Sporogon, welches nur ungeschlechtliche 
Sporen hervorbringt, bei deren Keimung Protonema entsteht, aus dem dann 
wieder iunge Moospflänzchen hervorwachsen. Was wir im gewöhnlichen Leben 
als Moosfrucht bezeichnen, ist nur das aus dem befruchteten Archegonium 
hervorgewachsene Sporogon, welches ungeschlechtliche Sporen erzeugt und daher 
von Göbel (s. Handb. der Bot. v. A. Schenk, Band II, S. 316) auch Sporen- 
frucht benannt wird. Das Protonema mit den Moospflänzchen ist die 
geschlechtliche, das Sporogon die ungeschlechtliche Generation. 

Es findet also unter normalen Verhältnissen ein regelmässiger Wechsel 
zwischen geschlechtlicher und ungeschlechtlicher Generation statt. Die Be- 
fruchtung erfolgt in der Weise, dass von den aus dem Vorkeim hervorgewachsenen 
Moospflänzchen weibliche und männliche Geschlechtsorgane, Archegonien 
und Antheridien ausgebildet werden, deren erstere die Eizelle umschliessen, 
schraubig gewundene, an einem Ende 



Wimpern b -setz! > 



dien entwickeln. Zur Zeit der Reife gelangen 
des Wassers schwimmend zu den Archegonien 



Spermatozoidit 

durch die aus den inneren Halszellen derselben gebildete Schleimmasse 
Pr Ei/elle. verschmelzen mit «ler letzteren und bewirken auf diese Weise 



die Befruchtung, indem nunmehr aus der befruchteten E.zell e s,ch ein Mm o 
entwickelt, aus dem sodann eine neue Generation hervorgeht, d,e w e o h, 
erzeugt. In Engler und Prantl „Die natürlichen Pttanzenfamihen« weiden 
daher unterschieden: A„»h« 

1. Eine Proembryonale oder geschlechtliche Generation mit Antbe 
ridien, in denen die Spermatozoidien entstehen, und mit Archegon.en, welche 
die zu befruchtende Eizelle und die vor der Befruchtung verschiebenden 
Kanalzellen einschliessen. 

2. Eine Embryonale oder ungeschlechtliche Generation, oder der 
Embryo, welcher noch längere Zeit mit der proembryonalen Generation in 
Verbindung bleibt und von derselben ernährt wird. 

Bei den Moosen überhaupt (Bryophyta oder Mnscinei) ist die aus den 
Keimzellen oder Sporen der embryonalen Generation meist durch \ ermittliinf 
eines Vorkeims (Protonema) entstehende geschlechtliche proem}>ryon ; iU> G-iuMat^n 
seltener thalloidisch, meist kormophytisch. Die aus der befruchteten Eizelle 
hervorgehende ungeschlechtliche embryonale Generation, das Sporogonium. ist 
ohne Gliederung in Achse und Blattorgane, eine stiellose oder gestielte Kapsel, 
welche gleichartige Keimzellen oder Sporen erzeugt, also isospor ist. 

Je nach dem Aufbau ihres Vegetationskörpers und der Ausbildung und 
Entwicklung ihres Embryo trennt man die Moose in 2 Hauptabteilungen, in 
Leber- und Laubmoose (musri hepatici und frondo*i). 

Bei den Lebermoosen (Hepatieae) ist das Prothallium, resp. der mehr 
thallusartige Vorkeim nur von kurzer Dauer. Die aus demselben direkt oder 
seitlich hervorgewachsenen Moospflänzcheu schmiegen sich vielfach mehr oder 
weniger flach ausgebreitet wie eine Leber dem Substrate an, infolgedessen 
ihre dem Licht zugekehrte Kückenseite eine etwas verschiedene Entwicklung 
von der dem Substrate zugekehrten Bauchseite zeigt. Sie besitzen zwar nicht 
alle einen thallusartigen Vegetationskörper, sondern zum Teil auch eine be- 
blätterte Achse, jedoch in der Regel mit dorsiventraler 1 ) Ausbildung, in Folge 
deren die Blätter der Achse mehr oder weniger schief angeheftet sind. Einen 
orthotropen Aufbau ihres Vegetationskörpers, ähnlich wie bei den Laubmoosen. 
zeigen zwar die Gattungen Riefln und Ilip/vmitrium-). allein sie lassen sich nach 
der Entwicklung ihres Embryo doch von den Lebermoosen nicht trennen. 
Der aus der Befruchtung hervorgegangene Embryo bleibt bei den Ricciaceen 
zeitlebens, bei den übrigen Lebermoosen aber nur bis fast zur Sporenreife in 
dem erweiterten, zur Calyptra umgebildeten Archegoniumbauche eingeschlossen, 
und wenn er diese endlich durchbricht, verbleiben die zerrissenen Reste der- 



Unterseite 




dische Moosgattung Hypopteri/ ; i'in»t und Verwandte zeigen zwar 
eniger dorsiventralen Aufbau, indem ihre Sprossen auf der Ober- 
enartig beblättert sind, allein der Ausbildung ihres Sporogons 
gt zu den Laubmoosen. 


ZXu'J. 


::!:;:;: 


i Ifaplomitrhan besitzt mindi ■ • te, ringsum bebla 
Dachen, während bei HieMa auf der Dorsalseite des mit Blattsch 
n Stämmchens ein häutiger Flügel entwickelt ist. 



selben am Fusse des Sporogons. Es verbleibt also das Sporogon in der Wandung 
des Archegons eingeschlossen oder durchbricht dasselbe am Scheitel. Die 
Entwicklung des Embryo selbst erfolgt nach Göbel (Handb. d. Bot. von 
A. Schenk, Band II, S. 357) in viererlei Weise: 

1. „Das Sporogon differentiiert sich in eine Wandschicht und einen nur 
von Sporen erfüllten Raum: Rieeia, Oxymitra. 

2. Die Zellen des Inneren sondern sich in fertile, sporenbildende, und 
steril bleibende, als „Nährzellen" der Sporen fungierende: Corsima, Rlelta, 
Nototliyla*. 

3 Die steril bleibenden Zellen des Innenraumes werden zu Elateren 
umgebildet", d. h. zu Schleuderern mit ring- und spiralförmigen Verdickungen, 
welchen die Aufgabe zukommt, die Sporen aufzulockern und das Ausstreuen 
derselben zu erleichtern. Sie finden sich bei den meisten Lebermoosen. 

4 Die Achse der Kapsel" durchzieht ein Zellstrang, die Columella, 
der von der sporenbildenden Schicht oben überwölbt ist: Anthoceroteen excl. 
Nototiiylas." 

Die niedrigste Stufe der Lebermoose bilden die Ricciaceen mit dichotom 
verzweigtem, thallusartigem Vegetationskörper, bei welchen das Sporogon als 
ungestielte, kugelige Kapsel samt der Haube (Oalyptra) im Laube eingeschlossen 
ist und die Sporen erst durch Zerreissung oder Verwitterung der sie be- 
deckenden Zellschichten frei werden. Bei den Anthocerotaceen entwickelt 
sich der im thallusartigen Laube eingeschlossene Embryo spindelförmig und 
zeigt der Anlage nach bereits Fuss und Kapsel. Das Sporangium bricht spater 
schotenartig aus dem Thallus hervor, öffnet sich in zwei Klappen und ist in 
«.im-r Mitte ähnlich wie die meisten Laubmoose von einem feinen Mittelsaulchen, 
einer Columella durchzogen. Es besitzt interkalares Wachstum, indem sich 
unten noch neue Sporen bilden, während oben schon reife Sporen ausgestreut 
werden Auch bei den Marchantiaceen ist der Vegetationskörper noch ein 
üuülosähnlicher, es stehen jedoch die Geschlechtsorgane gesellig auf besonderen 
Sprossen. Das den Archegoniumbauch durchbrechende Sporogon besteht aus 
einer Kapsel mit kurzem Stiel und oft deutlichem Fuss, die sich meistens 
unrege 1 massig öffnet. 

Bei den Jungermanniaceen ist ein thallusähnlicher Vegetationskörper schon 
seltener. Sie besitzen zum grossen Teil bereits einen fadenförmigen, 2-3 reihig 
beblätterten Stengel. Von den nur aus Zellflächen ohne Mitteinen bestehende« 
Blättern befinden sich zwei Reihen auf der Oberseite an den Flanken, die dritte 
aber an der Bauchseite des Stengels als Unterblätter oder Amphigastnen. 
Letztere fehlen zuweilen. Das Sporogon gliedert sich bei seiner Entwicklung 
in Fuss Stiel und Kapsel. Zur Zeit der Reife wird die Kapsel durch den 
sich bedeutend verlängernden, bald hinfälligen Stiel Loch emporgehoben Sie 
KffnPt sieh dadurch, dass sie von. Scheitel au, in 4 oder auch mehr klagen 



aufspringt; nur bei Fo**>mbroma zerreisst 
der Sporen wird durch an der inneren Kapseh 



• KLt.-reu . rh icl.t.-rt. 



Eine scharfe Grenze lässt sich zwischen diesen Gruppen oft schwer 
ziehen. Sie sind vielfach durch Übergänge mit einander verbunden. Eben- 
sowenig lassen sie sich von den Laubmoosen scharf abgrenzen, die sich 
von ihnen ausser durch die Entwicklung des Sporogons, namentlich durch den 
radiären und orthotropen Aufbau ihres in Stengel und Blätter gegliederten 
Vegetationskörpers unterscheiden. Die proembryonale Generation der Laub- 
moose ist nämlich kormophytisch. Bei der Entwicklung des Sporogons wird 
in der Regel die Wandung des Archegoniums am Grunde losgelöst und als 
Haube (Calyptra) in die Höhe gehoben, auch kommt es im Sporogonium 
sein- früh bei der Entwicklung des Embryos zur Sonderung eines Endotheciumfl 
und Amphitheciums. Nur die Laubmoose, die noisri fivndost wollen wir nach- 
stehend näher betrachten. 

§ 1. Protonema. 
Der Vorkeim der Laubmoose, das Protonema, (s. 1,2 u. V. 13 u. 14) 
hat im Allgemeinen die Gestalt eines Fadengefiecbts. Es bestellt in der 
Regel aus gegliederten Fäden, die sie!, sowohl aus der Spore I primäres Protonema ). 
wie auch aus stainmbürtiueii Haarbi luniren. Tliallidien und inehiv.elligen Ab- 
legern (sekundäres Protonema) entwickeln können. Ja ein jeder Teil der Bfoos- 
pflanze vermag unter geeigneten Verhältnissen sekundäres Protonema hervor- 
zubringen. Selbst an Querschnitten von Sporogon teilen und Fruchtstielen, die 
man auf feuchtem Sande kultivierte, sowie an Coiiomitriiuii-Kn^aAn hat man 
sekundäres Protonema beobachtet, an dem sehr bald Knospen junger M«»os- 
pflänzchen hervorsprossten (cf. Hdb. der Bot. von A. Schenk, Bd. II, S. 390). 
Nur in wenigen Fällen zeigt das Protonema der Laubmoose eine thallusartige 
Gestalt und mehr plattenartige, lappige Entwicklung, wie z. B. bei den Georgiaeeen 
und Buxbaumiaceen, bei den Gattungen Tetraphis, Tetrodonthnn, Buxbmimia 
und lfiphy*cinm, sowie bei Sphagnum und Andreaea. 

Bei der Gattung Andreaea fächert sich die Spore, noch ehe sie die äussere Hülle, 
das Exospor, gesprengt hat, in einen Zellkörper, aus dessen Randzellen nach 
Zerreissung des Exospors 1-3 Zellfäden auswachsen, die bald quer, bald schräg 
gegliedert erscheinen, an denen jedoch auch Teilungen in der Richtung der Längs- 
achse auftreten können, so dass sie sich da, wo sie dem Gestein aufliegen, in eine 
mehrfach gelappte Gewebeplatte ausbreiten, die sich auf mannigfache Weile verzweigt 
und deren Randzellen wieder zu Zellfäden auswachsen, ja es kann der Vorkeim 
infolge dieser vielfältigen Verzweigung sogar bäumchenförmige Gestalt annehmen. 
Ahnlich, wenn auch einfacher ist die Entwicklung des Protonemas bei den Sphagna, 
indem sich dasselbe bei der Keimung auf den. Wasser fadenförmig verzweigt, auf 
einer festen Unterlage aber eine kraus verzweigte Zellplatte bildet. Überhaupt 
nehm... die Gattungen >,./,„,„„/„, und .Udr*;,;,. , u wie auch Arrludwn, den eigent- 
lichen Laubmoosen gegenüber eine Sonderstellung ein, indem sie auch in der Ent- 
wicklung des Sporogona manches mit den Lebermoosen gemein haben AVie wir 
I. näher betrachten werden, so bildet sich bei der Keimung der Laub- 
Regel durch Ausstülpung ein Keimschlauch, aus dem sich das 



'!'•' Kadetigetlecht entwickelt. Bei Tetrt 



<i) entstehen zungenföriuige 



Vorkeimflächen, die sich gegen den Mutterfaden verschmälern und an ihrer Basis 
Moosknospen entwickeln können. Bei Diphyscium sind die Vorkeimflächen mehr 
schildförmig his fast trichterförmig. 

So lange die Protonemafäden dem Lichte ausgesetzt sind, behalten sie 
farblose Zellwände, sind rechtwinkelig quer geteilt und führen Chlorophyll; 
sobald sie aber in den Boden eindringen, nehmen sie eine braune Färbung an, 
erscheinen mehr unter spitzen Winkeln schräg geteilt und bekommen dickere 
"Wände, während das Chlorophyll daraus verschwindet. Sehr merkwürdige 
Verhältnisse zeigt uns das Protonema der Gattung Schistostega (s. I, 1). An 
den Enden seiner Fäden erheben sich nämlich eigentümlich gruppierte, mehr 
kugelige oder halbkugelige, einer dorsiventralen Linse (mit kugelig gewölbter 
Rückenfläche und mehr schüsseiförmiger Bauchfläche) gleichende Zellen ab, 
von denen im Halbdunkel ein grünlich leuchtender Schimmer ausgeht, der das 
Leuchten dieser Moose in Grotten und Höhlen veranlasst und denselben den 
Namen Leuchtmoos verliehen hat (et'. Keiner' s Pflanzenleben, Band I, Tafel 
bei S. 22 u. S. 357 ff.). 

Im Allgemeinen verschwindet das oberirdische Protonema wieder, sobald 
sich an einer Mutterzelle desselben eine Knospe ausgebildet hat, aus der ein 
neues Moosstämmchen hervorwächst; nur das unterirdische Protonema mit 
seinen in den Boden eingedrungenen Fäden, die man gleichsam als die Rhizoiden 
des oberirdischen betrachten kann, erhält sich länger und dient zugleich dem 
jungen Moospflänzchen als Haft- und Ernährungsorgan, so lange dasselbe 
noch keine Wurzelhaare ausgetrieben hat. Trocken gehalten zerfallen die grünen 
und braunen Fäden des Protonema hantig in einzelne Stücke, die derbere Membran 
und dickeren Inhalt haben, und so die Trockenheit leichter überstehen, während 
sie bei Zufuhr von Feuchtigkeit wieder auswachsen können. Sehr schön kann 
man dies bei dem mehrjährigen Bryum triste und dessen var. mtulatum beobachten, 
deren brüchiges, verästeltes, stammbürtiges sekundäre Protonema bei der 
geringsten Berührung in einzelne Zellen und Glieder zerbricht, aus denen 
sich unter geeigneten Verhältnissen wieder neue Pflänzchen entwickeln. 

Am längsten erhält sich das oberirdische Protonema bei der Gattung 
Ephemerum, ja es ist hier selbst zur Zeit der Sporenreife noch vorhanden und 
bildet algenartige, smaragdgrüne Überzüge an kahlen Stellen, auf Schlamm 
und Wiesenblössen etc., da wo diese kleinsten aller Moose wachsen (s. I, 2). 

Bei manchen Moosen — wie z. B. bei Ephemerum Ruthmunm, s. I, 7 — 
entwickeln sich an dem Protonema besondere Brutknöllchen, die leichter 
überwintern und im nächsten Jahre wieder neues Protonema austreiben, oder 
aus denen unter geeigneten Verhältnissen auch direkt wieder neue Pflänzchen 
bervorwachsen. Solche Brutknöllchen finden wir auch bei Leucobryum (s. XV, 1 1 c), 
da wo das aus den Blättern austreibende sekundäre Protonema mit dem 
Boden in Berührung kommt, sowie auch in dem Wurzelfilz von Trematodon 
und mancher Barbula-, Grimmia- und Dicraneüa- Arten. 

Bei vielen einjährigen Moosen überwintert nur das unterirdische Protonema. 
So zerfällt dasselbe nach Ansammeln von Reservestoffen bei 



der Gattung PoUia in der trockenen Jahreszeit in einzelne Stücke und Zell««, 
welche ebenso wie ein Teil der Rhizoiden ausdauern und im kommenden Jahr 
bei dem Eintreten geeigneter Witterung wieder zu neuem Protonema auswachsen. 
Ähnlich soll sich auch das Protonema von Funana hygrometnca nacli bacns 
verhalten. 

Selten erzeugt das aus der Spore hervorgegangene Protonema nur eine 
Moospflanze und verschwindet dann wieder nach deren Erstarkung. Äl 
entwickeln sich an ihm eine grösser 
knospen, die die Veranlassung zur I 



e Anzahl seitlich ihm ansitzender Moos- 
►ildung eines Moosrasens geben. 



§ 2. Stamm. 
Aus einer beliebigen Zelle des Protonemas entsteht durch schiefe Teilung 
einer sich von ihr abzweigenden Zelle zunächst eine kleine Knospe, die sich 
nach oben verlängert und zu einem neuen Prlänzchen auswächst, während sich 
aus ihrem unteren Ende schräg geteilte Wurzelhaare, sog. Rhizoiden entwickeln, 
die sich durch Verdickung und Bräunung allmählich färben und gleichsam 
die Wurzeln des neuen Moospflänzchens bilden (s. XIX, 7). Die nach oben 
sich verlängernde Knospe bildet zuerst den Stamm oder Stengel (caulis), aus 
dem sich später die Blätter in zwei oder mehreren Reihen hervorschieben. 
Das junge Moosstämmchen differentiiert sich sehr bald in verschiedene Gewebe- 
massen, bei denen wir namentlich parenchymatische und prosenchymatische Zellen 
unterscheiden. Als parenchymatische Zellen bezeichnen wir nämlich die 
fast polyedrischen Zellen, deren Längsschnitt einem Polygone mit stumpfen 
Innenwinkeln gleicht, während sich die prosenchymatischen Zellen mehr 
unter spitzen Winkeln ineinander schieben. Limpricht giebt uns in Raben- 
horst's Kryptogamenflora von 1890 folgendes Schema über die bei den Blättern 
und dem Stamme der Moose vorkommenden Zellen: 




Zellnetz mit Tüpfeln 



Die prosenchymatischen Zellen finden sich mehr im äusseren Teile des 
Stengels, sind oft dickwandiger und vertreten alsdann die Rinde. Sie gehen nach 
innen allmählich in ein mehr parenchymatisches Grundgewebe über, das häufig 



— 7 — 
im Zentrum wieder von dünnwandigen prosenchymatischen Zellen durchzogen 
wird. Da, wo noch eine besondere Aussenrinde vorhanden ist, wird diese ge- 
wöhnlich von parenchymatischen Zellen gebildet. Es besteht also der Stamm in der 
Regel aus einem inneren Grundgewebe, einem markartigen Parenchym, das 
nach aussen an Wanddicke zunimmt und mehr in prosenchymatische Zellen 
üb, Tifrlit. auch nach innen oft ein rudimentäres Leitbündel, den sog. Zentral- 
strang umhüllt. 

Das Grundgewebe ist häufig getüpfelt. Ein Stamm fehlt bei keinem 
Moospflänzchen, er ist nur bei einzelnen, insbesondere den einjährigen Arten, 
zuweilen sehr kurz und weniger entwickelt. So ist derselbe z. B. bei den 
Ephemeraceen meist nur wenige Millimeter hoch, während er bei anderen 
Arten, wie z. B. den Polytrichaceen oft fusshoch wird. Je weicher und krautiger 
der Stamm eines Mooses ist, um so gleichförmiger und einfacher gebaut erscheint 
auch sein Gewebe. So sehen wir an einem Stammquerschnitt von Phascum 
ruspuhitunt (s. V, 1 c) oder MiM'i'lf« l»- ; ioi<hs fast lauter dünnwandige, im 
, etwas kleinere Zellen, nur die peripherischen Zellen sind auf der 
Außenseite etwas verdickt. Einen so einfachen Bau zeigt übrigens nur der 
Stamm der kleineren, kaum einige Millimeter hohen Moose. Je grosser die 
Moose werden, und je höher ihr Stamm sich entwickelt, umsomehr bedarf 
derselbe der mechanischen Festigkeit. Diese aber erlangt er vor Allem dadurch, 
dass sich die Wände seiner Zellen vom Innern nach der Peripherie zu mehr 
und mehr verdicken Zur Erlangung einer höheren Biegungsfestigkeit des 
Stämmchens gruppieren sich die verdickten Zellen zu einem peripherischen 
Hohlcylinder. Die äussersten, meist gelb, rötlich oder braun gefärbten 
Schichten werden alsdann als Rindenteil des Stengels bezeichnet. Bei den 
grössten und am meisten verholzten Stengeln, wie z. B. bei Polytndunn ist 
derselbe noch von einer ein- bis zweischichtigen Epidermis umgeben. Bei 
anderen, namentlich den im Wasser wachsenden Moosen finden wir statt der 
letzteren eine aus dünnwandigen Parenchymzellen gebildete Aussenrinde. wie 
z B bei den Meeseaceen und Aulacomniaceen, sowie bei Bartnnuia, /Monotis, 
Breiäelia u. s.w. Am stärksten ist diese Aussenrinde bei den Sphagm ent- 
wickelt, insbesondere bei der t)„„ Mi - und Jo„y„//„,,Gruppe. Der Stamm 

(!( , 5«Wl zeigt nämlich im Innern ein parenchymatisches, markartiges Grund- 
gewebe das nach aussen in einen dickwandigen prosenchymatischen Holzkorper 
übergeht der von einer lockerzelligen Rinde umschlossen wird. Nur bei Sputum 

uml ,,,„,,.,„„ ist die nur zweizeilige Rindenschicht auf dem Stammquer- 

roo dem Holzkörper kaum zu unterscheiden, sondern besteht ebenso wie 
dieser aus dickwandigen Zellen, die jedoch im Längsschnitt ein mehr paren- 
chymatisches Gefüge zeigen. 

Während nun hier bei Spkagnum das innere Grundgewebe manchmal 
schwindet und der Stengel im Alter oft hohl wird, ist dasselbe bei vielen 
höher entwickelten Moosen zuweilen im Zentrum noch von einem besonder. -n 
Strang sehr langgestreckter, meist dünnwandiger prosenchymat ,.!, r. -In ner 
etwas kollenchymatischer Zellen durchzogen, dem sogenannten Zentralstrang, 



der häufig nur einen Teil des Stengels durchsetzt . und gleichsam als ein rudi- 
mentärer Fibrovasalstrang zu betrachten ist. Er dient vorzugsweise der Wasser- 
leitung und gelangt namentlich bei den Polytrichaceen zur höchsten Entwicklung. 
Er fehlt bei den Weisiaceen, Hedwigieen, Racomitrieen, Leucobryaceen, Oitho- 
trichaceen, Fontinalaceen, Cryphaea, Leucodon, Neckeraceen, Hooleri», Ihiltonia 
und Fabroniaceen, ist dagegen deutlich von dem übrigen Grundgewebe ab- 
gegrenzt bei den Dicranaceen (s. III, 1 a), Leptotrichaceen, Oreat, AngstrOmia, 
Pin tariaceen, Bryaceen, Meeseaceen, Aulacomniaceen, Bartramiaceen etc. Bei 
den Timmiaceen erscheint er gegen die Sprossanlage oft in 2—3 Stränge geteilt 
und bei manchen Polytrichaceen ist er sogar aus Gruppen dickwandiger Zellen 
zusammengesetzt, die oft noch von einem Ring dünnwandiger Zellen umgeben 
sind. Die von dem Zentralstrang schief aufsteigenden und in die Mittelrippe der 
Blätter abzweigenden Stränge werden Blattspurstränge genannt. Wir finden 
sie vorzugsweise bei den Polytrichaceen. aber auch bei den Splachnaceen kommen 
sowohl echte wie falsche Blattspurstränge vor. Letztere entstehen nämlich dann, 
wenn das differentiierte Gewebebündel der Rippe nicht am Fusse des Blattes 
endet, sondern sich noch weit hinein in das Stammgewebe fortsetzt, ohne jedoch 
den Zentralstrang desselben zu erreichen. Durch stärkeres Verdicken der Zell- 
ecken geht das Grundgewebe des Stammes zuweilen in Kollenchym über, wie 
z. B. bei der Gattung Orthotrie/mm. Bei den peripherischen Zellen des Stammes 
findet häufig eine Verdickung ihrer Wände bis zum Schwund des Lumens statt. 
Solche Zellen werden, je nachdem ihr innerer Hohlraum mehr oder weniger 
verschwunden ist, als stereicle und substereide Zellen bezeichnet. Sie sind, 
wie wir später sehen werden, für den Bau der Blattrippe von besonderer 
Wichtigkeit, indem sie nicht nur mechanische Festigkeit verleihen, sondern 
auch je nach ihrer Gruppierung die verschiedenen Faltungen und Krümmungen 
der Blätter und Drehungen der Stengel veranlassen. 

Die Rhizoiden oder W r urzelhaare sind aus der Oberfläche der Moos- 
stämmchen entspringende Zellreihen oder Schläuche mit plasmatischem Inhalt, 
jedoch ohne Chlorophyll, welche bei den Moosen die Funktionen der Wurzeln 
der höheren Pflanzen übernehmen, also sowohl als Haftorgane wie als Er- 
mihrungsorgane dienen. Bei den Lebermoosen sind sie meist einzellig und 
befinden sich nur auf der Bauchseite des Vegetationskörpers, bei den Laubmoosen 
dagegen sind sie mehrzellig mit schiefen Querwänden und bald mehr, bald 
weniger verzweigt. Ihre anfangs helle Membran bräunt und verdickt sich 
sehr bald, nur wenn sie an das Licht treten, werden sie mehr protonemaartig, 
indem sich alsdann aus ihren Gliederzellen Abzweigungen bilden, die sich 
ganz wie Protonema verhalten. Von rhizoidenartigem, in den Boden eindringen- 
den Protonema sind sie daher auch kaum zu unterscheiden, zumal sie wie 
dieses oft Brutkuöllchen bilden. Sie entspringen zunächst an der Basis der 
jungen Pflänzchen, um dieselben an ihre Unterlage zu befestigen und ihnen 
Nahrung aus derselben zuzuführen. Die stärkeren Rhizoiden finden sich 
gewöhnlich am Grunde des Stengels. Bei manchen Moosen drehen sie sich 
daselbst zu förmlichen Strängen zusammen, die man alsdann als Wurzelstränge 



bezeichnet, wie z. B. bei Atrichum, und einigen anderen Polytrichaceen, deren 
unterirdische Stengelteile einem verzweigten Khizome gleichen. 

Die Rhizoiden können sich aber auch noch an anderen Stellen der 
Stäinmchen entwickeln, wie z. B. an der Basis der Innovationen und Sprosse 
oder auch an der Insertion der Blätter. Sie sind an keine gesetzliche Ordnung 
gebunden und treten namentlich da auf, wo es sich um eine Befestigung an 
die Unterlage handelt. Bei den Sphagnaceen fehlen sie ganz, während sie bei 
den Andreaeaceen sich oft bandförmig verbreitern. Die Grenze zwischen 
Rhizoiden und Protonema ist oft schwer zu ziehen, zumal fast jede Ober- 
hautzelle eines Stämmchens zu rhizoidenartigen Haarbildungen auszuwachsen 
befähigt ist. Den Wurzelhaaren ähnliche, wiederholt in dünnere Aste reichlich 
verzweigte haarartige Gebilde bezeichnet man als Wurzel- oder Stengelfilz. 
Solche stärker verzweigte Haarbildungen finden sich namentlich in den Blatt- 
achseln oder auch an der Basis der Blätter. Sie sind bald heller, bald dunkler, 
oft rotbraun bis schwärzlich gefärbt und treten mitunter so reichlich auf, dass 
die älteren Stengelteile förmlich wie mit einem Filz überzogen erscheinen. Sie 
begünstigen den Zusammenhalt benachbarter Individuen, verweben die einzelnen 
Pflänzchen zu dichteren Rasen und schützen dieselben so gegen zu starke 
Verdunstung, während sie gleichzeitig die capillare Wasserhebung erleichtern, 
sowie auch wieder wässerige Niederschläge l ) durch Imbibition aufzunehmen ver- 
mögen und daher namentlich bei solchen Moosen reichlich auftreten, deren 
Standort einem wechselnden Feuchtigkeitsgehalt des Bodens wie der Atmosphäre 
unterworfen ist, wie z. B. bei vielen Arten der Gattungen Unnu,,, Bnjmn, 
Cim-lüliuH,, Phitonotis. Palmlelln, Breutdia, Orens, Cynodnnthnn. Dimmnm, Dimmo- 
dontimn u. s. w. Die in der Scheitelregion der Stämmchen entstehenden, in 
den Blattachseln auftretenden Haarbildungen sind in der Regel nur einfache 
Zellreihen, deren Endzellen oft mehr oder weniger keulig erweitert erscheinen 
und die daher als Keulenhaare von Limpricht bezeichnet wurden. Eine jede 
Achse samt Blättern bezeichnet man als Spross und unterscheidet darnach 
Haupt- und Nebensprosse, sterile resp. vegetative und fertile Sprossen, d. h. solche 
ohne und mit Geschlechtsorganen. Unter einer terminalen Blüte entspringende 
Sprosse, welche das Längewachstum der Stammachse übernehmen und in der 
Regel selbst wieder mit einer Blüte abschliessen, oder auch Seitensprosse, 
welche nach Sistierung des Wachstums der Hauptachse die Weiterentwicklung 
der Pflanze übernehmen, bezeichnet man als Innovationen. Sie erscheinen 
nach Absterben des Hauptsprosses als selbständige Pflanzen. Nur mit 
rudimentären Blättern besetzte Sprosse bezeichnet man als Stolonen oder 
Flagellen (s. XXXV, 9), und völlig nackte Sprossstücke, die statt der Blätter 
nur Brutkörper (s. I, 6), oder wie bei Andreaea und Sphagnum Fruchtkapseln 



J ) Nach den Untersuchungen 



(Hdb. der ] 



Evernia, Bryopogon i 



tienk, Bd. IL, 
■ Natur oft so 



aus, dass sie im Stande sind, Wasserdämpfe zu verdn-1.«.'.. Hin der,rtiges WWnhunpf- 
vertlichtungsvermögen ist bis jetzt bei den Moosen nur für die Kapselstiele mancher <au - 



tragen, als Pseudopodien. Bei den einjährigen Moosen schliesst das Länge- 
wachstum des Stammes gewöhnlich mit der Ausbildung der Blüten ab. bei 
den mehrjährigen dagegen zeigt sich der Stamm mehr oder minder verzweigt. 
Für die Bestimmung der Moose ist die Art der Verzweigung oft von besonderer 
Wichtigkeit. 

Im Allgemeinen unterscheidet man nach Sachs drei Hauptverzweigungs- 
fornien, eine dichotome, monopodiale und sympodiale. Eine dichotome \ er- 
zweigung entsteht, wenn das Wachstum in der bisher befolgten Richtung auf- 
hört und am Ende dieser Achse aus der zweischneidigen Scheitelzelle zwei neue 
Achsen sich bilden, welche gleich anfangs gleichwertig sind, so dass keine 
von beiden als unmittelbare Fortsetzung der bisherigen Achse gelten kann; 
die beiden neuen Achsen sind dann die Schenkel eines Winkels, dessen 
Halbierungslinie in die Richtung der früheren Achse fällt. Eine monopodiale 
Verzweigung entsteht, wenn das erzeugende Gebilde, resp. der Hauptspross, 
seiner bisherigen Wachstumsachse folgend, an seinem Scheitel fortwächst, während 
unterhalb desselben seitliche Sprosse in acropetaler Reihenfolge entstehen. Hier 
erscheint das erzeugende Gebilde, resp. die Hauptachse als gemeinsames Fuss- 
stück aller Zweige, daher der Name Monopod'mm für das ganze System. Eine 
sympodiale Verzweigung resp. eine sympodiale Dichotomie entsteht, wenn 
von beiden Zweigen der Dichotomie der eine sich stärker fortbildet als der 
andere und diesen mehr oder weniger zur Seite drängt, so dass es den An- 
schein hat, als ob er die unmittelbare Fortsetzung des Fusses (resp. der 
früheren Achse) des Podiums der Dithotwida wäre und wenn sich dieser Vor- 
gang mehrfach wiederholt. Die stärkeren Zweige bilden hierbei eine Schein- 
achse. Als Sympod kann auch ein der Anlage nach monopodiales System, 
dessen Seitenglieder entwicklungsfähiger sind, als der über ihrer Insertion 
liegende Teil der Achse nach Sachs bezeichnet werden. 

Eine rein dichotome Verzweigung finden wir namentlich bei vielen thallus- 
artigen Lebermoosen, wie bei den Riccien, Metzgerla furmta und anderen. Bei 
Laubmoosen ist eine solche noch nicht beobachtet worden. Bei der 






zwar am Sprossscheitel eine zweischneidige Scheitel- 



zelle, jedoch entwickeln sich daraus niemals dichotome Sprosse, sondere 
erzeugt zwei gerade Reihen alternierender Segmente, aus der nur die zweizeilige 
Blattstellung hervorgeht. Ihre Verzweigung erfolgt entweder durch Innovation 
oder aus einzelnen Blattachseln älterer Stammteile. Ähnlich verhält sich in 
Bezug auf die Verzweigung Arehidwm. Andreaea zeigt eine sympodiale, V<""""" 
dagegen eine monopodiale Verzweigung, die zuweilen in eine unechte Gabelung 
übergeht. Bei den Bryineen, den eigentlichen Laubmoosen, lassen sich je nach 
der \ erzweigung zwei grössere Gruppen unterscheiden, solche mit begrenztem 
und solche mit unbegrenztem Längewachstum der Hauptachse. 

Diejenigen Moose, deren Hauptachse in ihrem Längenwachstum durch die 
Anlage der Geschlechtsorgane nicht gestört wird, weil sich dieselben auf 
Seitenzweigen entwickeln, und bei denen demnach das Längenwachstum der 
Hauptachse in der Regel unbegrenzt erscheint, werden als pleurokarnische 



Moose (Seitenfrüchtler) benannt. Ihre Verzweigung ist vorzugsweise 001.0- 
nodial eine unbegrenzt fortwachsende Achse mit akropet«! eneugten Se.t.-n- 
sprossen in wechselnder Anzald. Ks sind die dem Scheite] „äherliegenden 

Seitensprosse stets jünger, als die entfernteren. Verzweigen s,cl, du- he,t.-,c.p 

in gleicher Weise, wie die Hauptachse, so duss jeder Seitenspro» ewter Ordnung 
sich zu denen zweiter Ordnung verhält, wie die Hauptachse zu ihren be.ten- 
sp.-ossen, so entsteht ein racemoses Verzweigungssvstem Oft zeigen die 
Seiteuzweige begrenztes Wachstum und sind bald uuregelmassig, bald .egel- 
lässig gestellt. So erscheinen die Moosstämmeben z. B. einfach gefiedert be. 

mancheit ff^um-Arten, 2-3 fach gefiedert bei TKMi -Arten, mehr bäum- 

artig und aufwärts huschelig verästelt hei < I ,,„,,,< u. s.w. 

Diejenigen Moose dagegen, deren Hauptachse ein begrenz es Wachstum 
zei-t indem dieselbe in der Regel mit einer Blüte abschl.csst, werden als 
Moose (Eudfrüchtler) benannt. Ihre Verzweigung ist cymos, 
ti Achse ihr Wachstum nach Bildung von ein oder zwei Se.tensprossen 
. , ,, Zt. Durch die Abzweigung von zwei Seitensprossen dicht unter dem 
Gipfel, resp. der Oipfe.blüte ^«^^Z^TZZ» 

falsche Dichotomie, em sogenanntes D.chasium. innen ^ 

Habitus finden wir z. B. bei <W— /, ,.,,, ; ... -. • ^ 

Dichasinm nur ein Seitenspross gut aoege * 

Sprosses zur Seite schiebend, sich in d.e Verlängerung von dessen 

TT, _ ,.. -LJU. «.„lieh wie wir bereits oben be. den d.chotomen 



■11t dann entstellt wieder, ähnlich 

erzweigungen gesehen haben, ein Sympou.um ■»» ■ 

An« terminalen Blüten akrokarpischer Moose werden be. rascl, 



u u «;« flvmnniiinm mit einer Scheinachse. Die 
»ieuncen gesehen haben, ein bjmpoüium 



wachsen te Innovationen zur Smte geschoben und erschein,. *£*£* 

häutig als pseudolateral (s. II, 5, IX, 8 und X.«b>. ; " "■"^^ ^ ^ 

je eines oder je zweier Settensprüsac I ,! 

karpischen Moosen ein sympodiales oder dichasmlos >pn.^y>t,m 

Es finden sich unter don ^ r " kiir ^^ 
welche auch kurze Seitenzvveige längs des ganzen , '""""* ^^^^y^ 

zweienng, d.h. die Sprossbildung aus älteren Ktanimteilei, 

L bei ihnen auch nicht gerade selten, verjüngt sich doch z B .Ufto- 
Re,heulol e u ^ ^^ ^ ^^ ^ ^ ^ durch Aus . 

';;;;;;:,„■■'„;„;.; ,,,.,„ s.-i„.,t.a. r ..*„«» find«, w ir unter d« ^«m^» 

Soosen Leb einige deren ^^■Jt^^r^lSr^'^ 

„ ht trennt, weil sie wegen des begrenzten Längenwachstums ihrer Hauptachse 
im Allgemeinen mit den atopischen Moosen Ubere.nstimmen. 

Ans unterirdischen Teilen des Stengels sich entwickelnde na U ta 

™„t„. mit Niederblättern besetzte sterile Sprosse, wie sie z.B. bei im« 

"''" " / , und vielen Arten der Gattung.»/-.™,, vorkommen, 

teX,, als Ausläute,. .„1er Stolonen bezeichnet. Die bei einzelnen Arten 



- 12 — 

der Gattung Mrrium sehr reichlich auftretenden Ausläufer sind meist schon 
von ihrem Ursprung an mit Laubblättern besetzt, bald aufgerichtet, bald bogig 
herabgekrümmt, so dass sie an ihrem Ende wieder die Erde erreichen, sich 
daselbst bewurzeln und frisch austreiben, und sich hier nun wieder ein neuer 
fertiler Stamm entwickeln kann. 

Absteigende, von ihrem Ursprung an mit mehr oder weniger verkümmerten 
Blättern besetzte Sprosse aus oberirdischen Stammteilen, wie wir sie z. B. bei 
Hedwigidium (s. XXXV, 9), Braunia und Eurhynchium Vaucheri finden, werden 
Flagellen benannt. 

Die Scheitelzelle der Moosstämmchen ist in der Regel dreiseitig-pyramidal, 
eine nach oben gewölbte, abwärts umgekehrt dreiseitige Pyramide, welche je 
drei Reihen von Segmenten abschneidet, aus denen eine dreiseitige oder durch 
Verschiebung der Scheitelregion die spiraligen Blattstellungen hervorgehen. 1 ) 
Ja selbst bei der Gattung Füsuiens zeigt der unterste Stammteil eine drei- 
schneidige Scheitelzelle, die aufwärts in eine zweischneidig'e übergeht, aus der 
die bilaterale Blattstellung dieser Gattung hervorgeht. 

§ 3. Blatt. 
Mit dem Heranwachsen des Stammes schieben sich aus demselben durch 
Vermittlung einer zweischneidigen Scheitelzelle in regelmässiger Reihenfolge 
meist nach und nach höher entwickelte Blätter hervor. Nur bei wenigen Moosen 
finden wir dieselben nach zwei Seiten hin ausgebreitet in der BlatMellung 
von ' ,. Häufiger ist die dreireihige, die \ Divergenz, am häufigsten dagegen 
die fünf- und achtreihige Blattstellung von % % u. s. w.; an Seitenzweigen 
finden wir auch eine solche von 5 / ]3 u. s. w. Je nachdem die deutlich erkenn- 
baren Blattreihen in vertikalen oder in schraubigeu Linien verlaufen, wird die 
Blattstellung von Schimper als bi-tri-quinque-, oder octoseriata oder als bi-tri- 
quinque oder octofaria bezeichnet, Zweireihig erscheinen z. B. die Blätter 
gestellt bei /-W,-,,,, ('«,«;//,'„,„ und Kn.firhvn,, bei .sW„W,w,„„ und I hstirhhnn. 
dreireihig bei vielen Foutinali*- und Mchelyma- Arten, Seligeria trktlrha, Meesea 






schraubig bei Gr, 



Bei ihrer Entwicklung schieben sich die Blätter mit ihrer Spitze aus 
dem \ egetationskegel hervor und wachsen hernach interkalar weiter Am 
deutlichsten lässt sich dies erkennen, wenn man einen Längsschnitt durch deu 
Vegetationskegel solcher Moose führt, deren Blätter mit einer Haarspitze ver- 
sehen sind wie z B. bei Orthotnchum diaphanum. Bei völliger Ausbildung 
and die Blätter der Laubmoose einfache Flächengebilde, die dem Stamme 
m der Regel quer angeheftet und niemals durch einen Stiel mit demselben 
verbund en sind. Ihre Spreite ist einfach und ungeteilt und wird bei vielen 

') Bei einer zweischneidigen Scheitelzelle des Stämmchens werden die Pflanzen bilateral, 

.-ntreihen abgeschnitten werden, die in der Bilateralebene liegen^ 

p. 3seitig-pyramidalen Scheitelzelle nach 3 Seiten Segment- 



— 13 - 

Arten von einer mehrschichtigen, kürzeren oder längeren, einfachen oder auch 
gegabelten und selbst doppelten Rippe durchzogen, auch laufen die Flügel der 
Blattbasis mitunter noch an dem Stamm weiter herab. Die dem Stengel zu- 
gewandte Seite eines Blattes bezeichnet man als seine Blattoberfläche, die von 
demselben abgewandte als seine Rückseite oder Unterfläche. In der Regel 
besteht die Blattfläche (lamina) oder Spreite nur aus einer einzigen Lage gleich- 
wertiger Zellen, nur da wo eine Rippe vorhanden ist, zeigt diese eine., ab- 
weichenden mehrschichtigen Bau, öderes zeigen die Blattflagel etwas abweichende 
Zellen. Bei manchen Arten wie z. B. vielen Griimnia-, IHcranum- und ( ampylopus- 
Arten und anderen sind einzelne Teile der Spreite mitunter zwei- <M er e - 
schichtig, wie z. B. die Blattflügel der Basis, die oberen Blattr&nder oder 
die Spitze, ja bei manchen Moosen sogar die ganze Spreite über der Basis, 
wie bei Andreaea fnwht und rra,,nerriu. Bei L^hn.nn ist die Lamina mit 
Ausnahme eines einschichtigen Saumes sogar drei- bis achtschichtig (8. Ul, LI). 
Bei dieser letzteren Gattung werden ausserdem ebenso wie bei den ^ r h<u,na 
die Blattorgane aus ungleichwertigen Zellen gebildet, Bei ihnen sind namlicb 
die schmalen chlorophyllhaltigen Zellen zwischen sogenannte hyaline, 
wasserhelle, luftführende and meist mit Poren versehene /eilen emgeDettet, 
welche die Fähigkeit besitzen, das Wasser sehr rasch aufzusaugen. Bei der 
Gattung Sphagnum besitzen diese hyalinen Zellen nicht nur Poren und lupiel, 
sondern zeigen auch in ihrem Innern meist noch ungleichmäßige, olt ring- 
förmige oder spiralige Verdickungen. hin 

Einen eigentümlichen abweichenden Bau des Blattes bilden wir Dei 
Fissidentaceen und Eustichiaceen. Die Lamina erscheml namüc ei en 
Fissidentaeeen auf der einen Seite der Rippe in dem unteren Leile n »JJ^ 
zur Hälfte (oder auch nur »/«) gleichsam gespalten, während sw a ^er any 1^1 
Seite an der Rippe als Dorsalflügel herabläuft, der J ^ s * M .'!^. besteht 
Auswuchs des Dorsalnerves zu betrachten ist Die eige nthc ^J^'^ Ji\ i( . h 
demnach hier aus einem reitenden basalen leil. dessen «^ ^ VO n der 
nach oben vereinigen und mit dem Dorsalflügel ob Q zusa . , Fort- 

Rippe durchzogenen und von einem normalen »a i ' _ ' . vvvilh IJei 

den Eustichiaceen vereinigen sich die beiden Hallten " _' ^ I ^'.' ./".J,^,.,,,",.,,,!,,,, 
erst gegen die Spitze des Blattes an der - ^ r^^jß^ 

Rippe, die nur mit einem sehr schmalen, aufwärts B wa ® ' ' _. betrachten 

versehen ist. Dass letzterer nur als ein Auswui s i i XXVIII 

ist, lässt sich hier an einein Blattquerschnitt sehr deutlich ei e 

6e und f). , Ar r imc hen einfacher 

Gewöhnlich sind die unteren Blätter der Äl mm ^ ^ ^ 

gebaut, als die höher stehenden. Schlugt die Ach- ■ nn ,^ "' J^^^^^,^ 
so sind die Schopfblätter (t'olia comalia oder r,,!n; ^' n '^ ' J. hl( . ( '| ltsul ... lll(> ,.j n l 
hüllenden Blätter in der Regrl w.eder anders -ebaut :i * « n* e'g« ■> " » « » 



— 14 - 

die Stengelblätter. Ebenso sind bei den Spkagna die Astblätter meist sehr 
verschieden von den Stammblättern. Man unterscheidet daher im Allgemeinen 
drei Haupt- Blattformen: 

1. Niederblätter, d.h. in ihrer Flächenentwicklung den Laubblättern 
gegenüber weniger ausgebildete, mehr schuppenartige ßlättchen an Ausläufern, 
unterirdischen Stengelteilen, oder auch an dem unteren Teile mancher Moos- 

2. Eigentliche Laubblätter, und zwar Stamm- oder Astblätter, je 
nachdem sich dieselben an dem Stengel oder an seinen Asten befinden. 

••{. Hüllblätter, d. h. solche Blätter, welche die Geschlechtsorgane ein- 
hüllen. Die Hüllblätter der männlichen (d) Blüte (perigonium) sind von 
denen der weiblichen ( ) Blüte (perigynium) oder der /witterigen (§) Blüte 
(perigiimiuiii) oft sehr verschieden. Ebenso zeigen die den Fuss des Frucht- 
st " U s ! ,iU '' 1 ' «»«.gebenden Hüllblätter meist andere Formen und abweichenden 
B;iu.^ Diese sogenannten Perichätialblätter sind aber solche Blätter, die 
zur Blütezeit noch gar nicht fertig ausgebildet sind. Erst gegen die Reifezeit 
des Sporogm.s zeigen sie ihre volle Entwicklung. 

baarartige oder blattartige Gebilde, die bald in der Gestalt mehrzelliger, ver- 
zwe,gter Zelltaden. bald als blattartige Flächen sich an der Oberfläche des 
s,,,, - ,ls "" ,1 >"-b^«>"dere an der Basis der Blätter entwickeln. Mehr blätt- 
rig t.mlen wir sie bei manchen //,„,„„, wi , //,„„„„„ ,„„//,,,,,„,, n-isfa-rasfr^si. 



' sind neben dem Zellnetz zur Untersche 



Hierb, 



düng 



nmen namentlich in Betracht 
e in ein Haar ausgezogen 
'gerundet (obtusus) oder spitz 
5ap. mit aufgesetztem kurzen 
atus) ist; letzteres, wenn der 



stal 


t eines Blattes 


eigentlich 




aal der Winkel * 


ingegeben 


•ht 


die abgeschnitt« 
dieselbe einfacl 


me Blatt- 


igei 


> Dreiecks klein 
' Breiecks gross 


er als ■/, 



Winkel an der Spitze aber sogar grösser als ein Rechter, so ist das Blatt bereits 
als stumpf zugespitzt, resp. stumpf zu betrachten. Wir werden von einer genaueren 
Angabe des Winkels, in dem die Blattspitze ausläuft, absehen, weil derselbe 
durch die Zeichnung ersetzt wird. 

b) Ferner ist besonders auf den Blattrand (margo) zu achten, d.h. auf 
den äusseren Umfang desselben, je nachdem derselbe ganz (integer)'), gesägt 
oder gezähnt (serratus aut dentatus), oder auch mit Doppelzähnen (dentibus 
gemellis) besetzt ist, wie bei Mnhim hormnn. serratum, tphiosmn u. s. w. Auch 
kann der Rand ausgefressen gezähnt (eroso-dentatus) oder gefranst (fimbriatus) 
und gewimpert (ciliatus) sein, wie die Stammblätter vieler 6>%w« und die 
Perichätialblätter von Hedn-igia, oder auch nur durch vorspringende Zellen 
oder vortretende Papillen krenuliert (crenulatus). Bei vielen Moosen mit ein- 
schichtiger Lamina erscheint der Rand häufig dadurch wulstig verdickt, dass 
einige Zellreihen am Rand zwei- und mehrschichtig sind. Ferner ist der 
Blattrand nicht immer flach ausgebreitet, sondern häufig aufgerichtet oder 
einwärts gekrümmt und eingerollt, oder zurückgekrümmt und zurückgerollt u.s. w., 
wie dies bei den einzelnen Arten näher beschrieben ist. Weiter kommt in 
Betracht : 

c) Der Blattsaum (limbus). Derselbe entsteht dadurch, dass einige 
Zellreihen am Rande des Blattes anders gebildet sind, wie die übrigen Zellen 
der Lamina. So sind z. B. bei den gesäumten Mnhnu- und Bryu /«-Arten die 
Zellen des Saumes lang prosenehymatiseh und bilden gleichsam ein die 
Festigung des Blattrandes bezweckendes oder den Grad der Kräuselung beim 
Eintrocknen bedingendes Stereidenbündel, während die übrigen mehr parenchy- 
matisch- 6 seitig bis reetangulär sind. Ähnlich gesäumt sind Torltdn m«v<jiwit<> 
und snlnduta. Bei anderen Arten, wie z. B. Leptodontbim remrrifoliinn, Fwidm* 
"dnonnnl,-,. serru/a/us und den)>v>n* u. s. w. entsteht ein gelblicher Saum durch 
stärkere Verdickung der Randzellreihen, bei Gncüdotm dagegen durch doppel- 
schichtige und mehrschichtige Randzellreihen. 

d) Die Blattflügel. Sie sind ebenso wie der Saum häufig aus anderen. 
von den angrenzenden abweichenden Zellen zusammengesetzt, Bald sind sie 
dünnwandiger, bald anders gefärbt und dickwandiger, bald kleiner ..der grösser 
oder auch zwei- und mehrschichtig. Dünnwandiger und grösser als die 
übrigen Zellen der Blattbasis sind sie bei sehr vielen Astmoosen, insbesondere 
vielen Arten der Gattung Hypnum. Br^-h !t tl,^h,,n und l-julnmrl/.,,,,,. Sic hahen 
hier mehr Ähnlichkeit mit den angrenzenden Zellen des Stammes. Zwei- 
und mehrschichtig, sowie dunkler gefärbt sind sie namentlich bei vielen Dieranvm- 
und Campylopus- Arten. Infolge des abweichenden Baues ihrer Zellen erscheinen 
die Blattflügel mancher Astmoose oft ausgehöhlt und bauchig, wie z. B. hei 
tirarhyhejimm Stm-kn und rlndare. Kleiner, resp. kürzer und mehr quadratisch 
sind sie bei Hypmon rupr^i/'oniw und Vouchen u. s. w. Nicht minder >e- 
achtungswert ist: 

*) Ganzrandig bezeichnen wir ein Blatt, wenn w 






e) Die Stellung der Blätter. Sie wird als anliegend oder aufrecht 
(adpressus oder erectus) bei einem Winkel von höchstens 10° mit der Stamm- 
achse bezeichnet, als abstehend (patens, f. patentia) bei einem Winkel von 45 °, 
als ausgebreitet (patulus) bei 75°, wagerecht (horizontalis) bei 90° und zuruck- 
gekrümmt bei einem noch grösseren Winkel mit der oberen Stammachse. Dach- 
ziegelig (imbricatus) liegen dieselben an, wenn die unteren die oberen teilweise 
bedecken. 

f) Farbe und Glanz der Blätter, insbesondere ob dieselben glatt oder 
rauh, papillös oder mamillös sind, was namentlich von der Beschaffenheit 
ihrer Zellen abhängt. Die Zellen sind nämlich bald dünnwandig, bald mehr 
oder weniger verdickt; sie sind mamillös, wenn ihre Membran nach einer 
oder zwei Seiten (Ober- und Unterseite) ausgebaucht erscheint, wie z. B. bei 
den Cynodontien (s. III, 10) und Oreoicema, papillös, wenn ihre Membran auf 
einer oder beiden Seiten mit Papillen, kleinen rundlichen, kegelförmigen oder 
hufeisenförmigen Verdickungen und Höckerchen besetzt ist, wie bei Anoe<-t<in<jiinn 
(s. IX, 5) und vielen YWf»/o-Arten, und warzig, wenn sie mit zwei- und mehr- 
spurigen Warzen besetzt sind. Mamillen sind demnach über die Blattfläche 
sich erhebende Zellerweiterungen, welche ohne entsprechende Wandverdickungen 
eine Vermehrung des Zelllumens bewirken. Papillen dagegen sind kompakte, 
über die Fläche der Spreite hervortretende, lokale Zellwandverdickungen. 
Gepaarte Mamillen entstehen, wenn die Ausstülpung und Verdickung der Zell- 
wand nicht in der Mitte, sondern an beiden Seiten der Zelle erfolgt, wie z. B. 
bei ( Watoilvn chlorojmx. Eine solche Zelle zeigt im Längsschnitt fast Hufeisen- 
form. Da an der Querwand je 2 Mamillen zusammenstossen, so gleichen 
dieselben zweispitzigeu Warzen. Die Papillen und Warzen können sowohl dem 
Lumen der Zellen, wie den sie trennende!] Pfeilern aufsitzen, was sich jedoch 
nur an Blatttpierschnitten ersehen lässt. Meistens sitzen sie dem Lumen auf, 
wie z. 1». bei vielen Tri<-ho*tomuiit- und Bavlntla- Arten, seltener den Pfeilern, 
wie bei Dicranum Blyttii. Die Papillen gewähren den Blättern Schutz gegen 
eine zu starke Transpiration. Wir sehen dies namentlich au B<u-I»<l„ mhulata 
und n,nrroni/of!<i. die sich fast nur durch das Vorhandensein oder Fehlen der 
Papillen von einander unterscheiden, liaihula mwi-ohifolin wächst in der alpinen 
Region und Bergregion über 900 m, in einer feuchteren Atmosphäre, weshalb 
auch ihre Blätter fast glatt und Papillen auf denselben nur angedeutet sind, 
während bei der unter 90n m in einer trockeneren Luft wachsenden Ihn hui" 
mbvla ta die Blattzellen reichlich mit Papillen bedeckt sind. Ein ähnliches 
Verhältnis /.eigen um <>rtlwtrirl, t „,t <-u } ,uL,t,<m und nmbnn. Das an trockeneren 

u wachsende mpulatuin ist reichlich mit Papillen besetzt, während 
das ihm nahe verwandte, am Bande des Wassers wachsende und zeitweise 
überschwemmte »ml,,,,, der Papillen fast vollständig entbehrt Wir finden über- 
haupt die Papillen vorzugsweise bei solchen Moosen, die in mehr trockener Luft 

in südlichen hegenden wachsenden '/'/■/,•/,, w,,,,,,,,,,. und f.iarf>i,/„-Avte\\, oder auch 



g) Blattauswüchse sind ebenfalls beachtenswert. Brutkörper, Brutzellen 
und sekundäre Protonemafäden, die sich von der Spreite oder einzelnen Teilen 
derselben abzweigen, finden wir z. B. bei einzelnen Barbula- und Tnrhostomum- 
Arten, bei Zygodon viridissimw, Leptodontium sfyriaaun und gewmaseem, sowie 
manchen Grimmla- und Orthotrichum- Arten. Andere Moose entwickeln auf ihrer 
inneren Blattfläche und namentlich auf der Rippe als Assimilationsorgane 
dienende Lamellen, wie z. B, Polytrichum, Pogonatum und Catharinea. Ähnlich 
sind auch die lamellenartigen Haarbildungen auf der Innenseite der Blattrippe 
von CrossidJaiu und Aloimt. sowie die Lamellen auf den Blättern von I'frrygoiieurnnt. 
Eine wichtige Funktion dieser Lamellen ist auch die kapillare Festhaltung von 
Wasser, denn sie fehlen den wasserbewohnenden Arten. 

h) Blattsubstanz. Darnach erscheinen die Blätter bald weich (mollis) 
bis fleischig (subcarnosus und succulentus), bald fest (solidus) bis steif (rigidus) 
und selbst trockenhäutig (membranaeeus), bald mit, bald ohne Chlorophyll, 
undurchsichtig und durchsichtig bis hyalin. Besonders kommt hierbei die 
Verdickung der Zellwände in Betracht. Erfolgt die Verdickung der Membran auf 
rtlsgedehnteren Flächen und bleiben nur kleinere Stücke dünn und unverdickt, 
so' erscheinen diese letzteren als „Tüpfel". Solche Tüpfel finden wir z.B. 
in den Scheidewänden der Zellen vieler Uicrana und mancher Bryum- und 
Ilypnum-AYten, namentlich aber an den Hyalinzellen der Sphagna. Bei einer 
stärkeren Dach innen vorschreitenden, trichterförmigen Verdickung erscheinen 
die Tüpfel als gehöft. Man erblickt alsdann bei rundlichen Tüpfeln 2 kon- 
zentrische Kreise, wie z. B. bei Sphujnmn \V<u:,siorjn resp. g.anle. Durch 
Resorption der dünneren Membranstellen gehen die Tüpfel in Kanäle oder 
„Poren" über, wie z. B. bei Sphagnum und Lemobnjmn. Bei letzterer Gattung 
sind die Poren häufig mit Verdickungsleistom wie mit einem King umgeben. 
Verdickungen im Inneren der Zellen, in Form von Papillen, Leisten und 
Schrauben finden wir nur bei den Hyalinzellen der S p hag>,a. Bei der Bildung 
von Brutzellen zeigt sich die Blattsubstanz häutig in Auflösung begriffen, wie 
man dies / B an mechanisch verletzten. Brutzellen austreibenden Blättern 
von /'VW,,,, hwifoi;,,* sehr schön wahrnehmen kann. Auch lad L.ptodontivm 
styrionnn hat man häufig Gelegenheit dies zu beobachten. 

i) Von besonderem Interesse für die Charakteristik der Arten ist auch, 
da wo eine solche vorhanden ist. die Hippe der Blätter (costa oder nervus). 
Dn-er die Spreite des Blattes von der Basis an teilweise oder ganz durch- 

Zellen v, s ml -Ten der W:„,i h-itun- dienen, di. dick- 



namentlich bei den ausländischen Gattungen Ilooktria, Cd/irosf,//« und hydo- 
trichum. In der Regel verjüngt sich die Rippe von der Basis nach der Spitze 
des Blattes, nur ausnahmsweise wird sie aufwärts breiter und stärker, wie z. B. 
bei Urinun'n, Mühhnlwckii und Gxnthri (s. XXVIII), bei Leptotrichum zonatum 
(s. XVI) und einzelnen Seligena- Arten (s. VII). Auf der Oberseite ist sie 
gewöhnlich flach, dagegen stärker und mehr konvex auf der Unterseite ent- 
wickelt. Zuweilen erscheint sie gefurcht, wie bei einzelnen Campylopu*- und 
Dicranum- Arten (s. III), oder löst sich nach der einen oder anderen Seite in 
Lamellen auf. Bei den Polytrichaceen und Pterygoneurum finden sich diese 
Lamellen auf der Oberseite, resp. Innenseite des Blattes, bei Dnjptmhm patens 
und manchen Dicranum- und Campylopus- Arten auf der Unterseite. Mehr faden- 
förmige Auswüchse zeigt die Oberseite der Rippe von Aloina und ( 'rossidimn u. s. w. 
(s. XVII). 

Den besten Aufschluss über den Bau der Rippe gewähren uns die Blatt- 
querschnitte. Bei manchen Arten erblicken wir an einem solchen fast nur 
gleichartige, homogene Zellen, wie z. B. bei Audmt.a (s. IV), bei Sr/b*tid<>im 
ausser maritimum, bei den Seligeriaceen und vielen Pleurocarpeen, wie Dic/ir/yma. 
llomnUii und L.sLsu u. s. w., die dann als Aussenzellen und Innenzellen 
unterschieden werden. Die an der Blattoberseite gelegenen Aussenzellen werden 
als Bauch- oder Basalzellen, die an der Unterseite gelegenen als Rüekeu- 
oder Dorsalzellen benannt. Bei vielen Moosen wird jedoch die Rippe nicht 
nur von fast gleichwertigen Zellen gebildet, sondern sie differentiiert sich bei 
denselben durch Ausbildung sehr verschiedenartiger Zellen zu einem besonderen 
Leitbündel. Bei ihnen erscheinen auf dem Querschnitt die Aussenzellen mehr oder 
weniger als eine Fortsetzung der Zellen der Blattspreite, während wir unter den 
Innenzellen noch besondere Charakterzellen oder Zellgruppen unterscheiden können. 
So bezeichnen wir nach Lorentz als Deuter 1 ) eine Reihe tangential 
aneinander schliessender, sehr grosser, weitlumiger, nur schwach verdickter 
Parenchymzellen, welche sich in der Mitte des Bündels, oder zuweilen auch 
an der Bauchseite desselben befinden und in deren Längswänden häufig Tüpfel 
auftreten. Mediane Deuter sehen wir z. B. bei den Bryaceen, Weisin und 
fW<, r,, m ,.h,„t;,n„ und hichudoutb,,,,, den Dicranaceen und Ptychomitrieen, 
sowie bei Pidymodon, Timmiel/a, Trichostomum, Barbula und Tortdia, basale 
Deuter bei den Fissidentaceen, bei Leptobuvfmla, Cosrinodon, Dryptodon und 
einigen Grimmia- Arten. An die Deuter schliessen sich die Begleiter, kleine 
Gruppen sehr enger, dünnwandiger Zellen an, welche bald in isolierten Zügen, 
bald in Gruppen vereint, ähnlich wie die Leitbündel des Moosstämmchens, 
die sog. Zentralstränge, der Wasserleitung dienen; sie sind gleichsam nur eine 
Fortsetzung der Zentralstränge. Wir sehen sie z. B. bei Ceratodon (s. XVII, 1) 
und Leptotric/mm, sowie manchen Mnium- und Brynm-Arten deutlich entwickelt. 
Alle übrigen Innenzellen erscheinen mehr oder weniger stereid und werden 



— 19 — 

als Füllzellen betrachtet. Zuweilen sind die Stereiden in besonderen Bändern 
vereinigt, von denen das obere gewöhnlich schwacher ist, als das untere. Bei 
den Polytrichaceen ist das untere Stereidenband nicht nur stärker verdickt, 

Eine sehr mannigfaltige Differenzierung und Gruppierung der Zellen des 
Blattnervs finden wir namentlich bei denjenigen Moosen, deren Blätter sich 
beim Austrocknen gerne einrollen oder kräuseln. Die Veränderungen in der 
Stellung und Form der Blätter je nach dem Feuchtigkeitsgehalt der Luft 
sind namentlich durch den Bau der Rippe und die Stellung der Steie'iden- 
bänder in derselben bedingt. So sehen wir auf dem Querschnitt der trocken 
eingekrümmten Blätter von Anoectangium compaetnm (s. IX. 5) meist nur basale 
Deuter, auf demjenigen der trocken mein' verdrehten Blätter von Anoectangium 
llornsclmrhumum (s. IX, 4) bis 10 mediane Deuter und 2 kräftige Stereiden- 
bänder, ebenso bei den trocken gekräuselten Blättern von TorteUa tortuosa 
(s. XVII, 12), sechs bis acht sehr grosse Deuter zwischen zwei kräftigen 
Stereidenbändern. 

Im Allgemeinen schliesst die Rippe mit dem Blattgrund ab und zeigt 
daher gegen die Basis einen einfacheren Bau und mehr homogeneren lilatt- 



quersehnitt, als wie gegen 



Mitte der Blätter. 



sich jedoch auch das Bündelgewebe der Rippe noch bis in 
hinein fort, so dass daselbst, wie wir bereits oben gesehen 
falsche Blattspuren auftreten. Nach oben endigt die nicht 
nicht immer in der Blattfläche selbst, sondern ihre Spitze i 
als Dorn aus derselben hervor, wie z. B. bei manchen Ä 
EnrlnjHdänni und ausländischen /'//„/, /--/„„„-Arten. 

Wenn auch der Bau der Rippe bei den meisten Moosi 
Arten ziemlich konstant zu sein scheint, so ist doch bei vi« 
Rippe auch bei ein und derselben Art oft mehr oder w 
auch zeigen die Querschnitte je nach der Entfernung \ 
Blätter eine sehr verschiedene Zusammensetzung, so dass es 
ist, je nach der Zahl der Deuter oder Begleiter und St< 
Arten zu erkennen und zu trennen. Eher schon gewähren <h 
geeignete Anhaltspunkte, wenn es sich darum handelt, hei steri 
Moosen die Gattung zu bestimmen. Bei manchen Moosen si 
beste Hülfsmittel, um dieselben im sterilen Zustande von 
scheiden, weil sie uns den besten Aufschluss über den I 
und die Beschaffenheit der Blattzellen geben. So lä^t 
Donianum von dem mit ihm im sterilen Zustande leicht 
Bryum miliare nach dem Querschnitt der Kippe sehr le 
In einzelnen Fällen sind Blattquerschnitte bei der Benimm 
allerdings kaum zu entbehren, wie z. B. bei denjenigen f.u, 
denen bis jetzt noch keine Frucht bekannt ist Im AI g< 



— 20 — 
§ 4. Blüte und Blutenstand. 

Als Blüte bezeichnen wir nach Schimper bei den Moosen die Geschlechts- 
organe samt den sie unmittelbar umgebenden, mehr oder weniger meta- 
morphosierten Blattgebilden. Lindberg betrachtet jedes einzelne Geschlechts- 
organ als nackte Blüte. Je nachdem sich in einer Moosblüte nur männliche ( rf) 
oder weibliche (o) oder auch beide Geschlechtsorgane (£) zusammen befinden. 
unterscheidet man rein männliche, weibliche und Zwitterblüten. Die männlichen 
Geschlechtsorgane bezeichnet man als Antheridien, die weiblichen als Arche- 
gonien. Ferner sind die Blüten entweder gipfelständig (terminal), oder seiten- 
ständig (lateral), je nachdem der Hauptspross des beblätterten Moosstämmchens 
mit einer Blüte abschliesst, oder sich letztere auf Seitensprossen entwickeln. 
Die Antheridien sind meist kurz gestielte, eiförmige oder keulen- 
förmige Schläuche, in welchen sich die Mutterzellen der Spermatozoidien 
befinden (s. II, 3 und 7) ; nur bei Sphagmtm haben sie eine kugelige Gestalt. 
Sie bestehen also aus einer Spermatozoid-Mutterzellen-Masse, die von einer ein- 
schichtigen Wand umhüllt wird. Ihr Stiel ist selten einzellreihig. wie bei 
Biwlxumiia, sondern meist aus mehreren Zellreihen gebildet. Länger entwickelt 
finden wir ihn bei einzelnen Arten der Gattung Andrea™. Die längsten 
Schläuche finden wir bei den Gattungen l>uh/r.rirhnui und Ij^tirhhun (s. XXVI 11). 
Die Antheridien entstehen aus einer Scheitel- oder Oberhautzelle, die sich zu- 
nächst quer teilt, und sodann aus ihrem unteren Teil den Fuss, aus dem 
oberen den Schlauch des Antheridiums bildet. Der Inhalt dieses Schlauches 
gliedert sich in polygonale Mutterzellen, in deren jeder sich ein Spermatozoid 
ausbildet. Diese sind schraubig gewundene, häutig nach der einen Seite etwas 
verdickte Fäden mit je zwei Cilien am schmäleren Ende, mittelst deren sie sich 
im Wasser fortbewegen. Zur Zeit der Reife öffnet sich der Antheridienschlauch, 
die bereits aufgequollenen, in Schleim eingebetteten Mutterzellen treten aus 
demselben stossweise hervor und sobald sie mit Wasser in Berührung kommen, 
befreien sieh die Spermatozoidien aus den nur noch dünnen Zellmembranen, 
um sich in dem Wasser rasch hin und her zu bewegen. 1 ) An im September 
und Oktober gesammelten Torfmoosen, insbesondere Sphagimu, ucnüfolimn mit 
seinen roten männlichen Kätzchen, oder Sphagnum lurit-Umm mit gelbbräun- 
lichen männlichen Zäpfchen liisst sich dies hei starker Yergrösserung sehr 
leicht beobachten. Bei 20ofacher Yergrösserung erscheint die Sperinatozoidien- 
masse mei-t nur als ein körniger Sehleim, erst bei noch stärkerer Vergrösserung 
wird die Gestalt der Spermatozoidien deutlich sichtbar. 

Selten finden wir die Antheridien einzeln, wie bei Buxbanmia, meist 
stehen zwei oder mehrere beisammen, teils mit, teils ohne Paraphysen. 
Letztere sind haarartige Gebilde, gegliederte Zellfäden, die sowohl zwischen 
Antheridien wie Archegonien vorkommen, häutiger aber die Antheridien begleiten 

\nn. du Jard. Bot. de Buitenzorg 1898, resp. Hedwigia 1899, 



— 21 - 

und da wo sie vorkommen, den Spermatozoidien gleichsam als Leiter dienen, 
um durch sie in dem denselben anhängenden Schleim und Wasser um so 
leichter zu den Archegonien zu gelangen. Bei den 9 Blüten bestehen sie 
meist nur aus einer einfachen, fadenförmigen Zellreihe, während sie bei den 
6 Blüten eine mannigfaltigere Gestalt zeigen, oft aufwärts keulig verdickt 
erscheinen, wie bei der Gattung Phüonoüs, oder auch in schmale, spateiförmige 
Zellfiächen übergehen, wie bei den Gattungen Pdylrichum und Pogonaimn. Über 
die eigentliche Funktion der Paraphysen ist nach Göbel (Hundb. d. Bot 
v. Schenk, Band II, S. 375) nichts Genaues bekannt, jedoch nimmt man an, 
dass sie dazu bestimmt seien, die Geschlechtsorgane zu schützen, zumal sie in 
den offenen, scheibenförmigen Blüten sich am reichlichsten vorfinden. So sind 
z. ß. in den offenen ö Blüten der Funariaceen die kleinen Antheridien unter 
den dick angeschwollenen Endzellen der keuligen Paraphysen fast vollständig 

Bald stehen die- Antheridien nackt in den Blattwinkeln der Hauptachse, 
bald geschützt durch besondere Hüllblätter (Perigonalblätter), die dann ge- 
wöhnlich eine von den übrigen Laubblättern abweichende Gestalt zeigen, 
weniger Chlorophyll enthalten, oder auch gelblich bis rötlich gefärbt erscheinen. 
Schliessen die Hüllblätter über den Antheridien zusammen, so entsteht eine 
knospenförmige männliche Blüte (flos geramiformis), bei welcher die inneren 
Hüllblätter gewöhnlich die grösseren sind. Die auf Seitenzweigen stehenden 
6 Blüten haben gewöhnlich eine knospenförmige Form, jedoch sind sie immer 
dicker und kürzer, wie die schlankeren g Blütenknospen. Breiten sich aber 
die Hüllblätter mehr oder weniger auseinander, so entsteht eine köpfehen- oder 
scheibenförmige männliche Blüte (flos capitata aut discif'onnis), bei der die 
äusseren Hüllblätter gewöhnlich die grösseren sind. Die aui entlernt be- 
blätterten, schlanken Sprossen sich entwickelnde köpfchenfbrmige männliche 
Blüte der Splachna bezeichnet Schiniper als capitulilormis. Zuweilen sind 
die knospenförmigen männlichen Blüten gestielt, wie /.. H. bei />/<■„,„,< 
und manchen Orthotriehum- und (irhmnin- Arten. Sie tragen dann meist ein 
oder zwei kleine Laubblätter am Grunde ihres kurzen Stieles und stehen an 
der Stelle eines Astes oder Sprosses. In der Regel sind die mannlichen 
Blüten terminal angelegt, in dem der betreffende Stamm oder Ast mit der Blute 
abschliesst (s. II). Nur bei den Sph^na sehen wir die Antheridien sich 
lateral entwickeln an mehr kätzchen- oder zapfen form, gen Asten, an denen 
die länger gestielten kugeligen Antheridien einzeln und aeitiich von ihrem 
Deckblatte sitzen, und der betreffende Spross bei deren Keile sah wieder an 
seiner Spitze verlängert und weiter fortwächst. 

Ähnlich verhaltensich die scheibenförmig,, männlichen Blüten der Poly- 
trichaceen. Bei ihnen befindet sich nämlich im Zentrum der Bliitenseheibe 
eine vegetative Knospe, die das Wachstum dea Stengeb nach den l-mtlceren 
und Abfallen der Antheridien fortsetzen kann, so daae man häufig bei mehr- 
jährigen Poli/trirhmn-Sfämmchen durchwachsene Blut.m etagenfuriiiig u .crem- 
ander aufgebaut findet. Bei manchen Bryum- und «nrnm-Arteu Wt der 



Autheridienstand aus Gruppen zusammengesetzt, die durch Blattgebilde von 
einander eetrennt sinrl 



einander getren 

Die l 
Botanikern 
eird, zeigei 



Die Arche ff onien (pistilla nach Hedwig), bei denen von den neueren 



vjr ,. Uüun i gj/) uci ueueu von uen neueren 

11 inneres Oogonium und ein äusseres Amphigonium unterschieden 
_ v,„ Jne mehr flaschenförmige Gestalt, indem sich zwischen ihrem Eusse 
und dem schlauchförmigen Halse (stilidium) der Bauch (germen) hervorwölbt, 
in welchem sich dicht unter der Mündung des Halses das Oogonium mit der 
E.zele befindet (s. II, 1 u. 2). Wenn sie auch in ihrem Jugendzustand noch 
Ähnlichkeit mit jüngeren Antheridien zeigen, so sind sie doch schon früh an 
der kraftigen Entwicklung des Fusses zu erkennen. Ihr Hals ist bald kürzer, 
bald langer, je nach den verschiedenen Gattungen. Am kürzesten erscheint 
er bei den Epherneraceen, am längsten bei den Polytrichaceen. Er besteht 
aus 4 ms 6 um eine zentrale Zellreihe gewundenen parenchymatischen, oben 
d e z nTrl Tz dP» "m^ Bei d " Bdfe des Arche'goniums ze'rfliesst 
t^^^^J^T K d ! e . Deckelzel1 - ™*> BO dass diese 
ausemanüerweichen und ein offener Kanal im Hals des Archegoniums entsteht 
Herbei wer en die Zellen an der Mündung des Halses auseLnder getotgt 




schiefe, auf die Basis i 



'gesetzte Wand (a a'), dann folgt 



eine zweite in entgegengesetzter Richtung (b V). In 
Stadium gleicht die Arehegeniumaulage gan! einer Ui 
STJ'L'T^ ° berSte ™ ei °* A ^eg„n!e: ; 



äussere (obere zerfällt, dann erfolirt in sämtlich* T T 

und der inneren Zell* IL n * samtl.chen peripherischen 

Partie in z J s f' ein ^kg, welche diese Arche^.^- 
parcie in zwei Stockwerke zerWt ™« j j 

Aufbau des Bauchte!,.. *.. I !''"", deM " das ™ tere 



Leher,noo S eu in den Ruhestand übergeht, f„nde„ 2ur d v e 1 ?. eCk,!lZelIe ™ ht ™ W den 
«"dorn in ihr successive ueue peripherische 7M ZUrVerla "e e '™S de» Hal»e» beiträgt, 

^»d«' werden „£ ^Z^ 1ZZ ^ ^ ~ K ^ 1 ^^- 

uten, antheridienartig abgeschuitteneu Zellen be- 



teiligen sich in hervorragendem Maasse an dem Aufbau des Archegoniumbauchteils, 
namentlich der unteren Partie. Die Zentralzelle zerfällt auch hier in Embryonalzelle 
(Eizelle) und Bauchkanalzelle, welche im Status nascendi sich an Grösse zuweilen 
wenig von einander unterscheiden." Vergleiche auch Engler & Prantl, „Die 
natürlichen Pflanzenfamilien-. 

Nieraals findet man die Archegonien einzeln, sondern stets zu zwei oder 
mehreren vereint, bald mit, bald ohne Paraphysen. Enthält die Blüte nur 
Archegonien, so bezeichnet man sie als eine weibliche, sind aber Antheridien 
und Archegonien in ein und derselben Blüte vereint, so wird sie als Zwitter- 
blüte benannt. Die Hüllblätter, welche die Archegonien einer weiblichen Blüte 
umgeben, bezeichnet Schimper als perigynium und die Hülle der Zwitter- 
blüte als perigamium. Mit ihnen nicht zu verwechseln sind die sogenannten 
Perichätialblätter, d. h. diejenigen Hüllblätter, welche den Fuss des Frucht- 
stiels zunächst umgeben. Zur Zeit der Blüte sind diese in der Regel nur in 
der Anlage vorhanden und entfalten sich erst nach der Befruchtung vollständiger, 
indem sie sich mit dem Sporogon am Fusse des Fruchtstiels weiter entwickeln. 

Finden sich Antheridien und Archegonien gemeinschaftlich in einer Hülle 
vereinigt, so stehen die letzteren in der Regel im Zentrum. Weibliche, wie 
Zwitterblüten sind ebenso wie die männlichen entweder gipfelständig (terminal) 
oder seitenständig (lateral). 

Je nachdem der Hauptspross der Moorpflanze mit einer Blüte abschliesst, 
oder sich letztere nur an Seitensprossen entwickeln, hat man, wie bereits oben 
kurz erwähnt wurde, die Laubmoose in musci acrocarpi und unisri pleuronn-pi 
eingeteilt. Bei ersteren, den Endfrüchtlern, schliesst das Längewachstum des 
Moosstämmchens mit der Anlage einer Blüte ab, und stirbt entweder nach 
der Fruchtreife resp. Ausbildung des Sporogons ab [einjährige Moose), oder 
es entwickeln sich nach derselben unterhalb des Scheitels eine oder mehrere 
Innovationen, die im nächsten Jahre zu einem neuen Stamme heranwachsen 
und wiederum in gleicher Weise mit einer Blüte absehliessen, welcher Vorgang 
sich mehrere Jahre hindurch wiederholen kann. Bei letzteren dagegen, den 
Seitenfrüchtlern ist das Wachstum der Hauptachse nicht begrenzt, indem 
die Blüten sich nur an kurzen Seitenästen entwickeln. Diese Bezeichnung 
acrocarpi und pleurocarpi für die Moose mit begrenztem und unbegrenztem 
Längewachstum ihrer Hauptachsen ist eigentlich nicht überall zutreffend, wie 
z. B. bei der Gattung Füddem, bei welcher trotz des begrenzten Längewachstums 
der Hauptachse sowohl endständige, wie seitenständige Blütenstände vorkommen. 
Auch bei noch anderen Gattungen mit akrokarpischem Habitus kommen, wie 
bereits früher erwähnt, seitenständige Früchte vor, wie z. B. bei Anoevt,n„jn„n, 
Molendoa, Pkurowelsia, CwdUlotu*, Conomitrhnn und m-fkUojWi». Wenn hier- 
nach auch nicht alle Moose mit begrenztem Längenwachstum ihres Hauptsprosses 
gipfel ständige Früchte tragen, so hat man doch, da sieh eine scharfe Grenze 
zwischen den Moosen mit gipfelständigen und seitenständigen r ru.-hten nicht 
ziehen lässt, diese Übergangsformell wegen ihrer sonstigen I bemnstiiiinuing 
im Wachstum mit demjenigen akrokarper Moose bei letzteren vorläufig belassen. 



Auch von dem gewöhnlichen Habitus der pleurokarpen Astmoose weichen einige 

als s,ch bei ihuen d.e aus dem Hauptstamme entwickelnden fruchttragenden 
Zweige etwas mehr verlängern und nicht immer verkürzt bleiben H^T 
hat dieselben als ,„„« dadocarpi bezeichnet Statt ,Z i„ ■ f , P 

als Blutenstand oder Inflorescenz. Lindbers hat h„; J„„ t , 
folgende Blütenstände unterschieden: ? ^ Laubmo ^ n 

-! Sv'nücii'ch l!T B1Üte " Stand - Wekhe " - -W« — eidet in: 
«J öjnocisch (d. h. zusammen wohnend) wenn Ai-rh^Y.; j a , 

gon.en „eben einander in derselben Hülle sich Und! ?C£ "£ " £ !" 
';'""»', ..,™,,,m u. s. w., oder auch in zwei Gruppen mit ie eiV Pri Pn h.,m '■ ' 

Archegont : rä ts ibe", s" rt T i ".T*-* «* Antheridien und 
HOUbtote ■ ,, : n SP ^T^fr S,Ch befinden > ^<> ^nrch besondere 

und Are ;, , ,„; f ! 1 "" 1 ll "' Sch ^ getrennte Antheridien 

blatte,. „ Al ,;,,:.,:":;;: , ;*;; , ' i ; i l i k . "-;"•». » <>» aol«*, ««8^. 

Schimper flores „oici, a , lt |„,,, ( |;, ,„ ,■„,:,,,,"" "'"","" "" ''"'"' / '"" ("»eh 

K"det um Scheitel „,„ \ ...... , , '''"'T f™ 1 '»» axillis); oder man 

Achseln der nächst , , C Vt', " """"''"^ "™ in d ™ 

«Miliaria), wie z. li. I,,, ,1,, ( "" a ' S m0n0,c '> »theridia hypogyna 

«,„*„/„, /.,,,/„,,,■,./„„„ /;,.,, ■,//.',.' ; "/,-';'',' /i , / ' i ' i ' / "'"' "'''"■''"'" UM(I '<»> : ii.;,//„. hei 77„„„,„//„ 
stand entitchi "ewühnlirl J "'"""'" "'/""" """ u. s. w. Ein solcher Blüten- 
ana dem »jnoeiechen. "" ei " e " achtra S lich e Verlängerung der Achse 

•hi.t .™"ls''h!r"'r^i'';.i,r , re';; , ' ileu wol,nend )- w ™ n «™»w ^öcische 

an .lens,!!,,, Indiv,,!,- "'"". "" "'" " n<1 ''»'reiben Pflanze, resp 

[[treten, w,e z. B. bei ^m%«,,/ „ (/e ,, /Auft , J. 

s3£v™^Är£-r 

i c.;,„; '""•••■ i •' k - * j - — u N-i^ 



ne scharfe Grenze ziehen. So 

: il>ppxeiiztes Längenwachstum 

y< meinen ein begrenztes 



— 25 — 

2) Den einhäusigen oder monöcischen Blütenstand, welchen er 
als autöcisch (d. h. für sich allein wohnend) bezeichnet, wenn männliche und 
weibliche Blüten sich an verschiedenen Achsen desselben Individuums befinden, 
wie Z. B. bei Tinnni»dl.n anomat«, Wehnn antminata und ambigiin, liryitm paUwew. 
Lindberg'ä und mbrotundum u. s. w. Er unterscheidet den letzteren in: 

a) Cladautöcisch, wenn das Andröceum auf einem besonderen Ast sich 
befindet, wie bei Grimmi« sessihina, stidmtcata und Ungeri, sowie FixKidm* m»«.-//^ 
u. s. w. oder bei solchen Moosen, bei denen der männliche Spross unter der 
weiblichen Blüte entspringt. Bei Dicranella erispa und Gm-illeana entspringt 
umgekehrt der weibliche Spross tief unter der männlichen Blüte. 

ß) Gonioautöcisch, wenn das Andröceum im Blattwinkel eines weib- 
lichen Sprosses sich befindet, wie bei Ptyehomxtinum, Fissidens bryoides, Lepto- 
tnchutn axtomoides u. s. w. 

T) Rhizautöcisch, wenn das Andröceum durch dasselbe Protonema 
mit der weiblichen Pflanze zusammenhängt, wie bei Epkenmwn. 

3) Den zweihäusigen oder diöcischen Blütenstand, wenn männliche 
und weibliche Blüten sich auf verschiedene Individuen verteilen, die sich alsdann 
in ein und demselben oder in verschiedenen Käsen befinden können, wie bei 
Racomitrinm, Ceratodon, vielen Brijum-. Grimmi»- und /'/n/onofi.s- Arten etc. 

4) Den polyöcischen Blütenstand (d. h. vielehigen), wenn männliche 
und weibliche Blüten bald an einer, bald an verschiedenen Pflanzen vorkommen, 

Da bei den Laubmoosen der Blütenstand öfters schwankt und hiiutig Ab- 
weichungen bei den Individuen ein und derselben Art vorkommen, so wird 
es genügen, mit Limpricht wie bei den Plmnerogamen so auch hier hei den 
Laubmoosen vorzugsweise einen zwitterigen, einhäusigen, zweihäusigen 
und polygamen Blutenstand zu unterscheiden, zumal eine genauere Feststellung 
desselben nach den weiteren von Lindberg aufgeführten Unterschieden die 
Untersuchung reichlicheren Materials erfordert, als es in vielen Fallen dein 
Einzelnen zur Verfügung steht. 

§ 5. Sporogon. 

Was wir im gewöhnlichen Leben als Moosfrucht bezeichnen, ist die au. 
der Befruchtung hervorgegangene, sporenbildende Generation, das Sporogon. 
Nach verschiedenen Teilungen der befruchteten Eizelle erblicken wir m dem 
jungen spindelförmigen Embryo 4 Zylinderzellen, welche von peripher« hm 
Zellen umgeben sind, während an seiner Spitze durch eine zweischneidige 
Scheitelzelle abwechselnd Segmente nach beiden Seiten abgeschnitten werden. 
Sobald sich der junge Embryo verlängert, bohrt sich der untere Teil de-e!ben 
in das weiche Gewebe des Archegoniumfusses und der um ihn herum SM i 
noch etwas verlängernden Sprossachse ein. Bald entwickelt er bic i je< 
rasch, dass der anfangs noch mitwachsende Archegoniumbauch seinem Wachstum 
nicht mehr zu folgen vermag und infolgedessen ringsum abgesprengt um 
weise als Calyptra emporgehoben wird. Erst jetzt beginnt dann die 



D.fferentiierung desselben in Fuss, Stiel nnd Kapsel. Es wird nämlich in 
semem oberen Teil znnächst das sogenannte Grundquadrat angelegt, welches 
ans 4 v.ersmt.gen prismatischen Zellen besteht, die von peripherischen Zellen 
umschlossen werden. Aus ersteren entsteht ein fertiler innerer Zellkomplex, 
das sogenannte Endothecium, aus letzteren dagegen ein steriler äussere 
Zellkomplex, das Amphithecium. 

wand ^P SeI T'\ e " d r ^'" bry ° S ( Am P hith «*»'0 »'wickeln sich zur Kapsel- 
wa (m, t p en t ) und dem äusseren ^^ ^ ^ ^ K ^ 

ta aumlT n r Wen,g . eraUSgebiMeten U " d erweite rten hohlzylindrischen 
d « urT i r* 611 ': 1 ™») &™* * Di«r Interzellularraum entsteht 
dadurch, dass die äusseren Zellreihen der Kapselwand (gewöhnlieh dreft ein 

»•■«■'. .1.,,.,. E , , i "' , r P -B mInnern derKapsel ^einanderfallen und 

a^?a^BÄ 



— - ..v.w.r co ui eS en enon 
i Uljptra bei dem Hervortreten der Kapsel in Fetzen ai 

: :SHHStjfHH:: 

<!<>• Basis abirerwsei P I 7 * U8 , dem E ^othecium, und es wird die an 
K:i P s,l ,„i, . ■ ., „' , „, } l ' ' WU '. bei den eigentlichen Bryineen von der 
wiy h " «»"» V"?«« durch UimTi / Ka P selw ^d sind bei ihnen ebenso 
keinen Luftraum getrennt. 

Indothecium 

der Kapsel- 



Z^ZuZu 7 <h,I i :,US ,i n" 1 , ' : " <l0theciu * entstehende 
feiockentormigen Interzellularem. — j- t^ , 



wand getrennt. Eine Columella bildet sich bei ihnen nicht aus, auch wird die 
Calyptra nicht von der Kapsel emporgehoben, sondern bleibt, ähnlich wie bei 
den Sphagna, in Fetzen an der Basis der Kapsel hängen. 

Nur bei den eigentlichen Bryineen wird der Sporensack von der 
Columella durchsetzt. 

Bei dem völlig ausgebildeten Sporogon der Laubmoose können wir äusserlich 
im Allgemeinen drei Hauptteile unterscheiden, den Stiel, den Sporen- 
behälter, resp. die Kapsel oder Büchse, und die Haube. 

Die Haube (calyptra, resp. mitra oder auch perisporangium nach Weh. 
und M.) entwickelt sich aus der Fruchthülle (dem Amphigonium), d. h. aus 
der nach der Befruchtung am Bauchteile anfangs noch mitwachsenden äusseren 
Archegoniumschicht. An ihrer Spitze bleibt noch sehr lange Zeit der gebräunte 
Archegoniumhals, resp. der Hals des ursprünglichen Amphigomums zu erkennen. 
Das Wachstum des Archegoniumbauches, resp. Amphigoniums vermag der 
Entwicklung des in seinem Innern sich befindenden Embryos nicht laiige 
gleichen Schritt zu halten; letzterer entwickelt sich vielmehr rascher und bildet 
meistens zunächst einen cylindrischen Gewebekörper, durch dessen Streckung 
häufig schon vor der inneren Differentiierung der Fruchtanlage der äussere Teil 
des Archegoniums, die Fruchthülle, resp. das Amphigonium ringsum abgesprengt 
wird (s. II, 4 und 6), so dass der untere Teil als Scheidchen (vagmula) am Kusse 
des Fruchtkörpers verbleibt, der obere Teil aber emporgehoben wird und 
als Haube noch lange Zeit eine schützende Hülle für den sich entwickelnd n 
Sporenbehälter bildet, die gewöhnlich erst kurz vor der Reife des letzteren 
abfällt, mitunter jedoch auch noch nach der Reife mit demselben m Ver- 
bindung bleibt, wie bei Voitia und Metzleria. 

Die Haube ist nicht immer einschichtig, sondern in ihrem <> ,,u 
Teile häufig aus mehreren Zellschichten gebildet, wie z. U. bei a>>> , 
Orthot rieh,,,» u. s. w , sie erreicht ihre normale Grösse und volle Aus, h 
bei den Moosen mit längeren Kapselstielen meist schon sehr frühe- • ^JJ^ 
die Kapsel des Sporogons zur Entwicklung gelangt ist. Aur bei - « n *.i * 
Sphagnum und Archidium erreicht das Sporogon fast seine \'> l,e ^ R ^ 
innerhalb des mitwachsenden Amphigoniums, so dass bei i Ben - -^ 
nicht von der Kapsel emporgehoben whj sondern ZS****»» 
spater zerrissen gauz oder teilweise an der .Basis aei 
zurückbleibt. , . A ... Aia R M timmnn* 

Die Gestalt und Beschaffenheit der Haube ist flr • to B-to— g 
der Moose von besonderer Wichtigkeit, ja Bridel und Hampe De 
sie sogar als Grundlage ihres Systems. Man bezeichne ^ 

förmig (calyptra cucullata), wenn sie halbseitig autgesewi i ^ ^^ 
Kapsel schief aufsitzt, wie z. B. bei l^henn-n-//.,, den m. i> • . » ■ ^ 

Rhabdoweisiaceen, Dicraneen, Seligeriaceen, Pott.aceen. Bl 7*^™ ^ miiI 
oder als regelmässig und aufrecht, wenn sie in 
Anlage thunlichst verbleibt Diese regelmässigen h 
wieder in kegelförmige (calyptra conica oder conoidea). «i« 



— 23 — 

Coitonutriuin, Fotitlnolin, Dij'lnjsiuuni und CryjJuiea, und in mutzen förmige 
(calyptra mitraeformis), d. h. etwas aufgeblasen kegelig, wie bei Ephemernm 
(s. V), Ptychomitrium, Iiacomilrinm, den Georgiaceen u. s. w. Ferner kann die 
Haube sein: aufgeblasen kappenförmig (inflato-cucullata), wie bei Trematodon; 
kegel-mützenförmig (conico-mitrata), wie bei Bruchia vogesiaca (s. VI) und Ortho- 
trichum affine; blasig-kegelförmig, wie bei BrwcMa tmbanana (s. VI) ; glocken- 
förmig (campanulata), wie bei Orthotrkhum ntpu/atum. stmwinenm, Braunii, 
Schawii und patens; glockig-mützenförmig (campanulato-mitraeformis), wie bei 
Ortkotrukwn Wintert; kegel-glocken förmig (conico-campanulata), wie bei Ortho- 
trichum hucomitrium und yymnostomum ; eiglockenförmig (ovato-campanulata), 
wie bei Orthoirk-hnm speciosum; fast kugelig-glockenförmig (subgloboso-campa- 
nulata), wie bei Ortkotrichtim fallax, resp. Schimperi; verlängert glockenförmig 
(cylindrico-extinctoriiformis), wie bei Enealypta; blasenförmig (vesicularis), wie 
bei Pyramidukt; spindelförmig (fusiformis), wie bei Voitia (s. VI) u. s. w. Der 
Rand der Haube ist bald unversehrt und ganz, wie bei Dlvranodontium (s. III, 6), 
bald zerschlitzt und gelappt oder auch mit Wimpern versehen, wie bei Cam rv - 
(o r „s (s. III, 8). Die Oberfläche der Haube ist bald ungefaltet wie bei 
RwonMum, bald gefaltet wie bei Ptychomkrium, bald glatt wie bei /Ulla 
// "'" /V uml hti fol'<-«, bald papillös wie bei Pottia Wilson! und Starkeana, oder 
auch mit kleinen Zähnchen besetzt, wie bei Atrlchmn, sowie zuweilen mit den 
mannigfaltigsten Haarbildungen besetzt, wie bei Viola, OrthotrLlnor Poh,- 

Zur Unterscheidung der einzelnen Arten ist es mitunter auch von Wichtigkeit, 
ob die Haube die Kapsel ganz oder nur teilweise bedeckt, obste mir der 
Spitze derselben, bezw. dem Deckel aufsitzt oder ob sie bis zur Urnenmitte, 
W/W. ul„ r dieselbe hinausreicht. Bei manchen Moosen ist sie seh, 
«ad vergänglich, und fällt bei denselben schon frühe ab, wie bei Tetra- 
'', • "'" ; ,,1,! 'r 1 '""- bei äderen dagegen ist sie von längerer Dauer und 
lallt erst mit dem rvapsehleckel ab. Wie bei Lrptotridnnn pallnhn,, und Enrulyjda, 
hLV^'"; ^" td '^' Und Ti "" m " bleibt sie sogar noch nach der Reife bei 
üem Hervortreten der Kapsel längere Zeit am Stiele derselben hängen. Bei 
de ausländischen Gattung Calymperes bleibt sogar die reife Kapsel von der 
mit einem Längsrisse einseitig anfreissenden Haube ständig umhüllt. 
Träger LK PSeSt ^ ^ theca P borum > Paulus oder pedicellus) ist der 
Trager der Kapsel. Er ist mit einem meist konischen, nur bei wenigen Arten 
ewa s a ngeschwoll enen Eusse in das Gewebe des MoJ^JSTS^ 
ohne jedoch eigentlich mit demselben verwachsen zu sein Er läfst sich 
daher auc bei vielen Moosen noch vor der Keife des Sporogons echt aus 
dem Gewebe der Mutterpflanze abtrennen fr II in „TTS t! v T 
erhält das Sporogon fast die ganze Z^^J^^L^^ 

Telht der Fussd i^T^ ^ * *«*«*«■* bl « bt " »emgemäss 



— 29 — 

im Archegonium, sondern auch in dem Blütenboden (torus) eine lebhafte 
Zellenvermehrung stattfindet, erhebt sich derselbe mit dem bei Absprengung der 
Haube zurückgebliebenen unteren Teile des Amphigoniums fresp. Archegoniums) 
um den in dasselbe sich einbohrenden Fuss des Fruchtstiels wallartig empor 
als sogenanntes Scheidchen (vaginula oder peripodium), dessen innere Aus- 
buchtungen und Höckerchen sich den sich vorwölbenden parenchymatischen 
Zellen des Sporogoniumfusses dicht anlegen (s. II, 13 a und 6 a) und denselben 
festhalten. Je länger der Fruchtstiel, um so länger ist auch häufig das 
Scheidchen, während es bei manchen Moosen mit kürzerer Seta oft nur rudimentär 
erscheint, wie z. B. bei Oyphaea und den Fontinalaceen. Damit nun die in 
den grünen Blättern der Mutterpflanze gebildeten, zum weiteren Aufbau der 
Kapsel und Sporen erforderlichen Stoffe bis zu ihrem Bestimmungsort gelangen 
können, muss auch der Kapselstiel zur Leitung der Nahrung befähigt sein. 
Wir finden daher in seinem Innern ein mehr parenchymatisches Gewebe, 
das bei den höher entwickelten Moosen häufig noch von einem sehr dünn- 
wandigen Leitbündel resp. dem mit einer Schutzscheide umgebenen Zentral- 
strang durchzogen wird. Nach der Peripherie zu erscheinen die Zellwandungen 
dagegen mehr verdickt. Die als Epidermis angesehenen peripherischen äusseren 
Rindenzellen sind meist fast stereid, wie bei Georgia und Brymn, die unter 
ihnen liegende Rindenschicht besteht dagegen aus einem Hohlcylinder stark 
verdickter prosencbymatischer Zellen, so dass dadurch dem Stiele auch die 
erforderliche mechanische Festigkeit verliehen wird. Bei Fm.aria h/gmim-trim 
ist z. B. die Seta im Innern von einem engzelligen, dünnwandigen Zentral- 
strang durchzogen, der von einer etwas dickwandigeren, gelblichen, eiraellreihigen 
Schutzscheide umgeben ist. Zwischen dieser und der Rindenschicht erblicken 
wir etwa 4 Reihen lockerzelliges, dünnwandiges, markartiges Parenchym, das 
von einer 2-4 zellreihigen gelblichen Rindenschicht kleinerer, englumiger, 
stark verdickter Zellen eingeschlossen wird. Die äusserste peripherische Reihe 
zeigt wieder etwas schwächer verdickte Zellen. Mw> Umgibt« mit noch 
längerem Stiele besitzt eine zwei£ellreihig< Sch.it/-du-id.- um den Zentralstrang, 
die sich scharf vom markartigen Parenchym abgrenzt. 

Bei einigen Moosen ist der Fruchtstiel sehr kurz, wie bei Lryjfkaea, 
FoHÜnalis. 11,','hnwn. SrhhtuUmn, den Ephemeraceen und einzelnen Arten der 

stets vorhanden, wenn auch bei Arehhlnim die kap>el mii angoc .*" « »"«» 
Fusse (bulbus) dem dicken, fast kugeligen Scheidch-n direkt aul/.uMt/.en -hont. 
Je nach der Reifezeit der Kapsel ist ihr Stiel meist verschieden gelarbt. ■• tt 
besitzt der untere Teil eine andere Färbung als der obere häufig .st er auch 
nur anders gefärbt als die Kapsel selbst. Je nachdem er -.att ..dei 
Höckerchen und Warzen besetzt ist, bildet seine Be>chnneuhe.t zuwedei. .-m 
sehr geeignetes Merkmal, Arten die sich habituell ähnlich sehen 
stehen, von einander zu unterscheiden, wie /.. B. he, den <.ui 
und Braehythecium. Meistens ist er von Anfang an gerade au genc i t , 



— 30 — 

bei Pnttin, IHihfmodon, Bm-bula, Dicrammi etc.,. zuweilen aber erscheint er in der 
Jugend gekrümmt und richtet sich alsdann erst nach und nach auf, wie bei 
manchen Arten der Gattung Grimmia. Ähnlich verhält sich der schwanen- 
halsartige Fruchtstiel der Gattung Campylopus, dessen Krümmung ebenfalls 
auf Torsionen während des Wachstums beruht. Zur Zeit der Reife der Kapsel 
trocknet der Stiel allmählich ein, durch Schwinden des inneren Parenchym- 
gewebes wird er oft hohl, er verflacht sich, oder dreht sich nach ^anz' be- 
stimmten Richtungen um seine Achse. Er zeigt sich in Folge der verschiedenen 
Dickwandigkeit seiner Zellen zu dieser Zeit sehr hygroskopisch und dreht 
sich mit dem Wechsel der Feuchtigkeit bald der ganzen Länge nach in einer 
Richtung, bald im unteren und oberen Teile in verschiedenen Riebtungen. 
Nach einer einzigen Richtung erscheint er in der Regel rechts gedreht, d. h. 
von links unten nach rechts oben, resp. in der Richtung des Uhrzeigers 
Bei vielen Arten dreht sich jedoch nur der untere Teil der Seta nach rechts 
der obere nach links. Hierbei darf aber nicht übersehen werden d.ss das 
Mikroskop stets das umgekehrte Bild zeigt. Der ganzen Län-e nach link" 
gedreht ist der Kapselstiel z.B. bei BaiUh, s,dmh,i„ f >,„■„,,/* \, ■ '/;■■•, //, 
mfwns. himnnnn pdvdhnn, falratnm und *,,„,;„„< etc.. der ZnZ" Lii nge ' nach 
rechts bei Barhula fallax, I)L«ticMutn vapillaceun,, Lti-raZih «u„„ n Zn und 
(,r,nlh,n,a etc., unten rechts und oben links bei B«rbul„ nmdls und Mnlh-n 
l> "' 1 "'"'"' 1 *"''"'''>", '•rrrlrulatn und heteronmdn, Dicrannm StavLii und „,u/n/,,tuw etc ' 
und bei den meisten unten rötlich und oben gelblich ,-(■*„' v ■■, ■ ,'-i j ' i » 
gefärbten Fruchtstielen; seltener dagegen sind dieselben unten 1„',K nnd oben 
rechts gedreht, wie bei Funm-in %,wr/,v, „nd m /, (WW ,„..'-, > } , 

Bei manchen Moosen wird der Fruchtstiel über dem Scheidchen auch noch 
Ahn), u'-f ?\ S:l " Z1 ' a " ,ii 8" n oder zerschlitzten Rohrchen nmgeben, das 

d" :: a :; d \ gula , ara ? hcide,,te " des Biatt - *>- **>«*«■ 

" als „rl ; , gm ' f h6 " de ^ dW *»**«» « Archegonien 
MI 6c und 13 c NichT l, ^ Vagi " Ula adiiUCtrix) "— »* ™*°° 

auch meisten« h»i ,1» c .. '"""•'""'■''""" .'"""""A"./.-. ' „,.,./„<,,/„„. 

'; :U ""^".'" '"■ <>■■■■■">■"«-■ nnd OraotrM und 

mdB feUt ^^ v <le"Leptotrichaceen,Dicra n aceen 

//.,/..-;.„■- ..„..;, ... ,/":"" u " s , eli r ii,ceen («a- %/«*»*»»>. bei 

Bei den Gavage! t^ZZT?'*™ ™ "t" ^^ 

Pseudopodium d h eine hUffl i •■ '" ' de '' Fru ^tstiel ein 

-IchJ h,i ,,;,; ,","7 ^ria-gerung des belaubten Stengels, in 

I»- k..,„„litf ,','"',' V , " br) ;° mit a »««chwollenem P US se eingefügt ist. 

Genera, , ' . * Tj^f f^T^ ^ *" -^-blechtbchen 

,|„, i,,. .;, ".V-utbclehporenbchälter, die Moosbttchse oder Kansel 

, ' '• B P° ran gi'«a Wallr, auch ovarium H^d Kapsel 

'""' -"I-hora Ehrl,). Sie findet sich in den 2», f l l T W™*"™ 
in uen mannigfachsten Formen und 



— 31 — 

Gestalten. Wir bezeichnen sie als regelmässig, wenn sie sich durch jeden be- 
liebigen, durch ihre Achse geführten Längsschnitt in gleiche Teile zerlegen 
lässt. Auch die polysy inmetrischen kantigen Kapseln, die sich nur durch eine 
bestimmte Anzahl von Längsschnitten in gleiche Teile zerlegen lassen, wie 
die vieler Orthotrirha und von Ulota, rechnen wir zu den regelmässigen. Eine 
Kapsel dagegen, die sich nur durch einen einzigen Längsschnitt in gleiche, mich 
entgegengesetzten Seiten gerichtete Teile zerlegen lässt, wird als symmetrisch 
bezeichnet, wie z. B. die gekrümmten Kapseln. Eigentlich [inregelmässige 
Kapseln kommen seltener vor; wir rechnen zu ihnen z. B. die zusammen- 
gedrückte Kapsel von Bnxbanmui. 

Der Form nach ist die Kapsel kugelig (sphaerica). wie bei Arrhldimn, 

Xanoinih-iiiiu. S/>lmerane//'iin,. res]). Amnion, liortromlo und ('ntosrophiiii etc. ; 

ellipsoidisch (ovalis oder elliptica), wenn der Längsschnitt einer Ellipse, etwa 
im Verhältnis der Durchmesser von 1 : 2 entspricht, wie bei Plenrldunn, Mit, hello, 
Grimmia ovalis etc. ; eiförmig (ovata oder oviformis), wenn der fast elliptische 
Längsschnitt sich auf der einen Seite mehr abrundet, auf der anderen mehr 
zuspitzt, wie bei Yodh<. lu„>h,>.d;* und manchen //yi,„;,i»tni/,um-ArteD; eilänglich 
(elongato-ovata) oder verlängert ellipsoidisch (elongato-ovalis), wenn die betr. 
Längsschnitte mehr in die Länge gezogen erscheinen, wie bei manchen Arten 
der Gattung Barbula, Raromitnaii, und Lenken; cylindrisch, bezw. verlängert 
cylindrisch (cylindrica oder elongato-cylindracea), wenn sie einem kürzeren 
oder längeren Cylinder gleicht, wie bei manchen Arten der Gattung I Hermann, 
Trichostomum, Didymodon, Ätrichum und Eucalypti etc.: verkehrt eiförmig 
(obovata), wenn die eiförmige Kapsel sich nicht muh unten, sondern nach 
oben erweitert, wie bei Pottia trmteata, l'lenroicei.s,,,, f>el,a,rn, ventrmt,,, Auoec- 
taue/htin lloensehnehinnnin etc.: birnfürmig (pyriformis), wenn die verkehrt ei- 
förmige Kapsel mit scharf abgesetztem Stiele mehr die Gestalt einer Birne 
zeigt, wie bei Leptobryam r yri/or,ne und einigen lirt/w,- Arten, oder auch 
keulig-birn förmig, wie bei Bruehia ; prismatisch (prismatica) bei kantigen, 
regelmässigen Kapseln, und zwar eiförmig-prismatisch (ovato-prismatica). wie 

prismatica. resp. tetraedra) wie bei Polytriclwm commune und jampn-mnm; 
bauchig (ventricosa), wenn die Wölbung auf der einen Seite der Kapsel mehr 

wenn sie auf der einen Seite stärker gekrümmt ist. als auf der anderen, 
wie bei vielen Arten der Gattung IHrrannm. Brynm und llypnmn ; bogig ge- 
krümmt (arcuata), wenn sie auf beiden Seiten gleichmässig gekrümmt ist, 

Wie bei LHcramun undnlahun, Thnidinm Blandoirü U. S. W. 

In Bezug auf ihre Stellung zum Stiel erscheint die Kapsel als aufrecht 
(reeta oder ereeta), wenn ihre Achse mit derjenigen des Stieles zusammenfällt, 
wie bei Pottia, Cli»tari,nn, Orthotrirhun». Ulota etc.: geneigt icernua). wenn ure 
Achse mit derjenigen des Stieles einen Winkel von last •> >i < e , wie >ei 
Ceratodon, Lencohrynm, l)e*»udodou eernnnx, U.^olens mmrvas. de.yu.,,* und 
adiantoides etc.; übergeneigt (inclinata) hei einem Winkel von 46 bis etwa 



85°, wie bei Distichon inäinatum, Wehem longicolla und cmda etc.; horizontal 
bei einem Winkel von 90*, wie bei Mmum humum; bei noch stärkerer 
Neigung aber nickend (nutans) bis hängend (pendula), resp. nach unten ge- 
richtet in der Achse des Stieles, wie bei vielen B W t. Bei einer Änderung 
der Richtung des Stieles während des Wachstums bezeichnet man die Kapsel 
als aufsteigend (adscendens), wenn der anfangs gekrümmte Stiel sich all- 
nuthlu-h aufrichtet, wie bei Campylosteüum, Grlnunia palrinata, trlchophyüa, 
Schnltzu. etc.; herabgebogen (deflexa), wenn sich der Stiel allmählich bogig 
neigt wie bei einigen Campylopus-Arten; gesenkt (demissa), wenn die Senkung 
<ler ivipsel bei der Reife durch allmähliche Krümmung des Stiels sogar bis 
unter den Fuss desselben erfolgt, wie bei Plagiobryum, resp Zierea demi^a u s w 
Ausserlich unterscheiden wir an der reiten Kapsel zunächst tollte Teilenden 
als. d,n Urnenansatz oder die Apophyse, die Urne mit dem Periston,. den 
Ring und den Deckel. 

(Vw , Al8 rnl S { Trl b r iCl ' net Schim P er den ** parenchymatischem 
Gewebe erfüllten Teil der Kapsel, welcher sich zwischen dem unteren Ende 
des Sporensacks oder Luftraums und dem Kapselstiele befindet. Limpricht 

^..c oft schwer unterscheiden, denn er wird nur bei einzelnen Moosen 

,;,., m , ' l, " n h l ' lm : *' 1 ™^™» K oder einen Absatz besonders abgegrenzt. 

,,"' M ' H,Sen ; st er ka ™ wahrnehmbar, wie z.B. bei Von,, und 

,'., s " ; l,i ; 1 :.' ,Vn ' ,:, « t « ,en üb " rtriff t er ^t noch die Länge des eigent- 

i ! ' T:?: ' IT ■ r ; *■ ,u " />v "" / "''" 7> < todon - d «^ ^~ 

römr^clntL^ 1 J? Ü T Dg DaCh dem Stiele zu verkehr t kegel- 

a,, •:;„;«;,,.:"■ ml,) u r hg ^p^«»). *«,„ er 8i ch „1^ 

„/,■„,,„,, „ .", ,'■■ ', , " S " bmt als lan S ^scheint, wie bei Bryam 

Ki4n^smüm,.^ "''' / """ W "" W Srhimperi, resp. /«//«*. 

erweitert ist ui,> h .; /, .7"' ' C "'iiannt, wenner nur auf einer Seite beulig 



1 lässt sich der Hals auch durch 



3 verschiedene Färbung 



eschen dem eigentlichen Sporenbehälter und dem 
'• deutlich abgesetzte Anschwellung, so wird diese 
Si' 1 ! a \ S A ', 1Sa n Z ° der A P°P h >" se (apophysis oder 
JiVT . , ! >, ' ,1 7; 1 m, « eu aai oberen Ende des Kapsel- 
l t - l <*» olytnchaceen und den Splachnaceen. 
|iri , ; , v ' ti ,mhl ^»■''»f"i-, kugel-, schirm- oder flaschen- 
uldet \ '„M-n l"'^ Al "* !,llVs '' S(, ^r grösser, als die 
ZrllrliLn 'i lltl '' n """ <h ' V Von Su - Spamifäden, ein- 
*» en, < urchzogen ist, die sich von den Spalt- 



Öffnungen der Epidermis nach der mittleren in die Columella übergehenden 
Säule hinziehen (s. II, 16). Bei den Polytrichaceen dagegen ist die Apophyse 
kleiner als die eigentliche Kapsel und von parenchymatischern Gewebe erfüllt, 
so dass sie bei denselben mehr als erweiterter Hals erscheint, jedoch durch 
eine ringförmige Erweiterung des Kapselstiels entsteht. Sowohl durch ihre 
Gestalt, wie durch ihre lebhafte gelbe oder rote, von derjenigen der Kapsel 
abweichende Färbung ist sie stets sehr auffallend. Kugelig (sphaerica) ist 
die Apophysis bei Splachnum vasadusutn (s. XLIII), blasig (vesicularis) bei 
Sphi'hmnn nmpnl/aceum (s. II, 16), schirmförmig (umbraculiformis) bei Sp/ae/mum 
luteum und ruhmin (s. XLIII), kreiseiförmig bei Tetraplodon. 

Über der Apophyse und dem Hals der Kapsel erhebt sich der eigentliche 
Sporenbehälter, die Urne mit dem Deckel. Bei den Sphagna öffnet sich 
die Urne zur Zeit der Reife mit einem Deckel, bei den Andreaeaceen ahnlich 
wie bei den meisten Lebermoosen durch Längsrisse unter dem Scheitel mit 
4—6 Klappen, die bei trockenem Wetter mitten auseinanderweichen; bei 
Arclndium dagegen berstet sie unregelmässig oder es werden die Sporen erst 
durch Fäulnis der Kapselwand frei. Bei den eigentlichen Laubmoosen, den 
Bryineen, unterscheidet man dagegen, je nachdem bei ihnen sich die Kapsel 
mit oder ohne Deckel öffnet, zwei Hauptgruppen. Die kleinere Gruppe ist 
diejenige der Faulfrüchtler oder Schliessfrüchtler (musci cleistocarpi), bei 
denen die Kapsel geschlossen, oft mit dem Stiel abfällt oder abbricht und die 
Sporen erst bei der Verwitterung durch unregelmässiges Bersten und Verfaulen 
der Kapselwand frei werden. Die grössere Gruppe ist diejenige der Deckel- 
früchtler (musci stegocarpi), bei welchen die Büchse sich durch einen abfallenden 
t Deckel zur Ausstreuung der Sporen öffnet. Bei diesen letzteren, den Deckel- 
früchtlern, sehen wir den oberen Teil der Kapsel durch eine deutliche Linie 
rundum abgegrenzt, indem die Zellen oberhalb und unterhalb dieser Linie 
sich von den übrigen Aussenzellen der Kapselwand merklich unterscheiden. 
Bei der Reife der Kapsel findet hier durch ungleiche Gewebespannung in 
dieser ringförmigen Zone eine Trennung zwischen dem oberen und unteren 
Teile statt, infolge dessen der obere Theil als Deckel (operculum) abfällt 
(s. II, 9, Querschnitt durch die Kapsel von Brt/tmt mftkrocarpum). Die Form 
dieses Deckels ist für die Bestimmung mancher Moose besonders wichtig. 
Wir finden ihn flach gewölbt (plano-convexum) bei Fumn-in {«*<■;<■„!„,■;.*, hygro- 
metrka und conrexa (s. II, 15 und XLV), gewölbt, hochgewölbt bis halbkugelig 
(convexum. alte-convexum oder hemisphaericum) bei Splorlmum \\ormd-jut<lü, 
rubrum und luteum; stumpf kegelig (obtuse-conicum) bei Ambly*U>gium und 
einigen Hypn um- Arten, kegelig (conieum) bei Bruehytheaum und Cemtmhn: 
einem parabolischen Kegel gleichend (convexo-conieum oder conico-convexum) 
bei Hylocomium squarrosum, J'otüa mhmtula, üriunma routorta und 1 humum, etc., 
spitz kegelig (acute-conicum) bei Grimmm terg^timu (mr/idotus und Foutlmdls; 
halbkugelig mit Warze (mamillare) bei i'im-lidiu,,,, Ilyloromitm loreum und 
vielen /in/um- Arten; mit Spitzchen (apiculatum). wenn aut parabolischem Kegel 
oder bloss konvexer Basis ein kleine- Spitzrhen aut>itzt, wie bei (iruumia 



glatt 



ofuulata und einzelnen Sc/mliduun-AHea; zugespitzt (cuspidatum) bei länger« 
Spitze, wie bei Gmn.nia Uncophaea ; nadelfönnig (acieulare) bei sehr langer 
gerader Spitze, wie bei Racomitriiui, ,„■;.•„/,, n: ™ ,„.,«.„« und /<»„,.,/„<.«,„„.■ pfriemen- 
förmig (subulatum) bei schwacher Krümmung der gerade uu^e/..»cnen langen 
dünnen Spitze, wie bei vielen /«««„„„.-Arten; geschnäbelt (rostratum) bei 

schief aufgesetzter langer Spitze, wie bei Eurlynchi , l:l„ l , l rl„„,,gi m und 

vielen JW««.Arten. Ferner ist auch bei mancher Familie und insbesondere 
bei den Pottiaceen auf das Zellgewebe des Deckels zu achten, je nachdem 
dasselbe mehr ans geraden und horizontalen oder aus schief aufsteigenden 

Zellre.hen zusammengesetzt ist. So sind die Deckelzellen bei «„,„,„„ ■„,„ 

Veswmtodo«, Inchosiomum und anderen in Schrägreihen nach rechts bei T/„„,MI., 
in solchen nach links geordnet, während sie bei vielen Barbuta- und T,.rt„l„- 
Arten in links gewundenen Spiralen ansteigen. Bei den Didymodm 
sind sie bald gerade, bald schief aneinandergereiht. Geradreihie on. 
ist der Kand 1 des Deckels meist bei Kapseln ohne Hing, kerbig mit me 
schrägen Ke.hen dagegen bei Kapseln mit differenziertem Ring, tie wir dies 

LCeifenK "t : Sh r betraCh ' en Wer,le "- GeWÖl ' nlich i8t d - DM ''- 
halbief n Kapsel starker gewölbt, als derjenige der völlig ausgereiften. 

mau als Tir V f % K ^ «**« Deckel und Hals bezeichnet 
man als Urne. Vor der völligen Keife der Kapsel ist bei vielen Moosen ein 
deutlicher Absatz zwischen Deckel und Urne nicht zu beme ken betfegel n 
vielmehr be, unreifen Kapseln unmerklich ineinander übe , je met jed c 

ÄKÄÄTST so t deutIicher tritt da J oft dil =: 

Quer gestutzt (truncata) erscheint eh. TT. • , pa Uml cn *l» l/a - 

V — ' — -- >..«.., ,,, ,h S™:«"*- , »» auffallendste 
.»dem die entleerte Urne der vorher ÄJÄ£ ?*"? I™ ^%<»»> 
nach und „ach die Gestalt einer TönfeVsch Ä P ° h der Entd »kelung 

*- Splachnaceen sind *« yZj^^^T^ ^ ^ ^ 
streuen der Sporen erleidet sowie ,r • ■ T e Ulne nach dem Aus " 

erleidet, sowie diejemgen der Apopbyse ziemlich auffallend. 



Über den Zusammenhang zwischen Urne und Deckel orientieren wir uns 
am besten an einem Längsschnitt durch die halbreife bis reife Kapsel (s. II). 
Wie schon bemerkt, haben wir bei derselben den äusseren sterilen von dem 
inneren fertilen Teile zu unterscheiden. Ersterer, das Amphithecium, besteht 
bei den Bryineen in der Regel aus dem äusseren Sporensaek mit Luftraum 
und der Kapselwand mit dem Peristom, letzterer, das Endothecium, aus dem 
Mittelsäulchen (Oolumella) mit dem inneren Sporensaek und der Sporen führenden 
Schicht, dem Archespor. In der Regel liegt der innere Sporensack der Oolumella 
dicht an, nur bei den Polytrichaceen ist er durch einen mehr oder weniger 
entwickelten Luftraum (Interzellularraum) von derselben getrennt, so dass hei 
ihnen ein doppelter, also innerer und äusserer Luftraum vorkommt, zwischen 
denen der Sporensack gleichsam aufgehängt erseheint. Bei den Gattungen 
Sjiliuqimm. und Amhraca ist überhaupt kein Luftraum im Innern der Kapsel 
vorhanden, auch gehört bei S]>/t<n//nnn die Sporen führende Seinem, wie bereits 
früher erwähnt, dem Amphithecium an. 

Durch Differenzierung der ursprünglich homogenen Gewebemasse der 
Kapselanlage, insbesondere durch stärkeres Wachstum der äussersten Zell- 
reihen entsteht zunächst der Luftraum in derselben (s. II, 13g u. 14b), 
welcher die innersten Schichten des Amphithecium s. den äusseren Sporensack 
von der Kapselwand trennt. Durch das stärkere Wachstum der sieh aus- 
bauchenden Kapselwand entstehen nämlieh Längsrisse im Gewehe der jungen 
Kapsel, die sich nach und nach zu einem Hohlraum erweitern und nur hier 
und da von ehlorophyllhaltigen Zellfäden durchzogen bleiben. Da. wo dieser 
Interzellularraum klein bleibt, wie bei den Phaseaceen. fehlen diese Zellfäden, 
bei anderen Moosen, wie z. B. vielen (■iritinni<i-AiU-u, bilden sie der Länge- 
nach verlaufende Rippen an der Kapselwand, und treten als innen' Längsleisten 
auf; bei den Splachnaceen durchziehen sie die Apophyse nach allen Richtungen. 
namentlich aber nach den Spaltöffnungen der Kapselwand zu (s. ILlo). Da 
der innere Hohlraum durch die Spaltöffnungen in der Kapselwand mit der 
äusseren Umgebung der Kapsel in Verbindung steht, so vermögen die ehlorophyll- 

beizutragen. Sobald die Kapsel ihrer Reife entgegengeht, vermindern sieh die 
Interzellularräume wieder infolge der Ausdehnung des Sporensueks, und wenn 
letzterer nach der Entdeckelung am oberen Ende aufreisst oder sehwindet. 
erfüllen sie sich mit den bei der Reife auseinanderfallenden Sporen. Der 
Sporensack selbst (sporangium oder sporophorus) besteht aus einem parenehy- 
matischen Gewebe (s. II, 14c), welches nach und nach vertrocknet, sich 
bräunt und nach dem Ausstreuen der Sporen häufig noch längere Zeit in der 
Urne zurückbleibt. 

Die Kapselwand (pericarpium ) besteht in der Regel nur aus wenigen 
Zellschichten. Die Zellen der äussersten Seh, cht sind sehr flach, sehliessen 



Spaltöffnungen 



Epidermiszellen gewöhnlich kleiner, engluraiger und dickwandiger. Meistens 
lassen sich am Rande der Urne wie des Deckels mehrere horizontale Eeihen 
kleinerer Zellen unterscheiden. Vertikale, verschieden gestaltete Zellreihen 
sehen wir an gestreiften, und den nach der Entdeckelung gefalteten Kapseln. 
So werden z. B. bei Ulota und Ortho! nrlnon die gelben Längsstreifen durch 
je 2—6 Reihen gelber Zellen gebildet, welche die übrigen Epidermiszellen 
oft um das Doppelte an Weite übertreffen. Manchmal zeigt die Kapselwand 
auch Höckerclien und Wärzchen, ähnlich wie der Kapselstiel mancher Moose, 
so z.B. bei Daltonia und Pogonatnn, nrnigernm, in den meisten Fällen jedoch 
ist sie glatt und nur mehr oder weniger derbhäutig, resp. dick- oder dünn- 
wandig (leptoderma). 

Bei manchen Kapseln, wie z. B. derjenigen von Brynm erythrocarpmn 
(s. II, 9 c), befindet sich zwischen den kleinen dickwandigen Randzellen von 
Urne und Deckel noch ein Ring anders gestalteter, weitlumiger, dünnwandiger 
Zellen, die sehr hygroskopisch sind, beim Befeuchten rasch anschwellen und 
von der reifen Kapsel sich ablösen. In diesem Falle redet man von einer 
Capsula aiinulata und bezeichnet die fraglichen, sich ablösenden Zelllinien als 
annulus oder Ring. Derselbe fehlt meistens bei den Fontinalaceen, Polv- 
triehaceeu und Bartramiaceen, vielen Splachnaceen, bei Schistostega, Tetro- 
dimthn,,. hivm»;,!,,!.,, /„,,/,„/„„. .W/«m, /•■„/„„„;„ und .1////-/«/«. Bald besteht er 
nur aus einer, bald aus zwei oder mehreren Reihen etwas abgeflachter, faltiger, 
nach innen oft sehr erweiterter, dünnwandiger, leicht aufquellender Zellen. 
Häufig bleibt der Kapselring nach Lösung des Deckels auf der .Mündung der 
Urne sitzen, wie bei den Orthotrichaceen, Physromitrium, Anaccwq.todo», cL, tf ,<- 
todvn, auch wohl bei Gyrowei*k<, JMsmatodon lotlfolm, etc., oder löst sich nur 
stückweise ab, wie bei den Meeseaceen, Leucodon, Ilomali«, Hooknua, J^kea 
«f™**> Zeptedontium, Didymodon rubellm und vielen 7W„A,-Arten: in 'anderen 
Fallen aber windet er sich infolge der stärkeren raschen Ausdehnung der 
inneren, dünnhäutigen Wandungen seiner Zellen geradezu schraubig und 
zusammenbleibend von der Kapsel ab und man bezeichnet ihn alsdann als 
annulus revolubilis. wie z. B. bei Cemtodon, Pty.-hountruiw, Punaria hygnnnrtrica, 
den meisten BryaceeD und Aulacomniaceen u. s. w. Zweck dieses Ringes ist.' 
das Offnen der Kapsel durch Abwerfen des Deckels zu erleichtern. Wir linden 
ihn namentlich bei vielen pleurokarpeu Moosen sehr schön ausgebildet, wie 
b,M U ''""»■'■'»"'. riai !l uyrl,nulHero :l onin l , Cyln.drotPrunn. Orthothrrann, Uhyueho- 






der Kapsel ein differenl 



:kweise sich ablösender oder sich abrollender Ring vorhanden ist. erscheint 
Rand des abfallenden Deckels in der Regel mehr oder weniger kerbig, 
irend derselbe bei denjenigen Kapseln, bei denen kein differentiierter King 
erkennen ist. mehr einen glatten Rand zeigt. So unterscheidet sich z. B. 



■odotifüwi polii 


■">']'"' 


m v. b'uelbn 


w fast nur dadurch, 


i Deckelrand 


1 mit 


hoiizonta 


len Randzellreihen 


kerbigen Ra 


ml. n 




nehr schräg anein- 



— 37 — 

ander gereihten Deckelzellen zeigt. Cynodontimn torqiiei 
sitzen keinen differenzierten, sondern nur einen kleiuzelli 
ring, während poh/nirpinn und seine var. ienellinu einen 
sich ablösenden Ring zeigen (s. IX u. X, sowie III, IS 

Von besonderem Interesse für die Unterscheid. in, 
oft die in der Kapselwand sich befindenden Spaltöffnu 
welche der Luftraum im Inneren der Kapsel mit dei 
kommuniziert. Bei manchen kleistokarpischen Moosen, \ 
und Jinthmmnn sind sie über die ganze Kapsel zerstreu 
sich jedoch an der Basis der Kapsel oder am Hals 
Bei den stegokarpischen Moosen finden wir sie stets im 
randes, niemals an dem Deckel derselben und gewöhnh 
der unreifen Kapsel ein Luftraum vorhanden ist. \\ lr 
Laubmoosen namentlich zwei verschiedene Formen von l 
oberschichtige und unterschichtige. Ober schiebt ige 
Milde, resp. emersa Schpr.i sind diejenigen, bei welche 
förmigen Schliesszellen auf der äusseren Seite deutlich B 
wie bei Orthotvirhmn ujjmr, lr;onx, r ,n,. ru/^tn' etc.; unter 

oder immersa) sind dagegen solche, bei denen 



sieh über einer jeden Spaltöff, 
6-10 sich vorwölbenden Epic 
Baum über der Spaltöffnung, de 
Aussehen erhält. Bei dümiwan 
das entgegengesetzte Bild. In n 



zeigt am Hals einze 
Porus der Spaltöffnu: 
wachsartige Ausschei 
Bei der unreif« 
einem parenchymatös 
Gewebe erfüllt, welc 
dass schliesslich nur 
welche infolge der I 



— 38 - 

glatten Rand ohne irgend welchen Mundbesatz, so bezeichnet man solche Moose 
als nacktmündige (musci gymnostomi), wie z. B. bei Anoechn,glu>n, Vh^omitrium 
und verschiedenen Arten der Gattung Pottia. Bei ihnen können die Sporen 
aus dem bei der Entdeckelung geöffneten Sporensack rasch nach Aussen 
gelangen, wenn nicht etwa die Mündung der Urne noch mit einer dünnen 
Haut, dem hymenium verschlossen ist, wie bei der Gattung Hymenostomurru 
Meistens wird jedoch das Ausstreuen besonders reguliert durch Anhängsel, 
Wimpern und Zähne etc., welche bei dem Abfallen des Deckels an dem 
Rande der Urne zurückbleiben. Man bezeichnet dieselben als Mundbesatz 
oder Peristom. Die Entstehung dieser Peristomzähne ist eine sehr eigen- 
tümliche. 

Das Gewebe im Inneren des Deckels zeigt vor der Reife eine regel- 
mässige Anordnung seiner Zellen, sowohl in der Richtung der Radien wie 
der konzentrischen Schichten. Wenn nun die Kapsel der Reife entgegengeht, 
so findet man in einer bestimmten dieser hohlkegelförmigen Zellschichten, 
Jfimhch in derjenigen die gerade über der den Sporensack von aussen begrenzenden 
a steht, also ungefähr zwischen Endothecium und Amphithecium, dass 
bestimmte Stücke ihrer inneren Wandungen sich sehr stark verdicken und 
verholzen. Diese Verdickungen passen in den übereinander stehenden Zellen 
alle aufeinander, so dass dadurch ein langer, von oben nach unten das Innere 
des Deckels durchziehender Strang verholzter Membranabschnitte entsteht. 
Setzt sich die Verdickung auch auswärts auf die Querwände fort, so ist dieser 
Strang mit lauter queren Rippen versehen, deren jede eine der Zellgrenzen 
der Zellreihe darstellt^ m der er gebildet wurde. Ungefähr in der Höhe der 
Eroffnungsstelle der Kapsel bricht dieser verdickte Strang ziemlich plötzlich 
ab und Steht luer durch kleine Zellen mit ringsum stark verdickten Wänden 
mit der Epidermis der Kapselwand in Verbindung. Wenn nun die Lösung 
des ^ Deckels beginnt so werden alle dünnwandigen Membranpartien völlig 
zerstört, Imr d ^ ^ ^^ ^^ ^.^ J 

Pens om, resp. den Mundbesatz bildend. Die Peristomzähne sind demg mäss 
kreisförmig um den Rand der Urne angeordnet und zwar dem Grundquadrat 
des Embryo ^ entsprechend in der Zahl 4 oder nach Multipla von 4, llso e 
8 16, 32 oder 64 bald nur in einem, bald in 2 und selbst 4 Kreisen. Drei 

ot "T KreiSe k ™ SeltGDer V ° r ' WiG " R bei manchen Grimmien und 

." "'■'■—' bei Bu*l nua, bei welch letzterer Gattung man mehrere 

Peril e m Un n Ur T ^ ^"^ Verscheidet. Meisteis besteht das 
ZtLI/, 8 T m i / ^ KreiSen verholzter Membranpartien. In 
dem letzteren Falle unterscheidet man ein äusseres und ein i P ■ 

.;-;—- ■—,„,„ und internun,, resp. esosto mi u m SZZZZl 

bl zur Bn,l r ? l 7 haDden Sbd ' beSteht da8 ä »^ere gewöhnlich aus 
b,s zur Bas.s getrennten, festen, derben Zähnen, während die Zähne des 

™ l Hl,,W T er ^t T A uuterwärts ™ ei »er kontinuierlichen, 
zan h. gelben Haut (membrana bas.laris) zusaramenfliessen, wie bei l), m m 
"' " nd <IeD H ~' Bei ™>- 0^ot r ; cha und „auchen GriJlienCt 



noch ein dritter Kreis nur locker zusammenhängender, verholzter Membran- 
platten hinzu, der sich zwischen die Zähne des äusseren Peristoms und die 
Kapsel wand einschiebt und als Vorperistom bezeichnet wird. 

Je nachdem mehr die Längsrippen und das ganze, nach der Peripherie 
zu prosenchymatische innere Deckelgewebe oder mehr die Querrippen einzelner 
parenchymatischer Zellstränge an dem Bau der Peristomzähne beteiligt sind, 
hat R. ßraithwaite die stegocarpi der akrokarpischen Moose in zwei Gruppen 
eingeteilt, nämlich in Anarthrodontei und in Arthrodontei, d.h. in solche 
mit ungegliederten und solche mit gegliederten Peristomzähnen. Erstere (die 
Nematodonten nach Mitten), zu denen die Familien der Georgiaceen, Poly- 
trichaceen und ßuxbaumiaceen gehören, zeigen von der oben im Allgemeinen 
geschilderten Entstehungsweise des Peristoms einen etwas abweichenden Bau. 
So spaltet sich bei den Georgiaceen (s. Tetrodontlum) das den Deckel aus- 
füllende Kapselgewebe kreuzweise in zahnartige Klappen oder Pyramiden, 
deren beide äussere Schichten aus dickwandigen, verlängerten und gefärbten 
prosenchymatischen Zellen bestehen, während die inneren mehr aus dünnwandigen, 
von der Columella abgerissenen Zellen gebildet werden, so dass die 4 Zähne 
nach aussen gefurcht erscheinen. Ähnlich sind bei den Polytrichaceen die 
16, 32 oder 64 ungegliederten Peristomzähne aus Bündeln schmaler, verdickter, 
bastfaserähnlicher Zellen gebildet, die sich zu zungen- bis hufeisenförmigen 
Schenkeln zusammensetzen. Letztere baben häufig flügelartige Anhängsel nach 
der Innenseite und sind an ihrer Spitze mit einer durch Erweiterung des 
oberen Teils des Mittelsäulchens entstehenden sogenannten Paukenhaut (tym- 
paneum, resp. dia- oder epiphragma) verbunden. Noch abweichender gestaltet 
sich der Bau des Peristoms bei den Buxbaumiaceen, bei denen selbst bei den 
einzelnen Arten Verschiedenheiten auftreten, die wir jedoch hier nicht näher 
erörtern können. 

Bei den A Hhrodontei besteht ein jeder Peristom/.nhn uns einem Verdickungs- 
strang von Zellwandstücken, an dessen Bildung zwei bis vier aneinander 
stossende Zellreihen beteiligt waren und der infolgedessen mehr oder weniger 
gegliedert erscheint. 

Sehr sorgfältige Untersuchungen über die verschiedenen Können der 
Peristome hat Philibert mittelst Querschnitten angestellt und darüber 
eine Reihe von Artikeln in der Revue bryologique vom Jahre 1HH4 an ver- 
öffentlicht Er unterscheidet darnach die Gliederzähne oder Arthrodonten 
(cf. Rev. br. 1884, S. 49, 65 ff), je nachdem die innere und die äussere Schicht 
aus je einer oder zwei Reihen von Zellplatten zusammengesetzt sind, in Aplo- 
lepideae 1 ) und Diplolepideae. Bei den ersteren ist die äussere Schicht aus 
nur einer Reihe, die innere dagegen aus zwei Reihen von Platten znsammen- 
gesetzt. Bei letzteren dagegen ist die äussere Schicht aus zwei Reihen, die 
innere dagegen aus nur einer Reiho vor, Platten zuaammengesel 
umgekehrt. Bei den Aplolepideeti treten 3 lypen 



1. Derjenige der Gattung Dioranum, bei welcher die innere Schicht durch 
vortretende Leisten und Balken stärker verdickt ist, als die äussere, und die 
unteren äusseren Schichten der nach oben meist zweischenkeligen Zähne mehr 
oder weniger deutlich längsstreifig sind; 

2. derjenige der Gattung Grimmia, bei welcher die äussere Schicht der 
nach oben oft 2— 3 spaltigen Peristomzähne verdickte Querbalken zeigt, aber 
keine Streifung und die innere, heller und schwächer entwickelte Schicht nur 
aus flachen Platten gebildet ist; 

3. derjenige der Gattung Barbnla, bei welcher äussere und innere Schicht 
mehr gleichmässig entwickelt, aber die Zähne oft bis zur Basis in je 2-3 
mehr oder weniger gedrehte Schenkel gespalten sind. Ein inneres Peristom 
ist bei den Aplolepideen niemals vorhanden. 

Auch bei den Diplolepideen, bei welchen ausser dem äusseren meist noch 
ein inneres Peristom mehr oder weniger entwickelt ist, treten uns 3 besondere 
Typen entgegen. 

1. Derjenige der Gattung Orthotrirhwn, bei welchen die beiden Reihen 
der äusseren Peristomplatten stärker verdickt sind als die innere Schicht und 
gewöhnlich papillös punktiert oder quer- und schrägstreifig erscheinen, während 
<!»' innere, einreihige, dünnere Schicht glatt ist. Ausserdem sind diese Zähne 
oft paarig verbunden, so dass ein Doppelzahn gleichsam aus vier Reihen 
äusserer Platten zusammengesetzt erscheint. Ein inneres Peristom zeigt sich 
iv 2 zellreihigen Wimpern, die zwischen je 
lern Prozessus des inneren Peristoms der 
pnaceen entsprechen. 

sind die äusseren Peristomzähne schon mehr 

gebaut mit durch Lamellen verdickter innerer 

r, lebhaft gefärbter, roter äusserer Schicht. 

besteht bei ihnen aus einer Basilärmembran mit lanzett- 

opponierenden, mehr oder weniger papillösen Fortsätzen. 

menste Entwicklung des Peristoms tritt uns entgegen in 

.... Hypnobryaceen, bei welchen das innere Peristom aus einer 

" (16 kieligen) Membran besteht, die sich nach oben in sog. Fort- 

' "" , . ' Uim l»»""« -paltet., während die lanzettlichen äusseren Peristomzähne 

* punktierte oder quer gestreifte Aussenschicht zeigen und eine 

durch vortretende Lamellen stärker verdickte Innenschicht. Bei den akro- 

Moosen, bei den Gattungen .l/„,,„„, n„ JmH etc . k , diese äugsere 

Zahl , ,n der Regel fein papillös punktiert, bei den pleurokarpischen 

dag-en lm . 1>tl . ns (ilu ^ n ,, lk . Nur wenige jj^^ ^ f J ; ^ 

lifolnun, Bnddkri gigantenm und Schreberi etc besitzen nur fein 



bei ilme 


n oft in der Gestalt 


2 Zähne 


m abwechselnd vort 


höher e 


ntwickelten Hypnac 


2. 


Bei den Funariac 


nach dt 


m Typus der Brya 


Schicht, 


aber oft längsstr 



nktierte Peristomzähne. Zwischen die 



verschiedenen Typen sowohl, als 



■ <!■ n Artiurodonten und Nematodonten finden wir" viele Übergänge 
I /-seWufen, die wir aber erst beiden einzelnen Familien näher 



- 41 — 

aus 3 Peristomzellschichten gebildet, von denen sich die inneren mit 
an der Bildung der Zähne beteiligten, so bezeichnet mau solche Zähl 
oder gekammert, wie z. B. bei den Gattungen Splachmrm (s. XLV) 
Die Zähne des einfachen und des äusseren Pensums : 
einzelnen Arten und Gattungen der Moose sehr TOrBchiedene 
manchen Moosen sind sie sehr klein und oft nur rudimentär e 
bei vielen Arten der Weisiaceen, bei anderen wieder sind sie s, 
gebildet und fast von der Länge des Deckels und der Urne-, wie 
Jinronöh-hw, und FissUlws. Sie sind z. B. lanaettförimg ! laneeol 
trklnnu, Zygodon und Splarhnn», verlängert lauzettlirh lelo.igato- 
Brymu und Hj/pionn, riemenförmig (loricati) Lei T.u/Um und ^ 
förmig (filiformes) hei Barhul« und vielen /•/«■ ws uimun-^ 
(subulati) bei manchen liarimmla- und ^v,m/,/</-Arteii iM\WKtn 
formes) bei den Polytricliaceen und gestutzt (trunca 1) >ei i<>< 

zxveiscl.enkelig (bdidi) bei Ihiranum, Mrnmlh, Fi**i<l™*. LmmU 
schenkelig (trifidil bei manchen Arten lU '^ ili ^ 
gespalten bei Trir/io*fom>u,i. PhpU,,» ■ <"^ '"'' 'J'' ^ycühvöcCi 
bei einigen Arten von Drsmatodo». und^gitteiuitig < un i noe.i 

Sel^enaeeen oder eben, wie bei den Splachnaceen, sondern 



Stellung verändern. öina «n« 

Weisiaceen, Selhjrrlu- und "/*//< 
vortretenden Verdickungen am 

(laü.'il.e, be/emhnet, je nacbde 
reichen, oder die ganze Bre,te 
diese Verdickungen um Rande < 

Name Arthrodontei oder Glieder 

Die an der Oberilärl.e de 

nehmbare Trennungslinie wird 



bald gerade, bald mebr oder weniger im Zickzack und ist bald auf der Ober- 
seite, bald auf der Unterseite deutlicher zu erkennen, je nachdem die Aussen- 
sclucht oder die Innenschicht aus einer doppelten Reihe von Zellplatten ge- 
bildet ist, resp. die betr. Moose zu den Diplolepideen oder den Aplolepideen 
gehören. Sehr schön treten auch ähnliche Trennungslinien hervor wenn zwei 
oder mehrere, resp. 4 Zähne zu einem einzigen breiteren Zahne alsbald nach 
der Entdeckelung der Kapsel verbunden erscheinen. Solche zu je zwei oder 
vier verbundene Zähne werden als paarig und doppelpaarig (geminati und 
bigem.nat.) bezeichnet, wie z. B. bei Viola und vielen Orthotrichmn- Arten. 
Hauhg trennen sich diese anfangs paarig verbundenen Zähne infolge stärkeren 
Austrocknens einige Zeit nach der Eutdeckelung der Kapsel noch in Einzel- 
zahne, wie z B. OrlhoMd a „I u „d , vpestre . Manchmal hängen auch 

sämtliche Zähne mit ihren Spitzen alsbald nach der Entdeckelung „och zu- 
sammen, wie bei Conostomum bormle, oder sind durch besondere Gewebeplatten 
verbunden, wie bei Funaria. ' 

Weniger entwickelt ist in der Regel das innere Peristom, dessen Zähne 
1011^'«° V SiDd U " d ° ft abwärtS ZU «»"kontinuierlichen, zarten, 
gelblichen Membran zusammenfliessen. Zuweilen ist dasselbe nur rudimentär 
ausgebildet, wie be. Lmcodon, Neckera pennata und oligocarj.a, Anomodon lonai- 

dt Zähne m T etC " °t eT " beSt6ht "~ aM ei " ZelDen Wi »>P"». *° ^ 

blrwe/ *?Zrr* PeriSt ° mS alternieren und zwi8ch » «Jen^lben sicht- 

ba, werden, wie bei OHho t nd mm „od , ptodm . Gewöhnlich ist es kürzer, 

und nur bei Meaea, Amblyodon und CiudkVmm etc. lärn-er als das äussere 
; ii-n.. Da, wo das innere Peristom vollständiger ausgebildet ist, wie bei 

': "- " ul1 (len Hypneen, besteht es in seinem unteren Teile aus der 

^.undhaut (membrana basilaris), welche sich zwischen je zwei äusseren 
Zahnen k.e artig vorwölbt. Diese Kiele verlängern sich nach obe. Hm 
iTiner t 6 allS 1 gekldten ' ^''«gen Fortsätze (processus), deren Mittel- 
b he ersXlr ^ ^ f "^^ ****** »der fenirartig durch- 

Sie sind bald glatt bald mehr oder weniger knotig oder mit Anhängseln ver- 
sehen (ciba »ppendiculata). Bei Fontmalis sind die wimneriLt Tf ■ T 7 
innereu Peristoms sogar durch Querbalken Z Wlmper, g en Fortsätze des 

conum reticuiato-tesselatum) tä^L (Ä*2ST ^ f 

-en wir hei der -MStÄ£Ä=ffi& 



Wie bereits oben bemerkt, besteht der fertile Teil des Sporogons, das 
7. •,..„ „.,« An™ Arif+oloQiilplipn rlpm inneren Süorensack und dem Arehe- 






ereiis oueii ueuieiKi, ucBKin «<-*. x^x^^v, ^.— — _ _ r , 

.„,.„ aus dem Mittelsäulcben, dem inneren Sporensack und dem Arche 
spor, der Sporen führenden Schicht. Die Columella oder das Mittel- 
säulchen (columella oder styliscus Ehrh.) ist der zentrale Zellstrang, welcher 
das Sporogon von seinem Stiele bis zum äussersten Ende des Deckels durch- 
zieht. Sie fehlt bei Archidium und ist bei Ephemmtm zur Zeit der Sporen- 
reife bereits absorbiert. Gewöhnlich wird sie von dem inneren Sporensack 
mit dem Archespor umgeben und nur bei Sphagnum und Andreaea von letzterem 
glockenartig überdacht. Sie besteht aus einem ziemlich grosszelligen Gewebe 
das zur Zeit der Keife der Kapsel mehr und mehr eintrocknet und schwindet. 
Bei den meisten Moosen ist ihr oberer Teil bei dem Abfallen des Deckels 
bereits von diesem getrennt und resorbiert. Nur bei wenigen Moosen, wie bei 
der Gattung SchMdium bleibt die Columella mit dem Deckel verbunden. 
Nach der Entdeckelung schrumpft sie in der Kegel stark ein und bleibt als 
vertrocknetes und verkürztes Säulchen in der Kapsel zurück, ja bei vielen 
Moosen ist zur Zeit der Reife in der geöffneten Urne kaum noch eine Spur 
von ihr vorhanden, während sie bei anderen wieder sehr lange erhalten bleibt 
Bei der Gattung Hymenostomum erweitert sich ihr oberer Teil zu dem nach 
der Entdeckelung die Urne noch verschliessenden, erst spater zerreissenden 
Hymenium, bei Polytridmm zur Paukenhaut. Bei nur wenigen Moosen 
beobachtet man auch' nach der Entdeckelung der Kapsel noch „ .Wachse. 

resp. eine Verlängerung der Columella, wie z. B. bei Potüa IL .,..-. b todm 

I^illausdergeöffnetenUrnehervorragt^nddenDeckdjenaHHenU-.Mni.t.ul,^- 
gehalt der Atmosphäre bald mehr oder weniger emporhebt. holch.^ «'»'^^ 
als systylii benannt. Bei einzelnen Sphu/hnuceen. wie ■>.,"" v ^J"^'" 
(S. XLII, 6) und $ V iachnum <,uq>nlfo>;>,nn, nd„tnn, ,;:■>■■„„.<„,„ etr I ^- ^ ^ .. 
erlangt die Columella nach dem Abwerfen des I)e,k,N mal Umi rlU ' 1 | ' ^' 
über den Urnenrand sogar noch eine kugelige bis seh rn 
Bei manchen Moosen bleibt das Säulchen nach der I teffiron 

mit dem Deckel in Verbindung, sondern fällt jmch mit demselben lammen 
ab wiez. B. bei Sehbtidium (s. XXX, 6) und W*sod„n IfomM,, (s ALM -h. 
' Die äusseren, dem Archespor anliegenden Schichten der Columella werden 
dem Sporensack zugerechnet und als innerer Sporensack bezeichne Sein 
Gewebe besteht aus kleineren Zellen wie die Columella und das AreJiespor. 

^len werden dabei resorbiert und rerschwinden b> m M, «JJ = 

dass diese alsdann auseinanderfallen. Wenn nun <""/•'■ » 
der Kapsel die den Sporensack oben verschlusse,,,!, G*w, 

ffi ebr schwindet, so reisst letzterer an .einem obere« Ende aul . l 

können aus demselben austreten. 



Die Sporen (sporae) oder Keimzellen sind in der Regel einzellige, 
meist rundliche Bläschen, deren protoplasmatischer. Chlorophyll oder mich 
Stärkemehl und Ole enthaltender Inhalt von einer ein- oder zweischichtigen 
Zellhaut umschlossen wird. Mehrzellige Sporen sind uns von europäisches 
Laubmoosen bis jetzt nicht bekannt, dagegen finden wir solche bei den 
Dicnemoneen, einer ausländischen Unterfamilie der Dicranaceen, insbesondere 
bei den Gattungen M<*otus, Enram V U,don, Uicnemo? und fynothntia. (cf. Engler. 
Natürl. Pflanzenfamilien. Abt. 3, S. 337). Bei den dünnwandigen Sporen 
scheint nur eine einzige kutikularisierte Sporenhaut vorhanden zu sein; 
meistens lassen sich jedoch an letzterer zwei deutlich erkennbare Schichten 
unterscheiden, nämlich eine mehr oder weniger gefärbte äussere Sporenhaut 
(exospor oder exine) und eine hyaline, in Chlorzink sich bläulich färbende 
innere Schicht derselben (endospor oder intine). Bei ein und derselben Pflanze 
sind die Sporen in der Regel auch von einerlei Gestalt, auch zeigen sie nur 
ausnahmsweise in ein und derselben Kapsel Unterschiede in der Grösse 3 ), 
wenn nämlich nicht alle normal ausgebildet werden, wie z. B. bei Andrmea, 
Foutu,,,/;* und einigen Bryum-Arten. Die Laubmoose sind daher isospor. 
Lig.-ntliche Makro- und Mikrospuren, wie bei Sukinln nain„s und anderen höher 
entwickelten Kryptogamen kommen bei ihnen nicht vor. Grösse and Gestalt 
der Sporen sind für die Bestimmung und Unterscheid. mg einzelner, sonst nahe 
verwandter Moose oft von besonderer Wichtigkeit. Ihre <lr<)<se betritt bei vielen 
Arten nur etwa ' ](H1 mm, resp. 10 Myriameter oder MicromiUimeter - 10 » 
wie/. 15. Im-, f ,,,„,,/„„. /Jr^y,W/ W . r,,,,,,,,,/,,,/,/; s,t; ; ■// r,..-. 



e,M-hi 



Spul 



oft nu 

reichen dagegen einen Durchmesser von 0,1 bis 0,2 "mm" Je grösser 

die An 



reifen Kapsel, um so kleiner sind sie gewöhnlich, und je kleiner 
m - Kapsel sich entwickelnden Sporen ist, um so grösser 



Sporen. So finden wir bei . 1 /,«,„„, welche; 



sind wieder die 

J«M-eits erwähnt, die grössten Sporen aufweist, höchstens 24-28 in einer Kapsel. 
. l' 1 ' 1 " "''"'"' etwa 50 mit 50 - 7 M, resp. 60-80 u Durchmesser, bei nur 
5-10 u Durchmesser aber unzählbare Quantitäten. Bei sehr vielen Moosen 
«^spricht der Durchmesser der Sporen der durchschnittlichen Breite der Blatt- 
zellen, jedoch ist dies nicht allgemein der Fall. Eine Abhängigkeit ihrer 
Crosse von derjenigen des sie erzeugenden Sporogons besteht dagegen nicht; 
ja es tritt eher das umgekehrte Verhältnis auf, indem gerade die grössten 
ettwTl 6 ' ™**^™***«^ nMPoI^l^n, die kleinsten Sporen 
GesT t f . r^ P ° ren n ° Ch Dicht au9ei ^^ergefallen sind, ist ihre 

tr^talt intolge der Kompression noch vorzugsweise eine tetraedrische, nach dem 

bei vl™ , v"-« ,,,l j7 ,|,,l, ' ,, | l ' lt,,, ; M ' hi,>,J IW " d0n S '"' rfin cin »nd derselben Kapsei fand ich 
- osseren, vollständig ausgebildeten Sporen 25-28 M 

grosste ^^^JZn^ZZ^s™* glaU ° der ^^ glatt " Dle 



etwas mehr gelb- 



Auseinanderfallen nehmen sie jedoch meistens eine mehr rundliche, zuweih 
eiförmige oder nierenförmige Gestalt an, viele behalten aber auch nach cl. 
Eeife noch eine mehr polyedrische, eckige Form. Ihre Oberfläche ersehen 
unter dem Mikroskop bald glatt, bald mehr oder weniger runzelig 111 
granuliert, bald papillös und warzig, oder sogar igelstachelig und "ct/.tornn 
Die glatten Sporen lassen vorzugsweise eine gelbliche oder grünlich.- bar .m 
erkennen, während die papillösen oder warzigen Sporen mehr eine dunkler 
bräunliche, rötliche, rostbraune oder ckocokdebraune (»der dergl. Jaiuiii 
zeigen Infolge des durchfallenden Lichtes erscheinen die Sporen unter < e 
Mikroskope stets heller, so dass sich ihre eigentliche Farbe unter dcmsel», 
mitunter nicht genau erkennen lässt. Deutlicher und intensiv« ti.tt i / e 
hervor, wenn die Sporen in Masse vereinigt sind, bei dem O Inen und Mit a 
einer reifen Kapsel. Die lebhaftere Färbung tritt namentlich Ihm nisui 
sammeltem Materiale deutlicher hervor, während <i- 
exemplaren mehr schwindet, so dass bei letzteren 

liche Ms «^ J^* ^™ umgebenden Perichätialblätter und 
lh ren gle!: Wi: t * dt Bemmen deAloose haben wir bereits früher 
aufmerksam gemacht. Ihre von den Laubblättern mehr oder weniger . - 
weichende Gestalt, Textur und jeweilige Anzahl und Veren ^ A 'T 2 
sehr geeignete Unterscheidungsmerkmale bei .iahe ^»^j^ -1, Wanderen, 
z.B. bei den Gattungen Amlretu-a, 7 fnwlnn», Am > n^jvm, 
namentlich bei pleurokarpischen Moosen. 

II. Fortpflanzung und Vermehrung. 

Die Fortpflanzung und Vermehrung der Moose erfolgt ^J"*^ 
schlechtlichem Wege durch Betruch tum:, teils aul um: •-. ..- >-« '< >>>^ ^ 
Ableger. Letztere Art der Verbreitung bezeichne man im eg 

geschlechtlichen als die vegetative V ermebnnig. . . • 

Die geschlechtliche Vermehrung mfol.t hm -n <^~ ^ 
bereits früher erwähnt wurde, in der AV m>m dass h, n .1 ». J« ^^ ^ ^ 
Antheridien ausgebildeten Spenuatn/.mdmn yi »n > > < < ^ |, ,„ ()„„ ( ,„i„m 
Archegonien und durch den Kanal in dem 1 
mit der Eizelle gelangen, sich letzter.. 
\us dem Protoplasma beider, des Spt 
sich nach einiger Zeit der Embryo, d 
sich die Sporen entwickeln. Nach dem 
aus diesen bei der Keimung Prot.mema 

Die Zeit, während welcher die^ei. 
oder befruchtet zu werden, ist hautig 






— 46 — 

leicht zu der Narbe der Archegonien gelangen, weshalb es bei ihnen auch fast 
regelmässig zur Fruchtbildung kommt. Seltener ist dieses der Fall bei den 
Moosen mit getrennten Geschlechtern, bei denen es von besonderer Wichtigkeit 
ist, dass die Eeife der Geschlechtsorgane gerade in diejenige Zeit fällt, in 
welcher der Moosrasen auch die nötige Feuchtigkeit besitzt, um die Spermato- 
zoidien zu den reifen Archegonien überführen zu können. In solchen Fällen 
wird die Befruchtung häufig dadurch ermöglicht, dass nicht alle Blüten zu 
gleicher Zeit reife Geschlechtsorgane entwickeln, sowie auch dadurch, dass 
in der einzelnen Blüte in grösserer Anzahl Antheridien und Archegonien aus- 
gebildet werden, die nicht gleichzeitig, sondern einzeln nach einander zur 
vollen Geschlechtsreife gelangen. So fand ich z. B. bei der zweihäusigen 
(rnnunni commutata in den Monaten November und Dezember noch reife Anthe- 
ridien zu einer Zeit, in der die jungen Fruchtstiele bei den meisten weiblichen 
Pflänzchen bereits sichtbar waren. Befinden sich männliche und weibliche 
Bluten aut demselben Moosstämmchen, oder sind auch nur männliche und 
weibliche Pflänzchen in einem Rasen vereinigt, so findet in einem solchen Falle 
die Befruchtung leicht auf dem Wege der Kreuzung statt, d. h. dadurch, dass 
die Spermatozoidien aus der einen Blüte zu den Archegonien einer anderen 
Blüte übergeführt werden. Je weiter aber die Geschlechter von einander 
getrennt sind, u,n so seltener kommt es alsdann zu einer Befruchtung, wie 
z. ü. da, wo männliche und weibliche Pflänzchen je in besonderen Rasen 
vereinigt sind. 

Gelangen die Spermatozoidien der einen Art zu den Archegonien einer 
anderen verwandten Art, so kommt es zur Bastardierung d h es entstehen 
aus dem Embryo einer solchen Kreuzung Sporogone (und eventuell Individuen), 
die nach ihren Eigenschaften bald mehr der einen, bald mehr der anderen Art 
der ^ Stammeltern ähnlich sind. Sicher kennt man bis jetzt eigentlich nur 
Bas ardsporogone. Sie lassen sich namentlich da leichter erkennen, wo die 
Sporogone der Stammeltern wesentlich verschieden sind. Ob aus der Keimung 
naXew P ° ren ™* ^»^ ™^*»> * bis jetzt nicht speziell 
hZC^7i\ W T-u? ■*"» V ° n manChen Botanike ™ angenommen wird. 
W90 P sl\o^ - Rabenhorst's Kiyptogamenflora Band IV von 

1890 Seite 509ff. zwei solcher Bastarde, nämlich Leptotrichum BreidUri 

; ÜS / Ba8t;ir(l VOn '"V**""'' HM und S^Ulern ,„,/„„,/< und Lepto- 

TV "'Vi'?"' ^* alS BaStard VOn Le P L V^dnm und Plwidinm *„h„ht,,m 
^nnd 189^1 ^ hab V Ch aUCh dahi6r bd ***** » ^i 1894, 
Lmselbet Ral l ?TZ f ^^ Er Wächst Z ™ chen *en in 

^ ')« ^ ■«■ Urne ^^^^^^ *£* 

Penstom durchleuchtete, Jedoch ohne ÄJ " 7^ £= 



ähnlichen Bastard zwischen Leptotrirhum suhulotnm und Plcundwm s,d,ulatum 
hat schon Venturi in der Revue bryologique vom Jahre 1881, S. 20 und 21 
erwähnt. Derartige Bastardbildungen findet man namentlich hei solchen Moosen, 
bei denen verschiedene Arten in denselben Rasen und Polstern neben- und 
zwischeneinander wachsen, wie z. B. bei Orthotrichum-, Bryum- oder Grimmia- 
Arten, bei Physcomitriam und Funaria, sehr wahrscheinlich auch bei den so 
formenreichen N 7 ,/,„ /; »a und den in Sümpfen und Wassergräben vorkommenden 
Bypnum- Arten, VfieHypnum Kncijpi, aduncum,flwtan*, lycopodiold»*, Smdtncri u. s.w. 
Im Allgemeinen hält es jedoch oft sehr schwer, eine eigentliche Bastardbildung 
nachzuweisen. Einen interessanten Bastard zwischen Bryum palhw,,* und Bryum 
pmdufam beschreibt Philibert in der Revue bryologique vom Jahr 1891, 8. 9ff., 
und einen solchen zwischen Orthotrichum Spruret und Orthotrichum dmplmmim in 
Rev. br. 1883, S. 8 ff. 

Zuweilen sind bei einzelnen zweihäusigen Moosen die Exemplare mit 
Fruchtanlagen von solchen mit Antheridien räumlich 80 weit von einander 
getrennt, dass eine Befruchtung bei denselben nicht unterstellt werden kann, 
indem der Weg viel zu weit ist, als dass die Spermatozoidien, das befruchtende 
Protoplasma, zu den Fruchtanlagen gelangen könnten. So hat man z. B. nach 
Kern er (Pflanzenleben Band II, S. 461) l\duddla »pmw,*, in Nordtirol ma- 
nnt Antheridien, in Böhmen nur mit Archegonien gefunden, Dryptodon Hartman» 
in den Alpen nur mit Antheridien, in den Karpathen mit Archegonien, mit 
Frucht aber nur an sehr wenigen, vereinzelten Orten, wie z. B. in Korsika 
und Montenegro. Auch bei noch anderen Arten wachsen die männlichen und 
weiblichen Pflanzen oft weit von einander getrennt, wie z. B. bei Avlaammium 
turghlurn, Bryum alpinurn und Dnvnlii, Dulymodu», ruher, Barhula recmyolin, Ampho- 
ridium Mougeotii, Ptfrogouium cjrucdr. llypnum ru;/osum. Ihuidnuu " ">' luiim U. s. w., 

und dennoch hat man von diesen Moosen an den betreffenden Orten schon 
vereinzelte Früchte gefunden. Da bei diesen Arten, bei einer Entfernung 
ihrer beiderlei Geschlechtspflanzen von oft Hunderten von Meilen eine Be- 
fruchtung nicht unterstellt Verden kann, ahn- dennoch mituntrr vernnze te 
Früchte vorkommen, so nimmt Kerner (Pflanzenleben 11, ». > un< > J 
an, dass diese auf dem Wege der Parthenogenese entstehen, mit we e lein 
Namen man die Entwicklung unbefruchteter Oogonien zu neuen Individuen 
bezeichnet. Hiermit in direktem Widerspruch steht die Ansicht von K. bobel 
(Handb. der Botanik von A.Sehenk.Band II, 8.342), welcher sagt: „Partheno- 
genetische Erscheinungen sind bei den Lebermoosen so wenig bekannt. 
als bei den Laubmoosen." Beweisen lassen sich diesel n-n a ei< ing> mc 
Hat man doch z. B. von verschiedenen MVmnum-Arten lange Zeit nur ™* en 
und Früchte gekannt, bis man erst spater kleine Pflänzchen im ze 

der O fand. Immerhin lassen sie sich auch nicht kurzer Hand negieren, \ernmg 

doch" fast jeder einzelne Teil bei den Laubu *en unter günstigen ll ^ Un ^ n 

sekundäres Protonema zu erzeugen und zu neuen m i\n u-n uian/.uuu ist 

Da nun bei manchen Arten die Fruchtbildung der i \h,ns, mlolg. 'J^" 
lieber Trennung ihrer Geschlechtspflanzen oft sehr 



einer Verbreitung derselben wohl sehr bald Schranken gesetzt sein, wenn ihre 
Vermehrung nicht auch noch auf andere Weise erfolgen könnte, nämlich auf 
dem Wege der vegetativen Vermehrung durch Ableger, indem sich aus 
einzelnen Teilen der Moospflänzchen neue Individuen entwickeln. Fast alle 
Teile der Moospflanze besitzen nämlich die Fähigkeit, sekundäres Protonema 
zu erzeugen, aus dem wieder neue Individuen hervorgehen können. Mehr- 
zellige Ableger, welche man im Allgemeinen als Thallidien bezeichnet, treten 
bei den Laubmoosen in den verschiedenartigsten und mannigfaltigsten Formen 
auf. bald als Wurzelknollen, bald als Brutknospen, Bulbillen oder Gemmen, 
bald als ßrutästchen oder Sprosse. Manche einjährige Moose, wie EjJienterum 
Serratia» perennieren z. 15. dadurch, dass nach der Sporenreife und dem Ver- 
trocknen des Moosstämmchens das unterirdische Protonema in dem Boden 
verbleibt und erst im nächsten Jahre bei genügendem Licht und entsprechender 
Feuchtigkeit wieder chlorophyllführende Zweige entwickelt. Das herdenweise 
Beisammenstehen dieser einjährigen Moospflänzchen ist bei der geringen Anzahl 
der in einer Kapsel derselben ausgebildeten Sporen vorzugsweise durch das 
Überwintern des unterirdischen Protonemas bedingt. Mitunter zerfällt auch 
das Protonema, nachdem es Reservestoffe angesammelt hat, bei eintretender 
Trockenheit in einzelne angeschwollene Glieder, die bei dem Wiedereintritt 
der feuchteren Jahreszeit zu neuen Moospflänzchen heranwachsen, wie z. B. bei 
Pottia und Funaria. 

Bei manchen Moosen bilden sich an dem unterirdischen Protonema 
mikroskopisch kleine, meist vierzellige, kugelige, braune Knöllchen, sog. Wurzel- 
knöllchen, welche von den Rhizoideu leicht abbrechen und in der trockenen 
Jahreszeit in dem Zustand der Ruhe verharren, sobald sie dagegen an das 
L*ch1 kommen bei entsprechender Feuchtigkeit wieder neues Protonema aus- 
treiben und zu grünen Moospflänzchen heranwachsen. Sehr schön entwickelt 
|hih1 jch solche Wu^lkn.üehen an ty/,«,,,,,,^ I M ,., ltum (s . T, 7c) , Pottia 
■i anrät«. ^nr„hn/,nn ybutcum und verschiedenen Dicranellen. Bei anderen 



)lche bald sitzende, bald mehr oder weniger gestielte 


Itengel, zum 


al selbst eine jede Zelle am 


Stümmchen 


entwickeln, 


, an dem sich Brutknöllchen, 


die wir als 


'ilden könne 


n. Derartige sitzende oder gestielte Brut- 


3. bei Plem 


idiinn altenüfolhtm, Leptodontih 


"" »tyriamm 


asrenx und n 


och vielen anderen Moosen. Ac 


mselständige 


sehr häufig 


bei Bnjnm erythrocarpum als kurz gestielte, 


öllchen, die 


sehr leicht abfallen und schon 


mit blossem 


Uatturhseln 


als rote Pünktchen zu erkenne 


n sind. Bei 


wir an Stel 


le dieser zwei- bis vielzelligen 


, rundlichen 


«bildete, a« 


s kleinen Laubblättchen zusan 


im enge setzte 


►apea (Bull 


>illen), die leicht abfallen und 


dann selb- 


»eben heran 


wachsen. Ungestielte, eiförmi 


ge, aus nur 


liende Brutk 


n«»pi-n sehen wir z. [>,. ull Bl .„ 


\ )n onjndrum 


Bieh reichlich in den Blattachseln der ob< 


?ren Stamm- 



blätter entwickeln, kurz gestielte Bulbillen finden wir an einigen auf sandigem und 
trockenem Boden wachsenden Webera- Arten, wie armotma, preKgera und commutata 

Bei vielen pleurokarpen Moosen sind diese Brutknospen schon an der 
Mutterpflanze zu Brutästchen oder Sprossen ausgebildet, die an ihrer Basis 
Rhizoiden entwickeln noch ehe sie überhaupt von ihrer Mutterpflanze ab- 
gefallen sind. Solche Brutsprosse finden wir z. B. auf trockeneren Stan, „iten 
bei Plagiothecium elegans (s. I, 11) in geweihförmiger Gestalt in den Blatt- 
achseln der niederliegenden Stämmchen sehr reichlich entwickelt. atygytwm 
repem (s I 12) welches nur in feuchter Atmosphäre und namentlich ge.ne an 
im Grase oder Sumpfe liegenden, gefällten Stämmen Früchte trägt. "*™*™ 
bei trockener Luft eine Menge kleiner, am Ende der Stammchen^ und A*t ^ 
den Blattachseln stehender Seitensprosse von kaum ,, nun ,m < < 
trockenem Winde leicht abfallen und bei dem Aufbewahren im ne 
grünen, sich ablösenden Pulver gleichen. Diese der Mutterptunzc . 
liehen jungen Pflänzchen sind bei ihrer Trennung von derseioen , ^^ 
aus der Blattachsel ausbrechenden Basis schon mit Iotn ";' m '' ''' ! 
so dass sie auf einer feuchten Unterlage alsbald weiterwach* konmn. 

Ausser der Trockenheit des Standorts nie der Atmosphäre k ' 

— - -limatische Einflüsse die Bildung solcher Brut ustcl u, . ■ m U 
,,/,„,>/,/,< ein an Obst- und Waldbäumen häufiges Moos, udcu 



Leucodoit sciiiroiut'*, tau »» ~""" — 

Süden meist reichlich Früchte trägt, im nördhcl 



feuchten 

zahll« 



Auch 



Früchten gefunden wird, findet sich daselbst an freistehend 
mit einem gelbgrünen Pulver bestäubt, das aus za 
kleineren Blättehen besetzten Brutsprossen beste! 
Homalotheriun, „nmiw. Chtdldoius ,.»puük>(* und . / 
Hornschuchianum ist die Bildung von Brutästch 

Zu den vegetativen Sprossen gehören auch 
von Climarium, Thamnmm und Bryum vomu». 
Laubblättern besetzten Ausläufer vieler Mttu 
nieder neigen, da wo sie der Erde aufliegen 
wickeln und zu neuen Pflanzen heranwachsen. 

Überall wo der Befruchtung ein Hinder, 
Trockenheit des Standorts oder der Atmosphai 
Trennung der Geschlechter, findet eine Stel 
Ableger statt. Die häufigste Art der StelWei 
leger ist die Bildung rundlicher oder spindelf 
körper, der gemmae oder propagula. Wir fin< 
stammen wachsenden Moosen, die sich von 
Regenwasser nähren und daher zeitweise, ei 
eintrocknen. Bei dem mehr an Bäumen, wie 
rÄ„ ()w und d.nfaü, (s. XXXV, 4) finden 
gegliederte Zellkörper an dem dem Stenge 



- 50 — 

(s. XXXVI, 2) befinden sich ähnliche, bräunliche, mehr cylindrische Brutkörper 
an der keulig verdickten Blattspitze, strahlig um dieselbe gehäuft. Bei Ortho- 
tv'ichinn Lyellii (s. XL, 3) stehen sie auf beiden Seiten der Blattfläche zerstreut 
und haben bald eine mehr keulige, bald eine einfach kugelige oder auch zusammen- 
gesetzte Gestalt. Bei Tortula -papulosa (s. I, 10 u. 13) sind sie auf der inneren 
Seite der Blattrippe gruppenweise vereint. Besonders gross entwickelt als 
vielzelliger, spindelförmiger, papillöser Gewebekörper mit hellerem Spitzchen 
finden wir die Brutkörper an der Basis der Blätter von Tortula pagomm 
(s. XXV, 3). 

Ebenso häufig wie an den Baummoosen sind Brutkörper anzutreffen bei 
den im heissen Süden oder in der trockeneren Ebene wachsenden Erdmoosen 
der Gattungen Tortula und Trlchostomum, sowie bei den an zeitweise stark 
austrocknenden Standorten, insbesondere an freiliegenden Felsen sich an- 
siedelnden Moosen, wie bei Leptodontium und manchen Arten der Gattung 
Grimmia. Bei Trichostwmun Wamstorfii (s. I. 9) und Ehrenhergii finden wir in 
den Achseln der oberen Blätter zahlreich verzweigte Haarbildungen, die an 
ihren Enden streitkolbenähnliche, sternförmig oder unregelmässig vereinte, 
elliptische oder keulige Brutkörper tragen. Ähnliche, mehr spindelförmige 
Brutkörper sehen wir bei LeptodontJum st.,,,«,-,,,,, (s. XVIII. 13) und ^mmasa'us, 
sowohl direkt am Stamme, wie an besonderen Protonemafäden. Bei Grimmia 
torquata befinden sich die mehr keulenförmigen Brutkörper an der Blattbasis 
auf der Rippe, bei Grimmia trivhophglla v. prop«gulif,>m dagegen ähnlich wie bei 
Tortula laUfoKa v. propagulifera (s. I, 14) mehr über die Blattfläche zerstreut. 
Bei Gnmnna nnomala (s. XXXIII, 4) und Dryptodon Hartman (s. I, 8) sitzen 
die mehr kugelförmigen, kurz gestielten Brutkörper vorzugsweise an der Spitze 
der Blätter. Hier verlängern sich die Zellen der Blattspitze und ihrer Rippe 
in auffallender Weise an den Brutkörper tragenden Blättern, stülpen sich 
seitlich zu kurzen Stielen aus und bilden an diesen die rundlichen, später ab- 
fallenden Brutkörper. 

Sehr auffeilend ist auch die Brutkörperbildung bei den Gattungen Aula- 
;''"""'"'" ttnd TetrapMs. .hdaromnnnn p (l /, i8 tre und androgynum 1 ) (s. I, 6), welche 
im Allgemeinen mehr die feuchteren Standorte bevorzugen, und von denen 
ersteres meist an sumpfigen Stellen wächst, bilden bei zeitweisem Austrocknen 
ihrer Standorte an den Moosstämmchen blattlose Verlängerungen, sog. Pseudo- 
podien, an deren Spitze die elliptischen oder spindelförmigen Brutkörper 
köpfchenartig vereint sind. Bei TetrapKs (s. I, 5) sitzen die gestielten, mehr 
scheibenförmigen Brutkörper nicht frei auf dem aus den Achseln der Gipfel- 
blatter sich erhebenden Pseudopodium, sondern sind noch von einem besonderen 
becherartigen Kelche umgeben. 

Alle diese Brutkörper beginnen, von der Mutterpflanze getrennt, an 
geeigneten Standorten zu keimen, wachsen entweder direkt zu neuen Pflänzchen 
soUVn die Bruto Y GerVlll J U ; (Ber " ?** Deutschen Bot Gesellschaft XVI, 1898, p. 111-118) 



— 61 — 

aus, oder entwickeln zunächst Protonenia, aus dem dann wieder neue Moos- 
i heranwachsen. 
Ein solch sekundäres Protonema vermag sich bei manchen Moosen selbst, 
direkt aus den Blättern zu entwickeln, wie z. ß. bei < h-tlwtriclnn,, 1. r llii. Auch 
bei Orthotnchum obtntifolium und fallax finden wir gegliederte Brutkürper und 
Protonemafäden auf der Unterseite der Blattrippe. Sie entwickeln sich sogar an 
abgefallenen Blättern, namentlich solcher Moose, deren Blätter leicht zerbrechlich 

lopus-Arten. Campylopus fragil;« z. B., welcher (nach Kerner 1. c. II. S. |f,4) 
in den Alpen kaum jemals Früchte entwickelt, besitzt kurze, leicht abbrechende 
Stämmchen, deren -ich ablösende Blätter von dem Wind entführt werden. 
Wenn diese Blättchen an irgend einer steilen Felsenwand an feuchten St. dien 
hängen bleiben, so treiben alsbald grüne Fäden aus ihnen hervor, von wehdien 
späterhin knospenförmige Gebilde und Moosstämmchen ausgehen. Am reich- 
lichsten entwickelt finden wir sekundäres Protonema bei linrhamum apluflln, 
indem fast alle Bandzellen der Blätter dieses Mooses zur Zeit der Kapselreife 
zu Protonemafäden auswaclisen (s. 1, 4). 

Durch die vegetative Vermehrung ist, wie wir soeben gesehen haben, 
für die Ausbreitung und Fortpflanzung der Arten reichlich gesorgt. Sie ist 
aber auch um so notwendiger, je seltener es zu einer Fruchtentwicklung kommt. 
Ja von manchen Arten kennen wir bis jetzt überhaupt noch keine Früchte; 



Alle die bisher betrachteten Abi 

erwähnten, mit Reservestoffen erfüllt. 
capillare var. friste und v. uttutatum 
Ableger des Sporogons, aus dem je< 
blättertes Stämmchen direkt heranwü 



Standorts de 
trichum die I 
Membran, d( 
(32-H4) Pe 
die mit ein« 
Regen und 



— 52 — 

wieder auf und heben die Paukenhaut über die Ringleiste empor. Dadurch 
entstehen zwischen den Zähnen kleine Löcher, durch welche die Sporen ent- 
lassen werden können. Derselbe trockene Wind, welcher die Änderung in 
der Stellung der Zähne veranlasste, schüttelt nun aus dem von einem elastischen 
Stiele getragenen, mit zahlreichen kleinen Löchern versehenen Sporengehäuse 
wie aus einer Streubüchse die Sporen aus (s. Kerner 1. c. II, S. 749). Ähnlich 
verhält es sich bei den meisten mit einem Peristom versehenen Moosen. Die 
sehr hygroskopischen Zähne des äusseren Peristoms legen sich bei feuchtem 
Wetter über die Mündung der Urne, um sie zu verschliessen, und entfernen 
sich von derselben wieder bei trockener Luft, wodurch bewirkt wird, dass die 
reifen Sporen nur bei trockenem Wetter dem Winde preisgegeben, bei feuchtem 
Wetter aber in der Kapsel zurückbehalten und dort gegen die nachteiligen 
Kinwi. kungen der Nässe geschützt werden. Dies sehen wir sehr schön bei 
htssnl,,,*, (,,nnn,,a. 1 tlrnunnn und vielen anderen. Bei Conostomum und Fnwtria 
sind die Peristomzähne bei der Entdeckelung an ihrer Spitze noch zu einem 
Kegel vereint, durch dessen Verkürzung oder Verlängerung je nach der 
lttenmg Jus Ausstreuen der Sporen erleichtert oder verhindert wird. Ähnlich 
verhält es sich bei den schraubig um die Columella gewundenen Peristomzähnen 
der Gattungen Aloina. Bnrlul«, To.-tefta und Tortula, deren Zähne sich je nach 
dem Feuchtigkeitsgehalt der Luft durch stärkere oder schwächere Drehung 
bald mehr oder weniger zu einem geschlossenen Zylinder an einander an- 
Bchhessen oder auseinanderweichen. Da wo der Kapseldeckel noch längere 
Zeit mit der Columella in Verbindung bleibt, bei den muscis systyliis, wird 
durch Änderungen der Urne, wie der Columella das Ausstreuen der Sporen 
reguliert, so dass bei feuchtem Wetter der Deckel die bereits geöffnete Urne 
~* bei trockenem Wetter aber sich wieder von derselben 



idlich ganz abfällt, wie 
{'.■.„„„toJou . v ,st,j(h,s u.s.w. sein 



bei Hymeiwstytinm, 
■ den Andreaeaceen (s. IV) 



offne* sieh die Kapsel bei der Reife „,it vier bis seebs Längsspalte,,, jedoch 
so, da* die hierdurch entstehenden Klappe,, an ihren obere,, Enden mit ein- 
ander verbunden bleiben. Bei feuchtem Wetter legen sich d.ese Klappen s„ 
dass die Längsspalten geschlossen sind; bei trockenem Wetter da- 
-07, m,1, ,1,, Ka,„el wieder, die Klappen krümmen sich und »-eichen 
-" "'" ''"■ S '"' 1 "" kli " r -' '"»' *> «P»re„ nun von den trockenen 
»ach der Reife ans dem Inneren der Kapsel herausgeblasen und 

Ä-Ä:tt:i K "Si- *- - 

(hs E " il " k ;' 1,,llU ;- M»»Ht die Spore infolge Wasseraufnahme, zersprengt 

-• die sich durch eine Querwand von 

a!,'"' \ ' ''•■,]'" ' ' ' ir ; ]n ' ull - llche11 Spore abgrenzt. Durch Verlängerung 

d Entstehung weiterer Querwände bildet sich ein Kein> 

<i, ein Faden mit unbegrenztem Spitzen Wachstum, der HauptJaden 



— 53 — 

des Sporenvorkeims. Da nun eine jede seiner Gliederzellen die Fähigkeit 
besitzt, durch seitliche Ausstülpung an ihrem oberen Ende neue Seitenzweige 
auszutreiben, so entsteht auf diese "Weise sehr bald ein chlorophyllhaltiges, 
fadenförmige«, grünes Geflecht, das Protonema, welches die Fähigkeit be- 
sitzt, zu assimilieren, und von dem wieder einzelne Zellen zu Ausgangspunkten 
neuer Moosstämmchen werden, wie wir bereits früher gesehen haben. Ver- 
längert sich die Basalzelle des Hauptfadens in entgegengesetzter Richtung, um 
in den Boden einzudringen, so entsteht daselbst ein mehr rhizoidenartiger 
Schlauch oder Faden. Eine Ausnahme hiervon macht nur die Gattung Andmnn, 
indem bei ihr im Gegensatz zu allen anderen Laubmoosen die ersten Zell- 
teilungen sich schon innerhalb der Sporen vollziehen, ohne dass es unmittelbar 
zur Bildung eines Hauptfadens kommt. 

Manche Sporen keimen schon nach wenigen Tagen, andere wieder erst 
nach Monaten. Die Zeitdauer von der Befruchtung bis zur Ausbildung des 
Sporogons und völliger Sporenreife schwankt dagegen von 5 bis zu 23 Monaten. 
Sie dauert z. B. nach Limpricht 5 Monate bei Pott;,, truncata, 6- <s bei 
IJicranella varia, 10 bei Sphagninn, über ein Jahr bei Hj/pnum cupressiforme, 
13 Monate bei Polytrichum commune, 16 — 21 bei lh IV imm n-Un-rosim,^. 17 bis 
22 bei den Splachnaceen und einzelnen IHerana, 22—23 bei Grimmia Doniana 
und Cosänodon u. s. w. Im Allgemeinen fehlt es noch an genaueren Angaben 
hierüber, indem die eigentliche Blütezeit der Moose je nach den verschiedenen 
Gegenden noch zu wenig bekannt ist. Arnell hat bereits im .Jahre 1876 zu 
derartigen phänologischen Beobachtungen angeregt (cf. Rev. br. 1876. S. 26 
und 27). In der Rev. br. vom Jahre 1878, S. 21 veröffentlicht er seine 
Beobachtungen über die Blütezeit, resp. Reifezeit der Antheridien und Arehe- 
gonien von mehr als 30 verschiedenen Arten und berechnet darnach die Zeit- 
dauer bis zur Ausbildung des Sporogons in Schweden für lUrnnn-lla nn-ia und 
einige andere Dicranellen auf 6-8 Monate, für DieraneUa heteromalla, wbidata 
und curwrta auf 16—19 Monate, für Hypnum v »n,m über ein .Jahr, für .br- 



auch in anderen Gegenden an 
Jahre lang fortgesetzte, sorgfä 
bei Laubach (Hessen) fand ich 



gemeinen wird man bei vielen 
entwickeln, wenn die Seten der alten 8p 



rklärung zu Tafel I bis III. 



1. Srliittostiya osmitndacea, a Rhizoiden, b kugelige und linsenförmige Leuchtzellen, 
c Protonema, d Stämmchen des jungen Pflänzchens. 

2. ICphrmn-um seiratitiii, a Protonema, b männliches Pflänzchen, c weibliche Pflanze 
mit Sporogon. 

3. Itiphyscinm fo/iosmn, a junges Pflänzchen, b flächenartiges Protonema, ähnlich 
wie bei Tetrodontium. 

4. lUxbainiäa aphylla, a junges Pflänzchen mit Archegonien und männlichen ( (?) 
Blüten, b zwei einzelne Archegonien, c muschelförmiges Deckbl. der ö Blüte, 
d stärker vergrössertes, plattenförmiges Protonema, e Laubbll., von denen die 
Randzellen des einen zu Protonemafäden ausgewachsen sind. 

5. Georgia (Tetraphis) pellucida, a Thallidienbecher mit den gestielten, linsenförmigen 
Brutkörpern, resp. Thallidien, b einzelnes, stärker vergrössertes Thallidium. 

6. Aidm-omniitm androgynum, a Pseudopodium mit den Brutkörpern, b einzelne, 
stärker vergrösserte Brutkörper. 

/. I'lplu-.merum liutltnutiun, a Protonema, 6 männliches Pflänzchen, c überwinternde 
Brutknöllchen, d einzelnes Antheridium. 

8. Dryptodon Hartmani, a Brutkörper an der Blattspitze, b abgelöstes Thallidium, 
stärker vergrössert, c in der Entwicklung begriffenes Brutknollenköpfchen. 

9. InrhostonnuH Warustorßi, a und b Keulenhaare mit streitkolbenförmigen Brut- 
körpern an der Spitze von a. 

10. Tortula papulosa, a Blattquerschnitt, b und c desgl. mit Brutkörpern über den 
Bauchzellen, d einzelne Brutkörper. 

11. Tlaglothecmm elegans, a Brutsprossen in den Blattachseln der Laubbll., b einzelner 
stärker vergrösserter, geweihartiger Brutspross. 

12. Platyyynun, np,,,«, „ Astende mit Brutsprossen in den Blattachseln, b einzelne 
ausgebrochene Brutsprossen. 

13. Tortula papulosa, a Laubblatt mit gehäuften Brntkörpern auf der Innenseite 



oberen Teil der Rh 



.rker vergrösserte Brutkö 



14. Tortula laüjolia, a Laubblatt mit über die ganze Spreite verteilten Brutkörpern, 
einzelne starker vergrösserte Brutkörper. 

Tafel IL 

1. Tortula (Barbula) muralis, Blütenspross mit einer weiblichen ( Q ) Blüte a unreifes 
b reifes befruchtetes, .vertrocknetes, stärker vergrössertes Archegonium, tf unreifes 
Antheridium mit Paraphyse. 

2. Bry.nn peuduhn,, Zwitterblüte mit Archegonien und Antheridien. 

S. Bjum pendulum mit reu. männlicher (d) Blüte, a der Reife nahes Antheridium 
mit l'araphysen, b starker vergrössertes reifes Antheridium. 
is, a unbefruchtete Archegonien, b j 



Arehegomum M .h entwickelndes Sporogon mit noch nicht abgesprengte 
5. desgl. m ; t kurz gest.elter 6 Blüte, dnrch welche die g Blüte zur i 






■ desgL junges Sporogon mit bereit, abgesprengter Haube, a Scheidchen, 
des Sporogons, , Ochrea, d »„„ der Set* emporgehobene Haube. 



— 55 - 

sifes Antheridiura, a Fuss des Antheridiums, 
Hülle desselben, c hervorquellende Spermatozoidienzellen. 

8. Grimmia leueophaea, a Antheridien, b inneres Hüllbl. der 6 Blüte. 

9. Bryum erythrocarpum, Querschnitt durch die beinahe reife Kapsel, a 
zwischen Sporensack und Kapselwand, b kutikularisierte äussere Ka 
c Ringzellen, d äusseres und e inneres Peristom nach Ablösung dei 
deckeis, / inneres Füllgewebe des Deckels, welches bei der Reife resorl 

10. Orthotrichum affine, phaneropore Spaltöffnung der Kapselwand. 

11. l'h^comltrella patens, schildförmige Spaltöffnungen der Kftpwlw»nd. 

12. Orthotrichum diaphanum, kryptopore Spaltöffnungen der Kapselwand. 

13. desgl. Kapselquerschnitt, a Scheidchen, b Fuss des Sporogons r Ochrea, 
Kapselwand, e Columella, / Sporen führende Schicht, r, Luftraum, h 

14. Grimmia leueophaea, Querschnitt durch die Kapsel, a Lolunml a um 
zellen, die schon zum Teil in je 4 Sporen sich getedt haben, ünfl 
bereits reifen Sporen, e äusserer Spore»— t 



ntosthodon (Funaria) /anularis, Kapsel querschn 
.um, c Columella. 
ülwhnnm airijxi/lareinn, 
durch die reife Kapsel, 



,,!„.,,, ,,,. ,,,,;, K„„el, c den Luftraum der Apophyse durchgehende Spann- 
Aussenseite der Apophyse, I Columella. 



fäden, d SpaltöffnungeL 

17. HymenoZ, „,,r„4o oberer Ted der entdecke!., 

verschlossenen Kapsel, « Bandzellen, b Hymenium. 

Tafel III. 
1 Dkmnum vovarium, « Stammquerschnitt mit Zentralstrans. 4 HjbitmMd der 
' fruchtenden Pflanze in natürlicher Grösse, c Peristom ,n,t ' ™ ^ »» '^ "j 
Mitte in 2 Schenkel gespaltenen Zähnen, d Querschn.tt dm* «n« ™ "^ 
und inneren Platten zusammengeset zten Zahn, e Qnersc ,,., * . __ [)Wt _ 

Teil eines Blattes, insbesondere durch , «P= ™ d ,. „„,„,,,„.„ ,«,,,,., 

. 3±ÄS*ä£^- = Verg """ '' "" 

3 CZ S^ÄS* • d - h den u ' ,tere, " '' durc " Jon oberen 

4 £^v*"^^ -*— ~*»~* 
t. SH5SS'. , sä—- * » - *— *— wt2ur 

Rand der Haube (nach Lim P n > durch den unteren , 6 durch den oberen 

8. Campylopus fiexuosus, a Querscüm Kansplrinff e Haube mit Fransen 
Teil des Bl.,\- gespaltene Peristomzahne, d Kapselrmg, 

an der Basis. . 

9. r«,, 7 ,y r ,< /'•' / ''; , ; , ; / :; , ;^i.^^ nach beiden Seiten ausgebauchten, 
mamillösen Laminazellen. 



11. Leucobryum glaucum, a Blattquerschnitt mit getüpfelten und porös« 
zellen, b Längsschnitt durch ein Blatt. 

12. Cynodoiitivm polymrpum, Querschnitt, a durch den 
c durch den oberen Teil des BL, d ein Teil de; 
e Querschnitt durch einen Peristomzahn. 

13. Dicrandla nrrirnlata, Querschnitt, a durch den unteren, b durch den mittleren 
und c durch den oberen Teil des Bl. 

14. hicraneüa Schreberi, ein Teil des Peristoms. 

15. Fissidens biyoides, a Querschnitt durch den reitenden Teil des Bl., b Querschnitt 
durch den Steugel mit Zentralstrang. 

16. Fissidens taxifolius, a Querschnitt durch den reitenden Teil des Bl., b stärker 
vergrösserte, 5— 6seitige parenchymatische Laminazellen. 

17. Ihm, „um /ih/ttii, Blattquerschnitt mit Papillen über den Pfeilern. ' 

18. Plmvidium altemifoUum, ö Blütenknospe mit 2 durchscheinenden Antheridien. 



III. Verbreitung der Moose. 

l)ie Laubmoose sind allein, also ohne die Lebermoose, in mehr als 
vierzehntausend bekannten Arten über die ganze Erde verbreitet.') Sie 
finden sich mehr in den kälteren und gemässigten Zonen, als in den wärmeren 



den Gebirgsregionen 



Artenzahl beträgt 



m Europa etwa «/„, ,„ den Alpen sogar >/, der Gefässpflanzen. Laubmoose 
kennt nmn .„Europa allein über 13U0 Arten. Sie reichen nach Norden bis 
»die Polarlander und in den Gebirgen weit über die Baumgrenze, bis zur 

SumXn 8 d° n h f A ' P T Dle 80ge, ' annteE Tu " d "»' b *™'- »»discbe 
Der Irhi ^V' n ,. meilenWeit ™ mit Moose » ™ d achten bedeckt. 
Der Unterboden derselben besteht nämlich aus gemischten Schichten von 

ä:^ r°° r E,s ' die sich im s — »» 2üä: 

aTtZTV K f erZ ' ehen S ' Ch " Ur mit M °° Sen UDd F1 <*"t»> und finden 
Mat"er der B ? ' m """S"*" As!en - A " Ch "' äea A1 P» — ^ 
Kräutern htfigfar g vo e :tM nWrige . n 8e ««». Gräsern und sonstigen 



„Adumbratio florae ] 



Xach Jaeger und Sauerb 

i bedeutend \ c 
«ach gegen 1300 europäische und r 
allerdings noch manche Synonyme 

11 m '" , ' 1 "' < ^ bi-findende Herbarium 
r eneia Huseorum Frondosorum vo 



Distichium capillaceum am Cima di Gargo in 3700 in, Tortella tortvosa am Cima 
del Largo in 3400 m, Schistidium confertum am Piz Corwatsch in 3400 m, 
Grimmia contorta ebendaselbst in 3430 m, Grimmia Domana am Piz Ot 
in 3230 m, Racomilriam mm^ns am Piz Arlas in 3100 m und Grimmia 
ovata in Rhätien am Piz Gallegione in 3130 m. Molendo fand am Gross- 
glockner an der Adlerruhe Racomitrmm lanuffinosum in 3463 m, Theobald 
am Parpaner Weisshorn Desmatodon obliquus in 3260 m, P. G. Lorentz 
am Piz Umbrail die (irimmia se.^itam, in 3023 in und J. Breidler am 
Venediger Grimmia molUs in 3206 m, am Grossglockner Grimmia elonyata in 
3420 m, sowie an der Schöntaufspitze im Sulzthal Didymodon rufus in 3300 m 
Meeresböhe. 

Manche Arten, wie Sphagnwm aeutifolium, Funan'a hyynmtcinca, Neckera crwpa 
und pennata, Fo/y/rir/uim jiuiipe.hiam. lirynn ro,,a,m, argenteum und turbinatam, 
Webern nutans, Mnium rouhratum u. s.w. sind in der alten wie neuen Welt weit 
verbreitet, finden sich nicht nur in den Gebirgen, sondern gedeihen auch in der 
Ebene, selbst noch in den heissesten Gegenden Südamerikas. Ja viele Arten, 

wie Thuidiiuii lamarisrimtm. Ili/jatam riiprc*»i/orm>; Polytriclmm pilifemm, Hnrbida 
wignicdata und falhuc, Tortida mnrolis und rnralis, Ceratodon purjaireus, Raco- 
mitrium lamiginosum und andere sind über alle Erdteile verbreitet. Die meisten 
Arten sind jedoch von einem bestimmten Maass der Feuchtigkeit ihres Stand- 
orts und der Atmosphäre, sowie' der jeweiligen Intensität der Beleuchtung, 
oder auch der geognostischen Beschaffenheit des Bodens, bezw. ihrer Unterlage 
abhängig, und daher mehr an bestimmte Lokalitäten und an besondere 
Regionen und Zonen gebunden. Nicht viele Arten gedeihen in allen Regionen 
von der Ebene bis aufs Hochgebirge, wie z. B. Webern nuda und nutans, Alnio- 
bri/uni albicans, Bartramia itliiqdiylla, I'hilouvtis fvntnmt, Tubjtrirhum jiiiu)>rrimim 
und commune (letztere jedoch nicht auf Kalk) u. s. w. Über die Verbreitung 
nach Höhenregionen giebt uns Molendo in „Moosstudien von P. G. Lorentz 
und L. Molendo, Leipzig 1864" nachstehendes Bild der Moosvegetation in 
den Tauern: 

1. Untere Stufe der Cerealien 800—1000 m mit 195 Arten; 

2. Obere „ „ „ 1000—1430 „ „ 223 „ 

3. Subalpine' Region 1430-2014 „ „ 226 „ 

4. Untere Stufe der alpinen Region 2014—2144 „ „ 217 „ 

5. Mittlere „ „ „ . 2144-2400 „ „ 180 „ 

6. Obere „ „ „ » 2400-2665 „ „ 148 „ 

7. Subnivale Region 2665-2680 „ „ 88 „ 

8. Nivale Region 2680-3575 „ „ 22 „ 



Löse unterschied in Thüringen: 
1. Region der Flussauen 



07 Arten; 



der Hügel und Vorberge 160-406 „ „ 263 
i Berge 406-730 „ „ 248 

Berge 730-975 „ „ 175 



L i in p rieht unterschied in Schlesien: 

1. Die Ebene bis 150 m mit 307 Arten; 

2. Die Hügelregion von 150— 500 „ „ 360 „ 

3. Die Bergregion „ 500—1100 „ „ 354 „ 

4. Die Hochgebirgsregion „ 1100—1500 „ „ 210 „ 
Hiernach ist also die Moosvegetation in den mittleren Gebirgslagen 

reichlicher an Artenzahl vertreten, als in der Ebene oder dem Hochgebirge. 

W. Baur unterscheidet in seiner Abhandlung über die Moose des Gross- 
herzogtums Baden nach der Höhenlage die Ebene von 100—300 m, die 
Hügelregion von 300—550 m, die Bergregion von 550—1100 m und die Hoch- 
gebirgsregion von 1100—1500 m. 

Schimper unterscheidet in seiner „Synopsis muscorum europaeorum" 
nach der Höhenregion: 

1. Die Ebene (regio campestris) als diejenige Lage, in welcher die Obst- 
bäume und Cerealien gut gedeihen; 

2. die Hügel- oder Bergregion (regio montana) bis zur oberen Buchen- 
grenze, also in Deutschland etwa von 300 oder 500 m bis 1160 m; 

3. die untere Alpenregion (regio subalpina) von der Buchengrenze bis 
zur Fichtengrenze; 

4. die Alpenregion (regio alpina) mit der Legföhre; 

5. die Hochgebirgsregion (regio supraalpina) über der Baumgrenze. 
Diese Höhenregionen sind je nach mehr nördlicher oder südlicher Lage 

nicht durch dieselben Meereshöhen begrenzt, vielmehr rücken ihre Grenzen 
immer weiter hinauf, je weiter wir nach Süden vorschreiten. Bei der Be- 
trachtung der Moosflora eines grösseren Gebietes hat es jedenfalls sehr viel 
für sich, die Höhenregionen im Anschluss an die Wald Vegetation zu unter- 
scheiden und daher bei den Standortsangaben eines Mooses sich nicht nur auf 
die Angabe der Meereshöhe zu beschränken, sondern auch die Waldvegetation etc. 
des betr. Standorts eventuell anzugeben. Die Angabe der Höhenregion ist 
namentlich darum von besonderem Interesse, weil wir sehr viele Moose nördlicher 
Zonen auch in höheren Lagen südlicher Gegenden, in den höheren Eegionen 
wiederfinden, wie z. B. einzelne Andreaeaceae und Splachnaceae, Bryum aretieum und 
arclmngelimm, Dicramun V ri,„la,,<i;,;u,, t Ihjpnum sarmentoswn und viele andere. 
Nach den geographischen Breitengraden unterscheidet Schimper in Bezug 
auf die Verbreitung der Laubmoose drei Haupt-Zonen: 

1. Die nördliche oder kalte Zone (zona septentrionalis) vom arktischen 
Meere bis etwa zum 54. Breitengrad, einschliesslich Schottlands, Irlands und 
der Skandinavischen Inseln; 

2. die mittlere gemässigte Zone (zona intermedia) vom 54. bis etwa 46. 
Breitengrad, resp. von der Ostsee bis zum südlichen Puss der Alpen vom 
Atlantischen Ozean bis an das Kaspische Meer; 

3 die südliche warme Zone (zona meridionalis) vom 46. Breitengrad, 
resp. südlichen Fuss der Alpen bis an das Mittelländische Meer. 



Die nördliche Zone trennt er nochmals in die hoelmordische, über dem 
nördlichen Polarkreis gelegene, eigentliche arktische Zone (zona arctioa), in 
welcher die Polytricha vorherrschen, und in die untere nördliche Zone, d. h. die- 
jenige unter dem nördlichen Polarkreis (zona septentrion;ili-mei idionalis), in 
welcher die flypna reichlicher auftreten. S. O. Lindberg und H. W. Arnell 
unterscheiden im nördlichen Asien (im Jeniseithale Sibiriens) ein: 

Territorium montosum von 56°— 58" nördl. Breite, 

Territ. silvosum meridionale „ 58°— 61,3° „ „ 

Territ. silvos. septentrionale „ H 1,3°— 65,3° „ „ 

Territ. subarcticum „ 65,3°— 69° „ „ 

Territ. arcticum über 69° „ „ 

also zwischen Waldregion und arktischer noch eine subarktische Region. Von 

den in Musci Asiae borealis (Stockholm 1890) von ihnen aufgezählten 410 

Laubmoosen erreichen mindestens 170 die eigentliche arktische Region über 

der Waldgrenze, während etwa 90 Arten schon in der subarktischen Region 

verschwinden oder auf der Tschuktschen- Halbinsel gefunden worden sind, alle 

übrigen aber nicht über die Waldgrenze hinausgehen. 

Von den 760 europäischen Laubmoosen, welche Schimper in der ersten 
Auflage seiner Synopsis beschrieben hat, finden wir: 

1. In der nördlichen Zone 330 akrok. und 140 pleurok., zus. 470 Arten; 

2. „ „ gemässigten mittleren „ 429 „ ,. 169 „ „ 598 .. 

3. „ „ südlichen wärmeren „ 280 „ „ 120 „ „ 400 „ 

Die gemässigte Zone zeigt demnach die grösste Mannigfaltigkeit der 
Arten akrokarpischer wie pleurokarpischer Moose, dagegen ist der Süden 
ärmer an Arten, ja selbst ärmer als der Norden, in dem die Moos«» gleichzeitig 
mehr in Massenvegetation auftreten. Abgesehen von den Gebirgen finden 
wir im Süden die Gattungen Tortuhu Trlchoxtomum etc.. res),, die l>„tf„,c,;,r am 
reichlichsten vertreten, von pleurokarpischen Moosen aber auch die vereinzelt an 
den Bäumen wachsenden Arten. *) 

') Nach dem Verzeichnis von M. KIi-im-Ih-i- < h>t!-,iit<> ii- II» l»l|'li u ■> ■ > 

sind z.B. aus Sardinien bekannt: Archidiacea, 1. Cleistocarpm lt. Wri^m,,,- 7. Rlml.lo- 
weisiaceae 1, Dicranaceae 2, Fissidetitnrcae 4. Leptofrirharrae 3, PvttUicrae :;;s. (imnwvurar 13. 
Orthotrichaceae9,Fwiariaceae7, Bryaceae 13, Mniaceae2, Bartrammmie ■'•. I'oh/lr« /..« r-irh, 
Fontinalaceae 8, Fterogoniaceae 2, Fabroniaceae 2, tfeekeracea 
thecieae 4, Brachythecieac IG. Hypnaceae 5 Arten, also aus» 
103 Acrocarpae und 37 Pleurocarpae. 

Weit mannigfaltiger ist schon die Mooavegetation der Nordd« itfch 
zähltC. Warnstori' in seiner Übersicht der Moosflors 

des Botanischen Vereins der Provinz Brandenburg XXVII) vom Jahre 18» 
Sphagna, 1 Archidium, 1 Andreaea, 17 Cleutocarpae, 207 .1 a ■■>., « 
Dicranaceae 21, Pottiaceae 32, Grimmiaceae 17, OrthotricMceae 88 ■■■•■ ■>■ 
vind 110 Pleurocarpae — darunter Brachythaume -2» .:.•: ,//-./-" ■ >■ ■ ■ ^ • • r. 

faltiger wird die Vegetation, wenn auch die Gobirge in der 1 

8 Andreaeen und 15 Sphagnen, 1 I ' *^ 



Manche Moose sind fast überall verbreitet und beinahe in jeder Zone 
und Höhenlage zu finden, wie z. B. Fluiden* bryoldes, Distb^lum eapiilaceum, 
Aloina nglda, Tortula ruralls, Polytrlrhum pili/erum. Bartramla itbyphylla, Philo- 

und stramineum u. s. w.; die meisten Arten sind jedoch an bestimmte Zonen 
oder Höhenregionen gebunden. Auf die nördliche Zone sind beschränkt: 

Andreaea obovata, Hartman, Bhjttü und Thedenii, Splarhnum Wormskjoldll, 
vosculosum. luteum und rubrum, Fmitimdi* <bd,mrllra. islandica und longifolia, 
Dichelyma eapiilaceum, Thedenia sueeira, Dlcranum arrtlcum, Psllopilum herigatum, 
Pogonatum capillare, einige Brya, wie obtuslfollum, teres, bulbljo/ium. nitbhdum, 

sowie Cinclidium arcticum, latifoüum, subrotundum und andere. 

Nur im Süden, jenseits der Alpen, finden wir Phatmm carnlollcum, Tnnmiella 

monsprliense, Ceratodon rorslcus, Leptotrlchnm tulmlutum, Ptyeltomltrlum pusillum, 
Ihyuu, om<irienH> und jnoclnclale u. s. w. Auf die Gegenden um das Mittel- 
ländische Meer sind beschränkt ausser einigen Twi.mieU.a- und Trle},nst„mum- 
Arten: Leptobarbula berlca, Tortula Midien, marglnata, cumdfolla und Vcddiana, 
Funana convexa, cwomnla und pub-helb,, Bm-tramia strh-h,, Pldhmuti* rigida, Fabronia 
und Habrodon, Leptudou S m lthil, fhumdia htzitaiiir,,, F.mtiiudis Jhiriaei und andere. 
Speziell als Küstenmoose sind zu betrachten: Sckistidium marltlmxm, Ulota 
phyüantha und Cn/phaea heteromalla, weil sie fast nur an Felsen oder Bäumen 
in der Nähe der Meeresküste angetroffen werden. 

Zu den Hocbgebirgsmoosen gehören: Andreaea nivalis und alpestris, 
Bartramm snbubita. Folytrlehnm mrangulare (in 1 500 - 3200 m), Plaaiobryum demltmm 
(1800- 2800 m), Brarhythecium glaciale und Ä««u.s.w. Grimmia trljmml* ist 
bis jetzt nur über 2700 m gefunden worden. Bldymodon rufus über 2400 m, De*- 
matodon Luiiren. (jnmmm <ipind<ii„. se^itnnu und snbsidrata über 2300 m, Leptoduhtinm 
styriacum und Ureas Martiana über 2200 m, Bartramia subulata nur über 2100 m. 

Zu den Alpenmoosen rechnen wir: Angströmia longipe«, Tortula aciphylla 
und alpina, Leptotrielmm glaucescen.% Tetraplodon, Dissodon Horusehcchll und 
Froellchlanus (in 2000-2900 m) und verschiedene Fncalypta-Arten. Nur über 
2000 m wurden bis jetzt Barbuta blcolor und IHcranttm fulvellum gefunden, über 
1900 m Oreowema serrulata, Grimmia alpestris und Hollen, über 1800 m Desma- 
todon .<y.<tylius und obliquu, nebst Stylosteglum caespitbinm, über 1600-1700 m 
Myurella upiadata und < hihotheeinm chryseum, über 1500 m Dlcranum Blyttii und 
Webern acuminata, über 1200 m Dlcranum falcatum, Encalypta Imgicolla, rhabdo- 
darunter Dicranaceae 32, Pottiaceae 38, Grimmiacet 
Brachythecieae 32 und Hypnaceae 72. 



otrichaceae 24, Bryaceae 42, 



Die auf fall,! 



Algier sind nach dem Kataloge ' 



Dicranaceen und Hypnaceen. 
sitzt, finden wir in der Nord- 
v Schlesien sogar 32 Dicranaceen 



■arpu und npoplii/xata, sowie Webern euenlhiUi 
Ebene finden wir: Physcomitrella, Sphaennuj 
und en i n e uulere. 

Viele Moose wählen ihren Standort nacl 
des Bodens oder sind an eine ganz bestimmte 
z. B. die Sphirli itaveae fast nur auf verwesende] 
Bestandteilen. Andere Moose, wie viele Or 

oder wenigstens vorzugsweise an Bäumen, - 
Arten meist nur an Felsen und Steinen. N) 
fallender Unterschied zwischen der Moosflor 
haltigen Gesteinen, wie Granit, Gneis, Porpl: 
und dergleichen. Eigentliche Kieselbewohi 
niemals auf Kalk vorkommen, sind z. B. ( 



Mehr Kalkbewohner (Calcicolae), 
an kalkreichen Gesteinen vorkommen, 
Doniamts, Anoeetanqium Ilonise/nielilhnin 



tatum und Hallen, Ilomalotlieeinm l'lulpp^nn 

Die bedeutende Verschiedenheit (In- 
einander sich erhebenden und gleichen kln 
Kalkbergen und Schieferbergen, welche in de 
beobachtet wird, erklärt Kern er in seinem 
dadurch, dass die kieselsteten und kieselholc 
an allen jenen Stellen fehlen, wo ihre Wui 
Maass des Zuträglichen überschreitenden M« 
ausgesetzt sind, was dann ihre Erkrankung, 



— 62 — 

so zeigt sich auch bei den von ihrer Unterlage so sehr abhängigen Moosen 
ein solcher Unterschied, wenn sie auch der eigentlichen Wurzeln entbehren. 
Von den auf der Erde wachsenden Moosen bevorzugen die einen den Sand, 
die anderen den Thon, die einen lieben mehr einen trockenen, die anderen 
mehr einen feuchten Standort oder auch den Torf. 

Auf sterilem Sandboden finden wir z. B. Archidhu«, Tortida rurali.<, Poh/- 
trichum piliferum, ThuhUum abietinum, Plenajoneminn cari/oliam. Br<,nm badiamu 
Waruemn, calo V h : ,ll„ m u. s. w. Den schlammigen Thonboden bevorzugen: 
Ephemerurn, Physcomitrella, Pleuridhnn mt'nhun. DlcraneUa tw/„. Ph^rnnitrimn 
spharrinnn und eurj/xfoihmn U. S. W. 

Auf trockenerem, sandigem Heidelehm gedeihen: Pijdn/sriu,,,. Ihurhaumia 

a/Jn/il,,. /„/„/,■/,■/„„„ jauiperinnat. Atrieham tn„j,i*t<i1n,,,. Pntaxlhnd,,,, etc. Einen 
feuchten Standort lieben: Sporled era palustris. Ihynm hinan,,, uth/hwsmi,. pwinlo- 
(ri'juetrun,, Duralii und Schleichen, Leucobiyum qlaunnn, II ; ,pnn,n cuspblatjn,,. 
Kneijpi und viele andere. Als Torf bewohner sind ausser den S r ha, Vl a zu 

betrachten: <*awp>/lopns turfaeeus und MiUleri, Pieranella cervindafa Pol '//'/ r'vlanii 
grucile und strictum, AJeesea, Amblyodon, IL/pnmu scorpioide* u. s. w. 

Manche Moose vermögen fast auf jedem beliebigen Standort zu gedeihen. 
wie z. B. r,, ,,/,„/„„ jnnpnnus, der deshalb auch zu den häufigsten Moosen 
gehört und uns überall von der Ebene bis aufs Hochgebirge in den mannig- 
fachsten Formen entgegentritt. 

Da das bessere oder schlechtere Gedeihen einer Art in der Regel sehr 
wesentlich durch den betr. Standort bedingt ist, so treten uns die auf den 
verschiedensten Standorten vorkommenden Moose ein und derselben Art oft 
in mancherlei Formen und Varietäten entgegen, wie wir dies z. B. bei Hypnum 
cupremforme sehen, je nachdem dasselbe auf Heideboden oder Waldhumus, 
auf der Rinde lebender Bäume oder auf bearbeitetem Holz, an Mauern und 
an Felsen, auf Ziegel- oder Strohdächern gewachsen ist. 

Je konstanter ein Moos an eine bestimmte Unterlage oder bestimmte 
Standorte gebunden ist. um so leichter und sicherer lässt sich bei dem Auf- 
finden desselben auf die physikalische, chemische oder geognostische Beschaffen- 
heit seiner Unterlage, bezw. auf die Feuchtigkeitsverhältnisse seiner Umgebung 
schlössen. Mit der Moosflora Europas stimmt am meisten diejenige von 
Nord-Amerika überein, jedoch finden wir auch im nördlichen Asien viele der 
bei uns im nördlichen Europa heimischen Arten. 

IV. Bedeutung der Moose im Haushalt der Natur und im 
wirtschaftlichen Leben. 

Vielfach ist die Ansicht verbreitet, die Moose seien nur von unter- 
geordneter wirtschaftlicher Bedeutung, weil sie der Landwirtschaft häufig mehr 
schaden als nützen. Dem ist jedoch nicht so. Sie sind vielmehr von un- 
berechenbarem Werte im Haushalt der Natur, und verdienen namentlich auch 
von Seiten des Forstmanns ganz besondere Beachtung, weil sie die besten 



— 63 — 

Feuchtigkeitsmesser sind. Nur ausnahmsweise entnehmen sie da 
Wachstum erforderliche Wasser aus dem Boden, wie z. B. die Pol 
deren Stamm, wie wir gesehen haben, von einem besonderen Leitbi 
zogen wird, um das von den Rhizoiden aufgesaugte Wasser durc 
Blattnerv bis zu der Kapsel und den Blättern empor zu leiten, 
ihre Organe sind so eingerichtet, dass sie das Wasser mit der grössten 
aufnehmen können, bald durch die Blätter, bald durch den Wi 
Stamm, oder durch besondere, spongiöse Bindenzellen am Stamm od< 
wie bei Au/aronuii.um, l>n,ihl'm. den Sphagna u. s. w. Sie besitzen ,j 
nur ein bedeutendes Aufsaugungsvennü^en, sondern vermögen auch 
rollen, Aufrichten und Anlegen ihrer Blätter an den Stamm, sowi« 
Bildung dichter Rasen und noch mancherlei Einrichtungen dieser . 
die Verdunstung herabdrücken, das aufgesaugte Wasser thunliehst la 
zuhalten, so dass der Moosrasen gleichsam als ein Wasserreservoir zu 
ist. Auf diesen beiden Eigenschaften, das Wasser aus den atmo 
Niederschlägen durch Tau und Regen sehr rasch aufzunehmen, und de 
dasselbe sehr lange zurückbehalten zu können, beruht der gross* 
Moose im Haushalte der Natur und im wirtschaftlichen Leben, 
nachstehenden Punkten noch näher betrachten wollen. 

1. Sie vermindern die Gefahr einer Überschwemmu 
Gerwig, der Erbauer der Gotthardbahn, hat durch einfach 
festgestellt, dass 5 Lot gewöhnliches, trockenes Moos aus dem Wal 
Minute 10 Lot Wasser aufnehmen, in zehn Minuten im Ga 
31^ Lot. Er hat darnach folgende Berechnungen aufgestellt. I 
gehalt des gesättigten Mooses entspricht einer Schicht reinen \\ 
4,47 mm Höhe. Für das Gebirge kann derselbe wegen seiner weil 
Entwicklung der Moosvegetation zu etwa 10 mm veranschlagt w« 
aber nicht nur die absorbierende Kraft der Moosptlänzchen in i 
ziehen ist, sondern neben derselben auch die Kapillarität der Moos 
des dichten Moosfilzes in Wirksamkeit tritt, auch die unter ein 
Decke sich fortwährend erhaltende Aufnahmefähigkeit des Bodens 
wasser und atmosphärische Niederschläge nicht ausser acht -elas: 
darf, so wird man nicht fehl gehen, wenn man unterstellt, 
Gebirge der bewaldete, mit einer Moosdecke geschützte Boden 
eine Wasserschicht von 2 bis 3 cm in kürzester Frist aufzunehmen um 
zurückzuhalten vermag. Darnach würde eine Quadratmeile \\ ah 
bis l 1 /, Millionen Kubikmeter Wasser zurückzuhalten vermögen 
zieht nun Gerwig folgenden Schluss: ,.Es wird in manchen Falle 
dass ein Unterschied von 20 bis 30 «bin VVasserzul 
der Fläche einer Quadratmeile entscheidet, ob eil 
wirkt oder nicht. Alsdann wird die kahle rlacn< 
(über 15 Stunden) früher, als die bewaldete je . 
Lässt mau hierbei nicht ausser acht, da^ die >chaulie!ien 



— 64 — 

nur von kurzer Dauer sind, so wird man finden, wie auch «ranz massige An- 
nahmen über die in der Moosdecke eines Bergbanges enthaltene Wasserschicht 
zu einem günstigen Ergebnisse führen." 1 ) 

Ähnliche Untersuchungen und Berechnungen über die Bedeutung des 
Waldes für eine geordnete Wasserwirtschaft hat Bühler zu Zürich auf 
der 1889 er Versammlung Deutscher Forstmänner zu Dresden mitgeteilt. 
Er unterstellt: Wenn pro ha 4000 kg Buchenlaub und 6000 kg Moos 
liegen, so vermag ersteres 18000 1 und letzteres 60000 1 Wasser auf- 
mögen die Äste und Stämme etwa 2,5 bis 3 mm Wasser zurückzubehalten. 
Da nun in Deutschland die Niederschlagsmenge in einer Stunde bis zu 50 mm, 
im Gebirge sogar bis 76 mm und in 24 Stünden bis zu Ion mm, resp. im 
Gebirge bis zu 448 mm betragen kann, so hält Bühl er den Einfluss des 
Waldes auf das Zurückhalten des Wassers für bedeutend überschätzt. Wenn 
auch der Wald mit seinem Moosteppich keine absolute Sicherheit gegen Über- 
schwemmungen zu gewähren vermag, so ist doch sein Einfluss auf die Ver- 
zögerung des Wasserabflusses durch längeres Zurückhalten eines bedeutenden 
Teils der Niederschlagsmenge von unberechenbarem Wert. Wohin eine Ent- 
waldung und das Verschwinden einer üppigen Moosvegetation, welches dieselbe 
im Gefolge hat, führt, dies sehen wir am besten in Frankreich, woselbst das 
Rhonethal seit der Revolution infolge Entwaldung der Kalkberge fast all- 
jährlich den grössten Überschwemmungen ausgesetzt ist. Auch Spanien, das 
Karstgebiet und Griechenland zeigen uns ähnliche traurige Verhältnisse. 

2. Sie verhindern ein Abwaschen des Bodens und befördern die 
Bildung der Quellen durch Vermehrung der Menge des Kondensations- 
und des Sickerwassers. 

Dass der Wald in dieser Beziehung von sehr günstigem Einfluss ist, dies 
ist allgemein bekannt, werden doch in neuerer Zeit Tausende und aber Tausende 
zur Wiederbewaldung der Höhen, Verbauung der Wildbäche und dergl. mehr 
in Frankreich und Österreich bewilligt, um das Abfliessen des Schnee- und 
Regenwassers zu verzögern und das Abschwemmen des Bodens in den Gebirgs- 
gegenden zu verhindern. Da wo kein Wald vorhanden ist, vermag die Pflanzen- 
decke, insbesondere aber die Moosvegetation den günstigen Einfluss einer 
Bewaldung teilweise zu ersetzen. Unter einer Moosdecke bleibt nämlich nach 
den von Professor Dr. Ebermayer angestellten Versuchen der Boden stets 
feuchter und liefert mehr Sickerwasser, als im unbedeckten oder mit Pflanzen 
bedeckten Boden. Ebenso enthält die Moosdecke mehr Kondensationswasser 
durch Tauniederschläge und dergl, als der unbedeckte Boden. Da aber der 
Wassergehalt der Quellen von der Quantität des Kondensations- und Sicker- 
wassers abhängt, so wird auch die Bildung und Entstehung derselben durch 

') cf. Der Kulturwert des Waldes von Karl von FischWh in V™, rvi, .„ m W«*r* 



— 65 — 

eine Moosdecke sehr gefördert werden. In dieser Beziehung ist die Verbreitung 
und Verteilung der Moose nach Zonen und Regionen von besonderem Interesse. 
Je nach der Höhenlage nimmt nämlich die Anzahl der Arten nach oben wie 
nach unten auffallend ab und wir finden die meisten Arten, sowie die massen- 
hafteste Verbreitung derselben gerade in denjenigen Regionen, in denen die 
meisten Quellen zu Tage treten. 

3. Sie erhalten die Lockerheit des Hodens. 
Lockerheit, Feuchtigkeit und Tiefgründigkeit des Bodens sind diejenigen 
Faktoren, die ein gedeihliches Wachstum der Pflanzen bedingen. Der frucht- 
barste Boden ist bekanntlich derjenige, welcher die sogenannte Krümmelstruktur 
besitzt. Eine solche Krümmelung durch Lockern des Bodens zu erlangen, 
ist der Zweck des Pflügens und Eggens, des Umgrabens, des Rodens und 
Behackens und jeglicher Bearbeitung des Bodens. Allein selbst die lockerste 
Gartenerde verdichtet sich wieder sehr bald an ihrer Oberfläche durch den 
Einfluss austrocknender Winde, namentlich aber durch das harte Aufschlagen 
schwerer Regentropfen. Nach längere Zeit anhaltendem Regen, ja oft schon 
nach wenigen Tagen, bildet sich auf der Oberfläche der Gartenerde eine feste 
Kruste, die das Eindringen von Luft und Wasser in den Boden mehr oder 
weniger verhindert und denselben dem Zutritt von Kohlensäure, Stickstoff und 
Ammoniak u. s. w. verschliesst, so dass derselbe wieder gelockert werden 
muss, damit die Nährstoffe leichter an die Wurzeln der Pflanzen gelangen 
können. Eine solche Verdichtung des Bodens sucht der Forstmann in seinen 
Pflanzgärten dadurch zu verhindern, dass er die Beete zwischen den Pflanzen- 
reihen mit Moos bedeckt, welches gleichzeitig die Entwicklung von Gras und 
Unkräutern zwischen den Kulturpflanzen verhindert. Ebenso wird überall in 
der Natur durch die Moosvegetation die Bodenoberfläche gegen den verderblichen 
Einfluss austrocknender Winde und eine Verdichtung durch den Hegen geschützt. 
Von welch günstigem Einfluss aber die Lockerheit des Bodens auf die Menge 
des Sickerwassers ist, das haben uns die in dieser Beziehung angestellten 
Versuche Ebermayer's bewiesen.- 1 ) Zufolge seiner Beobachtungen sickerten 
von den Niederschlägen im 4 jährigen Durchschnitt im nackten Moorboden :J9%, 
im Lehmboden 43%, im grobkörnigen Quarzsand 86%, im feinkörnigen Kalk- 
sand 94% in ein Meter Tiefe ab. und ergab sich sogar bei den. feinkörnigen 
Sand im Vergleich zur Niederschlagshöhe ein Übersehuss von 7%. Die Lockerung 



des Bodens erfolgt in der Natur überall flurcii die nie 
durch die Larven vieler Insekten und die Regenwürme 
wesung der Wurzeln abgestorbener Pflanzen oder anc 
sie wird aber erhalten durch die schützende Decke 



Da die Befruchtung der Moose 
sind auch alle Organe derselben dazu e 



insbesondere 



— 66 — 

erforderliche Wasser aus den atmosphärischen Niederschlägen rasch zu ent- 
nehmen und thunlichst lange festzuhalten. Einer eigentlichen, in den Boden 
eindringenden Wurzel entbehren dieselben. Statt ihrer finden wir am Fusse 
vieler Moosstämmchen meist mehr zur Befestigung derselben dienende Rhizoiden, 
die sich jedoch auch in Saugzellen verzweigen können, so dass sie alsdann 
einem Netze gleichen, welches den Humus durchspinnt. Nur bei den Poly- 
trichaceen sind die Rhizoiden zu wurzelartigen, in den Boden eindringenden 
Strängen vereinigt, welche einen Teil des zur Entwicklung erforderlichen 
Wassers aus dem Boden aufnehmen und durch den Zentralstrang des holzigen, 
steifen Stengels nach den Blättern, sowie durch die Seta nach dem jungen 
Sporogone emporleiten. Wir finden daher auch die Polytrichaceen auf den 
verschiedenartigsten Bodenarten verbreitet, sie vermögen sich dem trockenen, 
wie dem nassen Standort anzupassen. So finden wir Polytriclnn» )uni v ,rhum> 
auf dem sterilen Heidelehm, Polytr. pilifer,,,,, selbst auf Flugsand, PolytMm, 
commune «Ingegen häufig in Sümpfen und Polytr. gracile und stridum sogar nur 
auf Torfboden. Sie gleichen jungen Nadelholzpttänzchen mit verkürzten Nadeln 
und sind für uns gewöhnlich ein Zeichen des Mangels oder des Überflusses 
humoser Bodenbestandteile. Wir finden sie sowohl in der Ebene wie in der 
arktischen und hochalpinen Region. Ihr Nutzen besteht mehr darin, dass sie 
em Abschwemmen des Bodens verhindern, während sie in unseren Waldungen 
meist mehr schädlich als nützlich sind. Sie werden in der forstlichen Literatur 
mitunter als „Haftmoose« bezeichnet. Man versteht darunter solche Moose, 
die man nicht mit dem Fusse von dem Boden wegscharren kann, sondern so 
fest mit demselben verbunden sind, dass man sie zur Entfernung mit der 
Hand ausreissen muss, wie eine Pflanze mit Wurzeln. Alle übrigen Moose, 
mit alleiniger Ausnahme der mehr im Wasser lebenden Sphaana und Sumpf- 
moose, nehmen das zu ihrer Lebenstätigkeit erforderliche Wasser vorzugsweise 
aus den atmosphärischen Niederschlägen auf und sind namentlich deshalb von 
so grosser Wichtigkeit für die Fruchtbarkeit des Bodens weil sie die Ver- 
dunstung der Bodenfeuchtigkeit verhindern und durch Zurückhalten ihrer 
eigenen Feuchtigkeit den Boden frisch und feucht erhalten. Hier kommen 
namentlich diejenigen Moose in Betracht, die sich durch sogenannte Massen- 

""; '" U> : ' , ""- ni ™ h Astmoose, di, //./,„ /,„, Sr/ireho ,- 

!l!l -• </</ ; <<^. ferner die in grösseren Rasen und Vliesen 

..ncl I, ,,., uud viele andere, überhaupt alle in den Waldungen -in gnWrer 

tt^zz r^ den f ° 8e - f Ausnaw der ob - «**- *+E£ 

Arten de cZ T ", f " ^ *" gr ° SSen Mo <^ep P ichen vereinte 
Ar en der ^ att 7 /fl und ^.^ ^ ^^ PI 

;" d Kräuselung ihrer langen schmalen Blätter beim Austrocknen die Ä 
keit besitzen dem Einfluss trockener Winde und der verdorrenden w£ai dL 
Sonnenstrahlen recht lange zu widerstehen Wirkung dei 

Die Fähigkeit der Moose, den Boden feucht und frisch zu erhalten ist 
m den Waldungen namentlich deshalb von so grosser Wichtigkeit, weil' sie 



— 67 — 

das Keimbett für die natürliche Verjüngung vorbereiten. Dies gilt be 
für die in den Saatbeeten häufig so schwer keimenden Soi-Iws- und Pi/ru. 
So finden wir z. B. an den westlichen und südlichen bis südöstlichen 
im Basaltgebiete des Vogelsbergs an der Grenze zwischen Buchen- und 
holz-, insbesondere von Kiefernbeständen fast überall Eisbeerbäume, < 
auf dem Wege der natürlichen Verjüngung daselhst entstanden sind. 
die Drosseln die Eisbeeren von den Chausseebäumen aus in den Wald 
woselbst die Steinkerne der Beeren im feuchten Moosteppiche zur K 
gelangten. Auch Weissdorn und wilde Hosen finden sich namentlidi 
ihre Samen auf dem durch einen Moosteppich feucht gehaltenen Wal 

Buchenverjüngungen und dergl, Selbst Bucheln und fächeln verum- 
lockeren Rasen der Astmoose noch zu durchdringen und finden in den 
dieselben feucht gehaltenen Boden ein gutes Keimbett. Schon wen 
dies der Fall bei den IHcranum- Arten, die daher auch im Buchenwa 
stellenweise vertreten sein dürfen. Durch die dichten, oft verfilzten Rasei 
letzteren können nur kleinere Samen zum Boden gelangen, wie z. B. der I- 
und Fichtensamen. Sie sind daher auch mehr die Begleiter der Nadelholzln 
In der baumlosen sandigen Ebene wird durch Thnili,,,,, nh.-thnnn. 
muralis, Barbula convolnta und Tvrt,>U« iwlinata u. s. w. die Bildung de« 
sandes häufig verhindert. 



Wie wir bereits früher gesehen haben, so 
Moose ein unbegrenztes Längewachstum, währe 
das Wachstum ihrer Hauptachse mit der Aula 
Scheitel abschliessen, dafür aber alljährlich trat 

bei mehrjährigen Arten die unteren Enden der S 1 
und verwesen, während die oberen in der ent 
verlängern, bezw. durch Sprossung fortwachsen. 
die Sprosse weniger Jahre erhalten, ja die Wach 
häufig nur auf die Tätigkeit der noch grünen C 
während die älteren Organe der Verwesung anhei 
ihre Zersetzung jene bekannte lockere, braune 1» 
als Humus bezeichnen. Häufig wird die Bild. 
beschleunigt, dass die Moosrasen als Wohnstä 
Winter Schutz unter denselben suchen, von dies 
wühlt werden. Wenn die Moose auch von gross 



die durch dieselben gebildet wird. Der Humus aber ist I 
und Entwicklung einer Pflanzendecke von der allergo 
Kerner unterscheidet in dieser Beziehung drei u- 
stufen des Pflanzenreichs. Er rechnet zur erst en Entwicl 
welche sich auf dem nackten Boden ansiedeln, sich mi 
Unterlage zufriedenstellen und im Laufe der Zeit 
wüsteste Gerolle und den ödesten Flugsand bezwingen 
£u dieser Gruppe gehören neben den Flechten di< 
zweite Entwicklungsstufe umfasst Pflanzen welche e 
bedeckten Erdreichs bedürfen und sich auf dem von 
zubereiteten Boden niederlassen, von demselben gewisses 
und die ersten Ansiedler unterdrücken und iiberwue 
unsere Waldbäume mit der sie breitenden M_v', 
Entwicklungsstufe gehören Gewächse an für welche' ,1 \ 
die Pflanzen der zweiten Entwicklungsstufe n„h unl ! "' 
unentbehrlich ist, wie z. B. die Torfmoose nebe 

der unorganischen Stoffe im Laufe\le7 Tahre' ,, ' '"^ 
nur noch ein kleinerer Teil der Pflanzenwelt I.ch'aüf ,}, 
wd ersehen hieraus, dass die Moosveiretatioii . 
Anteil an der Bildung des Humus und der Pfl . ". , 
dieser Einfluss auf die H,™,,^', i » nanzend* 

aus n,,W u i v ^umusbildung m forstlicher B 
" D^kef " ; AUSSerUng deS Herrn Oberforstmeist, 

Z^ZZFi" T; s 341 h — • 1 

^ ö en des Harzes findet man an mit S 
fuchsige, offenbar aus natürlichem Ar 



Fichtenbestände. Der Samen 

ssTwr-Ä?- st^^-rsÄ £ 

■I" 1 ' P'cbt«, und Ahornbäum, I,.,,,,,.,,,,., (| ,' ".. " ^' lz "" *"*™*» 

T.ej,:^ : r z e ^° en T orgehoben ««*•■»«■ t: !;;:;::: 

Schreitet .ü". \ ,', J,' ~' '" ™ W ™ <» '^hk, ,d„,, ,,„„„ „ 

Wril - von Run,: '[^ ch ™ch in der Ebene kann ein 

durch überschüssiges Wasser en ™° g U ' ld Verwesung desselben 

und verhindert wird. Dies ist namentlich 



— 09 — 

auf undurchlassendem Untergrund der Fall, welcher zur Entstehung der Torf- 
sümpfe Veranlassung giebt. Die Hauptrepräsentanten dieser dritten Ent- 
wicklungsstufe des Pflanzenreichs sind die Torfmoose oder Sphagna. Sie be- 
decken häufig meilenweit die Sümpfe und tragen wesentlich zur Bildung des 
Torfes bei. In neuerer Zeit ist man vielfach damit beschäftigt, die Torfmoore 
durch Entwässerung, sowie durch Brandkultur, Übersanden und Düngung mit 
mineralischen Bestandteilen der Kultur wieder zugänglich zu machen, um ihnen 
einen höheren Ertrag abzugewinnen, was jedoch meist nur mit grossen Opfern 
verbunden ist. Von wirtschaftlich weit höherem Werte sind dieselben im 
Gebirge, indem sie daselbst die Wasserreservoire bilden, aus denen die Bäche 
und Flüsse während des Sommers gespeist werden; sie ersetzen in dieser Be- 
ziehung in den niederen Gebirgen die Gletscher der Alpen. Frisches Torf- 
moos, welches ein Gewicht von 25 g zeigte, wog ausgetrocknet nur 2,5 g ; es 
vermag 90% Wasser leicht zurückzuhalten. Daraus lässt sich berechnen, 
welch bedeutende Wassermassen von einem Hochmoor im Gebirge vom Herbst 
bis Frühjahr aufgespeichert werden. So ist z. B. das Torfmoor der 105 ha 
grossen Breungeshainer Heide im Vogelsberg zwischen Taufstein und Geisel- 
stein fast 1 km lang und 1 j 2 km breit, bei einer Mächtigkeit von meist 
mehreren Metern. In seiner Mitte ist es einige Meter höher, als an seinem 
nördlichen Ausgangspunkt am Geiselstein. Nach beiden Seiten, nach Norden 
und Süden, fliessen aus demselben die Wassermassen ab. Trotzdem in dem 
trockenen April 1893 der Wasserspiegel des Moores Vf 9 m tiefer lag wie 
gewöhnlich, konnte man am Geiselstein das Rauschen der aus demselben ab- 
fressenden Wassermassen weithin vernehmen. Der aus dem Moor entspringende 
Waldbach hatte am Rande desselben, am Fuss des Geiselsteins bereits eine 
solche Gewalt, dass er das grösste Mühlrad hätte treiben können. Ähnliehe 
Verhältnisse finden wir am „Roten und Schwarzen Moor" in der Rhön, an 
der Hornisgründe im Schwarzwald und noch an anderen Orten. Alle diese 
Hochmoore der Gebirge dienen als Wasserreservoire. Sic sammeln das Wasser 
vom Herbst bis zum Frühjahr, geben es nur nach und nach im Sommer ab 
und speisen dadurch während der trockeneren wärmeren Jahreszeit die Bäche 
und Flüsse. 

In den Alpen bilden die Moose einen Hauptbestandteil mancher Matten. 
Neben niedrigen Phanerogamen, sowie den S/Ji'i;imi und I'<>/>/(n<-/m sind es so- 
wohl die in dichten Rasen wachsenden Dicranum-Arten, als auch die mehr 
zu lockeren Vliesen verbundenen Racomitrien und Hypna, wie Hypnum Schr>;/»'ri, 
Ilyloromhnn .<}>!< »<!>»* und Iriquetm,,, etc., welche den Matten den ihnen eigen- 
tümlichen Charakter verleihen und die Bildung einer den Boden schützenden 
Humus- und Pflanzendecke vermitteln. 

6. Sie leiten die Verwitterung der Felsgesteine ein. 
Wetterumstürmte Felsen pflegen sich mit der Zeit mit Krustenflechten 
zu bedecken, zu denen sich sehr bald verschiedene Moose der Gattungen 
(ni'imiiio, llxlwKjia, Racomitrium u. s. w. gesellen. Möge das Gestein auch noch 



— 72 - 
zu einer Zeit geweckt wird, in der der Boden noch gefroren ist und das Auf- 
saugungsvermögen der Wurzeln mit der Transpiration der Bäume nicht gleichen 
Schritt zu halten vermag, so müssen die Nadeln vertrocknen. Solche Bä.une 
erfrieren in der sonnigen, isolierten Lage gerade am allerleulitesten. Im 
Schatten oder im geschlossenen Bestand, in welchem der Boden durch eine 
Moosdecke geschützt ist, würde die Lebenstätigkeit dieser Bäume nicht so 
frühe geweckt werden und die Ausgleichung der Temperaturextreme denselben 
mehr Schutz gegen das Vertrocknen und Erfrieren gewähren. 

8. Sie liefern dem Landwirt Streumaterial. 
Das Moos ist jedenfalls das vorzüglichste Streumaterial. Es übertrifft 
hinsichtlich seiner Aufsaugungsfähigkeit sowohl das Stroh, wie alle anderen 
Streumaterialien und besitzt im Vergleich zur Laubstreu einen verhältnismässig 
hohen Gehalt an Stickstoff, Phosphorsäure und Kali. Im Vergleich zu anderen 
tanzen ist es jedoch arm an alkalischen Bestandteilen und besitzt deshalb 
nur geringen Dungwert. So enthält z. B. 1 kg Asche von: 

Gerstenstroh 10,97 g Kali und 2,15 g Phosphorsäure. 

Weizen stroh 7,33 „ „ 2 58 

Waldmoos 5,53 „ 2 97 

Buchenlaub 2,97 „ „ n 3^4 " 

1 zJsLZTkvP ent T chen " DmgWrt eret " ß0 Ztr - Waldmoos 

We^nafme d ^ M TT ^ ^ " den gr ° SSen ^cbMo», die eine 
Wegnahme der Moosdecke für den Wald im Gefolge hat In allen einer 

mindestens 4 bis 6Ja£e vleh § Z , ""*?"* ***** •***■«* «eil 
UM hat. Am schädli 1 en t d' V Tt ^ neBe M ° 0sdecke ** 
daselbst uur die t ,m e der Ohe'fl ,' "? ^"ständen wegen der 
liegenden Wurzeln. «" t L ^ ''"'^^ ^ ^ h ZU Ta * e 
mineralischen Bestandteilen £ ^ISÄdS^ ^ ^^ ^ *" 
stockenden Kiefernbeständen wie 1 d '-' ^ '"Z™ ""^ raf Sand 

»achsenden Laubwaldungen/ slhäd cht r a ,f fl 7 *°? kräfti S erem Bode " 
Boden. I„ den Waldungen sollte l T A""""' Wle auf «efgründigem 
nur ausnahmsweise^ T ^l^ tT° ?" M ~ * «**** 
Strohernte uud bei Futtermangel Öder IIb Ml ? ahren ' bei »genügender 
Zerstückelung des Grundbesitze Ld d m B au "„ Z7*, ^^ «""" 
^-jedoch die Nachfrage nach Moofs^ ^mtZt^ S 

') Die Lehre der Laubstreu von E . !S7« o «^ 



— 73 — 

Gegenden weit grösser, als der Wald auf die Dauer zu gewähren vermag, wie 
z. B. in der vorzugsweise Kartoffeln bauenden Mainebene, in der Tabak bauenden 
Rheinebene, im Odenwald und in vielen Sandgegenden. 

Ein noch weit besseres Streumaterial als die Waldmoose sind der grossen 
Aufsaugungsfähigkeit wegen die Torfmoose, Sphagna, deren Nutzung als Streu- 
material auch meistens kein Hindernis entgegensteht. Man sucht daher in 
neuerer Zeit zur Schonung des Waldes die Torfmoose, sowie den Torf selbst 
zu Streuzwecken mehr heranzuziehen. 

9. Sie liefern uns geeignete Anhaltspunkte im Wiesenbau zur Melio- 
ration der Wiesen. 
Bei den bescheidenen Ansprüchen der Moose an die alkalischen Nähr- 
salze des Bodens siedeln sich dieselben ausserhalb des Waldes überall da an, 
wo entweder ein Mangel an Humus oder ein Überfluss an ausgelaugtem, nur 
noch wenige alkalische Bestandteile enthaltendem Humus vorhanden ist. So- 
wohl auf dem trockenen, sterilen Heideboden, wie in den Sümpfen bilden sie 
einen Hauptbestandteil der Vegetation. Wird eine Wiese zu tief gemäht und 
der Boden blossgelegt, so besiedeln sehr bald die Moose den nackten Boden 
und bereiten wieder ein neues Keimbett für die höher entwickelten Pflanzen. 
Wird eine Wiese zu spät im Herbst gemäht, so dass sich die Büsche der 
Gräser nicht mehr genügend bestocken können, so sind die weichen Organe 
der Vegetationskegel, die Herzen der Graspflänzchen, im Winter zu sehr der 
kalten Witterung ausgesetzt, sie erfrieren und es entstehen Lücken in der 
Grasnarbe, die so lange von den Moosen eingenommen werden, bis letztere 
wieder von den höher entwickelten Pflanzen verdrängt werden. Überall wo 
nackte Stellen des Bodens, wie alte Maulwurfshügel und sonstige Blossen 
längere Zeit oder dauernd von kleinen Moosen, wie Pleuridien, Ceratodon, lirymn 
argenteum, Pottia* und Barbida-Arten u. s. w. eingenommen werden, ist dies ein 
Zeichen unaufgeschlossenen Bodens, sowie eines Mangels an Humus und lös- 
liehen alkalischen Bestandteilen. Zur Verbesserung der Wiesen empfiehlt sich 
an solchen Orten ausser der Lockerung des Bodens eine kräftige Düngung 
desselben, wozu sich bei unaufgeschlossenem, an Alkalien nicht armen Boden 
namentlich Stalldünger und Komposterde eignen, während auf ärmeren Sand- 
böden dazu auch mineralische Dungstoffe mit verwendet werden können. Eine 
andere Moosvegetation auf den Wiesen zeigt sich im Schatten der Bäume und 
am Rande des Waldes. Hier ist es häufig weniger der Mangel an Nährsalzen, 
wie an Wärme und Sonnenlicht, welcher die Entwicklung der Gräser hindert 
und der vorzugsweise aus Hypman purum und s<-/,n hn-i, llylomuiiinn .<pb »ihn* 
und squatroKiim. Thii'^Umn iLlirni,,!,,,». sowie einigen l/u-runum- Arten und dergl. 
bestehenden Moosvegetation die Oberhand lässt. Da die besseren Wiesengräser 
im Schatten weniger blühen und seltener Samen ausreifen, so ist das geeignetste 
Mittel zu einer Verbesserung solcher Wiesen eigentlich die Beseitigung des 
Schattens, Entfernung aller Hecken und Bäume aus den Wiesen, Anlage von 
Randwegeu am Saume des Waldes und dergl. Wo dies aber nicht möglich 



— 74 — 

ist, empfiehlt sich das Beeggen der Wiesen zur Entfernung der Moose und 
Lockerung des Bodens, nebst gleichzeitiger Aussaat von besseren Grassamen 
auf die gelockerten Stellen. Kann sodann noch eine Düngung mit Holzasche 
erfolgen, so werden die besseren Wiesengräser sehr bald wieder die Oberhand 
über die Moosvegetation erlangen. 

Aber auch ein Überschuss an Humus kann auf den Wiesen zur Bildung 
einer Moosvegetation Veranlassung geben, nämlich da wo dieselben infolge 
aberachüssigen Wassers zur Versumpfung neigen. Wird durch stagnierendes 
Wasser, Zutagetreten des Grundwassers, oder überhaupt einen Überschuss an 
Wasser die oberste Bodenschicht zu viel ausgelaugt, so werden die guten 
Wiesengräser in ihrer Entwicklung gehindert, es treten die Seggen, Binsen und 
Simsen, die saueren Gräser an ihre Stelle, zu denen sich sehr bald die nur 
bescheidene Ansprüche an die Nährsalze machenden Sumpfmoose gesellen, 
welche ihre Nahrung vorzugsweise dem Wasser und nicht dem Boden ent- 
nehmen. Bei undurchlassendem Untergrund und stagnierendem Grundwasser 
kann hierbei infolge gehinderter Verwesung der absterbenden Pflanzenteile nach 
und nach eine solche Anhäufung von Humus stattfinden, dass Torfbildung 
eintritt und die gewöhnlichen Sumpfmoose, die sog. Harpidien, wie Ilypnum 
Kneifju und aduneum, Sendtneri und Wihoni, Cossom, hde.rmnlium, hjeopodioides 
u. s. w. den noch bescheidenere Ansprüche an die Nährsalze machenden Torf- 
moosen, insbesondere den Sphagna das Feld räumen müssen. Die ersten Vor- 
boten einer Versumpfung der Wiesen sind Climacium dendroides und Aularonnnmn 
J'" , " sfr ''' zu denen sich sehr bald bei fortschreitender Versumpfung Il m >t„im 
ni^dntmn, Camptothenwn nitens, sowie auch Dkrana, Mnia und Bn/a und zu- 
.■t/t //,/,„„.„ ,,„•,,„„„„„„ un «i sUlut.nu mnh/o/;,,,,, m ,d „i,,,,»,,,,,,, nrbst den vor- 
benannten Harpidien und schliesslich Hypnnm, e.rannulata,,,] /*„;,„„* und scorpioides, 
sowie Meesea und Sphagna gesellen. Die Zahl der sich hier vereinigenden 
Sumpfmoose ist so gross, dass wir sie nicht alle aufzuzählen vermögen. 1 ) Wo 
diese Sumpfmoose in grösserer Menge und Ausdehnung erscheinen, da hilft 
~ -Entwässerung der Wiesen zur rascheren Ableitung des überflüssigen 
, der dann später, nach erfolgter Trockenlegung, eine zeitweise Be- 
wässerung und Berieselung zum Behufe der Düngung und Zuführung des in 
der wärmeren Jahreszeit erforderlichen Vegetationswassers wieder folgen kann. 
10. Sie liefern auch dem Forstmann geeignete Anhaltspunkte im 
Waldbau. 
Die wichtigste Frage im forstlichen Betriebe ist und bleibt die Wahl der 

Moot Tn «ff» *° "«»^gatation sehr geeignete Anhaltspunkte, weil die 
häufle lJ% , re ' en ?"]" die beSten ^htigkeitsmesser *>*, -ch sehr 
hanfignnen Schluss auf d,e geognostische Beschaffenheit des Bodens zulassen. 



Wasse 



— 75 — 

Finden wir z. B. ein Kalkmoos wie Hypnum mollmcum, Ih-acliytlu'cittm 
laetum, oder K\uh;ind,hnh Y<<n<'lun auf Basaltboden, so ist dies ein Beweis, 
dass der betr. Basaltstein neben Kali und kieselsaurer Thonerde auch sehr 
reich an Kalk ist. Dies ist z. B. der Fall bei den mehr blasigen Basalten, 
bei deren Verwitterung kein bindiger Thon- oder thoniger Lehmboden, sondern 
ein mehr mergelartiger, sehr fruchtbarer, lockerer Mergellehm entsteht. Finden 
wir aber Kalkmoose, wie Leptotriclmm flexkauU auf magerem Sand, wie z. B. 
bei Seeheim und Bickenbach in der Bergstrasse zwischen Darmstadt und 
Heidelberg, so lässt dies auf einen allzugrossen Kalkgehalt schliessen. Der- 
artige an Kalk allzureiche Sandböden gehören zu dm iinlruclit Kirsten Boden- 
arten, auf denen trotz ihrer Tiefgrüudigkeit selbst die Kiefer häufig nur sehr 
schlecht zu gedeihen vermag. 

Weit wichtiger ist der Wert der Moose als Feuchtigkeitsmesser. So 
war unter den Forstleuten sehr lange die Ansicht verbreitet, dass Kalifornische 
Tannen, Douglasfichten und noch manche andere Holzarten des fernen Westens 
bei uns nicht gedeihen könnten, weil sie eines Seeklimas bedürften, das bei 
uns in Mittel- und Süd-Deutschland nicht vorhanden sei. Die vielen Anbau- 
versuche mit ausländischen Holzarten haben uns in neuerer Zeit eines besseren 
belehrt. Wenn Moose, deren eigentliche Heimat England und Schottland, 
oder die Meeresküste ist, wie ülota phyllanta, Zygodon riridixshnm und Crypham 
heteromatta, auch bei uns vorkommen, oder wenn Moose die vorzugsweise im 
Süden fruchten, wie Xrrk-uo v <nmh, und Leu.;„h.„ vw ;</..< auch bei uns Früchte 
entwickeln, so lässt dies auf ähnliche klimatische Verhältnisse schliessen. Wenn 
wir auch kein eigentliches Seeklima haben, so zeigt uns doch die Moosvegetation 
an vielen Orten und einzelnen Lokalitäten einen so reichen Feuchtigkeitsgehalt 
der Luft an, dass nordwestamerikanische Holzarten recht gut an denselben 
werden gedeihen können. Wo wir Früchte von Platygyrhnn n-j,n,s, Lencodon 
sciuroides oder Zygodon viridissimus an den Bäumen finden, da wird meiner 
Ansicht nach auch die Douglasfichte gedeihen. Cry/>/t<nw lu>i,roni<dhi, ein 
eigentliches Küstenmoos, das die Baumstämme in der Nähe der MeereskiKten 
des südwestlich^) Kurojns überzieht, findet sich auch stellenweise in Baden, 
im Schwarzwald und Tirol. Warum sollten an solchen Standorten nicht auch 
die ein Seeklima liebenden Waldbäume gedeihen, wie z. B. die Douglasfichte etc.? 
Lange Zeit hat man sich in der forstlichen Literatur darüber gestritten, 
in welchem Alter man die lichtbedürftigen Eichen- und Kiefernbestände zur 
Förderung ihres Wachstums und zur Erhaltung der Bodenkraft des betreffenden 
Standorts unterbauen soll. Mir scheint die Entscheidung dieser Frage nicht 
schwierig zu sein. Dieser Zeitpunkt ist gekommen, sobald eine bodenbessernde 
Moosvegetation aus den betreffenden Beständen verschwindet und durch Poly- 
tricha bei den Eichenbeständen oder Gras bei den Kiefernbeständen verdrängt 
wird. Der oben geschilderte Einfluss der Moosvegetation auf die Lockerheit, 
Feuchtigkeit und Tiefgründigkeit des Bodens dürfte dies zur Genüge beweisen. 
Bei dem Besuche eines in der Ebene gelegenen grösseren Waldgebietes 
zeigte mir der Lokalforstbeamte einen Fichtenbestand am Rande des Waldes, 



der trotz der Tiefgründigkeit und des an alkalischen Bestandteilen reichen 
Lehmbodens (sog. Weizenbodens) ein sehr schlechtes Wachstum zeigte. Bei 
dem reichen Nadelabfall, der den Boden bedeckte, glaubte der betreffende 
Beamte unterstellen zu müssen, dass der Boden infolge eines den schmalen 
Bestand durchziehenden Fusswegs zu fest getreten werde. Der Mangel jeglicher 
Moosvegetation in dem betreffenden Fichtenbestand Hess jedoch mehr auf eine 
allzutrockene Atmosphäre schliessen. Für die Fichte ist am südlichen Wald- 
rand, da wo sie den ganzen Tag über den heissen Sonnenstrahlen ausgesetzt 
ist, in der Ebene die Luft zu trocken. In solchen Lagen vermag die Kiefer 
besser zu gedeihen, wie uns auch ein wüchsiger Kiefernbestand in der Nähe 
des erwähnten Fichtenbestandes deutlich bewies. Fast jede Holzart und 
Bestandsform ist je in den verschiedenen Höhenregionen von einer besonderen 
für sie charakteristischen Moosvegetation begleitet, so dass wir häufig aus der 
Beschaffenheit der Moos Vegetation einen Schluss auf das Gedeihen der Holz- 
arten werden ziehen können. So finden wir namentlich als Begleiter wüchsiger 
Kiefernbestände verschiedene Dicrana neben [hjloromhun * v l,.>miem und Ih/^iann 
Srh-eberi, als Begleiter reiner Eichenwaldungen Hyjmum pwvm, im kräftigen 
Buchenhochwald üppige Vliesse von Tlmidiuui vecv,mtm„, Eurhqnvlu« und Bnuln/- 
thm,, nebst Iljdoromuun hrerlrostre, triqudrum und loreinn, resp. Über 600 m 
/////. nmbratum, und in Fichtenbeständen Thuidium tamari*cam„,. II :l hro,i>vnn 
iquarrosum und verschiedene Mnia. Auch für Erlenbestände bildet ' Th.ddhnn 
tamariaänum neben Mnium humum und dergl. einen sehr charakteristischen 
Begleiter. Den in der Bergregion heimischen Bergahorn sehen wir gewöhnlich 
von iHvmumn lotujlfolnn,, begleitet, während einige andere DLcnwa erst in dem 
Gebiet der Legföhren auftreten. Wir werden daher in der Ebene den Berg- 
uhurn überall nur da mit Erfolg anbauen, wo noch /W„„„, /,„„„y„//,„, in 
den Waldungen zu finden ist, anderenfalls aber an seiner Stelle besser den 
Spitzahorn zur Anpflanzung in so niederen Lagen verwenden. 

Diese wenigen Andeutungen mögen genügen, auf ein Gebiet aufmerksam 
gemacht zu haben, das noch der sorgfältigsten weiteren Beobachtungen von 
Seiten des Forstmannes bedarf und demselben im Waldbau für die Folge die 
Auswahl der anzupflanzenden Holzarten sehr erleichtern wird, wo und wenn 
es gilt, die richtige Holzart auf den betreffenden Standort zu bringen 

Hatten uns die Herren Forstbeamten, die in den letzten Jahren Nord- 
An„nka zum Behufe des Studiums der dortigen Waldungen bereist haben, 
die : Haupt-Reprasentanten der Moosvegetation der von ihnen durchschweiften 
gen mitgebracht, so würden wir viel leichter im Stande sein uns ein 
Urteil über die Anbaufähigkeit der betreffenden Holzarten bei uns zu bilden. 
11. Sie beschützen die Waldbäume gegen Sonnenbrand und Frostrisse. 

Durch grössere Erkältung der Splintschichten im Vergleich zum Kern- 



des Tages bei der Bestrahlung durch die Sonne sehr ausdehi 
der an den kurzen Wintertagen rasch darauffolgenden Abkü 
um so stärker zusammenziehen, bilden sich leicht Frostrisse. 
im Sommer durch eine allzugrosse Erhöhung der Temperatu 
bei den Bäumen Krankheitserscheinungen veranlasst werd 
Rindenbrand oder Sonnenbrand bezeichnet. Hasche Temperi 
sind daher für die Bäume sehr verderblich. Sie werden abei 
dadurch gemildert, dass sich die Stämme und häufig am 
Moosen überziehen. Ebenso wie bei dein Boden die Mooi 
gleichung der Temperaturextreme bewirkt, so erfolgt eine, so 
Waldhüumen dadurch, dass sie sich in Moospelze hüllen. Antit, 



risse. Manche Bäume suchen sich durch die IWkebiMung ihrer in. Alter 
zerklüftenden Rinde schon von selbst gegen schädliche Temperatureinflüsse zu 
schützen, bei anderen dagegen, wie z. B. unserer glatt schaftigen Buche leisten 
die Moose hierbei sehr wesentliche Hülfe. 

Weniger erwünscht sind dagegen die an den Bäumen wachsenden Moose 
dem Landwirt bei der Obstbaumzucht. Sie beschütze., den freistehenden Obst- 
baum zwar noch weit mehr gegen Temperaturschwankungen, als den mehr im 
geschlossenen Bestand wachsende. Waldbaum. allein bei ihm kommt es weniger 
auf die Zucht seines Holzes wie auf die seiner Früchte an. Reiche Samen- 
jahre gibt es aber bekanntlich vorzugsweise nach warmen Sommern, darum 
sucht man den Obstbäumen im Sommer dadurch mehr Wärme zukommen zu 
lassen, dass man die Moose und Flechten im Herbst und Winter von den 
Stämmen abkratzt. Hierdurch werden zugleich die Schlupfwinkel vieler Insekten 
vertilgt, die im Frühjahr den Blüten der Obstbäume schädlich sind und deren 
Anzahl bekanntlich nicht gering ist. Zur besseren Vertilgung derselben werden 



die zu Kränzen und Blumensträussen %n verwendenden Moose gewöhnlich in 
eine Auflösung von 2 Teilen Pikrinsäure und 1 Teil Iudigokarmin in heissem 
Wasser, oder auch von 1 Teil Salpetersäure und 15 Teilen Indigo. Die 
beliebtesten Moose für die Bouquetfabrikation sind Hylocoutium /n'qihttum. 
loieimt und brevirostre. 

V. Kurze Anleitung zum Sammeln und Bestimmen nebst Übersicht 
der Systeme. 

Wie wir im vorigen Abschnitte gesehen haben, so fallen den Moosen 
sehr wichtige Aufgaben zu im Haushalte der Natur. Es dürfte sich daher 
auch für einen Jeden, der sich für die Naturwissenschaften interessiert, 
empfehlen, sich mit dem Studium derselben etwas näher bekannt zu machen. 
Die zeitraubende Arbeit des Bestimmens nach blosser Beschreibung, das häutig 
mit viel Mühe verbunden ist, mag wohl Manchen davon abgehalten haben, 
darum soll es vornehmlich der Zweck dieser Arbeit sein, das Bestimmen der 
Moose durch sorgfältige Abbildungen tunlichst zu erleichtern. Sie soll in 
dieser Beziehung nur eine Ergänzung bilden zu den ausführlichen Beschreibungen 
europäischer Laubmoose, die wir bereits in Schimper's Syn. ed. II und der 
neuesten Limpricht'schen Bearbeitung von Rabenhorst's Kryptogamen- Flora 
Band IV von 1890 und 1895 etc. besitzen. Wer wie der Forstmann auf seinen 
Gängen durch den Wald so oft Gelegenheit hat, die Moose zu beobachten 
und kennen zu lernen, der sollte sich nicht damit begnügen, sie nur mit Füssen 
zu treten und achtlos an ihnen vorüherkuschreiten. Für ihn empfiehlt es sich 
vielmehr, das Verhalten derselben zur W a ldvegetation sorgfältig zu beobachten, 
da sie als charakteristische Begleiter der einzelnen Typen der Wald- und 
Bestandsformen, sowie als Feuchtigkeitsmesser der Atmosphäre ihm über manche 
wichtige waldbauliche Fragen leicht Ausschluss zu gewähren vermögen. Von 
den vielen Mitgliedern der Alpenvereine trachten Tausende von Touristen nur 
darnach, die höchsten Gipfel der Berge zu besteigen, wandern mit unsäglichen 
Muhen und Anstrengungen über Gletscher und Firnen, um eine schöne Fern- 
sicht zu gemessen oder nur den Ruhm zu haben, mit ewigem Schnee bedeckte 
Gipfel bestiegen zu haben. An welch reichen Schätzen der Natur gehen sie 
oft ahnungslos vorüber, und wie viel könnte Mancher derselben zur Förderung 
der Bryologie beitragen, wenn er sich ein wenig für die Moosvegetation des 
Hochgebirge interessierte. Wie leicht ist es, Moose bei einer solchen Gelegen- 
heit zu sammeln und mitzunehmen, um ; n don^lhm, Q ;, n • ■ i 

„ -,. , .. „ , , ' n ,n aen8< isszeichen 

an dle srl stouren an Ait> atm „„«i : a • i, ,, j 

Q . , . , . , ° o^ouren, an diesen und jenen Aussichtspunkt und 
Stand ort aufzubewahren Um die Moose kennen zu lernen, ist die Anlage 
emes kle.nen Herbares fre.hch nicht zu umgeh en. Mit besonderer U 
ta Anlage emes solchen jedoch nicht verbunden. Es ist nicht notwendig, 

^nd IT T r men ^ Uge " d " e ^'»-^-hse mitschleppt. Die Moose 
sind viel leichter zu trauen - A - 

Aufbewahrung 



nicht von Nachteil ist, zumal 
Wasser aufgeweicht und für das Herbar präpariert werden kann. Für den 
Anfänger, der noch viel ihm unbekanntes Material von seinen Ausflügen mit- 
bringt, empfiehlt sich die Mitnahme eines engmaschigen Fischnetzes als Moos- 
beutel, in welchem man die einzeln in Papier eingewickelten Käsen leicht 
tragen kann. Namentlich bei dem Besuch eines Torfmoores sind ein oder 
zwei Moosbeutel unentbehrlich, weil man von den Sphagna der vielen Formen 
und Varietäten wegen gewöhnlich grössere Quantitäten mitzunehmen genötigt 
ist, die wegen der grossen Menge Feuchtigkeit, die selbst hei dem stärksten 
Ausdrücken des Wassers in denselben noch zurückbleibt, ein erhebliches Gewicht 
haben. Bindet man die Zugschnüre zweier solcher Beutel aneinander, so kann 
man sie, über die eine Schulter geworfen, den einen vor sich, den anderen 
rückwärts, leicht transportieren. Meistens wird es geniigen, die einzelnen 
Moosrasen in Papier einzuwickeln und in die Tasche zu stecken. Von besonderer 
Wichtigkeit ist es dabei, jeden einzelnen Moosrasen für sich einzuwickeln, 
damit die verschiedenen Moose nicht durcheinander kommen und Veranlassung 
zu Verwechslungen gegeben wird. Lockere Rasen kleinerer Moose, wie Ortho- 
trirlui und (h'innnia schlägt man am besten in steife Papierkapseln ein, damit 
sie später nicht auseinanderfallen, auch Deckel und Haube von den Früchten 
nicht abfallen. 

Wer eine Gegend in der speziellen Absicht besucht, Moose daselbst zu 
sammeln, der suche sich vor allem Terrainkenntnis zu verschaffen. Je 
gleichförmiger die geognostischen Verhältnisse sind und je weniger Abwechslung 
die Umgebung eines Ortes bietet, um so einförmiger ist auch in der Kegel 
die Moosvegetation daselbst. Weniger häufige Moose sind fast immer an 
spezielle Standorte gebunden. Zu den ergiebigeren Fundorten gehören z. B. 
Wildbäche, Wasserfälle und Schluchten, feuchte und triefende Felsen. Stein- 
geröll und Felsen im Bachbette, im Walde faulende Stämme, ältere Bäume 
und Bestände, die Rinnsale der Quellen, periodisch trocken liegende Wehre, 

und Thonboden, ausnahmsweise trocken gelegte Teiche, isoliertes Vorkommen 
inbrüche. feuchtes Heideland, Torf- 
varte zur Band, nach der man sich 



von Kalk oder Mergel, a 




moore und dergl, mehr. 


Hat ma 


über die Höhen und dere 


u Gefäll, 


kann, so suche man die 


Gegend 


blicken, damit man sich 


zunächst 


man vorzugsweise den Lauf der 


insbesondere in engeren Thälern, 


reichliche Ausbeute mitbi 


■in gen. 


solcher für eine mannigfalti 


geMoosv 


wird, so empfiehlt es sieb 


■ j n "^- : 


Klirmäi/!u!/un,lchmlelll 




besuchen, so erweist sich 


dies ebei 



reife vieler Arten oft zu sebr verschiedener Jahreszeit eintritt. Das Auf- 
treten einzelner Arten ist überhaupt oft ein sehr periodisches, weil sie nicht 
nur an den jeweiligen Standort gebunden sind, sondern ihr Gedeihen auch 
mehr oder weniger von Witterangsverhältniasen abhängig ist. So fand ich 
nach dem trockenen Winter 1892,93 im April 1893 Kryum Ihiralü auf der 
Breungeshainer Heide, dem Torfmoore des Vogelsberges neben pseudotriquetnun 
und einzelnem Schleichen in solcher Menge, dass man ganze Wagenladungen 
davon hätte sammeln können, während ich bei dem höheren Wasserstande im 
August 1894, als ich die betreffenden Moose mit Früchten sammeln wollte, 
nur wenige Exemplärchen davon aufzufinden vermochte. Die Moosvegetation 
der Sümpfe und Torfmoore ist eben je nach dem Stande des Grundwassers 
au manchen Orten grossem Wechsel unterworfen. Dass auch die Moosvegetation 
wetterumstünnter Felsen eine total verschiedene ist von derjenigen beschatteter 
Felsen in nahe gelegenen Waldungen, wurde bereits oben erwähnt. Der Grad 
der Beleuchtung ist nämlich von nicht geringerem Einfluss wie die Höhe des 
Grundwassers oder überhaupt der Grad der Feuchtigkeit des betreffenden 
Standorts. 

Bei dem Sammeln ist an Ort und Stelle namentlich darauf zu sehen, 
dass man charakteristische Exemplare mitnimmt. Man sammele daher nicht 
zu kärglich, sondern nehme komplette Rasen mit, an denen der Habitus der 
betreffenden Art vollkommen zur Geltung kommt. Die Eigentümlichkeiten 
des Habitus präge man sich besonders ein. weil wir durch die habituelle Ver- 
schiedenheit meist eine andere Art oder wenigstens eine charakteristische 
Varietät auffinden. Ebenso bietet die Farbe des Moosrasens dem geübten 
Auge einen guten Anhaltungspunkt zur Auffindung neuer Arten. Mischrasen 
sind von dem Anfänger thunlichst zu vermeiden, weil sie zu Täuschungen sehr 
leicht Veranlassung geben. Sehr oft ist der unfruchtbare Rasen nur von 
einzelnen fruchtenden Pflänzchen einer anderen Art durchsetzt, so dass also 
die Früchte zu einer ganz anderen Pflanze gehören, als man glaubt gefunden 
zu haben. Man sehe daher bereits an Ort und Stelle darnach, zu welcher 
Pflanze die Früchte gehören, nehme aber überhaupt thunlichst Fruchtrasen 
'" nt - * ei1 M mit ™ter sehr schwer hält, Moose ohne Früchte zu bestimmen. 
-Vir zum Bestimmen der Sphagna sind die Früchte weniger wesentlich. Insoweit 
Haube und Deckel der Früchte das Bestimmen mancher Arten erleichtern, 
empfiehlt es sich einige der betreffenden Pflänzchen in eine Papierkapsel 
►esondera einzuschlagen, so dass sie beim Transport nicht viel hin und her 
geschoben werde,, können. Schlammige oder mit Erde verunreinigte Rasen 
wasche man an Ort und Stelle womöglich sauber aus, weil Staub und Schmutz 
bei dem Mikroskopieren sehr störend sind. 

Zu Hause werden die grösseren Rasen zu schönen charakteristischen 

l!; < achten zerteilt, dickere Polster in flache Scheiben zerlegt 

"'" >,H:,n " zw,M '"' n ^• ;, "< 1 >» Löschpapier getrocknet. Leicht zerbrechliche 

"""' v:l,:il m:MI vnrll<T m weiss es Löschpapier einkapseln, um das feuchte 

graue Zwischenlager öfters durch truekem- Papier erneuern zu könnpn. ohne 



— 81 — 

dass der Rasen zerfällt. Dies ist besonders bei den Grimmien notwendig 
Ein festes Pressen ist bei den Moosen ebenso wie bei den Lebermoosen sehr 
schädlich, weil dadurch der charakteristische Habitus zu leicht verloren geht. 
Bei kleineren Erd-Moosen kann man die Erde unter denselben flach abschneiden 
und klebt dann solche Rasen, sobald die Erde beinahe trocken ist, mit Gummi 
auf Papier auf. Manche Botaniker kleben sämtliche getrocknete Moose auf 
Papierzettel auf, welche sie in die Bogen des Herbars (womöglich Aktenformat) 
einlegen, weil man auf diese Weise die Herbarien am raschesten durchblättern 
und betrachten kann, ohne erst die einzelnen Konvolute, in welche andere 
Botaniker die Moose einschlagen, öffnen zu müssen. Der Hauptvorzug des 
Aufklebens ist der, dass so präparierte Moose nicht verwechselt werden können. 
Für den Tausch verdient das Einschlagen der getrockneten Moose in Papier- 
konvolute des leichteren Versendens wegen Vorzug. Zu diesem Behufe wird 
7 8 oder V 4 Bogen Papier, je nach der Grösse des Moosrasens, so zusammen- 
gefaltet, dass der eine Rand 1— l 1 /, cm übersteht. Nachdem dieser über- 
stehende Rand über die kleinere Hälfte der Länge nach umgebogen worden 
ist, werden die Ränder der kürzeren Seiten noch nach der entgegengesetzten 
Richtung V 2 bis 1 cm breit umgeschlagen und die Kapsel ist fertig. Nimmt 
man eine solche Papierkapsel in die linke Hand, so kann man dieselbe mit 
der rechten leicht öffnen und das eingelegte Moos bequem betrachten. Auf 
den langen schmalen Rand der Vorderseite einer solchen Papierkapsel schreibt 
man den Namen des in derselben enthaltenen Mooses, auch etwa den der 
Varietät, die Blütenverhältnisse und eventuell cfr. (cum fructibus), wenn sich 
Früchte an demselben befinden. Ferner ist darunter anzugeben: Florengebiet, 
allgemeiner und spezieller Standort, geognostische Unterlage, Meereshöhe und 
die Zeit, zu der das betreffende Moos gesammelt wurde, sowie der Name des 
Sammlers. Damit derartige Herbarien auch von einem Dritten leichter benutzt 
werden können, empfiehlt Limpricht weiter in nachstehender Weise zu ver- 
fahren: „Der Sammler schreibt vor seinen Namen „legit", wenn er das Moos 
an einem bekannten, „detexit". wenn er es an einem neuen Standort auf- 
genommen hat. Ist der Ausgeber nicht gleichzeitig Sammler, so schreibt er 
vor seinen Namen „misit". Wer für einen anderen Moose bestimmt oder eine 
falsche Bestimmung korrigiert, setzt vor seinen Namen „determinavit", bestätigt 
er die Bestimmung eines anderen „teste"." 

Bei dem Bestimmen der Moose ist eine mikroskopische Untersuchung 
in der Regel nicht zu umgehen. Die geeignetste Vergrösserung hierzu ist eine 
300 bis 400 fache. Sie hat den grossen Vorteil, dass man bei ihr die Blätter 
und das ganze Zellnetz der meisten Moose unter dem Mikroskope noch auf einmal 
überschauen kann, oder dass es wenigstens nur weniger Verschiebungen des 
Objektträgers bedarf, um einen Überblick über das ganze Blatt zu bekommen. 
Betrachtet man z.B. bei dieser Vergrösserung das Blatt von Antitricliia aili- 
foritir«. so treten die SHiniubeiilinieii. in denen die ovalen kleinen Zellen sich 
nach den verschiedenen Richtungen hin aneinanderreihen, sehr deutlich hervor, 
während man bei einer stärkeren Vergrösserung nur ein Chaos sehr mannig- 



— 82 — 

faltig gestalteter Zellen erblicken würde. Nichts ermüdet bei dem Mikroskopieren 
mehr, als eine fortwährende Verschiebung des Tubus oder des Objektträgers. 
Nur wenn es sich darum handelt, einzelne kleinere Teile genauer zu unter- 
suchen, wie z. B. bei Betrachtung des Peristoms, oder der Verdickungen 
einzelner Zellen u. s. w., empfiehlt es sich, eine stärkere Vergrösserung 
anzuwenden. Zu diesem Behufe stelle mau das Objekt zunächst nach 
der schwächeren Vergrösserung ein und wechsele dann das Objektivglas, 
ohne den Objektträger zu berühren, denn nichts strengt das Auge mehr 
an, als eine ständige Verschiebung des Bildes unter dem Mikroskope, nament- 
lich bei einer stärkeren Vergrösserung. Zu den Zeichnungen dieser Arbeit 
habe ich mich eines Wetzlarer 1 ) Mikroskopes bedient mit einer linearen 
Vergrösserung von etwa 18— 20 : 1, also einer Flächenvergrösserung von ca. 

. • Nach dieser Vergrösserung (mit Okular Nr. 1 und Objektiv Nr. 1) 

sind alle Blätter gezeichnet worden, weshalb ein spezieller Massstab meistens 
nicht angegeben ist. Wo ich mich zur Zeichnung der Peristome, oder einzelner 
Zellgruppen einer stärkeren Vergrösserung desselben Mikroskopes bediente, 
ungefähr der doppelten (mit Okular Nr. 1 und Objektiv Nr. 3), habe ich dies 
durch Beifügung von */, bemerkt. Derselben Vergrösserung, wie bei den 
Blättern, habe ich mich auch bei der Zeichnung kleinerer Früchte bedient, 
grössere Früchte dagegen mit Hülfe der Loupe nach dem Augenmasse in 
einem etwas kleineren Maassstabe von etwa 10 : 1 resp. — gezeichnet, weil es 
nicht möglich ist, dickere Gegenstände auf einmal unter dem Mikroskope über- 
schauen zu können, indem man immer nur das in derselben Ebene liegende 
Bild erblickt. Eine noch stärkere Vergrösserung anzuwenden empfiehlt 
sich nur ausnahmsweise bei Blattquerschnitten oder der Betrachtung der 
Tüpfel einzelner Sphagnum-Zelten. Ich habe eine solche tunlichst ver- 



mieden, um das Bestimmen 



erschweren. Nach Okular 



Mikroskopes habe ich überhaupt nicht gezeichnet, weil ich mir in dasselbe 
einen Mikrometer-Massstab habe einsetzen lassen, so dass ich zum Messen der 
Sporen und Weite der Blattzellen nur das Okular zu verwechseln brauche. 
Die gewöhnlichen Hülfsmittel beim Mikroskopieren, wie Präpariernadel, 
mmdestens zwei scharfe kleine Messerchen, Pinzette, ein hohl geschliffenes 
Rasiermesser, Objektträger und Deckgläser setze ich als bekannt voraus. Will 
man ein getrocknetes Moos bestimmen, so muss dasselbe vor allem im Wasser 
tüchtig autgeweicht werden, damit beim späteren Abrupfen einzelner Blättchen 
die BlattnugelzeUen nicht abreissen, sondern mit dem Blatte tunlichst in 
Verbindung bleiben. Den aufgeweichten Moosrasen zupfe man so auseinander, 



>skope liefern: E. Ha 



HtTlh. MV. 



?na. (Tlimmerplatten zum Aufbewahren voi 
nd zu haben in der Fabrik voi Mnx R 



dass man einzelne Pfiänzcnen aus demselben vollständig isolieren kann um 
die Verzweigung derselben untersuchen zu können. Hierauf bringe 'man 
das Moospflänzehen auf eine Glasplatte (den Objektträger), und betrachte es 
genau mit der Lupe, um einen Überblick über dessen Habitus, die Gestalt 
und Anheftung der Blätter u. s. w. zu bekommen, namentlich aber auch, um 
die Blütenknospen aufzufinden, denn wenn man den Blütenstand zunächst fest- 
stellen kann, so ist dies für die weitere Bestimmung von grosser Erleichtere. 
Hierauf zupfe man mit der Pinzette einige Blätter und Blütenknospen ab und 
bringe sie unter das Mikroskop. Schneller geht dies freilich, wenn man mit 
einem kleinen Messerchen der angefeuchteten Stammachse entlang schabt, 
allein dies hat den Nachteil, dass viele Blätter zerrissen werden, weshalb min 
besser zuerst einige charakteristische Stammbhitter langsam mit der Pinzette 
abzupft, um womöglich einen Teil der Stengeloberhaut mit dem Blatte verbunden 
zu erhalten, und dann erst der Paraphyllien halber über die Acht« hin schabt 
Gestalt und Zellnetz des Blattes werden schon einen Anhaltspunkt über die 
Gruppe geben, welcher das Moos zugehören kann. Zur Untersuchung der 
Blütenknospe zerlegt man dieselbe durch einen Längsschnitt oder Querschnitt, 
wobei ihre einzelnen Teile leicht auseinander fallen und die Geschlechtsorgane 
sichtbar werden. Um sich bei der Bestimmung des Blütenstandes vor Täuschungen 
zu bewahren, ist oft die Durchmusterung vieler einzelner Individuen erforderlich. 
Sind Früchte vorhanden, so untersuche man zur sicheren Feststellung der 
Gattung das Peristom. Zu diesem Behufe teile man die womöglich noch 
bedeckelte reife Kapsel durch einen Längsschnitt in zwei Hälften und wende 
diese mehrmals hin und her, damit die Sporen entfernt werden, weil dieselben 
trocken leichter ausfallen, als im angefeuchteten Zustande, in welchem sie an 
dem Peristome leicht hängen bleiben. Beleuchtet man sodann die beiden 
Kapselhälften mit einem Tropfen Wasser, so pflegen sie!, Deckel und Ring 
bei der reifen Kapsel meist von seihst abzulösen, anderenfalls kann man dies 
auch durch Zusatz von etwas Ätzkali und gelindes Kochen über der Spiritus; 
lampe erleichtern. Damit sich das Peristom besser auseinanderlegt, pflege 
ich sodann noch die unteren Kapselhälften von den oberen durch einen Qimr- 

Querschnitt durch die Kapsel erleichtert zugleich die Trennung doppelter 
Peristome von einander. 

Ist auf diese Weise die Gattung festgestellt, so untersuche man auch 
die Perichätialblätter, deren Gestalt für die Bestimmun- der einzelnen Arten 
sehr häufig von besonderer Wichtigkeit ißt, zumal auch ihr Zellnetz von dem 
der Laubblätter mehr oder weniger abweicht. Die Zellen der Perichätial- 
blätter sind in der Regel mehr verlängert, häufiger prosenehymatisch, rhombisch 
oder rhomboidisch. selbst bei solchen Arten, deren normale Laubblatter ein 
rein parenehymatisches Zellnetz besitzen. Auch Blattquerschnitte können mit- 
untervon besonderer Wichtigkeit sein, wie z. B. lad der Bestimmung steriler Rasen. 
sowie bei Campylopus und den Xpluujna. Im Stamm- oder Blattquersehnittc 
herzustellen, klemme man das Pflänzchen oder eine eröesere Anzahl von 



Blättern desselben zwischen der Länge nach aufgeschnittenes Hollundermark, 
führe zunächst einen scharfen Schnitt quer durch die betreffenden Pflanzenteile 
und schabe dann mit einem hohlgeschliffenen Rasiermesser öfters über diese 
glatte Fläche hin. Die hierbei erhaltenen Querschnitte werden meist an dem 
Messer oder den Hollunderblättchen hängen bleiben und können von diesen 
leicht auf einen Tropfen Wasser, der dieselben anzieht, auf den Objektträger 
übertragen werden. Das Aufeinanderlegen einzelner Blätter kann durch 
Glyceringummi erleichtert werden, auch können kleinere Objekte durch Ein- 
betten in Stearin befestigt werden. Das wichtigste Hülfsmittel zur Darstellung 
recht dünner, durchsichtiger Querschnitte ist ein sehr scharfes, hohl geschliffenes 
Rasiermesser. Präparate, an denen das Chlorophyll die Betrachtung stört, 
kann man durch Einlegen in Alkohol vorher entfärben. Essigsaures Kali, 
Eau de Javelle oder auch Karbolsäure erhöhen ebenfalls die Durchsichtigkeit 
der Präparate; zu dem blossen Bestimmen der Moose ist jedoch ein so sorg- 
fältiges Präparieren oder Macerieren in der Regel nicht erforderlich. Nur 
bei der Bestimmung der Sphagna empfiehlt es sich mitunter die Tüpfel deutlicher 
zum Vorschein zu bringen, wozu sich eine Behandlung derselben mit Jodlösung 
und nachträgliche Einwirkung von Schwefelsäure besonders eignet. Hierzu 
genügt jedoch auch schon eine Färbung der Präparate mit einer wässerigen 
Anilinlösung, wie Methylviolett, Eosinrot oder Malachitgrün. Kann man das 
unter dem Mikroskop gesehene Bild alsbald zeichnen, so ist dies für eine 
etwaige spätere Fortsetzung der Untersuchung eine grosse Erleichterung, auch 
kann durch eine direkte Messung des Objekts und der vergrösserten Zeichnung 
der Massstab der Vergrösserung annähernd bestimmt werden. 

Zur Messung der unter dem Mikroskope betrachteten Gegenstände bedient 
man sich zwar am besten eines Okular-Mikrometers, jedoch wird man nach 
einiger Übung bei sorgfältiger Vergleichung des mikroskopischen Bildes genau 
bestimmter Moose mit deren Beschreibung auch ohne ein solches sehr bald 
im Stande sein, die Weite der Zellen, Grösse der Sporen, der Peristomzähne 
und dergleichen nach blossem Augenmasse einschätzen zu können. Als 
geeigneter Massstab hierzu dienen z. B. die gerade 10 u breiten Sporen von 
vihn mvul« oder auch die Sporen einiger bekannteren Moose, wie von Bryum 
ar,w,fe,nn mit 10-13 u, von Grimmia pulvinata mit 8 -13 u und von Barbula 
»<><in«v,latu mit 9-12 )x Durchmesser. 

Der sicherste Weg einer Bestimmung ist jedenfalls derjenige, zunächst 
tl • ,i A? ?: *« /amüie, hierauf die Gattung und zuletzt erst die 
Irchtiri U 1 e ^ V - ietätf -^ellen; er lässt sich jedoch nicht immer 
F , 7 i 1 " mteilUDg Sidl VieKaCh auf -^mische Verhältnisse und 

Entwicklung des Sporogons stützt. Jedenfalls aber empfiehlt es sich vor 

mlZ Z f l den f^'r 611 bekannt ZU maChen ' die der Beschreibung der 
Moose von den einzelnen Autoren zu Grunde gelegt wurden. 

an, W P aün i n dleSer Beziehun S * ™ ch dem historischen Entwicklungs- 
gang fünf Perioden unterscheiden. 8 



Die erste und älteste Periode beginnt mit der Historia muscorum von 
J. J. Dillenius (1741), welcher ebenso, wie nach ihm Linne die Charaktere 
der Art aus dem Gesamthabitus ableitete. 

Die zweite Periode wurde durch Hedwig begründet, der seine Einteilung 
vorzugsweise auf das Peristom stützte, aber auch als Entdecker der Befruchtung 
der Moose den Blütenstand mit in Betracht zog. Sein System findet sich 
verzeichnet in Schimper's Synopsis ed. II S. LXI und LXII. 

Die dritte Periode bildet das System Bridels, welcher zu den vorbemerkten 
Charakteren die Gestalt der Haube als Unterscheidungsmerkmal hinzufügte. 
Er unterschied nämlich zuerst eine calyptm >nUr<v'/on,d« und eine calyptm 
omdliformU seil dimicüata. Siehe Schimper's Syn. ed. II S. LXII ff. 

In der vierten Periode wurde von Karl Müller das Blattnetz der Be- 
stimmung und Einteilung der Moose zu Grunde gelegt. Siehe Schimper's 
Syn. ed. II S. LX VIII ff. Dasselbe bildet auch noch in den ersten Mono- 
graphieen der Bryologia europaea von Schimper die Haupt-Grundlage. 

In der neuesten, mit den Arbeiten von P. G. Loren tz eingeleiteten 
Periode findet der anatomische Bau der Moose etwas mehr Berücksichtigung. 
Hier sind zu erwähnen: 

E. Hampe: Flora Hercynica 1873. 

A. Saccomitria (Musd spurii). 

I. Cleütoearpi (Archidixm). 
II. Stegocarpi (Sphagnum). 
III. Schizocarpi (Andreaea). 

B. Stegomitria (Musd genidni). 

I. Acrocarpi: 

a. Cleistocarpi (Phascaceae). 

b. Stegocarpi (Funa r/o/ di ,/, , Sj>/<i'-/ni(t<; <n\ l'ntt.lar, ,i t \ < ",d '</,,,},, rnreae, J^nm- 
bryaceae, Weisiaceae, Seligerianae. Ang*prötmaceae, Dürickiaceae, liluidia- 
ceae, Bartramiareae. Gvinuidun-ne, (}hfplm,>dt.ritn<r,tr. ( h-lhotrichaceae, 
Bryaceae, Mmaceae, Pdytrichamn« nebst lUrhwuniac,,,,'). 

II. Cladocarpi (Cryphaeaceae, Fontinahiu). 
III. Pleurorarpr. 

a. Braclv/curpi (Xirkeraoin-. Lencodoidcaf). 

b. Orthocarpi (Leskeaceae). 

c. Camptomrpi (Hypnaceae). 

W. Ph. Schiraper: Synopsis muscorum europaeorum ed. IL 1876. 



a. Anarthrodontei (BuasbaumUurue, G>orgdu-me, Pulytnchwearj. 

b. Arthrodontel Gamojdiylleae (Fis&dadnceae). ElenteruphylUae etc. 

S. 0. Lindberg: Musci Scandinavici 1879. 
icae, Sphagna und Musei uteri. Letztere sind eingeteilt in: 

1. Püljftrickaeeae: 1. Polltrirlmm fa Fleryodon, b Lnodon), 2. Oligo- 

2. Buxbaumiaceae: 4. Buxbaumla. 

3. Georgiaceae: 5. Georgia fa Tetraanü, b THrodmdiu,,,). 

4. bchistophyllaceae: 6. S,-htstopln,U,t,, t (Fimdens). 

5. J/H«fl M fl t : A. Astwophylleue: 7. Cindid'unn. 8. A*t,n,,,fo,U, tm (Mnhnn)- 

B. Timmieae: 9 77m W«- 

C. J7m>« e: 10. J/ m " M ,„ rJ»/«™«/««,,, ,W»« W(W/H i- 

D. Sphaerorephaleae: 11. Spf„n „„^/„dus '( ' bdJo,,,»;,,,,,) 

6. .Jfee«eac«ae; A. Paludeüeae: 12. PulndelUt; 

B. Meeseeae: 13. Meeseu. 

7. Bartramiaceae: A. Catoscopieae: 14. Catom-opium: 

B. Bartravume: 15. Breut.lia, 16.' Phihmoti*. 17. #,„- 

22. Leptobrymn;' //U '''' ' agif0 '"'""'' ~ L /W//i "' 
B. Oreadeae: 23. Orea«. 
9. Schistostegaceae: 24. Schistostega. ' 

10. JW*««.: A . R ,,„ : 25 . >■, ^ ^ ^^ ^ 

»ta« (Physeondtrium), 28. Flu/scomitrelhr 
B. Amb/yodonte,,,: 29. Amblyodon:' ' 
0. IMseetieaex 30. Ümdlum. 
• bpl.ffihHaceae: 31. Splaefunnn, 32. Tetraplodon. 33. 7Wor«i 
12. CW/jW*,,,.«,,*: 34. Oedipmlium. J 

']■ "''^'■"'■e«e: 35. HVm W (Diphyscium). 
14. I ortulaceae: A. Z*™«,,: 36. 7^,,;,, (Enmh/pta)- 

B. TW**,: 37. 7W., (a c£ /,'• , „ 



JJesmatodon, d PotfmJ 38 /Vms^,/ W 39 ^ / 
O.Plmrochaete, 4L #**&, (a T<^lla[ h EucZhnn, 
lyr^ostornnm), 42. Zfc^fo (a Erytln-ophythn.u 
Ileltropogon, c Leptopogon, d Eubarliula, e //?/»,<>- 



^fconj, 43. £»Äm 



i Paraleucobryum, b Aporodic- 
J**W 49. A*^ so. Äfiw ^ ßL ^ %m . a; 



C. Dicranelleae: 52. A„ix<>tl,<-nuni, 53. Dicranella, 54. Ang- 

D. Trematodontea 

K. D'dricheae: 57. 
60. Archidiwn; 

F. *>nr<>j, hören,-: 61. Dicliodom 
stnnl>l<'ph<tri&, b Leiocystis, c 
e Rhabdowema), 63. Cm 

■*: A. HW.*.W: 65.' H W^/ 



Pleuvocarp, 






1. %)«« 


eae: A. Leskeeae: 
2. £ftj*«i 

B. Hypneae: 


1. Thyidium ( 

(a Pseudoleskea, 
4. Ambtytiegmn 

hm, c Vrepranorl 



e,nj<iy»<indnnn. 1 


<>. //,■/,>„ 


13. //,/,<,•,„■/, 


^r^- 


Su-vwloHteae: 1 


4. ///o,-„ 


""'"'" (il *"">' 


.'/ a "- '»»'• 


15. C,m, V! ,lh„ t ,. 


/,%/,,/,, 


t£?, ^7 


.''■^Z«; 


18. &«wrföfl (; 




man, l) Efefe 




c /y, M «i;, 19. 


, 22. /</, 


•w™ r/v«/ Vi , 


7.ym"«J- 



Lindberg macht keinen Unterschied zwischen den kleistokarpen 
stegokarpen Moosen, sondern verteilt erstere unter die musa »rrormpi 
phuvocavpi. So teilt er Phy*-omitieU<t zu den Funariaceen. Kpliemeimn,. Phm 
und Acaulon zu den Tortulaceen, Plevridinm und An-hidhim zu den Ditricl 
und Brurhia zu den Trematodonteen. Ferner stellt er Iledrr'xjidhn,, und //.W« 
zu den Cryphaeeen, resp. den Pleurokarpen. Sein System macht daher n 
gerade den Eindruck eines „natürlichen Systems", das es sein soll und we 



— 88 — 

durch die zwangsweise, künstliche Verteilung der kleistokarpen Moose erheblich 
von dem Schimper'schen Systeme ab. 

Von diesem System weicht Kindberg in seinen Laubmoosen Schwedens 
und Norwegens vom Jahre 1883 nur wenig ab. Hedwig* belässt er noch bei 
den Pleurokarpen, stellt jedoch die Hedwigiaceen als besondere Familie neben 

die Neckeraceen; Bruchia, Pleuridium und Archidivm teilt er zu den 

Ephemerum zu den Bryaceen, Phascum und Sphaerangium zu den Tortulae 
In der Benennung der Familien und Arten schliesst er sich wieder et 
mehr an Schimper an. Weit mehr schliesst sich die von J. Breidler 



J. B. Förster bearbeitete Laubmoosflo: 



von Österreich-Ungarn 



von 1882 an Schimper an, stellt jedoch noch sämtliche kleistokarpen Moose 
zu den Akrokarpen und zwar als Archidiaceen und Ephemeraceen, Bruchieen, 
Phascaceen, Voitieen u. s. w. 

In Engler's „Natürlichen Pflanzenfamilien«, dem neuesten Werke, welches 
in seiner Abt. 3 die bis jetzt bekannten Moose aller Weltteile behandelt, 
schliesst sich Brotherus ebenfalls an das Lindbergische Svstem sowie 
gleichzeitig an den englischen Bryologen Mitten an. Er teilt die Laubmoose 
in 3 Unterklassen in 1. Sphagnales, 2. Andreaeales und 3. Bryales. Letztere, zu 
denen er auch die Familie der Archideaeeae rechnet, teilt er zunächst nach 
Zl^TT" m ; rPh0l °i iSChen Verhält * issen in grössere Gruppen, in grössere 
Familien, bei deren Begrenzung weniger Rücksicht auf das Peristom 
genommen wird, und die wieder in zahlreiche Unterfangen ^tTZ 
So vereinigt er m der Familie der Dicranaceae: 

1. Trematodonteae mit den Gattungen Bruchia und Trematodon- 

2. Dttncheae mit PUnrUlinm, C/,i,/„„,„„„ t „, tf„,,, /v ,, /,. •/• ' , ., 

7:;::J:t;t ™t- " M - : - ^ :: - ^^r^lt 

insmiumn, 1 nstte/uopw und Diatb-hlum; 

3. Bryoxlphleae mit Bryoxiphium; 

4 ' mS™ ^ Braehy<hntium > *****. Trochobfyum, Stylosteghun und 
Dicranelleae mit 

mit /'//ahdoiveisia, Oreas 



Rhabdowei»><~ ~-^™T, a ' Dlcmnella und Campylopodiu 



TJichodonüum- — , ^eas, ^ynodontuun, üreoweisia und 

8 r/r 1 "'-'-- '■'- **~ «^i '-::;:;, tx'r- **-> 

■ cnemoneae mit Mesotu,, Dicnemos, Synodontia und Eucamptodon 

fallen, T^Z IfatLllL^ ^ 7^^ La » b ~ ~ 

die übersiebt über das die M„l , " ""'" GBedar feUen und dadurch 

das d.e Moose des ganzen Erdkreises umfassende System 



von Dr. V. F. Brotherus verloren gehen, auch das Bestimmen der europäischen 
Moose zu sehr erschwert werden. 

Sollte es mir dagegen vergönnt sein, diese Arbeit auch auf die ausser- 
europäischen Moose, von denen ich bereits über 2460 Arten gezeichnet habe 
fortsetzen zu können, so werde ich mich vorstehendem Systeme mehr aiischhVssun 
und ebenfalls kleinere Familien zu grösseren Gruppen zusammenfassen. 

Wie schon erwähnt, so ist der Zweck dieser Arbeit vorzugsweise der, 
durch die nach dem mikroskopischen Bilde gefertigten Zeichnungen das 
Bestimmen der Moose zu erleichtern. Sie soll in dieser Beziehung eine bild- 
liche Ergänzung zu Schimper's Syn. ed. II v. 1876 und der neueren Limpricht- 
schen Bearbeitung von Band IV der zweiten Auflage der Kabenhorst'schen 
Kryptogamen-Flora bieten, weshalb sie sich unter möglichster Beschränkung 
des Textes den Systemen dieser beiden Autoren tunlichst anschliesst. 

Letzterem Werke, welches dermalen noch im Erscheinen begriffen ist, 
liegt folgendes System zu Grunde: 

I. Ord. Sphagnaceae mit der Gattung Sphagnutn. 
IL „ Andreaeaceae „ „ „ Andreaea 
in. „ Archidiaceae „ „ „ Archidiuw 

IV. „ Bryineae: 

Trib. I. Cieistoearpae (Faulfrüchtler). 
„ II. Stegocaj-pae (Deckelfrüchtler). 

Subtr. 1. Acrocarpae (Gipfelfrüchtler). 
„ 2. Plewocaqme (Seitenfrüchtler). 
Zu diesen letzteren Abteilungen gehören folgende Familien und Gattungen: 





Ephemera 

P/u/srouut 

Phascaeea 
Bruchiace 

Voitiaceae 


te: 7. PLmMim,,. ± X r M,,,, X 
: 1. Voitia. 

Trib. II, Subtrib. 1. 


Bruch, 






Weisiacea 
Rhabdowe 


e: l.Hymmostomum,*. Gymnortomw 

nostylmm, 5. limrowitki. 6. An 
8. Weisin, !). Dicranoirwia. Im. 1 
siaeeae: 1. Rhabdoweina, 2. Oreat, 


'S: 


!'„/;,//. 




Angstroem 
Uicranace 


'^l^t^Z^T'/'irro^,. 


i. Dicra 


tum, 4 



Selig er ia 



Pteiygoneumm, 
mtium, 5. Tricho* 

Tortella, 9. Barbu 



i. 9. IFdin.vdh,»,, 10. £i-«// 
. AmpMdmm, 2. Zt^oion, 3. 



Splachnaceae: 1. Dissodon, 2. Tayloria. 3. Tetrophdon, 4 

Discdiaceae: 1. Discelium. 

Funarlaceae: 1. Pyramidula, 2. Pliysrondtr»,,,,. 3. KnU>*il,udu 

Bryaceae: 1. Mid'ichhoferia, 2. Z^A :;. J/«,,,,,,^,-/,,/, 

6,y«m, 5. ^,«, 6. JW,^,«. 7. /^«,„, 8. 
I/maceae: 1. i/m/»/i, 2. Cutclidinm. 
Meeseaceae: 1. Paludella, 2. Ambhmd,.,,. 3. .1/.,.^/. 4. C'./ 



77„,„, 
Po/,//, 



Trib. II, Subtrib. 1. 

32. „ Fontinalaceae: 1. Fontmali«, 2. Dichelyma. 

33. „ Cryphaeaceae: 1. C ? ;y 7 >/^a, 2. Leucodon, 3. Antitnchia. 

34. „ Neckeraceae: 1. Leptodon, 2. A«dfc*w, 3. Homalla. 

35. „ Pterygophyllaceae: 1. Pterygophyllum, 2. Cyclodirtyon, 3. />«/ 

36. „ Fa&ro»tac«ae: 1. Mr ,„«, 2. .I«,«^, 3. //«ftrodo», 4. ■ 

fodon, 5. Myrima. 

37. M Leskeaceae: 1. Miptrella, 2. Leske 

5. Pterygynandwn, 6. , 

/«*&«, 9. Heterodadium, 10. Thuidhtm. 

38. „ Hypnaceae: 

4. Cylhidrotlhc'niin. 5. <Ji iiHuiniit, ti. I>,,th<rutm, 7. Ilomalo- 

b) Brachythecieae: 1. Ca mptotiiecium, 2. Bntrhythrnum, 
SBphnia 4.,V/ : , vr / ,. ,,„„. „ ,/,,, ;„„„ 

10. Rhynchostegium, 11. 77,^/,,,,, 

c) Hypneae: 1. Plaglo/Jnrho», ± And>/>j S lcm,nn, 3. Hypnum, 
4. Hylocommm. ' 

Von dieser Anordnung weichen wir in Nachstehendem nur insofern etwas 
ab, als wir unter den akrokarpischen Moosen die Seligeriaceae, als die kleinsten, 



voranstellen, die Füsidentaceae aber zwischen die Pottiaenw und (ivimmhieeu* 
einreihen, weil sie sich nach dem Zellnetz ihrer meist gesäumten Blätter der 
Gattung Barbula am nächsten anschliessen. Auch empfiehlt es sich, die grosse 
Familie der Hypnaceen unter Ausscheidung der Jsothecieen, Plagiothecieen 
und Amblystegiaceen etc. in mehrere kleinere Knmilien nuf/.ulösen. Wir 
unterscheiden demnach bei den Laubmoosen (Mus,', frondosi) zunächst vier 
Ordnungen : 

Sphngnaeeae. 
Ein Luftraum fehlt bei ihnen in der unreifen Kapsel. Die Sporenbildung 
findet im Amphithecium statt, während aus dem Endothecium nur die kurze, 
dicke, fast halbkugelige Columella entsteht, welche die sporenbildende Schicht 
nicht durchsetzt, sondern von derselben überdacht wird. Zur Zeit der Sporen- 
reife wird die mit kuchenförmigem Fusse in die Vaginula eingefügte, sitzende 
Kapsel auf einem Pseudopodium emporgehoben und öffnet sich mit einem 
Deckel, während die unregelmässig zerrissenen Archegoniumwandungen (Haube) 
am Grunde des Sporogons zurückbleiben. Ein Peristom ist bei ihnen nicht 
vorhanden. 



Auch hier fehlt der Luftraum in der unreifen Kapsel; die Sporenbildung 
findet aber im Endothecium statt, welches die Columella und das sie um- 
gebende Archesporium bildet. Letzteres wird von der Columella nicht durch- 
setzt. Im Ampbithecium wird die innerste Schicht zum Sporensack, der von 
dem übrigen Wandgewebe durch keinen Interceilnlarraam getrennt ist. Zur 
Zeit der Reife erhebt sich die mit kegelförmigem Fusse in die Vaginula ein- 
gefügte Kapsel zwar ebenfalls wie vorher auf einem Pseudopodium, öffnet sich 
aber durch Längsrisse mit 4 bis 6 oder auch 8 Klappen, welche an ihrer 
Spitze miteinander verbunden bleiben. Die Archegoniumwandung sondert sich 
in Vagina und Haube. Letztere, die mützenfÖrmige Haube und von der Kapsel 
mit emporgehoben (s. IV). 

Bei der unreifen Kapsel ist zwischen Kapselwand und Sporensack ein 
Luftraum vorhanden. Eine Columella fehlt. Das Endothecium besteht nur 
aus dem Archesporium, in welchem die Sporen mit steril bleibenden Zellen 
vermischt sind. Die mit kugeligem Fusse eingefügte rund*' Kapsel sitzt dein 
Scheidchen ohne Seta direkt auf. Sie berstet unregelmässig, oder es werden 
die Sporen erst durch Fäulnis der Kapselwand frei. Die Haube bleibt un- 
regelmässig zerrissen an der Basis der Kapsel als zartes Häutchen zurück. 



Das Endothecium bildet das Archesporium und die Columella, welche 
hier den von der Kapselwand meist durch einen hohlcylinderischen Luftraum 
getrennten Sporensack durchsetzt. Das Sporogon gliedert sich in Kapsel und 
Stiel (Seta), indem die Kapsel mittelst eines mehr oder minder langen Stieles 



- 92 — 

mit kegelförmigem Fusse der Vaginula eingefügt ist. Die Archegoniumwandung 
spaltet sicli nämlich in eine die Basis der Seta umschliessende Vagina und die 
von dem Sporogon in die Höhe gehobene Haube. Letztere wird schon frühe 
von dem Scheidchen abgesprengt und durch Streckung der jungen Frucht- 
anlage emporgehoben. Je nachdem sich die Kapsel mit oder ohne Deckel 
und eventuell Peristom öffnet, unterscheidet man: 

Tribus I. Cleistocarpae (Faulfrüchtler). Kapsel ohne abfallenden Deckel. 

Tribus II. Stegocarpae (Deckelfrüchtler). Kapsel mit abfallendem Deckel. 

Subtribus I. Acrocarpae 1 ) (Gipfelfrüchtler). Längenwachstum des Haupt- 
sprosses beschränkt; Verzweigung cymös, durch Aussprossung unter der Gipfel- 
zelle. Archegonien meist gipfelständig am Hauptspross und nur ausnahms- 
weise seitenständig oder terminal an einem Sprosse zweiter Ordnung. 

Subtribus II. Pleurocarpae (Seitenfrüchtler). Längenwachstum des 
Hauptsprosses unbeschränkt, daher die Verzweigung racemös. Archegonien 
am Gipfel von Seitensprossen, resp. auf seitlichen Kurztrieben, die sich 
nur ausnahmsweise noch etwas verlängern. 

Da die Sphagna ihres grossen Formenreichtums wegen oft sehr schwer 
zu bestimmen sind, so wollen wir dieselben in Übereinstimmung mit der 
Schimp er 'sehen Synopsis zuletzt abhandeln, eventuell zusammen mit den aus- 
ländischen Arten und beginnen den speziellen Teil unserer Betrachtung mit 
der Ordnung der Andreaeaceae. 

J ) Wie schon früher erwähnt wurde, so ist die Bezeichnung Acrocarpae für diese 
Unterabteilung insofern nicht ganz korrekt, als wir auch einzelne Moose mit seitenständigen 
Früchten, jedoch beschränktem Längenwachstum der Hauptachse hierherrechnen, wie z. B. 
Muh,,,!;,,. Aiwt.tnuntni. l'h urotvema, Pleurochacte u. s. w. Allein mn-h Lei jeder anderen 
Einteilung la-t -u h . r, v I, n te i, m ,/,. .„. In zieh-,,, da Übergangsformen stets vorkommen, 
wie z.B. bei der ausländischen Gattung Macromitrium, bei der die Sprossen zweiter Ordnung 
teils ein bescl ränktes Wachstum und sympodiales Verzweigungssystem zeigen wie die eigent- 
lichen akrokarpischen Itoose, teils in ein monopodiales Verzweigungssystem mit unbegrenztem 
Längenwachstum übergehen. 



Spezieller Teil. 

Da die ältere, in vielen Zeitschriften zerstreute Literatur über Laubmoose 
nur für den speziellen Botaniker von besonderem Interesse ist, so verweise 
ich wegen der genaueren Angabe derselben auf die neueste Auflage der 
Rabenhorst'schen Kryptogamenflora, resp. Band IV der von Limpricht 
bearbeiteten Laubmoose, woselbst auch in Abt. I v. 1890, S. 78 die ver- 
käuflichen Exsiccaten-Samralungen sämtlich verzeichnet sind. Ein genaueres 
Verzeichnis der gesamten Literatur über die Moose finden wir in Abt. 3 von 
Engler's „Natürlichen Pflanzenfamilien", sowie eine kurze Recension über die 
verschiedenen Arbeiten in der von T. Husnot zu Cahan in Frankreich im 
Jahre 1874 auf Anregung Schimpers und seiner Schüler gegründeten Revue 
bryologique, woselbst auch die kleineren Lokalfloren aufgezählt sind. Zur 
Erläuterung der bei den Synonymen gebrauchten Abkürzungen, und um den 
Leser mit den Namen der berühmten Bryologen bekannt zu machen, möge 
nur das nachstehende Verzeichnis über die für die Systematik der europäischen 
Laubmoose wichtigeren Abhandlungen und Schriften der so ausserordentlich 
reichhaltigen Moosliteratur hier vorausgehen. 



Verzeichnis der Literatur über europäische Laubmoose. 



Angerer, L., Beitrag zur Laubmoosflora v. Obei 
Angström, J., Dispos. musoorum in Skandmavia 
Anzi, M., Enum. muscorum Longobardiae raperi< 
Arnell, H. W., 3Iusci Scaudinav. Löfmossornas I 

und Arnell). 
Arnold, F., Laubmoose des fränk. Jura. Regen! 
Austin, s. James und Lesquereux, Manual etc. 
Balsamo et De Notaris, Synopsis muscorum ir 
— Prodromus Bryol. Mediol. Med. 1834. 



Bayrhoffer, Moose, Lebermoose und Flechten des Taunus. Wiesbaden 1840 (und Verhandl. 

Becherelle, E., Catal. des Mousses obs. en Algerie 1882. 
Berggren, S., Bidrag til Seandinavien's Bry..l. Land 1866. 

— Bryologiska skizzer in Bot, Xotiser. 1872. 

— Moosflora Spitzbergens und Beeren-Eilands. Stockholm 1875. 
Berkeley. M. J., Handbook of British mosses. Lond. 1863. 

Berkeley, Handbook of British Mosses. London 1863. 
Blandow, s. Sturm, Deutschlands Flora. 

— Uebersicht der Mecklenburg. Moose, Neu-Strelitz 1809. 
Bomansson et Brotherus, Herbarium musci Fenn. Helsingf. 1894. 

J. 0., Alands Jfossor 1899. 
Bottini, A.. BibKografia bryol. italiana in Atti della 8oc. Tose. Pisa 1892. 

Bottini, Arcangeli e Macchiati, Contrib. alla Flora brynlog. della Calabria. I. Milano 



na. Lipsiae 1826-27. 

• monogr. d. gen. Bhynchostegium. Genova 1896. 

, Die Laubmoose Mecklenburg-Schwerins 1869. 

. Etudes Mir la distribut. des mousses au Caucase. Helsingf. 1884. 

um Caucasi. Helsingf. 1892. 



orollario. Stuttg. 



>nd, Lb., Musci Scotici. 2 vis. w. 200 dried spec. 
T., Beschr. der Preussischen Laubmoose. Königsb. 1 
, Plantae cryptog. Linnei exs. Decas 1—32. Hannos 



— Bidrag. 1885. 



Hagen, J.. Index mi. 



Heufler, L. v., Ueber die Hypneen Tirols. Wien 1860. 
Heugel, C. A., Die Laubmoose der Ostseeprov. Russlands. Riga 1865. 
Hobkirk, Ch. P., Synopsis of British mosses. London 1873 resp. 1884. 
Hoffmann, Deutschlands Flora. 179«. 

Holler, A., Laub- und Torfmoose der Umgebung von Augsburg. Augsburg 1873 (1876 
und 1879). 

— Die Moosflora der Ostrachalpen. Augsb. 1888. 
Hooker, W. J.. On the genus Andreaea. London 1811. 

— Bot. Mise. 1830. 

Hooker and Taylor, Muscologia Britannica. London 1818. 

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Hübener, J. W. I\. Muscologia Germanica. Leipzig 1833. 

Hübener, F. W., Die Laubmoose Sachsens. Dresden 1846. 

Husnot, T., Sphagnoh)gia europaea. Cahan 1882. 

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— Muscologia Gallica. Cahan 1894. 

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Kaurin, Chr. Addenda et corrigenda ad Enum. Bryin. Dovrens Vid Selsk Forh 1889 

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Andreaeaceae. 

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carpi Hampe 1837. Bryinae anomal ir. ( >rdo JI Srltizoratpar S,-h,, r . I«7H. 

Sie wurden früher den Lebermoosen zugerechnet, denen sie in Bezug auf das 
Öffnen der Kapsel sehr nahe stehen, bilden jedoch nach ihrem Entwicklungsgange 
den Übergang von den Sphagnaceen zu den Bryineen und sind nach ihren vegetativen 
Organen zu den Laubmoosen zu stellen. 

Rotbraune bis schwärzliche, in kleinen Polstern oder flachen Rasen die 
kieselhaltigen Pelsgesteine überziehende,, nur einen oder wenige cm hohe 
Pflanzen mit lappig verzweigtem oder faden- und bauinförmigeni Vurkeim. und 
starren, zerbrechlichen, durch Sprossung aus der Region der Hüllbll. oder aus 
tieferen Blattkreiseu sympodial und gabelig, resp. dicbasial verzweigten, dicht 
5- oder 8 reihig beblätterten Stengeln. Stämmchen ohne Centralstrang, mit 
gleichartigem dickwandigem, getüpfeltem Grundgewebe und englumigeren, gelben 
äusseren Rindenzellen, oft mit gegliederten Keulenhaaren zerstreut besetzt, jedoch 
nur am Grunde mit Rhizoiden. Untere Bll. klein, die oberen grösser, entweder 
mehr eiförmig und ohne Rippe oder aus eiförmiger oder elliptischer Basis 
lanzettlich bis pfriemlich und mit Rippe, starr und leicht zerbrechlich. (Quer- 
schnitt der Rippe fast homogen. Blattzellen oben rundlich-f>seitig, jedoch so 
stark verdickt, dass dieselben punktförmig erscheinen, an der Basis mehr 
quadratisch oder verlängert rektangulär und buchtig. zuweilen getüpfelt oder auf 
dem Lumen, namentlich auf der Aussenseite, mit Papillen hesetzt. oft strecken- 
weise doppelschichtig. Ferichätialbll. meist grösser und scheidig zusammen- 



überragende Spoivusaek meist bis /um ungt-tmln-n K.tpselgrund reicht. Haube 
mützenförmig, an der Basis unregelmässig zerrissen abgesprengt, der Kapsel 
dicht anliegend, zart und hinfällig, weisslich bis bräunlich. Sporen gross, den 
Durchmesser der oberen Blattzellen in der Regel um das zwei- bis dreifache 
übertreffend. 

Gatt, Andreaea Ehrh. 1778. 

Nach Schimper besitzt die Familie der Aiidreaeaceae nur die 2 Gattungen 
Andreaea und Acrosc/tisma, welch' letztere von Wilson abgetrennt wurde, weil 
bei ihr die Kapsel bei der Reife sich nur im oberen Teile in Klappen spaltet. 
Sie finden sich vorzugsweise auf wetterumstürmten Felsen der arktischen und 
alpinen Region verbreitet. 

Nach Jaeger und Sauerbeck (Genera et species muscorum totius orbis 
terrarum) waren bis zum Jahre 1879 an ausländischen Arten 2 der Gattung, resp. 
Untergattung Aeroschisma und 24 Arten der Gattung Andreaea bekannt. In 
Engler's natürlichen Pflanzenfamilien werden bis zum Jahre 1901 bereits 105 
Arten aufgezählt. 

A. Euandreaea Lindb. 1879. 
Einhäusig; die 9 Blüten mit sehr grossen, scheidig zusammengewickelten 
Perichätialbll. 

a) Blätter ohne Rippe. 



Ehrh. 1784. 
Iris Hedw. 180] 

die 6 Blüten an besonderen Sprosssysten 



.Imujcrmannla alpma L. l,r,:i : .!>„/,-. ,■»/.<•>/»■;* Hedw. 1801; A. 
cf. Rbh. Kr. Fl. IV Nr 91 



üi in n ausig; die Q .Bluten an besonderen öprosssystemen und mit drei 
eiförmigen stumpfen Hüllbll. Bräunlichgrüne oder braunrote bis schwärzliche, 
leicht zerfallende, nicht glänzende, ausgebreitete Rasen mit 1—2 cm hohen 
Stengeln. Bll. eiförmig oder elliptisch, schief zugespitzt, meist unsymmetrisch 
und mit stumpfer Spitze, zuweilen am Rand durch vorspringende Zellen etwas 
kerbig. Lamina einschichtig, auf der Unterseite mit grossen farblosen 
Papillen. Blattzellen mit Tüpfeln und namentlich in den Ecken stark verdickt, 
am Rande rundlich, in der Spitze punktförmig, längs der Blattmitte 
länglich, mitten buchtig rhombisch, aufwärts die rundlichen 10—14 u die 
ovalen nach dem längeren Durchmesser bis 17 u, an der Basis linear, nicht 
breiter, an der Insertion hyalin. Perichätialbll. grösser, die inneren zusammen- 
gewickelt und stumpf. Von der bei der Reife bis über die Spitze der 
Penehäüalbll. emporgehobenen Kapsel bleibt das untere «/. ungeteilt Sporen 
ungleich kugehg oder oval, 24-28 u, und selbst bis 36 u, grünlichbraun und 
durchsichtig oder fein gekörnelt. Reife im Sommer. Br. eur., Vol. VI, Tab. 623. 

An Felsen, ausser Kalk, von der Hügelregion bis in die Alpen, seltener auf 
errat.chen Blöcken in der Norddeutschen Tiefebene. Auch aus dem Kaukasus, Nord- 
nnd Sud-Amenka, aus Neuseeland und Tasmanien bekannt. Von Arnell noch in 

') Zu Ehre,, des Apothekers J. G. R. Ändreae in Hannover vor, IS^W h-™* 



— 103 — 

der arktischen Region bei Dudinka und Tolstoinos in Sibirien gesammelt. Von 
Spitzbergen bis jetzt nicht bekannt, wohl aber aus Grönland. S. IV, 3, a) Bl., 
b) Kapsel mit Haube, c) Haube, d) Spitze des Perichätialbl., e) geöffnete Kapsel und 
f) Spross der var. gradlis; die Normalform gez. nach am Geiselstein im Vogelsberg, 
die var. nach in Schweden von J. Zetterstedt ges. Expll. 

Ändert vielfach ab : 

Var. homomallu Br. eur. = ß rupestrü "Wallr. mit eiiifceitswendigen, mehr 
oder weniger sichelförmigen, minder papillösen Bll.; 

var. acuminata Br. eur. in braungrünen Polstern mit langen, zugespitzten, 
sehr papillösen Bll.; 

var. flaccida Br. eur. mit schlaffen Stengeln und längeren Bll. — vorzugs- 
weise in Schweden ; 

var. squarrosula Br. eur. in niedrigen Raschen mit sparrigen breiten Bll. — 
in Schweden ; 

var. sylvirola Br. eur. mit aufsteigenden Stengeln und grossen, lanzettlich 
zugespitzten Bll. — in den Alpen; 

var. gracilis Br. eur. eine schlanke Form mit verlängerten, fast flagellen- 
artigen Asten — in Thüringen ; 

im Harz; 

var. pygmaea Br. eur. eine kleine Form mit kurz zugespitzten Bll. — in 
den Alpen; 

var. robusta Br. eur. eine sehr kräftige Form in pol st er form igen Basen — 
in den Vogesen. 

schwer von einander zu unterscheiden sind. 



2. Andreaea papulosa Lindb. lsn ;. 

Berggren. Musci Sp.-tzlx.T<jcns<'s. 1875, S. !»2 und it.'J. 

Einhäusig, autöcisch. Starre, robuste, etwas glänzende, dunkelbraune 
Käsen mit fast büschelig verzweigten, meist 2 cm hohen Stgln. Nach Berggren 
auf Spitzbergen in grösseren Rasen selbst 3 — 4 Zoll hoch. Bll. feucht wie 
trocken abstehend und dick, aus ovaler Basis allmählich scharf zugespitzt, 
mit durch aufgerichtete Ränder rinnig hohler Spitze und am Rücken aufwärts 
mit grossen hyalinen Papillen, jedoch ohne Rippe. Perichätialbl]. zusammen- 
gerollt und mit kurzer Spitze. 

Auf Felsen und steiniger Erde auf Spitzbergen und Beeren-Eiland, oft in 
Massenvegetation, seltener in Skandinavien; von Lindberg 1856 in Lappland ent- 
deckt. Ist der Andr. petvopliiki var. animiuata Br. eur. nahe verwandt, unter- 
scheidet sich jedoch von derselben durch die auch trocken abstehenden, stark 
papillösen, in der schmalen Spitze rinnig hohlen Bll. und nähert sich nach dem 
Zellnetz mit den grossen eckigen Blattzellen mehr der Andr. obovata. 8. XL VI, 1", 
a) Sprossstück, b) Perichätialbl., c— d) Blattquerschnitte: gez. nach einem von K. .1 oer- 
gensen auf der Insel Spitzbergen ges. Expl. 



- 104 — 
sparsifolia Zett, 1855. 

A. petropkila v. sparsifolia Lindb. 1867; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 25. 

Einhäusig, und zwar jedes G-eschlecht mit eigenen Sprosssystemen wie 
bei petropkila; die 4 blätterigen ö Blüten mit lang zugespitzten, am Rande 
krenulirten Hüllbll., 3—4 ziemlich lang gestielten Antheridien und fast ohne 
Paraphysen. Bräunlichgrüne, lockere, 2—3 cm hohe, habituell an A. nivali* 
erinnernde, braune Easen mit aufsteigenden, schlanken, brüchigen, locker 
beblätterten Stengeln. Bll. trocken oben verbogen anliegend, abwärts mehr 
abstehend, feucht fast sparrig abstehend oder einseitswendig, aus eiförmiger 
Basis verlängert lanzettlich und allmählich lang zugespitzt, im All- 
gemeinen länger und schmäler als bei petropkila, hohl und auf der Rück- 
seite mit grossen hyalinen Papillen. Blattzellen dickwandig und getüpfelt, 
oben rundlich, 10— 14 u, mitten oval und an der Basis verlängert rektangulär, 
ähnlich wie bei petropkila. Perichätialbll. grösser, die inneren verlängert, 
cylindrisch zusammengewickelt, allmählich zugespitzt und mit krenuliertem 
Rande. Kapsel wie bei petropkila, nur etwas kleiner, auch die Sporen meist 
etwas kleiner, 18-28 u, braun und durchsichtig oder runzelig trüb. Reife 
nach Abgang des Schnees. 

In Skandinavien am Sneehättan, Fillefjeld etc. an der Schneegrenze in den 
Gletscherbächen, in Gesellschaft von obovata und Hartmani ; auch von Carettia 1863 
an steilen Felsen im Sessitana-Thale in den Tessiner-Alpen in 3000 m aufoefunden 
S. IV, 6, a u. b) Bll., c, d u. e) Blattquerschnitte: gez. nach einem von E. Jörgensen 
am Tronfjeld in Norwegen gesammelten Exemplar. 



stris (Thed.) Schpr. 1855. 
A. petropkila v. alpestris Thed. 1849; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 2«. 

u-nun in j häU /S' JedeS Geschlecht in ei g er 'en Sprosssystemen; die eiförmigen 
Hüllbll. der 6 Blüte in ein kurzes, stumpfes Spitzchen plötzlich verschmälert, 
auch die inneren Hüllbll. der 5 blätterigen o Blüte mit sehr kurzer stumpfer 
bpitze. Breite, dicht kissenförmige, schwarzrote oder dunklere, glänzende 
Rasen mit schlanken, dünnen, fadenförmigen, aufsteigenden, reich verästelten, 
dicht beblätterten, etwas kätzchenartigen Stengeln. Bll. gedrängt, kleiner, 
als bei der ihr nahe stehenden /^.A/A, trocken fest anliegend, feucht all- 
Beitag abstehend, eiförmig oder schief eilanzettlich, mit kurzer, breiter, stumpfer 
Spitze und oft hyalinem Rande, auf der Rückseite schwach p-nuHü. lihrr 
zellen gleichmässig verdickt und nur wenig getüpfelt, oben vorzugsweise rundlich 
bseitig 7-9 u, oder auch queroval, am Rand mehr quadratisch, an der Basis 
gestreckt rektangulär bis rektaii"ulär-6 ^iri«, und ™t * 7 

Lumen. Perichätialbll. weniger zusammengerollt als bei petropkila ,< 
« w nut .ehr kurzem stumpflichen Spitzchen. Ungeteilte Basis nur \ 

l STT-. P f^" UDgleiCU U ~ 28 ^ dünkel g'ünlichbraun 

unl innzelig, teilweise auch kleiner und nur 14-18 u. Reife nach der 
Schneeschmelze, ßr. eur. Vol. VI. Tab 626 



An periodisch überrieselten Felsplatten in den Alpen von 1300—2600 in, 
auch im Riesengebirge in 1250 m, sowie in den Pyrenäen und namentlich in den' 
Hochgebirgen Skandinaviens. Nach Renauld und Cardot auch aus Nord-Amerika, 
insbes. aus Grönland und Kanada bekannt. S. IV, 2, a u. b) Uli., c) Perichätialbl.' 
d) Sprossstück; gez. nach einem von J. E. Zetterstedt in Norwegen gesammelten Expl! 

5. Andreaea obovata Thed. 1849. 

Einhäusig; die ö Blüten auf besonderen Sprosssystemen mit dünneren 
schlanken Ästen, auch mit Paraphysen. Dicht kissenförmige, oben schwärzliche, 
innen rotbraune, 2—4 cm hohe Rasen mit kräftigen, aufrechten, mehrfach ver- 
ästelten, durch die nur locker anliegenden Bll. nach oben gleichsam keuiig 
verdickt erscheinenden Stengeln. Bll. gedrängt, dachziegelartig, aus anliegender 
eiförmiger Basis aufrecht abstehend, verkehrt eiförmig und in eine meist 
nur kurze und stumpfe Spitze verschmälert, über der Basis etwas verengt 
(f. panduraeformia), schwach papillös oder fast glatt, glänzend, unter dem 
Mikroskope unten goldgelb. Blattzellen oben rundlich-6 seitig oder oval, 
10—12 u, und sehr stark verdickt, unten verlängert rektangulär oder 
rektangulär-H seitig bis linear, infolge der starken Verdickung der Wände 
jedoch oben mehr rhombisch und an der Basis linear und buchtig erscheinend. 
Perichätialbll. die oberen Laubbll. überragend, zusammengewickelt, die inneren 
mit stumpfer, oft hyaliner und ausgefressen gezähnter Spitze. Kapsel klein; 
die ungespaltene Basis nur r 5 der geschlossenen Kapsel. Sporen? Reife im 
Sommer. Br. eur.. Vol. VI, Tab. 627. 

An den Gletsclierbächen in den Hochgebirgen Skandinaviens, von Thedenius 
1842 entdeckt, jedoch auch aus Grönland und Spitzbergen bekannt. S. I V r , 1. 
a) Q Spross, b) einzelnes Bl.; gez. nach einem von Lorentz am Sneehättan in Nor- 
wegen gesammelten Exemplar. Nach der Br. eur. sind die Bll. etwas länger stumpflich 
zugespitzt. 

6. Andreaea Hartmani Thed. 1849. 

cf. Schpr. Syn. ed. IL S. XI f.. 

Einhäusig mit besonderen und Sprosssystemen: die dreiblätterigen 
d Blüten mit stumpfen Hüllbll. und schmalen hellgelben, den nur kurz gestielten 
Antheridien gleichlangen Paraphysen, die : Blüten mit nur wenig zusammen- 
gewickelten, länglich-elliptischen stumpfen Hüllbll. < Mivengrüne bis bräunliche, 
leicht zerfallende, lockere, 2 — 4 cm hohe, mit Q-letscheraand durchsetzte, weiche 
Rasen mit aufrechten oder aufsteigenden, bis 1<> cm langen, mehrfach geteilten. 
oft büschelig verästelten, locker beblätterten Stengeln. Bll. locker gestellt. 
auch trocken aus fast gerader Basis aufrecht abstehend, breit spatel- oder 
löffeiförmig und kurz zugespitzt, mit hell tresä Hinter oder fein ausgefressen 

gleichmässig verdickt, oben rundlich fi seitig. 12- Hin. oder oval, nach der 
Basis zu rektangulär und nur schwach getüpfelt, h-ri 



wenig zusammengewickelt, länglich elliptisch und stumpf, denen \ 
ähnlich, jedoch grösser. Reife Kapsel hoch emporgehoben, fast 
4 spaltig. Reife im Sommer. Br. eur., Vol. VI, Tab. 629. 

An überschwemmten Steinen der Gletscherbäche Skandinaviens: vo 
1842inHerjedalen entdeckt, oft in Gesellschaft von sparsifolin und obor 
a) u. b) Bll., c) Perichätialbl., d) Spitze eines Perichätialbl. ; gez. w 
Zetterstedt am Sueehättan in Norwegen gesammelten Expll. 



Thedenii Schpr. (Br. eur. 1855). 

A. Hartman} ß Thedenii Lindb. 1879; s. auch Schpr. Syn. ed. IL S. 816. 
Einhäusig, der vorigen Art nahestehend, jedoch mit schlankeren, 
4 blätterigen ä Blütenknospen und etwas länger gestielten Antheridieu. Ziemlich 
dichte, etwas niedrigere, nur 1,5—3 cm hohe Rasen mit kräftigeren, meist auf- 
rechten, mehrfach geteilten, etwas geschlängelten, unten kahlen, oben durch 
die nur locker anliegenden Bll. etwas knotig erscheinenden Stengeln. Bll. 
aus fast gerader, schmaler Basis verkehrt eiförmig oder elliptisch und kurz 
und stumpf zugespitzt, denen von sjmr»ifoita ähnlich, jedoch mit kürzerer, 
stumpfer Spitze, auf der Rückseite mit kurzen Papillen, an der Spitze hyalin 
gesäumt oder schwach gezähnelt. Blattzellen oben rundlich oder oval, resp. 
queroval, 10^16 u, etwas stärker verdickt, sowie ander Basis etwas schmäler 
als bei voriger Art, mehr rektangulär-6 seitig und mit buchtig verdickten 
Wänden. Perichätium lang und cylindrisch, mit stumpfen, verlängerten, zu- 
sammengewickelten inneren Hüllbll. Kapsel bis zu ; 4 4 spaltig, mit kegeligem 
Spitzchen und ziemlich langer Apophyse. Reife im Sommer Br eur Vol. VI, 
Tab. 630. 

In den Gletscherbächen und an deren Ufern in den Hochgebirgen Skandinaviens 
und in Lappland; am Sueehättan in Norwegen in Gesellschaft von Hartmani von 
W. P. Schimper 1844 entdeckt. S. IV, 5, a u. b) Bll.; gez. nach einem von Oh. 
K aurin in Norwegen gesammelten Expl. 

8. Andreaea alpina Turn. 1804. 

ef. Schpr. Syn. ed. IL S. 818. 

Einhäusig mit besonderem Sprosssystem für jedes Geschlecht; die knospen- 
formigen 4blätterigen ö Blüten mit Gründlichen, plötzlich kurz zugespitzten 
Hüllbll., 8-12 gestielten, grossen Antheridien und zahlreichen goldgelben, 
keuhgen Paraphysen, die 9 mit 2-5 Archegonien und last ohne Paraphysen. 
Dichte schwarzrote, 2-4 und oft mehr cm hohe, leicht zerfallende Rasen mit 
gabelig bis büschelig vielfach verästelten, aufrechten, leicht zerbrechlichen, 
abwärts kahlen oben sehr dicht beblätterten Stengeln. Bll. trocken nur locker 
dachziegelig anliegend, feucht aufrecht abstehend, glatt und fast firnis-glänzend, 
aus eiförmiger, am Rand gesägter Basis verkehrt eispatelförmig und kurz 
zugespitzt über der Basis etwas verengt (f. panduraeformia) und daher oft 
etwas biskuit- oder geigenförmig. Blattzellen oben klein und punktförmig, 
nur ! u und stark verdickt, nach der Mitte zu mehr oval und oft fast doppelt 



so lang als breit, an der Basis linear und getüpfelt, mit etwas wurmfdrmigem 
Lumen. Penchätium länglich effipsoidisch, mit /...ammengerollten, oben ab- 
gerundeten und plötzlich in eine kurze Spitze verschmälerten inneren 
Hüllbll. Kapsel ziemlich gross, nur wenig über die Hiillbll. emporgehoben 
und zu 4 / 5 ihrer Länge gespalten. Sporen ungleich. 26- -36 u. braun und meist 
rund, nur die kleineren etwas durchsichtig, die grösseren trüb warzig "dehlert 
Reife im Spätsommer. Br. eur., Vol. VI, Tab. 628, 

An übersch wen. inten Steinen und an Quellbächen in den Alpen Schottlands 
und Skandinaviens ; jedoch auch aus den Anden Süd-Amerikas bekannt. War Dillen 
schon 1741 aus Schottland bekannt. S. IV, 7, a) Spross, b) Bl., c) Perichätialbl.; 

schottischen Exemplaren. 

b. Blätter mit Kippe. 
9. Andreaea crassinervia Bruch L828. 



lllili. Kr. Fl IV. Nr. -21. 



besonderen d und 



>*prosssys 



wenigen zusammengerollten, breit eiförmigen, rippe 
inneren Hüllbll. und zahlreichen gohl bräunlichen, verbogenen, keuligen, die 
kurz gestielten, grossen Antheridien überragenden Paraphysen. Schwarze, 
etwas glänzende Raschen mit sehr zerbrechlichen, starreu. 1..") — -l em langen 
dünnen, den Felsen angepressten, niederliegenden, in aufsteigende Äste ver- 
zweigten Stengeln. Bll. meist einseitswendig aufrecht abstehend, aus kurz 
elliptischer oder eiförmiger Basis rasch pfriemenförmig verschmälert, mit 
breiter, unten verflachter, den Pfriemen teil oben ganz ausfüllender und auch 
abwärts nur einen schmalen 1 — -1 /.ellreihiiren Saum frei lassender Rippe. 
Querschnitt der letzteren an der Basis 2— 3 schichtig, aufwärts 4—5 schichtig. 
Blattzellen fast durchaus rundlich quadratisch, etwa in u. dickwandi" und 
oberwärts etwas mamillös. Perichätium sehr lang und schmal. IVrichätialbll. 
stark zusammengewickelt, die beiden inneren rippenlos und allmählich in eine 
kurze, schmale, verdickte Spitze verschmälert. Kapsel die Hüllbll. nur 
wenig überragend, meist weit herab gespalten, schwarzbraun mit stumpflicher 
Spitze und auch schwärzlicher, ungeteilter Basis. Sporen ijs— -.V2 u. dunkel- 
braun und schwach gekörn elt. Reife im Sommer. Br. eur.. Vol. VI, Tab. <;.'{:;. 
An periodisch überrieselten Felsplatten in den Alpen, in Gesellschaft von 
Smru.sri/j./nix .y>/i<ir<:/,ifus, auch in den Pyrenäen, in Schottland und England, sowie 
in Skandinavien und Nord-Amerika; von Apotheker Märker 1825 an der Grirasel 
in der Schweiz entdeckt. S. IV, 11, a, Bl., b) O Blüte, c) Spross, d, e und 1) unterer, 
mittlerer und oberer Blattquerschnitt, g) Spitze eines inneren Perichätialbl.; gez. 
nach von E. Ryan und E. Jörgensen in Norwegen gesammelten Expll. 

10. Andreaea angustata Limpr. 1890. 

Einhäusig; die kleinen 6 Blüten mit ovalen, kurz zugespitzten, unregel- 
mässig ausgefressen-gezähnten, rippenlosen inneren Hüllbll., 1 5 Antheridien 



L08 — 

und nur vereinzelten, fadenförmigen Paraphysen. Behr kleine, nur 5 mm hohe, 
leicht zerfallende, lockere, glanzlose Rüschen mit aufrechten, dünnen Stengeln. 
Untere Bll. klein, die oberen Bchopfig, aus angedrückter, elliptisch« bis 
eiförmiger Basis rasch in einen gebogenen, zugespitzten Pfrienn-nteil verschmälert, 
ohne Papillen, mit nur 2— 3 schichtiger, den Pfriementeil fast ganz ausfüllender 
Rippe. Blattzellen oben rundlich quadratisch, 8 — 10 u, an der Basis rektangulär 
mit getüpfelten Wänden. Perichätium kurz, mit locker zusammengewickelten, 
breiten, oben am Rand krenulierten und zu einer kurzen, zurückgebogenen 
Spitze plötzlich zusammengezogenen, rippenlosen inneren Hüllbll.. das innerste 
oft fast stumpf. Kapsel klein, rötlich-schwarz mit hellerer Basis, ellipsoidisch 
und über die Hüllbll. emporgehoben. Sporen 24 — :'>2 u, braun und runzelig. 
Reife nach der Schneeschmelze. 

Am Hohensee bei St. Nikolai in Steiermark in L660 m von .T. Breidler 
am 19. Juli 1884 entdeckt. S. IV, 9, a u. b) Bll., c) Perichätium, d) geschlossene 
Kapsel; gez. nach einem von J. Breidler am Südabhang über dem Hohensee bei 
St. Nikolai in der Sölk auf Glimmerschiefer gesammelten Originalexemplar. Wurde 1893 
auch von J. Theriot am Mt. Bore in Frankreich aufgefunden (Rev. br. 1*'.»8, S. 94). 

11. Andreaea Huntii Limpr. L890. 

Einhäusig mit eigenen 5 und Spmsss.v.steinen: die Blüten mit 

zusammengerollten, elliptischen oder eilängliclien. am Rande krenulierten, 
aussen papillösen, kurz zugespitzten Hüllbll. und fadenförmigen, oft ver- 
zweigten, die gestielten Antheridien überragenden Paraphysen. Habituell der 
erassinervia nahestehende, etwas kräftigere Bchwach glänzende oder matte 
schwarze Rasen mit 1,5-3 cm langen. locker beblätterten Stengeln. Bll. sichel- 
förmig einseitswendig, aus kurzer, breit eiförmiger bohler Basis zu einem 
langen Pfriementeil verschmälert,' mit sehr kräftiger! den Pfriementeil oben 
ausfüllender, abwärts in meist mehreren doppelscnichtigen Zellreihen frei- 
lassender Rippe. Querschnitt der letzteren an der Basis ■> 3 schichtig, auf- 
wärts 6-7 schichtig, oben in der Spitze bikonvex und 3 5 schichtig. SchopfbU. 
am Rande der Spitze ausgefressen gezähnt und mit zuweilen etwas vor der 
Spitze verschwindender Rippe. Blattzellen fast überall klein rundlich quadratisch, 
j\. M ' nur an der Basis neb en der Rippe oval bis rektangulär. Perichätium 

rippenlos. Kapsel gross' ünT^H^^ 

geilten Sporen 32-36 und seihst t s u . ^ in , R; , im , lull und fein gekörnelt. 

Reite im Sommer. Br. eur., Vol. VI, Tab. 634. 

An feuchten Grauwackefelsen i m Harz in 300 m *«7fl . P QC +nr Bertram 
gesammelt. Die Schimner'^ & TT 1876 V ° D P& ! A.r 

vorstehenden Lim prich 7s che A n J "" Sn ° Wd ° n SCheint ** 

Nach Benauld «S Cardor * 4 T der Bes ^ e ibun g nach identisch 

und Cardot xst .4. R mti ; auch yon der Vancouver . Inse i in Nord- 



— 109 — 

Amerika bekannt. S. IV, 12, a) Bl., b— e) q Hüllbll. und Perichätialbll., f) Bl. und 
g) Spross; gez. nach einem von H. Graf zu Solms-Laubach am Snowdon in 
gesammelten Exemplar. Sie unterscheidet sicli von crasdnenda dadurch, 
ibere Hälfte der Pfriemenspitze ausfüllt, namentlich 



12. Andreaea Rothii Web. u. M. I807. 

A. rupestris .Kolli 1«()2. .himurmatmUi mpcstris Hmls. 1702: cf. K.-.hli. Kr. Fl. IV, Nr. 30. 
Einhäusig; die d und Q Blüten oft an derselben Seheinaehse. Di,, dm 
inneren Hüllbll. der 5— 8 blätterigen d Blüte oval und mit kurzer zungenfürmiger 
Spitze, rippenlös oder nur aufwärts mit angedeuteter Hippe, am Rande nicht 
krenuliert. Paraphysen zahlreich, goldgelb und keulig. oben oft zweizellreihig. 
länger als die grossen, kurz gestielten Antheridien. Schwärzliche oder rötlich- 
braune, bis 1,5 cm hohe, glanzlose, kleine kissenförmige Häschen mit gabelig 
geteilten, festen Stengeln. Bll. meist einseitswendig, aus eiförmiger Basis 
ziemlich rasch lineal-lanzettlich bis pfriemenförmig verschmälert, mit gleich 
breiter, aufwärts stärkerer, 2— 6 schichtiger, nur die Spitze des Pfriementeils 
ausfüllender Rippe und weit hinauf deutlich erkennbarer, im mittleren Teile 
über der Basis 4—6 Zellreihen breiter, am Rand und aufwärts doppel- 
schichtiger Lamina. Blattzellen in deutlichen Reihen, ohne Papillen, meist 
rundlich quadratisch, 8—9 u, oder queroval, nur an der Basis neben der Kippe 
mehr rektangulär. Perichätium die oberen Laubbll. kaum überragend. Perichätial- 
bll. scheidig zusammengewickelt und rasch in einen kurzen, nicht ganz von 
der Rippe ausgefüllten Pfriementeil verschmälert, aussen meist ohne oder 
mit nur wenigen niedrigen Papillen. Kapsel nur zu ''' i gespalten und mit 
ziemlich langer Apophyse. Sporen 32—35 u, braun und runzelig. Reife im 
Frühjahr und Sommer. Br. eur.. Vol. VT. Tab. 631. 

An Felsblöcken von der Ebene bis in die Bergre^ion durch Europa und die 
östlichen Staaten Nord-Amerikas verbreitet, auch auf erratischen Blöcken, seltener über 
die Bergregion aufsteigend; von A. W. Roth an Granitblöcken der Hünengräber im 
Grossherzogtum Oldenburg entdeckt. S. IV, 8, a) Bl., b) Perichätialbl., c) Spross; 
gez. nach von A. Roese bei Oberhof in Thüringen gesammelten Exemplaren. 

Var. falcatu (Schpr.) Lindb. Br. eur. Vol. VI, t. 624 mit mehr sichelförmig 
einseitswendigen Bll. — im Thüringer Wald und im Harz. 



13. Andreaea frigida Hüben. 1874. 



AV/,;, 



Pflänzchen erscheinen rein oder : die inneren Miillbll. der Blüte breit 
verkehrt eiförmig mit aufgesetztem Spitzcla-n. rippenlos und am Rande krenuliert. 
Paraphysen zahlreich, fadenförmig und verbogen, länger als die Antheridien. 
Rötlichbraune bis schwarze, ausgedehnte, glänzende, niedergedrückte Rasen 



— 110 — 

mit kräftigen, aufsteigenden, 2—5 cm langen Stengeln. Bll. aufrecht, derb 
und fest, oft einseitswendig, lineal-lanzettlich, von der Basis bis zur Spitze 
allmählich verschmälert, mit verhältnismässig breiter, bis zur Spitze deutlich 
erkennbarer Lamina und allmählich verschmälerter, in die scharfe Spitze 
eintretender, oder vor der stumpflichen Spitze versehwindenden Rippe. Quer- 
schnitt der letzteren an der Basis breit und 4schiclitig, aufwärts mehr bikonvex 
und 5— 6 schichtig. Lamina oberwärts doppelschichtig. Blattzellen meist rundlich 
quadratisch, 9-10 u, am Rand der Basis in mehreren Reihen queroval, auf 
der Aussenfläche schwach mamillös. Äussere Perichätialbll. zusammengewickelt, 
oben rasch in eine breite, zungenförmige Spitze verschmälert- die inneren 
schmäler, oben nur lanzettlich zugespitzt und rippenlos. Kapsel weniger 
spitz, mehr ellipsoidisch und zu % bis <L gespalten. Sporen 32 bis 35 u, 
braun und gekörnelt. Reife nach der Schneeschmelze. Br eur Vol VI 



An feuchten, überrieselten 
Steiermark, namentlich in der Nä 



Alpenregk 



B der Bäche und Alpenseen, von 1400 bis 20<»0 m 
aufwärts, aber auch m "Norwegen und Schweden: zuerst von Schärer auf der 
fezTa h U de ;. 8chW t geSammelt S - IV > 14, ,) BJ., b) Spross, c) Perichätialbl. ; 
gez. nach im Riesengebirge ges. Expll. 

Var. sudetira Limnr. in alän™,,,^« „,.;,„. t> ... ... 



Perichätialbll. und kurz vor der stumpflichen 
Rippe — im Riesengebirge in 1000 m ; 

var. engptdata Limpr. mit durch die 
-oll. — in Steiermark in 2300 m. 



Laubbll. verschwindender 



B. Chasmocalyx Lindb. ') 1879. 
Zweihäusig, die o Blüten mit von den Laubbll lmi . 
nicht oder nur wenig z 



14. Andreaea Blyttii Br. eur. 1855. 

A. perichaetialis Zetterst. 1855; cf. Schpr. Syn ed 1J S 821 

»nd .ahlreichen, längeren Re lbe"° flr T"' d,Cke " Antheridi,!n 

schwarze, kleine, dicht kissenförmt H^t K ^^^ ^ dmMer "' 
geteilten, zerbrechlichen Steneeln „„ /' ™ bohe Ra3en mit d tonen, gabelig 
findet. Bll. allseitig abstehend nh„ 7 man Öftm noch ßh«oiden 

glänzend, ans schnfaleTTforlt ° tWaa „ ein8eit8Wendi »" « latt ™ d «*™* 
Pfriemenförmig, m t /as ' Z ' ' , ""^ Basis P 18tzl " h ^ 1™« 

'" — — ichfg, im ^^Zit^^Z 



- .fahre i^T ZSLf?'»* *« *■ *** 

neben ,1 



4 schichtig. Blattzellen ziemlich gleichmässig verdickt, oben rundlich-quadratisch, 
8—10 u, abwärts mehr quadratisch und rektangulär. Perichätium sehr schmal 
und lang, die Stengelbll. weit überragend, mit aufrecht abstehenden äusseren 
und schwach zusammengewickelten, rippenlosen, zugespitzten inneren Hüllbll. 
Kapsel sehr klein, zu % aufspringend. Sporen 14—18 u, grünlichbraun und 
sehr fein punktiert. Eeife im Sommer. Br. eur., Vol. VI, Tab. 635. 

An der Schneegrenze in Lappland, Grönland, Norwegen und Schweden, die 
Felsen überziehend; von Blytt auf der Insel Renoe in Finmarken schon vor 1844 
entdeckt. S. IV, 10, a und b) Bil., c) Spross, d) Spitze des innersten Perichätialbl. ; 
gez. nach von J.E.Zetterstedt inNorwegen gesammelten Exemplaren. V.F.Brotherus 
stellt diese Art noch zu der vorhergehenden Gruppe. 

15. Andreaea nivalis Hook. 1810. 

Ä. nivalis ß Zeftersteiltii thirtm. 1*58: .-f. Kl.h. Kr. Kl. IV. Nr. \S2. 
Zweihäusig, in getrennten und Rasen: die Blüten kurz und dick mit 
eirundlichen, plötzlich in ein dünnes Spitzchen ausgezogenen, rippenlosen inneren 
Hüllbll., lang gestielten dicken Antheridien und goldgelben, oben zweizellreihig 
verbreiterten Paraphysen. Die inneren Hüllbll der g Blüten sind von den 
Laubbll. kaum verschieden, nur zur Zeit der Archegonienreife noch kleiner. 
Brauiigrüne oder rotbraune bis schwarze, ziemlich dichte, weit ausgebreitete, 
glanzlose Rasen mit 4 — 6 und selbst 10 cm langen, dünnen, verbogenen, auf- 
steigenden oder aufrechten, oben einseitswendig und nur massig dicht beblätterten 
Stengeln. Untere Bll. eilanzettlich, die oberen aus enger, eiförmiger Basis 
allmählich lanzettlich und scharf zugespitzt, mit einschichtiger, beider- 
seits rauher, am Rande ausgefressen gezähnter Lamina und gleich- 
breiter, in der Spitze endender, schmaler, rötlicher Rippe. Blattzellen durchr 
aus ziemlich gleich gross, 9—10 u, quadratische, kurz rektanguläre und quer 
rektanguläre vermischt, beiderseits dicht papillös. Querschnitt der Rippe 
3— 4schichtig mit papillösen Aussenzellen. Perichätialbll. nicht zusammen- 
gewickelt, den Stengelbll. sehr ähnlich, nur länger und breiter. Kapsel 
schwarz, oval und fast bis zur Basis 4 oder 6 spaltig, im letzteren Fall mit 
4 breiten und 2 schmalen Klappen. Sporen 21 — 26 u. schwärrii< hbraun und 
fast glatt. Reife im Sommer. Br. eur., Vol. VI, Tab. 636. 

An überrieselten Felsplatten an der Schneegrenze in den Alpen, von 1600 bis 
2000 m aufwärts durch ganz Europa verbreitet, insbesondere auch in den Pyrenäen, 
in Schottland und Skandinavien ; von Hooker in Schottland entdeckt. Nach Renauld 
und Cardot auch aus Oregon in Nord- Amerika bekannt. S. IV, 13, a u. b) Bll., 
c) inneres Hüllbl. einer d Blüte, d) Antheridium mit Paraphysen; gez. nach von 
J. E. Zetterstedt in Norwegen und von J. Breidler in Steiermark gesammelten 
Exemplaren. 

Var. Greschikii (-= tydymodon Roll) eine forma robusta mit kräftigerer 
Rippe und etwas breiterer, mehr eiförmiger bis elliptischer, oft klein geöhrter Basis — 
von Greschik am 16. Aug. 1896 in 2600 m an der Eisthaler Spitze in der Tatra ges. 
S. IV, 13, e) Blattbasis; gez. mich ein, m von Dr. Roll erhaltenen Originalexpl. 



Archidiaceae. 

Habituell den Pleuridien sehr nahestehende, kleine Erdmoose, die sich 
von den kleistokarpischen Bryineen nur durch die Entwicklung des Sporogons 
unterscheiden. Das kugelige Sporogon ist nämlich ohne eigentliche Seta mit 
angeschwollenem Fusse in die fast kugelige Vaginula eingefügt, so dass es 
derselben gleichsam aufzusitzen scheint, bleibt lange von der zarten Haube 
vollständig umhüllt, und wenn es diese endlich zersprengt, bleiben unregel- 
mässig zerfetzte Teile davon an seiner Basis zurück. Eine eigentliche Columella 
ist hier nicht vorhanden. Der aus dem Endothecium hervorgehende Sporen- 
sack ist bei der unreifen Kapsel durch einen glockenförmigen Hohlraum von 
der mehrschichtigen Kapselwand getrennt und wird an seiner Basis durch ein 
die Columella ersetzendes kurzes Säulchen mit dem Fusse der Kapsel verbunden; 
innerhalb derselben kommt es jedoch nicht zur Ausbildung einer Columella, 
sondern es sind sterile und fertile Zellen im Endothecium durcheinander 
geinengt. Zur Zeit der Reife ist ausser den Sporen nur noch eine einschichtige, 
der Spaltöffnungen entbehrende Kapselwand vorhanden, an der kein Deckel 
zu unterscheiden ist. Durch unregelmässiges Bersten der Kapselwand oder 
durch Fäulnis werden die sehr grossen reifen Sporen später frei. 

1. Gatt. Archidium ) Brid. 1820. 
Dicht gesellig wachsende oder zu Rasen vereinte, durch Innovationen 
;, la a ; t ^ ^n^rhgen S prossen gich verjüngende; mehrjähri Erdmoose 

Zel b v P fri r enf ° rmig ^ mlt m ^' S P°^- wie bereits oben 

angegeben. Nach den vegetativen Organen an ein Pleuridium erinnernd Die 
Gattung ist in Europa nur durch eine einzige Art vertreten. 
erwähnt'Nrf 80116 **? J™*» ™ Schim P- * der B, eu, bereits 3 
ZT^ "-r^ , S \ W& r U ^ ZUm Jahre 18 ™ -hon 7 exotische 
Arten bekannt wahrend in Engler's natürlichen Pflanzenfamilien bis zum Jahre 
1901 bereits 24 Arten aufgezählt werden di P tf m fi; k • j 
verbreitet sind. ' * ^^ m der gemässigten Zone 

Bridel 1826. 



' i/ ' rts '""< '"«'■'>" SlH-eii K . 1SL>7; ,f. Kbh. Kr. Fl. IV Nr T! 

Einhäusig, nach manchen Autoren auch zwitt P r,V A.fi a- 

artig vereinte, durch unterirdisches Protonema und r »JTl 0der ™ 3en 
perennierende, gelblich- bis bräunlichVrün 7 "«Ahche Sprossbddung 

Sowohl ,„„„ rati0 „ en , ^ me^ClwL^XT ^ ^T^ 

aus "" r opfbi1 ' Tz: ^^»^*& 



reichlicher Vera* 

Sterile Sprossen 
aus deren Achsel. 



klei 



deutlicher parenrhymatisehem. rektangulärem l.is ciuad t-j tiseluMii Z.-lln -t- 
Schopfhll. grösser, diclit gedrängt, aus eiförmiger bis eilanzettlicher Basi 

mehr scheidiger, hohler, ovaler Basis pfriemenfönni- und mit austretender Rippe 
Querschnitt der letzteren mit ziemlich homo-enen Zellen. 2 :i Raurhzellen 
5— 7 Rückenzellen und einigen fast gleichweiten, dickwandigen inneren Zellen! 
Zellen der oberen Stengel- und Sehopfl.il. mein- proseuchvmatisch, oberwärts 
rhombisch oder rhomboidisch. durchsdmittlü-li <» ]o u, ander Basis dage'-en 
verlängert 6 seitig bis rektangulär-Oseitig und fast doppelt so breit. Hu übe" in 

2-3 in einem Perichätium eingesenkt, ungestielt. kugelig, ohne Deckel bleichgrün 
und dünnwandig. Sporen in geringer Anzahl 1(5-20, höchstens 28, anfangs 
unregelmässig polyedrisch, später rundlich, 100—200 u, schmutziggelb und fein 
gekörnelt, resp. mit grünlicher, fein gekörnelter äusserer und gelblicher innerer 
Schicht und daher gelblich und fein punktiert durchscheinend. Keife vom 
Spätherbst bis zum Frühjahr. Br. eur., Vol. I. Tab. H und Vol. VI, Tab. »J:J7. 
Auf thonig sandigem Boden, feuchtem Sand und sandig lehmigem Heidehoden, 
auf Brachäckern, in Ausstichen u. s. w., im mittleren und südlichen Europa von 
Portugal bis nach Schweden hin, liier und da in der Ebene and niederen Berff- 
region bis 500 m verbreitet; von Bruch hei Zweibrücken in der Pfalz um das 
Jahr 1825 entdeckt. Ohne Frucht mit PlfiirnUm,, «lt t :i-i,l(i,lnm, leicht zu verwechseln 
S. VI, 14, a) Schopfbh, b) Habitusbild, c u. d) Bterile Sprossen, e) jun-e Frucht mit der 
frisch gesprengten, zerfetzten Eanbe; gez. nach einem von C. Warnst orf bei NYu- 
Ruppin (Preussen) gesammelten Expl. 



Bryineae. 

Echte Laubmoose, bei denen .las Mittelsäu 
sich die Sporen bilden, durchdringt und oben u 
zusammenhängt, so dass also der Sporeiisaek 
Mantel umgiebt, oder wenn er durch einen Luf 
dem Raum zwischen ihr und der Kapselwand gleit 
Die Haube wird schon früh von der Vaginula i 
entwickelnden Sporogone emporgehoben, so dass . 
als Mütze oder Kappe aufsitzt. Die reife Kapse 
Stiel, dessen meist konisch zugespitzter Fuss in 



Ausstreuen der Sporen vertrocknet die Kapsel nebst ihrem Stiele und lallt mit dem- 
selben ab, nur bei wenigen kleineren Moosen fällt die reife Kapsel m i t den Sporen ab. 

Tribus I. Cleistocarpae ') 

(Faulfrüchtler oder Verschlossenfrüehtler). 
Erdmoose, deren gipfelständige Kapsel sich niemals mit einem 
Deckel öffnet, auch wenn derselbe der Anlage nach vorhanden ist. Die 
Sporen werden erst durch unregelmässiges Zerbersten oder Verfaulen und Ver- 
wittern der Kapselwand frei. Die meisten sind keinen cm hoch, nur die auf 
verwesendem Viehdünger auf den Hochalpentriften wachsende Voitia nivalis er- 
reicht eine Höhe von G— 8 cm. Kapselwand zur Zeit der Reife meist ein- 
schichtig. Spaltöffnungen nur bei Xanomitrhnn fehlend, bei P/v/scomitrella. 
schildförmig, bei allen übrigen Gattungen aber normal phaneropor. teils über 
die ganze Kapsel zerstreut, teils um die Kapselmitte herum oder nur am 
Kapselhals. Ein Peristom ist nur bei Mildedia der Anlage nach vorhanden, jedoch 
wird auch bei dieser Gattung der nur angedeutete Deckel niemals abgesprengt. 
Sie wachsen mehr in der warmen und gemässigten als in den kalten Zonen. 

Fam. I. Ephemeraceae. 

Sehr kleine, nur 1—2 mm hohe, dem meist reichlichen Protonema herden- 
weise aufsitzende einjährige Pflänzchen. Das oberirdische, konfervenartige 
grüne Protonema ist bleibend, zur Zeit der Fruchtreife noch vorhanden, das 
unterirdische überhaupt ausdauernd. Blüten meist zweihäusig; die ö Pflänzchen 
kleiner. Stämmchen sehr verkürzt, mit wenigen Bll., von denen die unteren 
kleiner sind. Rippe schwach oder fehlend. Blattzellen vorzugsweise parenchy- 
matisch, unten verlängert rektangulär-Gseitig und weit, nach' oben kleiner und 
mehr rhomboidisch-0 seitig oder rhombisch, ohne Papillen. Seta rudimentär 
mit angeschwollenem Fuss. Haube klein und kegelig, oder auch kappen- 
ji'iinm. resp. -dockentörmig (campanulata) mit eingerissener Basis. Kapsel 
)^\ ';■ " ,1 " r oval ll '" ] mi * massivem Spitzchen, jedoch ohne Hals und ohne 
Ueekel. Kapselwand zuletzt einschichtig. Luftraum vorhanden. Columella 
innerhalb des Sporensacks zur Zeit der Sporenreife mehr oder weniger 






/.• / " „ ,,, ./i' ' ""'' '"" un(i t hyxi'om/ti't'lla zu den Funariaceen, 



Jgr. und S. stellen Kpheawntin und Phiixt-oinitreU 

asann und Sphaeranginm (Acaalon) zu den Pottia 

1. Gatt. Nanomitrium Lindb.-) 1874. 



einer Kapsel. 



europaea und Synopsis von Schimper noch mit Ephemerum 
wegen der ungefärbten, der Spaltöffnungen entbehrenden 
getreunt (cf. Rev. br. 1893, S. 49 ff.). 



Sehr kleine, einhäusige, 1—1,5 mm hohe, auf Teichschla 
Pflänzchen mit nur spärlichem, oberirdischem Vorkeii 
Rippe, mit dünnwandigen, verlängert rektangulär-tlseitigen Z 
kugelig ohne Spitze. Columella und Sporensack zur Keifezeit vi 
Seta scheinbar fehlend. Die kleine, zarte Haube liegt den 
Kapsel fest an. Kapselwand farblos und ohne SpuUöffn 

Auch einige ausländische Arten dieser Gattung sind bekannt, tnsbe 



Nanomitrium tenerum (Br 



neuen tuen in «er liege, nur eines, ausnahmsweise auch zwei nach der Befruchtung 
entwickeln. Paraphysen vereinzelt und kurz. Herdenweise vereinte, mit den 
Bll. bis 1,5 mm hohe Pflänzchen. Untere Bll. eilanzettlich, die oberen ver- 
längert, mehr lineal-lanzettlich. bis 1 nun lang, flach und ganzrandig nur 
zuweilen nach der Spitze zu unmerklich stumpf gezähnt, ohne Rippe. Blatt- 

30 u, nach der Basis zu etwas kürzer und schmaler, "aufwärts verlängert 
hexagonal, nach dem Rand und der Spitze zu mehr rhumboidisch und "nur 
14—10 u. Haube sehr zart und klein, nur wenig- Gipfelzellen der kugeligen 
Kapsel bedeckend. Kapsel zur Zeit der Sporenreife braun und kugelig 
mit 1 oder 2 am Scheitel etwas vorspringenden Zellen, jedoch ohne 

Kapselwand, sondern der obere, etwas dickwandigere Teil wird gleichsam 

als Deckel abgehoben und bleibt an der «'inen Seite noch eine Zeit 
lang hängen. Sporen meist über Km. nach V. Müller (cf. Eedwigia von 
1896, S. 183) sogar bis 500 und daher zahlreicher und kleiner als bei 

braun, kleinwarzig und runzelig. R-ife im Spätherbst und Winter Br cur 
Vol. I, Tab. 1. " 

Auf Teichschlamm bei Nisky in der Ober-Lausitz (Preussen) von Breutel 
entdeckt. Bis jetzt nur von wenigen Standorten der Ebene Europas, sowie aus 
dem Staate New-Jersey Nord-Amerikas bekannt. S. V, 8, a) Habitusbild, b) einzelne 
Kapsel, c) Sporen; gez. nach einem von Dr. F. Müller bei Varel in Oldenburg 





— 116 - 




Gatt. 


Ephemerum 


Hampe : ) 


Die kleineren, meist 3- 


4 blätterig 



yaur demselben, stets reichlich entwickelten, oberirdischen Protoneina, 
häufig auch am Grunde der 9 Pflänzchen; die Blüten ohne Paraphysem 
Bll. lanzettlich, eilanzettlich bis linealisch, ohne oder mit schwacher Rippe! 
Blattzellen gross und dünnwandig, nach der Basis zu verlängert rektangulär- 
6seitig, aufwärts meist etwas kleiner und mehr rhomboidisch bis rhombisch- 
öseitig. Kapsel auf minimaler Seta aufrecht, kugelig mit massivem Spitzchen. 
Kapselwand gelblich und mit Spaltöffnungen. Sporensack bleibend, 
Golumella dagegen zur Reifezeit grösstenteils resorbiert und nur nach oben 
und unten in kleinen Säulchen angedeutet. Haube kegelglockenförmig 
und rings am Rande eingeschnitten, nur selten mehr einseitig geschlitzt. 
Sporen etwa 50-100 in einer Kapsel, sehr gross, nierenformig und warzig. 
Ausländische Arten dieser Gattung waren nach Jaeg und S bis zum Jahre 
1879 bereits 9 bekannt, ja bis jetzt sind schon gegen 20 beschrieben worden. 

A. Bl. ohne Rippe (Euephememm Limpr.). 
Spaltöffnungen nur am Grund der Kapsel. 

1. Ephemerum serratum (Schieb.) Hampe 1837. 



Am 


Zweihäusig; die d Pflänzchen mit bis zu 8 Antheridien ohne P 1 1 n 
smaragdgrünem, bleibendem Vorkeim gesellig vereint aufsitzende,' 




inin «lf nZ f n ; f r ° t0nema mit au ^ ri ^teten, büschelig ver- 

^«n Asten. Bll. autrecht abstehend oder auch einseitsuendi" rippenlos 
V ^ : y UW] >"^ K^is lanzettlich, die unteren kleiner. eifonnm' und zu- 


aus 


tf«'N) 


",, / ' " ,tJ, ; n ^'^•'■- liMeal-lanzettlich und mit groben, zuweilen yurück- 


oder 


';;;:;:; | , | ' ! ;. !:, '"' ,,! '';' !J, ;; Ziibe "' Blattzellen verlängert rektangulär 


Spit 


Jt ;;;;!;;: ^zzt^Z tTü m < ihu ' h - ,:> ' j:i u - n;,Hi ,k,r 


als 

Grui 


1 v,l l )M ' au minimaler Seta aufrecht, kugelig oder eiku^eli^ und 

\'",' 'IVA v'" S, " I/rl !" n - Lr,11 ' ,ot h ^ P"»'™... rothraun und nur am 

:,;r,y T u,!i si>!,renrun ^^^^ »..„„...-.u tom™ 

\uf <JwrZS VOm SpÄtherb8t biS ApnL Bl '- GUr " VüL L T » b " ■■ 




und 


selbst miT.i-i,''i' " ' te,n ' leh,U,gem 0(ler ttonigem Boden, an Grabenrändern 


vo' 1 "' 


'on] ■ "'■ '" S es »muielt. Nach Renauld und Card t 1 


beka. 


) nabmwnild, b) Knospe e.nes jungen Pflänzchens, c) O 



— 117 — 

u. d) dPflänzchen, e) Haube, f) Protonema, g) Habitusbild in natürlicher Grösse- 
gez. nach dahier bei Laubach ges. ExplI. 

Var. <nt<jn*l.i.julhi,n Sdipr. mit längeren, linealen, nur stumpf gezähnten BH. 
und kleinerer, deutlich zugespitzter Kapsel — eine südlichere Form auf feuchtem 
sandigem Boden. S. V, 13 d, gez. nach von J. Theriot bei Bleville (Seine-Inf ) in 
Frankreich ges. Expll. 

Eph. tenuirierve Lindb., mit schwach angedeuteter, gegen die Basis verschwindender 
Rippe und kleinerer, dem Scheitel fast aufliegender Haube um Bayreuth von 

Molendo aufgefunden — wird von Limpricht neuerdings als besondere Art behandelt 
(Ebb. Kr. PI. IV, 3, S. 634, Nr. 931). 

Var. subulatum ßoulay mit sehr langen, pfriemenförmig zugespitzten und 
lang gezähnten BH. — in Frankreich. 

Ephemer,,», stellatum Philib. (Rev. br. 1879, S. 63), welches Philibert 
bei Bruailles in Frankreich in der (lesellsehaft von str,„> r l,,/llini, und s.rratuiit entdeckt 
hat, mit nur schwach gezähnten oder ganzrandigen, rippenlosen BH., soll sich von 
serratin» durch nur halb so grosse glatte Sporen unterscheiden (non vidi) Siehe 
auch Ebh. Kr. Fl. IV, 3, S. 634, Nr. 35 b. 

Ebenso soll sich Eph. miuutixsunnm Lindb., welches Fr. Müller 1827 in 
Sardinien entdeckt und Mitten 1845 in England gesammelt hat, von serralum durch 
schmälere, lang zugespitzte, stumpf gesägte BH. und kleinere glatte Sporen unter- 
scheiden (non vidi). Siehe Ebh. Kr. Fl. IV, 3, S. 634, Nr. 35 c. 

B. Bl. mit Rippe (Leptoneura Limpr.). 
Spaltöffnungen über die ganze Kapsel zerstreut. 

2. Ephemerum Rutheanum Schpr. 1867. 



macht fast den Ei 



Blattzellen ä 
meist deutlh 
maier Seta i 



Art. mehr derjenigen von P/>'„rh/,'„u, > 
ur einseitig geschlitzt, resp. glockig-ka 



Bei Bärwalde in der Mark (lYeussen) 1866 von K. : 
Grabenwänden entdeckt, auch beiSchmarsendurf daselbst in derGesell 
mtidum 1H73 gesammelt. Kommt nach ßoulay auch in Fra 
u. V,10, a) Kapsel mit Haube, b) Schopfbl., c) Haube von Eh 
Kapselspitze; gez. nach einem von E. Ruthe bei Kohmarsendo 



3. Ephemerum cohaerens (Hedw.) Hampe 1837. 

Phascum Bedw. L801, Ph. heterophyllum J><> Nut. 1KM7: cf. Rbb. Kr. Fl. IV. Nr.-W, 

Zweihäusig. Dichtere, schon mehr rasenartige, oliven- bis braunlich- 
grüne Überzüge mit grünem bis olivengrünem. später br;'i unliebem Yorkeim und 
1—2 mm hohen Pflänzchen. Bll. im Basalteil breiter als bei den beiden 
vorigen Arten, die unteren fast ganzrandig und rippenlos, die oberen 1,5 mm 
lang, verlängert lanzettlich, mit flachem, über der Mitte unregelmässig gezähntem 
Rand und zarter, gegen die Basis verschwindender, mit oder vor der Spitze 
endender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2 Bauchzellen, 3 — 4 Rücken- 
zellen und nur einer grossen Innenzelle. Blattzelleu unregelmässiger als bei 
vorigen Arten, aufwärts rhombisch, verlängert seitig oder rliomboidisch, 
14—16 u und etwas verdickt, nur 2—3 mal so lang als breit, abwärts 
breiter, nach der Basis zu mehr rektangulär bis rektangulär-«; seitig, fast 
doppelt so breit und 3—4 mal so lang als breit, wasserhell und dünnwandig. 
Kapsel auf sehr kurzer Seta zwischen die Schopfbll. eingesenkt, fast kugelig 
bis oval mit sehr kurzer, stumpfer Spitze, hellbräunlich und dünnwandig. 
Spaltöffnungen über die ganze Kapsel zerstreut. Haube glockig mit ein- 
geschnittener, zerschlitzter Basis, die Kapsel bis zu 1 , bedeckend. Sporen 
50— 70u, braun bis dunkelbraun und mit grossen Warzen. Keife im Spät- 
herbst, Oktbr. und Novbr. Br. eur., Vol. I, Tab. 1 . 

An ähnlichen Standorten, wie Eph. sermtnm, in der Ebene und niederen 
Bergregion, jedoch mehr auf mergeligem Boden, zuweilen in der Gesellschaft von 
/'/i)/.-rni,„tn'//ii. wie auf den Rheimnseln bei Strasburg, auf überschwemmt gewesenem 
Gelände an der Donau bei Wien, auch in Sachsen, Württemberg, Baden, Böhmen 
u. s. w., sowie in Nord- Amerika, fehlt jedoch in den Alpen. S. V. 15 Habit nsbild. 
a) vergrössert, b) in natürlicher Grösse, c) Kapsel, d) Haube; gez. nach einem von 
J. Breidler im Prater bei Wien gesammelten Expl. 

Var. badense Jack, mit sehr lang zugespitzten RH. und auf der Rückseite 
scharf gesägter Rippe wurde von Jack bei Salem in Baden im Oktober 1879 
gesammelt (non vidi). 

4. Ephemerum Flotowianum (Punck) Limpr. 1890. 



Zweihäusig: die 5 wie : Blüten ohne Paraphysen. Habituell an E V h. 
cohaerens erinnernde, mit den Bll. 1,5 mm hohe Pflänzchen auf reichlich ent- 
wickeltem bleibendem Protouema. Bll. aufrecht abstehend, die unteren klein, 
lanzettlich und rippenlos, die oberen lanzettlich bis lineallanzettlich, mit über 
der Mitte sägezähnigem Rand und in eine gelbliche Stachel- oder Pfriemen- 
spitze auslaufender Rippe. Querschnitt der letzteren wie bei voriger Art. 
Blattzellen ziemlich «lerbwandig, im unteren Teil rektangulär- b seitig, 14-18 u, 
aufwärts regelnüUsi-er verlling, ; rt <> seitig oder rhomboidisch und 12— IG u. 
Kapsel auf minimaler Seta eingesenkt, rotbraun, kugelig mit nur stumpfer und 
meist gerader Spitze. Haube zart, kegel-glockenförmig, am Rand unregel- 
massig eingeschnitten, oft auch nur einseitig bis zu der mehr schiefen Spitze 



— 119 — 

geschlitzt. Sporen 60— 80 u, rotbraun und mit grossen Warzen. Reife im 
Spätherbst. Br. eur., Suppl. I, IT. Tab. I. 

Auf huroosem, sandigem Boden auf dem Zechower Berg bei Landsberg in 
der Mark (Preussen) von Major von Flotow 1822 entdeckt. S. V, 11, a) jüngere 9, 
b) fruchtende, c) d Pflanze, d) Haube, e) Kapsel; gez. nach einem Origiualexpl. 
des Entdeckers (comra. 0. Warnst orf). 

Phascum Bruch und Scli]»r. 1844, Eph. stenopkyllum Schpr. IWSO. Eph. rrassmenmim 
Hampc; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 89. 

Zweihäusig. Habituell an K r lwmerelhi erinnernde, bis 2 mm hohe 
Pflänzchen auf dichtem, smaragdgrünem, aufwärts bogig büschelig verästeltem 
Vorkeim, dessen unterirdische Hauptachse sich durch bedeutendere Stärke aus- 
zeichnet. Untere Bll. eilanzettlich und ebenso wie die der d Pflänzchen ohne 
Rippe. Obere Bll. der bis 2 mm hohen o Pflänzchen feucht steif aufrecht, oder 
auch einseitswendig, aus etwas elliptischer Basis schmal lineal-lanzettlich, 
resp. allmählich pfriemlich verschmälert, ganzrandig oder mit gegen die Spitze 
undeutlich stumpflich gesägtem Rand und mit kräftiger, lang aus- 
tretender Rippe. 

Blattzellen dickwandig und x-hmäh-i- al> bei den vorigen Arten, aufwärts 
nach der Spitze zu 8—10 u und 5-7 mal so lang als breit, nur im ßasal- 
teil verhältnismässig kürzer und breiterund mehr rektangulär-6 seitig. Kapsel 
auf rudimentärer Seta dem schmal elliptischen Scheidchen fast aufsitzend, braun, 
rundlich-oval, mit gerader, kurzer, stumpfer Spitze und gelber Kapselwand. 
Spaltöffnungen über die ganze Kapsel zerstreut. Haube an der Basis zerschlitzt. 
Sporen 56—80, nach Jur. nur -tu — 50 u, rundlich bis nun ntmnng. dunkel 
rostfarben und warzig, resp. durch grosse Warzen netzig gefeldert Reite im 
Winter. Br. eur., Vol. I, Tab. 2. 



Von 


liri 


ich 


auf thonigen 


gefunden, i 


Midi 




i Blankenlmrg 


sowie in E 


n,K 


md 


und Sardinien 


1813 entdeckt, 


nach Limpr. je 


phyllum Vi 


)it . 


mit 


K V henuv,Hn , 


aus den Sta: 




Oh 


io und New-Jer 



verschwindender Rippe — mehr im buden, insbesti 
Cagliari in Sardinien ges. (comm. M. Fleischer). 

3. Gatt. Ephemer ella C 

Bll. linealisch und mit Rippe. Im Allg< 
einstimmend unterscheidet sich diese Gattun 
kräftigere, bikonvexe Rippe, das engere, derbw 
rhombische Zellnetz, sowie die halbseitige, kappe i 



sich nur wenige phaneropore Spaltöffnungen in der Zone der Apophyse 
Grunde der deutlich gestielten, schief geschnäbelten Kapsel. 

Ausländische Arten dieser Gattung waren nach Jaeger und S. bis 
Jahre 1879 bereits 2 bekannt. 

1. Ephemerella recurvifolia (Dicks.) Schpr. 1860. 

Phascum Dicks. 1801. Ph. pachycarpu») Schwor. 1811. PI,, stnmplii/llnm Voit 



Zweihäusig; Blütenstand wie bei Ephememm, jedoch die Blüten mit 
vpivinzelten fadenförmigen Paraphysen. Bräunlichgrüne Überzüge und lockere 
Kuschen mit auf smaragdgrünem, bleibendem, später bräunlichem Vorkeim 
gesellig vereinten, bis 1,8 mm hohen Pflänzchen. Ell. feucht abstehend bis 
zurückgebogen, trocken geschlängelt und etwas gedreht, die unteren klein und 
mehr eilanzettlicb, die oberen bei der Pflanze dagegen v i . -1 länger, schmal 
Linealisch und lang zugespitzt, mit welligem, nach der Spitze zu ausgefressen 
gezähntem, flachem Rand und als gelblicher Stachel auslaufender, am Rücken 
etwas rauher Rippe. Querschnitt der letzteren homogen. 4 — ß schichtig, mit 
3—4 Bauchzellen, ß äusseren Rückenzellen und mehreren, etwa 7 Innenzellen. 
Blattzellen gelblich und dickwandig, aufwärts nur kurz rektangulär oder 
rhombisch, 8— 10 u, nach der Basis zu verlängert, mehr rektangulär-» i seitig 
und nur wenig breiter. Kapsel (oft zu 2 in einer Hülle) auf i>,15 -n.-j mm 
langer, gelber Seta aufrecht, bräunlich bis rötlichbraun, dick oval und kurz 
schief geschnäbelt. Scheidchen schmal ellipsoidisch bis cylindrisch. Haube 
gelblich, kappenförmig schief aufsitzend. Sporen 35—45 u, rundlich bis 
nierenförmig, hellbraun und fast glatt, resp. nur wenig gekörnelt. Keife im 
Winter. Br. cur., Vol. I, Tab. 2. 

Auf thonig kalkigem, nacktem Boden, an Grabenrändern, auf Äckern, in Gärten 
u. s. w. in der Ebene und niederen Bergregion; von Voit bereits 1813 bei Schwein- 
furt in Bayern entdeckt und seitdem von vielen Standorten Deutschlands und Öster- 
reichs bekannt. Findet sich auch in Frankreich, England, Finnland und der Schweiz, 
sowie (nach Bescherelle) in Algier. S. V, 12, a) vergrößertes Habitusbüd, 
b) Kapsel, c) Haube; gez. nach einem von L. Herter bei Messbach in Württemberg 
auf Brachäckern im Gebiete des Muschelkalkes ges. Expl. (comm. C. Warnstorf). 

Fam. IL Physcomitrellaceae. 

Herdenweise auf Schlamm wachsende, etwas fleischige und saftige, gestielte 
einjährige Pflänzchen mit nur spärlichem, nicht ausdauerndem, sondeni schon 
früh verschwindendem Protonema. Stämmchen ohne Zentralstrang. Bll. 
Leiter als bei voriger Farn., mehr eiförmig und elliptisch bis eilänglich, 
»vsp. elliptisch verlängert, oder auch spateiförmig, ohne Papillen und mit nur 
l;;-'l-r,,n. inuvneli.wnatischem Zellgewebe. Haube kegelig bis kegelmützen- 
förmig und alsdann gelappt. Kapsel auf kürzerer oder längerer, dicker Seta 



zwischen den Schopf bll. vortretend, kugelig oder oval, ohne oder mit Hals, 
im Innern mit dicker Columella, die jedoch zur Zeit der Sporenreife mit dem 
Sporensack bereits resorbiert ist. Kapselwand mehrschichtig, am Grund mit 



1. Gatt. Physcomitrella Br. und Seh. 1 ) IS4<i. 
Einhäusige Pflänzchen, deren terminal angelegte Antheridien durch deo 

9 Spross ähnlich wie bei den Funariaceen zur Seite gedrängt werden. 
Paraphysen oft mit angeschwollener Endzelle. Bll. nach oben grösser und 
rosettenartig um die Kapsel gedrängt, mit nur dünnwandigen. \ 6seitigen 
Zellen und dünner, unter der Spitze verschwindender Kippe. Kapselwand an. 

der Gattung Funann einige Ähnlichkeit haben. S. II, 1 I und XLV. 10. 

Es werden nämlich die beiden sehr kleinen Schliesszellen der Spaltöffnungen 
von einer einzigen ringförmigen Oberhautzelle eingeschlossen, deren Seitenwand sie 
an keinem Punkte berühren. Eine Fbergangsform zwischen der kleistokarpisclieii 
Gattung Physcomitrella und der stegokarpischen Gattung Physeomitrium bildet nach 
Sullivant die ausländische Gattung Aphanorhegma. 

1. Physcomitrella patens (Hedw.) Br. cur. 1849. 



Einhäusig; die terminal angelegt.-., 
von der mit einem rippenlosen Hüllbl. um 
einer Gabelung, seltener am Fasse des £ 
weichen Raschen vereinte, bis 5 mm In 
gegabelten, am Grunde mit kräftigen Kl. 
feucht abstehend, die unteren kleiner. \e 



Querschnitt der leb 


steren mit 2 


Lockeren 




:ellen. 3 \\ 


und einigen subster 
locker rektangulär-H 
rektangulär bis fast 

Bseitig bis rektangi 


quadratisch. 
;h der Basis 
ilär. Kapsel 


hen Innen 

zu 3-4 
auf kurz 


mafso 


irts kürzer 
rudiment 


den Sclmpfbil. sieht 


:bar. kugelig 


und mit 


stumi 


)fer Spitze 


oval. Haube kegeli 


g. mit ganzi 


•andiger 


Basis i 


and nur de 



— 122 — 

stachelig. Reife im Herbst, von Aug. bis Oktbr. Br. eur., Vol. I, Tab. 3 
v. 1849, resp. II der Nachträge zu den Phascaceen. 1 ) 

Auf Schlamm an Teichen und Flüssen oder auch an Grabenwänden, überhaupt 
auf vorher überschwemmt gewesenem Gelände, durch ganz Europa, von Italien bis 
nach Norwegen und Schweden hin, in der Ebene, nicht über 350 m, verbreitet 
und meist in der Gesellschaft von Physcomitrium tyhaerieum. Auch aus Nord- 
Amerika, aus dem Staate Ohio bekannt, sowie von Arn eil bei Jeniseisk in der 
mittleren Waldregion Sibiriens gesammelt, und zwar auf Schlammboden innerhalb 
der Stadt. S. V, 9, a) vergrössertes Habitusbild, b) Kapsel mit Haube ; gez. nach 
einem von C. Warnstorf bei Neuruppin ges. Expl. 

Var. megapolituna Schpr. = v. angustifolia De Not., mit längeren Stämmchen, 
etwas länger gestielter, kleiner Kapsel und schmäleren, fast lineal-zungenförmigen, 
verbogen abstehenden Schopfbll., sowie 

var. Lucasiana Schpr., mit kürzerem Stämmchen, fast sitzender Kapsel und 
kürzeren breiteren Bll. — an denselben Standorten mit der Normalform. 

2. Physcomitrella Hampei Limpr. 1890. 

Ph. Valens, y pnlireWttu Br eur. 181!) und ,) anomala Hampe, Aphanorhegma patens, 
v. anomahnn (Hpe.) Lindb. 1864; cf. Rbh. Kr. Fl. IV. Nr. 42. 

Ein Bastard von Physcomitrium sphaerinnn und Plnjvcomitre/l« p„tens. der 
nach den vegetativen Organen und dem Blutenstand mit voriger Art überein- 
stimmt. Kapsel auf gelbrötlicher, mindestens 0,6 mm langer, meist jedoch 
längerer, nach oben erweiterter und etwas links gedrehter Seta aufrecht, oval 
mit deutlichem Halse und mit Andeutung eines kurzen, kegeligen Deckels. 
Haube wie bei Plnjwountrhnn spha ei-icum, kegelmützenförmig und gelappt. 
Br. eur., Vol. I, Tab. 3, resp. II T der Nachträge zu den Phascaceen. 

Zwischen den Stammeltern bei Blankenburg im Harz von Hampe entdeckt 
und auch noch an anderen Orten von Ruthe, Milde, Lindberg etc. beobachtet. 
S. V, 9, c) Kapsel; gez. nach einem von Kern auf Oderschlamm bei Breslau 
ges. Expl. 

Eineu ähnlichen Bastard zwischen /'hi/scowt'frelfa patens und Physcomitrium 
turystomum soll J. Araaiin in der Schweiz entdeckt haben (Rbh. Kr. Fl. IV, 3, 
S. u:jö. Nr. 932). V 

Fam. III. Phascaceae. 

Kurz gestielte, im Herbst aus unterirdischem, ausdauerndem Protonema 

sich entwickelnde, meist knospenförmige, herdenweise vereinte oder in kleinen 

Raschen wachsende Pflänzchen mit einfachem oder auch gabelig und selbst 

geteiltem Stämmchen. Bll. meist glanzlos, breit eiförmig bis 

lanzettlich und zugespitzt, jedoch niemals borstenförmig, mit mehr oder minder 

') Die Tafeln von Band I VI der Sc hin,™,.',«*™ u, „.. ,..„„„.. __. __.__«^ 



— 123 — 

zurückgebogenem Rand und ziemlich kräftiger, bei den oberen Bll. gewöhnlich 
austretender Rippe. Querschnitt der letzteren je nach den Gattungen schi- 
verschieden. Blattzellen parenchyniatiscli. oben mehr rundlich quadratisch 
bis sechsseitig und meist warzig-papillös, nach der Basis zu dagegen kürzer 
oder länger rektangulär bis rektangulär-6 seitig, durchsichtig, resp. chlorophyll- 
arm und dünnwandiger. Blüten ein- und zweihäusig und oft mit Puraphysen. 
Kapsel auf kürzerer oder längerer Seta zwischen die Büllbll. eingesenkt oder 
über dieselben emporgehoben, kugelig und ohne Spitzchen oder oval. resp. 
ellipsoidisch und mit kurzer Spitze, meist ohne Hals, jedoch mit bleibender 
Columella, auch häufig zu 2—3 aus einem Perichätium an demselben Stämmchen. 
Spaltöffnungen normal pbaneropor am Grund der Kapsel, meist nur o. Haube 
mutzen- oder kappenförmig. Sporen verhältnismässig gross. 

1. Gatt. Sphaerangium Schpr. 1 ) 1860. 

Acaulon C. Müll. 1847. 

Herdenweise vereinte, oft zu kleinen Raschen zusammengedrängte, gesellig 
auf der Erde wachsende, kleine knospenförmige Pflänzchen von höchstens 
2—3 mm Höhe. Die viel kleineren 4—6 blätterigen ö Pflänzchen entwickeln 
sich entweder isoliert aus dem unterirdischen Protonema, oder hängen auch 
noch durch bleiche Rhizoiden mit den Q Pflanzen zusammen. Wenn sie sich 
im letzteren Falle auch scheinbar am Fusse der fruchtenden Pflanze belinden, 
so wird doch der Blütenstand gewöhnlich als zweihäusig bezeichnet Bll. breit 
eiförmig, resp. eirundlich bis eilanzettlich, die unteren klein und fast rippen- 
los, die oberen kielig oder nachenförmig hohl, die Kapsel knospenförmig 
umhüllend, mit mehr oder weniger auslaufender bis stacludspitzig austretender 
Rippe. Querschnitt der letzteren ohne Deuter, nur mit lockeren Aussenzellen 
und wenigen Innenzellen. Blattzellen ohne Papillen, oben vorzugsweise kurz 
rhombisch und aussen verdickt, abwärts lockerer, länger, mehr rektangulär, 
dünnwandiger und wasserhell. Kapsel auf ihrem Durchmesser gleichlanger, 

geschlossen, nur ausnahmsweise teilweise sichtbar, kugelrund ohne Spitze. 
am Grunde mit wenigen phaneroporen Spaltöffnungen. Zellen der Kapsel- 
ovalen, kurzen, dicken Srheidchen eingefügt. Haube sehr klein und hinfällig, 
kegelmützenförmig und meist 3— 5 lappig. 

Aussereuropäische Arten dieser Gattung waren nach Jaeger und S. bis zum 

1. Sphaerangium muticum (Schieb.) Schpr. lsi;<>. 

Hiftsmm SHuvh. 1770. l'h . bulboam» V«.it |Hl'->. /'/«. rubrum Rohl. 1809, Ph. acaulon 



g, mit kleineren, mei 
hoch, eiförmige, in 

z Kugel und äyyelov (r 



gelbgrüne, bis bräunliche Knospen darstellend. Untere Bll. klein, eiförmig 
und zugespitzt, mit fast verschwindender Rippe, die mittleren breit eiförmig 
mit kurzer zurückgebogener Spitze, die oberen Schopfbll. (2 - 3) aus schmälerer 
Basis verkehrt eiförmig bis eirundlich und kurz zugespitzt, sehr hohl, gegen 
die Spitzt u.sgeschweift oder ausgefressen gezähnt und mit etwas zurück- 
gebogenem Rand, mit in der Spitze verschwindender oder kurz austretender 
Rippe. Blattzellen an der konvexen Fläche aussen gebräunt und im oberen 
Blattteil stark verdickt, an den inneren Flächen zarter, oben länglich (i eckig 
bis schief rhombisch, 15— 17 u, an der Basis dagegen verlängert rektangulär 
bis (iseitig, 20 — 25 u, dünnwandig und hyalin. Kapsel auf dem Scheidchen 
gleichlanger, kurzer, gerader Seta von etwa halber Kapselhöhe aufrecht, 
kugelig und mit stumpfer Warze am Scheitel, reif braunrot, meist von den 
Hüllbll. vollständig eingeschlossen-. Sporen 35—45 u, eirundlich, hell gelbbraun 
und feinwarzig. Reife im Spätherbst und zeitigen Frühjahr. Br. eur., 
Vol. J, Tab. 4. 

Auf lehmig thonigera, wie auf kalkigem, kahlem, nacktein Boden, auf Wald- 
wegen, Maulwurfshaufen, Grabenaushub der Wiesen und dergl. durch fast ganz Europa 
von der Ehene bis zu 600 m; war schon Dillen um GHessen 1718 bekannt. Ist 
nach Holunder auch bei San Francisco in Kalifornien, sowie nach Bescherelle 
m Algier gefunden worden. S. V, 6, a) Habitusbihl, b) Kapsel, c) Schopfbl. ■ "ez. 
nach daluer bei Laubach ges. Expll. 

_ Var. <-as r ul„t,nn Schpr. = ,„■//,,„,„„ De Not. mit länger austretender Rippe - 
eine mediterrane Form aus Sardinien; 

var. #«*„„, Sohpr., kleiner, mit ganzrandigen, die Ka P sel kaum überragenden, 
nicht zusammenschhessenden Perichätialbll. und deutlicher gekörnelten Sporen - an 
den Meeresküsten Englands und Frankreichs, seltener in, „,di,.h.,. hnnLd und in 
Algier (non vidi). 

2. Sphaerangium pellucidum M. Fleischer 1893. 



i Pfläuzchen zwischen den . oft scheinbar am Fusse derselben! 
tlanzen nur 0,8-1 nun hohe, oft sehr schlanke Knospen dar- 
:erade aufgerichteter Spitze der meist nicht zusaminenschliessenden 



Hüllbll. Untere Bll. klei 



iförmig und zugespitzt und mit kü 



schwächerer Rippe, die 3 oberen Schopfbll. schmäler als bei voriger Art, kahn- 

r3: ich; ?\ S mit 'f reChte " SpUzen ' ^ — ndig, am flachen 

Rande nicht zurückgezogen und mit in der Spitze endender, oder kurz stachelig 
*» Bippe. Blattzellen oben klein, rhombisch oder rhomboidisch und 
iUlg { '' . 12 ^' Dach der S I ,itze ™ fest oval, nach der Basis 
Mt.g und dünnwandig, 15-22 u. Scheidchen 
auf rudimentärer, gerader oder 
ler Hüllbll. fast erreichend und ^ 
»rot, kugelig oder fast kugelig. Se 



ziemlich dh 

dagegen lockerer, nie 

mwüL y'f W ?™f' v K ^. Sel auf rudi mentärer, gerader ode 

mti t s tb l "t i dl t ^^ dei " HüllblL fast «**«* »* -- 
meist sichtbar, gelbrot bis braunr« 



r halb so lang als das Sch< 
nebelig. Reife im zeitigen 



Sphaerangium triquetrum (Spi 



Zweihäusig; die kleineren d Pflänzchen meist nui 
Fruchtende Pflanze nur 1-1,5 mm hoch, eine 3 kantige, < 
hell gelbgrüne bis bräunliche Knospe mit abstehenden, zuri 
Spitzen der oberen Hüllbll. darstellend. Untere Bll. eiförm 
zugespitzt und mit mehr oder weniger zurückgeschlagenem ] 
2-3 Schopfbll. sehr hohl und gekielt, nach oben fast k; 
längs zurückgclmgenem, etwas ausgeschweift e,ezäliiieltem Kai 

weniger verdickt als bei nniiinnii, am h aufwärts ziemlich diinn\ 
in der oft verlängerten Spitze schmäler, mehr rhomboidisch, 
gegen verlängert rektangulär bis rektaogulär-6 seitig und 11 
auf fast gleichlanger, schwanenhalsartig gekrümmter 
horizontal, kugelig, gelbbraun, dünnwandig und ohne Warze. 
0,2 mm und fast doppelt so lang als das kugelige Scheidche 
25 — 30 u, braun und dicht warzig. Reife im Spätherbst und ; 
Br eur., Vol. I, Tab. 3. 

Auf sandig lehmigem Boden, an Dämmen, auf Äckern, in 
schlämm u. s. w. hier und da durch die Ebene zerstn-m. I.äiifig.-r i 



— 126 — 

papillös, nach der Basis zu dünnwandiger, lockerer und verlängert, rektangulär 
oder rektangulär-ti seitig. Blüten in der Regel einhäusig, nach der Br. eur. 
bei curvicollum ausnahmsweise auch zwitterig, mit und ohne Paraphysen. 
Haube halbseitig, resp. kappenförmig (cucullata) und nur ausnahmsweise 
mützenförmig (mitraeformis). Kapsel auf kürzerer oder längerer Seta zwischen 
die Hüllbll. eingeschlossen oder aus denselben hervortretend, rundlich oder 
oval, resp. ellipsoidisch und gewöhnlich mit stumpfem Spitzchen. Zellen der 
Kapselwand vorzugsweise rektangulär. Spaltöffnungen normal phaneropor. 
Luftraum nur selten mit Spannfäden. 

Schimper trennte hiervon die Gattung Microbryuan wegen der münzenförmigen 
3 — 5 lappigen Haube. Da eine solche jedoch auch bei einer Form von Phatcttm 
euspidatum vorkommt, so liess Limpricht diese Trennung wieder fallen. Phasmm 
earnioUcum als besondere Gattung Aschvsma abzuzweigen, wie es Lindberg und 
Limprixht gethan haben, halte ich nicht für erforderlich. Ausländische Arten 
dieser Gattung waren nach Jaeger und S. bis zum Jahre 1879 erst 4 bekannt, 
während bis heute etwa 18 beschrieben sind, von denen jedoch nur 5 von Brotherus 
dieser Gattung zugerechnet werden. 



A. Microbryum Schpr. 1860- 
Haube mützenförmig, 3— 5 lappig. Seta rudimentär. Luftraum ohne 
Spannfäden. 

1. Phascum Floerkeanum Web. und Mohr 1807. 

PA. minutum ROM. 1809, Ph. badium Voit 1812. Acaulon V. .Müll. 1847, Srhisli,lium 
ilitt. 1851, Microbryum Schpr. 1860; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 45. 

Einhäusig, mit je 2 nackten, sehr kleinen Antheridien in den Blatt- 
achseln unter den Perichätialbll., jedoch kommen (nach Limpr.) auch vereinzelte 
<S Pflänzchen auf dem unterirdischen Protonema vor. Sehr kleine, meist 
herdenweise vereinte, nur 1 mm hohe, knospenförmige Pflänzchen von rötlicher 
bis bräunlicher Farbe mit etwa 12-14 Bll. und abgebogenen oder gespreizten 
Blattspitzen, also keine geschlossene, sondern eine mehr geöffnete Knospe dar- 
stellend. Untere Bll. kleiner, mit schwächerer, über der Mitte verschwindender 
Rippe, die oberen und inneren grösser, aus breit eiförmiger Basis schmal zu- 
gespitzt, oder auch fast verkehrt eilänglich und zugespitzt, mit aufwärts zurück- 
geschlagenem, meist etwas krenuliertem, resp. ausgeschweift gezähneltem Band 
and krfiftiger, gelbbräunlicher oder rötlichbrauner, als kräftiger, gelbroter 
Stachel austretender Rippe. Querschnitt der letzteren mit zwei medianen 
Deutern, 3 Bauchzellen, 5-9 Rückenzellen und einem 1-2 schichtigen unteren 
Stereidenband; von letzterem zuweilen einzelne Zellen nur substereid. Blatt- 
zellen aufwärts fast quadratisch bis bseitig, 12— 14 u und namentlich am 
Rücken mit stumpfen Papillen, abwärts mehr rektangulär, etwas weiter, 
15-20 u, und glatt. Kapsel (oft zu 2-4 an demselben Stämmchen) auf 
tarer Seta aufrecht, braun, eikugehg und mit gerader, stumpfer Spitze. 
Seta kurzer als das kugelige Scheidchen. Haube glatt und nur den Scheitel 



— 127 — 

der Kapsel deckend, meist 31appig. Sporen 20— 24 u, schmutziggelb bis 
ziinmtbrauu und fast glatt. Reife im Spätherbst. Br. eur., Vol. I, Tab. 3 
resp. II der Nachträge zu den Phascaceen. 

Auf feuchtem, kalkhaltigem, oder sandig-lehmigem, nacktem Boden im mittleren 
und westlichen Europa in der Ebene unter 300 m hier und da verbreitet, wie z. B. 
bei Wien; von Prof. Floerke unweit Jena 1807 entdeckt und im allgemeinen nicht 
häufig. Nach Bescher eile auch aus Algier, sowie nach Kenauld und Cardot 
aus Kansas in Nord-Amerika bekannt. Wurde in neuerer Zeit auch aus Belgien bekannt 
(Bulletin de la Soc. Belg. 1893, S. 44), sowie aus England, Schweden und Süd- 
finnland (Engler N. Pfl. Abt. 3, S. 416). S. V, 7, a) Habitusbild, b) Kapsel mit Haube, 
c) Blattquerschnitt, d) Haube; gez. nach einem von Bruch bei Zweibrücken ges. Expl. 

Var. badium Schpr. = PL badlum Voit, eine rotbräunliche Form mit etwas 
schmäleren Bll. und kleinerer Kapsel — mit der Noi malform von Voit 1813 bei 
Schweinfurt in Bayern gesammelt. 

B. Euphascum Limpr. 1890. 
Haube kappenförmig. Seta kürzer als die Kapsel. Luftraum ohne 
Spann fäden. 

■>. Phascum cuspidatum Schieb. 1770. 

Kr. PI. IV, Nr. 46. 

Einhäusig; die Antheridien zu 5 7 mit L— 2 kleinen Hüllbll. und 

wenigen, schwach keuligen Paraphysen in den Blattach^eln unter den Schopfbll. 
oder an der Gabelung der .verzweigten Stämmchen. Hei-denweise oder zu 
kleinen Raschen vereinte, lebhaft- oder schmutzig- bis biäunlichgrüne, 2 10 mm 
hohe Pflänzchen mit einfachen oder geteilten, und zwar sowohl nahe an der 
Basis wie in mittlerer Höhe geteilten Stämmchen. Bll. bei den kleineren 

Stämmchen mehr schopfartig vereinigt, die unteren eilanzettlich und kleiner, 

aufwärts zurückgebogenem Rand und mehr oder weniger lang austretender 
gelblicher Rippe. Querschnitt der letzteren mit -1 medianen Deutern, deutlicher 
Ilegleitenjiruppe. differentiierten Au^senzellen und '1- bis :; schichtigem unterem 
Stere'idenband. Blatt/eilen aufwärts fast quadratisch bis rundlich-*; seitig. 
17 — 20 p, am Rand der Spitze mehr rhombisch, abwärts dagegen mehr 
rektangulär oder rekts _- r-l - gegen die Basis zu verlängert, etwa 3 — 5 
mal so lang als breit und dünnwandig. Kapsel auf dem eiförmigen Scheidchen 
gleichlanger Seta zwischen die Hüllbll. eingesenkt, kugelig oder eirundlich bis 

nicht glänzend. Haube seitlich fast bis zur Spitze geschlitzt, kegelig-kappen- 

warzig. Reife im Frühjahr. Br. eur., Vol. I. Tab. , 



— 128 — 

Auf sandigem wie thouigem, namentlich aber kalkärmerem Boden, auf Grab- 
land, Äckern, au schwach berasten, unkultivierten Orten u. s. w. überall gemein, in 
den Alpen bis in 1400 m; war schon Dillen 1718 um Giessen bekannt. Ist nicht 
nur in Europa, sondern auch in Nord- und Süd-Amerika. Asien und Afrika verbreitet. 
Von Arnell noch bei Kungur im sibirischen Gouvernement Perm gesammelt. S. V, 1, 
a) Habitusbild, b) Blattquerschnitt, c) Stammquerschnitt, d) Haube; gez. Dach d&hier 
bei Laubach ges. ExplI. 

Ändert je nach dem Standort in verschiedenen Formen ab: 

Var. Schreberianum Schpr., mit höherem, wiederholt gabelig oder büschelig 
geteiltem Stengel und fast glatten, abstehenden B1L; 

var. riirrisi'/ ii in Dicks.. mit ebenfalls meist geteiltem Stengel, jedoch auf 
gekrümmter Seta seitlich zwischen den Hüllbll. austretender Kapsel; 

var. affine Br. germ.. mit aufrecht abstehenden bis zurüekgebogenen Schopfbll. 
und kugeliger Kapsel, deren gelbgrüne Seta kürzer als das Scheidchen ist: 

var. mitr a cfor m e Limpr. mit drei- bis fünflappiyer. mützenformiger Haube. 
papillösen Bll., als gelbe Granne austretender Eippe, kugeliger, aufrechter Kapsel 
und etwas kleineren, gelbbraunen, dicht stacheligen Sporen (21 — 24 u) — dürfte 
vielleicht mit einer von mir auf Löss bei Seeheim und Jugenheim in der Bergstrasse 
gesammelten, den Übergang zu Floerkeanum bildenden Form übereinstimmen; 

var. jmpillomm = PI,, papillositm Lindb. (1864) mit papillöser Haube - von 
Lindb. bei Stockholm in Schweden ges. (non vidi). Vergl. Rbh. Kr. Fl. IV, 3. S. 637. 



3. Phascum piliferum Schreb. 1770. 
PA. cuspidatum ß pMferum Hook, und Tayl. 1818, PA. trichopHyUum Wallr. 1840; 

Einhäusig. Blütenstand wie bei voriger Art, der die Pflanze im 
Allgemeinen sehr nahe steht, und als deren Varietät sie von Schimper und 
Jur. betrachtet wurde, während sie von Limpricht als besondere Art behandelt 
wird, weil sich an den betreffenden Standorten niemals Übergänge vorfinden. 
Etwas kleinere, bräunliche, zu Raschen vereinte Pflänzchen mit meist schmäleren, 
kürzer zugespitzten bis abgerundeten Bll., deren Rippe bei den Schopfbll. als 
langes gelbes oder hyalines Haar austritt. Haube kappenförmig. Kapsel 
fast kugelig, mit stumpfem Spitzchen, auf gekrümmter Seta zwischen den 
Hüllbll. eingeschlossen. Sonst von voriger Art kaum verschieden. Reife im 
Winter und Frühjahr. 

Auf sterilem Sandboden und an sonnigen Abhängen, häufiger an der Meeres- 
küste. Von Arnell auch bei Kungur im sibirischen Gouvernement Perm gesammelt 
S. V,2 vergrößerte Pflanze mit Schopfbll., Kapsel, Antheridien etc.; gez. nach einem 
von M. Li ekle der bei Bogenberg in Bayern ges. Expl. 

C. Pottiella Limpr. 1890. 
Haube geschnäbelt-kappenförmig, Seta mindestens so lang als die 
-Kapsel oder länger. Luftraum mit Spannfäden. 



4. Phascum curvicollum Ehrh. 1791. 

PL cernuum Gmel. 1791, PottiaMitt 1851, Cycnea Uerk. Im$3; ,r. RKh. Kr. Fl. IV. Nr. 18. 
Einhäusig, nach der Br. eur. auch zwitterig resp. paröcisch und svnücisclr 
die Antheridien zu 3-6 ohne Deckbl. mit nur wenigen Parapbysen in den' 
Achseln der oberen Ell. oder an einer Gabelung der Stämmchen. Herden- 
weise oder zu massig dichten Raschen vereinte, kaum 2 mm hohe rotbräunliche 
Pflänzchen mit meist geteiltem, sehr kurzem Stämmchen. Bll. gedrängt aufrecht 
abstehend, dicht papillös, die unteren eilanzettlich, die oberen verlängert 
ranzettlich und allmählich lang zugespitzt, ganzrandig, mit längs *in>- 
gerolltem Rand und als Stachelspitze austretender Eippe. Querschnitt der 
letzteren mit 2 medianen Deutern, 2 Bauchzellen, 4—5 Rückenzellen und nur 
wenigen Stereiden. Blattzellen oben nur 9—12 u, quadratisch bis rundlich- 
6seitig und beiderseits mit stumpfen Papillen besetzt, abwärts mehr rekt:m-ulär 
bis rektangulär-6seitig, hyalin, etwa 15-20 u und 3-5 mal so lang als breit. 
Kapsel (oft 2 aus einem Perichätium) auf mindestens gleichlanger, meist jedoch 
längerer, heller, schwanenhalsartig gekrümmter Seta seitlich aus den 
Hüllbll. hervortretend, geneigt bis nickend, oval oder ellipsoidisch und mit 
längerer Spitze, resp. fast kurz stumpflich geschnäbelt, rotbraun bis kastanien- 
braun, jedoch ohne Andeutung eines Deckels. Haube kappenförmig, geschnäbelt 
und glatt, über die Kapselmitte reichend. Luftraum der unreifen Kapsel mit 
Spannfäden. Sporen etwas ungleich, 21—24 oder 24—28 u, gelblich, hell 
durchscheinend und fast glatt. Reife im Frühjahr. Br. eur., Vol. I, Tab. 6. 
Auf kalkhaltigem Boden, auf Äckern und an Wegrändern oder auch auf Mauern 
in der Ebene durch fast ganz Europa bis nach Upsala hin zerstreut bei München 
noch in 500 ra; von F. Ehrhart bereits 1784 bei Hannover entdeckt. S. VI, 11, 
a) einzelnes BL, b) vergrössertes Habitusbild; gez. nach einem von H. Graf zu So lms- 
Laubach bei Freiburg i. B. gesammelten Expl. 

5. Phascum rectum With. 1796. 

Pottia Mitt. 1851, BryeUa Berk. L86.-3, Torttda Limit,, 1*79: «•('. ui.li. Kr Kl IV. \r i». 

Einhäusig; die Antheridien zu 1 2 nackt in den Achseln th-r Schopfbll. 
Habituell der vorigen Art sehr ähnliche, an eine kleine kleistokarpe Pottia 
Storkmna erinnernde Pflänzchen mit kürzeren, breiteren und Btärker papiNösen 
-Bll. Schopfbll. aus schmälerer Basis lanzettlich bis fast spateiförmig und 
kürzer zugespitzt als bei voriger Art, an der Spitze schwach gezähnelt. sonst 
ganzrandig, mit umgerolltem Eand und nur kurz stachelspitzig austretender, 
rotgelber Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2 medianen Deutern, 2 bis 
4 Bauchzellen, 6 — 8 Rückenzellen und zweischichtigem gelbroten Sterei'denband. 
Blattzellen oben quadratisch bis fiseitig, 10—12 u und papillös, Dach der 
Basis zu rektangulär bis rektangulär-bseitig, hell oder gelblich, 15—17 u. und 
etwa 3— 4 mal so lang als breit. Kapsel (meist 2 — 4 aus einem Perichätium) 
auf längerer, oft gebogener oder geschlängelter Seta über die Schopfbll. 
hervortretend, aufrecht, eirundlich bis ellipsoidisch, mit kurzem, dickem Spitzchen 
und Andeutung eines Deckels. Letzterer ist durch eine unvollständige. 



— 130 — 

ringförmige Reihe kleinerer, rundlich-6 seitiger Zellen zu erkennen, ähnlich 

wie bei Aslomum, resp. Systegium. Seta etwa 17,-3 mal so lang als die 
Kapsel. Haube fast bis zum Kapselgrunde reichend, am braunen Schnabel 
dicht und fein papillös. Spaltöffnungen in 2 Reihen am Kapselgrunde. Luft- 
raum mit Spannfäden. Sporen 23—25 u, gelblich und dicht fein stachelig. 
Reife im Frühjahr. Br. eur., Vol. I, Tab. 6. 

Auf kalkig-lehmigem Boden an den Küsten Englands und Frankreichs, vorzugs- 
weise aber im Süden, in Italien, Sardinien und den übrigen Ländern um das Mittel- 
meer ; aus Deutschland nur von wenigen Standorten bekannt. S. VI, 12. a) ver- 
grössertes Habitusbild, b) Querschnitt durch den unteren, c) durch den oberen Teil 
eines Bl.; gez. nach einem von M. Fleischer in Sardinien ges. Expl. 

D. Aschisma Lindb. 1878. 
Haube kegelig-kappenförmig. Seta kürzer als die Kapsel. Luftraum 
ohne Spannfäden. Bll. trocken eingekrümmt und verdreht. 



Acaulon C. Mull. 1*47. SijHtiuptwi De Not. Im,!». A<:his,,„t I/mdb. 1*7«: et'. Kl.li. Kr. 
Fl. IV, Nr. 51. 

Einhäusig; die 4—0 blätterigen, knospenförmigen d Blüten am Grunde 
der nur 1 — 2 mm hohen fruchtenden Pflänzchen mit -4- — <i kurz gestielten 
Antheridien und vereinzelten Paraphysen. Habituell an kleine Weisien 
erinnernde, herdenweise oder zu kleinen Raschen vereinte Pflänzchen mit ein- 
fachem oder geteiltem Stämmchen. Bll. aufrecht abstehend, trocken gefaltet, 
hakig einwärts gebogen und schwach gedreht, die unteren kleiner, eiförmig 
und zugespitzt und mit verschwindender Rippe, die oberen grösser, mehr 
lanzettlich, meist schwach ausgeschweift gezähnelt, mit aufwärts eingebogenem 
Rand und kräftiger, vor oder mit der Spitze endender, seltener als sehr kurzer 
Stachel austretender gelber Rippe. Blattzellen gelb und ziemlich dickwandig, 
oben klein, rundlich quadratisch, 6—8 u, weit hinab beiderseits dicht mit 
runden Papillen besetzt, nur an der Basis lockerer, kurz rektangulär bis 
iaeitig, etwa doppelt so breit und nur 2-3 mal so lang als breit. Kapsel 
auf sehr kurzer, dem Scheidchen fast gleich langer Seta zwischen die HüllblL 
eingesenkt, gerade aufrecht, gelbrötlich oder hellbraun, rundlich oder eikugelig 
und mit sehr kurzer, stumpfer, etwas schiefer Spitze. Haube kegel-kappen- 
förmig, 2— 3 lappig und fast bis zur Spitze einseitig geschlitzt. Sporen 17 bis 
20 u, hell bräunlich und fast glatt oder fein gekörnelt Reife im Winter. 
Br. eur.. Vol. I, Tab. 5. 

Auf feuchtem, sandig-thonigem, kahlem Boden in den Ländern um das Mittelmeer: 
von Dr. Wagner s. Z. bei Nussdorf in Krain auf nackter Schlammerde entdeckt, 
jedoch daselbst seitdem nicht wieder aufgefunden, dagegen reichlicher von F Müller 
und De Notaris in Sardinien gesammelt. Nach Boulay (Rev br von 1885, 
S. 49) auch aus Frankreich und nach Renauld und Cardot aus Kansas in Nord- 
Amerika bekannt. 



— 131 — 

Var speciosum Limpr. = PÄ. ¥ mo., Wi Moria, eine kräftigere Form mit 
höherem Stammchen und verlängert lanzettlichen Schopf bll., an deren hyaliner Basis 
die Zellen länger und am Kand weiter hinauf dünnwandig und locker sechsseitig 
sind, wahrend sich die cnlorophyllhaltigen, dickwandigen Zellen an der Eippe weiter 
herabziehen. S. VI, 10, a und b) vergrössertes Habitusbild, c) oberes Schopf bl 
d) Kapsel, e) Haube; gez. nach einem von Moris und Lisa in Sardinien ges.' 
Expl. (coram. M. Fleischer). Die Normalform hat ein viel kürzeres Stämmchen, findet 
sich jedoch mit der Varietät an demselben Standort. Vergl. auch Ebh. Kr. Fl. IV, 3, 
S. 637, Nr. 51", woselbst neuerdings AscMama gpeciosum von Limpr. als besondere' 
Art aufgeführt wird. 

3. Gatt. Mildeella Limpr.') 1890. 

cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 1, S. 191. 
Diese bei Schimper und Juratzka noch mit Phascum vereinigte Gattung 
wurde von Limpricht wegen des schon von Milde beobachteten, im Innern der Kapsel 
oft deutlich ausgebildeten unvollständigen Penstoms zuerst ausgeschieden. 

Einhäusige, in den vegetativen Organen an die Gattung Phattcum sieh 
eng anschliessende Erdmoose mit knospenförmigen d Blüten; letztere oft zu 
2—3 hintereinander an derselben Scheinachse. Kapsel auf 1 — 3 mm langer 
Seta emporgehoben, derbwandig, ellipsoidisch, mit deutlichem Halse und 
bleibendem, gerade oder schief kegelförmigem Deckel, der in der Ringzone 
durch einige Reihen kleinerer, rundlich-Öseitiger Zellen angedeutet ist. Kapsel- 
wand zweischichtig. Luftraum ohne Spannfäden. Peristom im Inneren der 
Kapsel in lü gelblichen. doppel>f|nchtig. n. papillösen. an ilci- Basis verwachsenen 
Zähnen mehr oder weniger deutlich ausgebildet. Haube kappen förmig. 

1. Mildeella bryoides (Dicks.) Limpr. 18<»0. 

Phascum Dicks. 1801. Ph. gynntontontohh-s Und. In2t>. l'h. yrani/rniM Wahl. IM«. 
Ph. donyatum Schultz 180(5. l'h, jnmlhnn Schleich. IHlr». l'„tli,i Mit't. Is-il. Tortnht Limlk 
1879; cf. Rbh. Kr. Fl. IV. Nr. 50. 

Einhäusig; die knospenförmigen : Blüten am Kusse des Sprosses oder 
zu 2 — 3 hintereinander an besonderen Sprossen, mit .aus eiförmiger Basis 
Ianzettlich zugespitzten, oben gezähnten inneren Hülllill., bis t; Antheridien 
und mit Paraphysen. Rippe der inneren Hüllbll. nur sehwach und weil vor 
ili-r Spitze verschwindend. Zu mehr oder weniger ausgebreiteten, oliven- oder 
bräunliehgrünen, 2—10 mm hohen Rasen vereinte Pfiänzchen. Stämmchen 
einfach oder geteilt und ohne Centralstrang. Bll. aufrecht, die unteren kleiner, 
eiförmig oder elliptisch und zugespitzt, aufwärts allmählich grösser, die auf- 
rechtabstehenden Schopfbll. eilänglich bis länglich Ianzettlich, resp. verlängert 
elliptisch bis fast spateiförmig und kurz zugespitzt, hohl und ganzrandig, 
dicht papillös und dadurch an der Spitze oft etwas gezähnelt erseht-inend, 
mit längs zurückgebogenem Rand und kräftiger, als St ■<chel oder glattes Haar 



auslaufender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2 — 3 medianen Deutern 
nebst Begleitern, gelbem Sterei'denband, 3—4 weiten Bauchzellen und 9 — 10 
etwas weniger differentiierten Eückenzellen. Blattzellen oben rundlich-quadratisch 
bis 6seitig, 17—20 u, und beiderseits warzig papillös, abwärts nur wenig breiter, 
aber allmählich länger, nach der Basis zu rektangulär-6 seitig. bis 5 mal so 
lang als breit und heller. Haube kappenförmig, gross und glatt, fast bis zur 
Kapselmitte reichend. Scheidchen dick eiförmig. Kapsel auf dicker, rötlicher, 
schwach gedrehter Seta aufrecht, meist über die Hüllbll. etwas emporgehoben, 
oval bis verlängert ellipsoidisch, kurzhalsig, mit bleibendem, schief kegelförmigem 
Deckel, rötlichbraun oder kastanienbraun und glanzlos. Sporen 25—32 u, 
dunkelbraun und dicht warzig papillös bis stachelig. Reife im März. Br. eur., 
Vol. I, Tab. 6. 

Auf sandig-thonigem und kalkigem Boden, auf Brachäckern, Wüstungen und 
unkultiviertem Boden durch die Ebene und niedere Bergregion weit verbreitet, in 
den Alpenthälem bis zu 1000 m aufsteigend. Im Kaukasus selten. Nach Renaul d 
und Cardot auch aus Kalifornien bekannt. 8. V, 5, a) ßl., b) desgl. mit länger 
austretender Rippe, c) Kapsel; gez. nach bei Darmstadt auf sandigem Boden ges. Expll. 

Ändert je nach dem Standort mehrfach ab: 

Var. pilifera Schultz, mit an den Schopf bll. sehr 
und meist nur kurz gestielter, eiförmiger Kapsel - 
Standorten ; 

var. rernua Schpr., mit gekrümmter Seta und 

var. brachycarpa Schpr. mit kurzer, dicker, kaum vortretender Kapsel — 
unter der Normalform; 

var. brerifolia De Not., mit kürzeren, breiten, fast glatten Bll. und verlängerter 
Seta — vorzugsweise in Italien und England; 

var. Thornhillii Schpr., mit elligsoidischer, länger geschnäbelter, über die 
Hüllbll. emporgehobener Kapsel und fast spateiförmigen Bll. — bei Bärwalde in 
der Mark (Preussen), sowie in England. 

Die meisten dieser Formen finden sich auch bei Bickenbach, Seeheim und 
Jugenheim in der Bergstrasse (Hessen^, sie sind durch Übergänge mehr oder weniger 



verbunden uud lassen 



iich nicht scharf abgrenz 

Gatt. Astomum Hampe 1 ) 1837. 



bildet wegen des meist deutlich ausgebildeten, jedoch nicht von selbst ab- 
fallenden Deckels mit der vorigen Gattung den Übergang von den kleistokarpen 
zu den stegokarpen Moosen und wurde daher auch von Schimper seiner Zeit* zu 
den Weisiaceen gestellt, mit denen diese Gattung den Bll. nach übereinstimmt, 
verleibt Sie BaU d6r KaPSCl DaCh mU mdedla beS8er b6i den Phascaceen 

Einjährige, oder auch bei reichlicher Sprossbildung ausdauernde, zu 
kleine^ Raschen vereinte Erdmoose. Stämmchen einfach oder gabelig bis 

) on a und aro f ia ohne und Mündung zusammengesetzt, resp. von aiv mit und 



büschelig geteilt, meist schopfig beblättert und mit dünnem, anteiligem Zentral- 
strang. Bll. feucht abstehend, trocken sparrig oder gekräuselt, die unteren 
klein eüanzettlich, die Schopf bll. bedeutend grösser, aus elliptischer Basis 
ziemlich allmählich lang lineal-lanzettlich, dicht papillös, mit flachem oder 
eingebogenem Rand und kräftiger, in der Spitze verschwindender, oder als 
kurzer Stachel austretender Rippe. Querschnitt der letzteren mit medianen 
Deutern, undeutlichen Begleitern und doppeltem Stereidenband. Blattzellen 
aufwärts klein, rundlich quadratisch, meist 8-10 u, und beiderseits warzig- 
papillös, im Basalteil lockerer, verlängert rektangulär und wasserheil, an der 
Insertion rektangulär-6 seitig. Blüten einhäusig; die terminal angelegten 
ö Blütenknospen später am Fusse des 9 Sprosses oder in einer Gabelung, 
mit 4-6 schmalen Antheridien, mit und ohne Paraphysen. Haube glatt! 
kapuzen- oder kappenförmig. Kapsel auf kurzer, dem Scheidchen etwa 
gleichlanger Seta zwischen die Schopf bll. eingesenkt, kugelig oder oval, mit 
kürzerem oder längerem, durch kleinere Öseitige Zellen rings umschriebenem, 
resp. mehr oder weniger deutlich abgegrenztem, kegeligem, bis kurz und dick 
geschnäbeltem, jedoch nicht von selbst abfallendem Deckel; nach mechanischer 
Entfernung des letzteren engmündig. Luftraum ohne Spannfäden. Spalt- 
öffnungen phaneropor, nur wenige am Grunde der Kapsel. Ein Peristom ist 
im Innern derselben nicht vorhanden. 

laeger und S. bis zum Jahre 1879 bereite 
egen 20 beschrieben sind. 

1. Astomum crispum (Hedw.) Hampe iis-j7. 

Phasciott HeüV. 17*2. Si/s/i-i/lnm Sclipr. Isfln. Wrisin M\u Isöl Vnllia Lindb 1879 
Simophyllum Lindb. 1871. Welsia l,,„,,i/:,i;„ Mit«, L-C.l : ,.r. Kl,],. Kr. Kl. IV, Nr. 52. 

Einhäusig; die terminal angelegten, knospenförmigen d Blüten später 
seitlich am Fusse des q Sprosses oder in einer Gabelung, mit wenigen HüIIbll. 
und fadenförmigen Paraphysen. Etwas lockere, anfangs meist schmutziggiüne, 
später dunkelgrüne oder bräunliche, 0,5 bis 1 cm hohe Raschen. Stämmehen 
meist gabelig oder auch büschelig geteilt und dicht, oben schopfig beblättert 
Bll. feucht abstehend, trocken einwärts gekrümmt, die oberen kraus, die 
Schopfbll. aus fast scheidiger, elliptischer Basis sehr lang lineal-lanzettlich, 
gekielt, ganzrandig, durch die eingebogenen Ränder aufwärts rinn ig und 
mit kräftiger, als Stachelspitze austretender, gelblicher Rippe. Querschnitt 
der letzteren mit 4 medianen Deutern, doppeltem Stereidenband, 4—6 Bauch- 
zellen und zahlreichen englumigen Rückenzellen. Blattzellen oben rundlich 
quadratisch, 8—9 u, ziemlich undurchsichtig und dicht papillös, im Basal- 
teil verlängert rektangulär und wasserhell, bei den Schopfbll. im Basal- 
teil nur wenig breiter und 5—7 mal so lang als breit. Haube schmal 
kappenförmig und oft bis zur Spitze einseitig gespalten. Scheidchen infolge 
des angeschwollenen Fusses der Seta dick eiförmig. Kapsel auf kurzer, 
dem Scheidchen etwa gleichlanger, heller, gelblicher Seta eingesenkt, aufrecht, 
rundlich-oval, mit kleinem, kurz kegeligem, undeutlich begrenztem, sieh nicht 



von der Urne ablösendem Deckel. Die Trennungslmie zwischen Deckel und 
Urne ist jedoch durch 3-4 Reihen engerer seitiger Zellen an der äusseren 
Kapselwand angedeutet. Sporen 15—18 u, gelbbraun oder braun und fein- 
warzig. Reife im Frühjahr. Br. eur., Vol. I, Tab. 12. 

Auf sandig-thonigem, besonders aber kalkigem Boden, an schwach berasten 
Orten, auf Ackern und an Wegen etc. durch die Ebene und Bergregion in Europa 
wie in Nord- Amerika bäufig und nur in der arktischen Zone fehlend; von Hedwig 
1871 bei Chemnitz in Sachsen entdeckt. Höchster Standort in den Alpen in 750 m. 
Nach Bescherelle auch aus Algier und nach Broth. aus Japan bekannt. S. VI, 3, 
a u. b) Schopfbll., c) Kapsel, d) Scheidchen, e) Habitusbild in natürlicher Grösse, 
sowie VII, 15 stärker vergrösserte Kapsel; gez. nach dahier am Ramsberg bei 
Laubach ges. Expll. 

2. Astomum multicapsulare (Smith) Limpr. 
PW,,,, Sm. 1804, 8y*tegiwm Schpr. 1860, Weisia Mitt. 1861, MoiHo Braithw. 1885; 
cl. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 639, Nr. 52 b. 

TX"iiu» inh n? U8ig UDd P ° lygam; die ö Biüteu d ^ O ähnlich, jedoch mit weniger 
HullMl. Etwas grössere Rasen mit aus niederliegender Basis aufsteigenden, 
1-1,0 cm hohen, einfachen oder geteilten Stämmchen und mit unter den 
Schopfbll. entspringenden Sprossen. Bll. sparrig abstehend oder zurück- 
gebogen, die unteren klein und entfernt, die Schopfbll. dagegen dichter und 
zahlreich, bis 4 mm lang, aufrecht, aus längerem, schmal elliptischem Basal- 
teillanghneal-lanzettlich, von der Mitte an zwar gekielt, jedoch mit flachem, 
nicht eingebogenem Rand und mit stachelspitzig austretender, bei den äusseren 
wt hli ,1 aS1S Verbr A e ' teter > am Rü «ken glatter Rippe. Blattzellen ähnlich 
< <le vorigen Art nur durchsichtiger und etwas weniger stark papillös, 
8-9 und 10-12 u rundlich-quadratisch bis 6 seitig. Scheidchen cylindrisch. 
^h^T* T? , , 1 fll8t blS "" Ka P selmitte eichend. Kapsel auf dem 
,esc mäh lt g t Ch ailg f Seta aUfreCht ' ° Val mit meist turz und schief 

T^t \^ Cht d6 , U ? h ab ^ eMtem *>«**. Sporen 18-20 M und 

selbst 25 m, gelbbraun und feinwarzig. Reife im März. Br. eur Vol I Tab 14 

Che S hit U undt g i:; TvTr fHV; n ^7 land ^ *-«—«- ™ire, 
XLVI 1 „9 u ' ' J Habltusblld ~ gez. nach der Br. eur. - sowie 

so klein „erden „ ie i 7 d! T'/T ^ ^ dM ™™ W »P™ L 

^ jed „, » ochetwas i^^^^x-rjzx^ 

und fein papillöse Bll. besitzt Wie ■ i. ■ undurchsichtige, dicht 

Deva ge s . Pflanzen überzeugen kann T Th, ** ^ Mn ' der ™ ^"osaberg bei 
Punzen, sondern nn r zn °ein ^ Z^T^ nu" t ."£ -^"1 
-»^nge, K, , die einzige Pflanze, weich L^T^ LÜ £££ 



. XL VI, 



lüllbll., c u. d) Kapseln 



vergrößertes inneres, f) stärker vergrößertes äusseres Bl. aus dem Schöpfe der 
zweyährigen Pflanze, sowie 2 a u. b) äussere Schöpft!] c) r „eres Hullbl und 



3. Astomum Levieri Limpr. lsss. 

^,s/e ; ,nim mnUi* n ,s„hm v.-,i liotlim l.evin und S,,sf Fürs,j/I,iHiohvvb lKWi UV/v,,, 
Kindb. 1897; cf. Rbh. Kr. Fl. IV. 3, S. 637, Nr. 933. 

• • Bi ^ h ^, ig; ^ Ö B1Üten äbnlich wie bei c ™P um > mit zarten, schwach- 
nppigen HüllblL, 5-6 Antheridien und wenigen kurzen Paraphysen. Habituell 
Ast cnspum ähnliche, nur etwas kräftigere Rasen mit büschelig verzweigten, 
reich fruchtenden Pflänzchen. Bll. trocken kraus, die unteren klein, die 
SchopfbU. rasch grösser, aus schmal elliptischer Basis lineal- lanzettlich, 3-3 6mm 



lang, flachrandig und br< 



bei voriger Art, mit kräftige 



Rücken stark vortretender, glatter oder fast glatter, als Stachelspitze aus- 
tretender, abwärts verbreiteter Rippe. Querschnitt der letzteren mit 4—6 
basalen Deutern, doppelten Stereidenbändern, 4—7 Bauchzellen und doppelter 
Anzahl etwas kleinerer Rückenzellen. Blattzellen rundlich-G seitig, 7—9 u und 
dicht papillös, so dass die Bll. aufwärts fast undurchsichtig sind. Perichätial- 
bll. bis 4,5 mm lang. Kapsel auf dem cylindrischen Scheidchen gleichlanger 
Seta aufrecht, ellipsoidisch, mit schief geschnäbeltem, deutlich begrenztem 
und durch Druck leicht sich ablösendem Deckel von halber Kapsellänge 
Epidermiszellen zwischen Urne und Deckel in 5-6 Reihen kleiner. Sporen 
18—25 u, braun und warzig. Reife im Winter. 

An grasigen Hügeln nahe der Villa Pozzolatico bei Florenz im Februar 1880 
von Dr. E. Levier entdeckt und nach Limpr. auch aus Istrien bekannt. S. VII, 14, 
stärker vergrößerte Kapsel, sowie VI, 2, a) oberes, b) mittleres Schopfbl., c) Kapsel,' 
d) Haube; gez. nach von Levier im Frühjahr 1888 ges. Expll. 

Var. Laubacense in anfangs gelbgrünen, später dunkleren, etwa 1 cm hohen, 
mehr oder weniger ausgedehnten Rasen mit ziemlich gleichmässig beblätterten (zwei- 
jährigen) sterilen Sprossen und büschelig verästelten fruchtenden Stämmchen. Die 
obersten SchopfbU. denjenigen von crispum ähnlich, jedoch flachrandig und nur 
ausnahmsweise am Rand einseitig eingebogen, die mittleren dagegen kürzer und 
breiter und mehr allmählich verschmälert. Querschnitt der Rippe mit etwas schwächeren 
Stereidenbändern als bei der Normalform, bei welcher dieselbe aufwärts am Rücken 
stärker vortritt. — Wurde im Frühjahr 1890 auf kiesigem Basaltboden am Ringele- 
berg dabier bei Laubach von mir gesammelt. S. VII, 10, a) Habitusbilder, b und 
c) Kapseln, d) Haube, e) Ö Blüte, f) inneres Hüllbl. derselben, g und h) unterer 
nd oberer Blattquerschnitt, i und k) Stglbll. ; gez. nach von mir ges. Expll. Bildet 
Übergangsform zwischen crispum und multicapsuhire. 



4. Astomum Mittenii (Schpr.) Limpr. 

Systegium Schpr. 1860, MolUa Hraithw. 1885, Phmcum mulücajmihm ß UUkmk 
Wils. 1855, Weisia Mitt.; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 639, Nr. 52c. 

Einhäusig und polygam. Etwas kräftiger als crispum, mit kürzeren, 
fast sparrigen, trocken nicht gekräuselten Bll. SchopfbU. weniger zahlreich, 



— 136 — 

lineal-lanzettlich und flachrandig mit am Rücken rauher, nicht austretender, 
sondern in der Spitze verschwindender Rippe. Blattzellen etwas grösser 
als bei den vorigen Arten, aufwärts 12 — 14 u. Scheidchen cylindrisch. Kapsel 
auf etwas längerer, bleicher Seta aufrecht, eiförmig bis fast kugelig, mit 
kleinem, dick kegeligem bis kurz geschnäbeltem, deutlich umschriebenem Deckel. 
Sporen 24 u. Br. eur., Vol. I, Tab. 13. 

Auf feuchtem, thonigem Boden, auf Äckern und an Wegrändern in England; 
von Mitten in der Grafschaft Sussex 1846 entdeckt in der Gesellschaft von 

Fam. IV. Bruchiaceae. 

Einjährige, oder durch reichliche Sprossung perennierende, herdenweise 
oder zu dichten Rasen vereinte, gelblich- bis bräunlichgrüne, glänzende Erd- 
moose mit bis höchstens 1 cm hohen, einfachen oder geteilten Stämmchen ohne 
Zentralstrang und nur zuweilen mit bleibendem, grünem Protonema. Bll. auf- 
wärts grösser, meist schopfig gehäuft, aus lanzettlicher oder eiförmiger Basis 
schmal lanzettlich bis rinnig-pfriemenförmig, mit ziemlich breiter, 
flacher, den Pfriementeil meist ausfüllender Rippe. Querschnitt der letzteren 
zuweilen mit medianen Deutern, und meistens mit zwei Stere'idenbändern. 
Lamina einschichtig. Blattzellen glatt und vorzugsweise verlängert rektan- 
gul&r oder rektangulär-6 seitig. Blüten einhäusig oder zweihäusig und mit 
fadenförmigen Paraplrysen. Kapseln oft zu 2, eingesenkt, eikugelig oder oval, 
ohne Hals und mit kurzen Spitzchen, oder auf längerer, ungefärbter oder 
gelblicher Seta bis über die Hüllbll. emporgehoben, mit dem Halse birnförmig 
und geschnäbelt, jedoch ohne Andeutung eines Deckels und stets mit normal 
phaneroporen Spaltöffnungen. Haube klein und glatt, kappenförmig oder 
mutzenförmig. Sporen ziemlich gross, warzig oder stachelig. Columella, 
Sporensack und Luftraum normal. 

Schiniper trennte diese Familie je nach der Gestalt der Haube und der 
Kapsel nochmals in Bruchime und Pleuridieae, während Limpricht, wie auch vor 
ihm schon Juratzka, wegen der grossen Verwandtschaft der betr. Gattungen beide 
Fam.hen wieder vereinigte, zumal auch bei den Phascaceen eine verschiedene Gestalt 
der Haube vorkommt, und weil der Übergang von Pleuridtum zu BrucMa durch 
die Gattung Sporledera vermittelt wird. Brotherus, welcher die Musci cleistocarpi 
und ttegocarjn nach Lindberg nicht trennt, stellt die Gattung P/mridinm zu den 
D.tncheen resp. Leptotrichaceen, die Gattungen Sparledera und ZW/,, alier ,n 
den Trematodonteen. 

1. Gatt. Pleuridium Br. eur.,») resp. Brid. 1819. 

Ästomnm Hi in Linnaea 1H.T> 



r weniger dichten Rasen, seltener nur herdenweise verein 
i den Boden befestigte Pflanzchen ohne bleibendes, grüi 

lie Seiten oder Kippen, wohl wegen der zuweilen scheinbar 
lenden Kapsel. 



Protonema. Stämmchen mit Zentralstrang, bis 7 mm hoch, durch unterhalb 
der Spitze entspringende fertile oder auch tiefer austreibende flagellenartige 
sterile Sprossen perennierend. Bll. linealisch-lanzettlich bis pfriemen förmig mit 
flachen oder eingebogenen Rändern, aufwärts grösser, fast schopfig zusammen- 
gedrängt und an der pfriemenförmigen Spitze meist etwas gezähnt. Bluten- 
stand autöcisch oder paröcisch, seltener synöcisch. Haube kappenförmig, 
fast bis zur Spitze einseitig gespalten. Kapsel auf kurzer Seta, von fast 
Kapselhöhe, zwischen die Hüllbll. eingesenkt, eikugelig bis oval, gerade oder 
schief kurz zugespitzt, ohne Hals und mit nur wenigen phaneroporen Spalt- 
öffnungen am Grunde, resp. im Apophysenteil. Sporen warzig. 

Ausländische Arten waren nach Jaeg. und S. bis zum Jahre 1879 schon 12 
bekannt. In Engler's natürlichen Pflanzenfamilien sind bereits 28 Arten angegeben 
(bis 1901). 

A. Pseudephemerum Lindb. 1864. 
Mit mehr gleichförmigen, weniger schopfigen, weder borstigen noch rinnigen, 
allmählich verschmälerten, nach dem Zellnetz an Ep/ttmemiu erinnernden Bll. 
mit dünner, vor der Spitze verschwindender Rippe. 

1. Pleuridium nitidum (Hedw.) Rabenh. 1848: 

Phaseum Hedw. 1787, Astomum Hampe 1832, Ephemerum Hpe. 1837, Astom. axillare 
Hpe. 1838. Phase, stagninum Wallr. 1840, Phase. Prochnowianum Funck, Ph. axillare und 
strietum Dicks. 1785 und 1801, Pleur. axillare Lindb. 1863; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 53. 

Zwitterig; die Antberidien später an der Basis des Scheidchens, an 
dessen Grunde oft neue Sprossen austreiben, so dass dadurch das Sporogon 
bei üppigen, auf Schlamm gewachsenen Pflänzchen zuweilen scheinbar seiten- 
ständig erscheint. Herdenweise oder zu gelbgrünen Rasen vereinte Pflänzchen 
von 2—5 mm Höhe. Bll. feucht aufrecht abstehend, trocken stark verbogen, 
hohl, schmal lanzettlich und allmählich zugespitzt, mit gegen die flache Spitze 
hin undeutlich stumpflich gezähntem Rand und über der Mitte oder vor der 
Spitze verschwindender, schwacher Rippe. Querschnitt der letzteren ohne 
Deuter und ohne Stere'iden, mit lockeren Aussenzellen. 2 — .'} Bauchzellen, 
3— (J Rückenzellen und meist nur 1 Innenzelle, demjenigen von Kphnnerum 
ähnlich. Blattzellen locker und dünnwandig, vorzugsweise verlängert rektangulär, 
12—18 u und 3—5 mal so lang als breit. Scheidchen cylindrisch. Kapsel 
auf bis 0,3 mm langer, gerader oder gebogener Seta aufrecht oder geneigt, 
ellipsoidisch mit kurzem, stumpflichem Spitzchen, hellbraun und kleiner als 
bei den beiden folgenden Arten. Luftraum ohne Spannfäden. Sporen 24—30 u, 
ockergelb bis braun und warzig. Reife im Herbst. Br. eur., Vol. I, Tab. 9. 

Vorzugsweise auf feuchtem, schlammigem Thonboden, an Graben- und Teich- 
rändern, feuchten Wiesenblössen etc. durch die Ebene und niedere Bergregion 
Europas bis 780 m häufig; von Hedwig 1787 in Sachsen entdeckt. Nach Bescherelle 
auch aus Algier bekannt. S. VI, 9, a) unteres, b) oberes Bl., c) Habitusbild mit Kapsel, 
d) Blattquerschnitt; gez. nach dahier bei Laubach und auf Teichschlamm bei 
Villingen (Hessen) ges. Expll. 



Var. hulhifernm Besch., mit sitzenden und gestielten Brutknospen in den 
Blattachseln — wurde in Frankreich gesammelt. 

B. Eupleuridium Lindb. 1864. 
Mit pfriemenförniigen, rinnigen Schopfbll. und mit kräftigerer, breiter, 



(Dicks.) Rabenh. 1848. 

Phascum Dicks. 1785, Astomum Hpe. 1837. PI. fndndatum Schreb. 1770, PI. Toepferi 
Örtel 1884; cf. Ebb. Kr. FL IV. Nr. 54. 

Einhäusig; die terminal angelegten ö Blüten knospen förmig in den 
Achseln der unteren Schopfbll. mit 3—5 Hüllbll.. wenigen Antheridien und 
vereinzelten fadenförmigen Paraphysen. Gelblich- bis bräunlichgrüne, oft aus- 
gedehnte Raschen. Einjährige Stämmchen bis 6 mm hoch und aufrecht, die 
mehrjährigen dagegen meist niederliegend mit aufrechten Innovationen und 
kleinblätterigen, flagellenartigen, bis 1 cm langen Sprossen. BU. der 
sterilen, flagellenartigen Sprosse gleichförmig, klein, eilanzettlich und pfriemlich 
zugespitzt, diejenigen der fruchtenden Stämmchen und Innovationen aufwärts 
grösser, aufrecht abstehend oder einseitswendig, die Schopfbll. aus eiförmiger 
oder eilanzettlicher Basis plötzlich rinnig pfriemenförmig verschmälert und 
mit den Pfriementeil ausfüllender, am Rand und Rücken oben durch kleine 
Zähnchen rauher Rippe. Querschnitt der letzteren mit 4—6 medianen Deutern 
und zwei gelblichen Stereidenbändern etc. Blattzellen der nur einschichtigen 
Lamina vorzugsweise rektangulär, aufwärts kürzer, 6—8 oder 8— 12 u, im 
Basalteil nach der Rippe zu lockerer, etwa 15 — 18 u und 3—4 mal so lang 
als breit. Scheidchen cylindrisch. Kapsel auf fast gleichlanger, nach oben 
dickerer Seta aufrecht oder etwas geneigt, hellbraun, kugelig eiförmig oder 
oval mit schiefem Spitzchen. Luftraum ohne Spannfäden. Sporen 25—30 u, 
ockerfarben oder braun und dichtwarzig. Reife im April und Mai Br eur , 
Vol. I. Tab. K). 

Auf Äckern, Erdhaufen, Wiesenblössen, an Böschungen der Waldwege und 
dergl., namentlich auf feuchtem Lehm und auf sandig thonigem Boden in der Ebene 
und niederen Bergregion der gemässigten und teilweise auch der nördlichen Zone 
häufig im Algäu noch in 1000 m, sowie auch aus den Vereinigten Staaten Nord- 
Amerikas bekannt, soll jedoch in der Schweiz fehlen. S. VI, 7, a) Bl., b) Habitus- 
bild mit Kapsel vergrößert, c) steriler Spross, d) Haube, e) Habitusbild in natür- 
hcher Grösse, sowie III, 18 tf Blütenknospe; gez. nach dahier bei Laubach ges. 
Exemplaren. s 



Plum-u 



subulatum (Hedw.) Rabenh. 1848. 



„ . : ' l ' 1 ; 17,U - - Ut ' ' "> H l< ^"- Bw» cnniorum Neck. 1771, 
<• <A,,n,atH,n Lunlb. l8b.J und 1 hasunn «cutninatum Lindb. 1864; cf. Rbh. Kr Fl IV Nr 55 

der sfhn^fhll Sl P t Antheridien ^P ^ einzeln *nd nackt in den Achseln 
der Schopfbll. Gelbgrüne, meist 4-6 mm hohe, einfache, nur ausnahmsweise 



— 139 — 

unter der Spitze sprossende, zu kleinen Rasen vereinte, schopfig beblätterte 
Pflänzchen. Bll. feucht straff aufrecht abstehend, die unteren kleiner, mehr 
eilanzettlich, die Schopf bll. grösser, aus lanzettlicher Basis allmählich pfriemen- 
förmig und in eine gezähnte rinnige Borstenspitze übergehend, mit weiter 
hinauf gehender Lamina und die Pfriemenspitze ausfüllender, oben am Rücken 
durch Zähnchen rauher Rippe. Querschnitt der letzteren mit 4 und mehr 
medianen Deutern, breiterem unteren und kleinerem oberen Stere'idenband und 
meist undeutlich begrenzt infolge doppelschichtiger Laminazellen. Blattzellen 
im Basalteil verlängert rektangulär bis rektangulär-G seitig, 10—15 u und 3 bis 
4mal so lang als breit, am Rand und aufwärts schmäler, nur 5 — 7 u oder 
6—8 ju und kaum kürzer, in der Spitze mehr rhomboidisch. Scheidchen etwas 
ellipsoidisch bis zylindrisch. Kapsel auf dem Scheidchen etwa gleichlanger 
Seta aufrecht, kugelig-eiförmig, mit kurzem, geradem Spitzchen und meist 
gelblichbraun, nur im Schatten oder au feuchterem Standort dunkler, fast 
kastanienbraun. Luftraum mit Spannfäden. Sporen 21—25 u, ockerfarben 
bis braun, rundlich oder oval und warzig. Reife im Frühjahr, dahier im Mai. 
Br. eur., Vol. I, Tab. 9. 

Auf AValdblössen, an Wald- und Wegrändern u. s. w., mehr auf sandigem 
oder sandig-lehmigem Boden, insbesondere in der Gesellschaft von Leptotrichum 
heteromalbun, tortile und pallidum, sowie von Pogonatum aloides und nanum, durch 
die Ebene und niedere Bergregion bis 900 m, vorzugsweise in der gemässigten Zone, 
durch fast ganz Europa, insbesondere auch in Amerika und Algier verbreitet; war 
schon Dillen um Giessen 1718 bekannt. S. VI, 8, a) Blattbasis mit einem Antheridium, 
b) vergrößerter Schopf mit Kapsel, c) Haube, d) Habitusbild in natürlicher Grösse; 
gez. nach bei Darmstadt ges. Expll. 

PleurUlium Algesirense 0. H. (Genera musc. v. 1901, S. 12) aus Spanien ist 
mir bis jetzt nicht bekannt. 



2. Gatt. Sporledera i Hampe 1837. 

Herdenweise wachsende, den Pleuridien sehr ähnliche Pflänzchen mit 
bleibendem, grünem Protonema. Stämmchen ohne Zentralstrang und meist 
nur am Grunde sprossend, ohne flagellenartige Sprossen, selten geteilt. Bll. 
aus breiter Basis lang borstenförmig, mit breiter, die rinnige Pfriemenspitze 
ausfüllender Rippe. Blattzellnetz wie bei Pleuridium. Haube klein, mutzen- 
förmig und gelappt. Kapsel auf kurzer, aufrechter, nach oben verdickter 
Seta zwischen die Hüllbll. eingesenkt, eiförmig und mit geradem Spitzchen, 
ohne Hals, mit zahlreichen Spaltöffnungen im mittleren Teile und mit 
len im Luftraum. 

In Europa bis jetzt nur in einer Art bekannt, reichlicher dagegen in Amerika 
vertreten. Nach Jaeger und S. waren bis zum Jahre 1879 bereits 7 ausländische 
Arten bekannt. In Engler's natürlichen Pflanzenfamilien werden nur 6 Arten 
aufgezählt. 

i) Nach Regierungsdirektor Sporleder zu Wernigerode im Harz von Hampe benannt. 



stris (Br. eur.) Hampe 1848. 
Phascum lir. eur. 1837, Astomnm [Tainpi- lKi7. ß,-K,.7,w C. Müll. 1848. Phascum 
uliuinosHiii HiitM.ii. ls.'JH. lieuriähim Scl.pr. 1850: cf. Kbh. Kr. Fl. IV. Nr. 51). 

Einhäusig; die Antheridien zu 1—2 hypogyn in den Achseln der 
Schopfbll. Habituell den Eupleuridien ähnliche kleine bräunlichgrüne, schopfig 
beblätterte Pflänzchen mit anfangs einfachen, nur 2 mm hohen Stämmchen, 
aus deren Basis sich im folgenden Jahre etwas grössere, bis 8 oder 10 mm 
hohe, einfache oder geteilte Fruchtsprosse entwickeln. Untere Bll. klein, 
eilanzettlich und mit schwächerer Rippe, die oberen grösser, schopfig zusammen- 
gedrängt, feucht straff abstehend, aus breit eiförmiger bis elliptischer Basis 
plötzlich rinnig pfriemenförmig, mit breiter, flacher, den Pfrieraenteil 
ausfüllender und grannenartig austretender, am Rand und Rücken schwach 
gesägter Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2—6 medianen Deutern und 
doppelten, gelblichen Stereidenbändern etc. Blattzellen gelblich, etwas derb- 
wandig, aufwärts rektangulär, 10-12 u, neben der Rippe am Übergang in 
den Pfriementeil fast quadratisch, nach der Basis zu rektangulär-*; seitig und 
nach der Rippe zu etwas weiter, bis 18 u. Kapsel auf dem 'Scheidchen etwa 
gleichlanger Seta zwischen die Hüllbll. eingesenkt, aufrecht, eiförmig und mit 
gerader, massiver Spitze, etwas grösser als bei den vorbenannten beiden 
Pleundien, gelblich bis matt bräunlichgelb und nicht glänzend, mit blatterig 
verunebneter Kapselwand. Haube nur V, der Kapsel deckend, mützen- 
iormig, mehrlappig und leicht abfallend. Sporen meist 20-24 u, rundlich 
oder oval, rötlich ockerfarben bis bräunlich und fein warzig. Reife im Mai 
und Juni. Br. eur. Vol. I, Tab. 10. 

An Grabenwänden auf sandig-thonigem, namentlich aber torfigem Boden, gern 

m der Gesellschaft von T, .,,„/,. ,,,,,„„. durch fast ganz B b der ^ 

und federen Be rg r egl on von dem mittleren Schweden bis in die Alpenthäler in 
und Louil 1" l l 7 ^^^ i-besondere aus den Staaten New-Jersey 
tiTr ; V ° n BrUCh bGi Zweibrück - - ^r Pfalz entdeckt. S. VI, 6, 

naSttichJ r^ VergrÖ8SerteS HabituBbild mit Kapsel, d) Haube, e) Habitusbild in 
naturhcher Grosse: gez. nach einem dahier bei Laubach ges. Expl. 

3. Gatt. ! 



) Schwgr. 1824. 

Einhäusige (seltener paröcische), dicht herdenweise oder zu kleinen Rasen 
^ hohen Stämmchen mit Zentralstrang und 
lang 



*Z 7 ^^ ^ ^^ 8Ch ° pfi S' MS »förmiger Ba si ; 
mW Z Z" UD< l 0ft Sichrffö ™'g einseitswendig, mit flacher, 



«M de, letzteren oft „och lange bleibend. Kapsel anf gelblicher, verbogener 

,,„ J,', i,;!,^,,,,; 1 '' """''' A »° lhekw in Zweibrücken und Mitarbeiter der Bryologia 



Seta mehr oder weniger emporgehoben, geneigt, langhalsig, mit dem Halse 
keulig-birnförmig und gerade geschnäbelt, mit massivem Schnabel und 
zahlreichen Spaltöffnungen am Halse. Luftraum mit Spannfäden. 

Europäische Arten sind bis jetzt nur 2 bekannt, aussereuropäiscbe dagegen 
werden in Jaeger und Sauerbeck, adumbratio florae muscorum, schon 10 aufgefübrt. 
Bis jetzt sind bereits gegen 25 exotische Arten beschrieben. In Engler's natür- 
lichen Pflanzenfamilien sind 2 ausländische Arten der Untergattung /Wit<(<>- Tmnutwlon 
Kindb., 2 der Untergatt. Pycneura CM. und 17 von Euhmr/tia CM. aufgezählt, 
von denen eine grössere Anzahl aus den Vereinigten Staaten Nord- Amerikas stammt. 

1. Bruchia vogesiaca Schwägr. L824. 

Voitia Hornsch.. Saproma Brid. und Saproma cyrtophyllutn Uriil. \s-2v, : ,•!'. libh. Kr. 
Fl. IV. Nr. 57. 

Einhäusig, resp. autöcisch; die 6 Blüten anfangs terminal am Haupt- 
spross mit etwa 3 Hüllbll.. bis - ; " Antheridien und langen Paraphysen, spater 
scheinbar auf besonderem Ast endständig, weil der 9 Spross tiefer entspringt. 
Die o Blüte enthält nur wenige Archegonien und kürzere Paraphysen. Bräunlich- 
grüne, zu kleinen, ziemlich dichten Eäschen vereinte, aus den Blattachseln oft 
Protonema austreibende Pfläozchen mit bis 8 mm hohen, einfachen oder zwei- 
teiligen Stämmchen und nur wenigen Seitenästen, abwärts mit Wurzelliaaren. 
Bll. weich, allseitig abstehend oder sichelförmig einseitswendig, die unteren 
kleiner und eilanzettlich, die Schopfbll. aus elliptischer Basis rasch lanzettlich 
pfriemenförmig verschmälert, mit ziemlich breiter, flacher, den an der Spitze 
gezähnten Pfriementeil oft ganz ausfüllender Rippe. Querschnitt der letzteren 
flach, 2— 4schichtig, mit lockeren Aussenzellen und gelblichen stere'iden Innen- 
zellen, die mit vereinzelten substereiden Zellen mitunter vermischt sind. Blatt- 
zellen rektangulär-Gseitig, abwärts 12-15 u, aufwärts im Pfriementeil enger, 
9—10 u, mehr rhomboidisch und kürzer. Hüllbll. mit rotgelber, breit scheidiger 
Basis und lockerem Zellnetz. Kapsel auf etwa 5 mm langer, anfangs gelblicher, 
schwach rechts gedrehter, verbogener Seta geneigt bis horizontal, hellbraun 
bis braun, keulig-birnförmig und lang geschnäbelt, mit gleichlangem, rötlich- 
braunem Hals. Haube kegel-mützenfünnig und gelappt, meist nur V, der 
Kapsel bedeckend. Sporen 22— 25 oder 25— 28 u. bräunlichgelb und warzig. 
Reife im Spätsommer und Herbst. Br. eur., Vol. I, Tab. 11. 

An torfigen Wiesengräben und schwach berasten Böschungen der Wege und 
Gräben sumpfiger Stellen in den Waldungen, bis jetzt nur von wenigen Standorten 
bekannt; von Mougeot und Nestler 1822 auf dem Hoheneck in den Vogesen ent- 
deckt. S. VI, 5, a) Bl, b) Perichätialbl. und Kapsel mit Haube, c) Kapsel ohne 
Haube, d) Habitusbild in natürlicher Grösse, e) Blatt querschnitte ; gez. nach einem 
von H Graf zu So lms -Laubach in den Vogesen ges. Expl. Wurde im Jahre 1898 
von G. Lachenaud auch in Frankreich (Limousin) aufgefunden (Eev. br. 1899, S. 23). 
De Not. 1869. 



cf. Kbh. Kr. Fl. IV. Nr. ös. 

Einhäusig (resp. paröcisch nach Brotherus in Englers nat. Pflanzen- 
familien); die Antheridien hypogyn zu 1-2 nackt in den Achseln der 



— 142 — 

unteren Per ich ätial bll. Gesellige,, herdenweise vereinte, nur 2-3 mm hohe, 
gelbgrüne Pflänzchen mit meist einfachem, 1 — 2 mm hohem, seltener gabeligem, 
zweiteiligem Stengel. JB11. trocken kraus, feucht sparrig geschlängelt abstehend. 
Die unteren Bll. kleiner, aus eiförmiger Basis lanzettlich-pfriemenförmig, die 
oberen schopfig und grösser, stark verbogen, aus elliptischer bis verkehrt eiförmiger 
Basis plötzlich pfriemenförmig, mit wenigen Zähnchen an der scharfen Spitze 
und mit in derselben verschwindender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 
4—6 lockeren Bauchzellen, fast doppelt so viel etwas kleineren, lockeren 
Rückenzellen und 1—2 schichtigen stere'iden Innenzellen. Blattzellen enger 
als bei voriger Art, aufwärts nur 7—8 u und oben fast quadratisch. Perichätial- 
bll. hoch scheidig und plötzlich in den Pfriementeil verschmälert. Kapsel 
auf nur 1,5 mm langer, bleicher Seta aufrecht oder geneigt, gelblich, mit 
dem fast gleichlangen, auf der unteren Seite oft etwas kürzer scheinenden 
Halse verlängert birnförmig und kurz geschnäbelt, die Spitzen der oberen 
Bll. kaum überragend. Haube kürzer als bei voriger Art, mehr blasig mützen- 
förmig, resp. kegel-glockenförmig, oft bis zur Kapselmitte reichend, am Rande 
bleich, weisslich und gelappt. Sporen a<> — :;ö u. gelb bis bräunlichgelb und 
dicht igelstachelig, resp. mit langen, stumpfen, stacheligen Papillen besetzt. 
Reife im Mai und Juni. Br. eur., Suppl. I, IT, Tab. 1. 

Auf feuchter, nasser Wiesenerde von De Notaris bei Trobaso im Intrasca- 
Thale am Lagomaggiore 1862 entdeckt, auch von J. Breidler 1874 bei Marburg 
in Steiermark in 290 m auf nasser Wiesenerde aufgefunden. S. VI, 4, a) unteres Bl., 
b) vergrößertes Habitusbild, c) Perichätialbll., d) Kapsel, e) Haube; gez. nach einem, 
von J. Breidler erhaltenen Expl. aus Steiermark. Die ihr nahe stehende amerika- 
nische Brur/u,, Iwrijw* Hook, hat kleinere, warzige Sporen von nur 22—26 U. 

Fam. V. Voitiaceae. 

Nach Bl. und Zellnetz an die Splachnaceen sieh anschliessende, kräftige, 
mehrere cm hohe, zu dichten, durch rotbraune Wurzelhaare verfilzten Polstern 
\eremte Hochalpenmoose mit scheinbar monopodial verzweigten Stämmchen, 
durch die unter der Spitze austreibenden Innovationen perennierend. Stamm- 
querschmtt mil kräftigem Zentralstrang, lockerem Grundgewebe und echten 
Hlattspursträngen. Bll. sehr weich, ziemlich gleichförmig, elliptisch oder elliptisch 
verlungert und zugespitzt, breit, hohl und ganzraodig, glatt, mit schwacher 
tipp- und dünnwandigem, sehr lockerem, parenehymatischem Zellnetz. Quer- 
schnitt der Kippe demjenigen der Splachnaceen ähnlich, mit 2-4 basalen oder 
medianen Deutern, einer Begleitergruppe, substereiden Innenzellen und teil- 
'7 M 'i (l ° |,!,( ; lschlchtl g eB Aussenzellen. Blüten einhäusig, jedoch auf ver- 
scne.ienen Sprossen: die d fast köpfchenförmig mit zahlreichen langen keulen- 
2tZZ- UaP 1 ? schlanker ™d mit kürzeren Paraphysen. Kapsel 

<l !\ IU '" """' ''".' 1;Ui ^' r - ki ' ;,lt! ^' 1 s 't.i aufrecht oder etwas geneigt, sehr gross, 
t den Schnabel bis 3,:> nun lang, eiförmig bis cikugelig, 



angem Schnabel, ohne abtrennbaren Deckel, 

Luftraum 



aler, bis in den Schnabel reichender Columella u 



— 143 — 

Spannfäden, aussen am Hals mit Spaltöffnungen, stets mit der Seta 
abfallend. Scheidchen kurz und mit zerschlitzter Ochrea. Haube 
glatt, sehr gross, lang geschnäbelt und mutzen- oder spindelförmig bis 
zur Seta herab über die Kapsel gezogen und letztere noch mit der zer- 
schlitzten Basis umgebend. Sie öffnet sich durch einen Längsspalt, durch den 
die reife Kapsel austritt, während sie selbst meist noch lange an der Seta 
hängen bleibt, da sie sich nur selten bis zur Basis spaltet. Sporen klein. 

Von aussereuropäischen Moosen wird nur noch die an Dixsodon erinnernde 
Gattung KrauHcella C. M. hierher gerechnet. 

1. Gatt. Voitia Hornsch. 1818. 
Die einzige bis jetzt bekannte, hierbei- gehörende europäische Gattung, 
daher mit den Charakteren der Familie übereinstimmend. 

Wurde nach Dr. J. G. W. Voit, dem Verfasser einer /Ustwi» nmsronn,, 

und in einer Asiatischen Art bekannt. Letztere vom Sikkim-Himalaya ist V. Hooheri 



cf. Rbh. Kr. Fl. IV. Xr. f,9. 

Einhäusig; die Blüten fast köpt'ehenfönnig. anfangs terminal 
Hauptspross, während der ; Spross aus tieferen Blattkreisen entspringt, 



dass spül,'. 






wechseln 6 und Q Sprosse an derselben Scheinachse ab. Gelbgrüne, schwellende, 
durch die aus den Blattachseln entspringenden, reichlich verzweigten, rost- 
braunen Rhizoiden dicht verfilzte, bis 8 cm hohe Polster. Bll. eilänglich, resp. 
elliptisch und mit lang ausgezogener, etwas gewundener, fast pfriemenförmiger 
Spitze, sowie mit in derselben verschwindender, oder auslaufender, an der 
Basis ziemlich kräftiger, nach oben aber sich rasch verdünnender Rippe. 
Querschnitt der letzteren mit lockeren Aussenzellen, 2 4 basalen oder medianen 
Deutern, zentrierter Begleitergruppe und zahlreichen dickwandigen mehr snb- 
stereiden Innenzellen, im Basalteil des Bl. oft durch doppelte Laininazellen 
erweitert. Blattzellen locker rektangulär bis rektangular-6seitig, 26 36 u. 
und 3-4 mal so lang als breit sehr dünnwandig und glatt, aufwärts in der 
Spitze schmäler, nur 15 u, nach der Basis zu etwas weiter. Kapsel auf 2—3 cm 
langer, roter Seta aufrecht oder schwach geneigt, fast bauchig eiförmig und 
allmählich in den langen, massiven Schnabel übergehend, derbwandig und 
braun bis dunkelbraun. Sporen nur 9-11 u, hell rostbräunlich, oder gelblich 
und glatt. Reife im August und September. Br. eur., Vol. I, Tab. 7. 

Auf sonnigen Triften der Hochalpen, an den Lagerstellen der Schaf- und 
Rindviehherden in 2200 bis 2700 m; von Hornschuch 1817 am Grossglockner 
entdeckt und jetzt bereits von vielen Standorten Kärnthens und Tirols, sowie aus 
Grönland bekannt. S. VI, 13, a) Bl, b) Kapsel ohne Haube, c) Kapsel mit Haube, 
d) Blattspitze, e) Habitusbild in natürlicher Grösse, sowie XLV, 3 Blattquerschnitte; 



gez. nach einem von Dr. Ho 11 er am Gamsgraben bei Heiligenblut in Kärnthen 
ges. Expl. 

Var. hyperborea Schpr., in niedrigeren Basen, mit kürzeren, sehr hohlen Bll. 
und kürzerer eikugeliger Kapsel — auf der Melville-Insel im arktischen Amerika, 
in Spitzbergen und dem nördlichen Asien (Wein mann). 

Tribus II. Stegocarpae 

(Deckelfrüchtler). 
An den verschiedenartigsten Standorten wachsende Moose, deren Kapsel 
sich durch einen von der Urne abfallenden Deckel öffnet. An der 
reifen Kapsel ist der Deckel in der Regel durch eine oder mehrere Reihen 
kleinerer, dickwandiger Zellen rings umschrieben, auch wird das Abfallen 
desselben häufig noch durch einen besonderen Ring quellungsfähiger Zellen 
erleichtert. Letzterer besteht aus einer oder mehreren Reihen grösserer, weit- 
lumiger und dünnwandiger, etwas faltiger oder nach innen sehr erweiterter 
Zellen, die sehr leicht aufquellen und sich infolgedessen von dem Rand der 
Urne und des Deckels stückweise oder schraubig ablösen. 

Subtribus I. Acrocarpae 

(Gipfelfrüchtler). 
Die Archegonien entwickeln sich in der Regel gipfelständig an einem 
Hauptspross, so dass die Kapseln später endständig an der Spitze des Stengels 
oder seiner Innovationen stehen. Sie erscheinen jedoch dadurch mitunter 
pseudolateral, dass ein unter dem Perichätium hervorbrechender, das Längen- 
wachstum iortsetzender Seitenspross die anfangs terminale Blüte des Haupt- 
sprosses zur Seite drängt und im Wachstum überholt. Nur wenige, in ihrem 
.11 us im Allgemeinen mit den akrokarpischen Moosen übereinstimmende 
Gattungen und Arten machen hiervon eine Ausnahme, indem sie die Arche- 
gonien am b,,,t,l eines lateralen Kurztriebes entwickeln. Sie werden von 
w ./ r'V , / " / ;'"/"' ^zeichnet. Es sind dies die Gattungen Pleuro- 

nm [ r ' im ,!7/' '""]""' '' '• /,/ "'""^'^'. Clnrlulotm. Wr/ÜMoferia, Octodiceras 

™n w!, Ug ii 7' S *a D ' Da Sie Dicht unbe S ren zte 8 Gipfelwachstum besitzen, 

ondern durch Aussprossungen unter dem Scheitel eine Scheinachse bilden, so 
Clir "rokarpen Moosen belassen, ohne für die ganze 

biuppe der letzteren einen besonderen Namen zu wählen wenn man ™ mVbt 
etwa mit Rücksicht auf die Verzweifln,., d. < I ' , , 

Regel wird das Ausstreuen der Sp en na n tZZnT^l f\ 'u ^ 
mehr oder weniger ausgebildetes £ ' *" ^^ duFCh em 

merkmal ?nr uL on i , f -alt ein Haupt- 

^Äl?;r^i "::::!!; t 7 bei 

ruüwn, AnJ^^^ ^^"^h^^ ' lll " hri ' ,;d ' ,n <"- "'„unia, Ampho- 



Die meisten Autoren beginnen die akrokarpischen Moose mit den Weisiaceen. 
Da wir jedoch bei den kleistokarpuschen Moosen die kleinsten Vertreter derselben 
vorangestellt haben, so halte ich es für zweckmässiger, auch hier die kleinsten 



Moose voranzustellen i 



digeriaceen zu beginnen, denen 



die Angstroemiaceen eng anschliessen 
mittein, zumal es der Zweck dieser Arbeit ist, das Bestimmen der Moose tunlichst 
zu erleichtern. Brotherus behandelt in Engler's Natürlichen Pflanzenfamilien 
die Seligerieae als Unterfamilie der Dicranaceae und stellt die meisten Weisiaceen zu 
den Trichostomeen, resp. der Familie der Pottiaceen. 

Fam. VI. Seligeriaceae. 

Gesellige oder flachrasige, kleine Felsbewolmer, nur selten höher und 
dichtrasig, wie Ihm Stylostegwm und Blindia. Stengel dünn, an der Basis oder 
unter der Blüte sprossend, selten mehrfach geteilt, drei- oder mehrreihig 
beblättert und niemals filzig. Stammquerschnitt mit nur dünnem Zentral- 
strang, meist getüpfeltem Grundgewebe und substerei'der Rindenschicht. Untere 
Bll. klein eilanzettlich, die oberen normalen aus hohler, breiterer lanzettlicher 
Basis länger oder kürzer pfriemenförmig, glänzend, flach und ungesäumt, 
meist ganzrandig und mit den Pfriementeil ausfüllender Rippe. Querschnitt 
der letzteren mit homogenen, dickwandigen Zellen. Blattzellen parenehymatisch, 
unten verlängert-rektangulär bis 6 seitig, nur bei Blindia und Stylo*t>>gium mit 
besonderen Blattflügelzellen, nach oben kürzer, fast quadratisch, dickwandig 
und ohne Papillen. Blüten terminal, knospenförmig, ein- oder zweihäusig, 
niemals zwitterig. Perichätialbll. den Stengelbll. ähnlich. Kapsel auf nur 
wenige mm langer, die Hüllbll. etwas überragender, meist gedrehter Seta auf- 
recht und regelmässig, mit dem dicken Halse rundlich-birnfö'rmig, un- 
gestreift und nicht gefurcht, meist weitmündig, ohne Ring, mit aus breiter, 
konvexer Basis schief geschnäbeltem Deckel. Haube klein und kappen- 
förniig. Peristom einfach, aus 16 lanzettlichen oder gestutzten, glatten. 
breiten, ungeteilten, trocken zurüekgeschhigenen Zähnen gebildet, deren Aussen- 
schicht aus einer Reihe von Platten mit vortretenden Querleisten besteht, 
während die Innenschicht nur sehr schwach entwickelt ist: nur bei Anodns 
fehlt das Peristom. 

1. Gatt. Anodus Br. eur. 1S4Ü. 



Sehr kleine, gesellige, einhäusige Pflänzchen, die sich von der Gattung 
Seligeria durch das Fehlen des Peristoms unterscheiden. Nur in einer einzigen 
europäischen Art bekannt. Kann auch als Untergattung von SAigeria betrachtet 



Einhäusig; die knospe nförmigen (S Blüten terini 
grundständigen Sprossen mit rippenlosen inneren Hüllbll. 



Gelblich- bis olivengrüne, gesellige Pflänzchen mit kaum 1 mm langem ein- 
fach: oder an dermis geteiltem Stengel; der kleinste Vertrete, -der stego- 
karpischen Laubmoose. Bll. steif aufrecht, aus schwach elhptucher hahktf 
doppelt breiter, klein gesägter Basis lineal-pfriemenförnng, «pitz und gla* 
mit den Pfriementeil ausfüllender Rippe. Zellen der Basis mehr rektangu ar 
und verdickt, 6-8 u, im Pfriementeil quadratisch und nur 6 u. Penc hatialblL 
aus halbscheidiger Basis oft bis zur Spitze des Pfrietuenteds undeutlich aus- 
geschweift gezähnt, das innerste kürzer und nur länglich lanzettlich. Die 
Zähne treten namentlich über dem Basalteil des Bl. als Papillen über den 
Zwischenwänden deutlicher hervor. Kapsel auf 2 mm langer, dicker, gerader, 
links gedrehter Seta aufrecht, mit dem kurzen, dicken Halse verkehrt eibirn- 
förmig bis fast kugelig, dünnwandig, mit kurz und schief geschnabeltem Deckel, 
entleert verkürzt und weitmündig, im Alter dunkelbraun. Haube nur wenig 
über den Deckel reichend. Sporen 8-10 u, hellgelb bis rötlichgelb und sehr 
fein runzelig punktiert oder fast glatt. Reife im Sommer. Br. eur., ^S ol. II, 
Tab. 109. 

An Kalkfelsen und kalkhaltigen Gesteinen, in Höhlungen und Klüften, sowie 
an Mauern an etwas feuchten Orten, nach Schi m per auch an Sandsteinen, durch 
das mittlere und gemässigte nördliche Europa bis nach Skandinavien, in lirol is 
1600 m. Höchster Standort nach Pfeffer im Mairathai *22:i<» in. Auch uns Nord- 
Amerika, insbesondere aus Canada, dem Staate New-York und den Rocky-Mountains 
bekannt. Von Arnell bei Stolba in der mittleren Waldregion Sibiriens gesammelt. 
S. VII, 9, a) Spross, b) Bl., c) Kapsel mit Deckel, d) innere« B 
vergrössertes Bl. ; gez. nach einem von J. Breidler iu Ste ■ 



•>. liatt beligeria Br. 

2sur einen oder wenige mm hohe Felsmoos 
Raschen an steilen Flächen der Kalk-, Sand- 
mit einfachem oder wenig verzweigtem, meis 
3— 5 reihig beblättertem Stengel, selten mit ster 
lieber Basis pfriemenförmig, mit nach oben sti 
Biattfiügelzellen. Blattzellen vorzugsweise rek 
wandiger, durchscheinend bis hyalin. Blüten e: 
und mit kurzen fadenförmigen Paraphysen; die 
- '.■:• .. ■ . ' . 
Hüllbll. nur wenig aberrage 
ellipsoidisch, mit deut 

inseriert, aus 16 gelb- bis braam 

6 bekannt, während bis ietzt Bchoi 



1. Seligeria pusilla (Ehrh. 



rippenlosen inneren Hüllbll. Freudiggrüne, glänzende, lockere Riechen mit 

nur 1 mm hohen Stengeln. Untere Bll. schmal lanzettlich, die oberen aus 
kurzer, hohler, breiterer Basis lineal-lanzettlich bis pfriemenförmig. mit 
dünner, meist vor der Spitze verschwindender Rippe und seicht ausgeschweiftem, 
scheinbar gezähneltem Rande. Blattzellen der schmalen Lamina dünnwandig* 

rektangulär, 6 — 8 u, aufwärts nur wenig kür/er und am Rand etwas schmäler 

halbscheidiger Basis lauzettlich-pfriemlich mit düum'jvr ' Kippe.' 'Kapsel auf 
1,5—3 mm langer, dicker, links gedrehter, bleicher Seta aufrecht derbwaudig 
bräunlich, verkehrt ei-bimfbrmig. mit langem, schief ge schnäbelten Deckel] 
entdeckelt weitmündig, zuletzt kreiseiförmig und gefurcht, resp. falti- streift' 
Peristomzähne goldgelb und glatt, mit «i-N aussen vortretenden (JmTl.Mst.Mi. 
Sporen 10 — 14 p:, nach Jur. nur <»- 10 u, gelb bis goldbräunlich und fein 
gekörnelt. Reife im Sommer. Br. cur. Vol. II. Tab. 1 ] o. 

An beschatteten, feuchten Kalkfelsen und an kalkreichen Gesteinen auch an 
Grneis und an Mauern durch die mittlere und gemässigte nördliche Zone Europas. 
in den Alpen bis in 1900 m; von F. Ehrhart bei Hannover entdeckt. N u h Renauld 
undCardot auch aus Xord- Amerika, aus Canada und den Staaten X.nv-York, Missourie 
und Xew-Jersey bekannt, sowie von Arnell bei Stolba in der mittleren Waldregion 
Sibiriens gesammelt. S. VII, 6, a) Spross, b) Bl., c) Peristomzähne, d) entdeckelte 
Kapsel, e) Kapsel mit Deckel; gez. nach einem von J.-EL Zetterstedt in Norwegen 
gesammelten Expl. 

Var. Selig eri = Weisia Seligeri Brid. und brevi/oiia Lindb. mit kürzeren Bll., 
sowie stumpferen unteren Bll. und inneren Hüllbll. der 6 Blüten — in der Schweiz 
in Schlesien und Skandinavien. 





2. Seligeria acutifolia Lind 


Sei 


y. pusilla r j „...*: 




FL IV. 3, 


S. 678 und Schpr. Syn. ed. H. 


. 


Ei 


n häusig. Der vorigen 


Art nai 


Pflänzch 


en mit schärfer zugespitzt« 


Ml Bll. I 


überragt 


;, aus breiterer, mehr seh 


teidiger 


förmigei 


i, von der Rippe ausgefüllten PfrieB 


krenuliei 


;t. Blattzellen dünnwandig 


l, im Bä 


so lang 


als breit, im Pfriementeil 


am Ran. 


so lang 


als breit. Kapsel auf ger 


ader Set; 


wandig. 


mit gerade oder kurz un 


d schief 


gestutzt 


kreiseiförmig. Peristomzä 


hne brau 


meist paarweise vereint. Sporen 1 


Ou. 


An 


Kalkfelsen; von Cleve im 


Juli 18* 


jedoch ai 


ich aus England und Italien 


bekannt. 



— 148 — 

von Aix in Frankreich ges. (Rev. br. 1897, S. 49). S. XL VII, 4, a) Habitusbild, 
b) Perichätialbl., c, d, e) Kapseln, f) vergrößerte Laubbl.-Spitze, g) Peristom; gez. nach 
einem von Fr. 0. Burchard in England ges. Expl. (aus dem Herbare Schliep- 
hackens). Die Lind her g'schen Originalexeniplare stimmen mit der Zeichnung 
überein. 

Seligeria compacta Philib. (Rev. br. 1897, S. 52) in graugrünen, dichten, 
nur 3—4 mm hohen Rasen mit linearen Bll. und stets vor der Spitze verschwindender 
Blattrippe, welche Philibert bei Siiuiane in der Provence zwischen Aix und 
AEarseille ges. hat (non vidi). 

3. Seligeria subcerneea Schpr. 



Einhäusig; die ::" Blüten an der Basis des fruchtenden Stämrnchens. 
Habituell »1er >'. p».<;/b> ähnliche, sehr niedrige Raschen. Bll. aufrecht ab- 
stehend, aus schmaler, elliptischer Basis lang pfriemenförmig und ganzrandig, 
mit au der Basis verschwindender, nach oben den l'friemenn il fast ganz aus- 
füllender Rippe. Bll. der sterilen Sprosse nur 1 mm lang, an der Basis zu 
beiden Seiten der Rippe mit 4—5 hyalinen, rektangulären Zellreihen. Kapsel 
auf dünner, längerer Seta etwas geneigt, schmal ellipsoidisch und klein- 
mündig (oblong,', min-^ttmui. ^mn.ftnen) mit lang geschnäbeltem Deckel. 
Peristomzähne purpurrot, lanzettlich und entfernt gegliedert. Sporen sehr 
klein, nur 7-8 M und glatt. Br. eur.. Suppl. [ und II, Sri;,,. Tal,. 1. 

Au kalkreichen Felsen bei Stanmer in der Grafschaft Sussex in England L840 
von E. Jenner entdeckt und von W. Wilson an Schimper gesandt. Von Theriot 
auch in Frankreich ges. (Rev. br. 1897, S.Öl und 1895, S. 32). S. XLV1. 7, 
a) BL, b) obere Sprossbll., c und d) Kapseln, e) Peristom; gez. nach einem 1878 
von G. Davies bei Sussex in England ges. Expl. (herb. Geheeb.). Bei den von Theriot 

4. Seligeria calcarea (Dicks.) Br. eur. 1846. 
Einhäusig die terminalen Blüten mit eilunzettlirhen Hüllbll.. von 

gelbgrünen Ras " \ g^! mchen 

Untere Bll. klein eilunzettlieh. die oberen aus elliptischer oder eilän H i eher 
bohler, halbscheidiger Basis lanzettlicl. bis kurz Imen l-pfrieme.iWmig. 

flacher Rippe. Blattz-ll.-i, der |} llM . r ,' h - . .,, ,. ,-,' { (h ,' .[' L :.'. 'i * ,..,-}! 



— 149 — 

langer, dicker, gelber, links gedrehter Seta verkehrt ei-birnförmig. derb wand ig, 
mit aus konvexer Basis schief geschnäbeltem Deckel, entleert birnförmig. 
Peristomzähne breit, gelbrot, mit 7-8 dichten Querleisten. Sporen 14 ls u. 
gelbbraun und schwach gekörnelt, Reife im Frühjahr und Sommer Kr. eur.. 
Vol. II, Tab. 110. 

An senkrechten Kalkwänden in England, Frankreich und Dänemark, an den 
Kreidefelsen der Insel Rügen, auf Muschelkalk in der Rhön u. s. w., nur von wenigen 
Standorten Europas und aus ( \unuli in Xnrd-Anifrika bekannt. S. \ 11. 7, a ( S[>ro.s>, 
b und b') Kapseln, c) Peristomzähne; gez. nach einem von Dr. F. Camus an 
Kreidefelsen in Frankreich gesammelten Expl. 

5. Seligeria crassinervis Liudb. L868. 

erinnernde, kurze, zerstreut wuchernde Ptlänzchen. IUI. abstehend, auseilanglieher 
Basis mehr plötzlich in einen kurzen, stumpfen, gnnzrandigen Ptriementeil ver- 
schmälert, mit kräftigerer, den Pfriementeil vollständig ausfüllender Kippe. 
Blattzellen an der Basis rektangular und farblos. 7 -Hu und nur 2 bis 
höchstens 3 mal so lang, kaum verdickt, im Pfriementeil klein quadratisch, 
7-8 u und chlorophyllhaltig, nur bei den Pernhätialbll. mit schwächerer Rippe 
deutlicher. Kapsel auf 2 — 3 mm langer, dicker, etwas geneigter Seta verkehrt 
eibirnformig, mit deutlichem Halse, dickwandig, entleert trocken fast urnen- 
förmig. Der Rand der entdeckelten Kapsel steht nämlich etwas vor, so dass 
dieselbe entdeckelt urneniormig erscheint. Peristomzähne scharf zugespitzt, 
die oberen Glieder leicht abbrechend, rot und glatt. Sporen 14—1« u, rost- 
braun, fein punktiert oder fast glatt. Kann daher, wie schon Schimper in 
seiner Syn. bemerkt, aucli als eine Varietät der vorigen Art betrachtet werden. 
An Kalkfelsen in der Provinz Westergötland in Schweden von P. F. Cleve 

a, b) Blh, c) Perichätialbl., d) Habitusbild, e, f. g) Kapseln, h) Peristom; gez. nach 
einem Lindberg'schen Originalexpl. (comra. Dr. Bauer). 



6. Seligeria obliquuia Lin I 

Einer hochstengeligen Form ahnliche, der 

tende Pfläuzchen mit etwas schopfig beblätterten, meist 3 mm 

ntere Bll. sehr klein, aufwärts allmählich grö^ 

ausfüllender Kipp. Lamm;« im Pfriementeil mit je 2 Zell- 
Jeiten der Rippe deutlich sichtbar. Inneres Perichätialbl. 
id-'ieii. Kapsel auf 3.5—4 mm langer Seta 
toch emporgehoben, aufrecht und oval, derbwandig. mit aus 
Basis schief geschnäbeltem Deckel von 1 . 2 -% Kapsel- 
ten Hals, entdeckelt. oft etwas schief gestutzt und mit etwa 



— 150 — 

4—5 Eeihen querbreiter Zellen am Urnenrand. Peristomzähne schmal dolchförmig, 
5— 7 gliederig über den Urnenrand vorragend und mit 2—3 Gliedern unter 
demselben tief inseriert. Sporen 9— 11 u, gelb und glatt. Keife im .Juni. 

Von Pastor Ch. Kaurin bei Yarstien unweit Kongsvold am Dovrefjeld in Nor- 
wegen entdeckt. S. XL VI, 6, a) Bl., b) Pericbätialbl., c) Spross, d— f) Kapseln, 
g) Peristom; gez. nach einem Originalexpl. aus dem Herbare Geheeb's. 

7. Seligeria tristichoides Kindb. Rev. br. 189G. 

Einhäusig. Habituell an eine kleine Selig, tristkha erinnernde, 1,5 mm 
hohe, gesellig wachsende, oben sattgrüne, abwärts braune Pflänzcheu. Sterile 
Äste deutlich 3 reihig beblättert. Untere Bll. der fertilen Pflänzchen klein, 
aufwärts 3 reihig, die oberen schopfig, aus schmal elliptischer Basis linealisch 
und stumpf, mit aufrechten, nur an der Spitze schwach krenulierten Rändern 
und bräunlicher, mit der doppelschichtigen Pfrieme verschmelzender Rippe. 
Blattzellen im Basalteil rektangulär, 3— ± mal so lang als breit, in der Pfrieme 
meist quadratisch und 8 u. Perichätialbll. scheidig und rasch in eine kurze 
Pfrieme auslaufend, etwa 1 mm lang. Kapsel auf 1,5 mm langer, dicker, bogig 
gekrümmter Seta die Hüllbll. überragend, fast kugelig, mit ans gewölbt kegeliger, 
last halbkugeliger Basis kurz geschnäbeltem Deckel, entdeckelt halbkugelig und 

schmälert, unten dichter, oben entfernter gegliedert, mit etwa 9 Gliedern, feucht 
eingeschlagen, trocken zurückgekrümmt. Sporen ziemlich gross, L7— 21 u, 
bräunlich und fein gekörnelt. Reife Anfangs August, 

Auf Kalk und Dolomitfelsen in Norwegen in 67" nördlicher Breite. S. XLVI1 LI, 
a) Bl.,b)Perichätialbl., c) steriler Spross, d)fertiler Spross, e und f) Kapseln, g) Peristom; 
gez. nach einem von J. Hagen an Dolomitfelsen in Nordlandsamt (Saiten) 1894 



u * hs« heinend ui d eriä gert i 
"1 r-kta criisür. 6-8 u, und n 



eibirnförmig, mit fast kugeliger Urne, angeschwollenem Halse und lang und 
schief geschnäbeltem Deckel, entleert verkehrt kegelförmig. Peristonizähne 
blutrot, dolcbförmig, seltener stumpf lieh, hier und da perforiert und mit 
entfernten Querleisten. Sporen sehr gross, 24—32 u, gelbbräunlich und schwach 
runzelig. Reife im Juni und Juli. Br. eur., Vol. II. Tab. 111. 

An feuchten Kalkfelsen, in Höhlungen und Felsspalten durch die Bergregion 
fast ganz Europas verbreitet, im Algäu noch in 2200 m; von Flörke 1798 am 
Kapuzinerberg bei Salzburg entdeckt. Nach Eenauld und Cardot auch aus Ohio 
in Nord-Amerika bekannt, sowie nach Arnell von J. Sahlberg bei Kantaika in 
der subarktischen Region Sibiriens gesammelt. S. VII, 11, a und b) Bll., c) Spross 
mit Kapsel; gez. nach einem von J. Br eidler in Steiermark gesammelten Expl. 



Oliv« 

hohe 


;n- bis bräunlichgrüne, breite, ni 


^ r - ; R f tl ;:^; ! 


aus 


breiterer, eilanzettlicher oder eil 




rasch in einen sehr langen, ganz 




versc 


Iimälert. mit ziemlich kräftige 




lilati 


tzellen unten verlängert rektangulär bis rektang 


nur 


wenig verdickt, nach oben kürze 


r. bis fast qua 


verd 


ickt. Perichätialbll. aus breiter, l 


lalbscheidiger. i 


Basi 


s plötzlich lang borsteiiförmi<r. 


Haube gross 


Kap 


sei herabreichend. Sc 


zylindrisch. K 




?u rechts, oben links gedrehter. 


"gelber, anfang 


;lll f.r 


eriohteter Seta oval oder eiläir 


glich bis ellip* 




s angeschwollenem Hals, und 


meist gerade 


m-nn 


«erot berandetem Deckel, entle. 


>rt an der Müi 



irktischen Region Sibiriens 


gesamme 


s) Peristom; gez. nach vi 


an H. Gr 


1er Schweiz ges. Expll. 


Ferner 


g— i) Blattquerschnitte, in 


i oberen 


gez. nach von Demeter i 





Bil. und einfarbigem Kapseldeckel — in Steiermark, der Schweiz und Skandinavien. 
10. Seljgeria polaris Berggr. 1875. 

cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 679. 

Einhäusig. Kräftiger als vorige Art. Habituell etwas an eine sehr 
kleine ändreaea Blyttii erinnernde, 0,5 — 1 cm hohe dunkelgrüne bis schwärzliche. 
von Gletschersand durchsetzte Raschen mit mehrfach gabelig geteilten Stgln. 
BU. sparrig oder auch etwas einseitswendig, aus elliptischer bis breit ovaler 
Basis lanzettlich-pfriemenförmig und stumpflich, mit nach oben breiterer, fast 
die ganze rinnige Pfrieme ausfüllender Rippe. Blattzellen im Basalteil rek- 
tangulär und etwas verdickt, aufwärts quadratisch. Perichätialbll. etwas 
kürzer und mit mehr 6seitigem Zellnetz, sonst nicht verschieden. Kapsel auf 
dicker, starrer Seta über die BU. emporgehoben, braungelb (cf. Mwci Spitzt». 
1875, p. 41), mit undeutlichem Halse und lang und schief geschnäbeltem 
Deckel entdeckelt fast kugelig, entleert mehr kreiseiförmig und unter der 
Mündung verengt. Peristomzähne rötlich, lanzettlich und schmal zugespitzt, 
1-2- 1.-> gliederig, feucht eingebogen, trocken aufrecht abstehend. 

Auf Schiefer-, Quarzit- and Kalksteinen in der Polarzone; von S. Berggren 
1S6* auf Spitzbergen entdeckt. S. XLVIII, 7, a,b)Bll, c) Perichätialbl 
V. F. Br 






nach dem dickwand 


igen Zellnetz s 


chon mehr an eine Blindia 


zu der d 


te !' 


■',- 


ieu Übergang bildet 














Seligeria sul 




db. 1879, in dicht kissenför 


miffen 1 


cm 


hob, 


Rasen, welche 1867 


von F. Silen 


tjoki in Firn 


lland entdeckt w 


iird- 




«rn^e. rotbraune Blattflügelzellen ( 












ridi). cf. Rbh. Kr. 1 


n. iy, a, s. 67 

11. Seligeria 


diversifolia Lindb. U 


T 








Einhäusig; i 


lie d Blüten 


tn^sse'^Zl 


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od- 




der Basis wur 


zelnden Sprossen, mit 


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[>perilosei 


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in einen kur 


) normalen Bll. eilam 


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eidig und mit 


d.M Kippe. p end iti . 
düünerer Pupp,. Hla 






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u und nur 


wenig verdickt, mie.ä 






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r-y u und stärker 


verdickt, am 


Rande et 






i. ia 




nit rundlichem Lu 
Jichtbar. Kapsel ( 


men und in 
iuf oben linfc 


mehreren I 

:s gedrehter Sern .-,,: 


ben de 


V Hippe 


dei 


Uli, 


*andig, «länglich, 


mit kurzem Halse und kurz und di 


! . - 




u 1). 





entdeckelt fast cylindrisch und unter der Mündung nicht verein 
zahne braunrot, mit etwa 10 Querleisten und meist zu je zwei verwuchsen 
mit gemeinsamem Endglied. Spuren i-9u, grünlichgelb und etwas runzelig 
oder schwach gekörnelr. Reite im Sommer. Br. eur.. Suppl. 1,11 

An dunkelroten Sandsteinen und an Kalksteinen in Skandinavien und Finn- 
land; 1801 von Swartz entdeckt. S.VII, 8, a) Spross, b— d) Bll., e) Peristomzähne, 
f) entdeckelte Kapsel, g) Perichätialbl.: gez. nach einem von Dr. V. F. Brotheru« 
in Finnland gesammelten Expl. Die von E. doergensen bei Fossen auf Schiefer- 
Art ralie verwandt sein (non vidi), cf. Rbh. Kr. Fl. IV. :>. S. ÜJSl. 

3. Gatt. Trochobryum ') Breidler und Heck 1884. 

Stämmchen mit arm/eiligem Zcntralstrang. Bll. aus verkehrt eiförmiger Basis 
plötzlich sehr lang borstenförmig. einseitswendig, mit auslaufender Kippe, und 
ohne Blattflügelzellen. Blüten einhäusig, die knospenförmig. mit li-S 
Antheridien ohne Paraphysen. Haube kappenförmig. Kapsel auf dicker, an 
der Basis gekrümmter, aufrechter Seta fast kugelig, mit undeutlichem Hals 
ohne Spaltöffnungen und ohne Assimilationsgewebe, entdeckelt weit- 
gestutzten, einfachen Zähnen gebildetem Peristom. Nur in einer Art bekannt. 
Trochobryum carniolicum Breidler und Beck 1884. 

cf. Rbh. Kr. Fl. IV. Nr. 174. 

Einhäusig; die C Blüten gipfelständig auf grundständigen Sprossen, mit 
zartrippigen, kurz gespitzten inneren Hüllbll. Bräunlichgrüne, niedrige, lockere 

Raschen mit nur 2— 3 nun Imiien auhr- [■< n i- ■■. bis aufrechten Stämmchen. 
Untere Bll. breit lanzettlich und zartrippig. die oberen schopfigen aus verkehrt 
eilänglicher. oben ausgerandet gezähnter, oft flügelartig erweiterter Basis 
plötzlich in einen sehr langen, bogig gekrümmten, und -dt geschlängelten, fast 
stielrunden, glatten Bnrstent.il. der von der auslaufenden Kippe gebildet wird. 

des basalen Teils verlängert i Imml ■ d m 1 ->■ - tiü oder rektangulär-b seitig, 
10-12 u. durchscheinend und aartwandig, meist 5-.; mal so , 
im Pfriementeil aufwärts kurz rektangulär und nur 6-9 u. Perichätialbll. 
mit mehr scli-i.li ■ r. \-r -. Ml-An-v Ba-N. Kapsel auf 3 mm langer, dicker, 
unten gekrümmter Seta aufrecht, kmr. li- im" fa-t halbkuglem, kurz und 
breit gespitztem Deckel. Bei dem Offne! der Kapsel wird der Deckel durch 

mündung g< I biegen sich mehi m I u i hr in die Höhe, 



— 154 — 

unten blutrot, oben orange, breit und gestutzt, an der 
Spitze oft ausgefressen und durchbrochen, mit 8 — 10 aussen vortretenden 
Querleisten. Sporen 18 — 27 u, rund oder oval, bräunlichgrün und fein warzig, 
beim Austreten aus der Kapsel anfangs etwas eckig. Reife im Mai. 

An periodisch überrieselten Kalkfelsen im Doblizagraben am TJlrichsberg bei 
Stein in Krain in 500 m; von Pfarrer S. Bobic 1882 entdeckt. S. VII, 12, a) ver- 
größertes Habitusbild, b und c) Bll., d) alte entleerte Kapsel, e) Kapsel mit Deckel, 
f) geöffnete Kapsel, g) Peristomzähne, h) Haube, i) Blattspitze stärker vergrössert; 
gez. nach einem Originalexemplare (comm. J. Breidler). Nach E. v. Wettstein 
auch aus Südserbien bekannt (Bev. br. 1891, S. 15), sowie nach Limpricht von 
J. Weber bei Männedorf am Züricher See in der Schweiz neuerdings steril auf- 
gefunden (Ebh. Kr. FL IV, 3, S. 682). 

4. Gatt. Stylostegium 1 ) Br. eur. 1846. 
Dichtrasige, 7 a -4 cm hohe Felsbewohner mit dichasial und sympodial, 
ziemlich gleichgipfelig verästelten Stengeln. Bll. pfriemlich, mit elliptischer 
Basis und quadratischen Blattflügelzellen. Perichätialbll. hochscheidig. 
Blüten einhäusig, die 5 knospen förmig und mit hyalinen Paraphysen. Kapsel 
auf sehr kurzer Seta eingesenkt, nicht Über die Perichätialbll. emporgehoben, 
ohne Spaltöffnungen und ohne Peristom, nacktmündig. Deckel beim 
Offnen der Kapsel durch die sich verlängernde Columella emporgehoben, lange 
hängenbleibend und erst nach dem Ausstreuen der Sporen mit dem 
Säulchen abfallend. Haube sehr klein kappenförmig, den Rand des Deckels 

Stylostegium caespiticium (Schwgr i Br. eur. Ls4«i. 



, kmhäu* --stielten ; Blüten unter dem Perichätium 

oder in einer Gabelung, mit e,! 

Hullbll. Habituell an l f „- /; 

««*, erinnernde, dichte, bräunlichgrüne, glänzende, bis 4 cm hohe, innen 
1 ,! ' : "'- ■ U — ".irdüin.,.,. rurel, . t mVeeht.-n. zerbrechlichen, nicht filzigen, 
In. Bll. dicht gedrängt aufrecht, aus hohler 
- in einen kürzeren oder längeren, rinniger 
oder nur an der äussersten Spitze mit vi 

Rippe homogen, drei- bi> liinfschiehtnz. I', 1 R > 

mehrere Reihen kurz rektangulär, an den i an er asiJ 

gebräunt, 10 u, darüber schmäler. 6- 8 u, 

Perichätialbll. hoch scheidig und mit k: '~' J*i Tf- 

zylindrisch, mit der kurzen Ochrea etwa so hin- -.U di \u' 



zwischen die Hüllbll. eingesenkt, aufrecht und regelmässig, aus kurzem, dickem 
Halse fast kugelig, derbwandig. ohne Ring, mit aus breiter konvexer Basis 
kurz und schief geschnäbeltem Deckel, entb später kreisei- 

förmig. Sporen 10—16 u. hellgelb und fein gekörnelt. Reife im Juli und 
August. Br. eur., Vol. II, Tab. 113. 

Auf Kalk- und Glimmerschiefer, sowie in humosen Klüften und Spalten kalk- 
freier wie kalkhaltiger Felsen des Hochgebirga von 1800— 2650 m, in den Alpen 
sowohl, wie in Schottland und Skandinavien. S. VII, 4, a) Perichätium mit Kapsel, 
b und c) B1L, d) geöffnete Kapsel; gez. nach einem von J. Breidler in Steiermark 
in 2H0O in gesammelten Expl. 



Meist dichte, nicht verfilzte Rasen bildende, bis S c 
mit fadenförmigen, schlanken, gewundenen und zerbre 
gabelig geteilten Stämmchen. Bll. aus lanzettlicher. 
allmählich pfriemlich, mit deutlich abgegrenzten grö> 
zellen und austretender Rip] Bl t / 1 i 

ausländischen Arten auch einhäusig. Kapsel über das 

den Deckelrand weit überragend. Deckel ohne die Co 
Aussereurup.i .-<■'! , Arten waren nach Jaeger und S 
noch 11 bekannt, hin jetzt sind bereits 24 beschrieben. 



acuta iHuds.) Br. eur. 184»;. 



Zweihäusig in getrennten Rasen: die dicken, knospe 
6 Blüten mit langen, grossen bräunlichen Autheriili« 
Paraphysen und goldbraunen, breit eiförmigen, rasch zug< 



rselben Scheinachs 
ten schwärzliche, 



dem Kai,! ei 

tischen oder kurz rektangulär-bseb 

tr.ü.r.-l/.-llen. Kapsei auf 5-fi 



„■n link- , 

förmisr. oder auch mehr 

..„ Deckel von Urnen] 



. 






Zellen am Urnenrand, am Hals mit grossen Spaltöffnungen. Peristom ar 
ürnenrande inseriert, gelbrot bis rotbraun und glatt, mit breit lanzettlicher 
hier und da durchbrochenen, entfernt gegliederten Zähnen. Sporen 10-15 i 
gelb und sehr fein gekörnelt oder fast glatt Reife im Juni und Juli Br eur 
Vol. II. Tab. 114. 

An feuchten, überrieselten Steinen - ausser Kalk - oberhalb der Baum 

Bergregion herabgehend, auch in Irland, Zentral-Asien, Grönland, CaTada und vlle", 
Staaten Nord-Amerikas, fehlt jedoch im Erzgebirge, Fichtelgebirge und der Ehön etc 
wird schon in Dillen'* bist. musc. 1741 erwähnt. S. VII, 3, a) BL, b und c) Kapseln 
d) Penstomzahne e) Blattquerschnitt: gez. nach von Schimper am Hoheneck b 
den Vogesen und am Feldberg i m Schwarzwald gesammelten Exemplaren 

län ff ere a r r "pr' : "" ^ " 7 ' '""'"' ' * " ,,,ithw " """ ,ocko ™^ Zwergform mi 
langeier rtneme und am Pfriementeil meist deutlich gezähnter scharfer Spitze 

TL T T Q T ^^ ^ h * lbk »a«HgT f auf nm 4 5 mm langer Set, 

oft fast emgesenkter oder nur wenig über die Hüllbll. emporgehobener Kapsel - 
oLta äT • ° d UDd Korsika ( Rev * br - 1884, 8. 90). Weisi* 

diTif' T***" 8cl ' l>r '' bei / welcher die braunen Blattflügelzellen etwas näher ai 

um- t r 2C'l ';!',; ri" rt,r - s t ?7'v'"" '•' '"»■•' " ä*^ 

g) HaWtusbild, gez „acl, A™ In nt T ^ «™ie e) Kapsel und 

!r:r:jt» t Er r = - : •■»•■-• ^-^"r« t*:- *£ 

Fam. VII. Angstroemiaceae. 

geseii£tck;,';! i .:; U! K , 1 1 ;;::: l ;t; 'r 1 , i:,,r ;- -i»..«i-i,.„ a,,,„ ,„,h e ,-e. 

steige,,!», bis " . Iachz,egehg beblätterten,, eiufechem, auf- 

stnn» 1 ig, mit grossem Zentral- 

'■' mit i banden Deutern, kleiner Begleitera-uppe. 

"■ " "•»""'«« k.,,/,1,™ i;,„ :/ , ,,,.„, ,,, ,„,„;,;,„ 

,,-,■,.,1.',;' pdlr ler rektangulär- 

',"~ "".'"' kill lbe,.!,.i,„,j ,„,| : ... || , , . . ' 

">rmig. Kapsel auf gerail t , . . .. klun k.ippen- 

, rj, . . . aufrecht und 

genabelten, Deekel und mit S ».t Btug), m, 

:;,;.; ;■•;- '. ' ^ ; ■ .- .• ; - / , ',! \ ' 

^f™Z", ,!m*!ü ZT.^l[ ,"i . ; " zur Mitt '" 

Platten zusam:: ' einer Reih« ganzer 



breiten, vortretenden C, 
und schwach papillös. 

Familie den Seligeriae. 



att. Angstroemia ] ) Br. enr. 



C. Müller vereinigte hiermit in seiner Synopsis nc 
gehörenden Gattungen M'ow/, ,//,/, Diciiotloittitnn und <>n< 
Brotherus stellt die Gatt. Angtii-onttia mit iHwiwlht 
den Dicranelleen, einer Gruppe der Dicranaeeen zusai 

Seligeriaceen, nach dem Peristom aber auch den Weisiac 
wohl am besten zwischen diesen beiden eingereiht wird, 
die Angstroemiaceen zuerst als besondere Familie aus 
die Seligeriaceen ein. Aussereuropäische Arten dieser Ga 

u. S. bis zum Jahr l S 7 '. ♦ bereits ö bekannt, während bi 



1. Angstroemia longipes (Sommerf.) Br. eur. 1846. 

Weisin Sommerf. 182«. Dieranum jnlaceum Hook. ,V Wila.; cf Rbk Kr. Fl. IV. 

Zweihäusig; die terminalen scheibenförmigen : Blüten mit grossen 
Antheridien und zahlreichen Paraphysen. Habituell ohne Frucht an Anomobrywn 

Pflänzchen mit fadenförmigen, dachziegelig beblätterten, meist einfachen 
Stämmchen, nur selten unter den Schopf bll. sprossend, sondern mehr aus 
Wurzelknöllchen sich verjüngend. Untere Bll. klein, schuppenartig anliegend, 
eiförmig und st t, oder aus gerader Basis elliptisch verlängert 

und mit nur kurzer, stumpfer Spitze, die oberen dagegen grösser, aus mehr 
scheidigem, breit eiförmigem Basalteil in eine längere, etwas pfriemliche stumpf- 
liche Spitze verschmälert mit vor deren Ende verschwindender Rippe. Quer- 
schnitt der letzteren unten mit 2. oben mit 3 basalen Deutern, etwa doppelt 
soviel Rückenzellen, kleiner Begleitergruppe und nur wenigen Steroiden. Blatt- 
zellen im Basalteil etwa 15-20 u, im Pfriementeil nur 8—10 u und dick- 
wandiger. Perichätialbll. scheidig, mehr elliptisch verlängert und mit schwächerer 
Rippe. Haube kappenfönnig. glatt, bis zur Kapselnlitte reichend. Kapsel 
auf 4— 12 mm langer, roter, gedrehter Seta aufrecht, kastanienbraun, fest 
und spröde, derbwandig, klein, kurz oval bis eikngelig, mit aus kegeliger Basis 



gelblichen Spitzen. Sporen sehr ungleich, 12—20 u, olivengrün und glatt. 
Eeife im August und September. Br. eur., Vol. I, Tab. 94. 

Auf lehmigem Sand am Ufer der Hochalpenseen und Wasserläufe in den 
Alpen, von 2300 m mit den Gletscherbächen bis zu 450 m herabgehend, auch auf 
dem Dovrefjeld in Norwegen, sowie in Canada, Grönland, British-Columbien und 
den Rocky-Mountains Nord- Amerikas, im Allg. selten; von Pastor Sommerfeit in 



Norwegen entdeckt. 



Kapsel, d) desgl. 



Haube, e) Peristomzähne, f) Habitusbild in natürlicher Grösse, sowie VII, 
a) unterer, b) oberer, c) stärker vergrösserter Blattquerschnitt; gez. nach ein 



ligor 



vuu a . Graf zu öoims-.Laubach im Engadin in der Schweiz ges. Expl. 

Fam. VIII. Weisiaceae. 

Meist niedrige, durch unter der Spitze austreibende Innovationen 
dauernde, drei- bis mehrreihig beblätterte Moose. Stämmchen gewöhnlich 
Zentralstrang, jedoch ohne Tüpfelgewebe. Bll. trocken mehr oder wei 
kraus, aus halbumfassender, gerader Basis verlängert lanzettlich schmal linear 
bis pfriemlich, mit in der Eegel kräftiger Eippe. Querschnitt der letzteren 
mit meist medianen Deutern ohne Begleiter und mit nur wenig oder nicht 
clifferentnerten Ausstellen, seltener mehr homogen. Blattzellen parenchy- 
matösen unten verlängert 4-6 seitig, chlorophyllarm bis wasserhell, aufwärts 
chlorophyllreicher, oben klein, rundlich-quadratisch und oft dicht pa- 
pillos, selten glatt und niemals mamillös. Besondere Blattflügelzellen nur 
ei tcmnotcema. Bluten knospenförmig, einhäusig oder zweihäusig, selten 

emn r^hl ^T, ***** aüf ***«> gedrehter Seta ^ ^ ™lbll. 
emporgehoben, kurzhalsig, oval bis zylindrisch, aufrecht und regelmässig 
ohne rippenartig vortretende, anders gefärbte Längsstreifen mit lane 
£^*-> Deckel, entleert mitunter schwach faltig 8 R ing bleibend. 2 
stickwTl ^l! TT*Z differeütiierton Zeta gebildet und zuweilen 
stückweise sich abrollend. Peristom oft fehlend und rudimentär o.ler ans 
in gesonderten, einfachen, glatten oder schwach papillösen Zähnen gebildet 
ohne Basilarmembran. Peristomzähne meist aus einer einzig « 7 t 
bcher Aussenplatten gebildet und mit gelblicher, schwächerer "innen schick ' 
an "ZI :f g8tl " ei% i ngete,lt UDd nUr — ^isweise durchbrochen oder 
tretenden O 1 T ^T^' ** aU8Seü > Selten beiderseits schwach vor- 
me^t kl^ 1618 ^ HaUbe ""* ■"*" ->* kappenförmig. Sporen 

es SchTmVe" llTli^ ^T ~^ °^ ht ^ *» tristem legt, als 
Carl Müller zu ,1p„ pL T *' der kann auch die Weisiaceen mit 
allein nicht ^eJ^Z^' »T *? *-*« bei ^ Klassifikation 
Gattungen M> ' ''>" ; ' '<'■•'■ d-n »u-diiiidUchon 
ein emfaehes. ' ' ' ' " '. I »wichen sowohl 

A ."'. *— *-K— ^^2 .die Gattung 

-d d,e u brig8n Galtangen diMer FamUie m ^ ■ £*£"£ 



1. Gruppe. Gymnoweisieae Limpr. 1890. 
Mit terminalen Blüten und nacktmündiger Urne. Nur Gyröueitia 
reßexa besitzt ein mehr oder weniger ausgebildetes Peristom und bildet den 
Übergang zu den Euweisieen. 

1. Gatt. Hymenostomum ) Roh. Brown. 1819. 

Niedrige, der Weisi<i v'uidnht ähnliche, zuw.-ilen ;in Maurrn und in Fels- 
klüften wachsende Erdmoose mit schopfigen Innovationen und nur selten mit mehr 
flagellenartigen, sich niederlegenden sterilen Sprossen. Stämmchen mit Zentral- 
strang. Bll. trocken gekräuselt, nach oben grösser und schopfig zusammen- 
gedrängt, vorzugsweise liDeaManzettlich und ganzrandig, mit kräftiger, stachel- 
spitzig austretender Rippe. Querschnitt der letzteren mit medianen Deutern 
ohne Begleiter, zwei Stere'idenbändern und nicht dinVivntiiertcii Rückenzellen. 
Blattzellen oben im grünen, chlorophyllreichen Teil sehr klein, 7—9 u, rundlich 
4_6 S eitig und papillös, resp. dicht mit niedrigen Papillen besetzt, unten im 
Basalteil rektangulär bis rektangulär-Ü seitig und wasserhell, ohne besondere 
Blattflügelzellen. Blüten einhäusig. Die ursprünglich terminal angelegten 
knospenförmigen Blüten werden durch den unter ihnen hervorbrechenden 
Frachtspross zur Seite geschoben und erscheinen alsdann seitenständig an 
dessen Basis oder in einer Gabelung, sind also später nur pseudolateral. 
Perichätialbll. den Schopf bll. ähnlich, nur etwas scheidig. Kapsel auf ver- 
längerter Seta meist über die Hüllbll. emporgehoben, vorzugsweise ellipsoidisch 
und regelmässig, mit aus flach kegeliger Basis lang geschnäbelt em Deckel und 
ohne Ring. Nach Abfallen des Kapseldeckels bleibt die enge Mündung der 
Urne noch durch das Hymenium, die oben zu einer Haut erweiterte Colu- 
mella verschlossen. Erst durch weiteres Einschrumpfen der Columella entsteht 
eine kleine Öffnung, aus der die Sporen alsdann austreten können (S. II, 17); 
nur bei Hymeuothwn,,,, turfde bildet sich diese Öffnung schon vor dem Abfallen 
des Deckels. Haube lang geschnäbelt, kappen- oder kapuzenförmig. Sporen 
meist grösser als bei der nahe verwandten Gattung Weüia, kugelig und 
feinwarzig. 

Aussereuropäische Arten dieser Gattung waren nach Jaeger und S. bis zum 
Jahre 1879 bereits mehrere bekannt; bis jetzt sind schon mehr al« 40 beschrieben. 

1. Hymenostomum rostellatum (Brid.) Schpr. 1876. 



Einhäusig; die 5 Blüten zuletzt am Grunde des Periciiätiu;.i- mit i s 

\.. ■',.,',,;,.., und nur wvni-en kurzen Paraphysen. Lockere schmutzig- ode; 

büschelig verästelten, nur 2 mm hohen Stengeln 



Bll. feucht allseitig abstehend, trocken gekräuselt, die unteren kleiner, lanzettlich, 
die oberen aus etwas breiterer Basis lineal-lauzettlich, bis 2,5 mm lang 
mit flachem Rand und stachelig austretender Rippe. Querschnitt der letzteren 
... ..1 medmnen Deutern ohne Begleiter, doppelten Stereidenbändern und 
nicht differentnerten Rückenzellen. Blattzellen oben nur 7—9 u und nanilln«. 



oppelt so breit, 2-4 mal so lang 



salteil rektangulär bis rektangu 



k1 wasserbell. Kapsel (o 



nnn , ' n .:;. ? nger 8eta nicht über die Hüiibii. 

andig. ohvenfarben bis bräunlich, ohne Ring, nach Ablösung des nur 'schwer 
►feilende* Deckels noch durch das Hymenium verschlossen 
rta zusammen abfallen 



spater mit d 

i gross, bis über die Kapselmitte reichen 

ylmdriscb. Sporen 13-25 u, rund, gelbbräunlich bis brai 



Waldboden etc. 



zeitigen Frühjahi 
uf Wiesenblössen und schwich W„ 



i wenige, Standorten aus Schlesien, 
eden u. s. w. bekannt; von Bruch 
ntdeckt. Findet sich nach Bescherelle auch in einer 
!e S ' V V' il / B1 " b) Peric,,Stialb "- «»* Kapsel, c und 
m von öruch bei Zweibrücken ges. Originalexpl. 

squarrosum Neea & Hornsch. Br. germ 1823 



sehen mit nach der Fi 
n. oft mehr gW-lmm. 



-Pflänzchen: die knospe! 
lockere, duukel-olivengrün. 
niederliegenden oder kni< 



"1-n ffnuptachse S „ 



Stämmchen. indem 



teilend bis zurückgekrümmt, aus breitere^ eTli Tis eher 



al-lauzettlich, jed 

- .\-t. .,,,,„ii,„i 

schmalem, klei Unienläuge u 



- 161 — 



« a-b-pr,^., „ Th „.„ . Dd ,.: „;-,:;» iL- ~ l ~;- - 

3. Hymenostomum microstomum (Hedw.) R Brown 1819. 

Gymnoatonwm Hechv. J 7»2. ß,-,/«», Dieks. 1801 WV/s/V/ (' Müll hr 

Hampe, Hym. crispatum De Not. [&Bii. s „, ,,/ ,/, , , ". , 

cf. Ebh. Kr. Fl. IV, Xr. 62. ' L ' / " // "' Lmdb ,879 

Einhäusig; die knospen förmigen rj Blüten zuletzt am F- 
sprosses oder in einer Gabelung, mit wenigen eilanzetüichen BüUbll Gelblich 
bis schmutziggrüne, reichlich fruchtende, meist etwas dichten- Rüschen voi 
etwa 5 mm Höhe, mit einfachen oder büschelästigen, aufrechten ^clio r »lior |, e 
blätterten, der Weish rh-Mu/a sehr ähnlichen Stammeln,, Hntere Bll kl,„ 
eilanzettlich, die Schopfbll. feucht flatterig abstehend, trocken kraus und balrii 
eingekrümmt, aus schwach elliptischer Basis lanzettlich verlängert bis lineal 
lanzetthch und stumpf zugespitzt, mit aufwärts stark eingebogenen Blödem 
und stachelspitzig austretender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 4 - 5 mediane* 
Deutern etc. Blattzellen oberwärts rundlich-quadratisch, 8-9 M und beider- 
seits mit kleinen Papillen, im Basalteil bis doppelt so breit rektariguMr-68eiti fi 
und durchscheinend. Kapsel auf 3-5 mm langer, gelber, rechte gedrehter 
keta aufrecht und regelmässig, eiförmig oder ellipsoidisch. oder auch nur 
symmetrisch und etwas buckelig, anfangs olivengrün, später braun bis rötlich- 
braun, mit sehr enger Mündung, nach Abfallen des schief geschnabelten 
-Deckels noch lange durch das Hymenium verschlossen, am Urnenrand mit 
2—3 Reihen kleinerer hexagonaler Zellen, von denen die obere llrih,- gleicl sam 
einen bleibenden Ring darstellt. Haube bis zur Kapselmitte reichend Sporen 
rund oder oval, 20—25 u, bei den ovalen nach dem längeren Durchmesser 
tos 28 u , rötlichbraun, resp. dunkel rostbraun und warzig. Reife im Frühjahr. 
Br. eur., Vol. I, Tab. 16. 

An Waldrändern, auf "Waldwegen, ErdblösseD, schwach berasten Äckern, an 
den Böschungen der Waldwege und dergleichen Standorten in der Ebene und 
niederen Bergregion bis 1000 m durch ganz Europa ziemlich häufig, auch in Nord- 
Amerika, Tunis und Algier verbreitet. S. II, 17 Kapselmund mit dem Hymenium, 
sowie VIII, 10, a) unteres, b) oberes Bl., c— e) Kapseln; gez. nach dahier bei 
Laubach ges . Expll. Die Pflanze findet sich dahier zuweilen in der Gesellschaft 
der täuschend ähnlichen Wm m , ■. [edoch reift letztere gewöhnlich 2— 3 Wochen 
froher. Ändert je nach der Gestalt der Kapsel und der BIL ab als: 

Var. obliqmnn (N. v. E.) Schpr., mit übergeneigter, gekrümmter Kapseh 
kürzerem, mehr kegeligem Deckel und durch von der Mitte an stark eingebogene 
«iattränder fast pfriemenförmigen Schopfbll. (s. VIII, 10, d); 



— 162 — 

var. braehycarpum (Br. germ.) Schpr., mit weniger eingebogenen Blatträndern 
und daher flacheren Bll. und kurzer, dicker, eiförmiger, etwas buckeliger, schief ge- 
schnäbelter Kapsel (s. VIII, 10, c). 

Ferner unterscheidet Schimper eine var. brevirostre mit gerader, regelmässiger 
Kapsel und nur kurz geschnäbeltem, mehr kegeligem Deckel, sowie eine var. elatum 
mit sehr kleiner, von den Innovationen fast überragter Kapsel. 

Yar. planifolium H. Fleisch, mit flachen Bll., hochscheidigen Perichätialbll. 
und nieist regelmässiger, nicht verkürzter Kapsel, welches M. Fleischer am 
15. März 1892 bei Rapallo in Ligurien sammelte, steht nach dem Sporogon 
zwischen der Normalform und braehycarpum und macht fast den Eindruck einer 
besonderen Art. Eine damit übereinstimmende Pflanze sammelte ich am 15. Mai 
1897 dahier bei Laubach an lehmigen Waldwegen, nur war ein Teil der Kapseln 
etwas buckelig. 

4. Hymenostomum tortile (Schwgr.) Br. eur. 1840. 

Gymtiostommn Schwur. 1810. Gym». c<>»Aensatn>n Voit I81u. Writiu C. 3IU11. 1849. 
Weisia involuta Bnd. lhän. \\. romlenm Lind!.. Iis64. }[<Jlia Bmithw. 1*85: cf. Rbh. Kr. 

Einhäusig; die terminal angelegten, später seitenständigen, dick knospen- 
förmigen C Blüten mit 6 aus eiförmiger Basis kurz zungenförmigen HüllblL 
zahlreichen gelbroten Antheridien und wenigen längeren Paraphysen. Etwas 
kräftigere, 1—2 cm hohe, dichte, leicht zerfallende, oben gelblich- oder lebhaft 
grüne, unten rostfarbene, schwach glänzende Rasen mit gabelig geteilten, dicht 
und ziemlich gleichmässig oder unterbrochen kurz schopfig beblätterten Stengeln 
vor. etwas knotigem Habitus. Bll. trocken verbogen und hakig eingekrümmt, 
feucht abstehend, aus elliptischer Basis lanzettlich verlängert und stumpf 
zugespitzt, meist kürzer und breiter und weniger schopfig als bei den vorigen 
Arten, gekielt und aufwärts nach der Spitze zu stark spiralig eingerollt, 
sodass daselbst neben der Rippe ein breiter Streifen der Lamina frei bleibt. 
Blattnppe sehr kräftig, nur als kurze Stachelspitze austretend, an jüngeren 
Bll. weisshch und glänzend, an älteren rötlichbraun, im Querschnitt fast 
bikonvex, mit 4-8 medianen Deutern, zahlreichen nicht differentiierten Aussen- 
zellen und kraftigen, doppelten Stereidenbändern. Blattzellen oberwärts nur 
7 u und beiderseits dicht mit niedrigen Papillen besetzt. Kapsel auf 3-6 mm 
lang-r, .eiber Seta aufrecht, eiförmig oder ellip^dw-i.. v ;i.„iun, mit enger, 
rotheher Mündung, geschnäbeltem Deckel von mindestens halber Kapsellänge 
und bereits bei dem Abfallen desselben dm , lium entleert 

etwas runzelig faltig, dünnwandig, jedoch am Urnenrand fest fünftchichtig und 
mit 4-, Reihen kleinerer quadratischer bis querrektangulärer Epidermiszelleu, 
von denen die obere Reihe gleichsam einen bleibenden Ring bildet Haube 
mtVh 1 T deckend. Sporen 14-17 u. braun und punktiert. Reife 
im Frühjahr. Br. eur.. Vol. I, Tab. 15 und 18. 

Auf Mauern und kalkhaltigem, steinigem Boden in der Sermion des B üd- 

z:Tnr bi : f ° mj seIt r in der gem * z ™> «*?r: ££L 

TJnZZ \ l\ g ! gen T h '"^ S - b ~ dere A ^r und Tunis, sowie 
aus WSeeland bekannt; von Voit bereits 1808 bei Würzburg entdeckt. S. VIII, 13 



c) Kapsel, d) Habitusbild in natürlicher Grösse; 
an bei Lyon in Frankreich ges. Expl. aus dem He 
'/uidr/oim Schpr. mit schmäleren Bll. und fast cyli 



Habituell i 
trocken gekräusi 



und häufig etwas buckelig. Sporen In l."i u. braun und punktiert. 

kalkhaltiger Gesteine. S. VIII, 15, Bl. und Kapsel; gez. nach einem von Ravaud 
bei Grenoble in Frankreich ges. Expl. (comm. F. Renauld). Unterscheidet sich 
von Wema crispata durch breitere Bll. und das Fehlen des Peristoms. und dürfte 
wohl mit tortih v. suhn/Zindrirnnt identisch sein oder dieser var. jedenfalls sehr 
nahe stehen, indem die Pflanze sich fast nur durch die bis zur Basis eingerollten 
längeren Bll. davon unterscheidet. 

Nach Limpricht soll Hym. critpatnm mit Wn.mi crispata identisch sein, 
wohl aber Hym. Midien Bruch als eigene Art betrachtet werden können. Hym. 
tortile und crhpatmn bilden mit Weisia crispata und Tyrrheua Fleischer eine in ein- 
ander übergehende Reihe von Pflanzen, die sich in Bezug auf die vegetativen Organe 
ziemlich nahe stehen und mehr durch das Sporogon, durch die Ausbildung des 
Peristoms und Ringes von einander unterscheiden. Während das Peristom bei Hym. 

vorhanden, bei Weisia Tyrrhena dagegen nicht nur vollständig, sondern auch noch 
ein mehr oder weniger differenzierter Ring am Urnenrande ausgebildet. Die Zeichnung 
der Br. eur. Vol. I, Tab. 19 stimmt nach den Bchmäleren Bll. mehr mit dem Bl. 
von Weisia crispata (s. VIII. s>a) überein. 

linealen bis fast spateiförmigen, flachrandigen Bll., sehr kräftiger, kurz stachel- 
spitzig austretender Rippe, kleinen, dickwandigen, undeutlichen, warzigen oberen 
Blattzellen und bleich gelblicher, aufrechter, kleiner, regelmässiger, ellipsoidiseher 
Kapsel mit lang und dünn geschnäbeltem Deckel — welches Schimper bei Abi 
in Frankreich an Kalkgeröll neben Weisia viridula und Triehostomttm crispuhtm ge- 
sammelt hat -- besitzt nach den von mir untersuchten Kapseln ein rudimentäres 
Peristom und gehört nach Limpricht, resp. Rbh. Kr. Fl. IV v. 1890 zu TricJw- 
stomum mutahde. 8. VIIT. 17: gez. nach einem von Philibert ges. Schimpersehen 
Originalexpl. 






2. Gatt. Gymnostomum ! Hedw. L787. 

Durch wiederholt gabelige Teilung und einige Wurzelhaare am Anfang 
der Innovationen zu dichten Easen verbundene, vorzugsweise Kalk liebende 
Felsbewohner mit runden dünnen Stengeln. Stämmchen mit schwachem 
Zentralstrang. Bll. der Innovationen nach oben allmählich grösser, nicht 
kraus, trocken nur verbogen oder eingekrümmt anliegend, feucht aufrecht 
abstehend bis zurückgebogen, aus mehr oder weniger durchsichtiger, kaum 
breiterer Basis lanzettlich bis lineal-lanzettlich, etwas kielig, mit flachem, 
nur durch Papillen etwas kerbigem Band und kräftiger, meist vor der Spitze 
Terechwmdender, papillöser Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2 — 6 medianen 
Deutern ohne Begleiter, 1—2 Stereidenbändern und ziemlich differentiierten 
Aussenzellen. Blattzellen oben klein rundlich-quadratisch, 7—12 u und dicht 
papillös, nach der Basis zu mehr rektangulär bis rektangulär-6 seitig, gelb- 
wandig und etwas breiter. Blüten zweihäusig, die anfangs terminalen, zuletzt 
pseudolateralen c Blüten mit fadenförmigen Paraphysen. Kapsel auf gelber, 
3—8 mm langer gedrehter Seta emporgehoben, aufrecht und regelmässig, glatt 
oval bis verlängert ellipsoidisch, mit geschnäbeltem Deckel, dünnwandig, ohne 
Per ist om, entdeckelt gestutzt und rotmündig, mit mehreren Beihen quer- 
rektangulärer Zellen am dünnen, einschichtigen ürnenrand, von denen die oberste 
einen bleibenden Ring darstellt und mit nur einer Reihe normaler, phanero- 
porer Spaltöffnungen am kurzen Halse. Haube schmal kappenförmig, bis zum 
Schnabel einseitig gespalten. Sporen klein, 8—14 u. 

a. dieser Gattung sind nur 3 bekannt. 

1. Gymnostomum rupestre Schleich. 1807. 

i häusig. Dichte, meist 3 cm, jedoch auch bis 8 cm hohe, oliven- 
unlichgrüne, unten rostfarbene Rasen mit mehrfach gabelig ge- 
nden Stengeln. Bll. aufrecht abstehend, nur wenig zurückgebogen, 
ekrümmt, die unteren kleiner und lanzettlich, die oberen aus 
r Basis !ii,,l-;,. : /,rr;: L kurz gespitzt oder stumpflich, 
deuthcl jekielt und dicht papillös, mit kräftiger, in der Spitze ver- 
schwindender, resp. mit oder vor der Spitze endender, bräunlicher Rippe. 
Querschnitt der letzteren aufwärts fast bikonvex, mit differentiierten Aussen- 
W !T t~* T diailen DeUtern Und do PP elten *- -.■"icl.t,«Hn St,iVnlenb;,ndeni. 
Blattzellen oben s-1. u . etwas dickwandig, rundlich quadratisch und beider- 
? eit f ,llCht m i* »adrigen Papülen besetzt, an der Basis rektangulär und kaum 
breiter, am Rand über der hell ren B m R iien pf ei i ern 

ähnlich wie bei Anodn,. Perichätialbll. kaum verschieden nur an der Basis 
etwas scheidig. Kapsel auf gelber, 4-8 mm langer, unten rechts oben links 



v lerer, k ai 



gedrehter Seta aufrecht, oval oder rann und dünn- 

wandig, mit kurzem Hals und aus kegeliger Basi- kurz und dick geachnäbeltem 
Deckel von höchstens halber ürnenlänge. entdeekelt gestutzt, unter der Mündung 
nicht verengt, mit 4 — »> Reihen kleiner, quadratischer bis qnerrektanguliirer. 
roter Zellen am rrnenraud. jedoch . »hn-- eigentlichen Rinn. Sporen In — 14 u. 
gelblich und gekörnelt. Reife im August und September. Br. eur. Vol. I, 
Tab. 33 und 34. 

In feuchten Felsspalten der Schiefer- und Granitgebirge und insbesondere kalk- 
haltiger Gesteine von der niederen Bergregion bis in die Alpen in 3750 m durch 
fast ganz Europa von Lappland bis nach Spanien hin hier und da verbreitet: von 
Schleicher in der Schweiz entdeckt. Nach Renauld und Cardot auch aus 
Labrador, Canada, Neufundland, den östlichen Staaten Nord-Amerika^, den Rocky- 
Mountains und British-Columbien bekannt, sowie von Arne II 
Mjelnitsa in der mittleren und nördlichen Waldivirnm Sibiriens ne>anmie]t. Nach 
Brotherus auch im Kaukasus und auf den kanarischen Inseln. 8, VIII. t). ■) Bll. 
b) Kapsel, c) Habitusbild in natürlicher Grösse; gez. nach einem von Schimper 
in den Vogesen ges. Expl. 

Var. rainos/ssiutiiin Sehpr., eine kleine, dichtrasige, stark verästelte oliven- 
grüne Form mit kürzeren Bll. und kleiner kurz gestielter Kapsel — in den oberen 
Vogesen, den Pyrenäen, sowie Norwegen und Schweden; 

var. comp actum Schpr. in dunkleren, unten rostroten, dichten Basen mit 
breiteren kurzen Bll. und kleiner, länger gestielter eiförmiger Kapsel — an feuchten 
Schieferfelsen in der Schweiz und auf dem Dovrefjeld Norwegens; 

var. stellig erum Schpr. eine lockerrasige, bis 8 cm hohe, an HymenostyUwn 
erinnernde, grössere Form mit längeren, feucht fast zurückgekrümmten Bll. und 
schief geschnäbelter Kapsel — am Giessbach und Via-mala in der Schweiz, sowie 
bei Salzburg und Gastein. Obere Bll. etwa doppelt so lang als in der Zeichnung 



Kr. FL. TY. Nr. 65 und IV. 3, S. 641. 

Zweihäusig. Dichte, nur % bis 2 cm hohe, lebhaftgrüne, resp. oben 
spangrüne unten rostgelbe Raschen mit zarteren, dünnen Sten-Hn. Bll. etwas 
zurück gebogen abstehend, minder derb und meist etwas kürzer, als bei 
voriger Art, die oberen schmal linearisch oder linearzungenförmig und stunipf- 
lich. seltener kurz gespitzt, schwach gekielt, mit weniger kräftiger, schwächerer, 
gelber, vor der Spitze verschwindender Rippe. Die Bll. der kleineren 
Pflänzciien. denen von Gyroic^ia tenni* oft täuschend ähnlich, während die- 
jenigen grösserer Pflänzchen sich schon mehr denjenigen der vorigen Art 
nähern. Querschnitt der Rippe mit ditferentiierten Aussenzeilen. meist i> medianen 
Deutern und nur einem kleinen Stereidenband. Blattzellen oben meist nur 
6—7 u. rundlich quadratisch und papillös, an der Basis rektanguiär bis 
verlängert rektanguiär. Kapsel auf 3-5 mm langer, gelber, schwach rechts 
gedrehter Seta aufrecht, klein, kurzhalsig, oval oder länglich elhpsoidisch, hell- 



— 166 — 

braun, dünnwandig und rotmündig, mit aus rotrandiger kegeliger Basis spitz 
und schief geschnäbeltem Deckel von mehr als halber Urnenlänge, entdeckelt 
gestutzt und dicht unter oder gegen die Mündung hin schwach verengt, am 
Urnenrand mit etwa 6 Beinen querrektangulärer Zellen, von denen die oberste 
gleichsam einen bleibenden King bildet. Sporen 8-10 u, gelblich und glatt. 
Reife im Sommer. Br. eur. Vol. I, Tab. 32. 

Auf Nagelflue und verwitterten Kalkfelsen, an Mauern und kalkhaltigen Ge- 
steinen durch die Hügel- und Bergregion des mittleren und südlichen Europas, vom 
mittleren Deutschland nach Süden zu, in der Alpenkette häufig, sowie auch aus dem 
Kaukasus und Himalaja, Algier und Tunis, Nord- und Süd-Amerika, Neuseeland 
und Tasmanien bekannt und von Arn eil bei Stolba in der mittleren Waldregion 
Sibiriens gesammelt: von Hornschuch und Punck 1823 bei Salzburg und München 
entdeckt. S. VIII, 7, a u. a') BU, b u. c) Kapseln, d) Habitusbild in natürlicher 
Grösse, sowie XLIX, 4, a) Spross, b) Laubbl., c) Schopfbl., d) Kapsel; gez. nach 
von Seh im per im Schwarz wald und bei Salzburg ges. Expll. 

Var. Unellum Schpr., eine sehr kleine, minder dichtrasige, weiche Form mit 
stumpflichen, von den Schopfbll. kaum verschiedenen, nicht scheidigen Perichätialbll. 
und kiemer, engmündiger Kapsel — bei Genf in der Schweiz und im südlichen 
r rankreich: 

var. intermedium Schpr., mit aus elliptischer Basis verlängert lanzettlichen, 
stumpfen Schopfbll. und ellipsoidischer, trocken fast zylindrischer Kapsel mit pfriem- 
lich geschnäbeltem Deckel - in Sardinien und dem südlichen Frankreich; 

var. brem^oUum Schpr., mit sehr dünnen, ästigen Stämmchen, kurzen, gekielten 
BU mehr scheiden Perichätialbll. und kürzerer, eikugeliger Kapsel - bei Toulon 
m Frankreich und in Bosnien. S. XLIX, 4 e) Habitusbild, f) Bl ; gez. nach einem 
deL/fi ♦'• - a ü f f 0hlensand8tein bel K™lup ^ Böhmen ges. sterilen Expl., 

dessen Besümmung jedoch noch zweifelhaft ist, indem die Pflanze mehr den Eindruck 
Z?^ 19!^ UnVOllStäDdiger EDtwicklU ^ »"* ( D - B °t. Monatssclm Nr 1 

J" 9™*e Breidler, eine 2,5 cm hohe, sterile Form mit etwas weiterem 
z,eunetz _ an Strassenmauern der Radstädter Tauern in 1300 m 

ähnlic ZZl t^T^ PfläDZChen 8iBd ^^ 6ißer °^^ oft «u-chend 
ähnlich «ahrend sterile grossere Pfiänzchen mehr an die vorige Art erinnern, von 
der «e sich jedoch durch schwächere Bippe der Bll. unterscheiden. 

3. Gatt. Hymenostylium Brid. 1827. 
Im Allgemeinen nach Habitus und Blütenstand mit der vorigen Gattung 
übereinstimmend, unterscheidet sich diese G \ , T 

v^rhbVw b' ,y -r' le irV Ue 7 rMeibt UIld dieselb e bei feuchtem Wetter 
:h mit dem Säulchen zusammen abfällt. Periston 



„ MVUX , U zusammen ai 
ohne Spannfäden. Spaltöffnungen normal am Halsteil. 



Zu dieser, von Bridel auf li'/miioxtoutiiiH .f'iiit/iorarj'inn lli 
gegründeten Gattung hat Lindberg zuerst die einzige hierher gehörei 
Art gezogen; ihm folgte später Limpricht. Ausländische Arten 
sind noch 16 bekannt, In „Genera muscorum" von 1901 stellt Car 
Gattung neben Hyvphila zu den Pottiaceen, jedoch unter der ausdn 
kennung, dass man sie auch zu den Weisieen bringen könne. 

1. Hymenostylium curvirostre (Ehrh.) Lindb. L864 



2—6, jedoch mitunter bis 12 cm hohe, von rötlichen Wurzidlmaren verwebte, 
und oft mit Kalktuff durchsetzte Rasen. 1511. feucht etwas Bteif und gerade 
aufwärts abstehend, trocken einwärts gebogen, lansettlich and schar! zn- 

aufwärts gekielt, glatt und flachrandig, und mit bräunlicher, meist vor der 
Spitze verschwindender Rippe. Querschnitt der letzteren mit wenigen Bauch- 
zelleu, etwa 8—9 differenzierten dickwandigen Rückenzellen. '1 4 medianen 
Deutern und einem schwachen unteren Stereidenband. Blattzellen glatt oder 
nur schwach papillös und daher durchscheinend, dickwandig, rektangnlär bis 
rhomboidisch, aufwärts nach dem Rand zu fast quadratisch, nach der Rippe 
zu etwas länger, 6—10 u und 2-4 mal so lang als breit, auch mit quadratischen 
und selbst 3 eckigen vermischt, in der Spitze teilweise schmäler, an der Basis 
verlängert rektangulär, wasserhell und meist 10-15 u. Perichätialbll. gezähuelt, 
das innerste kleiner und mit verschwindender Rippe. Kapsel auf 3—10 mm 
langer, gelber, unten rötlicher, gedrehter Seta aufrecht und regelmässig, verkehrt 
eiförmig oder fast kugelig, derbwandig, rötlichbraun, mit pfriemlich geschnabeltem, 
mit der Columella abfallendem Deckel von Urnenlänge, entleert gestutzt. 
birn- bis kreiseiförmig und matt glänzend. Haube bis zur Kapselmitte 
reichend, mit bleichgelber Basis und brauner Spitze. Sporen ^"^ u > jelb- 
and feinwarzig. 



Sommer. Br. eur. Vol. I. 



feuchtem, kalkhaltigem Fels-Gestein, namentlh 






Kalktuff, von der niedern Bergregion bis in die Alpen m * a ,v m v~~» 
Ostindien und Nord-Amerika) verbreitet, vorzugsweise m den Zentralalpen fehlt 
jedoch in Schlesien und Thüringen, sowie im Erz- und Fichtelgebirge: von Ehrhart 1787 
an Gypsfelsen im Harz entdeckt. Nach Renauld & C ardot aus Canada den 
Rocky-Mountains, Idaho, British-Columbien, den östlichen und B 
sowie dem nordwestlichen Territorium Nord- Amerikas bekannt; «» 
bei N. Tunguska und von J. Sahlb 



, gesammelt. S. VIII, 5, a) B1L, b) geschlossene, c) bereits geöffnete Kapsel 



mit Deckel; gez. nacl 
Ändert mehrfach ab: 



der subarktischen Region 

;) bereits geöffnete Kapsel 

Bern in der Schweiz ges. Expl. 



Zellen von 7- 
gebiete und in Skandi: 



— 168 — 

scabnim Lindb. mit durch Papillen mehr oder minder rauher Stengel- 
feucht etwas zurüekgekrümmten, kürzeren und breiteren papillösen Bll. 
;s etwas regelmässigeren rundlich-quadratischen und kurz rektangulären 
vie mit etwas kleineren Sporen von 10—15 u im Alpen- 

var. cataractarmn Schpr. in dunkelgrünen, bis 8 cm hohen Rasen, ohne Papillen, 
mit glatten Bll., sehr kräftiger Rippe (mit 4-6 medianen Deutern und oft 
doppeltem Stereidenband), und mit schwarzbrauner, fast kugeliger Kapsel mit rotem 
Deckel — am Rheinfall bei Schaffhausen, Bodensee u. s. w., sowie überhaupt mehr 
iu der Ebene; 

var. pallidisetum Schpr., mit mehr schopfig beblätterten Innovationen, kürzeren 
lmeal-lanzettlichen Bll., und kleiner, eiförmiger Kapsel auf bleicher Seta — in 
den Alpen. Sterile Pflanzen lassen sich nach Limpr. durch den 3 kantigen Stengel- 
querschnitt von ähnlichen Gpnnostomum-Fovmen leicht unterscheiden. 

4. Gatt. Gyroweisia i Schpr. 1876. 
I* Habitus und Blutenstand mit Gymnottamum übereinstimmende, sehr 
kleine Felsbewonner, die sich von jener Gattung vorzugsweise durch einen 
breiten, meist stückweise sich ablösenden, 2-3zellreihigen aus differen- 
zierten, zum Teil sehr weitlumigen Zellen gebildeten Ring am Rand der 
Urne, sowie die hwach hoinogene Rippe der m unterscheiden 8tfimmchen 
iimd und ohne Zentralstrang. Bll. linealisch, an der Spitze abgerundet 
mit schwacher^ aus gleichförmigen Zellen gebildeter, vor der Spitze ver- 
tfZ L ^ ü ? P8el mlt elner Eeihe n ° rmaler ' Phaneroporer Spalt- 

oder fehlend. ^^ ^ ^^ P -istom rudimentär 

Bildet schon mehr den Übergang von den Gymnoweisieen zu den Enw*i««m 
Aussereuropäische Arten sind bereits 11 bekannt. ^uweisieen. 

5 (Schrad.) Schpr. 1876. 
'■- Müll. 184!», Trichostomun 
■ ßbh. Kr. Fl. IV. \> m 



'z:itä^£:;:™':*T??>>^'»- 



grin« rt- lt El AuS f e * h ° tC ' me ' St ° Ur Weni 8 e mm hohe . *****», sammet- 
^ormi„„ud m H s t° 7 T h ° hen I " noratiM ™- untere Bll. klein, 

l'Sld, 1 iTf ' ""««»förmigerSpiUe, die oberen verlängert, mehr 

Lei den stumpflich , ge" t^Tn W bis , T* ™"*™<^« und nnr 

■ v ,>, r , .; • ' ::,;,r ! " |Jii "- " b *ärtB mehr rektanguliir bis ver- 

längert rektang .. . Q tauguiar ois vei 

P* ichüriaibl i> übe] li, Mit. ) L - UU %v ' l ^ i! "' ;1 - 



fast cylindrisch, hellbraun oder braun, ziemlich dünnwandig, rotmündig, mit 
kegeligem oder kurz und dünn geschnäbeltem Deckel und grosszelligem, 
breitem differentiiertem Ring. Die grösseren Ringzellen sind oben nicht 
kantig, wie bei Weimi Tyn-hma, sondern mehr elliptisch abgerundet. Peristom 
fehlend. Haube i A der Kapsel bedeckend. Sporen 8—10 u. hellgelb bis 
bräunlichgelb und glatt, zuweilen auch 10— 15 u. sattgelb und fein gekörnelt. 
Reife im Mai und Juni. Br. eur. Vol. I. Tab. 30. 

Auf kalkhaltigen Sand- und Sehiefergesteinen, namentlich auf Molaase, aber 
mich an Mauern und auf kalkhaltigem Sand in der Hügel- und Bergri 
in der Ebene, in den Alpen bis in 1400 m; von Sehrader 1796 an Sandstein- 
felsen bei Göttingen entdeckt. Nach James & Lesquereux auch ans Oanada in 
Nord-Amerika, sowie nach Brotherus aus Tunis bekannt. S. VIII. 11. a) .junge 
Pflanze, b) Kapsel, c) Habitusbild in natürlicher Grösse; gez. nach einen, von 
P. Culmann in der Schweiz ges. Expl. 

Var. badia Limpr. mit schwach papillösen Bll., bräunlicher liippe. ellipsoidi-cher. 
kastanienbrauner, derbwandiger Kapsel hü glänzendem, dunkelbraunem Deckel 
und grösseren (14 — 18 u) gelbbraunen, warzigen Sporen — in der Schweiz, 
Baden, Württemberg etc. an Sandsteinfelsen und Nagelflue. 

2. Gyroweisia reflexa (Brid.) Schpr. 1876. 

Gipnnostomiu» irret/turn Ural.. Trlchosh.HtH», Limll. . Hast« Hri-1 
Schpr. 1856; cf. Schpr. Syn. ed. II. 8. 39 and Jgr. & S. 69 ,«■. S. 289. 

Steht der vorigen Art im Allgemeinen sehr nahe und unterscheidet sich 
von derselben vorzugsweise durch das rudimentäre Peristom. feucht stärker 
zurückgekrümmte, stumpfe Bll. und kräftigeren Habitus. Perichiitialbll. 
aus gelber, breiter, bis zur Mitte scheidiger Basis allmählich zungenförmig 
verschmälert, mit abgerundeter Spitze. Blattzellen der gelben Basis ziemlich 
dickwandig, verlängert rektangulär bis rektangulär-6 seitig, im oberen Teil des 
Bl. rundlich bis rundlich-quadratisch und nur 7—9 u. Kapsel auf 5— < mm 
Janger, gelber Sei i uifrecht k irzh ilsisr. vei mrert ellips.ddis. li ' is fast cylindrisch, 
mit kegeligem, schiefem Deckel und 3 zellreihigem grosszelligem Ring. Peristom- 
zähne rot, lineal-lanzettlich mit zusammenfliessender Basis, zuweilen an der 
Spitze gespalten und an den über den Eing vorragenden 2—4 Gliedern stark 
papillös. Sporen 8-10 u. Reife im Frühling. Br. eur. Vol. I, Tab. 24. 

Auf kalkhaltiger Erde und verwitterten, feuchten Kalkfelsen im südlichen 
Frankreich und in Algier. S. VIII, 12, a) vergrößertes Habitusbdd. b> Kapsel. 

c) Peristom und Ring, d) Habitusbild in natürlicher Grösse, et Kapseldeckel; gez. 
nach einem von Salzmann bei Montpellier ges. Expl. (comm. ßenauld). Wurde 
auch von Philibert bei Abc in Frankreich gefunden (Rev.br. 1884, S 24). 

txyvoweitia o^lifullo Philib. (Rev. br. 18H2. S. :i), welche 
Bex in der Schweiz im Thal von Avancen in Gesellschaft von 

ralcareum und S 'w.-, /■• , '/„ entdeckt hat, soll sich von den beiden vorhergehenden 

Arten durch schi «gespitzte obere Bll. mit fein gezähntem Spitz, 

fast cylindrische, lange, an der Basis nur kurz gespaltene Haube und k 

ovale Kapsel unterscheiden. S. L, % a) unteres, b) oberes BL, c) Penchatialbl., 

d) Kapsel, e) Kapselring; gez. nach einem Origmalexpl. 



2. Gruppe. Pleuroweisieae Limpr. 
Mit seitenständigen zweihäusigen Blüten und nacktmündiger Urne. 
Beiderlei Geschlechtsorgane befinden sich am Gipfel achselständiger, am Grunde 
mit "Wurzelhaaren versehener Kurztriebe, knospenförmig von Hüllbll. umschlossen. 

1. Gatt. Pleuroweisia r ) Limpr. 1884. 
Zu dichten, bis 2 cm hohen Rasen vereinte, einer hochstämmigen Gyro- 
iceisi<( habituell ; ner mit seitenständigen, am Grunde mit 

Wurzelhaaren besetzten Blütensprossen. Stämmchen rund mit undeutlichem 
Zentralstrang. RH. aus etwns breiterer Ii;oi- linealisch bis zungenförmig, an 
der Spitze abgerundet, mit flacher, 3 — 4 schichtiger, homogener, unter der 
Spitze verschwindender Rippe. Blüten zweihäusig, gemischtrasig, ö wie Q 
terminal auf achselständigen Kurztrieben. Haube schmal kappenförmig, 
nur bis an den Rand des Deckels reichend. Kapsel auf gerader, gedrehter 
Seta emporgehoben, aufrecht und regelmässig, mit deutlichem Hals, geschnäbeltem 
Deckel und aus 2—:] Reihen kleinerer Zellen gebildetem, bleibendem, nicht 
differenziertem Ring, jedoch ohne Peristom. Nur in einer Art bis jetzt 
bekannt. 

1. Pleuroweisia Schliephackei Limpr. 1884. 

'<"»i Schliepli. IK85. Awjerhinuinw Limpr. in litt.: cf. Rbh. Kr. 
Fl. [V. Nr. 68. 

Zweihäusig, gemischtrasig. mit aHix-Ktüiidiiien Blutenknospen, res]». 
Sprossen: die d Blütenknospen mit breit eiförmigen, spitzen, zartrippigen 
Hüllbll, die schlankeren ; mit grösseren, zugespitzten, scheidig zusammen- 
gewickelten inneren Hüllbll. Von kalkhaltigem Gletschereand <lurchsetzte, 
bis 2 cm hohe Raschen mit nicht zerbrechlichen, schlanken, scheinbar zwei- 
seitig dicht beblätterten, runden Stengeln. Bll. aus nur wenig breiterer Basis 
fast zungenförmig, kurz linealisch mit stumpfer oder abgerundeter Spitze, ganz- 
randig. kielig. mit längs umgebogenem Rand und flacher, unter der Spitze 
verschwindender gelblicher Rippe. Querschnitt der letzteren 3-4 schichtig, 
mit homogenen, dickwandigen Zellen, ohne eigentliche Deuter. Blattzellen 
aufwärts klein, quadratisch oder rundlich-quadratisch, s iO u. und beiderseits 
dicht mit niedrigen Papillen besetzt, an der Basis etwas breiter, 10— J4 u, 
mehr rektangulär und glatt. Innere Pericl Ltial ,: a ;, id g zusammengewickelt 
und meist zungentörmig zu-^pitzt. Kapsel auf 2,5 mm langer, unten rechts, 
oben links gedrehter gelber Seta aufrecht, oval bis verkehrt eiförmi* dünn- 
wandig, rotmündig, mit aus flach gewölbter Basis schief geschnäbeltem Deckel 
von ürnenlänge und deutlichem Halse, entdeckeil gestutzt mit etwas erweiterter 
Mündung und faltigem Hals, fast kreiseiförmig, im Alter schwarzbraun. Haube 
nur bis zum Urnenrand reichend und am Deckel lange hängen bleibend. 
Sporen 10—12 u, gelb oder bräunlich und , rlatt Rrl ^ 

im Juli. ° 



An periodisch überrieselten, kalkhaltigen Felsen im GHetecherwmd bei l'oniersina 
im Engadin in der Schweiz; von Dr. H. Graf 1883 entdeckt. 8. IX. I . 
Habitusbild, b) BL, c) seitenständiger Fruchtast, d) Kapsel mit Deckel, e) desgl. 
ohne Deckel; gez. nach einem Originalexpl. (conim. C. Warnstorf). Soll von 
Brotherus auch an Felsen von Jurakalk im Kauua-us getundeu worden sein. 

2. Gatt. Anoectangium 1 ) Hedw.) Br. eur. L846. 
Kräftige, bis über S cm hohe Felsbewohner in schwellenden, mehr 
oder weniger verfilzten, oben lebhaft- oder bläulichgrünen, unten rostfarbenen 
oder gelblichen Rasen mit wiederholt gabelig geteilten und verästelten Stengeln. 
Stämmchen im Querschnitt :i— 5 kantig, mit schwachem Zentralstrang und 
substereiden Eindenzelleii. Blüten zweihnusig und seitenständig, die wie 
knospenförmig auf kur/.en achsillären Seitentrieben, welche an ihrer Basis 
gewöhnlich mit Wurzelhaaren besetzt sind. Bll. lanzetthel, Ins lineallauzettlieli 

der letzteren mit basalen oder medianen Deutern. Blattzellen oherwärts 
klein, rundlich 4— «iseitig und papillüs. im Basalteil rektangular oder verlängert 
rektangulär bis rektanguiär-6 seitig. Kapsel auf etwa 1 cm langer Seta aufrecht 
und regelmässig, verkehrt eüänglich, resp. eliipsoidisch oder eikugelig, mit 
kurzem, dickem Hals, sowie mit aus flach gewölbter, breiter Basis lang 
geschnäbeltem Deckel, nicht mit differenziertem, sondern mit nur klein- 
zelligem, bleibendem Ring und ohne Peristom, am Hals mit 1 oder 2 Reihen 
normaler Spaltöffnungen. Haube kappenförmig, lang und dünn geschnäbelt, 
meist bis zur Kapselmitte reichend. Sporen klein, gelblieh und glatt. 

Lindberg und Limpricht trennen diese Gattuug in Anoectangium und 
Molendoa je nachdem die Blattrippe nur basale oder mediane Deuter 
iedoch nicht notwendig scheint, da ich 



einzelne 



i Deuter gefunde 



aloger "Weise Du 



•eise rherüänge stattfinden. Auch müsste 
,oisin n'rrata und crismda in besondere 



Gattungen trennen. Aussereuropäische Arten dieser Gattung waren nach Jaeger 
und S. bis zum Jahr 1879 bereits 23 bekannt, ja bis jetzt sind schon mehr als 
ra v. w ' fc TSrotherus stellt m milien die tjatt. 

lel^l Orthotrichaceen, die Gatt. Molendoa aber zu den Pottiaceen. 
A. Eu- Anoectangium. 
Querschnitt der Rippe mit basalen Deutern. 

, Schwer, is LI. 



isig mit achselständigen Blüten. 
ternde, weiche, schwellende, lebhaft 



braune, durch Wurzelhaare verfilzte Rasen mit brüchigen, dünnen und 
schlanken, wiederholt gabelig geteilten und durch die herablaufenden Blatt- 
rippen unten 5 kantigen Stengeln. Bll. dicht gestellt, am Ende der Sprossen 
etwas grösser, trocken an der Spitze eingekrümmt oder spiralig anliegend, 
feucht aufrecht abstehend, aus gerader Basis i settlich, gekielt und scharf 
zugespitzt, papil ig, mit gelber vor oder mit der Spitze endender 

Eippe. Querschnitt der letzteren in der Regel mit 4—6 basalen Deutern, 
differentiierten Rückenzellen und sterei'den Innenzellen, zuweilen auch mit 
einzelnen medianen Deutern. Blattzellen derbwandig, oben klein rundlich 
quadratisch bis 6seitig, 6 — 8 u und beiderseits sehr papillös, an der Basis in 
nur wenigen Reihen kurz rektangulär und etwas breiter, etwa 10 u. Bll. des 
Perichätialastes an der Basis klein, aufwärts allmählich grösser; die inneren 
Perichätialbll. bis über die Mitte fast scheidig, glatt und schmal zugespitzt. 
Kapsel auf gelber, 6—12 mm langer, rechts gedrehter Seta mit dem kurzen, 
deutliehen Halse verkehrt eilänglich, dünnwandig, hellbraun und rotmündig, 
mit dünn und lang geschnäbeltem Deckel, mehreren Reihen querrektangulärer 
Zellen am Urnenrand und zweireihigem, kleinzelligem, teils am Deckel, teils 
au der Urne hängen bleibendem Ring, entleert mehr oder weniger weitmündig. 
Sporen in— 14 u, bräunlich und glatt. Reife im Sommer. Br. eur. Vol. I, 
Tab. 37. 

An feuchten Gneiss- und Schieferfelsen in den Pyrenäen und in der Alpen- 
region ganz Europas, seltener in der Bergregion, von 80(1—2600 m; geht in Nor- 
wegen und Schweden bis in die Ebene herab und findet sich auch' in Grönland, 
in Nord-Amerika und in Neu-Seeland. S. IX, 5, a) vergrößertes Habitusbild, b und 
c) Blattquerschnitte, sowie VIII, 3, a) Bl., b) entdeckelte Kapsel, c) Kapsel mit 
Deckel und d) Habitusbild in Datürlichei Grösse; gez. nach einem von Schimper 
m den Salzburger Alpen ges. Expl. 

\ ar. l>rertiohtf, n Jur. in niedrigeren, dichten Rasen mit kürzeren Bll. 

im schlesiich-mährischen Gesenke, der Tatra und Tirol u. s. w., in höheren trockenen 
Lagen bis 2900 m. 

B. Molendoa Lindb. 1878. 

Querschnitt der Rippe mit zahlreichen medianen Deutern, doppelten 
Stereidenbänderu und differentiierten Aussenzellen. 

™.rigi« H - >,,; „ ,, .„.„, H: . _ „ ,,,;, 

Zweihäusig, gemischtrasig. Weiche, schwellende, oben etwas bräunlich, 
grüne abwärts hell rostbraune, bis 10 cm hohe Rasen mit gleichmassig 
beblätterten, nut einigen Wurzelhaaren besetzten Stengeln. Stammquerschnitt 
o kantig, mit grossem, im Alter gelblichem Zentralstrang. Bll trocken einwärts 



gekrümmt und gedreht, w u- i 



aufgerichteten Spitzen abstehend, 



eiförmigem oder elliptischem, aufwärts am Kand gezähneltem Basaiteil 
rasen lang nnmg-pfriemenförmig, mit oben oft zweischichtiger Lamina und sehr 



breiter, den oberen Pfriementeil fast ganz ausfüllender hi] 
der letzteren mit bis 10 medianen Deutern und doppelten Sten 
Blattzellen aufwärts vorzugsweise rundlich-quadratisch. L0 
mit nur niedrigen Papillen besetzt, im Basalteil nach di-r Hi] 
rektangulär bis rektangulär-G seitig, nach dem gesägten Kami in 
Innere Perichätialbll. aus scheidiger Basis rasch pfriemento 
austretender Rippe und abwärts mehr hexagonalen. dünnv 
Kapsel auf bis 8 mm langer, glatter, gelber bis rötlichge b< 
vationen kaum überragend, eikugelig bis verkehrt eiförmig, e 
mit kurzem Hals, sehr langem, rotrandi-rem. srhief gesclmäbo 
2— :? zellreihigem, kleinzelligem, bleibendem King, entdrrk.lt 
mündig, entleert an der Mündung erweitert, am Unis mit 
normaler Spaltöffnungen. Haube nach Jur. bis an den 1 
reichend. Sporen 10—12 u. braun und fein gekörnelt. Rein 
September. Br. eur. Vol. I. Tab. 38. 

in den Alpen, von 1600 -:>:i0l> m; von Hornschuch am (-Jüssn 
bei Heiligenblut in Kärntlieu lSHi entdeckt und im Allgenieimm 
in Skandinavien. S. IX, 4, Blattquerschnitt, sowie VIII, 9, a) Pei 
deckelte Kapsel, c) Kapsel mit Deckel, d) Habitusbild in natürl 
nach einem von Bayrh offer bei Heiligenblut in Kärnthen ges. 



8. Anoectangium 








Br. eur. 


: 346. 






Zygodon C. Müll. ; - 


, Lii 


»pi 




f. Rbh. Kr. 


Fl IN 


". Nr. 71. 




Zweihäusi^ gemischtrasig 


. D 


er 


vorigen . 


Art sehr n. 


ahe *t< 


shende. w< 




oben bläulicbgrüne, unten rostgelbe, 


bi 


s 5 cm h 


ohe Rasei 


i. N< 


?ben den Blüten- 


sprossen steht in derselben Blat 


tacl 


ise 


l häufig 


noch ein 


Wie 


ierholung 


s-pro>-. 


Bll. aus elliptischem, am Rand 
pfriemenförmig, etwas kürzer a 




ti 


gezähnt 


dtem Basalteil 


rasch lin 




dicht papillös, mit breiterem, vc 














, 


und schmaler Lamina bis z 














ttzellen 


4—6 medianen Deutern und sehw 
















aufwärts kleiner, nur 7—9 u tu 
















Basalteil nur 4 mal so lang ab 
















weiter, rektangulär bis rektang 
















gelber Seta einige Millimeter 
















dünnwandig, lämriieü eilips<>Hh><' 
















mit sehr dünn geschnäbeltem I 
















mit nur einer Reihe normaler S] 
















fast glatt oder bräunlicbgelb un 
















Br. eur., Vol. I. Tab. 39. 
















Auf feuchten, kalkhaltigen 1 
















Kalkalpen, in der subalpinen und 
















Salzburger Alpen entdeckt. Aucl 






ieB 











— 174 — 

der Tatra und dem Kaukasus bekannt, fehlt jedoch in Skandinavien. S. IX, 3, 
a) Bl., b) Querschnitt desselben, c) HüllbL, d) Blüte, e) Blütenspross mit Inno- 
vation, f) Kapsel; gez. nach einem von Kern in der Tatra ges. Expl. 



nmpr.). 
Molmdoa Limpr. 1890; cf. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 72. 

Zweihäusig; die äusseren, resp. unteren Bll. des g Blüteusprosses breit 
eiförmig, an der Spitze krenuliert gezähnt uud mit vor derselben verschwindender 
Rippe, die inneren Hüllbll. der o Blüte dagegen aus verkehrt eilänglicher, an 
den Rändern krenulierter Basis plötzlich von der Mitte aufwärts lineal-pfriemlich 
und mit in die etwas stumpfliche Spitze eintretender Rippe. Zellen des 
Pfriementeils der letzteren kurz rektangulär. Habituell mehr an .4//. compactem 
oder Hymeno*tylivm erinnernde, nur 3 cm hohe, oben bräunlichgrüne, innen 
gelbliche, dichte Rasen mit sehr brüchigen, runden Stengeln und nur wenigen 
Wurzelhaaren. Bll. trocken mit eingekrümmten Spitzen locker anliegend, 
feucht aufrecht abstehend, aus elliptischer bis verkehrt eiförmiger, ungezähnter 
Basis lanzettlich verschmälert, schwach rinnig hohl, flach- und ganzrandig, mit 
meist stumpflicher Spitze und etwas vor derselben verschwindender 
schwächerer Rippe. Querschnitt der letzteren mit differenzierten Aussen- 
zellen. 2—3 medianen Deutern und nur unterem Stereidenband. Blattzelleu 
aufwärts rundlich-quadratisch, 10—14 u, und beiderseits mit runden Papillen 
besetzt, abwärts mehr rektangulär. an der Basis etwas breiter, verlängert und 
gelbwandig. Sporogon und 5 Blüten noch unbekannt. 

Am Bretterwandkopf bei Win, i>rinnatn4 in Tirol in -'oiiO in von J Breidler 
1871 entdeckt. S. IX, 9, a) Stengelbll., b) - Blütenast, c) Blattquerschnitt; 'gez. 
nach einem von J. Breidler erhaltenen Originalexpl. 

3. Gruppe Euweisieae. 

Mit mehr oder minder ausgebildetem, aus 16 einfachen, ungeteilten nur 
selten durchbrochenen, etwas papillösen Zähnen gebildetem Peristom. 
1. Gatt. Weisia Hedw. 1779 resp. 1781. 

Niedrige, zu kleinen Raschen vereinte, reichlich sprossende Erdmoose mit 
schopfig beblätterten Innovationen. Stammqnerschnitt mit Zentralstrang Bll 
feucht abstehend bis z irüekgekrümint, trocken gekräuselt, die untere; kleiner; 
lanzettlich -der eil.mzKthch. die „bere,, uA gr^^r und ,,h„p n4 r ^ani,,,^ 
^""-V =»«. lanzettli<-h« d,< llipti.,1,, U^ > lt ,_ lin.d-L-.nz-ttih-h bis 
piriemneh. beiderseits dicht papillös, nicht glänzend, und mit kräftigt- irn^t 
als Stachelspitze austretender Rippe. ren ähnl ■ 

W1 " bei lhl »»it 4 und mehr mM , ü U »t ,:, „„„,. H e '»ltMter 

mit inneren Stereiden mid meist nicht oder nur weni<* differ • t" rt IT -L- 



zellen. Blattzellen wie bei Hymenoston 
zwitterig, die terminal angelegten Bli 
Kapsel auf gelblicher, bis höchstens 1 ( 

bis fast zylindrisch, gewöhnlich glatt, ti 
Alter schwach längsfaltig, mit aus g 
Deckel, nur schmalem, kleinzelligen 
Öffnung und tief unter derselben en 
rudimentärem Peristom. Aussenscl 
entwickelt, als die gelbliche Innens. 
rötlichen, etwas papillösen Platten gebil 
mit vortretenden Querleisten. Je stärke 
so höheren Kegel besitzt in der Regel d< 
Aussereuropäische Arten sind noch 

1. Weisia Wimmeriana I 



Antheridien mit ai-lb,,, Par,ph>-n /»«v : n. u, n n.m.-.i. ..>..._ »■■■ 

Periehätialhll.. sowie mit rein : . seltener rem ■ Spröden. Haiutmdl eine! 
kleinen Weisia ririd„h sehr ähnlich, mit der si,. abgesehen vom Blutenstand, 
zmmlich übereinstimmt. Bll. aus elliptischer Basis lineal-lanzettlich, etwas 
kürzer als bei rindula, an der Spitze t «st ka, nförm.g. , t . gs - m- ro Item 
Band und als Stachel austretender, kräftige, R=n- Bb.tt/.ellen auhva. s 
rundlich-quadratisch. 6-7 u. und heide.s,^ f-in najnl^. im Bj^ult-il d„pp t -lt 
so breit, rektan.ulär h, rektal ^r-^iuir. u,,l dureh^hn, M,. l ,~n 

2 aus demselben Perichätium) auf 3 ■> mm langer. gelber fcetaauti und 

regelmässig, oval oder länglich ellipsoidisch. zuweilen etwas buck-Ug m- um 
engmündig, mit aus gewölbt kegeliger Basis lang geachteltem Deckd «» 
fast Urnenlänge und wenigen (3-5) Reihen gelbster, k -u,,,, ZeUen am 
Urnenrand, von denen die oberste, teilweise am Deckel«-,... i — - ■ b • 
Reihe den Ring vertritt. Haube lang geschnäbelt, bis weit über die Aap« 
mitte herabreichend. Peristomzähne j,ehr kurz^ gestutzt nur 
Rand der Urne meist nur mit 

dunkelbraun und warzig. Reife im Sommer. Br. * 
Auf kalkhaltigen Gesteinen der Alpenregion Zentrs 



Platten 
Sommer. Br. eur.. VoL I, 



:ten Felsspalten etc.. 

von 0. Sendtner 1839 t 
nkes entdeckt. S. VIII, 1 



egen, den Pyrenäen, dem Kaukasus 
>n Glimmersehieferfelsen des schlesiscl 



: resp. 
idler in Steiermark ges. Expl. 
, m it ena- und kleinmündiger, dick eiförmiger Kapsel 
_ am Bilstein bei Marsberg in Westfalen im 



April 1864 auf Kalkboden von C. Grebe entdeckt. Die Kapsel besitzt die 
derjenigen von Hym<>nmtomnm mo'rostoiiurm var. hrarhyrarjmm, aber 
Grrebe bat diese var. in der allgemeinen Botanischen Zeitschrift von 1897 als Weisia 
mura/is Jur. unter den Laubmoosen des westfälischen Berglandes aufgeführt. 

Weisia Welvritsetm Schpr. (cf. Schpr. Syn. ed. II v. 1876 S. 52) soll nach der 
Rev. br. vom Jahre 1883, S. 18 mit Campylostelium strictum Sohns identisch sein. 

Weisia Perssonm Kindb. aus Schweden (Bot. Not. 1898, S. 1, resp. Rev. br. 
L898, 8. 102) soll nicht eingerollte B1L, kurze Seta und an der Mündung stark 
eingeschnürte Kapsel besitzen (non vidi). 

2. Weisia Alberti Corbiere. 

Rev. br. 1889. p. 33. 

Zwei häusig (nach Corb.), gemischtrasig, die d Pflänzchen am Fusse 
der : . Dichte, an ein kleines Hymeno*tomu,n tortU*' erinnernde, stark verästelte, 
gelbgrüne, innen rostbräunliche, Dur wenige Millimeter hohe Raschen. Bll. 
trocken gekräuselt, feucht steif aufrecht abstehend, aus elliptischer Basis 
lineal-lanzettlich verschmälert, mit fast längs eingerolltem Rand und kurz 
stachelspitzig auslaufender, gelblich- bis rötlichbrauner Rippe. Kapsel auf 
nur 3 mm langer, gedrehter, gelblicher Seta aufrecht, klein, schmal ellipsoidisch 
bis fast zylindrisch, dünnwandig, mit geschnäbeltem Deckel von fast Urnen- 
länge. Peristomzähne 16, bleich und rudimentär. Sporen 14—18 u, rost- 
bräunlich und papillös. Reife im Frühjahr. 

Im April 1887 bei la Farlede in Frankreich auf einer Mauer von M Albert 
entdeckt. S. XL VIII, 9, a, b) Bll., c, d) Perichätialbll, e) Kapsel- gez nach einem 
Onginalexpl. aus dem Herbar Theriots. 

3. Weisia viridula iL.) Hedw. L781. 



— 177 — 

gelber, rechts gedrehter Seta aufrecht, oval oder länglich ellhpsoidisco bis fast 
eylindrisch, eng- und rotmündig, hellbraun bis kastanienbraun, mit aus kontexer 

Hasis schief geschnäbeltem Deckel von '/s °i s */a l'rnenlänge und einzell- 
reihigem, bleibendem, kleinzelligem Ring, trocken etwas lai gsfaltig. Peristom 
aus 16 mehr oder weniger ausgebildeten, dolchförmigen, gelbroten. papülosen 
Zähnen gebildet, die oft sehr veränderlich sind, bald gestutzt oder an der 
Spitze gespalten, bald nur 2 — 5, bald 6 — 8 und mehr gliederig, jedoch ohne 
eigentliche Teilungslinie. Sporen 14 — 17 u. rund oder auch nierenformig, 
braun und warzig. Reife im Frühjahr. Br. eur. Vol. T. Tab. 2\ und 22. 

Auf nacktem Boden, an Wegrändern, Wiesenblössen u. s. w. in der Ebene und 
niederen Bergregion häufig, seltener im Hochgebirge bis 24<'<> in, auch aus den ge- 
mässigten Zonen Amerikas, Afrikas und Asiens, sowi< aus \< u-S> > [and, Tasmanien etc. 
bekannt und von Arnell in der mittleren Waldregion Sibiriens gesammelt. Von 
Dillenius bereits 1718 am Hangenstein bei Giessen entdeckt. S. Vlll., 1. ai Si-hopfbll., 
b) Kapsel, f) Peristom, g) Querschnitt desselben; gez. nach dahier bei Laubach gas. 
Expll. Ändert vielfach ab: 

Var. stenocarpa Sebpr. mit fast cylindrischer, schmaler Kapsel auf Kalk- 
boden, s. VIII, 1, c; gez. nach einem an dem Kalksteinbruch bei Auerbach in der 
Bergstrasse (Hessen) ges. Expl.; 

var. amblyodon Brid., mit stärkerer, dickerer Kapsel, kürzeren, breiten Bll. 
und bleichen, meist gestutzten Peristomzähnen — im Fichtelgebirge und den Küsten- 
ländern der Adria,. s. VIII, 1, d) Peristom und e) Kapsel; gez. nach einem Expl. 
aus dem Fichtelgebirge; 

var. subglobosa Schpr. mit schmäleren Bll., eirundlicher Kapsel und bleichen 
schmalen Peristomzähnen, bei denen man an einzelnen Gliedern aussen eine Teilungs- 
linie bemerkt — von Sickeub erger in Baden gesammelt: 

var. densifolia Wils. in dichteren, 1 — 1,5 cm hohen und sogar höheren Basen 
mit schmäleren Bll., kleiner Kapsel und schmalen, gelben Peristomzähnen auf 

überrieseltem Boden; 

llgliedrigen Peristomzähnen, die häufig an der Spitze gespalten oder mit unregel- 
mässiger Teilungslinie versehen, oder auch bis zur Basis getrennt sind, sodass da- 
durch bis zu 24 breite und schmale Zähne gemischt erscheinen — an verwitterten 
Quadersandsteinfelsen bei Wehrau in Schlesien (non vidi). 

4. Weisia rutilans (Hedw.) Lindb. !>•■:;. 



Kr. Fl. IV, Nr. 7H. 

isch. Die 5 Blüten mit eiförmigen, rasch ; 






i.r.-i-i. 



elliptischer Basis mgert, jedoch 

weniger scharf zugespitzt und an der Spitze mehr abgerundet, mit als 
Stachelspitze austretender Rippe, jedoch sämtlich flachrandig und mit 
etwas I untrerer Stachel spitze. Blattzellen oben rundlich-quadratisch, 
8—10 u- abwärts ei ■ teil hyalin, verlängert rektangulär 



bis rektangulär-6 seitig, fast doppelt so breit und meist 3— 4 mal so lang 
als breit. Kapsel auf 5—10 mm langer, gelber Seta aufrecht, länglich- 
ellipsoidisch, mit rötlichen Streifen, resp. von den durchscheinenden Sporen 
etwas rötlich, eng- und rotmündig, mit aus gewölbter Ba>is gesclmäbeltem 
Deckel von \, bis fast Urnenlänge und kleinzelligem, bleibendem King. Peristom- 
zäline sehr unregelmässig, 4 bis ögliedrig, gelb und papillös, ungleich 
gespalten oder durchbrochen und oft nur rudimentär, auch sehr hinfällig und 
bald abbrechend. Sporen 20—26 u, hell rötlichbraun und grosswarzig. Reife 
im Frühjahr. Br. eur. Vol. 1. Tab. 23. 

An "Wald- und Wegrändern durch die niedere Bergregion im mittleren Europa 
zerstreut; nach Schpr. von Bruch bei Zweibrüeken L825 entdeckt, nach Limpr. 
jedoch iu der nacktmündigen Form bereits früher bekannt. Findet sich nach 
Bescherelle auch in Algier und Tunis. S. VIII, 4 a) Schopfbl., b) unteres Bl., 
c) Kapsel, d) Habitusbild in natürlicher Grösse; gez. nach einem von H. Graf zu 
Sohns -Laubach bei Sclmepfentha! in Thiirin-n ^. Expl. 



Polygamisch. Heerde 
hohen, gelblich- bis freudiggi 

vorhergehenden Art in deins 
Ausserdem unterscheidet sich 
entere Blattzellen (oben nur 5 — 
rötlichgelbe Kapsel mit last 
Deckel, schmale, Hgliedrige, r 
/iihne und kleinere, gelbbräunl 



Tirol und 



plötzlich km 
längs 1>is zu 



lau- gesehnä heitern Deckel und schmalem, zwe 
Ring. Peristom rudimentär, mit bleichen, 
<n]er auch verschmolzenen, 'len l'rucnranil 



}) und d) Kapseln ohne und mit Deckel: g 

jes. Expl. Nach Dixon soll Wc 

and gefunden worden sein i Rev. br. LMOn. s 



7. Weisia tyrrhena Fleischer 1892. 

Einhäusig; die ö Blüten dicht neben der : mit kurz gespitzten, ge- 
rippten Hüllbll., wen igen Anth-ridion und einzelnen Paraphysen in den Achseln 
der oberen Laubbll. Zu dichten Raschen vereinte, der vorigen Art nahe 
stehende, kleine, nur wenige mm hohe Pfianzchen mit schopfig beblättertem 
Stengel. Stämmchen mit Zentralstrang. Bit. feucht abstellend, trocken hakig 
eingekrümmt, die unteren kleiner, eiförmig oder elliptisch, mit stumpflicher 
Spitze, vor derselben verschwindender Rippe und eingerollten Rändern, die 
mittleren etwas mehr zungenlormig und mir zuweilen hyalinem Spitzchen, die 
oberen aus gerader oder schwach elliptischer Basis lineal-lanzettlich bis fast 
zungenförmig verlängert, an der Spitze fast kappenformig abgerundet und mit 
aufgesetztem Spitzchen, im allgemeinen breiter als bei der vorigen Art. mit 
nicht austretender, meist dicht vor oder in der Spitz, emdender Rippe und 
spimliff.-iiuerodt. n \i i. I rn. ■■ h - ■ d - ■ m :. • . ein kleiner Streifen 

der Lamina neben der starken, kräftigen Kippe sichtbar bleibt ähnlich wie 
bei Hynm>o*lomnm nisjwtnm. Querschnitt der Kippe biconvex. mit 4—5 medianen 
Deutern. 2 ) weites B . z n. lopj »lt. ■ Sten d ubänd n und nicht oder 
nur wenig differenzierten Rückenzellen. Blattzellen ähnlich wie bei voriger 
Art, jedoch im oberen Teil etwas leckige mit :? eckigen 

Kapsel auf 3—5 mm 



— 180 — 

langer, gelber Seta aufrecht, ellipsoidisch bis fast cylindrisch, rötlichbraun, 
trocken schwach gestreift, mit aus kegeliger Basis geschnäbeltem, fast gleich- 
langem, glattrandigem Deckel und deutlichem, einzellreihigem, aus fast 
rektangulären Zellen gebildetem King. Peristom vollständig ausgebildet 
mit 1(5 braunroten, (5 gliedrigen, zuweilen geteilteu, dicht papillösen Zähneu. 
Sporen 14—19 u, rostfarben und feinwarzig. Reife im März und April. 

Bei Portofino in Ligurien an sonnigen JSTagelfluhfelsen in 400 m am 12. April 
1892 von M. Fleischer entdeckt. S. IX, 14, a) Habitusbild in natürlicher Grösse, 
b) stärker vergrößert, c) einzelnes Bl., d) Kapsel, e) und f) Blattquerschnitte, 
g) Peristom und Kapselring; gez. nach einem von dem Entdecker erhaltenen Original- 
exemplar. Leider standen mir nur wenige Pflänzchen und Glimmerpräparate zur 
Untersuchung zur Verfügung, da die meisten (nach brieflicher Mitteilung) bereits 
an Limpricht, v. Yenturi und andere verteilt w 
jen, ziemlich breiten Ring den Übergang 



2. Gatt. Dicranoweisia Lindb. is<;4. 
Die subarktische bis arktische Kegion oder die höheren Gebirge bevor- 
zugende Felsbewohner der Kieselgesteine oder auch Holzbewohner in ziemlich 
1—4 cm hohen Polstern, mit runden, nur am Grunde wurzelhaarigen, 
meist büschelig verzweigten Stengeln. Stammquerschnitt mit kleinzelligem 
Zeutralstrang und lockerem Grundgewebe. Ell. oft einseitswendig. trocken 
eingekrümmt oder gekräuselt, aus herablaufender, eilängl icher oder eiförmiger 
Basis lanzettlich bis pfriemlich verlängert und mit nicht auslaufender Rippe. 
Querschnitt der letzteren mit 2 — 4 basalen oder medianen Deutern. Blatt- 
zellen oben vorzugsweise rundlich- quadratisch, abwärts mehr rektangulär, in 
den Ecken der Basis mit mehr oder weniger zahlreichen grösseren, er- 
weiterten und oft gebräunten Blattflügelzellen. Blüten einhäusig; die 
kiiospenförmigen d Blüten mit breit eiförmigen, stumpfen, rötlichgelben Hüllbll. 
und zahlreichen gelbbräunlichen Paraphysen. Innere Perichätialbll. hoch 
hinauf scheidig zusammengewickelt. Kapsel auf unten rechts, oben links 
g dl ter Seta aufrecht und regelmässig, glatt, oval oder länglich-ellipsoidisch 
■■':■. mit kurzem Hals und lang geschnäbeltem Deckel, aber 
ausgenommen) ohne differenzierten Ring, am Hals mit einer Reihe 
normaler, phaneropmvr Spaltöffnungen, im Luftraum ohne Spannfäden. Peristom 
weit unter dem Urnenrand angeheftet, vollkommener ausgebildet als bei voriger 
gen, an der Spitze häufig gespaltenen und innen 
an den untersten Gliedern mit Teilung.! ; L , u _ Aussenscbicbt 

der letzteren gelbrot bis purpurrot und mit his L 1 \or^j.riu-,-i den l^m rh-i^tei 
Inm-nsehieht schwächer entwickelt und gelblich. Haube kappentormig his zur 
Kapselmitte reichend. 



-■■■■. - .:.. ■.- .; : - ■ r -• : : ._ . : : 

den Übergang von den Weisiaceen zu den Dicr 
zn den Dicraneen gestellt. 



■■'.:' : • ■ - • ■'. ■• :. -. i :.' :■ 



in einer Gabel« 


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letzteren mit 


4 medianen 


Deutern 


quadratisch, 6- 


9 u, ur 


id Uli 


it Papille. 


rektangnl&r, nu 


r wenig 


breit 


BT und 2 



als bei nispuhu in den Ecken mit erweiterte (bi, -«• u>. quadratischen oder 
kurz rektangulär-6 seitigen Blattflügelzellen. Perichätialbll. hoch scheidig und 
mit unter der kurzen stutnpflichen Spitze rerschwindender Etippe. Kapsel auf 
3—5 mm langer, anfangs heller, später rötlicher Seta aufrecht und regelmässig. 
seltener etwas buckelig, oval, kurzhalsig, braun und derbwandig. ohne differen- 
tiierten Ring, mit schief geschnäbeltem Deckel von bald mehr bald weniger 
als halber Urnenlänge und 5—7 Reihen querbreiter Zellen am Urnenrand, 
entdeckelt an der Mündung nur wenig verengt. Peristomzähne purpurrot, 
lanzettlich und meist scharf zugespitzt, oft an der Spitze ungleich zweispaltig, 
mit 12—14 aussen vortretenden Querleisten, aufwärts fein papillös. Sporen 
17—20 u, rostfarben und fein gekörnelt. Reife im August und September. 
Br. eur. Vol. I. Tab. 24. 

An Quarz- und Schiefergesteinen in den Alpen 
an der Schneegrenze und in der Nähe der Gletscher, jedoch nicht häufig; 
Bridel 1801 in der Schweiz entdeckt. Auch aus dem arktischen Nordamei 
bekannt. S. X, 14, a) Bl, b) Perichätialbl, c) Kapsel, d) Peristom, e) Habi 
bild in natürlicher Grösse; gez. nach einem von J. Breidler in .Steiermark 
2650 m ges. Expl. 

2. Dicranoweisia crispula (Hedw.) Lindb. 18»i4. 

Wahl..uk'lH- It'. f-l 'ta II r>-i, Wil: ,: lit.h. Kr. Fl. IV. Nr 7'.'. 

Einhäusig; Blüten wie bei voriger Art. Polsterfonnige, meist 2-4 
hohe, ziemlich dichte, gelbgrüne und nur bei hoch alpinen Formen m 
seh« rzlh ,1 in« Rasen. Bll. feucht 



ru- 



hten Rändern und in der Pfrieme verschwindender. 
»»oMnimitt d«r letzteren □ 



en Deutern und doppe 



ländern. Blatt- 



— 18 



oder kurz rektangulär-i; seitigpn Blattflügelzellen i von 1H— 20 u) deutlich 

rektnnguUir und nur 8—12 u. Perichätialbll. bis rar stumpflichen Spitze 

langer, anfangs heller, später rötlicher bis bräunlicher, gedrehter Seta aufrecht 
und regelmüs-l •_ ... hellbraun und dünnwandig, mit sehr lang 

geschnäbeltem Deckel von mindestens halber ürnenlänge und nur unvollkommenem, 
kleinzelligem, bleibendem, nicht differenziertem Ring. Peristomzälme purpurrot 
oder rötlichbraun, fast glatt, schmal d.dcblormi«:. H' l^glicderig und nach 
oben heller. Sporen viel kleiner, als bei voriger Art. 11 — in u. uelb und glatt 
oder fast glatt. Reife im Frühjahr und Sommer, je nach der Höhenlage. 
Br. eur. Vol. I, Tab. 26. 

Bergregion bis in die höheren Lagen der Alpen, daselbst auch auf der Erde, bis 
:>46Ü m aufsteigend, jedoch auch aus Nord-Amerika, aus Kanada, Grönland, Kali- 
fornien, Oregon, Idaho, Utah. llritUh-Kulumbien und den Rocky-Mountains! »owie 
aus Algier, von der Tschuktschen-Halbinsel, aus dem arktischen Sibirien und von 
Spitzbergen bekannt; von Gärtner 0. Ludwig 1801 im Isergebirge entdeckt, in 
den Alpen häufig. S. X. 11, a) Bl., b) Kapsel, c) Habitusbild in natürlicher Ch-iisse: 
gez. nach einem am Hohenrodskopf im Vogelsberg ges. Expl. 

Var. ätraia Schpr. eine kleinere, schwarzgrüne Form mit kürzeren Bll. und 
kürzerer Kapsel — in höheren Lagen, mehr an der Schneegrenze. 

3. Dicranowelsia cirrhata (L.) Lindb. 1864. 



:isch ? etwa in u und ol 



ivktangulär-ilseitig. meist 
Blattflügelzellen kaum v 
Mitte scheidig. Kapsel 



') Er. u. Seh. L846. 
Dichtrasige, kalkliebende Felsbewohner mit wiederholt gabelig geteilten. 

5 reihig beblätterten Stengeln. Stamimpierschnitt ~.k tititr nl Zentral-trang. 

Bll aus weiss glänzender Basis steif aufrecht, blaugrün, sehmal lineal- 
lanzettlich und zerbrechlich, dicht papillös, mit kräftiger, selten etwas aus- 
tretender Rippe. Querschnitt der letzteren plankonvex, aufwärts mehr bikonvex, 
mit medianen Deutern, doppelten Stereidenbändern und mehr oder weniger 
differenzierten Aussenzellen. Blattzellen aufwärt -twas dickwandig, klein 
P1I ...lli,;,. I ,n.,dr.ti^li und heidei-ir. mit r; - r/t. im Basal- 



(L.) Br. eur. 1846. 

Brijum L. 1753. Weisia Brid. 1806, W. gypsacea Schleich. 1807. Barhuh atlantim 
Briil. 1798, Grimmia Sm. 1804, Hymenost ylium Mitt. 1859, Grimmia fragilis Web. u. Mohr 
1804. OwaftaZoH Brid. 1826, Motfia Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 81. 

Zweihäusig; beiderlei Blüten gipfelständig, schlank knospenförmig, mit 
wenigen, aus eiförmiger Basis rascli verschmälerten, am Rand des Basal- 
teils sägezähnigen Hüllbll. und zahlreichen fadenförmigen Paraphysen. 
Ziemlich dichte, 2—4 und selbst bis 14 cm hohe, oben bläulichgrüne, abwärts 
ausgebleichte und meist mit Kalktuff durchsetzte Rasen ohne Wurzelfilz, mit 
wiederholt gabelig bis büschelig geteilten, zerbrechlichen Stengeln. Bll. feucht 
steif aufrecht, trocken mit eingekrümmten Spitzen anliegend, aus glänzend 
weisser, nur schwach elliptischer, fast gerader Basis schmal lanzettlich, resp. 
linealisch verlängert und lang zugespitzt, über der hellen Basis am Rand 
sägezähnig, mit kräftiger, etwa x \ % des oberen Blattteils einnehmender, in 
der Spitze endender oder kurz austretender Rippe. Querschnitt der letzteren 
mit 6 — 8 medianen Deutern, kräftigen doppelten Stereidenbändern und zahl- 
reichen dickwandigen, differenzierten Aussenzellen, oben bikonvex, unten plan- 
konvex. Blattzellen oberwärts dickwandig. x\ .,. 9 — 14 u und 
beiderseits papillös, im Basalteil nach der Rippe zu breiter, verlängert 
rektangulär bis rektangulär-Gseitig, dünnwandig und wasserhell. Perichätialbll. 
kaum verschieden, nur mit etwas breiterer Basis und über derselben am Rand 
deutlicher und stärker sägezähnig. Kapsel auf 1—2 cm langer, gelblicher, 
zuletzt rötlicher, rechts gedrehter Seta aufrecht und regelmässig, länglicli- 
ellipsoidisch bis fast zylindrisch, gelblich bis rötlichbraun, mit rotrandigem, 
aus kegeliger Basis schief pfriemlich geschnäbeltem Deckel von mindestens 
halber Urnenlänge, entdeckelt gestutzt, mit mehreren Reihen kleinerer roter 
Zellen am Urnenrand, von denen die obere Reihe gleichsam einen bleibenden 
Ring bildet. Peristomzähne unterhalb des Urnenrandes inseriert, etwas schief 
aufsteigend, an der Basis zusammenfüessend, entfernt gegliedert, vielfach 
durchbrochen oder auch bis zur Mitte 2 — 3 spaltig, gelbrot und nur fein papillös 
oder fast glatt. Haube J / 8 bis */ 8 der Urne bedeckend. Sporen 10—14 u. 
hellgelb und glatt. Reife im Sommer. Br. eur.. Vol. I, Tab. 40. 

An überrieselten Kalkfelsen und Mauern, insbesondere auf Kalksinter und 
Kalktuff durch die Bergregion und Alpenkette bis 1600 m verbreitet, häufiger im 
Süden, insbesondere in Spanien und Italien, aber auch aus Schweden, Algier, 
Abvssinten, Kleinasien und Amerika, insbesondere aus Kalifornien, British-Koluniinen 
and New-Foondland bekannt; wird schon in Dillen' s Hist. mnsc. v 1741 erwähnt 
S. VIII. U. a und b) Bd.. c-, Kh } ^1. i, [Vri-m,, . _,,,. ,.,',}, ,' i!iHlll ' Vori H och- 
stetter am Uracher Wasserfall in W 

Blattspitze und f) gezähnter Basalteil eines aüllbl. Dach 
der Schweiz ges. Expl. 



Der Beschreibung nach scheint Schimpers \\<'ixi<t II Jiritschu hiermit identisch 

Fam. IX. Cynodontiaceae. 

Rhabdoweisiuceae Limpr.: et Kbh. Kr. Fl. LV v. I>!*n, 

Habituell den Weisiaceen ähnliche, meist jedoch etwas kräftigere. I ^ 
und selbst 10 cm hohe, breitrasige, kalkfeindliche Felsbewohner mit durch 
Innovationen gabelig bis huschelig geteilten, oft ans den Achseln der unteren 
Bll. wurzelfilzigen Stengeln. Stämmchen vorzugsweise stumpf J oder '> kantig 
und meist mit Zentralstrnng und lockerem (ii um Ige webe ohne Tüpfel, Bll. 
feucht abstehend, trocken gekräuselt, aus gerader oder elliptischer Basis lang 
und schmal lanzettlich oder fast pfrieni lieh verlängert, weich, kielig. tlachrandig. 
oft nach der Spitze zu durch vorspringende Zellen entfernt gezahnt und mit 
kräftiger, mit oder vor der Spitze endender, nur bei (Jr.n.- kurz austretender 
Rippe. Querschnitt der letzteren mit l J •'- medianen Deutern, nur hei <>>;.>.- 
mit Begleitern, und mit kräftigem unteren, jedoch schwächerem Ins ver- 
schwindendem oberen Stereidenband. Blattzellen .ähnlich wie bei den Weisiaceen 
parenehymatisch, oberwärts klein rundlich 4- tiseitig. jedoch niemals 
eigentlich papillös, sondern glatt oder mamillös, indem das Zelllumen ohne 
stellenweise Wandverdickung nach beiden Seiten mehr oder weniger aus- 
gebaucht bis spitz erweitert ist, im Basalteil stets glatt, gelblich oder wasser- 
hell und lockerer, verlängert rektangulär bis rektangulär-tiseitig und in der 
Eegel ohne erweiterte Blattflügelzellen. Blüten meist einhäusig, nur bei 
LHchodonüum zweihäusig; die terminal angelegten, knospeniormigen : Blüten 
der einhäusigen Arten später pseudolateral am Fusse des Perichätiums. resp. 
des 9 Sprosses, oder in einer Gabelung. Perichätialhll. nur wenig verschieden, 
die inneren meist in der unteren Hälfte scheidig. Kapsel auf gelblicher. 
gedrehter Seta aufrecht und regelmässig oder geneigt und symmetrisch, zu- 
weilen kropfig, bei Oreow,m« und JUrhodo^hnn ungestreift, bei den übrigen 
Gattungen mit 8 rippenartig vortretenden, dunkler gefärbten Längs- 
streifen, deren Zellen von denen der Zwischenstreifen verschieden sind, nach 
dem Abfallen des aus breiter kegeliger Basis lang und meist s« biet g< si hn ibelt« n 
Deckels weitmündig. Peristom aus 1« fadenförmigen h\> lan/etthchen, dolch- 
artigen, oft bis gegen die Mitte in 2 Schenkel ger"' 



ebracht. sie bilden jedoch mehr den Überj 






1. Gruppe RliaMoweisieae. 

faden- bis dolchförmig. glatt oder mit schwachen Schräglinien. 

1. Gatt. Rhabdoweisia ) Hr. eur. 1846. 

Habituell an die Weisieen sich eng anschliessende Bewohner der Fels- 

vationen. Staniinquersclinitt stumpf 5 kantig, ohne Zentralstrang. Ell. aus 
herablaufender, gerader hyaliner Basis schmal iineal-lanzettliclibislinealisch. 
weder deutlich papillös noch maraillös, mit aufrechten Rändern und kräftiger, 
nicht auslaufender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2—4 medianen 
Deutern ohne Begleiter, nur einem Stereidenband und differentiierten Aussen- 
zellen. Blattzellen turgid. oben rundlich-quadratisch oder auch queroval, an 
der Basis rektangulär bis rektangulär-n seitig md wasserliell. Blüten einhäusig: 
die terminal angelegten, kurz gestielten, knospen förmigen 3 Blüten später 
seitlich oder in einer Gabelung. Perichätialbll von den Laubbll. kaum ver- 
schieden. Haube kappenförmig und geschnäbelt, bis zur Kapselmitte reichend. 
Kapsel auf gerader, nur wenige mm langer Seta über die Rüllbll. empor- 
gehoben, aufrecht, sehr klein. S faltig, mit 8 dunkler gefärbten, rippeo- 
artig vortretenden Längsstreiten und gescdnuil.eltem Deckel von mindestens 
Umenliinge. aber ohne Ring, entdecket weitmündig. Peristomzähne faden- 
förmig bis dolchartig, an der Basis durch eine -> :■! zellreihigo Membran ver- 
mische Arten dieser Gattung sind noch :\ aus Asien und 3 aus 



Einhäusig: die :>-•; blätt. -.. in zu letzt pseudolateral. 

weniger dichte, meist nur 1 cm 
hohe freudiggrüne Eäschen. Uli trockei kraus aus k:Mim breiterei P>asis 
sehmal Lineal-lanzettlich und allmi 
flach- imdganzrandig. 



eitig. nach der Kippe zu 
örmig bis eikugelig. kur: 



r.wie am Weisswas>er im Kiesengehirge etc. - 

2. Rhabdoweisia denticulata (Bi 



Hiillbll. Etwa> kräfti-. 



ekere Hasch«: 



lanzettlich bis linealisch und nur kurz zugespitzt oder stumpflich 
höchstens über der Basis an einer Seite etwas umgebogenem, 
Spitze durch vorspringende Zellen entfernt und ziemlich grob 

Kerl und unter der tfpit/.- •■ i- '= w ; t d. : ■!« ' KiiM"'- Querschnitt 



•iger Ar 



;taugulär bis rekt 






eitern Deekel im 



jig. Reife im Sommer. Br. eur. 
und Höhlungen an feuchten, schat 



in Waldeck sogar 



auch aus Nord-Amerika, aus Kanada, Neu-Fundland, Neu-England, Pennsylvanien 
und den Eocky-Mountains bekannt; von C. Ludwig auf dem Kamme des Iser- 
gebirges gegen das Jahr 1800 entdeckt. S. X, 15, a) BL, h) Blattspitze stärker 
vergrössert, c) Kapsel, d) Peristom, e) Habitusbild in natürlicher Grösse; gez. nach 
einem von J. Breidler bei Leoben in Steiermark ges. Expl. In wiefern sich hier- 
von Rhabdouwia crmiilitn James (Rev. br. 1890,8.6) aus Frankreich und Eng- 
land unterscbeiden soll, geht aus der Beschreibung nicht genügend hervor. Nach 
Linipr. sollen die Blattzellen von denticulafa nur 8 — 10 U, diejenigen von (renulatn 
aber 14—18 u sein (cf. Ebh. Kr. Fl. IV, 3, S. 648). 

2. Gruppe Eueynodontieae. 
Bll. glatt oder mamillös. Kapsel gestreift. Peristomzähne grubig-längs- 
streifig, dolchförmig und nur hier und da in der Mittellinie durchbrochen oder 
auch zweisclienkelig. 

1. Gatt. Oreas Brid. 1826. 

Felsbewohner in dichten, kissenförmigen, durch glatten, rotbraunen Filz 
verwebten, mehrere cm hohen Rasen mit dünnen, gabelig geteilten Stengeln und 
gleichhohen Innovationen. Stammquersch tig und mit grossem 

Zentralstrang. Bll. lanzettlich bis lineallanzettlich, ganzrandig, mit zurück- 
gerolltem Rand und stachelspitzig austretender Rippe. Querschnitt der 
letzteren mit medianen Deutern und Begleitern nebst doppeltem Stere'idenband. 
Blattzellen glatt, aufwärts klein rundlich-quadratisch, abwärts mehr rektangulär 
und etwas weiter. Blüten einhäusig; die 6 knospenförmig, später pseudolateral 
und mit nur wenigen, gelben, fadenförmigen Paraphysen. Kapsel auf trocken 
geschlängelt aufgerichteter, feucht hakig gekrümmter Seta geneigt bis 
nickend, eikugelig, kurzhalsig und 8 streifig, resp. gefurcht, mit aus flach ge- 
wölbter bis kegeliger Basis geschnäbeltem Deckel und einzellreihigem, bleibendem 
Ring. Peristom aus IG kräftigen, einfachen, lanzettlichen, grubig-längs- 
streifigen, zuweilen geschlitzten oder durchbrochenen, gelbroten Zähnen 
gebildet. Haube kappenförmig. 

Ist nur in einer einzigen Art bekannt. Wurde von Schimper als Genua 
iiiceticw »edü seiner Zeit zu den Aulacomnieen gestellt, jedoch als nahe verwandt 
ir.L-'ui bezeichnet und von Limprieht zwischen R/ndidoirtisi-i und Ci/t'O- 
dmtium in der Eabenho rst'schen Kr. FL von 1890 eingereiht. Diese Gattung 
bildet gleichsam den Übergang von den Rhabdoweisieen zu den Cynodontieen, 
wenn sie auch durch die austretende Rippe von allen übrigen Gattungen der 
Familie etwas abweicht. 

1. Oreas Martiana (Hoppe und Homsch.) Brid. Ih-j«,. 



— 189 — 

filzig verwebte, gleiehmässige. ausgedehnte, sehr dichte, bis l<> cm hohe Polster 
mit deutlich erkennbaren Jahreszonen. Stengel stumpi 3 kantig uml mit grossem 
Zentralstrang. Bll. feucht aufrecht abstehend, trocken kraus. aus breiter, 
lanzettlicher Basis lineal-lanzettlieh zuspitzt und fast pfnemlieh verschmälert. 
gekielt, mit schwach zurückgerolltem Rand und kurz stachelspitzig 
austretender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2—4 medianeu Deutern. 
1—3 ßegleitergruppen, kaum differenzierten Aussenzellen nebst schwachem 
oberen und etwas stärkerem unteren Stereideuband. Blattzellen oben rundlich- 
quadratisch. 8—9 u, abwärts mehr rektangulär, am Rande kürzer und lo u. 
nach der Rippe zu länger, etwa 4—6 mal so lang als breit, jedoch nicht 
breiter, fast linearisch. Perichätialbll. unten mehr scheidig. sonst kaum ver- 
schieden. Kapsel auf gelber, trocken aufgerichteter, feucht hakig herab- 
gekrümmter Seta geneigt bis nickend, klein und regelmässig, eikugelig und 
kurzhalsig, gelbrot oder rötlich, mit aus flach gewölbter Basis, geschnabeitem 
Deckel und 1— 2 zellreihigem, kleinzelligem, bleibendem Hing, trocken gefurcht 
und mit 8 dunkleren Streifen. Peristom/.ähne gelbrot. breit lanzettlich 
und lang zugespitzt, nicht papillös. sondern längsst ivi l'ig, nach unten mehr 
grubig-streifig, zuweilen oben geschlitzt oder in der Mitte onregelmässig dun h- 
brochen. Sporen 20—24 u, rostfarben und grob warzig. Reife im Spätsommer. 
Br. eur., Vol. IV, Tab. 313. 

Nur in den höheren Lagen der Alpen von 2200 m auf« irta an kalkfrei«! 
Felsen, auf quarzigen, krystallinischen oder schieferigen Gesteinen und an steinigen 
Hängen; von Hoppe und Hornschuch 1817 iu Tirol entdeckt. [et aun au, 
Asien aus dem Himalaja und Kaukasus bekannt. Siehe XL VI, 3, a) BL, b) Peristom, 
c) Kapsel, d und e) Blattquerschnitte, f) entdeckelte Kapsel, g) Perichätialbl.: gez. 
nach einem von Dr. Com. Schwarz im Ober-Pinzgau ges. Expl. 

2. Gatt. Cynodontium 1 ) Schpr. 1855. 

Felsbewohner, iu kissenförmigeu, mit feinem, glattem Wurzelfilz verwebten 
Rasen mit gabelig geteilten, aufwärts fast schopfig beblätterten. 
Stengin. Stämmchen mit Zentralstrang. Bll. feucht gebogen al 

gedreht und gekräuselt, aus nur schwach elliptischer Bas. 
bi8 ,,, 1( J-pfriemenförmig. nach der Spitze zu gezähnt oder nur krenuhert, mt 

austretender Rippe. Querschnitt der letztere* mit 2 ■»^J°™ 

doppelten Ster.denbändern und ^^^^^ 

band stets UIIie , , 

ÄÄÄS 

Zeilen erinnernd, in der Regel jedoch ohne besondere Blattflngelzeüen. 



— 190 - 

Blüten einhäusig; die :? knospenförmig, später meist pseudolateral, gestielt 
oder ungestielt und alsdiinn im letzteren Falle nur 2 blätterig. Haube kappeu- 
förmig und gross, über die Urnenmitte herabreicliend. Scheidchen zylindrisch 
oder etwas kugelig, teils mit, teils ohne Ochrea. Kapsel auf gerader oder 
gebogener, gelber, unten rechts, oben links gedrehter Set.-t. nur ausnahmsweise 
regelmässig, meist schwach geneigt und symmetrisch, seltener etwas gekrümmt, 
mit Längsstreifen, kurzem, geradem oder auch kropfigem Hals und 
gesehnäbeltem Deckel, teils mit. teils ohne Bing. Letzterer nur bei C /><>///- 
tüttfum und stTimäferwn besonders ausgebildet und sich ablösend. Peristom 

Schenkel gespaltenen, purpurroten Zähnen gebildet, deren rote Aussen- 
schicht längs oder such schräg gl nt, während die gelbe 

Innenschicht nur >chwach p.tpü'üs ist und deutlicher vortretende Querbalken 
besitzt, 

Amerika. 

A. Cynodontiella Limpr. 1S90. 

Kleinere, habituell an die Ehabdoweisien erinnernde Pflanzen mit gestielten 
:5 Blüten, regelmässiger, aufrechter Kapsel und nicht nunillösen. abwärts 



Cynodontium schisti (\V; 



Li n häusig; die 

ridien und ohne Paraphysen. die in der Re.-el tennii ,1. Mitunter scheinbar 
seitlich infolge der frühzeitig austreibenden Innovationen. Habituell an die 
Rhabdoweisien erinnernde, gelbgrüne, bis 2 cm hohe lockere Raschen. Bll. 
feucht abstehend, trocken gedreht und nur wenig kraus. Imeal-lanzettlich und 
zugespitzt, seltener stumprlich. gekielt, dicht mamiilös. mit zurückgeschlagenem, 
durch die zapfenartig vortretenden, spitzen Mamillen wie gesägt er- 
scheinendem Rand und vor der Spitze verschwindender Rippe. Querschnitt 
der letzteren mit 1 \ medianen Deutern, differenzierten Aussenzelien und 
doppelten Stereidenbändern. Blattzellen nach der Spitze zu nur 7—9 u, 
rundlich-quadratisch und durch die keg. a oa ch beiden 

Seiten stark in . 11 - d U.im! , [,.,,, , , ,_ h ( . N ^ ^^ maTnil |- s# 
mehr rektangulär und etwas breiter, im Basa • >•, ],♦.,, e alär 

bis rektangulär-6 seitig und bis 15 u. Per Lanbbll. nur 

wenig verschieden, kaum bis zur Mir.- ,.■;,. , i,_. h *,,- ! ,r mir •> ".> mm 
langer, gelblicher Seta aufrecht oder schwach -.um-;. r ....r ( . luiUsi". "rundlich 
eiförmig, rötiickbraun mit 8 dunkleren - ■ i,". M ," |[.,!^. 

gesehnäbeltem Deckel von halber ürnenläim i '"',..?.„■ '■■}> 



Zellen am Urnenrand nur ang 


ledeutetem. 


gefurcht und fast kreiselfön 


nig. Pens 


Spitzen aufrecht abstehend. 


lanzettlich 


und da durchbrochen, purpn 


rrot, aussei 


mehr schräg gestreift, an de 


m Spitzen i 


kuotig durch die am Rand 


vortretend. 


gelb und feiuwarzig. Reife 


im Frühlin 


In erderfüllten Felsspalt 
der Bergregion von 500 m au 


Teilte inT! 



Cynodontium alpestre (Wi 



wenigen kurz gestielten Antheridi , Habituell 'I ng. vn aunuu.e. 

etwas dichtere, gewöhnlich mit anderen Laub- und Lebermoosen ^ vermischte, 
etwa 1,5 cm hohe Rüschen mit nur wenig uur/.elhanrürc:.. ^tumpi :i kantigen 
Stengeln Stämmchen mit Zentralstrang. Bll. feucht aufrecht abstehend, 
trocken krau. au> M-hwnei .■liiptis.-li-r Basi> ,chn 1 z.in^nförmig, resp. 
lineal-lanzettlich und an der Spitze abgerundet, mit über dem Basalteri 



• in , ,^en die Spitze tia 
zapfenarti" vorspringend, Z !b ■ - - ■ ' ■'• "i ^ aiul uml vor der a 
Spitze verschwindender Rippe. Querschnitt der letzteren ähnlich wi, 
Art mit 2 medianen Deutern und unterem Stereidenb.-md. Blatt 
wärts rundlich-quadratisch. 8—10 u. und beiderseits kegei ig- .ma in il 
mehr rektangulär, am Rand kürzer, nach Basis und ippe zu \ei 
bis 15 u. Innere Pei * 

deuthchem, kurzem Hak iiu-i^ Mündln'^Tt 

trocken gestreift und grturcht. aucii m .-t mit i ■ ' . - un. ., ^ 

; ..: : ... : ;,-;-■ - - 

Kapsrlläuge und ohne differentiierten Kim:, ■■»th-rr -mraum 
gespreiztem Peristom. Periston LT^m 

und grubig-längsstreifig, mit - . " tl wärz 

Querbalken und Leisten. Sporen 1< 2<m*. ro ic ge 



— 192 

An mit Erde bedeckten Felsen, in deren humosen Spalten und Klüften im 
ihen Norden, in Norwegen, Finnland, Grönland und Lappland. Von Maxiraovicz 
i Amurgebiete und von Arn eil bei Tolstoinos im arktischen Sibirien gesammelt. 
XIV, 9, a) BL, b) Kapsel, c) d Blüte, d) angefeuchtete, entdeckelte Kapsel, 
Peristom; gez. nach einem von E. Ryan und Ch. Kaurin in Norwegen ges. Expl. 



B. Eueynodontium Limpr. 1890. 
Kräftigere Pflanzen mit ungestielten, zweiblätterigen 6 Blüten, meist 
geneigter, nur symmetrischer Kapsel und papillösen, abwärts gestreiften 
sahnen. 

tium gracilescens (Web. & Mohr) Schpr. 1855. 



des Perichätiums, mit nur 2 ovalen bis verkehrt eiförmigen, plötzlich kurz zu- 
gespitzten Hüllbll. und goldgelben Paraphysen. Ausgedehnte, weiche, lockere, 
schwellende, gelblichgrüne, unten rostfilzige, bis 6 cm hohe Rasen. Bll. etwas 
verbogen aufrecht abstehend, trocken verdreht und eingekrümmt, aus schwach 
elliptischer, breiter Basis allmählich lineal-lanzettlich verlängert, mit 
stumpfer, mamillös gezähnter Spitze, über dem Basalteil, resp. in der Mitte 
umgebogenem, nach der Spitze zu flachem, einschichtigem, mamil losem 
Rand und voi - ödender Rippe. l^ueischnitt der letzteren 

mit 2 — 4 und selbst 0' medianen Deutern, do] ändern und teil- 

weise maiuil lösen Aussenzellen. Blattzellen oberwärts rundlich quadratisch, 
8 — 10 u und' _ .. los, im Basalteil dünnwandiger, 

glatt und durchscheinend, verlängert rektangulär bis rektangulär-G seitig, zum 
Teil fast doppelt so breit und 3 — «mal so lang als breit. Innere Perichätialbll. 
der ganzen Länge nach scheidig zusammengewickelt, abgerundet oder plötzlich 
kurz zugespitzt. Scheidchen mit kurzer Ochrea. Kapsel auf 5—12 mm 
langer, gelber, feucht schwanenhalsartig gekrümmter, trocken ge- 
schlängelt aufgerichteter Seta geneigt, symmetrisch, etwas hochrückig. 
mit nur undeutlichem, nicht kropfigem, kurzem Hals, schief geschnäbeltem. 
gelblichem, glattrandigem Deckel von mehr als halber Urnenlänge und nur 
angedeutetem, bleibendem Ring, entleert schwach gefurcht und unter der 
Mündung nicht verengt. Peristomzähne bis zu -.. gespalten, mit nach oben 

und grubig längsstreifig, an der Basis verschmolzen und aua 

ganzen Zeilplattei gehiid t Spot n 17 - u. bräunli hg, 
und warzig. Reife im Juli. Br. enr. Vol. I. Tan 



— 193 — 

An humösen Absätzen oder mit Erde bedeckten horizontalen Fi 
oder auch an grasigen, felsigen Abhängen der höheren Gebirge und Alpen 
Europas, von 1500— 2400 m; bereits 1798 von Flörke im Zillertluil in ' 
deckt. Auch aus dem Himalaja Asiens, sowie aus Grönland, den Rocky- 
und östlichen Staaten Nord-Amerikas bekannt. S. Ill, 10, Blattquersehn 
X. 8, a) BL, b) Kapsel; gez. nach einem von J. Breidler in den Krag-a 
über 2000 m ges. Expl. 

4. Cynodontium fallax Limpr. L890. 

<7«„, nlpestre .L. 1882: c'f. Illih. Kr. Fl. IV. Nr. 87.' 

Einhäusig; die knospenförmigen Blüten am Fasse des Per 

oder auch plötzlich zu einem Spit/.ehen verschmälerten, mit Rippe v< 
Hüllbll. Habituell an po!;/c«rj»nn erinnernde, jedoch kräftigere, 
selbst 5 cm hohe, gelbgrüne bis freudiggrüne, dichtere Rasen nn 
3 kantigen, in den Blattachseln wurzelfilzigen Stengeln. Stammqners« 
deutlichem Zentralstrang, ßll. etwas schopfig, feucht rerbogen a 

tischer Basis allmählich lineal- 
bei gnmlesrens, mit stumpf licher, durch mamillös v 
Spitze, gekielt, mit über dem Basalteil umgebogenem, krenuliertem Rand und 
vor oder mit der Spitze verschwindender, oben am Rücken durch mamillose 
Zellen sägezähniger Rippe. Querschnitt der letzteren mit meist 4 medianen 
Deutern, nur schwachem oberen und mehr grupp.-i.w.^e /.usammmgrsetztem 
unteren Stereüdenband. Blattzellen nach innen und an der Spitze der Bll. 
spitz kegelig-mamillös, abwärts mit runderen mami «en ^nftreibungen, ober- 
wärts rundlich quadratisch oder rektangulär, 1<>— 14 \i, und mit doppel- 
schichtiger Randreihe, im basalen Teil glatt, etwas breiter, verlängert rektangulär 
und bis 6 mal so lang als breit oder auch rektangolar-6 seitig und last doppelt 
so breit Perichätialbll nur bis zur Mitte scheidig. Kapsel auf 8 mm langer. 
gelber, von keiner Ochrea umgebener Sera aufrecht oder schwach geneigt 
oval oder eüänglich, kurzhalsig, nicht kropfig, dünnwandig, grünlichgelb und 
undeutlich gestreift, mit nur angedeutetem, in einer ^"^^j^®^ 

konvexer IW, Vui" und ^\^( ^M-l.näbeltem. am Rande nicht oder kaum 
kerbigem Deckel von oft fast lW:.lä:,ge. e,rle,,-t ^-huach ^lMr--l.r. s^t 

niedriger, glatter, ring i hebend, 

herab 2-3 schenkelig und fast bis zur Basis 
brechen, oder auch mit verkoppelten, abwarte rot, 
oben schwach papillösen gelblichen Schenkeln und 
Querleisten. Sporen 18-24 u, gelbbräunlich bis 
Reife im Sommer. 



ssig du 



— 194 — 

An steinigen Abhängen, in Schluchten und steinigen Hohlwegen der Berg- 
und Alpenregion Europas von 900 — 2230 m; von Weigel im Riesengebirge in den 
Schluchten oberhalb Agnetendorf entdeckt. S. XI, 5, a) Bl., b) Kapsel mit Deckel, 
c) entdeckelte Kapsel, d) Kapseldeckel, vergrössert im Maassstab des Bl., e) stärker 
vergrössertes Peristom ; gez. nach einem von J. Breidler bei Murau in Steiermark 



5. Cynodontium laxirete Grebe (Hedwigia L901, Beibl. S. 100). 

Cy. polycarpum v. laxirete Dix. und v. laevifolia Hagen; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 649. 

Einhäusig; die ; Blüten mit lanzettlichen Hüllbll.. zahlreichen, kurz 
gestielten Antheridien und längeren, gelben Paraphysen. Etwas weniger dichte, 
gelbgrüne, 2 — :> cm hohe Rasen mit kräftigen, etwas schopfig beblätterten 
Stengeln. Nach dem Bl. gleichsam eine lockerzellige Übergangsform zwischen 
C. fallax und }>olyair}mm mit lockerem, kaum mamillosem Zellnetz und ein- 
schichtigem Blattrand. Bll. lanzetl verschmälert, bis 4 mm 
lang, an der Basis 0,75 mm breit, mit umgebogenem Rand, meist vor der 
Spitze verschwindender Rippe, flacher, durch vorspringende Zellen grob gezähnter, 
seltener ganzrandiger Spitze und kaum niamillöser, einschichtiger Lamina, 
auch am Rand nicht doppelschichtig. Blattzellen im oberen Teil lockerer als 
bei den vorbenannten beiden Arten and fast durchscheinend, 12 — 18 und selbst 
20 u und kaum oder nicht mamillos. Kapsel auf 1 1,5 cm langer, gelber bis 
rötlich-bräunlicher Seta aufrecht, eiförmig bis ellipsoidiseh und schwach 
gekrümmt, mit vor der Reife etwas angeschwollenem Hals, ein- bis zweizell- 
reihigem Ring und aus kegeliger Basis kurz geschnäbeltem Deckel von fast 
halber Urnenlänge. Peristomzähne rotbraun mit hellen Spitzen, längsstreifig 
und bis zur Mitte gespalten, aussen mit L5— 20 eng gestellten Querleisten. 
Sporen 20- 25 u, hellbraun und feinwarzig. 



Von C. 



unterhalb des Astenbergs 



klippe bei Nordenau im westfälischen Schiefergebirge, im Quellgebiet der Leone in 
600 m entdeckt nnd auch aus Schottland bekannt, wo es Dixon im Juli L893 am 
Glenlyon in Pertshire an Felsen gesammelt hat. Die Form des Bl. entspricht meist 
der von C. jallo.e (XI, 5, a>, diejenige der Kapsel dagegen mehr derjenigen von 
C. V ob r «r T n,„ <X,S,b). 



weniger verbogen, beiderseits vülli 
vortretende Randzellreihen hantig 
welligem, über dem Basalteil um 
Spitze endender Rippe. Querschi 
flachem unteren und nur durch ei 
band. Blattzellen oben rundlich 
rektangulär bis rektangulär-ti seiri 
breit, in den Ecken der Baaia j 



Deckel von 


Kwa V, Unu 


mlänge. 


am Urnenrand mi 


Zellen, von 


denen die 




leichsam einen bl 


trocken läng 


sfurchig und 


unter d< 


^r Mündung veren» 


zusanimenge: 


zogen und in 


die Seh 


l verschmälert. znl 


förmig. Die 


j Zellreihe an 


i Rand i 


les Deckels ersehe 


bei poh/wp, 


am v. tenelhin 


,. Perii 


rtomrähne an der 


Hohlcylindei 


• verbunden. 


nur zuw 


eilen einfach und i 



aufwärts kaum papillös, gelblich und mehr Bchrägstreifig, innen mit nur schwach 
vortretenden Querleisten. Sporen 18- 20 u. gelbbräunlich und fein punktiert. 
Reife im Sommer. Br. eur. Vol. I, Tab. 4:> Nr. 10 und 11, sowie Tab. 46 y. 
Tn den Spalten und Klüften der Quarz- und Sandsteinfelsen, namentlich 
alter Sandsteinbrüche, durch die Hügel- und Bergregion Europas bis in 1500 m 
verbreitet, insbesondere auch in Skandinavien. Nach Arn eil in Sibirien von der 
mittleren Waldregion bis nach Tolstoinos in der arktischen Region, jedoch spärlich 
und auch von Spitzbergen bekannt. S. IX, 12, a) BL, b) Kapsel, c) Kapseideckel 
im Maassstab des BL: »ez. nach einem von J. Breidler in Steiermark ges. Expl. 



Von dei 



glattrandigen Kapseldeckel und die stumpfen Hüllbll. der 

7. Cynodontium polycarpum (Ehrh.) Schj 



Einhäusig: d: 
ihlreichen Antheric 
.ckere, ausgedehnte 
icht filzigen, stumpf 






Bl, 






endig, trocken ziemlich kraus, aus an den Ecken meist etwas abgerundete 
förmiger oder elliptischer Basis ger* und schar 

riemlich zugespitzt, aufwärts beiderseits mamillös, nach der Spitze 
,der weniger scharf gezähnt und mit doppelter Randzellreihe, sowie n 
er Basis etwas umgeschlagenem Rand und in der Spitze verschwindend 



— 1% — 

resp. mit derselben endender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2-:5 -rossen 
medianen Deutern, differenzierten Aussenzellen und flachem unteren Stereiden- 
band, während das obere Stereidenband meist nur in wenigen Zeilen ausdeutet 
ist. Blattzellen aufwärts rundlich quadratisch, 10-12 u, meist beiderseits 
schwach mamillös, nach der Basis zu kurz rektangulär, nach den Eck« o zu 
fast quadratisch oder kurz rektangulär-«» seitig und bis 20 u. PerichätialblL 
bis zur Mitte scheidig. Kapsel auf bis 1,5 cm langer, gelber, zuletzt rötlicher 
Sota aufrecht oder schwach geneigt, kur/h aisig, ellipsoidisch und regelmässig 
oder nur symmetrisch und hoehrLickiy mit /.iemlich lang go>i-liiifiheltrin kcrb- 
randigem Deckel von mindestens halber Urnenlänge und deutlich differentiiertem, 
grosszelligem, dreizellreibigem, stückweise sich ablösendem Ring, entleert 
tief gefurcht. Peristoiftzähne gelbrot und grubig längsstreifig, auf 2—3 zellreihig 
ringartig msanmienfliessender glatter Basis sich erhebend und bis zur Mitte 
in 2 (ausnahmsweise 3) aufwärts dicht papillöse Schenkel geteilt, aussen mit 
uur 8—15 Querleisten. Sporen 20 — 25 u. braun und warzig. Reife im Juni 
und Juli. Br. eur. Vol. I, Tab. 47. 

In den Felsspalten kieselhaltiger Gesteine von der Hügelregion bis in die 
Alpen in 3260 m, durch ganz Europa, den Kaukasus und Nordamerika verbreitet: 
von Ehrhart am Brocken im Harz 1786 entdeckt. Nach Eenauld und Cardot 
namentlich aus Grönland, Neu-Fundland, Kanada, Britisch-Kolumbien, Alaska und 
dem nordwestlichen Territorium Nord- Amerikas bekannt. S. III, 12, a) unterer. 
b) mittlerer, c) oberer Blattquerschnitt, d) Peristom nebst Kapselring, e) Längs- 
schnitt durch einen Zahn, sowie X, 6, a) Bl., b) Kapsel, c) Habitusbild in natür- 
licher Grösse; gez. nach Expll. aus dem Fichtelgebirge. 

Var. tenellum Schpr., eiue kleinere mit de; :n inende Form 

mit meist regelmässiger, kleinerer Kapsel — an den Quadersandsteinfelsen der 
Sächsischen Schweiz und Nord-Böhmens, s. X, 6, d und e) Kapseln, f) Kapseldeckel 
Maassstab wie g) Bl. 
ar. strnmiferum Schpr., mit in den Blattachseln der unteren Bll. braun- 
ätengeln, etwas kürzeren Bll., nur am Grunde scheidigeu PerichätialblL und 
r, buckeliger, am Halse kropfiger Kapsel — - vorzugsweise in höheren 
ind nur ausnahmsweise auf erratischen Blöcken der norddeutschen Tiefebene, 
.in eil in Sibirien von der mittleren Waldregion bis nach Dudinka und 
os in der arktischen Eegion. Von Limp rieht wird diese Varietät in ßbh. 
von 1890 unter IV Nr. 90 als eigene Art aufgeführt, während sie sich 
fast nur durch die kropfige Kapsel von der Normalform unterscheidet, 
vi -ind: jy,rm,,um stmm'if.'nnn Ehrh. 1786. /•'/».■*/. „s Hedw. 1789, Ihjjunnit 
,< D U 1793 Br. hi.-lm.im Dicks. 18H1 ( ■<' n nn, 
hl n Brid. 18<h; (J ., ', , R ru l }82« . Ihoi» • ' 



mit aus den Blattacliseln nicht oder nur wem 
querschnitt mit Zentralstrang und nur einzellreili 
pohjcarpum ähnlich, fVucht allseitig abstehend, 
gekräuselt, aus elliptischer Basis lang liueal-lai 
schmälert, mit aufrechten Rändern, fast ganzraml 
Spitze und mit oder dicht vor derselben enden« 
ausfüllender Rippe. Querschnitt der letzteren 
Deutern, wenig differenzierten Aussenzelh n and 
sterei'den. Lamina mit Papillen über den Pfei 
schichtig. Blattzellen oben kurz rektangulär ui 
quadratisch, etwas mnmillos oder mit Auf treib 
8-10 u, im Basalte. 1 verlängert rektangulär. nac 
und etwas wurmförmig, jedoch an den Erken 
am Rand deutlieh abgegrenzten lockeren, gebrä 
flügelzellen von 25— :*0 u. Perichätialbll. halbsehe 
Kapsel auf 1.5 cm langer, rötliehgelber Seta au 
etwas geneigt und schwach hochrückig. fast eylmd 
gestreift und gefurcht, mit l- 3/ellreihigetn tu 
kurz und schief geschnäbeltem Deekel. Peristo 
ja oft fast bis zur Basis in 8 '■'> schmale Schenkt 
grubig längsstreifi-r. an der Hasi* mit ± - :i PI: 
an den Spitzen heller and papillös. Sporen L6- 
bräunlich und gekörnelt. Reife im Sommer. 
Von Eob. Tolf bei Täsjö. Anger 



i Schweden i 



deckt. Unters 



m Bhjltii, dem die Pflanze im allgemeinen 
^hrZhtfTurch dietfBlüten und die meist gerade, gestreifte Kapsel und 
würde vielleicht besser da Umgangsform zu Dkrmmm gezogen S Tab. XLVI, o, 
a und b) BH.. c und d) Kapseln, e) C Blüte, f) Penstom, g) Bl. -Querschmtte; 
gez. nach von H. W. Arnell und von E. Tolf ges. Expll. 

Ci nodontium Limprichtianum Grebe (Hedwigia 1897, Beibl. S. 103) mit 
aufrechterer Blattmud und difierentiierten. bräun- 

licheu Blattflügelzellen - aus dem , *" ■' *"* £» 

s teril bekannt und bildet gleichsam d ' * ' ' ^ 

weshalb Grebe dafür das Sabgenus LyncodonUnm auigestei« . . 
FL IV, Xr. 937. 

:). Gruppe. Oreoweisieae. 



Blätter mamillös. Kap 
1. Gatt. Ol 



Gesteine in wichen, meist gelblich- oder 
^tatoto -it mehr oder weniger filzigen, stumpf 

^ ...„. .„i,„;n- mit Zentr 



verdreht oder kraus, aus gerader oder elliptischer Basis iineal-lanzettlich oder 
auch pfriemlich, mit kräftiger, unter «1er Spitze verschwindender Rippe. Quer- 
schnitt der letzteren mit medianen Deutern ohne Begleiter. Blatt/eilen im 
Basalteil glatt und rektangulär bis rektangulär-6 seitig, nach oben rundlich- 
quadratisch und mehr oder weniger mamillös. Blüten einhäusig, die 
knotenförmig und nicht gestielt, meist zweiblätterig. Kapsel auf 5— 10 min 
langer, gelber Seta aufrecht und regelmässig oder etwas geneigt, länglich- 
ellipsoidiscL weder gestreift noch gefurcht,, mit aus kegeliger Basis 
geschnäbeltem Deckel von meist halber Urnenlänge und schmalem, nur an- 
gedeutetem, bleibendem Ring, Peristomzähne lanzettlich und ungeteilt oder 
auch durchbrochen und selbst bis fast zur Basia gespalten, nur schwach und 

kappenförmig. 

Von Dicranoicema unterscheidet sicli diese Gattung durch das Fehlen der 

durch die glatte Kapsel. Aussereuropäische Arten derselben sind noch 12 bekannt. 



Einhäusig: die : Bluten mit 2 eiförmigen, stunipflicb /.. 
schwach gerippten Hiillbll. und zahlreichen Antheridien und I 
Gelbgrüne bis bräunliche, 1—4 cm hohe, weiche, unten braune 
schwach filzigen, stumpf :.! kantigen, etwas schopfig beblätterten, 

sträng. Untere Bll. eilanzettlich, die oberen grösser, feucht verbog 
abstehend, trocken kraus, aus elliptischer Basis ziemlich rasch lineal 
verschmälert und pfriemlich zugespitzt, aufwärts kielig, mit abwä 
gebogenem Rand, entfernt und etwas undeutlich gezähnter Spitze i 
fast auslaufender Rippe. Querschnitt «1er letzteren mit 2— 6 medial 
ohne Begleiter, doppelten Stereidenbändern und sehr zahlreichen s 
Bückenzelleu. Blattzellen aufwärts rimdlidi-.pKidratisch, 8-10 u 
mamillös, snonuli-.-h zweischichtig, sowie mit doppelter Ranc 
au der Basis durchscheinend, kurz rektangulär und etwas breiter. Fi 

links gedrehter Set anfr< ht 

oval oder oi.hnghc:. Hmn utvl.g, /.min>H>i,ui, n 



papillöser noch -rubL streitiger, roter Aussenschicht und 
Sporen 17-20 u, in Masse zimmt- oder rostbraun und * 
und Juni. Br. eur.. Vol. I, Tab. 44. 

meist in :',<>() I2:.n m: v,.n K inline 1SI2 in Steiermark < 

die weicheren Easen mit krausen Bll v sowie die kürzere glatte 
Eing und das Per to 11t iterscheiden lässt. S. X. 1 
e) Peristom; gez. nach einem von Schimper in den Yoge; 

2. Oreoweisia serrulata (Ftrack) !)<■ Not. 



nur 2 -o Hüllbll. and wenigen Antheridien und Pamphvsen. Dichte, gelbhch- 
olivengrüne, durch zarten, papillosen Wurzelfilz verwehte, bis 5 cm hohe 
Easen mit gleichhoeh verästelten, dicht beblätterten, stumpf 3 kantigen Stengeln. 
Stammquerschnitt mit kräftigem Zentralstrang. Bll. dicht gedrängt abstehend. 

oder schwach elliptischer Basis lanzettlich bis lineal-lanzettlieh. kurz zugespitzt 
»»der stumpf, auf beiden Seiten der Lamina und au der Kippe mamillös, mit 
flachem, etwas welligem, nach der Spitze zu durch die kegelig ausgebauchten, 
zapfenartig vorspringenden Zellwände sägezähnigem Rande und 
kräftiger unter der Spitze verschwindender Kippe. Querschnitt der letzteren 
mit 2-4 und mehr medianen Deutern, kräftigem Stereidenband und weit- 
lumi-en Aussenzellen, 4-6 Bauchzellen und etwa doppelt so viel Rücken- 
den Blattzellen oben q.m.lniti>ch oder rumll.,! I ^,-itu. 10-12 n, ab- 



Zellen am Urnenr 
bleibenden Bing bii 
Basis lanzettlich-pfi 



und Cardot auch 



XaehEenauld 
Jersey in Nord- 



Ä u.«i.ui ueKannx, sowie nacü Arnell von Schmidt im Amurgebiete bei Tyr 
gesammelt. Nach der Rev. br. v. 1898, S. 84 soll die Pflanze auch am Belgeu im 
Schwarzwald in 1250 m von Tb. Herzog neuerdings aufgefunden worden sein 
S. X, 5, a und b) Bll., c und d) Kapseln, e) Peristom, sowie IX, 7, a und b) Blatt- 
querschnitte, c) Haube; gez. nach einem von J. Br 
Kraggauer Schieferalpen in Steiermark ges. Expl. 
Oreoweisia Mulhaeeni Höhn von der Si 
Brotherus in ] 
bekannt geword 






i von der hierra Nevada in Spanien, welche 
natürlichen Pflanzenfamilien erwähnt, ist mir bis jetzt nicht 
all auch in der Spitze ganzrandige Bll. und glatte Sporen 
cf. Bbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 652. 



2. Gatt. Dichodontium Schpr. 1855. 
Auf Kies und an zeitweise überschwemmten, feuchten, nassen Steinen 

7 ■''• —- 'VUniocse »* meist einfachen, nur wenig p „,,lte„. 

»tontigen Stengeln. Stämmchen mit Zentrahtrang. Bll. weich, feucht all- 
seitig sparrig abstehend, trocken mehr oder weniger kraus, aus breiter 
fast scheidi,,- iu ih , nzetUich-zungenförmig, mit kräftiger, vor der 
^ 6 ^™ ;-" ' »t'PPe. Querschnitt der letzteren mit 2-4 medianen 
Deuten. u einer Begleitergrappe, doppelten, gelblichen Stereidenbändern und 
differentiierten Aussenzelien. Blattzellen an der Basis nur im Mittelfelde und 

££ der R,ppe verlängert rektangulär bis rektan^ itilf . rtIll B and in 

mehreren Reihen quadratisch oder rundlich-quadratisch jedoch ohne 
Igekellen, aufwärts allmählich rundlich-quadratisch etwas 
kleiner, dick , ,,. u .| , ,] ,, i ts niamill.i, Blut , /w< lh , u^, r nui \ t( , 
Kapsel auf etwa lcm langer, gerader, gelber Seta mehr oder weniger p g int! 
»ig, derbwandig und glatt, weder gestreift noch 

•"• »üne Kropf, mit nur undeutlichem Hals und mit aus I |i„,. r B-ios 

peschnaheltem Deckel, jedoch ohne Ring. Peristomzähn rU^uiJC,. 

'ler Basis verschmolzen, bis unter die Mitte herab iu 2 oder auch 3 
aussen crmki.lS... . -<•■ 
und hm«, t.» »«»gruüig laogsstreifig mit etwas knotigen Gliedern 

"M- mit vorragenden Querleisten. Haube gross, kappenfdrmig und 

d-ese,: "laungTkaÜM. & """ * ^ "'" ^ *"*■ '' indische Arten 
1. Diehodontium pellucidum (L.) Schpr. 1855 



Peristomziihne weit 




schmaler, ungeteilter 


Peristo.n 


«lnnkl.M-. aussen purp 


urrot mit 


mit gelber, papilir.se 


!' .Schicht 


balkeu, an den Spit 


zen heller 


Sporen oft ungleicb.gr 


oss 15 2fi 


fein papillös. Reife in 


i Spätherb 



Hist. niusc. Ii41 erwähnt. 
aus Grönland, Behring, Neu-Fundland. Kanada. Britisch 






bekannt. S. IX, 



c) Blattquerschnitte, sowie X, 10, a) Bl., b) Kapsel 

in natürlicher Grösse; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll. 

kaum gezähnten Bll., fast aufrechter Kapsel auf höchstens 5 mm lan 
von C. Ludwig im Isergebirge entdeckt; 

var. serratinn Schpr. = Dich, ß.ivwens Lindb.. in höheren 
7 — 10 cm) mit längeren und breiteren, in der oberen Blatthälfte stärker 
Bll. und aufrechter, verlängerter, oft fast cyl indrischer Kapsel mi 
geschnäbeltem Deckel — an denselben Standorten, wie 
Kärnthen, Tirol, England, am Bernina in der Schweiz u. 
vergrösserte Blattbasis, b) Bl.. c) Kapsel; gez. nach einem von Sek 
Vogesen ges. Expl. 

Diese letztere Varietät wird zwar von Lindberg, Dicks. und Tui 
Kr. Fl. IV. Nr. 94) als eigene Art behandelt, kann jedoch auch nach 



Fam. X. Dieranaceae. 

kräftigere, grössere, selbst Ins 25 cm hohe, zu Rasen vereinte oder auch z^t 
Massenvegetation hinneigende Sumpf-, Erd-, Holz- und Felsbewohner mit 
gabelig geteilten Stengeln. Stämmchen der kleineren Arten gewöhnlich nur 
am Grunde, die der grösseren dagegen oft weit hinauf wurzelfilzig. Quer- 
schnitt und Längsschnitt derselben mit Zentralstrang und meist auch mit 
^Pfejg^ebe, resp. getüpfeltem Grandgewebe. Aus knollenartigen An- 
schwellungen des \\ urzeinlz,, bilden sich bei ihnen häufig junge Aussprossungen, 
die sich vorzugsweise zu kleinen 5 Pflänzchen entwickeln, wie wir dies z B 

] ^j;z hiiV;;;;;,':!,^ :s:z l ' ;; ' :; \ v ' '■ ,,id,t beobachteu 

förmig, glatt und mehr oder weniger °gZleX ^k^Z^ Z^c^ü 
meist gefurchter oder landloser Rippe. Querschnitt der letzteren mit zahl- 
en en medianen JJeutern und m der Eegel {Oneoplurms ausgenommen) ohne 
Begleiter. Blattzellen parenchymatösen, im 



lieh und oft zweischichtig, im Basälteil dagegen verlän 


rt rektan s 


fektangulär-eiseitig, liüuiur mit u-etüpfVlhm Scheidewän b 


m und an d 


«" in der Regel (bei DicraneUa und Trematodon sind die 


IM f'- V 




zwei- und in.-l 






g. niemals zwitterig, die meist knospenförmig. ''zu weile 


riis'ideh.r" 


FUundwm erinnernde Pflänzchen im Wurzelfilz Haub 


e kttl) ' f.' ■ 


r faltig noch behaart. Scheidchen mehr oder weniger 




Ochrea. Kapsel (oft 2 und mehr aus einem Perichätii 


,1 n >:m 'r' 'l :'.'. r !' 










■etrisch und oft gekrümmt, teils ^ n^ ^J%J^ 


Hingen, mit lai 


.^\:;;;;::^ f .^:;;^; L ;i . l:ii i^^; v:;;.:;;*"'-.;.,;;: :\///J i ;^ 1 7/ T , ^s"^ #1"^ 


Luftraum d 




verschmolzene 


i n 2 (seltener 3) Schenkel get 


eilten Zahnt 


' . e j^. 1 " '■ c!l ^ ;u ' iu ' 1 ''-'- ;s '^ kürzeren Platten «rehildt 


>te, rote Ausse 


J ' "'J^treiii- i>t. während die stark e 


ntwickelte gell 



gebildeten Aussenfläche Querleisten vor. Trocken sind die Zähne im 1 
Teile eingekrümmt, so dass sie (mit wenigen Ausnahmen > ku > ,ei> ," 



1. Gruppe. Dieraneae Limpi 

Kapselhals kurz, mit dichtem Füllijewebe und 



rasige Alponmoose mit reichlich eabelifi , T '* ? 

Blattachseln mehr oder minder filzigen St" mg , h^ndTän-!' 

schickt ^odln'''"'!''!^ l0rk, ' n ' m (;n ! 11,,liVW, ' 1,t ' u "< 1 «lickwamliger Riuden- 

oder auch austretender Kippe. Ouerschnitt der letzte t * 

Deutern, mehreren (meist 4) Begleiter-nippen. doppelten Stereidembämlern 

und differentiierten Aussenzellen. Blattzellen aufwärts klein 8 In u vor 

weise rundlich-quadratisch, oben oft unre<rtdniäs<j.r und mit \uft-''l 

über den Pfeilern, resp. über den Scheidewänden der Zellen, am JUnd 

in wenigen Reihen zweischichtig, im unteren Hasalteil durchscheinend bis 

wasserhell, verlängert rektangulär bis rektangulär-^seitig. an den Ecken 

Perichätialbll. bis über die Mitl . S Jj£«nbi!r 

Kapsel auf etwa -.-m langer, gelblicher, gerader Seta ir-m-i-t" nur > } innu-nich 

schnäbeltem Deckel von minde>r ns liali Im!- \ \\ j ','] rui 

Zellen gebildetem, bleibendem fcing, entdeckelt und entleert nur schwach 

streifig, bis zur Mitte in ± (oder auch 3) pfriemliche 9 
Grunde zu einem Hohlzylindei vereinigt ii d du eh i 
platte mit der Urne verbunden. 



Cynodontium an, von der sie sich jedoch durch die 
nd die mehr od. Kapsel unter- 

irotherus in Euglers natürliche» Pflanaenfiimilien 



— 204 — 
1. Oncophorus virens (Sw.) Brid. 182H. 

Briju.n Sw. 1784. Dkramun Hedw. 1792. Angströmia ('. Müll. 1851. Ci/^xlontim» 
Schpr. 1S55. LcptotrirlntH) Min. 1*5!». L>i<>hch,a ILmipe 1*7.'}; t -f. Rbli. Kr. Fl. IV, Xr. «)H 

Einhäusig; die knospenförmigen ä Blüten scheinbar achselständig, mit 
eiförmigen, kurz zugespitzten oder stumpflichen, mit Rippe versehenen Hüllbll. 
Dichte, weiche, gelblichgrüne, 1—5 cm hohe, braunfilzige Rasen mit gabelig 
geteilten, gleichhohen, nur wenig wurzelfilzigen Stengeln. Bll. feucht aufrecht 
abstehend, die oberen mehr verbogen abstehend, trocken etwas gekräuselt, aus 
eiförmiger oder elliptischer, schwach geöhrter Basis lanzettlich verlängert 
und allmählich pfriemi-iHnn,!,^ -an/ramü-. nur an der Spitze entfernt und 
meist undeutlich gezähnt, gekielt, mit in der Mitte umgebogenem Rand 
and m der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren wie bei der 
Gattung angegeben. Blattzellen vorzugsweise rundlich quadratisch und kurz 
rektangulär, 8-10 u, nicht mamillös, jedoch mit Auftreibungen über den 
Pfeilern, am Rande aufwärts in 2-3 Reihen doppelschichtig, im Basalteil 
heller, etwa 4 mal so lang als breit, verlängert rektangulär bis rektangulär- 
" Blattfliigelzellen ebenfalls - üschichti- gebräunt meist 



ulich deutlich abgegrenzt und oft 



etwa> gH<")lu 



erscheint Kapsel auf bis 2 cm langer, aufrechter, gelber Seta gekrümmt 
»"<! hochrück.g. hell gelblichbraun, etwa, derbwainlio-, mit aus ke-eliger 
Basis schief geschnäbeltem Deckel von halber Urnenlänge und mit am kurzen 
Halse nach innen eckig vorspringendem Kröpfe, trocken aur sehr schwach 
■•■ist ulatt entdecken: unter der Mündung nur weni- ven-n-t -.her 
Peristomzähne purpurrot, bis zur Mitte zw.^-henMi« und 
""*"' > Glicht Lrr.mig läng> s treifig. Sporen 20—2."» u. iielb-rün und M-hwarh 
papillös. Reife im Juni. B r . eur. Vol. I, Tab. 48. 

Auf kalkfreier Unterlage, auf kiesigem, feuchtem Boden, an Bächen und 
Seen auch an nassen Felsen und auf faulem Holz in den Alpe, von 700 m aof 
-•• -< ""m, auch m den Pyrenäen und Skandinavien, sowie in Nord- 
amerika und Asien. Nach Renauld und Cardot namentlich aus Grönland 
and dem ^ eU ; FUD f f a v Ud ' Briti^KolumbU», den Rocky-Mountains, Kolorado 
nordwestlichen Territorium Nord-Amerikas bekannt. Nach Arnell 
a von der mittleren Waldregion bis Dudinka und Tolstoinos in der 

-;;- ■■. »owi. auf S „ itzb „ gen nDd „ Gr8n]and ™Vl.t 

ZS.V2+ gez - " ach einera ™ tt p - Culmann in G — -- ■' *- 

in 3— 4 Läugsreihen grob gesäj U am oberen Rand 

in feuchten, schattigen Schluchten und an Wa^erf^Ta™^ •" J"^ ~ 

Br. eur.. Vol. I. Tab. 49. * namenthch in Norwegen. 

gesä g t^ r ";.'";;;; ;,:;„ L ^Zi i!i uu IMcm hoW *«•»*".,.«, .u,,, „ lit nicht 

n P.i. lang anatretender 



2. Oncophorus Wahlenbergii Bri 



Gelbgrüne, dichte, rostfilzige, unten dunklere Basen. Bll. me 
und länger als bei voriger Art, trocken sehr kraus, aus verkehrt 
Basis plötzlich verschmälert, sehr lang rinnig pfriemenlormig 
Spitze und in derselben endender, etwas schwächerer Ripp.- Bi atz» 
papillös. auch die Blattflügelzellen weniger entwickelt und eiiiM-hici 
kürzer, fast verkehrt eiförmig, hochrücirig, minder derbwand 
gerundetem Kröpfe, entleert hell gelbbräunlich, stark gekrfl 
mündig und längsfurchig. Peristornzähne aussen rotbraun, oft i 
rissig. Sonst wie bei voriger Art. Br. eur. Vol. |. Tab. 49. 

An nassen, kalkfreien Felsen und an kalten Quellbächen in 
Gebirgslagen der Schweiz, sowie in der Tatra and in Tirol von 1 71 
auch aus Nord-Amerika und dem Himalaya Asiens bekannt vorzugsw 
der arktischen Zone. Nach Arn eil in Sibirien von der mittleren Wa 
Jeniseisk bis Dudinka in der arktischen Region und von Lundstrc 
Dicksons-Hafen in 73° 25' n. Br. mit Frucht gesammelt. S. IX. 1 1. a) }] 
c) Habitusbild, d— f) Blatt querschnitte; gez. nach einem von W. Arnell i 
Iand in Schweden gesammelten Expl. 

Var. compact us Funck mit nicht gesägten Bll. und kleinerer, kürs 
Kapsel — in sehr dichten niedrigen Raseu in Tirol und Norweoen 

Oncophorus riparius Lindb. fil. aus Finnland siehe Nachtrag 



2. Gatt. Dicranella Schpr. 1855. 
Gesellige oder zu lockeren Rasen vereinte, niedrige Erdmoose. Stengel 
mit Zentralstrang, teils mit, teils ohne Tüpfel im Grundgewebe und meist ohne 
Wurzelfilz. Unterirdische Rhizoiden häufig mit Brutknöllchen. Bll. glatt. 

lanzettlicher, oft scheidiger Basis linealisch oder pfi 

laufender und nur bei ^larrom mit vor der Spitze verschwindender Kippe. 
Querschnitt teils mit basalen, teils mit medianen Deutern ohne Begleiter, aber 
mit differenzierten Aussenzellen. Blattzellen linealisch oder rektangulär, 
an der Basis locker, jedoch ohne eigentliche Blattflügelzellen. Blüten 

Kapsel aufgedrehter oder i schlängelte Set.-i selten aufrec t. meist geneigt 
und symmetrisch oder auch kropfig, kurz und kurzhalsig. mit und ohne 
differenziertem Ring und mit kegeligem oder aus kegeliger Basis ges :hnäb iltem 
Deckel. Peristom durch 2—4 zarte Zellschichten mit der Urne verbunden. 
Peristornzähne bis zur Mitte ungleich 2-(oder auch 3-)sehenkeIig. an der 
Basis zu einem bis lOzellreihigen Hohlcylinder verschmolzen, der aus ganzen 
Peristomzellen mit v» . * wird Aussenschieht 



der Zähne grabig längsstreifig; Innenschicht gelb oder orange, mit 1 oder 
2 schwachen Längslinien und mehr oder minder vortretenden Querbalken. 
Haube kappenförmig, klein und ganzrandig. 

An exotischen Arten ist diese Gattung sehr reich. Es waren nach Jaeger 
und 8. bis zum Jahre 1879 bereits 88 aussereuropäische Arten derselben bekannt. 
ja es sind bis jetzt schon über 120 beschrieben, sowie 59 Arten der auss 
in tropischen und subtropischen Gegenden verbreiteten Gattung Microdus, die nur 
als Untergattung von fHeranella betrachtet wird. 

A. Anisothecium Mitt. 
Blattrippe an der Basis schmal und gut begrenzt. Kapsel glatt, weder 
gestreift noch gefurcht, derbwandig und meist gebogen. Zellen des Ex 
regelmässig und parenchymatisch. Ring nicht differentiiert, Perisl 
rot und dicht papillös. 

a. Bll. sparrig, allseitig abstehend. 

1. Dicranella squarrosa (Starke) Schpr. 1860. 

Zweihäusig. Gelblich- bis braungrüne. weiche •>— in ,. In holie 
schwellende und leicht zerfallende Rasen mit aufrechten, runden, mit Bparlicheii 
Wurzelhaaren besetzten, ziemlich gleichmässig beblätterten Stengeln. Stamm- 
Querschnitt mit nur kleinem Zentralstrang, dünnwandigem, lockeren (Jnnnl- 
gewebeund engerer dickwandiger Rindenschicht. Bll. aus breiter scheidiirer 
heller Basis sparrig abstehend und zurückgeb,,^,. 8ch ,aff £ z^en- 
»ormig jedoch nach der stumpfen, ganzramiigen oder B 
verschmälert, out unter der breiten Spitze verschwindender, sehn, 
un loc erem dunnwamhgem, mehr hexagonalem wie rektangulärem Zellne z. 
Bla tzellennnt deutlichem Primordialschlauch, aufwärt« 10- 15 u and 2-3ma] 
so lang als breit, abwärts etwas breiter und bis 6mal so lang als breit, 

lange. Penstomzähne dunkelrot, fast bis zur Mitt r > i ■> ü^üf 
papillöse Schenkel gespalten und an ,W K-,^ „ "'i ►■ 'vi, "■" ' " " 

8el%erl797 h | e 3 uZ ™ H ^ e W«; von 

■--- 



Hist. musc 


rem 1741 erwähnt. 


Alaska, Ka 


lada und Bri 


ish-Kolu 


dem Kauka 


us bekannt. 


Früchte 


bild, d un 


d e) Blattq 


lerschnit 


ges. Expll. 






Var. j 


i-ii/nUi Lor. 


eine üp 


Gletscherwassern von 12 


.«>_:>«>. 


Wurzelfilz. 


" S ° °' 


' r entW 



Dicranella Schreberi (Swar 



grossem Zentralstrang. B1I. feucht allseitig sparri" abstehend troeke 
verbogen und etwas kraus, au. br.-iter. nalbscheidiger Basis' »chma 
lanzettlich bis pfriemlich, flachri.mig m it meist undeutlich und unreal 
massig gezähnelter Spitze and in oder *or derselben rerschwindender Kipp* 
Querschnitt der letzteren abwärts mit bis 5 basalen, aufwarte meist mit im 
2 — 3 medianen Deutern, unterem Stereidenbaml und etwa N— In diriVrt-n tut- 
Rückenzellen. Blattzellen der Basis verlüiiii.-rt rokt.-m-ulär. aulV.ärtV'kiir'z.'i 
namentlich auch nach dem Rande zu und dasellot mehr r'.mnhixi'h bi 
rhomboidisch ß seitig, 10— 12 u. Perichätialbll. aus scheidi"-er Basis nlöt/Ji ,! 
lineal-pfriemenförmig. Kapsel auf 0,5-1 cm langer, purpurroter Seta geneigt 
eiförmig oder eilänglich und hochruckig, rotbraun, ungestreift, mit schwachem 
Kröpfe, nicht differenziertem, nur angedeutetem Ring und aus kegeliger Basi« 
schief geschnäbeltem Deckel, der jedoch kürzer ist als die Urne. Schenkel 
der an der Basis zu 4 Zellreihen verschmolzenen, blutroten Peristomzähne 
oberwärts gelblich mit gekreuzten Schräglinien und kaum papiilös. Sporen 
15—17 u, gelb bis hell rostbraun, fast glatt oder fein papiilös. Reite im 
Herbst. Br. eur. Vol. I, Tab. 5:5. 

An Gräben, Bach- und Flussuferu und an schattigen Waldwegen auf thonigtm 
und lehmig-kalkigem, feuchtem Boden durch die Ebene und niedere Bergregion de« 
mittleren und nördlichen Europas mit Frucht bis 600 m nicht selten und fast über 
den ganzen Erdkreis verl Leipzig 177] entdeckt. Xach 

Arnell in Sibirien von der mittleren Waldreg - nach Dudinka 

und Tolstoinos in der arktischen Region. Auch aus Nordamerika und Neuseeland 
bekannt. S. III, 14. Peristom, XI, Iß, a und b) B1L c) Kapsel, d) ttabitusbild ; 
gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll. 

Var. Unta WHs. = data Schpr., eine mehr dichtrasige bis 1 cm hohe, sterile 
Form mit grösseren, breiteren und deutlicher gesägten Bll. — häufig in der Bhön. 
seltener in Schweden. 



3. Dicranella Grevilleana Schpr. 1855. 

A»i$»thee'>>nn Grcv'Ulei Lin<Il>. l*7s. J_Hcrnii>nn Sclircberl- v. Bml. 1*2*1: ,■!'. [{Mi. Kr. Fl. IV.Xr.lOO. 

Einhäusig; die o Blüten terminal oder in einer Gabelung am Fasse 
des Sprosses,, mit unten gelblichen Hiillbll. und mit Paraphysen. Habituell 
von der vorigen Art kaum zu unterscheiden. Ell. aus verkehrt eilänglicher. 
am Rande etwas welliger, breiter, scheidiger Basis plötzlich in den sparrig 
abstehenden, langen, rinnigen Pfriementeil verschmälert, mit zarter 
die ganzrandige oder nur schwach gezähnte Pfriemenspitze ausfüllender Rippe. 
Querschnitt der letzteren nur mit basalen Deutern. Blattzellen enger als bei 
voriger Art, an der Basis mehr linear, aufwärts rektangulär, 7—9 u. nach 
den Rändern zu an dem Übergang in den Pfriementeil rhomboidisch bis 
rhombisch. Kapsel auf bis 1 cm langer, rechts gedrehter, roter Seta geneigt, 
hochrückig. oval und schwach kropfig, am Rücken mit rippenartigen 
dunkleren Längsstreifen, zuletzt trocken gefurcht, mit bleibendem, durch 
2 Reihen kleiner dünnwandiger Zellen am Rand der Urne angedeutetem Ring 
und schief geschnäbeltem Deckel von Urnenlänge. Schenkel der langen, blut- 
roten, unten Ins /,, '.) Zollreihen verschmolzenen Peristomzähne dicht papillös. 
Sporen 14 -In u. grünlichgelb bis rostgelb und schwach papillös. Reife im 
September. Br. eur., Vol. I. Tab. 54. 

Auf kalkfreiem, sandig-lehmigem und selbst torfigem Boden von 600—2200 m 
m der Berg- und Alpenregion. jedoch vorzugsweise in den Alpen, ziemlich selten: 
von Greville 1823 in Schottland entdeckt. Auch aus England und Norwegen, 
sowie aus Kanada, Bntish-Kolumbien, Idaho und den Rocky-Mountains in Nord- 
. X:,1 1 ! ' kU:ir Xach Arne11 ^ Sibirien von der mittleren Waldregion bis nach 
TvoT ^ SUbarktiSCl "' n R( - i0n - SXL l5 > ;li BI *tt, b) Kapsel; gez. 
Nach den Untersuchungen Warnstorfs kann sowohl "bT die^Je der IS 
f,^^ f 1Dem emhäusi " ra Blütenstande im gewöhnlichen Sinne nicht die Rede sein, 
einhäusigen Blütenstand, der sich später zu 



nfolge Absterbens der 



b. Bll. mehr ode 



Stengelteile ausbilde 
seitswendig bis sichelfö 



der letzteren mit nur 2 basalen Deutern und mehr b 
Blattzellen 10—15 u, dünnwandig und verlängert rekt: 
nur wenig oder nicht scheidig, von den Lauhbll. kau 
auf 3—5 mm langer, roter, links gedrehter Seta meist 
massig, nicht längsstreifig, klein, verkehrt eiförmig cm 
ohne Ring, mit schief geschnäbeltem Deckel von halb- 
unter der Mündung verengt, entleert fast beclier- oder k 
zahne rot, grubig längsstreifig, oft bis über die Mitte ü 
Schenkel geteilt, an der Basis dagegen anfangs 6—10 
und erst nach der Entdeckelung sich später trenn,., 
olivengrün bis bräunlich und nur fein gekörnelt. fast <> 
und Winter. Br. eur., Vol. 1. Tab. 59. 

Auf feuchter, lehmiger und sandig-thoniger Erde nan 
AVegböschungen von der Ebene bis in die Alpenthäler' im , 
Europa, in Deutschland, Frankreich und Kn-bml L\iei, ' ;, 
aufsteigend; von Blandow 1805 in Mecklenburg , f t.i !,t 
aus Japan, aus dem Kaukasus und aus Nordnm nk'"l ' , 
b) Kapsel, c) Habitusbild; gez. nach dahier bei 1 mW). „ 



ilis Ruthe 1873. 

Zweihäusig. Habituell zwischen /, ,,„-■,,,,.„, un ' (i '.„'.;" stehend< ^ 
rundem, rotlichem, schopfig beblättertem Stengel. SchopfblL sichelförmig 
einseitswendig. trocken verbogen und kraus, schmal lineal-lauzettlich mit 
flachem, weit herab entfernt und undeutlich gezähntem Rand und dünner, 
meist kurz austretender Rippe. Querschnitt der letzteren mit I basalen 
Deutern und kleiner Stereidengruppe. Blattzellen dünnwandig, verlängert 
rektangulär, meist 10 u und 4— 8 mal so lang a Is breit, am Rand der Basis 
kürzer, an der Insertion eine Eeihe fest hexaimnal. etwa, dickwandiger und 
gelblich. Pen, .,. aus eiförmiger B 

und durch die austretende Rippe mehr pfriemenförmig auslaufend Kapsel 
auf roter. 5-15 mm langer, geschlängelter und links gedrehter Seta geneigt, 
symmetrisch und klein, oval oder verkehrt eiförmig, ungestreift, mit deut- 
lichem Hals und aus kegeliger B;i>i> ^ehief ^selmäbeitem Deckel v.n mehr als 

gefurcht, ohne Ring. Zellen der Kapselwand zum Teil pr.^-nchvi sti-ch. 
Peristomzähne rotbraun, an der Basis 4zellreihig verschmolzen, kaum bis zur 
Mitte in -2 schwach papiü^e Sehenkel gespalten. Sporen 14— 17 u. bleichgelb 
und glatt. Reife im August und September. 

An sandig thonigen Grabenwänden von Kreistierarzt R. Ruthe bei Bärwalde in der 
Neumark m der Gesell>ehaft\oii/AVrW, , , ,sxu»l6-/ K r i entdeckt, aueb später 
unweit Kissingen von Apotheker Geheeb in der Rhön aufgefunden. InFinnland und Nor- 
wegen selten. Von A r n e 1 1 und J. S a hl b er g bei Yerknje Imbatschna in Sibirien gesam melt. 
S. XI, 9, a) Blatt, b) Kapsel; gez. nach einem von R. Ruthe gesammelten Originalexpl. 



Ecken 



Fim-hm Simplex Schrank. 1789. 
Dicranum varium Eedw. 1789, 
Dirrtmum rubrwm Boul. 1884. a 

Zweihäusig mit ein- und mehrjähri 
in meist lockeren, glanzlosen, nur zuweile 
2 cm hoch, aufrecht dreikantig, fast gleichmässig beblättert, mit deut- 
lichem Zentralstrang. Bll. glanzlos, allseitig straff aufrecht abstehend oder 
etwas einseitswendig, aus nicht scheidiger, kurzer, breiter Basis allmählich 
piriemeniormij; verschmälert und gekielt, mit zurückgebogenem Rand, 
zuweilen schwach gezähnelter Spitze und etwas austretender Rippe. Querschnitt 
der letzteren mit 2—3 medianen Deutern und gelblichem unteren Stereidenband, 
auch wohl einzelnen oberen Stereiden. Blattzellen sehr eng, 6—9 u und 
3-5 mal so lang als breit, am Rande 1-2 Reihen doppelschichtig, auch die 
ren und weiteren blattflügelartigen Zellen in den 
L8 doppelschichtig. Perichätialbll. halbscheidig. Kapsel auf 
u.o— i cm langer, purpurroter, rechts gedrehter Seta geneigt, symmetrisch 
eiförmig bis eilänglich. ungestreift, ohne Ring, mit kurz geschnäbeltem Deckel 
von meist halber Urnenlänge, trocken und entleert unter der Mündung etwas 
eingeschnürt. Zellen der Kapselwand nur parenchymatisch. Pens- 
purpurn, an der Basis 4zellreihig verschmolzen und bis zu ' in 2 dicht 
rotgelbe Schenkel gespalten. Sporen 15-18 u. brännhch nnd papülös. 
Reife im Winter. Br. eur., Vol. I, Tab. 57 und 58. 

Auf feuchtem, sandig-thonigem oder kalkigem, nacktem Boden, an Graben- 
randern etc. überall in der Ebene gemein. Steigt in den Alpen bis zu 2000 m 
aUe Snl S d mWe ^"f ™ Felse * in et ^ <^hteren Baaen. Ist fest über 
Eueren wlT ^ t "*"**■ Nach Arne11 » Sibirien von der 

S XI S ^trT 11 , 61 J ; DiSeiSk blS ÜUdinka " d6r arktischen B«P« gemein. 
Blatt * ' \ Un * c ) Ka P selD > d und e) Habitusbilder, f) stärker ve g 
xJiattDasis; gez. nach bei Darmstadt gesammelten Exemplaren. 

Bll Jr„/' '"■•'"" SChpI '" = lncr,m " m f" lU '' W«8-: mit dünneren, entfernteren 
fn EngLd ' verschwindender Rippe _ rae hr im Süden, jedoch auch 

yar. caW«tomum (Dieks.) Schpr., mit kürzerer Seta, kleiner, Gerader verkehrt 

^Zlir'T^^^ ^ ^ ^^ ^ ^-hlangen: Pepton, und 
Aapseldeckel — hier und da zwischen der Xonnalform. 

B. Dicranella sens. strict. Lindb. 

Blattrippe an der Basis nicht gut begrenzt breit m I H . I K i 1 

^'"' : ! ■-■ ^ ' =■ - , ■■ • : ;... '. ,. .- ^/"■ ; '.' • ,V '" 
gefurcht. Zellen des Exol "' " 

gewundenen Wänden, oft mehr ,. r , U u ,uirC " 



Dicranella crispa (Ein 



Einhäusig; die 6 Blüten terminal oder am Fasse des Sprosses mit 
unten rötlichcrelben Hüllbll. und ,,.,„„. , , P , „,. s n H ri 
m hellgrünen, etwas gelblichen, selten mehr als 5 mm hohen Ra^ra ' / 

Bll. feucht abstehend, geschlängelt hin- and ! ebo en trocken Tv " ltMlt 

umfassender, fast scheidiger, am Rand wei Zln-TZ', umi 

dünn rinnig-pfriemenförmig. mit geziilmelter. von der Ri . >,> ., , fii '. ~ ■ 
Querschnitt der Rippe mit zahlreichen is 14) bas-dlT -uihv^irts ^ ^''t^'i 
medianen Deutern, oben in die dimpelschichti".' Lamiin üImm-vI >' \ ''l'" 
dem flachen unteren Stereidenband zuwvih-n noch mit w^d-M^Vn-m/ster ''T-' 
Blattzellen des Scheiden teils tust linear, s- «» u „,„]',; ~V> m-lPso' i^" ^i' ' 
breit, im Pfriementeil und an, Rand enger, nur;,:, w.'lli^n l^nd unT ("her •" S 

in den Pfriementeil fast rhombisch. Kapsel auf 1 1 ", cn, hm -er rtl'T"" 

rechts gedrehter Seta aufrecht und regelmässig -elhli.-hhraun I „r/h-il '!'*' 
oval oder länglich ellipsoidisch, mit rippenartigen dnnkl "r" ""' 

streifen, deutlich differentiiertem, a 3 zellreüngem, rtfickweise acTal 
losendem Ring und pfriemlich geschnäbeltem Deckel von oft mehr als Kapselten«« 
entleert fast kreiseiförmig und gefurcht. Zellen der Kapselwand anreget 
massig. Penstomzahne rotbraun, längsstreifig, fast bis zur Mitte zweischenkeli* 
mit nur schwach papillösen Schenkeln und zweizellreihig .erschmolzenem, nicht 
über den Ring vortretendem Basalteile. Sporen L6-20 u. grünlich- bis hell 
rostgelb und schwach netzig-grubig. Reife im August. Br. eur.. Vol. T. Tab 55 
An Böschungen und Grabenwänden auf feuchtem, lehmigem, oder etwas 
sandigem Boden von der Ebene bis zu lOÖU m durch das mittlere und nördliche 
Europa zerstreut, bis nach Lappland und Finnland hin. Nach Renauld und 
Cardot auch aus Grönland, Alaska, Canada, Britishe a - .Idaho und den 
Rocky-Mountains Nord-Amerikas bekannt. Nach Arnell in Sibirien von der nörd- 
liehen Waldgrenze bis in die arktische Region, sowie auch auf Spitzbergen nicht 
selten. 8. XL 11, a) Bl, b) Kapsel mit Deckel, c) entdecket Kapsel, d und e) 
Blattquerschnitte: gez. nach einem von E. Jörgensen in Norwegen ges. Expl. 
m ^ n™^ <»»^i und ,,,;, Ut. wie her,, ol.n "rwähnt der 
Blutenstand zuweilen scheinbar zweihäusig. Der gprosa ist oft sehr verlängert 
und entspringt tief unter der 6 Blüte, so dass er bei Verwitterung seines unteren 
Teils ein isoliertes Pflänzchen darstellt uod man getrennte c und Pflänzchen in 
demselben Rasen vereint findet, die jedoch ursprünglich vereinigt waren. 

s . Diranella cerviculata Hedw.i Sehpr. 1*55. 



jährigen, resp. 



— 212 — 

bräunliche, 0,5-2 cm hohe, ausgedehnte, dichtere Rasen. Stengel aufrecht 
mit deutlichem Zentral sträng, jedoch ohne Tüpfelgewebe. Bll. etwas einseits- 
wendig oder verbogen abstehend, aus halbscheidiger, lanzettlicher bis verkehrt 
eiförmiger, resp. unten gerader, aufwärts etwas elliptischer Basis rasch rinnig 
pfriemenfbrmig, meist ganzrandig, mit unten sehr breiter, die Spitze aus- 
füllender Rippe. Blattquerschnitt unten mit nur 2 schichtiger Rippe und ein- 
schi htiger Lamina, aufwärts mit 10-13 basalen Deutern und 2 schichtiger 
Lamina nebst vereinzelten Sterei'den und Substereiden. Blattzellen dünnwandig 
mid verlängert, am Rande des Basalteils linear und sehr eng, 6—8 u. Kapsel 
auf 1 — 1,5 cm langer, strohgelber, unten rechts, oben links gedrehter Seta 
geneigt und symmetrisch, kurzhalsig und meist kropfig, dick eiförmig, buckelig, 
ungestreift und kleinmündig, ohne differenzierten Ring, mit schief geschnäbeltem 
Deckel von Kapsellänge, trocken und entleert stark gefurcht. Peristomzähne 
gelbbräunlich, schmal, au der Basis nur 2 zellreihig verschmolzen, mit 
srhwuch papillüsen Schenkeln. Sporen oft ungleichgross, 14 22 u. gelb und 
fein gekörnelt. Reife im Sommer. Br. eur., Vol. I, Tab. 5«i. 

Auf Torfboden häufig, an Grabenwänden etc. von der Ebene bis zu 2000 m, 
seltener auf feuchtem lehmig- sandigem Boden oder an Felsen: von C. Ludwig in 
den Sudeten auf der grossen Iserwiese zuerst gesammelt. Nach Renauld und 
Oardot auch aus Grönland, Labrador, Canada, British-Columbien. Ohio und den 
östlichen Staaten Kord-Amerikas bekannt. Von Arnell in der subarktischen und 
arktischen Kegion Sibiriens bei Kureika, Tolstoinos u. s. w. gesammelt. Von Spitz- 
bergen nicht bekannt. S. 111,13, a) unterer, b, mittlerer, c) oberer Blatt- 
-. sowie XI, 14, a) BL, b) Kapsel, c) Habitusbild; gez. nach einem bei 
Ulfen im Hessischen Odenwald ges. Expl. 

W Tar 7 m ;; 7/ " Sch P r " = l^ranum parmdum Dicks., eine kleinere Form mit 
kurzen, aufrechten, kaum pfriemenförmigen Bll. und nur schwach kropfiger, sehr 
kleiner Kapsel - au f mehr sandigem Boden: 

yar /,„/,,/,/„ --= Dln-mrUn h.bmla Sanio, eine kräftigere Form mit deutlich 
gezahnter Blattbasis. 

9. Dicranella subulata (Hedw.) Schpr. 

Wfl n;..,.,-....... ,,, n _ . o, : 



Zweihäusig mit mehrstöckig™ Pflanzen. Lockere 
Rasen mir aufrecht* 
• n Stengeln. Stämmchen 
Blgewebe. B1L ans etwas scheidiger, elliptischer Sie 
ade zuweilen schwach gesägter Basis , ■ 
dt austretender, di 
" d,v letzter.-., unt,n .Irei^hi.ht .- ,„„1 m , r ri 
vorwärts mit 2-5 medianen Deutern üe 

eng, infwärta i i 
Basis plötzlich lang pfriemenfornüg. | . 



— 2VA 
unten rechts, oben links gedrehter Seta geneigt svm 
und hochrückig mit undeutlichen dunkleren Langest 
ablösendem, differentiiertem Ring und gekrümmtem 
lang pfriemlich geschnäbeltem Deckel, entleert weitmündi« 
Peristom gelbbraun mit fein papillösen Schenkeln. S 
bräunlich und fein gekörnelt. Reife im Herbst und Wi 

Auf sandig- thonigem, kalkfreiem Boden, an Hohlwe 
durch die Bergregion und die Alpen bis zur Schneegrenze n 
region bis 300 m herabgehend, jedoch auch aus Nord-Arne 
Grönland, Behring, Canada, British-Columbien, den Eocky-1 
liehen und westlichen Staaten bekannt. Von Arnell in 
arktischen Region Sibiriens, bei Seiivanina, Tolstoinos etc 
a) Bl, b) Perichiätialbl., c) Kapsel, d) Habitusbild; gez. J 
den Vogesen ges. Expll. 



Dicranella curvata (He 



Zweihäusig mit mehrstöckigen Pflanzen. Habituell «1er vorigen A 
sehr ähnlich und nach Limpricht wohl nur Vari.<r : 't <1 • ■ : i P 11 

0,5-1,5 cm hohe Raschen mit 2-3 teiligen Stengeln. Stämmchen mit ,',! -s"m 
Zentralstrang. Bll aus elliptischer, gezähnelter, fast scheidiger Basis in einen 
langen, emseitswendigen, an der Spitze gezähnelter,. borstigen Pfriementeil war 
schmälert. Kapsel auf roter, gedrehter, über 1 cm langer Seta aufrecht und 
last regelmässig, eilanglich, deutlich gestreift, mit zweireihigem, sich 
ablösendem Ring, und aus mehr kegelig gewölbter Basia lang pfriemlieh 
geschnäbeltem Deckel, entleert gefurcht. Sporen 14—17 u, gelb und fein 
gekörnelt. Reife im Herbst und Winter. Br. eur.. Vol. I. Tab" ol. 

In der Bergregion an denselben Standorten wie die vorige Iri und oft mit 
dieser zusammen. Nach Renauld und Cardot auch aus den östlichen Staaten 
Nord-Amerikas bekannt. S. XI, 6, a) BL, b) Perich tiall . , i Kapsel: u ,.. llac li 

11. Dicranella heteromalla (Dill.) Schi 



glänzende dichte Rasen mit aufreihten, am Schopf- dich! 
beblätterten Stengeln. Stämmchen rund, mit Zentralstrang und Tüpfelgewebe. 
Bll. nicht scheidig, die unteren aus mehr lineal-lanzettlicher, die oberen, 
sichelförmigen aus lanaettliche '. sc! wa< h elliptischer, oben oft gezähnelter Basis 
i lang rinnig pfriemenförmig, mit breiter, den Pfriemeuteil an 



214 

Rippe, und oft weit herab gesägt. Querschnitt der Rippe unten zweischichtig, 
oberwärts mit bis 6 medianen Deutern und doppelten Sterei'denbändern. Blatt- 
zellen dickwandig und schmal, aufwärts etwa 10 u, abwärts verlängert rektangulär- 
ßseitig. Perichätialbll. aus scheidiger Basis kurz pfriemenförmig mit im 
Basalteil nach der Rippe zu breiteren, mehr 6seitigen Zellen. Kapsel auf 
1—2 cm langer, in der Regel gelber, unten rechts oben links gedrehter, oft 
geschlängelter Seta geneigt, symmetrisch, aus nicht kropfigem Halse eiförmig, 
gelbrot bis rötlichbraun, glänzend und nicht gestreift, ohne differentiierten Ring, 
mit schief geschnäbeltem Deckel von Kapsellänge, trocken mitten auf dem 
Rücken gewöhnlich mit einer Längsfurche und an den Seiten mit je einer 
schiefen Falte, entleert unter der Mündung an der Bauchseite eingeschnürt, 
schiefmündig, gekrümmt undgefurcht. Peristomzähne schmal, braunrot, mit 
8-3 papillösen Schenkeln. Sporen 14—17 u, gelbgrün und glatt, resp. grün 
durchscheinend und mit gelblicher Exine. Reife im Spätherbst und Winter. 
Br. eur. r Vol. T. Tab. 62. 

Auf kalkfreiem, sandigem und lehmigem Boden, namentlich in Buchen- Ver- 
jüngungsschlägen, an Böschungen der Waldwege, an Gräbenrändern etc., sowie auch 
an Kieselgestein und Sandsteinfelsen, von der Ebene bis zu 2200 m aufsteigend 
und fast in ganz Europa häufig. Auch aus dem Kaukasus, aus Amerika und Asien, 
aus Japan, Ost-Indien und dem Himalaya bekannt; wird schon 1741 in der Hist. 
muscorum von Dillen erwähnt. S. XI, 7, a) unteres, b) oberes Bl., c) Kapsel, 
d) Habitusbdd: gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll. 

Yar. sericea Schpr., smaragdgrüne, seidenglänzende, über 3 cm hohe, innen 
rostrote, nicht filzige Rasen mit weit herab gezähnten, langen, schmalen Bll. - 
namentlich an Sandsteinfelsen und Granit; 

uv.x T"" l ' lterr "P ta Hedw - = THcranum caducum Brid., mit unterbrochen be- 
blätterten, 3-5 cm hohen Stengeln und die Kapsel erreichenden Innovationen - 
mehr im forden oder in höheren Lagen; S. XI, 7, e) Habitusbild, gez. nach einem 
von Zetterstedt in Norwegen ges. Expl.; 

var. stricto Schpr. mit steif aufrecht abstehenden Bll. und meist gewundenem 
Kapselstiel - steht sericea nahe. Eine var. mit aufwärts rötlichem Kapselstiel 
sammelte 1C h auf feuchtem Sand am Alexandertempel bei Barmstadt. 



stricta Schpr. 

cf. Schpr. 8yn. ed. [I S. 77. Nr. 10. 

Habituell der l>; er . ,,„,..,/„ ähnlich . B , L g 

au> Li e-<> 1,,-t „<h-v uu-uhoi P lM s r nni-i tri. ,.. 
austretender Rippe. Blattzellen aufwärts 

g» ii " cerer und breit, t. Kaps, i i if mein als l" 
lanuhch ul,1 nuiMU.tr 1 -kniii-iat. mit rot't.U-, 
Basis schief und lang geschnäbeltem Deckel. 



Pollaure-See 



Lappland von Wie hu 






IV. 3. 



>6) mit hieran»,,,. &arkn W. und AI. 



3. Gatt. Dicpanum *) Hedw. 1788. 
Zu ausgedehnten, polsterförmigen Rasen vereinte und häufig zur Massen 
Vegetation neigende, kräftigere Pflanzen, aus deren Blattachseln rieh oft in 
der Jugend weissliche, im Alter mehr rostbraune Wurzelhaare entwickein 
fctämmchen rundlich-3 kantig, mit getüpfeltem Grundgewebe und deutlich 
abgegrenztem Zentralstrang. Bll. meist glatt, allseitig abstehend oder sichel- 
förmig emseitswendig. aus lanzettlicher, schwach elliptischer Basis sehr 
lang verschmälert, meist pfriemenförmig, mit kräftiger, gewöhnlich auslaufender 
Kippe. Querschnitt der letzteren je nach den einzelnen (Truppen verschieden 
teils homogen, teils mit medianen Deutern und Stereidenbändern oder auch 
ähnlich wie bei Campylojnix, an der konvexen Rückseite zuweilen -j bis mehr- 
reihig gefurcht oder gesägt, resp. mit abwechselnd vortretenden lusseniellen 
Blattzellen verlängert rektangulär bis linear, roweilen in den Lin-swatuhm 
getüpfelt, nach oben kürzer, bis rundlich quadratisch, selten etwas "ma.mil lös 
oder mit Papillen über den Pfeilern, an der Basis weiter, mit deutlich ab- 
gegrenzten, oft zwei- und mehrschichtigen und gebräunten, erweiterten 
quadratischen oder hexagonalen Blattflügelzellen. Blüten knospeiitornnv' 
einhäusig und zweihäusig; bei den zweihäusigen Arten die Pflanzen in eigenen 
Rasen oder im Wurzelfilze. Kapsel (oft zu 2 und mehreren aus einem 
Perichätium) auf stets aufrechter, meist gedrehter Seta aufrecht und regel- 
mässig, verlängert ellipsoidisch bis cylindrisch, oder geneigt und symmetrisch, 
resp. gekrümmt, mit kurzem, selten etwas kropfigem Hals und sehr langem 
pfriemenförmig geschuäbeltem Deckel, bald mit, bald ohne King. Bei differen- 
tiiertem Ring erscheint der Rand des Deckels mehr oder weniger kerbig. 
Spaltöffnungen phaneropor, am Grunde der Kapsel in 1 oder 2 Reihen stets 
vorhanden. Haube kappen förmig, an der Basis nicht gewintert. Peristom 
mit sehr niedrigem Hohlcylinder und durch nur wenige Zellreihen am Urnen- 
rand angeheftet, aus 16 bis zur Mitte in 2 (oder 3) Schenkel gespaltenen 
Zähnen gebildet, deren schwächere Aussenschicht meist ans längsstreifigei 
Platten besteht, während bei der stärker entwickelten Innenschicht die ent- 
fernteren Querbalken kra - Seiten dei Zähne öfters 
etwas vorspringen. 

Eine sehr artenreiche Gattung, die Dach Jaeger und 8. bis zum .Fahr 1879 
schon in mehr als 90 ausländischen Arten bekannt war, ja bis jetzt sind schon 
mehr als 230 Arten beschrieben, von denen jedoch neuerdings viele als Untergattung 
Dicranohma zu der Gattung Leucoloma (mit weisslich gesäumten Bll.) gezogen 
werden, so dass der Gattung Dicramtm nach Brotherus nur 94 ausländische Arten 
verbleiben. 

A. Arctoa (Br. enr.) Lindb. 1879. 

Einbau-:. .<A keinen Wurzelfilz 

aus den Blattachseln entwickeln. Blattrippe dünn, in der Regel ohne Deuter 
und mehr aus gleicha; t gert und meist 

\ \ „■ ,-■..•..■:■.. - !■.-:.■■■■_■ :■ • ■ -i ■■.,-. .':■:..-. 



fulvellum (Dicks.) 8m. 1804. 

Bryuni Dirks 1801. BUndia Kindb. 1883, Dur. Moerchii Hurnsch. 182"». Griumia 
schistiSm. 1804, Weisia fiexuosa Bruch. 1831, irr:/o«Br. eur. 184«; cf. Rbh. Kr. Fl" IV. Xr. 101» 

Einhäusig; die knospenförmigen <3 Blüten entweder auf besonderen 
Sprossen oder unterhalb des Perichätiums mit eiförmigen, kurz zugespitzten 
inneren Hüllbll. Habituell an kleiüere Formen der BUndia acuta erinnernde, 
meist nur 0,5—2 cm hohe, selten höhere, oliven- bis bräunlichgrüne Raschen. 
Bll. aus hohler, verlängert elliptischer Basis allmählich rinnig-borstenförmig 
mit laug austretender Rippe und schwach gezähnelter Spitze, meist etwas 
emseitswendig. Perichätialbll. bis zur Mitte oder ' .. scheidig und in eine 
lange, gewundene bräunliche Granne auslaufend. Querschnitt der Rippe 
3-4schichtig mit homogenenZellen. Blattflügelzellen meist nur schwach entwickelt 
und weniger deutlich abgegrenzt, alle übrigen Zellen rektangulär 10-15 u auf- 
wärts kürzer und schmäler. Kapsel auf 2 5 mm langer, gelber/links gedrehter 
beta aufrecht und regelmässig, kurzhalsig, angestreift, nur selten etwas 
genügt und mit Langweilen, rötlich, sehr klein. v,rk,hrt-eii7irniig oder 
elhpsoidisch, mit etwas kürzeren,, aus keueliuer Basis schief ".schnäbelten, 
am Rande kerbigem Deckel und zwei,-,-!,! ,, m M.VU..i„. „VI, -.l.'ö ,., d« ,,,' 
differentiiertem Ring, trocken unter dem Deckel rerengl entleert unter der 
erweiterten Mündung stark eingeschnürt, glati ader schwach gefurcht und 
urnenförmig, meist kaum über die B tK,,it , P.'ristomUhue 

Purpurrot, trocken strahlig ausgebreitet zueiM-benl „] (1 u •} vt j 

und nur längs der Mitte unregelmässig dui ^ UU1 . „V^ 

reihig verschmolzen. Sporen 15-17 u, ge ] ,, nelt R eife 

im Sommer. Br. eur.. Vol. I. Tab. Sil 



An ste 

in den Alpen zui,,!,,,, 
land, in den Pyrenäen u. 



in den Klüften kalkfreier Felsen im Hochgebirge, 

2800 m selten, häufiger in Norwegen, in Sehott- 

i jedoch in Bayern und in den Salzburger Alpen. 

8rtffip9rsT S '' ' "■""■ '" * '' V I - ...1. \ « Vork und Oregou, 

=»wttj aus japan, - „ _ 



Dicranum hyperboreum 



Einhäusig; die c 

- -I.itztwn. 






nach der Spitze zu . 



entfernt gezähnt. Querschnitt der Rippe 4 -«schichtig, 
4 Zellen als Deuter durch bedeutendere Grösse sich auszeichnend, auch zeij 
sich zwischen diesen und den Rückenzellen im oberen Blattteil bereits Stereid 
Blattzellen rektangulär und dickwandig, ohne Papillen, nach oben t 
quadratisch, und selbst querrektangulär. ebenso Dach den Bändern zu kür? 
meist 12 — 15 u, an den Blattflügeln deutlich abgegrenzt mit grösseren u 
weiteren quadratischen Blattflügelzellen von 2<i— 30 u . Perieha'tialbil. baue! 
scheidig mit weniger quadratischen Zellen. Kapsel auf 5 mm lan-rer. diel 
Seta fast aufrecht und nur schwach geneigt, symmetrisch aus kurzem Ha 
dick eiförmi.ir. schwaeh hnehrüeki-:. rütlieh. ifelhbräunlieh, mit di-utliehen dunkl<>! 



Mitte gespalten oder auch nur in der Mitte durchbrochen und daher ofl 
etwas ungleichmäßig ausgebildet. Sporen grösser als bei voriger Art. i>u ü.~) u 
rostbraun und gekörneil oder warzig. Reife im Juli. Br. eur. VoL 1, Tab 87 

In Felsspalten auf dem Dovrefjeld Norwegens von Oeder 1844 entdeckt 
Auch aus Lappland und aus Grönland in Nord- Amerika bekannt. 8. XI. -1. n BL, 
b) Kapsel, c) Peristom, d) entdeckelte Kapsel; gez. nach einem von Ch. Kanrin und 
E. Ryan bei Jotunheimen in Norwegen gesammelten Exemplar. Nach Limpricht 
bereits 1825 von Kurr bei Kongsvold auf dem Dovrefjeld entdeckt (cf. Rbh. Kr. 
Fl. IV, 3, 8. 655). 

Arctoa Andersonii Wichura aus Lappland (1856) mit kleinerer, kürzer 
gestielter Kapsel, bis zur Basis gespaltenen Perisl mzäbnen, grösseren Sporen von 
25 — 35 U und engerem Zellnetz scheint nur eine Übergangsform der vorgenannten 
beiden Arten zu sein; cf. Kbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 655 (non vidi), 
b) Kapsel geneigt und symmetrisch. 

Peristomzähne trocken aufrecht mil e : - zen, wie bei 

allen übrigen Arten dieser Gattung. Stämmchen aus niederliegender Basis 
aufsteigend. 

3. Dicranum falcatum Hedw. 18« »1. 



mdig. aus lanzettlicher bis fast scheidi-rer 
• austretender Rippe und oft dicht und fein 
der Kipp«' 3 5 schichtig mit ziemlich homoja 

ü, verlang dem Rand 



meist quadratisch und mit papillenartigen Auftreibungen über den Pfeilern. 
Blattflügelzellen nur einschichtig und undeutlich, 12—18 u. Perichätialbll. 
scheidig und plötzlich kurz pfriemenförmig. Kapsel auf 0,5—1 cm langer, 
links gedrehter, rötlichgelber Seta geneigt und symmetrisch, aus etwas 
kropfigem, kurzem Halse verkehrt eiförmig, hochrückig, weder gestreift 
noch gefurcht, braun, mit glattrandigem, lang geschnäbeltem Deckel und 
2 — 3 Reihen kleinerer Zellen am Urnenrand, die gleichsam einen bleibenden 
Ring bilden, entleert schief becherförmig. Schnabel der Haube an der Spitze 
höckerig rauh. Peristomzähne trocken aufrecht mit eingekrümmten Spitzen, 
an der Basis fast özellreihig verschmolzen, purpurrot, aufwärts heller und bis 
zur Mitte in 2 dicht papillöse Schenkel gespalten. Sporen meist 14—18 u 
oder auch 12— 14 u bräunlich und fein gekömelt. Reife im Spätsommer' 
Br. eur.. Vol. I, Tab. 65. 

An periodisch überrieselten kalkfreien Felsen im Hochgebirge von 1200 m 
an aufwärts im mittleren und nördlichen Europa; von C. Ludwig auf dem Iser- 
gebirge entdeckt. Nach Renauld und Cardot auch aus den östlichen Staaten 
Nord-Amerikas bekannt. S. III, 5, vergrössertes Habitusbild, an dem jedoch das innere 
Hüllbl. der ö Blüte nicht sichtbar ist, XI, 3, aj BL, b) Kapsel mit Deckel, c) ent- 
deckelte Kapsel; gez. nach einem von J. Breidler in Steiermark ges. Expl. 

Yar. pumilum Sauter, eine nur 0,5 cm hohe, dem D. fxdvellum ähnliche 
Form mit straffen, aufrecht abstehenden Bll. in den Salzburger Alpen und der 

Schweiz, von A. Sauter 1835 entdeckt. 



Fensum Sendt.. />. Sen&neri v. Flotow; rf. Ebk Kr. Kl. IV. Nr. 111. " 

Einhäusig; die 5 Blüten entfernt von den Q am Fusse des Fruchtsprosses. 
Habituell an Cynodanüum oder IHcranweida crispula erinnernde, gelblich- oder 
dunkelgrüne, bis 4 cm hohe, dichte Rasen. Bll. verbogen allseitig ab- 
stehend trocken etwas gekräuselt, aus lanzettlicher, schwach elliptischer Basis 
allmählich nnmg-pfriemenförmig, mit meist fein gezähnelter Spitze und sehr 
dunner, austretender Rippe. Querschnitt der letzteren unten 2— 3 schichtig, 
aufwärts 4 schichtig mit ziemlich dickwandigen Zellen, von dener- in der etwas 
weiteren zweiten Schicht oft 2-3 mediane Deuter durch ihre doppelte Weite 
deutlich hervortreten. Blattzellen ziemlich derbwandig, meist 7-9 u linealisch 
rektangular, in der Pfriemspitze quadratisch, mit papillenartiLen Auf- 
treibungen über den Pfeilern, an, Rande aufwärts in 1-2 Reihen doppel- 
P ^ .^ i -'^ ln '"" 25 * ein8chi <*% Aar deutlich abgegrenzt. 
Penchanalbll. hoch scheidig. Kapsel auf 0,5-1 cm langer, gelber, rechts 
gedrehter Seta geneigt und symmetrisch, aus etw a > kru,,t>em schmalem 
Halse länglich fllip-„idi-cli. -chwai-h ^-krümmt und *r|. lt t ln-Ubra n "t f 
gleichlangem, g t - 1 j| , . \ hi i l!;( j ., h] , .~ h !iTJ"l! , „l 

entleert dünnwandig, rotmündig und unter der Mündun-' 



mit oranger [. Haube an 

zahne rotgelb. entfernt ^gliedert und schnn 



!> -','■ 



Perisl 



— 219 — 

Schenkel gespalten und an der Basis .S zellreihig verschmolzen. Sporen 1 ."» 1 * 
rötlichgelb und gekörnelt. Reife im Sommer. Br. eur., Vol. 1 

An kalkfreien, schattigen Felsen im Hochgebirge, zwischen Alpenrosen, 
1500 m und selbst bis 2600 m, im Isergebirge schon in 780 m. auch in Lftppla 
Schottland und Norwegen, sowie in Nord-Amerika und Grönland: von < >. Sendti 
1839 im Schlesisch-mährischen Gesenke entdeckt. Nach Renauld und Carc 
namentlich aus Grönland, Cauada, Idaho, British-Columbien, Vancouver, den Roo 
Mountains und östlichen Staaten Nord-Amerikas bekannt S. III. 17. Blattqv 
schnitt und XII, 5, a) Bl., b) und c) Kapseln; gez. nach von Dr. V. F. Brothei 
in Lappland und von E. Kyan in Norwegen gesammelten Expll. Die Pflanze 
an den papillös gezähnelten Blattspitzen, resp. den Papillen über den Pfeilern lei 
zu erkennen. Sie unterscheidet sich von t 'ynadontiuw sue<ir<nn durch die ot\ 
irekrümmte Kapsel und i-t zierlicher, als das kräftigere, glatte l >,,-,. Ltiferhorri 

5. Dicranum Starkei Web. a. Mohr L807. 



fast verkehrt eiförmiger Basis rasch in eine mimlosten* gleiehlange Spitze 
ausgezogenen Hüllbll. Klüftigere. 2 6 cm hoho, lockere, glänzende Käsen 
mit nicht verfilzten, fünfkantigen, meist gekniet aufsteigenden Stengeln. RH. 
sichelförmig einseitswendig und nicht kraus, aus Lanzettlicher Basis lang 
rinnig pfriemenförmig, meist ganzrandig, und mit auslaufender Rippe. (Quer- 
schnitt der letzteren aufwärts I ÖM-hichtig. mit 2-4 weiteren Innenzellen. 
Blattzellen verlängert rektangulär, 8—10 u, oben kürzer, ohne papillöse 
Auftreibungen über den Pfeilern. Blattiiügelzellen erweitert, meist gebräunt 
und teilweise doppelschichtig. Perichätialbll. bis über die Mitte scheidig. 
Kapsel auf 1—1,5 cm langer, unten rechts, oben links gedrehter, rötlicher 
Seta geneigt, symmetrisch, aus zusammengezogenem kropfigem Halse 
länglich ellipsoidisch bis ; - uuregelmässigen Längs- 

streifen, 2— 3 reihig sich ablösendem Bing und aus kegeliger Basis lang 
gesehnäbeltem. am rötlichen Rande kerbigem Deckel, trocken tief gefurcht 
und entleert nur wenig unter der Mündung verengt. Zellen der dünnwandigen 
Kapsel sehr eng prosenchymatisch. Peristomzähne fast blutrot, an der Basis 
bis 5 zellreihig verschmolzen, mit >n und bis zu 

% in 2 dicht papillöse, gelbliche, pfriemliehe Schenkel gesp/;- 
10 — 15 u, gelbgrün bis rostgelb und fein gekörnelt Beife im Summer. 
Br. eur.. Vol. I. Tab. H4. 

An kalkfreien feuchten Felsen und zerbröckeltem Gestein in der Bergregion 
und dem Hochgebirge von 900 m aufwärts in Europa, dem Kaukasus und Xord- 
Amerika nicht selten, in den Alpen häufig: von Starke in den Sudeten entdeckt. 
In Amerika nach Eenauld und Cardot namentlich aas Labrador, Canada. Neu- 
fundland, British-Columbien, Vancouver, Idaho, den Eocky-Mountains und den öst- 
lichen Staaten bekannt. S. XI, 1, a) BL, b) Kapsel mit Deckel, c) entdeckelte Kapsel, 
d) Habitusbild; gez. nach einem von H. Graf zu Solms-Laubach am Peldberg im 
Schwarzwald ges. Expl. 



6. Dicranum arcticum Schpr. 1876. 

Dior, borrak Hpe. in sched., D. molleWils. nach Lindb. und Lrnell Musd Lsiae 

bor. 1890 ? S.82. Z>. ^tociafe Berggr. ; cf. ßbh. Kr. Fl. IV. 3, S. »>5(> „. Srhpr. Syn 

Einhäusig: die dick knotenförmigen Blüten in der Nähe der mit 
in eine Pfriemenspitze ausgezogenen äusseren, und eiförmigen, zugespitzten, 
rippenlosen inneren Hüllbll. Mehr oder minder dichte, 5—12 cm hohe, etwas 
glänzende, gelblich- bis bräunlichgrüne, habituell an ein kräftiges StarLi oder 
auch ein dünnstengeliges scoparivm erinnernde, nicht filzige Rasen. Stamm- 
querschnitt mit dünnem Zentralstrang. Ell. meist aufrecht abstehend, seltener 
etwas sichelförmig einseitswendig, aus breit eiförmiger Basis ziemlich rasch 
lanzetthch bis pfriemlich, mit rinnig hohler, scharfer, ganzrandiger Spitze 
und glatter, unter derselben verschwindender, schmaler Rippe. Querschnitt 
der letzteren 4- 6 schichtig, bei den jüngeren BII. noch ziemlich homogen, 
jedoch treten 2—5 mediane Deuter mehr hervor, die bei den älteren Bll von 
vereinzelten Stereiden begleitet sind. Blattflügelzellen zahlreich, sehr gross. 
20-27 fc gebräunt und deutlich abgegrenzt, weit von der Rippe entfernt 
bleibend und von derselben durch lineare Zellen mit getüpfelten Wänden von 
!, ' L ! f etrennt: die übri gen Zellen verlängert rektangulär, aufwärts nur 
! l*u sU »d in der Spitze mehr rhombisch oder rhomboidisch, 
über den Pfeilern beiderseits mit halbkugeligen Auftreibungen 
eidig. Kapsel auf mindestens 1,5 cm langer Seta -eneW 
' t-tst zylindrisch und etwas hodirudvi" ,vsp mehr 
oder weniger gekrümmt, schwach gestreift, mit kurzem, kr-mti^-m H-.U>* «rmief 
'* >cnnäb,ltem I )eckel und einzellreihig sich abh \Y 

und gefurcht. Peristom purpurrot mit regelma-. , !.',. "/„'■ ü'.',.' . T' 
igen Zähnen Snnrpn 10 ic .. •• ,- , b „ : , -tue zviei- 

mannen. Sporen 12-15 u, grünlichgelb und fein gekörnelt. 
Reite im Sommer. Br. eur., Suppl. III und IV. Dicr. Tab. 3 

j^JlI^^^^^ hBeh ^ m ^^ W ^ an der Seegrenze, 

deckt Vo„ Kr ™^ 1 ™^^ 1858 am Sneehättan in Norwegen ent- 

a) Bl b, Katel US c e Z\TL T * chuktsch - H ^«-1 gesanomelt. S. XIII, 1, 
a, hl, b, Kapsel, c und d) Blattquerschnitte: gez. nach einem von Oh K.„rJn 
am Sneehättan ges. Expl. Bildet den Übergang von den Irrtoa zu L" ■ 

und wurde von Bruch und Wilson seiner Zeit als L r !• 
betrachtet. % alS eine Varietät 

B. Eudicrana Mitl. 

Zweibäusige Erd-, Fels- und Holzbewohner. K-ius.-l , P11 ,i„f « 1 



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Ausgedehnte, bis 6 cm hohe, leicht /erfüllend.', unten gelhiich- 

mit wiederholt gabelig geteilten, aufrechten oder ni< 

schopfig beblätterten, kräfti-en. ."kantigen Stmgeln. Bll. feucht abgehend, 

trocken einwärts gebogen, am spitzen Schöpfe fast kraus mit verdrehten 

Spitzen, stark querwellig, aus hohler eilänglicher Basis anfange erweitert. 

dann rasch lineal-lanzettlich zugespitzt, an der Fnterseite oberwirta durch 

herab gesägt, mit kräftiger, unter der Spitze verschwindender Rippe. Quer- 
vereinzelte Zellen doppelschichtig. Blattflügelzellcu 2- 3schiehtig: die übrigen 
Zellen getüpfelt, nach der Basis zu linear. 12 IS u. aufwärts rasch kürzer, 
über der grössten Blattbreite bereits rundlich, im ganzen .»bereu Teil sehr 
unregelmässig, dreieckig, quadratisch. 8 in u. rektangulär bis quei^ 
rektangulär und spitz mamillös, im unteren Teil dagegen nur mit papiilen- 
artigen Auftreibungen über den Pfeilern. Innere Perichätialbll. aus hoch- 
scheidiger. zua in eine Pfrfc lenspitze ausgezogen. 

Kapsel auf 2 3 cm langer, dünner, gelblicher, links gedrehter Seta aus auf- 
rechter, schwach kropfiger Basis bogig gekrümmt, fast zylindrisch, grünlich, 
deutlich gestreift, mit differenziertem, 1 — 2/.ellreihig sich ablösendem Ring, 
und bleichem, geschnäbeltem Decke]. ■• . i; hellh , . iümrsfaltig und unter 
der Mündung verengt. Peristomzähne rotgelb und breit, bis zur Mitte oder 
darüber in 2—3 papillöse Schenkel gespalten und mit stark vortretenden 
inneren Querbalken. Sporen ungleich gross, 17 — 22 u. gelblich- oder bräunlich- 
grün und papillös. Reife im Mai und Juni. Br. enr., Vol. I. Tab. 81. 

Auf Sand und tortig n den Kiefernwäldern des 

mittleren und nördlichen Europas und Canadas I ureh die Ebene 

und Hügelregion hier und da verbreitet, jedoch auch aus Sibirien und Sikkim in 
Asien bekannt: von Timm in Mecklenburg entdeckt. Steigt in den Alpen bis 
1000 m, fehlt jedoch in Salzburg. Tirol und den bayerischen Alpen. S. III, 4 
Blattquerschnitt und XIII, 6, a) BL, b) Kapsel mit Deckel, c) entdeckelte Kapsel 
gez. nach bei Darmstadt gesammelten ExplI. 



liehe, jedoch vi, 
dicken, rostfilzij 
r abstehend bis 



— 222 - 

meist etwas einseitswendig, trocken an den Spitzen mehr oder weniger gekräuselt, 
aus eiförmiger Basis anfangs erweitert und dann rasch sehr lang r innig - 
pfriemenförmig verschmälert, mit gesägter Spitze und in derselben endender, 
oben am Eücken gesägter, kräftiger Eippe. Querschnitt der letzteren mit 6 
bis 10 medianen Deutern, doppelten Sterei'denbändern und wenig differenzierten 
Aussenzellen. auch meist durch doppelte Laminazellen erweitert. Blattflügel- 
zellen 2- 3 schichtig. Zellnetz ähnlich wie bei voriger Art. jedoch weniger 
mamillös, fast glatt und mit grösseren Blattflügelzellen. Kapsel (meist 
mehrere aus einem Perichätium) auf etwa 3 cm langer Seta geneigt, bogig 
gekrümmt, cylindrisch, nur undeutlich gestreift, mit 2 zellreihig sich ablösendem 
Ring und sehr lang pfriemlich geschnäbeltem Deckel, entleert unter der 
Mündung verengt und gefurcht. Peristomzähne gelblichrot, bis über die Mitte 
in knotige, schwach papillöse Schenkel gespalten. Sporen 14—20 u, bräunlich- 
grün und papillös. Reife im Spätsommer. Br. eur.. Vol. I, Tab. 84. 

In feuchten Wäldern bei Christiania in Norwegen von Blytt entdeckt, ferner 
in Lappland und in Canada in Nord- Amerika. 8. XIII, 5, a) Bl. von der Rück- 
seite, b) entdeckelte, angefeuchtete Kapsel; gez. nach einem von J. E. Zetterstedt 
m Kiefernwäldern hei Christiania gesammelten Expl. 

V. Dicranum Schraderi Schwgr. 1807. 

l>ir,; H,,<hüat>u» Sc-hracl., /;. fastujiatu»,. Schultz 1*0«. I> „//,•„,. Fuiick 1H0« l>i<r 
intmnedium dorne 1HOH. D. Bergen ßlarulow 1801; ,.|'. KU,. Kr. FI. IV. Nr. Yl4. 

Zweihäusig mit sehr kleinen 6 Pflänzchen im Wurzelfilze. Gelbgrüne 
oder bräunliche, unten braunfilzige, 10—20 cm tiefe etwas an iulacomnwm 
rnlmtre erinnernde, dichte Rasen mit auii,rhr.M.. 1 Lmn'^n > t , *^ In "lil . 
aufrecht abstehend, nur selten schwach einseitswendig qnerwellig trocken 
flach aufrecht anliegend und nur am Schöpfe mit verdrehten Spiizen, aus 
breiter Basis hneallanzettlich verschmälert, mit fast zungenförmiger. sehr breiter 
stompfhcher, ansgefressen gezähnter Spitze, oft bis zur Mitte herab gesägtem, 
welligem Hände und vor der Spitze verschwindender, unterseits glatter, 
nur am Ende bisweilen gezähnter Eippe. Querschnitt der letzteren mit 8 medianen 
/; wei starken Stereidenbändern und nur wenig differenzierten Aussen- 
den. Blattflügelzellen doppelschichtig, aufgeblasen und gelblich: die Zellen 
.mear und getüpfelt, aufwärts kürzer, mehr rundlich, jedoch nicht 
- ehr ^regelmässig, dm,,^, rl... s „l«„.li^-i.^ rundlich- 
-che und längliche gemischt, in der Spitze rhoml,w:h. i ;,__.„-, u lln ,j ., !;r 
dickwandi« P. irbätiall ! , ... heidig, gestutzt und mit kurz - - it. ,1 e 

inneren au ; , l,, !( h,,,- ü,t herzförmig ausgeraubt« r U, lM . „„,, 1( . \, tn , uu . h - 
tonnig. Kapsel verhültn^nü^i- k!.-,>i. nuf i - f <•„, i,.,,.,,,., ,,.ii,|,v|, er l m ks 
--l:el/er Seta geneigt länglich .-iiij^.idi^-i l,i> .,-• ,' -hü^i, "j, '-V-''^ 

rchl mit 8r ihi " 
- ' ."l-««.«!.,,.. .iirVr.-.finr,., \ llui: n ,,| _ \^ ^ 

1 a ! -i ' olänge, entleert onterd« Mü Peristom- 



Schenkel gespalten und mit stark vortretenden inneren Querbalken. Sporen 
18—28 u, gelbbräunlich oder gelblichgrün und papillös. Reife im Sommer. 
Br. eur., Vol. I, Tab. 80. 

In Torfsümpfen in Massenvegetation von der Ebene bis auft 
nördlich der Alpen, auch aus Nordamerika und dem Himalaya Asiens bekannt; 
von Schrader im Harz und von Hauptmann v. Berger in Mecklenburg entdeckt. 
Nach Arn eil in Sibirien durch die Waldregion des Jeniseithales bis nach Dudinka 
und Tolstoinos in der arktischen Region, von 63° bis 70* n. Br. häufig. Auch 
aus Grönland, jedoch nicht von Spitzbergen bekannt. S. "XIII. 7. a) Hl., h) Kapsel: 
gez. nach von Schimper in den Vogesen ges. Expll. 

10. Dicranum undulatum Ehrh. 

Rbh. Kr. FL IV.' \r. 115. 

Zweih&usig mit sehr kleineu. knospenfürmigen. 4—», blatten-«!, 
O Pflänzchen im Wurzelfilze. Ausgedehnte, meist gelblichgrüne. etwa* glänzende. 
unten braunfilzige, lockere, über 10 cm hohe Käsen mit dicken, kräftigen. 
stumpf 3kantigen. anfangs weissfilzigen. >|>üter hrauntil/.igeu Strubeln. Bll. 
abstellend, an der Spitze zusammengewickelt und oft etwas einseitswendm, 
stark querwellig, glänzend, aus abgerundeter Basis breit lanzettlich und 
lang zugespitzt, mit flachem, weit herab grob gesägtem, unten zu rüc le- 
ge bogen em Bande und vor der Spitze verschwindender, an der Unterseite 
oben 2— 4 flügeliger, grob gesägter, dünner Rippe. Querschnitt der letzteren 
mit 6—10 medianen Deutern, 2— 3 schichtigen Stere'idenbändern und nur an 
den Lamellen differentiierten Rückenzeilen. Lamina einschichtig, nur zwischen 
Rippe und Blattflügeln in wenigen Reiben 2 3 schichtig. Blattflügelzellen 
sehr gross. 2— 3 schichtig, verlängert Zeitig und autgeblasen. 25— 40 u; alle 
übrigen Zellen lang gestreckt, verhältnismässig weit, 15— 20 u. glatt und 
getüpfelt. Inn hoch scheidig zusammengerollt und plötzlich 

in eine kurze Pfriemenspitze ausgezogen. Kapsel (meist mehrere aus einem 
Perichätium) auf 3-4 cm langer, hellgelber, unten rechts oben links gedrehter 
Seta geneigt und meist - >• ellipsoidisch, 

hellbraun, schwach und undeutlich gestreift, b immt, entleert 

unter der Mündung nur wenig verengt und schwach gefurcht, mit nicht 
differentiierten), einzellreihigem King und lang und dünn geschnabeltem, 
mindestens gleich langem Deckel. Peri>to ihm du -L <. ,- trüb blutrot, breit 
und bis unter die Mitte in i J 4 Schenkel gespalten. Sporen 18— 22 u. gelb- 
grün und schwach j.i . ös. R t Juli und August. Br. eur.. Vol. 1, Tab. 82 und 83. 

In feuchten schattigen "Wäldern von der Ebene bis 2 2ui i m durch ganz Europa 
und Nord- Amerika gemein, und auch aus dem Kaukasus und vom Himalaya be- 
kannt, jedoch häufiger auf Sand und selten auf Kalk: von G. H. "Weber im Harz 
1796 entdeckt. Nach Arnell in Sibirien mehr auf trockenem "Waldboden, im 
Jeniseithale bis 68° n. Br.. bin N. Tnnguska in iler subarktischen Kegion gemein. 
S. XIV, 10, a) Bl., b) entdeckelte Kapsel, c) vergrößertes Zellnetz, d> ein 5 Pflänzchen 
(nach Schpr ): gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll. 



11. Dicranum palustre (La Pyl.) Br. eur. 1847. 

Dicr. undulatvm Turn. 1804, D. Bonjeani Do Not 18;J7. i-f. Rbh. Kr. Fl. IV. Nr. 11«. 

Zweihäusig mit kleinen, einem Archidbim ähnlichen Pflänzchen im 
Wurzelfilz. Meist gelblich- oder bräunlichgrüne, 10 — 15 cm tiefe, etwas lockere, 
glänzende, unten braunfilzige Hasen mit dünnen, stumpf 3 kantigen, anfangs 
weiss- später braunfilzigen Stämmchen. Bll. aufrecht abstehend, nach oben 
querwellig, aus breit eilänglicher Basis lineallanzettlich verschmälert, gegen 
die Spitze scharf gesägt, mit weit vor der Spitze verschwindender, am 
Rücken fast glatter, nur zuweilen 2 reihig schwach gezähnter, dünner Rippe. 
Querschnitt der letzteren mit 6—8 medianen Deutern etc. und nur an den 
Kanten der Rückseite sich mamillös vorwölbenden, differenzierten Aussen- 
zellen. Blattflügelzellen zweischichtig, alle übrigen Zellen verlängert und 
getüpfelt, 12—15 u, auch in der Spitze verlängert rektangulär oder lang 
elliptisch. Innere Perichätialbll. aus scheidig zusammengerollter, oben ab- 
gerundeter und grob gezähnter Basis plötzlich in eine kurze, pfriemliche Spitze 
ausgezogen. Kapsel (zuweilen zwei aus einem Perichätium) auf 2 -5 cm 
langer, dünner, gelbgrüner, links gedrehter Seta aus aufrechter, etwas kropfiger 
Basis geneigt, dick verkehrt eilänglich bis fast cylindrisch, hellbraun und 
dünnwandig, undeutlich gestreift, ohne Ring, mit dünnem, pfriemlich 
geschnabeltem Deckel von Urnenlänge, trocken gefurcht, entleert unter der 
Mündung nicht verengt. Haube sehr gross, bis über die Kapsel reichend 
und oft noch das obere Ende der Seta umfassend. IVristomzühne gelbrot. 
zu % in 2 oder 3 papillöse, oben hellere Schenkel gespalten. Sporen IS — 21 u. 
bräunlichgrün und papillös, in Masse gelbbräunlich. Reife im August und 
September. Br. eur., Vol. I, Tab. 79. 

Auf Sumpfwiesen und moorigem Boden von der Ebene bis in die Alpenregion 
in 2300 m im mittleren und nördlichen Europa, sowie in Nord-Amerika und Asien. 
jedoch seltener fruchtend. In Sibirien nach Arn eil in den Sümpfen des nörd- 
lichen TJrwaldgebietes gemein und bis zum Polarkreis aufsteigend, sowie auch auf 
Spitzbergen und in Grönland. S. XIII, 8, a) BL, b) Kapsel; gez. nach einem im 
Hooswald bei Freiburg im Breisgau von H.Graf zn Solms-Laubach mit Früchten 
ges. Expl. 

Var. junip'-nfolitim Sendt, mit steifen, kürzeren und breiteren nur an der 
Spitze uuerwelligen Bll. - von 0. Sendtner 1839 auf dem Altvater entdeckt: 

var. polycladum Scbpr.. mit kätzchenförmigen, kleinblätterigen brüchigen Ästchen, 
deren eiförmige, kurz zugespitzte Bll. ganzrandig und fast rippenlos sind — meist 
steril auf torfigem Boden in der Ebene. 



tsch mit kl 

Lockere, gelblichgrüne, etwas glänzende. 

! ; - ■ ■ - 



zusammengerollte Bll. stachelspitzigen Stengeln. Bll. etwas steif abstehend nicht 
wellig, sehr schmal, trocken mit gewundener Pfrieme, aus schmal lw.-ttlioher 
Basis allmählich verschmälert, aufwärts rasch zusammengerollt ' röhr» 
pfnemenförmig, ganzrandig oder an der Spitze nur undeutlich stumpf 
gezähnelt, mit schwacher, oft schon über der Mitte sich auflösender am Kücken 
nicht gezähnter Rippe und doppelschichtigen, gelblichen BlattflttgekeUen 
Zellen im Allgemeinen schwächer getüpfelt als bei voriger Art. meist 9— 12 u 
und 4 bis 6 mal so lang als breit. PerichätialML ans scheidiger Basis plötzlich 
in eine bis 4 mm lange Pfrieme ausgezogen. Kapsel (einzeln) auf •> '! "> c 
langer, gelblicher, gedrehter Seta aus fast aufre.-htor Basis -mei^t und meist 
schwach gekrümmt, fast cylindrisch, anfangs glatt, entdeckelt geforchf und 
unter der Mündung verengt, mit aus kegeliger Basis lau- geschnalltem 
Deckel und 2 zellreihigem, stückweise sich ablösendem, hellem King Kansel- 
deckel oft länger als die Urne. Peristomzähne gelbrot. läu^sstreihV. aufwärts 
mehr schrägstreifig und meist nur zweischenkelig. Sporo 18—20 u. irelbirrün 
und fein papillös. Reife Ende Juli. 

Im nördlichen Finnland, Lappland, Nordamerika und Sibirien, an letzterem Ort 
von der Waldregion in 69° n. Br. bis in die arktische Region in den Sümpfen 
zxemlich häufig. S. XL VI, 8, a und b) Bll, c) Kapsel, d) Perichtlbl.; gez. nach 
einem von Rob. Tolf in Angermanland in Schweden im Juli 1895 ges. Expl. 
Bildet den Übergang zur folgenden Gruppe. 

b) JJirr. scoparia Schpr. 
Bll. meist sichelförmig-einseitswendig und nicht querwellig, mit die Spitze 
erreichender oder austretender Rippe. Die 5 Pflanzen in eigenen Rasen oder 
als kleine einjährige Pflänzchen im Wurzelfilze. 



13. Dicranum majus Smith 1804. 

D.polysttu,,, Bri.l. 180«. D. scoparhnn « „lajus Hook. 1818; ef. Rbh. Kr. Fl. IV.Xr.117. 

Zweihäusig mit kleinen, schlanken Manschen im AVurzeifilze der o 
Pflanzen. Lockere, bis 10 cm hohe, schwach filzige, glänzendgrüne Rasen mit 
bogig aufsteigenden Stengeln. Bll. sehr lang sichelförmig gekrümmt, 
aufwärts einseitswendig, aus oval-lanzettlicher Basis lang pfnemenförmig ver- 
schmälert, mit fast borstiger, gezähnter Spitze, von der Mitte aufwärts 
gezähntem Rande und dorniger, am Rücken gefurchter und 5 reihig mamillös 
gezähnter, austretender Rippe. Querschnitt der letzteren mit differentiierten 
Aussenzellen und meist doppelter Reihe medianer Deuter, zwischen denen 
sich zuweilen noch ein zentrales Sterei'denband zeigt. Lamina am Rand ober- 
wärts doppelschichtig. Blattflügelzellen verlängert b" seitig und mehrschichtig 
(oft 5— 6 schichtig): alle übrigen Zellen lang gestreckt, nicht mamillös, 
sondern aussen glatt, jedoch mit getüpfelten Scheidewänden. Kapsel (meist 
mehrere aus einem Perichätium) auf 2—3 cm langer, dünner, rechts gedrehter 
rötlichgelber Seta gen< - soidisch bis verkehrt eilänglich. 

verhältnismässig kurz und dick, etw s . ilichgelb oder bräunlich- 



grün, nur undeutlich gestreift, später stärker gekrümmt und schwach gefurcht, 
ohne Ring, mit aus kegeliger Basis sehr lang geschnäbeltem Deckel, entleert 
zuletzt schwarzbraun und unter der Mündung etwas verengt. Peristomzähne 
rothraun, an der Basis 3 zellreihig verschmolzen mit stark vorspringenden 
Querbalken, grubig längsstreifig und bis zur Mitte in zwei oben gelbliche 
Schenkel gespalten. Sporen ungleich, 15—18 oder 21—24 u, grünlich- bis 
gelblichbraun und fein papillös. Reife im Spätsommer und Herbst. Br. eur., 
Vol. I. Tab. 85. 

Auf schattigem Waldboden durch die norddeutsche Ebene und die niedere 
Bergregion des nördlichen Europas verbreitet, seltener in den Nadelwäldern des 
Alpengebietes bis zu 1500 m. Nach Renauld und Cardot auch aus Canada, 
Sitka, Washington und von der Vancouver-Insel in Nord-Amerika bekannt. Nach 
Arnell in Sibirien durch die mittlere Waldregion bis in die subarktische Region 
von 60"— 69° ii. Br. im Jeniseithal zerstreut. Aus Grönland und von Spitzbergen 
dagegen nicht bekannt. S. XIII, 4, a) Bl., b) Kapsel, c) getüpfelte Zellen, d) Bück- 
seite der dornigen Eippe, e und f) Blattquerschnitte; gez. nach einem von C. Römer 
bei Eupen in der preussischen Bheinprovinz ges. Expl. 



(Jeealyphwn P. Beuux 1 *■■;,. /» ,-. ,<,;;,hi,., S.-huhz !*'»;. !>. ,^lerh„s Uri.l. 1*2»;. iKDUb'iiü 

Zweihäusig; die c Pflänzchen meist nur klein im Wurzelnde, jedoch 
auch in :i und mehr cm hohen besonderen Rasen. Etwas lockere, glänzend 
hell- oder dunkelgrüne, bis 10 cm hohe, breite Rasen mit aufsteigenden, an- 
fangs weiss- später braunfilzigen dünnen Stengeln. Stämmehen rundlich 
3kantig, mit kleinem Zentralstran- and kleinzelliger, meisl 2 reihiger Rinden- 
schicht. Bll. etwas steif, schopfig zusammengedrängt, an den Sprossenden 
gewöhnlich sichelförmig, aus elliptisch-lanzettlicher Basis sehr lang pfriemen- 
förmig verschmälert, breiter als bei majm, fast röhrig. und weit herab am 
Rande mehr oder weniger grob und scharf gesägt, mit die Spitze meist er- 
reichender, am Rücken 2— 5 flügeliger, gesägter Rippe. Die gesägten Längs- 
lamellen der Rippe sind oft 2— 3 Zellreihen hoch. Blattquerschnitt gewöhnlich 
mit 8 meridianen Deutern etc. Blattflügelzellen die Rippe nicht erreichend, 
•1— 4schichtig und gebräunt: alle übrigen Zellen getüpfelt unten linear. 

rhombisch oder rhomboidisch. Perichätialbll. aus hoch scheidiger Basis plötzlich 
pfriemenformig. Kapsel auf 2—4 cm langer, kräftiger, rötlicher, links gedrehter 
Seta aus schmaler aufrechter Basi> _ •_• . , _; ' • . - 
cylindrisch, schwach hochrädrig, weder gestreift, noch gefurcht, derb- 
wandig, ohne Ein-, mir sehr lang ^'-cluiäb.'ltem. am Rand nicht kernigem 
Deckel, trocken und eiitloert gekrümmt und unter der Mündung nur wenig 
verengt. Peristomzähne purpurrot, 

■'•' '■ '-:. I: M ■ '.. ■'■■:■■ ■■ : ; -• ^ :■'■ '■ -. ,■■■ '. :;. • - j:-U'-;u r 



längsstreifig und mit stark vortretenden inneren Querbalke, 
grünlichgelb und papillös. Reife im Sommer. Br. eur.. \ 



l berall von der Eb< 
auch in Amerika, Afrika u 
8. III, 1 



nach dem Stand 
querschnitt, b) Habitusbild in natürlicher ( 



d) Querschnitt durch einen Zahn, 

zellen, f) oberer Blattquerschnitt ferner XIII. ;». a)'|; 

bei Laubach ges. Expll. 

Var. ortkophyüum Brid., mit aufrechten, trocken amrepressl 
Bll. und aufrechten Stengeln; 

var. tttrfomm Milde, eine Sumptform mit aufrechten f'i<t 
Rücken nicht gezähnten Bll.: 

var. curmlum Brid., mit dicht gestellten, sichelförmigen Bll 

var '«'"ratum Schpr, lockerer beblättert, mit sieh,l t 7>r„,H 
etwas welligen Bll.: 

var. alpestre Milde, j 

var. tectorum H. Muller, Formen mit aufrechten, fast röllia 

var. rupicohtm TT. Müller, J 

var. paludomm Schpr., eine Sumpfform mit grob gezähnten 

var. polycarpum Breidler, mit 2-3 Fruchtstielen au. einen 
var. ctispidum De Not, eine niedrige südliche Form mit ^ekrä 



15. Dicranum neglectum Jur. 1882. resp. .Milde 1*04. 

/>. intermedlum .Jur.. D. Bamhergeri Srhpr.. D tpadiceum Zett 1804 t> 

hifegrifoliumLmäb.lSW.lsM,,,-, L , ,7 , ,. 

Zweihäusig mit kleinen d Pflanzchen im Wurzeltilze. Habituell eine 
Ubergangsform zwischen seoparium und l//;/,/, „/..,./•/■ m ,- t -, en , |, ,,!.,.,', ,[[ c j lteil 
nur wenig filzigen Rasen. Bll. aufrecht abstellen,!, trocken verböge« und 
gedreht, kaum kraus, aus eilänglicher, hohler Basis lan/.-rlici, prri.-mei.iV.rniiu. 
rölirig und ganzrandig oder undeutlich irezähnelt. mit unterseits glatter." 
mit oder vor der Spitze endender oder auch austretender schmaler weder 
gefurchter noch gezähnter Rippe. Querschnitt der nur 
Blattbreite einnehmenden Rippe mit kaum differenzierten Aussenzellen und 
4 6 medianen Deutern etc. Blattflügelzellen 2 schiebt!"-. 20— 25 u: alle 
übrigen Zellen verlängert, linear oder rektangnlär und getüpfelt, nur gegen 
die Spitze zu sind ein/eine quadrafi.-h Zöllen .... ;., r> a UIjt ermischt. 
Sporogon wie bei Mühlenbeckü. Reife im August und September. 

Auf dem Dovrefjeld in Norwegen, in Lappland und auf Hochalpentriften 
zwischen Felstrümmern und Knieholz, selten fruchtend und bis 3400 m aufsteigend; 
von Milde am Schiern in Tirol in 1 9oo „i entdeckt. Xach Arnell bei Dudinka 
und Tolstomos in der arktischen Begion Sibiriens häutig. Besitzt die Blattform von 
»roparinm, nähert sich jedoch nach dem Zellnetz im oberen Blattteil mehr der 
folgenden Art 



16. Dicranum Miihlenbeckii Br. und Schpr. 1847. 

D. Hostianum Jur. 1882, D. Scottianum Pokorny; cf. ßbh. Kr. Fl. IV, Nr. ll J <>. 

Zw ei häusig mit kleinen d Pflänzchen im Wurzelfilze. Gelbgrüne bis 
gebräunte, 2 — 10 cm hohe, dichte, stark verfilzte Easen mit anfangs weissem, 
später gelblich rostfarbenem Wurzelfilz. Bll. fast alle gleich lang, geschlängelt 
aufrecht abstehend, trocken stark verbogen und gekräuselt, in der Regel nicht 
sichelförmig, aus etwas schmaler, eilanzettlicher Basis sehr lang lineal- 
pfriemenförmig, nach oben hohl und gedreht, mit röhriger, oft weit herab 
grob gezähnter Spitze und nicht gefurchter, am Rücken durch spitz mamillöse 
Zellen rauher, auslaufender Rippe. Querschnitt der etwa */< bis % der 
Basis einnehmenden Rippe mit differentiierten Aussenzellen und 8 — 10 medianen 
Deutern etc. Blattflügelzellen 20 -25 u, 2— 3schichtig, fast bis zur 
Rippe reichend, die nächst höheren v \ dar, schwach 

getüpfelt, nur wenig schmäler und massig verdickt, nach oben rasch kürzer, 
im mittleren Teile 14—18 u und 2 mal so lang als breit, von der Mitte an 
unregeltnässig und schliesslich mit dreieckigen, quadratischen und quer- 
rektangulären oder ovalen gemischt, 10 — 15 u, jedoch ohne papillöse Auf- 
treibungen. Innere Perichätialbll. hochscheidig, röhrenförmig zusammengerollt, 
mit schwacher Rippe und plötzlich in eine kurze Pfriemenspitze verschmälert. 
Kapsel auf 2—2,5 cm langer, gelber bis rötlichgelber, unten rechts oben links 
gedrehter Seta aus aufrechter, verkehrt kegeliger Basis geneigt und gekrümmt, 
3,5 mm lang, zylindrisch, gelblichbraun, meist deutlich gestreift mit mehr 
oder weniger vortretenden, glänzend rotbraunen Längsrippen, sowie mit 1 oder 
2 reihig sich ablösendem Ring, sehr lang und schief geschnäbeltem Deckel 
und zuweilen etwas kropfigem Hals, entdeckelt unter der Mündung schwach 
verengt, entleert faltig gestreift. Haube lang bleibend und fast */ 8 der Kapsel 
deckend. Peristomzähne trüb blutrot, bis zur Mitte uud darüber in zwei 
pfriemliche, oben sehr dünne, gelbliche, dicht papillöse Schenkel geteilt und 
durch 2—3 Reihen kleiner, roter, dickwandiger doppelschichtiger Zellen mit 
der Urne verbunden. Innenschicht der Zähne mit stark vortretenden Quer- 
balken. Sporen 18—22 u, grünlichgelb und papillös. Reife im August und 
September. Br. eur., Vol. I, Tab. 78. 

Auf Bergwiesen und Haiden, oder auch faulem Holz durch die südliche Berg- 
regiou und die Alpenkette bis 2800 m weitverbreitet und auch aus dem Kaukasus, 
Nord-Amerika, insbesondere aus Grönland, Labrador, British-Columbien und den 
Rocky-Mountains bekannt, sowie von Arnell beiKrasnojarsk in Sibirien gesammelt; von 
Pfarrer Mühlen beck 18-14 in Graubüuden entdeckt. S. XII T 2, a und b) Bl. c) Kapsel: 






ivolb bei bigmaringen auf 

Dicranum brevifolium Lir 



— 229 — 

BU stark verbogen, dicht gedrängt aufrecht abstehend nie emseit 

wendig, 5 mm lang, mit gesägtem Rand. ' , der grossten Blattbreit 

nehmender, am Bücken oben gesägter, nicht austretender roUsttadmer Rio „'■ 

und bis zur Spitze fortgeführter Lamina. Blattzellen kleiner als bei 1/ /,!/ 

hecku und weniger ünregelmässig, mit verdickten nur memo, eetfinfi 1t 

Wänden, aufwärts 10-12 u und meist quadratisch, abwärt* mHn- ivktui-ul'ir' 

12— 14 u und 3~6 mal so lang als breit, an d.M. RlattHüir-ln in Jut besetzter' 

die Rippe nicht erreichender Gruppe braun und 20—% u Vmrh : i II V 

scheidig zusammengewickelt, plötzlich pfriemenförmig sowie in der Pfri m 

gezähnt. Kapsel auf 2.5 3 cm langer, gedrehter aufwärts gelber Seta nur 

wenig geneigt, oben oft schwach gekrümmt, aus faltigem dickem Halse fast 

cylindrisch, ohne Deckel 2 mm lang, mit aus kegeliger Basis lang "esdiiribelt m 

Deckel, aber ohne differentiierten Ring. \\< 

streifig und bis zur Mitte in je 2 schräg gestreifte, 1,1. h< | ipülöee Schenkel gespaltoT 

Sporen 18—20 u> grünlich und gekörnelt. Reife in/ Au-ust und September' 

An humosen Felsen der Alpen in der Schweiz und in Steiermark von 1800 

bis 2 200 m aufsteigend, sowie im Norden Europas, jedoch auch aus Canada in 

Nord-Amerika bekannt; von Schimper an der Grimsel und Gemmi in der Schweiz 

entdeckt Von Arnell im Jeniseithale Sibiriens in der subarktischen Region cf, ges. 

v 1 ,' Ji " ^ b) *""' Cde) KapSelD; ^ nach eiDem V0Q S - Lindberg 
m Nyland (Finnland) ges. Expl. naoerg 

18. Dicranum congestum Brid. 1806. 

Bier, fuacescens v. congestum mtet. phir.; cf. Rbh. Kr. Fl. IV. Nr. 121. 
Zw ei häusig. Der folgenden Art sehr nahe stehende, habituell jedoch 
mehr an flageüare erinnernde, dichte, gelb- bis goldgrüne, massig wurzelfilzige, 
oft 6—8 cm hohe Rasen mit schopfig beblätterten Stengeln. Bll. etwas sichel- 
förmig, trocken schwach verbogen, aus lanzettlicher Basis rinnig-pfriemen- 
förmig, die unteren fast ganzrandig, die Schopfbll. an der Spitze etwas gesägt, 
mit die Spitze erreichender oder austretender, meist glatter Rippe. Querschnitt 
der etwa % der Blattbreite einnehmenden Rippe mit kaum differentiierten 
Aussenzellen, 6—8 medianen Deutern und doppelten Stereidenbändern. Blatt- 
flügelzellen 2 schichtig, die Zellen darüber linear und getüpfelt, oberwärts 
unregelmässig, viereckige und dreieckige gemischt, mit schwachen, 
papillösen Auftreibungen über den Pfeilern. Perichätialbll. aus hochscheidiger 
Basis rasch pfriemenförmig verschmälert. Kapsel auf bis 1,5 cm langer, 
gelbrötlicher, gedrehter Seta schwach geneigt, symmetrisch, kurz eüäoglich bis 
verkehrt eiförmig und etwas ho< t reift, mit meist nur 

1.5—2 mm langer Urne, ein- bis . sendein Ring 

und aus kegelig gewölbter Basis abwärts gerichtetem, kerbrandigem, geschnäbeltem 
Deckel, entdecket sehr weitmündig und meist nur mit einigen Falten. 
Peristomzähne gelbrot, bis zur Mitte 2schenkeli^ und abwärts oft rissig, mit 
stark vorspringenden, roten Querbalken. Sporen 15 20 u, gelbgrün und 
papillös. Reife im A \ Br. eur.. Vol. L Tab. 77. 



An modernden Baumstümpfen und in den Mooren höherer Gebirge, auch an 
feuchten Felsen und unter Alpenrosen in der Knieholzregion durch die südlichere 
Bergregion und Alpenkette; von Fröhlich im Algäu entdeckt. Nach Arnell in 
Sibirien von der Bergregion bei Krasnojarsk bis in die arktische Region im Jenisei- 
thale sehr häufig und nach Brotherus auch aus dem Kaukasus und Japan be- 
kannt. S. XII, 8, d) Kapsel; gez. nach einem von Schimper an der Handeck 
gesammelten Expl. 

Var. fiexicavle Brid., mit bis 20 cm tiefen, lockeren Rasen, bogig aufsteigenden, 
schwach filzigen Stämmchen, sehr langen, sichelförmigen Bll., und etwas längerer, 
stärker gekrümmter, weitmündiger Kapsel — in den Torfmooren höherer Gebirge 
zwischen Knieholz bis 2500 m; 

var. robustum Schpr., nähert sich schon mehr der folgenden Art. 

19. Dicranum fuscescens Turn. l<si)4. 

D. rupesfre Brid. 1806. D. loH'/irostrum Schleich. lso7. 1). .■•„i.it-shuu Hühen 1HHS. 
L>. s,,q )( irium var. \\ . ,V M. lKi>7, D. •■ <, n ;i^t-h,> v. /.„-///', <^t,-i<m Br. .-ir. 1*17. J). rn„yesh<n> 
b. rupestre Rhh. 1848. D. cong. v. angvstifolium Lor. 1868: cf. Kl.h. Kr. Fl. IV. Xr. 122. 

Zweihäasig in gemischten oder getrennten 6 und o Rasen. Etwas 
weniger dichtrasige, 1— 6cm hohe, bräunlich- bis dunkelgrüne, nicht glänzende, 
mehr oder minder filzige Rasen mit aufrechten, schopfig beblätterten Stengeln. 
Bll. allseitig, oft fast flatterig abstehend, seltener einseitswendig, trocken 
geschlängelt oder gekräuselt, aus schmal lanzettlicher Basis lang rhmig 
iformig, mit nach oben gezähntem Rande und kräftiger, austretender 
Rippe, deren Unterseite ebenso wie die Lamina durch spitz, mumillöse 
Zellen oben rauh ist. Querschnitt der etwa ' 5 bis % der Basis einnehmenden 
Rippe mit 6—10 medianen Deutern nebst zwei stark entwickelten Steroiden- 
bändern und differenzierten Rückenzellen. Blattflügelzellen gross und oft 
zweischichtig: die Zellen darüber schmal verlängert rektangulär, nur schwach 
oder nicht getüpfelt, nach oben kürzer, in der Spitze meist quadratisch. Kapsel 
auf 1,6—2 cm langer, rötlich-gelber, gegenläufig gedrehter Seta geneigt, ans 
etwas angeschwollenem Halse verkehrt eilänglich bis fast cylindrisch, mit 
gebogenem Rücken, derbwandig, gelbrötlich mit 6 breiten, rippenartig 
vortretenden rotbraunen Streifen, zweireihig sich ablösendem Ring, 
und sehr langem, aus breiter, kegelig gewölbter Basis schief geschnäbeltem, 
bleichem Deckel, tro. ken -tark gefurcht, entleert aufwärts stärker gekrümmt. 
an der Mündung nicht erweitert und sich derjenigen von scoparixm nähernd, 
zuletzt dunkel kastanienbraun. Peristomzähne sehr breit, trüb purpurrot und 
zu ! : . t- bis 4 schenkelig. Sporen 18—24 u. bräunlich und papillös. Reife 
im August. Br. eur.. Vol. I, Tab. 77 ß. 

An schattigen Felsen der Kieselgesteine oder auch an faulenden Baumstümpfen 
in den Wäldern der Bergregion, in Thüringen, W< D u . s. w., 

sowie im Kaukasus und Nord-Amerika, in der Norddeutschen Eb.'-n« nur steril. 
Nach Arnell auch aus dem Amurgebiet und von dem Altai in China bekannt 
S.XLIX,7, a. HL, b) P,richtlbl., c) Kapsel, d) Habitusbild: gez. na, h ', nim mir 
mit D. Smdtneri übersandten Expl., sowi 



nach von Schimper in den Vogesen gesammelten Expll. Dum und da 
vorhergehende Art lassen sich der vielen Übergangsformen halber nur nfewer von 
einander trennen. 

20. Dicranum Sendtneri Lirapr. 1890. 

cf. Kbh. Kr. FL FV. Xr. 123. 

Zweihäusig. Dichte, 3— t hohe B t gleich] MI tterten, 

rundlich-3 kantigen Stengeln. B1I. 4,5— 6 mm lang, aufrecht abstehend mit ver- 

oben und an der auslaufenden Rippe schwach gezahnt Rippe ' ,. ' . der grössten 
Blattbreite, an der Basis durch 2 schichtige, subcostale Zellen stark 

erweitert. Querschnitt derselben mit 6—8 medianen Deutern und nur schwach 
differenzierten Rückenzellen. Blattflügelzellen 2 schichtig: alle übrigen Blatt- 
zellen dickwandig, weit hinauf getüpfelt, unten linealiseli. meist In 12 u 
und 4 ."> mal so lang, im Lumen 4 — tiu, aufwärts allmählich kürzer. 
rektangulär und länglich, mit schwachen Auftreibungen aber den Pfeilern' 
Perichätialbll. scheidig, aus abgerundetem, oben ganzrandigem Scheidenteü 
in eine glatte oder schwach gezähnte Pfrieme auslaufend. Kapsel auf 2 cm 
langer, rötlichgelber, rechts gedrehter Seta fast aufrecht, aus engem Halse 
länglich mit etwas gebogenem Rücken, undeutlich gestreift und schwach 
gefurcht, mit 1 — 2 reihig sich ablösendem Ring und geschnäheltem Deckel von 
Kapsellänge, entleert nicht erweitert. Peristom dunkelnd mit bis zu '-'.. zwei- 
schenkeligen. unterwärts rissigen Zähm-u. deren Querbalken stark vorspringen. 
Sporen 18—21 u, braun und fein papillös. Reife im Juni. 

An den Quadersandsteinfelsen von Adersbach von Prof. Dr. 0. Sendtner 
1838 entdeckt; von Milde zu 1K elongatum und von Jur. zu D. 
zogen, von Limpricht aber als besondere Art behandelt. 8. XLIX, 1. a und b) B1L. 
c) Perichtlbl., d) Blattquerschnitt: gez. nach einem von Sendtner ges. Originalexpl. 
(comm. Kern). 

Schleich. 1806. 



D. sp/ni lf ,n W •■ _ :; -h. Kr. Fl. IV. Xr. 124. 

Zweihäusig in meist gemischten Rasen; die 6 Blüten mit aus eiförmiger 
Basis lanzettlich scharf zugespitzten Hüllbll. Breite und dichte, meist 10 
und selbst 25 cm hohe, gelb- bis goldgrüne, glanzende, durchaus rustfil/ige 
Rasen mit dünnen Stämmchen und oft zahlreichen Innovationen. B1I. klein, 
aufrecht abstehend, trocken am schmalen Schöpfe geschlängelt oder etwas 
sichelförmig, aus lanzettlicher Basis allmählich pfriemenförmig, röhrig und 
ganzrandig. mit kni Belaufender, Querschnitt 

der etwa %— 1 l a der Basis einnehmenden Rippe mit nur wenig differentiierten 
Aussenzellen und 8—10 medianen Deutern etc. Blattzellen sämtlich äusserst 
dickwandig und englumig, im Lumen 5 — 8 u. über den Pfeilern schwach 
papillös. Blattflügelzelleu undeutlich begrenzt, die Rippe fast erreichend. 
15 — 22 u. die nächst höhereu Zellen linear mit verdickten, getüpfelten Längs- 
wänden, 10- 12 u. vonderlhrt« aufwärt- rundlich quadratisch, oder läng- 



liehe und rundliche gemischt, 8 — 12 |u. Innere Perichätialbll. oberhalb der 
Mitte fast gestutzt, resp. aus scheidiger, zusammengerollter, nicht gezähnter 
Basis plötzlich pfriemenförmig. Kapsel auf 1.5 cm langer, geschlän gelter, 
gelber, unten rechts oben links gedrehter Seta etwas geneigt und klein, aus 
kurzem, dickem Halse oval und hochrückig, gelbgrün mit rotgelben 
Streifen, später hellbraun, dünnwandig, trocken gefurcht, mit 2— 3 reihig sich 
ablösendem, differentiiertem Ring und aus konvexer, gelber Basis geschnäbeltem, 
gleichlangem Deckel, entleert weitmündig. Peristomzähne trüb dunkel blutrot, 
grübig längsstreifig, oft etwas unregelmässig, kaum bis zur Mitte in 2 oder 
auch 3 und 4 dicht papillöse Schenkel gespalten. Sporen 20-— 28 u, ungleich- 
gross, gelbgrün und fein papillös. Reife im August und September. Br. eur.. 
Vol. I, Tab. 76. 

Auf feuchten, mit Humus bedeckten Felsen im Hochgebirge in Europa wie 
Nord- Amerika, insbesondere in der Knieholzregion in den Alpen bis 2500 m; von 
Schleicher in der Schweiz entdeckt, selten fruchtend. Nach Arnell in der nörd- 
lichen Waldregion und arktischen Region Sibiriens, zwischen 65° und 71° im 
Jeniseigebiet häufig. Auch auf Spitzbergen und in Grönland gemein. S. XII, 1, 
a) Bl. f b) entdeckelte Kapsel, c) Kapsel mit Deckel; gez. nach einem von H. Gander 
in Tirol ges. Expl. 

Var. ortJiocarpum Schpr., mit kürzeren B1L und kleinerer aufrechter Kapsel — 
auf dem Dovrefjeld in Norwegen an mehr torfigen Standorten; 

wr.potyckdum Breidler, eine sterile Form mit zahlreichen schlanken Innovationen. 



ilandicum Brid. 1819. 

D. labradoricum C. Müll. 1848, Z>. tenuinerve Zett. 1876; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 125. 

Zweihäusig. Dichte, bis 6 cm hohe, in vieler Beziehung an die vorher- 
gehende Art erinnernde, weniger filzige, leicht zerfallende Rasen. Bll. steif 
aufrecht, trocken anliegend, oft kürzer und breiter, als bei voriger Art, fast 
lineal-lanzettlich, ganzrandig, gegen die Spitze etwas röhrig und mit vor oder 
in derselben endender Rippe. Querschnitt der oft nur ] l0 der grössten 
Blattbreite einnehmenden Rippe mit 6—8 medianen Deutern etc. Blatt- 
flügelzellen deutlich begrenzt, die Rippe nicht erreichend und zum Teil zwei- 
schichtig; alle übrigen Zellen schmal, verlängert, stark verdickt und 
getüpfelt, im Lumen meist nur 3—6 u. Kapsel klein, fast aufrecht, mit 
kurzem, engem Halse und etwas gebogenem Rücken, fast cylindrisch, schwach 
gestreift, mit sehr lang geschnäbeltem Deckel und 1— 2zellreihig sich ablösendem 
Ring. Peristomzähne orangerot mit fast glatten Schenkeln. Sonst wie bei 
voriger Art. 

In Grönland, Lappland und im Norden Europas, jedoch von Hornschuch 
auch in den Kärnthener Alpen und von J. Breidler bei Schladming in Steiermark in 
1800 m steril aufgefunden. Nach Renauld und Cardot auch aus Canada und 
Neu-Fundlaud bekannt. Nach Arnell in der arktischen Region Sibirien« bei 
Dudbka und Tolstoinos gemein. 8. XII, 9. Bl.: eez. nach »in«™ ™« !),- V F 



>therus in Lappland gesammelten und als Jj. 
b) Kapsel, gez. nach einem von Waghorne in '. 



ausgegebenen Expl., 



IHammm Sphdgni erhaltenen Expl. Die Pflanze in Steiermark hat etwas längere, 
weniger kräftigere Stengel als die arktische und nähert sich habituell mehr der 
vorigen Art, zu der sie auch nach dem Zellnetz mehr eine Übergangsform bildet. 

23. Dicranum fragilifolium Lindb. 

cf. Schpr. syn. ed. II, S. 91. 

Zweihäusig. Habituell an eine zarte Form von IHnumnm vbridt oder 
auch an montanum erinnernde, dicht verfilzte. '1 -*> cm hohe, lebhaft- oder gobi- 
grüne Rasen mit dünnen, oft vielfach geteilten, aufrechten Stengeln. RH. mit 
sehr zerbrechlichen Spitzen, feucht steif aufrecht, trocken verbogen, sehr 
schmal, aus eilänglicher Basis allmählich lang rinnig-borstenfönnii:! glänzend. 
ganzrandig, mit aufwärts aufgerichtetem bis eingebogenem, nur in der Mitte 
zuweilen etwas zurückgebogenem Hand, zuweilen undeutlich und entfernt 
gezähnelter Spitze und in oder mit derselben endender, resp. die obere Pfrieme 
ausfüllender, kräftiger Rippe. (Querschnitt der ', ' .. der Blattbreite ein- 
nehmenden Rippe demjenigen von xtrtrtm,, ähnlich, jedoch mit 6 10 medianen 
Deutern, schwach differenzierten Aussenzellen und doppelten ['.ändern von 
substere'iden bis stere'iden Innenzellen. Aufwärts sind die Bauchzellen meist 
mehr stere'id und im Pfriementeil gehen die Deuter in doppelschichtige Laminar 
zellen über. Blattflügelzellen sehr gross, bis zur Hippe reichend, 25 Ho u: 
die Zellen darüber rektangulär. aufwärts rasch viel schmäler, mehr linear, jedoch 
bald kürzer, nur schwach getüpfelt, im Pfriementeil klein, 10—12 u. rundlich- 
quadratisch oder oval, im Lumen nur 6—8 u. Kapsel auf unten rötlicher, 
oben gelber, bis 2 cm langer Seta geneigt, dick eiförmig, gelbrötlich mit 5—8 
dunkleren, rippenartig vortretenden Streifen, 2reihig sich ablösendem 
Ring und lang geschnäbeltem Deckel, trocken gefurcht, Peristomzähne 
kaum bis zur Mitte gespalten, denjenigen von Scottiamcm ähnlich, abwärts 
orangerot, nur schwach längsstreifig oder papillös, oft fast glatt, entfernt 
gegliedert, mit fein papillösen, pfriemlichen, hyalinen Schenkeln und innen 
stark vortretenden Querbalken. Sporen lf> — 18 oder 20 — 22 u, grünlichgelb 
und fein gekörnelt. Reife im Sommer. Br. eur. Suppl. III und IV, Dicr. Tab. 2. 
Auf faulem Holz und auf torfiger Erde in Lappland, Finnland und Norwegen; 
von Lindberg 1856 in Lappland entdeckt. Nach Renauld und Cardot auch aus 
Canada und dem nordwestlichen Territorium Nord-Amerikas bekannt. Nach Arnell 
in Sibirien von der mittleren Waldregion bei Jeniseisk bis nach Dudinka in der 
arktischen Region zwischen 58° und 69" n. Br. sehr häufig. Südlichster Standort 
nach J. Thcriot in der Auvergne in Frankreich (cf. Rev. br. 1898, S. 13). 
S. XIII, 3, a) BL, b) Kapsel, c) Blattquerschnitt, d) Peristomzähne; gez. nach einem 
von Rob. Torf in Schweden ges. Expl. Steht nach der Kapsel 
nahe, schhesst sich jedoch nach dem Peristom bereits an Leiodicramui, Limpr. an. 

C. Orthodicrana C. Müll. 1848. 

Dicr. orthocarpa Schpr. 
Zweihäusige Erd-, Fels- und Holzbewohner. Kapsel aufrecht und 
regelmässig, mit weniger deul - " glatten Peristom- 



;ähnen. Stengel mit Wurzelfilz. Querschnitt der Rippe mit medianen 

a) Dicr. moutana, resp. tenuinervia. 
Bll. mit dünner, flacher, vor oder in der Spitze verschwindender Rippe, 
sin schichtiger Lamina und aufwärts rundlich- quadratischen Zellen. Quer- 
chnitt der Rippe mit medianen Deutern, jedoch nur schwachen Stereiden- 
»ändern. Kapsel gestreift. Peristomzähne grubig-längsstreifig. 



24. Dicranum montanum Hedw. 1801. 

1). Hostn t s hwgr. 1811. Wi-isia trnncicola IV Not. 18«H: ff. Kbh. Kr. Fl. IV. 

Zweihäusig. Weiche, polsterförmiue. abwärt;- dicht hrn unfilzige, 1— 4cm 
hohe, hellgrüne Rasen mit sehr dünnen Stengeln. Bll. klein und schmal, feucht 
allseitig aufrecht abstehend, kaum einseitswendig, trocken kraus, aus lanzett- 
licher, schwach elliptischer Basis allmählich rinnig-pfriemenförmig, mit weit 
herab unregelmässig klein sägezähnigem Rande und in der Spitze 
endender, flacher, am Rücken oben stumpf gezähnter Rippe. Querschnitt 
der etwa * _. der Basis einnehmenden Rippe mit 4— 6 medianen Deutern und 
nur schwachen Stere'idenbändern etc. Blattflügelzellen einschichtig, 15 — 25 u. 
die Rippe fast erreichend, jedoch nur in wenigen Reihen deutlich hervortretend; 
alle übrigen Zellen der Lamina ebenfalls einschichtig, nicht getüpfelt, dick- 
wandig, rektangulär, oberwärts quadratisch und regelmässig, L0- 11 u. 
auf der Unterseite schwach mamillös. Perichätialbll. bis über die Mitte 
scheidig und plötzlich pfriemenförmig. Kapsel auf dünner, 1,5 cm langer, 
gelber, rechts gedrehter Seta aufrecht oder etwas geneigt, regelmässig, länglich 
ellipsoidisch, dünnwandig, hell gelbgrün, undeutlich gestreift, mit zwei- 
bis dreireihig sich ablösendem, differenziertem Ring und aus kegeliger Basis 
geschnäbeltem Deckel von Kapsellänge, trocken und entdeckelt faltig gefurcht. 
P-rUro n/ahne la-i^trvihi:. Hbrut und schmal, bis zur Mitte in 2 schwach 
Papillome Schenkel gespalten, abwärts mit innen stark vorspringenden Quer- 
balken. Sporen L2— 16 u oder 14— 18 u, gelbgrün und papillös. Reife im 
Spätsommer. Br. eur.. Vol. I, Tab. 67. 

Am Fusse alter Bäume und an faulen Baumstümpfen, vorzugsweise an Kiefern 
oder Birken und auf torfigem, sandigem Boden, aber auch an kalkfreien Felsen von 
bis in die Alpenregion in 2 50«) m durch ganz Europa und Nord-Amerika, 
die Lei.^-Tv Zorn- .ai^renommen, verbreitet, mit Frucht jedoch seltener: von ( '. Ludwig 
im Isergebirge entdeckt. Nach Arn eil in Sibirien von der m 
bis in die subarktische Region. j v jj j , : 

a) BL b) Kapsel mit Deckel. n t „r,i t rk. rf . k, ... ,, ,. .. , ,' , fku \ CI " 

grössert: gez. nach einem von Schimper in den V,.r Früchten 

Expl. 

Var. pnkinat.nn Pfeffer mit kleineren, lanzettlichen aber nicht pfriemenfBrmigen 
Bll. — an Nadelholzstämmen in den - tis h. \ , -, !U [300 m 



aus elliptischer Basis lanzettlich verschmälerten HüliMI. Lebhaftgrüne, bis 
5 cm hohe, dicht braunfilzige Basen, deren Stengel in den oberen Blattachseln 
leicht abfallende, fadenförmige kleiublä tteri-e Sprossen entwickeln 
Bll. mehr oder weniger einseitswendig. trocken etwas" kraus. 'aus lan/.ettlieh. ',' 
Basis allmählich röhrig pfriemenfürmig. mit vor oder in der Spitze ver- 
schwindender, am Kücken meist -latter Kippe, und nur an der Spitze zuweilen 

Deutern, welche gegen die Spitze bei dem Ver-chwimlen des nur schwach!-!! 
oberen Stere'idenbandes oft in basale Deuter übersehen UlattHü-n-lzellen die 
Kippe nicht erreichend. 20 25 u. quadratisch und rektangulft 
schichtig; die höheren Zellen darüber mehr oder weniger verdickt und 

Perichätialbll. hoch scheidig. Kapsel auf gelber, bis 2 cm langer Seta 
länglich ellipsoidisch bis zylindrisch, sonst wie bei montanum, nur meist grosser. 
Peristomzähne stärker papillös und mit hellen Spitzen. Sporen 14 |s u, 
gelbbraun und papillös. Reife im Sommer. Br. eur.. Vol. I. Tab. 68. 

An Baumstümpfen, faulem Holz und kalkfreien Felsen durch die Ebene und 
niedere Bergregion, nach Süden bis in die Alpen, daselbst noch in 1 sin. bis 2200 m, 
auch in xlsien, im Kaukasus und Japan, sowie in Afrika und Nord- Amerika nicht 
selten. Nach Arnell in der Waldregion Sibiriens bis 62° n. Br. Von Chr. Timm 
in Mecklenburg entdeckt. S. XII, 3, a) Bl., b) Kapsel, c) Habitusbild: gez. uach 
einem von J. Breidler in Steiermark ges. Expl. 

Yar. arenaceum Milde, eine sterile, tiefrasige, abwärts dicht 
Wurzelfilz verwebte Form mit etwas engeren Zellen von nur 8 — 
Sandsteinfelsen des Heuscheuergebirges bei Adersbach und Weckel 



Kapsel nicht gestreift, 
grubig längsstreifiger Aussen: 
glatter Rippe und einschic 



26. Dicranum strictum Sei 

c£ Rl.ii. Kr Fi. [V, Nr. 128. 

Zweihäusig: die 6 Blüten mit aus 
gespitzten Hüllbll. und an der Spitze kürzer ge< 
an l). i-irni 

schwach filzige Rasen mit schlanken, gleichmä 
steif aufrecht, trocken kaum verbogen, sehi 



abgebrochenen Spitzen, aus breiterer eilanzettlicher Basis ziemlich rasch lang 
rinnig-borsten förmig, ganzrandig, mit lang austretender, glatter Rippe 
und nur selten an der Spitze entfernt und schwach gezähnt. Querschnitt der 
etwa ! 5 der Blattbasis einnehmenden Rippe mit 6—8 medianen Deutern, 
jedoch ohne Steroiden und mit mehr gleichmässigen, substereiden, dickwandigen 
Innen- und Aussenzellen. Blattflügelzellen mehr ßseitig wie quadratisch, 
gross und aufgeblasen, 20—25 u, die Rippe fast erreichend; die nächst 
höheren Zellen verhältnismässig weit, 15—18 u, verlängert rektangulär, all- 
mählich nach oben kürzer und in der Spitze fast quadratisch, 10—12 u, alle 
dickwandig, glatt und nicht getüpfelt. Kapsel auf 1,5—2 cm langer, gelber, 
rechts gedrehter Seta aufrecht, aus etwas eiförmiger Basis zylindrisch, gelb- 
grün, dünnwandig, weder getreift noch gefurcht, mit nicht differentiiertem, 
nur angedeutetem, bleibendem Ring, und sehr langem, gerade geschnäbeltem, 
an der Basis orange berandetem Deckel. Peristom orangerot, an der Mündung 
inserirt, mit schmalen, zu \ — «/ 4 gespaltenen, oberwärts nur schwach schräg, 
jedoch nicht grubig gestreiften Zähnen mit schwach papillösen Schenkeln. 
Sporen 14-18 u, grün oder grünlichgelb und glatt. Reife im Sommer. 
Br. eur., Vol. I, Tab. 66. 

An morschen Baumstümpfen, am Holz und auf der Erde, in der Mark 
Brandenburg, in Tirol, Steiermark, Frankreich, der Schweiz u. 8. w. im Allgemeinen 
selten. Nach Renauld und Cardot auch von der Vancouver-Insel, aus Canada, 
Behring, British-Columbien, den westlichen Staaten und dem nordwestlichen Territorium 
Nord- Amerikas bekannt. S. XII, 6, a) Bl., b) Kapsel mit Deckel, c) entdecket 
Kapsel, d) Habitusbild, e) Peristomzähne; gez. nach einem von E. Levier in den 
Aperrainen in Italien in 1400 m ges. Expl. 

27. Dicranum Scottianum Turner 1804. 

Campylopus Bri.i. lxl'.i: d. \lhh. Kr. Fl. IV. Xr. 12'.». 

Zweihäusig in getrennten d und $ Rasen; die inneren Hüllbll. der 
Blüte aus eiförmiger Basis rasch lanzettlich scharf zugespitzt und mit Rippe. 
Ziemlich dichte, 2-6 cm hohe, bräunlichgrüne oder gelbbräunliche, etwas 
glanzende Rasen mit kräftigen, unten stark wurzelfilzigen Stengeln. Bll. feucht 
abstehend, etwas sichelförmig oder geschlängelt, trocken am zugespitzten 
schwachen Schöpfe stark verbogen, kürzer als bei fubum, aus lanzettlicher 
Basis allmählich rinnig pfriemlich, ganzrandig, mit kräftiger, *L der Blatt- 
basia , ■ liiiehmemler. oben austretender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 
6-10 medianen Deutern, differenzierten Rückenzellen und 2 starken Stereiden- 
bandern. Blattflügelzellen die Rippe nicht ganz erreichend, teilweise 2s 
alle übrigen Zellen dickwandig, unten rektangulär und getüpfelt. ,uf viirt^ m 
und kurzer, die meisten 9—12 u, nur im Pfrieme; b 
oder auch queroval. Pericliätialbll. ■. 

rinnig-borstenförmig. Kapsel auf l,:,—* vm l.u ^,r~ nitliVi Vi , r" • rhts 
if.-drehter Seta Outrecht, au- 
ellipsoidiseh, hellgelbg 



glatt und nur zuletzt Bchwach gefurcht, mit 1 -2rei 
lösendem, differentiiertem Ring, und aus kegeliger 
geschnäbeltem kerbrandigen Deckel. Peristomzähi 
der Urne verbunden, kurz und schmal lineal-lanzettlic! 
jedoch mit Teilungslinie, oder an der Spitze in um 
nicht längsstreifig, aufwärts heller, und nur mit Ter 

zusammengesetzt. Sporen 20—2.-) u. gelbbräunlich 
im September. Br. eur., Vol. I, Tab. 70. 

An Granitfelsen der Bergregion Süd-Englands, Irh 
Frankreichs, insbesondere aber in den Pyrenäen, sowie 
auf den Kanarischen Inseln. S. XII, 13. a) BL. 1») Ka { 
einem von Dr. F. Camus in Frankreich ges. Expl. (cf. 



Bll. mit fast durchaus rundlich quadrai 
zu doppelschichtiger Lamina und sehr 1 
Querschnitt der letzteren mit zahlreichen mt 
Aussenzellen und doppelten Stereidenbändern 



e (Süll. & Lesqu.) Lindb. L863. 

Campylopus Süll. 1856. D. thraustophißum Spruee 1*50. l>. thrauatum Srhpr. 1*62: 

Zweihäusig. Meist polster förmige. 1—4 cm hohe, lebhaft oder etwas 
dunkelgrüne, unten rostfilzige, dichte Rasen, mit kräftigen, dicht beblätterten, 
oft etwas spitz schopfigen Stengeln. Bll. feucht steif aufrecht abstehend, 
sehr brüchig mit meist abgebrochenen Spitzen, trocken anliegend, nur 
die Schopf bll. zuweilen etwas sichelförmig, aus oval-lanzettlicher Basis lang 
rirmig-pfriemenförniig und ganzrandig, nur ausnahmsweise (in höheren Lagen) 
an der Spitze etwas gezähnel - .latter Rippe. 

Querschnitt der \ — */s der Blattbasis einnehmenden Rippe mit differentiierten 
Aussenzellen, doppelten Stereidenbändern und 8 — 10 medianen Deutern. 
Lamina oberwärts oder auch stellenweise neben der Rippe zweischichtig. 
Blattflügelzellen einschichtig, 20—25 u. die Rippe scheinbar erreichend, darüber 
einige Reihen kurz rektansrulär. 12 — 18 u, nach oben allmählich kleiner und 
meist rundlich-quadratisch, 10—12 u. aber ohne Papillen. Kapsel auf 
2.5 cm langer, gelber, kräftiger Seta aufrecht, ich, ungestreift 

und mit lang geschnäbeltem Deckel. Sporen? Rrit im Sf it- mmer. Br. eur.. 
Suppl. ni und IV. Dieranum Tab. 1. 

Vorzugsweise an Waldbäumen, namentlich am Fusse alter Buchen, jedoch auch 
an Steinen, von der Ebene bis in die Yoralpen in 1200 m verbreitet und meist 
steril. Nach Renauld und Cardot auch aus Canada, Neu-Fundland und den 
nördlichen und östlichen Staaten Nord- Amerikas bekannt. Im Basaltgebiet des 



Volgelsberges steril nicht selten: von H. v. Klinggraeff 1K60 in Ostpreussen ent- 
deckt und von Arnold bei Eichstätt in Franken zuerst mit Früchten gesammelt. 
Exemplare vom Taufstein im Vogelsberg in 700 m sind oft an der Spitze schwach 
gezähnt. S. XII, 7, a) BL; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll. Kapsel und 
Peristom non vidi. 

29. Dicranum fulvum Hook. 1820. 

Zweihäusig in getrennten oder gemischten 5 und o Rasen. Lockere, 
2—5 cm hohe, dunkel olivengrüne, seltener hellgrüne, glanzlose Easen mit 
meist aufsteigenden, kräftigen, schopfig 1 ) beblätterten, abwärts verfilzten Stengeln. 
Bll. verbogen abstehend, trocken gekräuselt, schopfig zusammengedrängt, 
an den Sprossenden oft sichelförmig einseitswendig, aus schmal lanzettlicher 
Basis allmählich lang pfriemenlormig, fast röhrig. an den Rändern und am 
Rücken der lang auslaufenden breiten Rippe weit herab klein gesägt oder 
fein gezähnelt. Querschnitt der etwa 1 ., der Basis einnehmenden Rippe mit 
bis 16 medianen Deutern und kräftigen Stereidenbändern. Lamina aufwärts 
doppelschichtig und mit schwach papiliösen Auftreibungen über den 
die Zellen trennenden Pfeilern. Blattflügelzellen die Rippe erreichend, 20 
bis 30 Mr darüber einige Reihen kurz rektangulär; alle übrigen Blattzellen 
randlich quadratisch, meist 10 12 u. Perichätialbll. aus hoehscheidiger Basis 
plötzlich pfriemenförmig. Kapsel auf 1-2 cm langer, dicker, rötlichgelber, 
rechts gedrehter Seta aufrecht, aus engem Halse verlängert ellips«>i.liJLh bis 
fast zylindrisch, braun und derbwandig, mit wenigen, rotbraunen Streifen, 
sowie mit differenziertem, 3 reihig sich ablösendem, schmalem Ring und ge- 
schnäbeltem Deckel von halber Urnenlänge, eutd.-ckdt und entleert kastanien- 
braun und faltig. Peristuiii/iihm- Kings- mu | M-hrüg.tiviti-. rief 2- und ÜM-henkeli" 
mit beiderseits stark vortretenden Querbalken und Leisten und abwärts aus 
2 und mehr Reihen unregelmässiger Platten zusammengesetzt resp 
mit zickzackförmigen unregelmässigen Teilungslinien, nach Limpr. innen 
gekammert. Sporen ungleich gross, 16—24 u. grün und glatt oder etwas 
papillös. Reife im Herbst. Br. eur.. Yol. I. Tab. 69. 

An beschatteten kalkfreien Steinen, besonders in den Buchenwaldungen der 
Ebene und Bergregion der gemässigten Zone Europas. Fruchtet nicht überall und 
fehlt meistens m der Norddeutschen Ebene. Nach Renauld und Card ot auch aus 



Canada und den östlichen und nördlicl 
) BI-. b) entdeckende Kapsel, c) Kapseldeckel; gez. 



i bekannt. S. XI 









D. Paraleucobryum 

Bll. mit breiter, den Pfriementeil ausfi 
letzteren ähnlich wie hei r,. (/// , v /, 7 „,,-. me i s 
basaler Zellreihe, dickwandiger innerer Reihe i 
Rückenzellen. Im TThrWW ™ !,.; j m ' ': 



30. Dicranum longifolium Ehrh. 1786. 

eiförmiger Basis rasch lanzettlich zugespitzt und fast rippen 
lockere, 3 — 4 und selbst 8 cm hohe, etwas glänzende, weicht', wrisslieh- 
dunkelgrüne Rasen mit aufrechten oder aufsteigenden, fast fiklosen dum 
Stengeln. Stammquerschnitt mit kleinem Zentralstrang und getüpfelt 
Grundgewebe. Bll. schopfig gehäuft, meist sichelförmig, aus kurzer eiförmi 
oder elliptischer Basis sehr lang rührig, hoi^tig-pfriemenförmig. mit sehr breii 
flacher, die Hälfte der Basis einnehmender, den Pfriementeil ausfüllen, 
am Rücken längsfurchiger und mehrreihig scharf gesägter Hippe, so 
mit weit herab doppelreihig gesägtem Rlattrand. (Querschnitt der Ki| 

f> seifigen inneren Zellen und am Kücken mit mamillösen. zwischen .len hvali. 
Aussenzellen spitz vortretenden dickwandigeren Zellen. Lumina auf bei. 
Seiten der Kippe nur einen 10—15 Zellreihen breiten basalen Etai 
streifen bildend. Blattflügelzellen massig erweitert, etwa 20 u. dop] 

aufrecht und regelmässig, seltener schwach gekrümmt, verlängert ellipsoidi: 
bis cylindrisch. olivengrün und glatt, ohne Hing und mit aus kegeliger B; 
pfriemlichem, glattrandigem Deckel von Kapsellänge. Peri>tomzähne purp 
rot mit hellen Spitzen, meist bis unter die Mitte in 2 Schenkel gespalt 
mit schräg-streifiger Aussenschicht und beiderseits stark vortretenden Qu 
balken und Leisten. Sporen meist ungleich. 14—18 und 20- :'5 u. gel bim 
oder bräunlichgrün und fein papillös. Reife im Juli und August, da Ine! 
Vogelsberg im September. Br. eur., Vol. I. Tab. 72. 

An mehr kalkfreien Steinen, oder auch an Baumstämmen von der niede 
Bergregion bis auf die Hochalpen und fast über alle Länder der Erde bis 
2000 m verbreitet; von Fr. Ehrhart bei üpsal« 1774 entdeckt. Von Arn 
auch in der Bergregion und mittleren Waldregion Sibiriens gesammelt, jedoch 
selbst nicht häufig. S. III. 2, a) Blattquerschnitt, b) stärker v -. . 
a) BI., b) Kapsel, c) stärker vergrösserte Blattspitze: gez. nach von Sefaimper 
den Vogesen und von mir auf dem Taufst, 

Var. subalpümm Hilde = Campylopus Bertram 
aufrecht abstehenden, kürzeren und schwächer gezähnten Bll. au exponieri 

Felsen höherer Gebirge. Mitunter findet man auch völlig ganzran ti. 

rhombischen Blattzellen. 

31. Dicranum Sauteri Schpr. 1847. 

Campylopus Kin Iti83 R h Ki r L\ Ni 1>* 

Zweihäusig. gemischtrasig: die inneren Hüllbll. der : Blüte « 
eiförmiger Basis kürzer und mehr stampflich zugespitzt Freadiggräne, seid 
glänzende Rasen. Im Allgemeinen mit der vorigen Art ziemlich übere 



stimmende Pflanzen, die sich von derselben namentlich dadurch unterscheiden, 
dass die schwächer gerippten BU. in der Form mehr denen von Dicmimm 
«trietum gleichen, indem ihre Rippe kaum l j A — \ der Blattbasis einnimmt und 
die weit hinauf vorgezogene Lamina jederseits 20—25 Zellreihen breit ist. 
Eippe und Blattrand sind entweder glatt oder nur an der äussersten Spitze 
gesämelt Reife im August. Br. eur., Vol. I, Tab. 71. 

Am Fasse alter Baumstämme und an Steinen der südlichen Bergregion und 
der Alpenkette bis 1900 m; von A. Sauter in Nieder-Österreich entdeckt. Fehlt 
zwar in Norwegen, wurde jedoch auch nach Lindberg in Lappland und nach 
Macoun in British -Columbien in Nord- Amerika aufgefunden. Zwischen diesen 
beiden Extremen von longifolium und Saideri finden sich viele Übergangsformen, so 
dass es häufig fraglich erscheint, in wie weit man es mit einer guten Art zu thun 
hat. S. XII, 4, a) Bl., b) Kapsel; gez. nach einem von H. Graf zu Solms-Laubach 
auf dem Feldberg im Schwarzwald ges. Expl. 

32. Dicranum albicans Br. eur. 1850. 

D. Straminen,,» Lanrer 1822, D. merve Thed. 1849, I). kasbeckianum Kolenati. Campy- 
lopm crassinervis Wüs., Camp, albicans Kiodb. 1883; cf. Rbh. Kr. Fl. IV. Nr. Dil. 

Zweihäusig; die Hüllbll. der o Blüte aus kurzer, verkehrt eiförmiger 
Basis plötzlich rinnig-pfriemenförmig. Habituell an steif blätterige Formen von 
longifolium erinnernde,, dichte, 3—10 und selbst 15 cm hohe, hell gelbliche, 
trocken weisslich glänzende Basen mit kräftigen, unten schwach filzigen Stengeln. 
BU. steif aufrecht, starr, aus etwas geehrter, lanzettlicher, hohler Basis 
kurz rinnig-pfriemlich, fast röhrig, ganzrandig, mit sehr breiter, oft mehr 
als ', der Basis einnehmender und über derselben erweiterter, 3 schichtiger, 
unterseits glatter, weder gesägter, noch gefurchter Kippe. Querschnitt der 
letzteren mit lockeren, dünnwandigen Aussenzellen und einer Reihe dick- 
wandiger, getüpfelter, kleiner Innenzellen. Lamina beiderseits nur einen sehr 
schmalen, 10-12 Zellreihen breiten Saum bildend. Blattflügelzellen 2 bis 
3 schichtig; alle übrigen Blattzellen linear, 8-10 u. Kapsel auf 1-2 cm 
langer, rötlichgelber, rechts gedrehter Seta aufrecht, länglich cylindrisch oder 
schwach gekrümmt, engmündig und glatt, bräunlich, mit differenziertem, 
2—3 reihig sich ablösendem Ring und aus kegeliger Basis pfriemen förmigem 
Deckel von Kapsellänge. Peristomzähne schmal, trüb blutrot, etwas unregel- 
mässig, bis zur Mitte oder darüber in grob papillöse Schenkel geteilt. Sporen 
16 18 u. gelbgrün und warzig. Reife im Juli und August. Br. eur., Vol. I, 

An quarzigen und schieferigen, mit humöser Erde bedeckten Felsen der 
höheren Alpenregion Europas von 1740 bis 290U m, selten fruchtend; von Laurer 
-I i Karnthen entdeckt. Auch aus den, KauRu.u,. Sikkim-Himalaya und Nord- 
Amerika bekannt. S. 111,3, a) und b) Blattquerschnitte: sowie XII, 2, a) BL, 
b) Kapsel; gez. nach einem von P. Culmann in der Schweiz ge , Expl. 

,,;;■''", " // ' / ''"'" 8chpr -' V ° n Saüter am Krimml-Fall im Pinzgau ge- 
" Uü " lt >" U swh ™ /J - ■"'■>;,.■/;.;„ dur,h kräftigere, gekrümmte nur an der 
8 pi tze etwas dornige Bll. mit schmälerer, aber kräftigerer Rippe und dünne, wasser- 



helle, nicht aufgeblasene, nach dem Rand zu lineare Blattflügelzellen. 
Wurzelfilz unterscheiden. Dasselbe dürfte nach der Beschreibung den / 
curuiatum wohl näher stehen, als einem Dicramtm (non vidi). 

2. Gruppe. Campylopodeae Limpr. L890. 

Kapsel ohne Spaltöffnungen auf meist schwanenhalsartig gekrümmter, 
sich nach und nach aufrichtender Seta. 

1. Gatt. Campylopus) Brid. 1819. 

Auf trockenem Boden, mit Homos bedeckten Felsen <>drr auf Torf in 
dichten, filzigen Rasen wachsende Moose mit gabelig geteilten Stengeln. 
Stämmchen mit Zentralstrang und Tüpfelgewebe. EU. meist aufrecht "und 
steif, trocken angepresst, aus lanzettlicher Basis. rinnig-pfriemenformig, oder 
auch rührig, mit sehr breiter und flacher, den ganzen Pfriementeil aus- 
füllender, meist 3 oder 4 schichtiger, am Rücken zuweilen lamellöeer, meistens 
jedoch vielfurchiger oder glatter Rippe. Querschnitt der lel 
mehrschichtig, teils mit, teils ohne Stere'iden und je nach den einzelnen Gruppen 
und Arten sehr verschieden. Lumina schmal, zuweilen mit fast die Rippe 
erreichenden Blattflügelzellen oder hyalinem Randsaum rektangulärer Zillen. 
darüber mit chlorophvllhaltigen, mehr rhomboidisehen, rhombischen oder 
elliptischen Zellen. Blüten zweihäusig, knospenförmig mit fadenfiirmigen 
Paraphysen. Kapsel auf schwanenhalsartig gekrümmter, allmählich mehr 
aufgerichteter, geschlängelter, links gedrehter Seta regelmässig, ellipsoidisch, 
gestreift und gefurcht (von vielen Arten noch unbekannt), ohne Spaltöffnungen, 
mit differenziertem Ring und kegelig geschnäbeltem Deckel. Haube kappen- 
förmig, meist mit gewimperter Basis. Peristom aus 16 bis zur Mitte 
2 schenkeligen, grubig längsstreifigen Zähnen gebildet und unterhalb des 
Urnenrandes inseriert, demjenigen der Dicrana sehr ähnlich. 

Eine namentlich ausserhalb Europas in sehr zahlreichen Arten vertretene 
Gattung. Waren doch schon bis zum Jahr 1879 nach Jaeger und 8. mehr als 
220 au ss ereuropäische Arten bekannt, während bis jetzt deren schon gegen 500 
beschrieben sind. 

A. Pseudocampylopus Limpr. 1890. 
Blattrippe ohne Stei &ger, basalen 

Deutern entsprechender Bauchzellreihe: die übrigen Zellreihen aus ziemlich 
gleichförmigen, nur stehend. 

1. Campylopus Schimperi Milde 1864. 

Camp, compactes Schpr.. f. Smiteri JK-Ieudo; c£ Rbh. Kr. Fl. IV. Nr. 133 
Zweihäusig. Dichte, 1 — 3 und selbst bis 6 cm hohe, meist gelblich- 
grüne, bis zu den neuen T -■blanken, :i — 5 kantigen 



:i und brüchigen Sprossen, ßll. steif aufrecht abstehend, aus schmal- 
lanzettlicher, nicht oder nur undeutlich geöhrter Basis allmählich pfriemen- 
förmig, rö lirig zusammengerollt, nur wenig an der Spitze gezähnt, mit 
- ., — :: i der Basis einnehmender, unterseits nicht gefurchter Rippe. Quer- 
schnitt der letzteren demjenigen der folgenden Art ähnlich, jedoch am Bücken 
nicht mit abwechselnd vortretenden Zellen, sondern fast glatt. Lamina beider- 
seits nur etwa 12 Zellreihen breit. Blattflügelzellen angedeutet und wasser- 
hell, 15—20 u, darüber am Band etwa 3 Beihen linearer Zellen von nur 
3—4 u, neben der Rippe einige weitere rektanguläre Zellen von 8—10 u: alle 
übrigen Blattzellen aufwärts schmal rhombisch bis elliptisch. Kapsel auf 
5 mm langer, geschlängelt sich aufrichtender, bleicher Seta eiförmig oder 
ellipsoidisch und gestreift, mit geschnäbeltem Deckel von fast mehr als halber 
Urnenlänge und breit sich ablösendem Bing. Peristomzähne bis zur Mitte 
gespalten, mit pfriemlichen Schenkeln. Sporen 21—24 u und feinwarzig. Reife 
im August, cf. Jur. Laubmfl. v. 1882, Nr. 77. 

An feuchten humosen Felsen und auf Moorgrund in den Alpen von der sub- 
alpinen Region bis zur Schneegrenze, meist in 1100—2700 m, auch in den Pyrenäen, 
in Schottland, auf den Shetlands-Inseln und bei Kongsvold auf dem Dovrefjeld in 
Norwegen; von Milde 1863 bei Meran in Tirol (in 530 m) entdeckt. Nach Renauld 
und Cardot auch aus Grönland und nach Brotherus aus Alaska bekannt. S. XV, 5, 
a) Bl., b) alte Kapsel; gez. nach einem von J. Breidler im Lungau in Salzburg 
in 2200 m ges. Expl. 

2. Campylopus Schwarzii Schpr. I8t;4. 

Zweihäusig; die c Blüten gehäuft am Gipfel kurzer Äste, mit aus breit 
scheidiger, am oberen Rand gezähnter Basis plötzlich pfriemenförmigen, zart- 
rippigen Hüllbll. Habituell an steifblätteriges Diemrmm longifolium erinnernde, 

2—8 cm hohe, mehr grüne oder gelb-bräunliche, ziemlich dichte, seiden- 
glänzende Rasen mit schlanken, gabeligen, aufrechten oder aufsteigenden 
Stengeln und spärlichem Wurzelfilz. Bll. aufrecht abstehend bis schwach 
einseitswendig. aus schmaler, lanzettlicher, geöhrter Basis rasch lang rinnig- 
pfriemenförmig, nur an der äussersten Spitze mit wenigen Zähnchen °und mit 
den Bfriementeil ausfüllender, 2 ., der Basis einnehmender, unterseits 
durch abwechselnd vortretende Zellreihen vielfurchiger Rippe. Quer- 
schnitt der letzteren 3(— 4) schichtig, mit hyaliner, dünnwandiger BanchzeU- 
reihe und ziemlich mehr trau ben- 

kern artig wie rundlich gestalteten Z Die dem 

inneren spitzen Ende der Bauchzellen g ; Ickenzellen treten 

abwechselnd am Rande vor. ,_,. {un ht 

erscheint. Lamina beiderseits 1^--1^ Zellreihen breit. l'»latttlU"el klein aus- 
geh.".hlt und erweitert, aus zarten, hyalinen r>.j ].. u ' , V on 

15—18 u) gebildet, über denen sich nach der B 
dem Rand hin enge rektanguläre Zellen 1, • i mi ,„.pn 



etwa 6 reihigen durchscheinenden Saum übergehen und nach oben allmählich 
kürzer werden, oder auch in rhombische Zellen übergehen. Zellen im Basalteil 
des Saumes -1—6 u, nach der Rippe zu 7— 12 u Sporogoo unbekannt 
Br. eur., Suppl. I, II, Tab. 1. 

An feuchten humösen Felsen und auf steinigen Triften der Alpenrepion von 
1800 m aufwärts, sowie in Norwegen. Irland u. s. w.; von Dr. Schwarz 1 Ws m 
den Salzburger Alpen entdeckt, wird jpdoeh auch bereits von Dillen in der Hist. 
musc. von 1741 erwähnt, 

Var. fakatum Breidl., mit sichelförmigen Ell. in Steiermark in 19it<> m 

1886 von J. Breidler entdeckt. 8. XV, 9, a) Rh, b) Blattquerschnitt, c) desgl. 
bei noch stärkerer (nach Limpr. etwa 4<.mfarl„-r) Wr.rrn.^crmw ,.,. x u - iC h einem 
von W. Pfeffer in den Kindischen Alpen in 212" ml 

3. Campylopus subulatus Schpr. 1862. 

Blüten und Sporogon mir unbekannt. Flache. meist nur I- 1.5 cm hohe! 
glänzende Rasen ohne Wurzelfilz. Bll. kurz, steif und aufrecht, aus schmaler, 
nicht geöhrter, gerader Basis lanzettlich, rührig und lang zugespitzt, mit 
hohler, % der Basis einnehmender, in der undeutlich gezähnten, hyalinen 
Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren durchschnittlich t schichtig, 
mit dünnwandiger, basaler, lockerer Bauchzellreihe, weiÜnmiger, etwas dick- 
wandigerer medianer Zellreihe und weitlumiger, aus etwas kleineren Zellen 
gebildeter, 1 — 3 zellreihiger Rückenschicht mit abwechselnd halbkreisförmig 
vorgewölbten Aussenzellen, wodurch die Rückseite der Rippe gefurcht 
erscheint. Lamina schmal, nur 12-10 Zellreihen breit. Blattflügelzellen nur 
angedeutet, sehr zart und wasserhell, 10—15 u: die nächst höheren Zellen 
dünnwandig, verlängert-rektangulär bis linear, am Rand einen hellen Saum 
bildend, aufwärts rasch kürzer, i r wenig verdickt, klein, im ist quadratisch. 
7 — 9 u, und nur wenige schief rhombisch. Br. eur.. Suppl. I und II. 

An kalkfreien Felsen, auf Gartenmauern, in Weinbergen etc., in der Ebene 
und Bergregion des mittleren Europas bis 900 m hier und da, in Prankreich, 
Steiermark und Ober-Italien nicht gerade selten: von Milde 1861 bei Heran in 
Tirol entdeckt. S. XV, 6, a) Habitusbild in natürlicher Grösse, b und c) Bll., 
sowie 3, a und c) Blattquerschnitte, b) desgl. in noch stärkerer Vergrösserung; gez. 
nach in Schottland von R. H. Meldrum ges. Expll. Wurde steril auch dahier bei 
Laubach auf Heidelehm einer alten Ziegelhütte von mir aufgefunden, mit Frucht 
dagegen (cf. Rev. br. 1901, S. 13) von Wulfsberg auf der Insel Varaldeö Nor- 
wegens und von ihm als Ortho} ~ eechrieben. 

4. Campylopus adustus De Xot. 1869. 

cf. Kbh. Kr. bl. IV von 1890. S. 386 und 387. 

Blüten und Sporogon unbekannt. Habituell an einen femblä engen, 
grauspitzigen >.ul.ni.,t„- erinnernde. niedrig«- 1 -. bis 1,5 cm 

hohe, dunkelgrüne bis schwärzliche Rasen mit seidenglänzenden, durch die 



— 244 — 

Haarspitzen grau schimmernden, jüngeren grünen Sprossen. Rhizoiden spärlich. 
Bll. gedrängt, steif aufrecht abstehend; die Schopf bll. aus nicht geöhrter, 
gleichbreiter, hohler Basis rasch oder allmählich röhrig-pfriemenförmig, 
mit */ a — 8 / B der Basis einnehmender, in ein kurzes hyalines, dornig gezähntes 
Haar austretender Bippe, deren Querschnitt dem der vorigen Art entspricht. 
Lamina 9—13 Zellreihen breit. Blattflügelzellen deutlich, wenig ausgehöhlt, 
hyalin oder gebräunt, darüber gelbe, verlängert rektanguläre, nach dem Rand 
zu schmälere Zellen, die übrigen aufwärts schieflumig, meist verlängert, 
rhomboidische und rhombische mit 3 eckigen vermischt. 

Im Intrasca-Thale am Lago maggiore auf mageren Weideplätzen von 
De Notaris 1869 entdeckt, auch 1901 von F. A. Artaria unweit Blevio in der 
Provinz Como oberhalb Perlaska gesammelt. S. XLVII, 8, a und b) Bll., c) Blattflügel 
eines älteren BL; gez. nach einem Expl. von dem letzteren Standort. Die Pflanze 
macht den Eindruck eines unvollständig entwickelten C. atrovirens De Not. Die 
von Roll bei Eaido im Kanton Tessin in der Schweiz im Juli 1895 ges. Pflanze 
hat ausgehöhlte, geöhrte Blattflügel und ist nur eine Varietät von C. atrovirens mit 
vereinzelten Flagellen in den oberen Blattachseln. Vergl. auch Bev. br. 1880, 
S. 78 und 79. 

B. Campylopus im engeren Sinne. 
Blattrippe unterseits mit Stereiden. 



Zweihäusig. Meist nur 1 cm hohe, oft gelblichgrüne, nur am Grunde 
rötlichfilzige Basen mit dünnen Stengeln ohne leicht abbrechende Istchen. 
Stammquerschnitt mit dünnem Zentral sträng, lockerem Grundgewebe und 
•1— 3reihiger, rotbrauner Rindenschicht. Bll allseitig abstehend und verbogen, 
aus ziemlich kurzer, schmaler, elliptischer Basis rasch rinnig-borstenförmig, 
mit 7*~7s der Basis einnehmender, den oberen Teil ausfüllender, nur wenig 
oder nicht gefurchter Rippe, und höchstens an der äussersten Spitze etwas 
gezähnt. Querschnitt der Rippe der Anlage nach 3 schichtig, mit dünnwandiger, 
weitlumiger, basaler Bauchzellreihe, weitlumiger, dickwandiger medianer Reihe 
und etwas engeren, dickwandigen, durch vereinzelte oder zu 2 bis 3 vereinte 
Stereiden von der medianen Reihe getrennten, oft doppelzähligen äusseren 
Ruckenzellen. Lamina .... -tflügelzellen, oft Di— 18 Zell- 

reihen breit. Blattzellen an der Basis verlängert rektangulär-0 seitig und zart, 
lo— 18 u, ohne deutliche Grenze in locker 6seitige und sodaim massig verdickte 
rektanguläre Zellen aufwärts übergehend, gegen den Rand daselbst allmählich 
bis zur linearen Saumzelle verschmälert. m« h Mu .ln-n-u T.-i. der Laminji nur 
0—8 u. mehr schief oder rhomboidisch. Kapsel auf - 1 i m m langer.' nach 
and nach geschlängelt aufgerichteter, gelblicher - 



ellipsoidisch, dünnwandig, undeutlich gestreift, mit breitem Rin" und 
rot berandetem, geschnäbeltem Deckel von fast Urnenlänge. Haube 
Peristomzähne rotgelb, an der Basis verschmolzen. grubi^-läncs-streifi- 
bis unter die Mitte in zwei helle, grob papillöse. pfriemliche Schenkel e 
Sporen 10 — 15 u, gelblich oder olivengrün und fein punktiert J 
Frühling. Br. eur., Vol. I. Tab. 91. 

Auf torfigem Boden durch ganz Europa in der Ebene häufig in ,i, 
bis 1000 m, jedoch auch aus Asien bekannt: von C. F. Schultz in ]f« 
entdeckt. S. XIV, 2, a) Bl, b und c) Kapseln, d) Peristom: ra nach bei 
in Thüringen ges. Expll. 

Var. Müllen Milde, mit leicht abbrechenden Bll., deutlich gestreifte 
und fast ganzrandiger Haube ohne Wimpern — auf torfigem Waldbo 
H. Müller in AYestfalen entdeckt, auch im GundwaM iwuchea Frankfurt | 
Gross-Gerau etc. S. XIV, 2, e) Bl., f) Kapsel, g) Haube; gez. nach » dem 
Standort ges. Expll. 

<i. Campylopus fragilis ( Dirks, i Br. eui 



Zweihäusig; die d Blüten etwas schlanker als bei ßexuonu. Polster- 
förmige, oben lebhaft oder goldgrüne, infolge ehr hellen Blattbasen weisslich 
glänzende, unten rotfilzige, bis 3 cm hohe Rasen mit büschelästigen Stengeln 
und leicht abfallenden, kleinblätterigen Ästchen. Bll. dicht gedrängt. 
steif und zerbrechlich, allseitig aufrecht abstehend, aus seidenglänzendem, 
mehr geradem und längerem Basalteil rasch lanzettlich-pfriemenförmig, rinnig 
gekielt, an der Spitze gesägt, mit breiter, unterseits gefurchter '., — '., 
der Basis einnehmender, den Pfriementeil nicht ganz ausfüllender Rippe und 
ohne Blattflügelzellen. Querschnitt der Rippe demjenigen von tttrfaceu» ähnlich. 
jedoch mit etwas mehr zu 2—5 vereinten Sterei'den und oben abwechselnd 
vortretenden Aussenzellen, wodurch die Rippe gefurcht erscheint. Lamina 
12 — 15 Zellreihen breit, im Pfriementeil sehr schmal bis zur Spitze 2— 4zell- 
reihig fortgeführt. Blattzellen an der Basis verlängert 6seitig und rektnu^ulär. 
weit hinauf wasserhell, locker und dünnwandig, im breiteren Teil einige 
Reihen neben der Rippe grösser und lufthaltig. 20— 3« u. die oberen Chlorophyll* 
führenden mehr ipuidratix-h. 0—10 u. und zuletzt rhoinboidisrh oder rhombisch 
und schwach verdickt, längs des Randes durchaus schmäler. Perichätialbll. 
halbscheidig und weniger rasch pfri mlich. Kapsel auf 5 — 8 mm langer, 
dicker gelber, nach und nach gea I >ter Sets ellipsoidisch, 

gestreift und gefurcht, mit differentiiertem I Item Deckel 

von halber Urnenlänge. Peristomzähne rotgelb, zweischenkelig und dicht 
papillös. Sporen 14—16 u, gelbbraun bis dunkelbraun und feinwarzig, oder 
auch 10 — 14 u und fast glatt. Reife im Frühjahr. Br. eur.. Vol. I. Tab. 90 
und 98. 



An schattigen Sandstein- und Quarzfelsen, seltener auf torfigem Boden, in der 
niederen Bergregion Deutschlands und der Schweiz bis 1 200 m, auch in Schottland, 
England und Irland, sowie in Asien; von G. F. Ho ff mann bei Erlangen entdeckt. 
S. XIV, 4, a) Bl., b) Kapsel, c) Habitusbild; gez. nach einem von E. Kolb auf 
Torf in "Württemberg ges. Expl. 

Yar. clensus Scbpr., in dichten, über 4 cm hohen Rasen mit langen, pinsel- 
förmigen Sprossen ohne abfallende Ästchen — von Schleicher in der Schweiz 
entdeckt und mehr an torfigen Grabenwänden. 

7. Campylopus flexuosus Brid. 1819. 

Bryum L. 175:1. Dicranum Brid. 1792. Thysanomitrium Arn. 1825. Campylopus 
Aräuennae Lib. PI. crypt. Ard.; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 139. 

Zweihäusig mit oft mehreren rundlich knosp enförmigen <5 Blüten an 
derselben Achse. Flache, etwas olivengrüne, 1— G cm hohe, rotfilzige Rasen 
mit kräftigen, derben, meist gabelig geteilten Stengeln, sowie mit am Rücken 
der Blattbasen entspringendem Wurzelfilz und oft leicht abfallenden, klein- 
blätterigen Sprossen. Bll. aufrecht abstehend, selten einseitswendig, aus etwas 
geöhrter, lanzettlicher Basis lineal-pfriemenförmig, röhrig-borstig und nur an 
der Spitze gezähnelt, mit fast % der Basis einnehmender, gegen die Spitze 
auf der Rückseite etwas gefurchter Rippe. Im Querschnitt erscheint die 
Bauchzellreihe, resp. Basalschicht stellenweise doppelzellig und weniger 
dünnwandig, die dickwandige mediane Zellreihe am weitesten (mit etwa 10 
und mehr medianen Deutern) und durch zu 3 — 7 vereinte Steroiden von den 
äusseren Rückenzellen getrennt. Lamina höchstens 10—12 Zellreihen breit. 
Blattflügelzellen gross, 4— ßseitig, blasig erweitert, bis über 30 u, rot- 
braun und zum Teil 2 schichtig; die Zellen darüber rektangulär, neben der 
Rippe gross und lufthaltig, 15-20 u, am Rand viel schmäler, nach oben 
kürzer und in rhomboidische und rhombische von 7— 9 u übergehend. Perichä- 
tndbll. scheidig und rasch in eine lange Pfrieme verschmälert. Kapsel auf 
8 mm langer, rötlichgelber, nach und nach aufgerichteter Seta schmal ellip- 
soidisch, oft etwas hochrückig, gefurcht, mit 2—3 zellreihig sich ablösendem 
Ring und kegelig geschnäbeltem Deckel von halber Urnenlänge. Haube bis 
zur Kapselmitte reichend und gewimpert. Peristomzähne rotgelb, an der Basis 
verschmolzen und bis zur Mitte in schräg gestreifte oder papillöse Schenkel 
gespalten. Sporen 10-14 u. rötlichgelb und fein punktiert. Reife im Frühling. 
Br. eur., Vol. I. Tab. 89. 

An Kieselgesteinen oder auf trockenem Sand- und Torfboden, vorzugsweise im 
mittleren Europa, in der Ebene und unteren Bergregion, auch in Irland, fehlt jedoch 
in Italien. Nach Bescherelle auch aus Algier und nach Lesquereux au, Nord- 
-. .-rika bekannt. S. III, S, a) unterer, b) oberer Blattquerschnitt, 
c) Peristomzähne, d) Ring, e) gefranste Haube, sowie XIV, 5, a) BL, b) Kapsel 
mit Deckel, c) Haube, d und e) entdeckelte Kapsel, f) Habitusbild: gez. nach bei 
Ilmenau in Thüringen ges. Expll. 

. Var - " ' ' : " • >- bifl L0 cm hohen hlzigen Ra.sen mit einseitswendigen, 
weit herab entfernt gezähnten Bll., stark geöhrter Blattbasis, purpurnen Blattflügel- 



— 247 

zellen und beiderseits 2<t — 24 Zellreihen breiter i 
Torf bei Tölz in Bayern entdeckt, auch im Algäu 
Varietät nahe steht die von Eenauld bei Lourdei 
var. uliginosm, S. XV, 1. Blattquerschnitt | cf. Rev. t 

8. Campylopus micans Wulfel 



Rhizoiden verwebte, der vor 






förmige Rasen mit gabelig g 






Spitze einseitswendigen Steni 






zelligem Zentralstrang und 






Ausseiirinde. Ell. aufrecht abstehend 


. die 


•") mm lang, aus stark geöh 


rter B: 


i^is 


mit fast */, der Blattbreite < 


Mimehnn 


•nde 


und bis zur Spitze fortgef 


ührter 


La 


gesägt. Querschnitt der Etij 


W v den 


.jeni 



tretend und daher nicht gefurcht. Bhtttriügelzeüen bis zur Hippe derbwandig. 
erweitert 4— Oseitig und rotbraun, nur gegen den Rand in - 
schmäler, länger und hyalin; auch die Zellen aber den Blattflügeln gegen die 
Rippe breiter und rektangulär, gegen den Rand enger, mehr linear, aufwärts all- 
mählich schief, in der Pfrieme fast quadratisch, rhombisch oder rhomboidisch. 
Sporogone (Rev. br. 1885, p. 15i mehrere aus einem Perichätium. 

An Felswänden bei Einingevik auf der Insel Tysnaes im westliehen Norwegen 
von W. AYulfsberg 1874 entdeckt. 8. XLVIIL 10, a) HL, b) Habitusbild; gez. nach 
einem von Wulfsberg bei Tangeras in Xorwegen ges. Expl. aus dem Herbare Ther iot 



Zweihäusig. Sehr kräftige, 2-8 cm hohe, gebräunte, innen dunklere, 
nicht verwebte Rasen mit kräftigen, oft gabelig geteilten, dicht beblätterten 
Stengeln und nur wenig Wurzelfilz am Rücken der Basis der unteren Bll. 
Stammquerschnitt mit Zentralstrang und rotem Grundgewebe etc. Untere RH. 
abstehend, die Schopfbll. entweder allseitig verbogen abstehend oder sichel- 
förmig einseitswendig, aus geöhrter, hohler eilanzettlicher bis eiförmiger Basis 
rasch sehr lang borstenförmig. fast bis zur Basis röhrig. mit abwärts 
glatter, oben als sehr lange, etwas rauhe Granne austretender, an der Spitze 
oft mit wenigen Zähnchen besetzter Rippe. Die über den Blatt f lüg ein sich 
erweiternde Rippe nimmt daselbst oft % der ganzen Breite ein. Der 
Blattquerschnitt hat einige Ähnlichkeit mit demjenigen von Dieranum albicans, 
jedoch sind die Rückenzellen nicht weitlumig. sondern mehr englumig. mit 
Stere'iden durchsetzt und auch durch einzelne oder zu 2—7 vereinte Stere'iden 



— 248 — 

von der medianen Zellreihe getrennt; er unterscheidet sich von demjenigen des 
ßeantosm v. zonatvs durch die weitlumigen, durch sehr dünne Pfeiler getrennten 
Zellen der Basalreihe. Blattflügelzellen die Kippe erreichend, einschichtig 
und gross, 20—30 u, meist purpurrot, auf die Rippe doppelschichtig über- 
gehend. Im Übrigen ist das Zellnetz demjenigen von fiexuosus ähnlich, nur 
regelmässiger; die Zellen über den Blattflügeln nächst der Rippe kurz rektan- 
gulär, 15 — 18 u, nach dem Rand zu länger und schmäler, aufwärts rasch 
schief, fast spindelförmig und nur 7—9 u. Sporogon? 

Yon Schimper auf den Hebriden gesammelt. 

Yar. hamatum Schpr., mit etwas kürzeren, kräftigeren, am Schöpfe stark 
sichelförmig-emseitswendig dicht beblätterten Stengeln — ebendaselbst mit der 
Normalform. S. XV, 7, a und b) BI., c) Blattquerschnitt, d) Habitusbild; gez. 
nach einem von Dr. V. F. Brotherus erhaltenen Originalexemplar. Ob 
diese Pflanz nicht etwa dem Dicranum albicans näher steht, wie Schimper 
ursprünglich glaubte, und daher besser zu Paraleucobryum gestellt wird, lässt sich 
nur nach dem Sporogon unterscheiden. 



10. Campylopus setifolius Wils. 

cf. Schpr. Syn. ed. [I. S. LOS. sowie Rbh. Kr. Fl. IV, 3, 8.666. 

™~. Zw i ei l häusi ^ mit ( nach Sch Pr.) köpfchenartig gehäuften Blüten; die d 
Bluten dicker als die o und mit breiteren, plötzlich pfriemlichen Hüllbll. 
Lockere, glänzende, 10-12 cm hohe, gelb- bis goldgrüne Rasen mit sehr 
scnlanken, dünnen, locker beblätterten Stengeln ohne Wurzelfilz. Bll 8-9 mm 
lang aus lanzettlicher, geöhrter Basis mit breiten, aufgeblasenen Blattflügeln 
sehr lang rinnig-pfriemenförmig, mit grob gezähnter Spitze und sehr breiter, 
unten glatter Rippe. Querschnitt der letzteren demjenigen von turfaceus ähnlich 
Blattflügelzelleu sehr gross, dickwandig, rundlich- oder rektangulär-6 seitig. 
20-30 u, rotbraun und aufgeblasen; die Zellen darüber rektangulär bis 
rektangulär-6 seitig, zunächst der Rippe noch sehr weit, 12-18 u und luft- 
haltig gegen den Rand kürzer und enger, aufwärts sehr bald schief rhombisch 
und 8-10 u. Sporogon unbekannt. Br. eur, Suppl. in und IV, Tab. 6. 

und auf/ 618611 ! ST" t W -t " GraS Und Helde aUf t0rfi « em Eoden iD Mand 
und auf der xnsel Skye, bei Killarney in Irland häufig; von Tavlor bei TWorvnn 
1836 e^eet, m 13 , .) B ,, b) HaHt nsM /;„I ^^"b^ :« 

2iÄ a trli a t„r G v s g T aerun& 

11. Campylopus paradoxus Wils. 1868. 

cf. Rbh. Kr. FL IV v. 1*90. S. 393. 

Zweihäusig. Ausgedehnte, weiche, dichte, freudi™ 
Rasen mit wiederholt gabelig geteilten, nur wenig filzigen 
«luerselmit: mit Zentn.Ktruiiii n, j 

hend, aus gerader, verlang - 
kurz pfriemenförmig, nur gegen die äusserte Spitze etwa' 



der Basis einnehmender, meist nur schwach gef 
Rippe. Querschnitt der letzteren demjenigen 
wandiger, weitlumiger, medianer Zellreihe, fast et 
einzellreihigen Bauchzellen und je 2 -5 gru] 
zwischen der medianen Keihe und den abwech 
tretenden, dickwandigen Bückenzellen. Lamina 
Blattflügelzellen mehr oder weniger erweitert, n 
die nächst höheren Zellen rektangulär und qua 
lufthaltig, nach dem Rand in einen schmalen 
oben aber in quadratische und schiefe Zellen v 
gehend, im Allgemeinen weiter als bei vil»ilai>,s. 
An trockeneren Standorten auf torfigem Bod 
den subalpinen Regionen Englands; von Dr. Wo 
S. XV, 12, Bl. und 2 Blattquerschnitt; gez. nach eine 
in Belgien ges. Expl. Die von Mouguillon bei S 
sind nur 1,5 cm hoch, haben fast ungefurchte Rippe 
sowie rötliche Blattflügelzellen und machen eher de 
Camp/jl. jtrjviosiis, während die Belgischen Kxpll. 
Rücken stärker gefurchte Rippe besitzen; auch er« 
Zeilen im Basalteile des Bl. weniger verdickt. 



12 

vifolius De Not 



Blüten und Sporogon unbekannt. riatutue'l an ^, .,.'.■■ rinnernde, dichte. 

1—3,5 cm hohe, gelbgrüne, glänzende, abwärts weiss- bis rotfilzige Rasen. 
Bll. steif aufrecht, aus nicht geöhrter, gleichbreiter Basis lanzettlich-pfriemlich, 
mit breiter, hyaliner, ziemlich weit herab unterseits und am Rande fast 
dornig gesägter Pfriemenspitze, und mir breiter. -\. <h-v Basi< einnehmender, 
unterseits tief gefurchter Rippe. Querschnitt der letzteren demjenigen von 
subulaim ähnlich, jedoch mit Gruppen von 2—5 Steroiden zwischen der dick- 
wandigen medianen Reihe und den abwechselnd vortretenden Rückenzellen. 
Lamina beiderseits 8—12 Zellreihen breit. Blattflüge] nur schwach ausgehöhlt, 
mit etwas erweiterten, rötlichen oder hyalinen Zellen: die nächst höheren 
Zellen rektangulär bis quadratisch, durchscheinend, in einer gegen die Ränder 
schief verlaufenden schmalen Grn] palin, die chlorophyll- 

haltigen durchweg klein, massig verdickt und meist schief quadratisch. 

Im Intrasca-Thale am Lago maggiore von De Not. 1866 entdeckt und von 
anderen in Tessin in der Schweiz später aufgefunden. Unterscheidet sich nach 
Limpr. von mlmlatus durch den Bau der Rippe, den Wurzelfila und das Bchiefe 
Lumen der ehl< "• von kleineren Form 

das Fehlen der Haarspitze und der Lamellen, von haarlosen Formen 
durch die kleineren Blattzellen. S. X V. 8, Bl tttq u rs ibnitt; <jez. nach von Artaria 
in der Provinz Como oberhalb Cuasso in Italien an Porphyrfelsen g 



b) Blatt mit Haar. 
. Campylopus atrovirens De Not. 



Zweihäusig. mit zu 2—3 gehäuften Q Blüten. Breit kissenförmige, 
2— 8 cm hohe, glänzende, schwärzlichgrüne, unten dunklere, nicht verfilzte 
Rasen mit schlanken, geraden oder aufsteigenden, schopfig beblätterten Stengeln. 
Stammquerschnitt mit Zentralstrang und nach aussen dickwandigem Grund- 
gewebe, dessen dickwandige Rindenschicht noch von einer einzelligen, 
weiteren Aussenrinde umgeben ist, BU. meist straff aufrecht abstehend, 
sehr lang, aus stark geöhrter, lanzettlicher Basis allmählich rinnig, röhrig 
und borstenförmig, mit fast % der Basis einnehmender, in ein langes, rauhes, 
hyalines Haar auslaufender, am Eücken gefurchter Rippe. Querschnitt der 
cimlich wie bei flexuoms, mit gruppenweise zu 3-7 vereinten Steroiden 
zwischen der medianen Reihe und der Rückenschicht, jedoch durch die dünn- 
wandigere, einzellreihige, weitlumige basale Bauchzellreihe und die abwechselnd 
am Rucken vortretenden Aussenzellen davon verschieden. Blattflügel aus- 
gehöhlt, oft zweischichtig und mit grossen, blasig erweiterten rotbraunen 
Zellen von 20-30 u. Lamina beiderseits bis 18, meist jedoch nur bis 14 Zell- 
reihen breit Blattzellen über den Blattflügeln rektangnlär, nach der Rippe 
zu breiter und lufthaltig, 8-12 M , nach dem Rand zu schmäler, 5-7 u, nach 
• m schiefe, rhomboidische und rhombische bis schwach wurm- 
tormige verlängerte Zellen von 7-9 u, im Lumen selbst nur 4- 6 u. 
übergehend s^ehr oder weniger verdickt und spärlich getüpfelt. B, 
eur., ¥01.1, iah. 92 und Suppl. I und II. 
in Schlaf?; WsWeiI j e \ fibm ' ie - I t- Felsen der Bergregion, sowohl in, Norden, 

bw£i, - , * m g ° maggi ° re 1838 enldeckl - 8- XIV, 1, a) Bl., 

b) starker vergrosserte Haarspitze; gez. nach einem von J. E. Zetterstedt in den 
ryrenaen ges. Expl. 

. Var - "oticus Müde, eine haarlose Form, und var. falratus Fers mit sichel- 
(nrvidT e,tSWeil<ligen BIL ErÜChte SiDd DaCH Schim P er aus B ™»*™ b ^annt 
14. Campylopus polytrichoides De Not. 18.!s. 



filzig. BU. steif aufrecht, trocken angepressi 
abgerundeter, verlängerter, schwach ellipt 
mit breiter. %— % der Basis einnehmende 
langes, gezähntes, hyalines Haar au 
letzteren, ähnlich wie bei rtej-Hosii.«. mit stt 
zellreihe und zu 3—7 gruppenwei>e vereinte] 
Reihe und der Rückenschieht. von welch' let 
Aussenzellen nochmals geteilt sind und als *>- 

-n U-ki-r. dünnwai.di" und v 



Rand zu schmäler, mehr linear. 6-8 u. die cMorophyllbaltigeii -herwärts fiel 

oder länglich elliptisch und meist 8—12 u. Kapsel nach Braithw.) auf 
kurzer, geschlängelter. bräunlicher Seta oval, olivenfarben und glatt, an der 
Basis querwellig und dunkler, sowie mit schief -esehuäheltein. braunem Deckel 
(non vidi). Br. eur.. Vol. I. Tab. 93 und SuppL I und 11. Tab. 4. 

Auf sonnigem, torfigem Boden und an etwas feuchten, kalkfreien Felsen im 
Süden Europas und in Irland, jedoch auch aus Algier, Madeira und Brasilien 
bekannt. S. XIV, 3, a) Bl.. b) Habitusbild; gez. nach einem von E. Levier in 
Italien ges. Expl. Wurde nach Venturi und Newton bei Oporto in Portugal mit 
Frucht gefunden (cf. Eev. br. 1882, S. 1 «i i. 

Var. oaporarius Bolle, eine robustere Form: 

var. Daldaniannt De Not., eine weichrasige Form mit schlaffen, breiteren, 
oben röhrig-hohlen Bll. und kürzerer Haarspitze — von Daldini am Lago maggiore 
gesammelt. 

C. Palinoeraspis Lindb. 
Blattrippe auf beiden Seiten der medianen Reihe mit Stereiden. 

15. Campylopus brevipilus Br. eur. 1847. 

Zweihäusig; die : Blüten mit wenigen langhalsigen Archeg den und 
sehr kurzen Paraphysen, die unbekannt. Breite, .cl^i'-liin.iio. 1 
10 cm hohe, dichte, nicht verfilzte, gelblich- bis joldgröne Rasen mit schlanken, 
brüchigen, etwas schoj ; a 

angepresst, aus schmälerer, enger Basis elliptisch und kurz lanzettlich 
zugespitzt, röhrig und pfriemlich, mit ' .,— ' 4 der ßa>i> einnehmender, als 
kurze, rauhe hyaline Haarspitze austretender Kippe. Querschnitt der letzteren 
mit medianen, nach den Seiten zu basalen Deutern, während die Bauchzell- 
reihe nach der Mitte zu mehr oder weniger in Stereiden übergeht, infolge 



auch unter der medianen Beihe sind die St« >ri ekelt, während 

die Aussenzellen am Eücken ähnlich wie bei flexuosus im oberen Blattteil 
alternierend vortreten. Blattränder an den Schopfbll. und den Hüllbll. der 
O Blüten oberhalb der Mitte oft umgebogen. Blattflügelzellen gross, 20—30 u; 
die Zellen darüber nach der Rippe zu rektangulär bis quadratisch und luft- 
haltig, meist 15—20 u, am Band in mehreren Reihen linear, einen hellen Saum 
bildend und nur 6 — 8 u, alle übrigen Zellen kurz rektangulär bis quadratisch 
und mehr oder weniger schief, 9 — 10 u, rhombisch bis rhomboidisch oder 
länglich elliptisch und etwas geschlängelt. Sporogon nach Limpr. symmetrisch 
und gerade, trocken gefurcht. Sporen 12 u und glatt, cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, 
S. 667 und Br. eur. Vol. I, Tab. 92 und Suppl. I und II, Tab. 2. 

Auf torfigem Heideboden, mehr im westlichen Europa, sowie in Westfalen und 
Britannien, jedoch auch aus Corsika und Algier bekannt; von H. Müller in West- 
falen entdeckt. S. XV, 10, a) Bl., b) stärker vergrößerte Blattspitze, c und d) 
Blattquerschnitte; gez. nach einem von Dr. F. Müller auf dem Moor bei Varel in 
Oldenburg ges. Expl. 

Dieser Art nahe steht C. jmradoxus aus Belgien, nach Limpr. nur /'. epilosa 
derselben. C. brevipilus soll von Jörgensen (Bergen, Museums Aarberetning) 
im August 1895 mit Frucht gefunden worden sein. 

2. Gatt. Dicranodontium Br. eur. 1847. 
Habituell der vorigen Gattung ähnliche, 2 — 10 cm hohe, meist gelbgrüne, 
mehr oder weniger filzige, dichte Rasen mit dünnen, rundlich 3— 5 kantigen 
Stengeln. Stammquerschnitt mit Zentralstrang und Tüpfelgewebe. Wurzelfilz 
an der Rückseite der Blattbasis entspringend. Bll. aus kurzer, lanzett- 
licher Basis lang borstenförmig, mit den Pfriementeil ausfüllender, breiter, 
flacher Rippe und am Rande durch mamillöse Zellen weit herab gesägter 
Spitze. Blattquerschnitt mit etwas differentiierten Aussenzellen, sowie mit 
zahlreichen medianen, nach der Lamina zu mehr basalen Deutern und 
doppelten Sterei'denbändern. Zellnetz an der Basis rektangulär und 6 seitig, 
mit einigen erweiterten Blattflügelzellen, darüber am Rand zu einem 
Saume verengt, nach der Rippe zu erweitert und oft lufthaltig. Blüten 
zweihäusig; die c Blüten mit plötzlich kurz zugespitzten, zartrippigen inneren 
Hüllbll., grossen Antheridien und fadenförmigen, längeren Paraphysen. 
Perichätialbll. aus scheidiger Basis plötzlich lang pfriemenförmig. Kapsel 
auf anfangs bogig gekrümmter, später aufgerichteter Seta schmal ellipsoidisch 
bis eylindrisch. kurzhalsig, glatt und ungestreift, ohne differentiierten Ring 
und ohne Spaltöffnungen, mit nadeiförmig geschnäbeltem Deckel. Haube 
an der Basis meist nicht gewimpert. Peristom rotgelb, unterhalb der ürnen- 

förmige Schenkel gespaltenen und gestreiften Zähnen gebildet. Sporen klein. 
Ausländische Arten dieser Gattung waren nach Jaeger und S. bis zum 
Jahr 1879 nur 6 bekannt, bis jetzt sind bereits 16 beschrieben. 



irostre (Starice) Schpr. 1848. 

Zweihäusig. Ausgedehnte, gelblichgrüne, 2-5 und selbst In cm hohe. 
mehr oder weniger dichte, unten rostfibrige, lebhaft gl&niende Basen. IUI. 
fast gleich gross, gedrängt und leicht abfallend, bei dichteren Rasen oft 
sichelförmig einseitswendig, aus etwas g'eöhrter, lanzettlieher. fa-t xheidm.T 
Basis sehr lang riniiig-pfrieiiiniföniiig und borstig, mit ' , der lia-is ein- 
nehmender, die Pfriemenspitze ausfallender Rippe, am Rande und der Rück- 
seite der Rippe an der Spitze (zuweilen bis fast zur Mitte herab) durch 
mamillöse Zellen fein gesägt. Querschnitt der Kippe an der Insertion nur 
•2— 3 schichtig, aufwärts mit zahlreichen medianen, nach den Seiten zu aueh 
basalen Deutern und mit meist schwächerem oberen, sowie stärkerem, nach den 
Seiten zu mehr in Gruppen aufgelöstem unteren Stereidenband. Lamina 
beiderseits nur 12—20 Zellreihen breit. Blatüiügelzellen erw.-itert. dünn- 
wandig, hyalin und zart, 4-tiseitig: die Zellen darüber mehr rektangular und 
chlorophyllhaltig, nächst der Rippe fast ebensoweit, lö— 2«t u. am Rand bis 
zu 9 Reihen sehr eng, mehr linear, nur 5—8 u und einen hellen Saum bildend. 
Perichätialbll. kurz scheidig und rasch in einen langen Pfriementeil verschmälert. 
Kapsel auf 1 cm langer, gelber, nach und nach geschlängelt aufgerichteter 
Seta schmal ellipsoidisch, dünnwandig und glatt, ohne Ring. Schenkel der 
Peristomzähne tädenT'i'.rmiir. unten vertikal, oben schräg gestreift, nicht papillös 
und entfernt gegliedert, mit nur wenig vortretenden inneren Querleisten. 
Sporen 10—15 u. grünlichgelb und glatt oder schwach papillös. Reife im 
Spätherbst. Br. eur., Vol. I, Tab. 88. 

An kalkfreien Felsen, auf torfiger Erde oder an faulen Baumstrünken von 
der Ebene bis in die alpine Eegion in 2100 m verbreitet, auch in der gemässigten 
nördlichen Zone Amerikas und Asiens: von Pfarrer Seliger am Glatzer Schnee- 
berge entdeckt. S. III, 6, a) Peristomzähne, b) Querschnitt eines Zahnes, c) Haube 
und XIV, 6, a) Bl., b ) Kapsel mit Deckel, c) entdeckelte Kapsel, d) stärker ver- 
größerte Blattspitze, e und f) Blattquerschnitte; gez. nach im Hessischen Odenwald 
und am Feldberg im Schwarzwald ges. Expll. 

Var. alpinum Milde = Caw^opNs alpin»* Schpr.. mit deutlicher geöhrten. 
aufrecht abstehenden, fast anliegenden, nur an der äussersten Spitze gesägten 
Bll., rötlichen Blattflügelzellen und fast fehlendem Saum — auf torfigem Boden in 

aristatum Schpr. 1860. 



in getrennten Rasen; die terminalen dick knospe 
rippenlosen, plötzlich kurz zugespitzten innere 



— 254 — 

Weiche, dichte, bis 10 cm hohe, gelblichgrüne, etwas glänzende, fast filzlose, 
innen goldgelbe Rasen mit aufrechten, dünnen, brüchigen Stengeln. Bll. 
steif und gerade, sehr leicht abfallend, aus schmaler, ovaler, nicht geöhrter 
Basis lang grannenförmig, rinnig und hohl, mit % der Basis einnehmender 
Rippe und oft fast bis zur Mitte der erweiterten Basis herab am Rand 
und Rücken des Borstenteils mehrreihig durch spitz mamillöse Zellen 
rauh bis dornig gezähnt. Querschnitt der Rippe mit vorzugsweise medianer 
Deuterreihe und flachen Stere'idenbändern, auch das untere mehr geschlossen 
und nicht in Gruppen aufgelöst, aber oft länger als das obere, so dass dadurch 
die Deuter in die basale Zellreihe rücken. Aussenzellen rundlicher und am 
Rücken, mehr vorgewölbt, als bei voriger Art. Blattflügelzellen farblos, zart 
und hinfällig: die Zellen darüber nächst der Rippe in 6—8 Reihen leer, verlängert 
«seitigund rektangulär, 10—15 u, getüpfelt und von den 8— 9 Reihen sehr schmaler 
Saumzellen (von nur 5 — 6 u) scharf abgegrenzt. Perichätialbll. aus fast kreis- 
förmiger, scheidiger Basis plötzlich lang pfriemenförmig. Sporogon unbekannt. 
An kalkfreien, beschatteten Felsen, in engen Schluchten der Bergregion und 
Alpenregion bis 2300 m; von 0. Sendtner bereits 1839 an den Adersbacher 
Quadersandsteinfelsen des Heuscheuergebirges entdeckt. In Nord-Amerika nach 
Brother us selten, jedoch auch aus Sikkim in Asien bekannt, S. XIV, 7, a) BL, 
b) Blattquerschnitt; gez. nach einem von Lehrer Schmidt in der Böhmischen 
Schweiz ges. Expl. 

Yar. falcatum Müde = lomjirostre v. mtermedinm Milde, mit mehr sichel- 
förmig einseitswendigen Bll. und ovaler, dunkler Kapsel auf rotbräunlicher Seta — 
am Quadersandstein bei Adersbach und auf Glimmerschieferfelsen in Steiermark, 
sowie auch von E. Jörgensen bei Bergen in Norwegen ges. Dr. E. Bauer 
unterscheidet ausserdem eine var. Brotheri mit kürzerer, steiferer, dicht derbzähniger 
Pfrieme und eine var. Schiffneri mit längerer, minder steifer, lockerer und zarter 
gezähnter Pfrieme (cf. Bot. Centralblatt Nr. 28 von L900). 

B. Thysanomitrium Schwgr. nach Limpr. *) 
Haube an der Ba.sis kiuz gewimpert. 

3. Dicranodontium circinatum (Wils.) Schpr. ls?6. 

Du i WM upei hm ..p. WUa 857 i - !-;•;. t'nmpy- 

Kr. Fl. IV. Nr. 147. 
Zweihäusig. Habituell an Dieranwn hmgifolhim v. hvnntmn erinnernde, 
lockere, bis 10 cm hohe, dunkelgrüne, spärlich rostfilzige Rasen mit knie- 
förmig aufsteigenden, kräftigen Stengeln. Bll. einseitswendig, fast kreisförmig 
gekrümmt, aus halbscheidiger, kurzer, breiter, eiförmiger, nicht geöhrter 
Basis sehr lang rinnig-pfriemenförmig mit weit herab gesägter Spitze und 
kaum { . der Basis einnehmender Rippe. Querschnitt der letzteren mit zahl- 
reichen medianen und nur vereinzelten seitlichen basalen Deutern, kräftigen 
abändern, von denen das untere mehr gl 



mehr oder weniger differenzierten, am Rücken mamillös vortretenden \»s> ( -n- 
zellen. Blattflügelzellen nicht blasig erweitert, zart, hinfällig und * hyalin 
Lamina beiderseits bis 30 Zellreihen breit, am Hand mit {■> - Ureihi^em 
Saum und zwischen Saum und Rippe mit S- 14 Reihen grosser, breiter, 
leerer, rektangulärer Zellen von 18—22 u, Kapsel nach Limpr.) auf anfangs 
bogig herabgekrümmter, unten rechts, oben links gedrehter, I cm langer Seh. 
ellipsoidisch, engmündig und derbwandig. ohne differentiiei -t.-n Hin" Entleert 
schwach faltig. Haube sehr kurz gewimmert. Feristom gelbrot, demjenigen 

papillösen Schenkeln. Sporen 14-18 u, ,v '^ Reife'Vn 

Frühling. Br. eur.. Sttppl. III und IV. Tab. 4. 

An kalkfreien, beschatteten Felsen der höheren Bergregion und AJpenregion, 
im Riesengebirge, sowie in Schottland und Steiermark: von (ireville am Loch 
Lomond in Schottland entdeckt. Findet sich nach Brotheru.. auch von Xei.al' bis 
Java in Asien. S. XIV, S, a) BL 1.) Habitusbild in natürlicher <;.„.., und 111.7. 
a) oberer Blattquerschnitt, b) Haubenrand: gez. nach einem von .!. Br-tdl.-! :m 
Grlimmerschieferfelsen bei St. Nikolai in Steiermark «res. Expl. 

3. Gatt. Metzleria Schpr. ls«;9. 

Kleineren Formen von Jh'rraiHnluiithi», hmiirostre ähnliche, auf Moorboden 
wachsende Alpenmoose in niedrigen, nur 1 cm hohen Rä-elum. Bil. au* lanzett- 
licher Basis pfriemlich, mit kräftiger, breiter Rippe und durchaus verlängertem, 
glattem, parenchymatischem Zellnetz. Blüten einhäusig, die kurz gestielt 
axillär, scheinbar seitenständig. Kapsel auf gerader Seta aufrecht, eiförmig 
oder länglich ellipsoidisch, derbwandig, ohne differenzierten King und ohne 
Spaltöffnungen, mit nur kurzem Bals und lang geschnäbeltem Deckel. Peristom 
demjenigen von Din.nmdnnihuu ähnlich, nur kleiner, mit 16, feucht sich kegel- 
förmig zusammenneigenden 2—3 schenkeligen Zahnen. Haube einseitig gespalten, 
aufgeblasen, etwas spindelförmig und ähnlich wie bei V,,ifiu mit der engeren 
Basis die Seta umfassend, auch spater nach dem Durchtreten der Kapsel 
noch lange am unteren Teile der Seta hängen bleibend. 

Bis jetzt nur in einer Europäischen (cf. Eev. br. 1875, S. 19) und einer 
.'hen Art bekannt, 

Metzleria alpina Schpr. 18i>8. 
Atractylocarpus Limit,.. MetzkrieUa Limpr. in litt.: cf. Rbh. Kr. FL [V, Nr 148. 
Einhäusig; die dick knospenförmigen Blüten scheinbar seitenständig, 

mit breit eiförmigen, zugespitzten, mit Eippe versehenen Hüllbll.. kurz gestielten 
Antheridien und nur wenigen fad Dichte, am Grunde 

weisslich- bis rotfilzige Häschen. Stengel aufrecht, rötlich, mit Zentralstrang 
und spärlich getüpfeltem Grandgewebe. Obere Bll. aufrecht abstehend oder 
etwas einseitswendig. aus lanzettlicher, fast a . lieh pfriemen- 

förmig, etwas röhrig, mit sehr breiter, den Pfriementeil umfüllender Rippe 
und nur an der Spitze fein gezähnt. Querschnitt der Rippe unten 2 schichtig, 



— 256 — 

eberwärts mit zahlreichen medianen und basalen Deutern, doppelten Stereiden- 
bändern, von denen das untere oft mehr aus bandartig vereinten Stereiden- 
gruppen besteht, nebst schwach mamillösen Rückenzellen. Lamina beiderseits 
nur K)_12 Zellreihen breit. Blattzellen dünnwandig, vorzugsweise verlängert 
rektangulär, nach dem Rand zu und aufwärts enger, meist 8—10 u, nur au 
der Basis neben der Rippe mehr rektangulär-ß seitig und bis 20 u. Blatt- 
flügelzellen nur wenig entwickelt. Perichätialbll. aus scheidiger Basis rasch 
in eine lange Pfrieme verschmälert. Kapsel auf 5 — 8 mm langer, gelber, 
unten rechts, oben links gedrehter Seta aufrecht, derbwandig, dunkelbraun bis 
schwarzbraun, nicht gefurcht, in Form und Gestalt veränderlich, bald mehr 
ellipsoidisch, bald eiförmig oder auch schwach gekrümmt und selbst eikugelig, 
mit aus gewölbt kegeliger Basis geschnäbeltem, meist gleichlangem, glatt- 
randigem, rotem Deckel. Haube fast goldgelb, über die Kapsel herabreichend 
und mit der ungespaltenen Basis die Seta umfassend. Peristomzähne unterhalb 
des TJrnenrandes inseriert, fast bis zur Basis in 2 oder 3 aufwärts dicht 
papillöse, meist ungleiche Schenkel gespalten, entfernt gegliedert, mit gelb brauner, 
aussen längsstreifiger Basis und nicht vortretenden Querbalken. Sporen 
20 — 25 u, gelbbraun und warzig. Reife im September. 

Auf Moorboden in der Alpenregion in 1800—2000 m: von Banquier 
A. Metzler im Berner Oberlande 1S68 entdeckt, auch in Steiermark, Tirol und 
Voralberg inzwischen aufgefunden. S. XIV, 9, a) Bl., b) Kapsel, c) Peristom, 
d) Habitusbild in natürlicher Grösse; gez. nach einem von J. Br eidler bei 
Schladming in Steiermark ges. Expl. 

3. Gruppe. Trematodonteae. 

Kapselhals sehr lang und eng, von meist mehr als Urnenlänge, mehr 
oder weniger gekrümmt, mit schwammigem Gewebe und zahlreichen Spalt- 
öffnungen. Aussenschicht der Peristom entwickelt als die 
gleichinässige Innenschicht, und mit vortretenden Leisten und Balken. 

Gatt. Trematodon Michx. 1803. 
Niedrige, dicht gesellig oder zu lockeren Rasen vereinte Erd- und Torf- 
moose mit mehrfach verzweigten, in den unteren Blattachseln schwach filzigen 
Stengeln. Stammquerschnitt rund, mit grossem Zentralstrang, aber ohne 
Tüpfelgewebe. Bll. lanzettlich bis pfriemlich, glatt und ganzrandig, mit breiter, 
unlieb, lockerem, oben kurz rektangulärem, abwärts 
mehr verlängert i Zellnetz. Europäische Arten ein- 

häusig, mit knospenförmigen Blüten; die terminal angelegten Blüten äpäter 
am Grunde des verlängerten Fruchtsprosses. Haube aufgeblasen kappen - 
förmig, glatt und nicht gewimpert. Kapsel auf langer, gelber, rechts 
gedrehter Seta aufrecht oder geneigt, mit dem sehr engen, langen Hals 
keulenförmig oder länglich birnförmig und etwas gekrümmt, mit 



differenziertem Ring und schief geschnäbeltem 
Peristom aus 16. am Grunde zu einem niedrigen ba 

Zähnen gebildet, die entweder ungeteilt und durch! 
Grunde in 2 ungleiche, fadenförmige Schenkel gespa 

lei>tenartig schräg «»der vertikal gestreifter Aussense! 
vortretenden Querleisten. Spaltöffnungen am Hals« 

nach Seh im per auch schildförmig. Spuren gross i 

Eine derjenigen Gattungen, die vorzugsweise in 

Arten vertreten sind. So waren nach Jaeger und S. 

33 exotische Arten derselben bekam,:, ja ]>\< jetzt sin«: 



Einhäusig; die (S Blüten terminal oder am Pas 
mit rötlichen inneren Hüllbll und fedenformigen Paraphysen. L 
10 mm hohe Basen mit fast gleichförmig beblätterten, oft Istigen Stengeln und 

mit Brutknöllchen im Wurzelfilz. Bll. aufrecht abstehend, aus anliegender. 
hohler, eilänglicher bis verkehrt eilänglicher Basis plötzlich lanzettlich 
pfriemenförmig, mit am äussersten Ende gezähnter Spitze and den Pfriemen- 
teil ausfüllender Rippe. Querschnitt der letzteren nahe der Insertion 2 schichtig, 
darüber mit basalen Deutern und m 3 band, während oberwärts 

durch ein zweites Stereidenband die Deuter zum Teil median werden. Blatt- 
zellen nur massig verdickt, rerlängert rektangulär. 
aufwärts kürzer, meist durchschnittlich 10 u, nur am Rand schmäler und im 
Basalteil neben der Rippe bis doppelt so breit. Perichätialbll. aus länglicher 
Basis kurz pfriemlich zugespitzt. Kapsel auf 1.5—3 cm langer, gelber, 
geschlängelt aufrechter, rechts gedrehter Seta geneigt, mit dem fast bogig 
gekrümmten, am Stiele kropfig abgesetzten Halse von mehr als Urnenlänge 

gekrümmt keulenförmig, anfangs gelblich, später braunrot, mit 3- 4 reihig sich 

ablösendem Ring und pfriemlich gesehuäl Item, kerbrandigem Deckel. Haube 
am Grunde glatt und nicht gelappt. Perist« ins braunrot, 

auf niedrigem, durch zarte Zellen mit dem Urnenrand verbundenem, hellerem, 
vortretendem Hohlzylinder, fast bis zur Basis in 2 ungleiche Schenkel gespalten, 
aussen vertikal und schräg gestreift, innen gelblich und papillös. Sporen 24 
bis 34 u. ockerfarben und warzig-papülös. Reife im Sommer. Br. eur.. 
Vol. I. Tab. 96. 

Auf torfigem oder lehraig-thonigem, feuchtem, nacktem Boden von der Hügel- 
region bis zu 1800 m in den Alpen, in der Gesellschaft von > 
auch Splaehna, auch in Norwegen und Schweden. Nach Renauld und Cardot 
auch aus Canada, Neu-Fundland, British-Columbien und den östlichen Staaten Nord- 
Amerikas bekannt. S. X, 4, a und b) Bil., c) Kapsel, d) Peristom; gez. nach 
einem von Dr. Ho 11 er auf dem Haspelmoor bei Augsburg in Bayern gesammelten 
Exemplar. 



— 268 — 
2. Trematodon longicollis Michx. FI. Am. bor. 

<•['. Schpr. Syn. ed. IT, S. 68 und ßbh. Kr. Fl. IV, 3. S. 668. 

Einhäusig. Niedrige Rasen mit einfachen oder ästigen, bis 1 cm hohen 
Stengeln. Untere Bll. klein und lanzettlich, die mittleren aus halb umfassender, 
gerader Basis abstehend und pfriemenförmk ausI:iiirWul. die ziisainin« n_ 
oberen aus kurzer breiter Basis rasch in einen langen, rinnigen, am Ende 
stumpflichen oder spitzen Pfriementeil verschmälert, mit die Spitze des 
Pfriementeils ausfüllender Rippe. Querschnitt der letzteren an der Insertion 
tig, darüber mit basalen Deutern, zahlreicheren, etwas differenzierten 
Rückenzellen und schmalem mittleren Stere'idenband; oberwärts werden die 
Rückenzellen zum Teil sterei'd und die Deuter zuweilen teilweise median, indem 
vereinzelte Steroiden und wenige Bauchzellen dieselben überlagern. Durch 
doppelte Laminazellen wird die Rippe oft einseitig erweitert. Blattzellen 
im Basalteil ähnlich wie bei voriger Art, im Pfriementeil der oberen Bll. jedoch 
teilweise quadratisch und nur 8 u. Kapsel auf 2—3 cm langer, strohgelber, 
gedrehter Seta geneigt mit dünnem, zylindrischem, die schmal ellipsoidische 
Urne um das 2— 3fache an Länge übertreffendem, am Stiele kropfig 
abgesetztem Halse, mit aus kegeliger Basis geschnäbeltem kerbrandigem 
Deckel von Urnenlänge und 3 reihig sich ablösendem, differentiiertem Ring. 
Am Urnenrand befinden sich wenige Reihen kleinerer Zellen, die denselben 
zackig kerbrandig erscheinen lassen, alle übrigen Zellen der Kapselwand sind 
lang gestreckt. Peristomzähne purpurrot, sehr lang und regelmässig, an der 
Basis ringartig verschmolzen, ausserdem in 2 ungleiche, an den Gliedern oder 
auch den fein papillösen helleren Spitzen hier und da etwas zusammenhängende 
Schenkel gespalten, abwärts leistenartig längsstreifig, die Aussenschicht scheinbar 
längsrissig unterbrochen, die Innenschicht fein papillös und gelblich. Sporen 
15—20 u, oft etwas ungleich, bräunlich und warzig-papillös. Reife im f- 
Br. eur., Suppl. III und IV. 

Auf der Insel Ischia in der Nähe der Schwefeldämpfe aushauchenden Krater, 
sowie auch aus Asien und Amerika bekannt: von Dr. Bolle 1865 entdeckt, häufiger 
im mittleren Amerika, insbesondere in Pennsylvanien, New-Jersey und den südlichen 
Staaten Nord- Amerikas. S. X, 2, a) oberes, b) mittleres Bl., c) Kapsel: gez. nach 
einem von H. Graf zu Solms-Laubach auf der Insel Ischia ges. Expl. 



3. Trematodon brevicollis Hornsch. 1819. 

1823; cf. Rbh. Kr. Fl. IV. Nr. 150. 
Einhäusig; die knospenförmigen c Blüten mit grünen inneren Hüllbll. 
Kleine, nur 2-4 mm hohe Raschen. Bll. mehr dachziegelig anliegend, die 
unteren eilanzettlich, klein und entfernter, die oberen mehr gedrängt und 
grösser, breit eiförmig oder elliptisch, hohl und in eine kurze lan 
Spitze verschmälert, ganzrandig, mit flacher, 2— 5 schichtiger, in der Spitze 
endender Rippe. Querschnitt der letzteren du Lamina- 



zellen Verbreiter 



nicht regeln 



ungleich grossen Zellen gebildet. Blattzellen dünnwandig, unten rerlängert 

rektangulär-6seitig, aufwärts kürzer 4— 6seitig oder rhomb d 

bis 20 u. Perichätialbll. scheidig und grösser, mit schmäl« 

Spitze verschwindender Rippe. Kapsel auf 4—6 mm langer, 

gelber, schwach rechts gedrehter Seta geneigt kürzer als bei den beiden 

vorigen Arten, bräunlich, mit ellipsoidischer, etwas bochrückig« 

langem, allmählich in den Stiel übergehendem Halse und nur stückweise 

2 reihig sich ablösendem oder am Deckel und Urnenrand hängen bleibendem 

Ring. Haube am Grunde mehrlappig. Peristomzähne auf von dem Urnen- 

rande verdecktem basalen Hohlzylinder -ich erhebend, breit lanzettlieh und 

ungeteilt, 5— 7gliederig, purpurrot und gestreift und nur zuweilen an der 

Spitze oder längs der Mitte mit rundlichen Löchern durchbrochen. Sporen 

45—60 u, rostfarben und warzig-papillös. Reife im August und September. 

Br. eur., Vol. I, Tab. 95. 

sowie auf dem Dovrefjeld in Norwegen, jedoch überall sehr selten: von Hornsehu.-h 
1816 in Tirol entdeckt. Auch aus Central-Asien, sowie nach Etenauld and 
Cardot aus Grönland bekannt. 8. X, 3. a ) Hl. Im Kapsel, c) Eabitusbild; ges. 

sammelten Expl. 

Fam. XI. Leucobryaceae. 

Feuchtigkeit liebende, in weisslich-blaugrünen. trocken weissen, dichten, 
sphagnumartigen Polstern wachsende Moose mit mehrreihig beblätterten, feucht 
zähen, trocken aber leicht zerbrechlichen, aus- nnen Stengeln, 

fast ohne Wurzelhaare am G-runde, und nur mit bleichem Filz aus den Blatt- 
achseln. Da wo letzterer oder die an den Blattspitzen zuweilen aus dem 
Zellgewebe der Bll. austreibenden sekundären Protonemafäden mit der Erde 
in Berührung kommen, entwickeln sich leicht Brutknöllchen, aus denen wieder 
neue Pfiänzchen hervorgehen. Stämmchen ohne Zentralstrang, jedoch mit 
Tüpfelgewebe. Bll. ziemlich gleichgross, aufrecht abstehend oder auch einseits- 
wendig, aus gerader, herablaufender, breiter, hohler Basis lanzettlich (bei der 
einzigen europäischen, hierher gehöi-mbi: liartui.i; und Art) ohne Rippe. 
mit einschichtigem, schmalem Saum und im br _ q - hi htiger, I bis 

8 schichtiger, aus zweierlei Zellen zusammengesetzter Lamina. Eine der 
inneren Schichten besteht aus kleinen, schlauchförmigen, chlorophyllhaltigen, 
unter sich verbundenen Zellen (Chlorocysten), welche von grösseren, porösen, 
lufthaltigen, parenehymatischen, an den gemeinschaftlichen Wänden meist 
perforierten Zellen ohne Plasma, den sogenannten Leucocysten, eingeschlossen 
werden. Die runden Poren in den gemeinsch lieser hyalinen 

Zellen sind scheinbar von einem Ring umgeben. Die Hyalinzellen sind sehr 
hygroskopisch; sie vermögen ebenso wie die L \ hopw, denen 

die Lem-obrya sich im Bau der Bll. nähern, das Wasser ausserordentlich rasch 
aufzunehmen. An den Rändern älterer Bll. entstehen durch die Resorption 



oft grosse Membraiilücken. Durch das Sporogon schliesst sich diese Familie 
nach der einzigen europäischen Art und Gattung an die Dicranaceen, nach 
einzelnen ausländischen Gattungen aber auch an die Pottiaceen an. 

In den wärmeren Zonen sind die Leucobryaceen reichlicher vertreten, namentlich 
auch durch die Leucobyrum nahestehenden Grattungen Leucophaae* und tktoblejJutvtnn. 
von denen erstere eine schwache Rippe und dolchförmige Peristomzähme besitzt, 
während das Peristom der letzteren an dasjenige von Orihotrichum cupuhiliou erinnert. 
Nach Jaeger und S. waren von den zu dieser Familie gehörenden Arten bekannt: 
Leucohym,» 42 Arten, Ochrohrymn 3, Sehittomitrinm 3, Lwopfianes 22, Ärthro- 
tomts 3 und Octobkphamm 11 Arten, also bis zum Jahre 1879 bereits 84 Arten, 
welche Anzahl sich inzwischen noch bedeutend vermehrt hat (cf. Recherche anatomique 
sur les Leucobryacees von J. Cardot, sowie Eev. br. 1899, S. lff.). Bei Berück- 
sichtigung der Exoten werden die Leucobryaceen mit den Callymperaceen am besten 
erst vor den Orthotrichaceen eingereiht, weil bei der Gattung Syrrhopoäon, resp. 
Ih'inAviiii bereits ein doppeltes Peristom vorkommt. 

Gatt. Leucobryum *) Hampe 1837. 

ßll. aus breiterer, hohler Basis lanzettlich verschmälert und ohne Rippe. 
Blüten zweihäusig, terminal und knospenförmig. Verzweigung der Stämmchen 
und Ausbildung des Sporogons wie bei den Dicranaceen, an 
Gattung anschliesst, jedoch besitzt die Kapsel weder Spalt 
Luftraum. Haube aufgeblasen kappenförmig Peristom 

Aussereuropäische Arten dieser Gattung werden von Bro 
Katürl. Pflanzenfamilien bereits 120 angeführt. 

Leucobryum glaucum (L.) Schpr. ls:>5. 

Bryum L. 1753, Eypnum Weis 1770, Dkranum Hedw. 1782. Fnscina Schrank 178!). 
MnhiM (Jmel. 17!»1. /.,,..,-., ,/,.,„ , ,-h, , , f[. ,,,,, i K {7. th.r^.hnms Br. eiir. 1849; et ttbh. 

Zweihäusig; die anfangs terminalen, später pseudolateralen ; Muten 
mit kurzen, fadenförmigen Paraphysen. Flach gewölbte, 3—20 cm hohe, dichte, 
sphagnuniartige. graugrüne Polster. Bll. feucht straff abstehend, aus au der 
Insertion schmaler, sich allmählich erweiternder, eilänglicher bis verkehrt 
eiförmiger Basis lanzettlich bis verlängert lanzettlich und etwas röhrig, ganz- 
randig, am Rand des Basalteils durch verlängerte, schmale Zellen hell gesäumt. 
Oberfläclienzellen rektangulär, an der Basis herablaufend, resp. als Aussenrinde 
stellenweise auf den Stengel übergehend. Saumzellen 6—12 u, die meisten 
übrigen hyalinen Zellen 25— 35 u. Blatt«[uerschnitt 3 - 8 schichtig. Perichätial- 
bll. halbscheidig und länger zugespitzt. Haube gross, fast die ganze Kapsel 
bedeckend. Kapsel auf 1-1.5 cm langer, purpurroter, anten rechts, oben 
links gedrehter S»-ta g^n.dgt und gekrümmt, aus kropfigem, kurzem Hals 
eilänglich. etwas buckelig, glänzend kastanienbraun mit 8 rippenartig vor- 
tretenden Längsstreif« ti und aus k- g, lio r Basis pt'riemenförmig geschnäbeltem 



fnungen noi 
> bei Dumm* 


5 h 


srus in Engler's 



Deckel von mehr als Urnenlänge, ohne Ring, entleert gefurcht, zuletzt 
schwärzlich und um die Längsachse gedreht, Peristomzähne an der Basis 
vierzellreihig ringartig verschmolzen, rotbraun, grubig längutreing, dicht 
gegliedert und bis zur Mitte in 2 pfriemliche, sehr papillöse, txng 
gespalten, innen mit vortretenden Querbalken. Sporen L4— IN u, gelblich und 
fein punktiert, resp. schwach papillös. Reife im Oktober und Norember 
Br. eur., Vol. I, Tab. 97 und 98. 

Auf feuchtem Waldboden und torfigem Heideboden, auch au 8 
doch nicht auf Kalk, bis 1500 m, die arktische Zone ausgenommen, allgemein 
verbreitet, auch in Asien, Canada, Neu-Fundland und den östlichen und mittleren 
Staaten Nord- Amerikas, seltener in höheren Gebirgslagen bis 2<MMl m: war 171S 
bereits Dillen bei G-iessen bekannt. S. III, 11, aj Blattquersclmitr. b) Liinirsschnitt. 
sowie XV, 11, a) Bl., b) Kapsel, e) Wurzelhaare, resp. sekundäres I 
Brutknöllchen etc.: gez. nach dahier bei Laubach und bei Darmstadt mit Pracht 
ges. Expl. 

Var. rupßgtre Breidl., in niedrigen, abwärts ausgebleichten, oben blaugrünen 
Rasen mit 1,5 bis 2,5 cm langen Stengeln und sehr schmalen, im Basalteil mindestens 
10 Zellreihen breit gesäumten, oben oft scharf zugespitzten Bll. — auf Sandstein 
im Höllengrund bei Leipa in Böhmen von E. Bauer entdeckt (cf. Botanisches 
Centralbl. Bd. LXXVI, Nr. 4, resp. Nr. 43 von 1S98). S. XV, 11, c) Blattspitze, 
d) basaler Saum: gez. nach einem von E. Bauer in der Edmundsklamm hei Herrns- 
kretschen in Böhmen ges. Expl, 

Hiermit scheint Leneohnmm «Undn,,» Lindb. (Rbh. Kr. Fl. Nr. 940) nach der 
Limpricht'schen Beschreibung übereinzustimmen. 



Fam. XII. Campylosteliaceae. 

Habituell den Seligerien ähnliche, kleine Felsbewohner, welche sich nach 
den vegetativen Organen in Blattform, Zellnet/ und Bau der Kippe den 
Seligeriaceen anschliessen, siehabe» male, mützenförmige. 

am Grunde gelappte Haube und den Bau des Sporogons wesentlich wob 
denselben unterscheiden. Blüten eil witterig, die knospen- 

förmig. Kapsel auf 2—5 mm langer Seta emporgehoben, regelmässig, ohne 
deutlichen Hals, allmählich in den Stiel verschmälert, länglich ellipsoidiseh 
bis cylindris* - streift, mit breitem. 

differentiiertem, stückweise siel - and lang und gerade 

geschnäbeltem Deckel von rrnenlänge. Peristom an der rrnenmündung 
inseriert, aus 16 unten entären, oder bis zu " /4 

fadenförmig 2 schenkeligen, papillösen Zähnen gebildet, deren innere und äussere 
Schicht ziemlich gleichmässig entwickelt und entfernt gegliedert ist. 

Da diese Familie nur wenige Vertreter im bislande hat, so ist sie von 
S. O. Lindberg und V. F. Brotherus aufgelöst worden. Letzterer stellt die 
Gattung BrarJiif,'/:,,/;,!.,,. resp. /{/■■.-•/•>/<.->l>'> in die Nahe von v ',.„,»,. die Gattung 
iber aäber z i B 



1. Gatt. Brachyodus 1 ) Nees und Hornsch. Br. germ. 1831. 

Brachyoäon Furnn.hr [s-jl, Hniehtfdontimii Bruch, resp. Fürnr. 1827. 

Dicht herdenweise vereinte kleine Felsbewohner mit schopfig beblättertem, 
nur 1 mm hohem Stengel. Kapsel auf gerader Seta aufrecht und regelmässig, 
gestreift und mit nur wenigen Spaltöffnungen am Grunde. Peristomzähne 
an der Basis zusammenfliessend, bleich, breit lanzettlich, jedoch fast regel- 
mässig, gestutzt, und nur rudimentär mit etwa 4 Gliedern, zuweilen durch- 
löchert, oder an der Spitze etwas lappig, die Bingzellen nicht überragend. 

War nach Jaeger und Sauerb. bis zum Jahr 1879 nur in einer Art aus 
Europa und einer aus Süd-Amerika bekannt. Auch Brotherus kannte bis 1901 
nur noch die eine ausländische Art Br. ßexisetus Hpe. aus Neugranada. 

1. Brachyodus trichodes (Web. fil.) Br. germ. 1831. 

Briichydo,ifw,,< Fürnr. 1*27. Gyouiostonnun \\-i. i.l lsn;j. A„<.,.-t.,„,inm Schwgr. 1811, 
Grhmnia Knjrl. Hut. 181:}. Wvisia Hook, und Tayl. lHls. Brnrhywhr,, trichorle* Fürnrohr; cf. 
Kbh. Kr. Fl. IV, Xr. 177. 

Einhäusig; die <S Blüten später am Fusse des Fruchtsprosses mit ovalen 
bis oval-lanzettlichen, rippenlosen inneren Hüllbll. und ohne Paraphysen. 
Gesellig vereinte, gelbgrüne, glänzende Pflänzchen mit nur 1 mm hohem 
Stengel und schopfigen Innovationen. Untere Bll. klein, lanzettlich und fast 
rippenlos, die Schopfbll. gedrängt, aus ovaler oder elliptischer, rinnig-hohler 
Basis rasch borstenförmig, ganzrandig, mit kräftiger, den langen spitzen 
Pfriemen!, \mv Rippe. (,)in.T>clinitt der letzteren 2 — l-scliiehtig. 

mit ziemlich homogenen, etwas dickwandigen Zellen, von denen einzelne grösser 
sind und medianen Deutern ähnlich mehr hervortreten. Blattzellen unten 
verlängert rektangulär bis rektangulär-6 seitig und wasserhell, 10—18 u, oben 
quadratisch. 7—9 u. Perichätialbll. den Schopfbll. ähnlich. Kapsel auf 
2—3 mm langer, gerader, gelber, oben links gedrehter Seta aufrecht, länglich 
ellipsoidisch, dünnwandig, mit schmalen, unregelmässigen Streifen, sehr 
breitem Ring, und aus gewölbt kegeliger Basis lang geschnäbeltem, am Eande 
kerbigem Deckel, trocken mit mehreren Längsfalten. Haube nur wenig über 
den Deckelrand herabreichend. Sporen 8 — 10 u, gelb und glatt. Keife im 
Herbst. Br. eur., Vol. II. Tab. 115. 

An feuchten, schattigen Felsen (ausser Kalk) durch die mitteleuropäische 
Bergregion zerstreut, auch in Skandinavien und Britannien, sowie in Maine in 
Xord- Amerika, seltener in den Alpen bis 1630 m; von Weber fil. im Harz auf 
Granit 18o2 entdeckt. S. VII, 2, a und b) Bll., c) Kapsel, d) Peristom mit 
Ring, e) llabitusbild in natürlicher Grösse, f) Blattquerschnitte; gez. nach einem 
an Granitfelsen bei Wald-Michelbach im Hessischen Odenwald ges. Expl. 

2. Gatt. Campylostelium Br. eur. L846. 

Habituell der vorigen Gattung sehr ähnliche Pflänzchen. Blüten ein- 

:!-r auch zwitterig. Haube in einen geraden Schnabel verlängert, an 



dei 


■ Basis 4 


-5 lappig. Kaps 


ge 


bogener, 


später aufgerichi 


cyl 


indrisch. 


dünnwandig, mit 


geschnäbelte 


m Deckel. Perist 


Mi 


tte in 2 u 


ingleiche, dünn. 


gel 


lüdet, deren Glieder weder 



Paraphysen. Habituell an S,li, lt >,;,t recmrat,, erinnernde, hordenweise vereinte, 
gelbgrüne Pflänzchen mit 1 mm hohen, einfachen oder am Grunde geteilten 
Stämmchen. Bll. trocken verbogen und gedreht, feucht fa-t aufrecht abstellend, 
die unteren schmal lineal-lanzettlich. die oberen aus kurzer, eiförmiger oder 
elliptischer, hohler Basis lang und schmal lineal-pfriemlich, glatt und ganz- 

füllender, homogener Rippe. Blattzellen der Basis erweitert, bis hu. wasser- 
hell, verlängert-rektangulär bis ivktauüMilär-H>citi£. oberwiirts sehr klein 
([uadratisch. U — s u. Kapsel auf 3— 5 mm langer. Schwanenhals a r t i g gebogener, 
unten rechts, oben links gedrehter, dicker, bleicher Seta horizontal oder nickend, 
regelmässig, ohne Hals, ländlich rllipsoidisch bis cylimlrisch. ungestreift, rot- 
mündig, mit lang geschnäbeltem. am Bande kerbigem Deckel, im Alter auf- 
gerichtet und mit schwachen, unregelmäßigen Falten. Peristomzähne gelbrot. 
an der Basis zu einem bis 4zellreihigen H- jartig verschmolzen 

und bis zu 3 1 in fadenförmige, dicht und fein papiliöse Schenkel gespalten. 
Sporen 8 — 10 u, gelb und glatt. Reife im Herbst. Br. eur., Vol. II. Tab. L16. 
An feuc;r - • -. ' !i. '•:-— üüii 'n i irtV- n zerstreut durch 

das mittlere Europa bis in 1200 m, auch in I. g loch auch aus 

Bll., c)'periatom, d) Kapsel, e) Haube, f) Habitusbiid in natürlicher Grösse; gez. nach 
einem von R. Graf zu So lms -Laubach b Thüringen ges. Expl. Das Verschwinden 
der Rippe vor der Blattspitze erblickt man hesser bei stärkerei 



längs der Rippe mehrere Zellreihen breit ist. Rippe vor oder mit der Spitze 
eiidend. Blattzellen aufwärts mehr rundlich-quadratisch, 7-9 u, an der Basis 
locker rektangulär-6 seitig und bis 20 u. Kapsel auf kürzerer, oben gedrehter 
Seta ellipsoidisch bis cylindriscb, derbwandig und gebräunt. Haube mit dem 
Deckel zugleich abfallend. Sonst wie bei voriger Art. Schpr. Syn. ed. II, S. 134. 
An feuchten, schattigen Granitfelsen bei Monchique in Algarvien in 70() m 
von Hermann Graf zu Solms-Laubach 1866 entdeckt. S. VII, 13, a) Habitus- 
bild, b) Bl., c) alte Kapsel; gez. nach einem von Newton 1885 in Portugal ges. 
Expl. (com. C. Warnstorf). Wurde von de Mercey auch in Corsica gesammelt 
(cf. Rev. br. 1895, S. 67). 

Fam. XIII. Leptotrichaceae. 

Jh'trichaceae Limpr. 
Ein oder mehrere cm hohe, mehr oder minder dichtrasige, selten verfilzte 
Erd- und Felsmoose mit gabelig oder büschelig geteilten, fadendünnen, auf- 
rechten Stengeln. Stämmchen rundlich oder 3— 5 kantig, mit deutlichem 
Zentralstrang und meist mit Tüpfelgewebe. Bll. aus breiterer, meist eiförmiger 
Basis lang pfriemen förmig, seltener eiförmig oder lanzettlich, mit kräftiger, 
meist auslaufender Rippe. Querschnitt der letzteren mit Deutern, sowie mit 
Stereiden, und oft auch Begleitern. Blattzellen an der Basis verlängert 
rektangulär oder rektangulär-6 seitig, oberwärts kürzer, bis rundlich qu a dratis c h , 
derb- und glattwandig, selten durch Mamillen rauh, niemals papillös. 
Blüten terminal knospenförmig, ein- oder zweihäusig. Kapsel auf verlängerter 
Seta aufrecht und regelmässig, oder geneigt und symmetrisch bis gekrümmt, 
mit kurzem, mit Spaltöffnungen versehenem Halse, meist differentiiertem 
Ring und kegeligem oder kurz geschnäbeltem, am Rande meist kerbigem 
Deckel. Haube kappen förmig, lang geschnäbelt und früh abfallend. Peristom 
einfach, mit niedrigem, basilärem Hohlcylinder und IG, fast bis zur 
Basis in 2 fadenförmige Schenkel gespaltenen Zähnen. Letztere 
entfernt gegliedert, mit freien oder hier und da verkoppelten Schenkeln, meist 
papillös und im unteren Teil mit aussen mehr oder weniger vortretenden 
Querbalken. Aussenschicht der Zähne meist rot und stärker entwickelt als 

1. Gruppe, ( eratodonteae. 

Dichte, nicht verfilzte, J— 10 cm hohe, nicht glänzende Rasen mit 3 bis 
arten Stengeln. Bll. lanzettlich oder aus eiförmiger 
ich verlängert und mit kräftiger Rippe. Querschnitt der 
liligen medianen Deutern, 1 — 3 Begleitergruppen, doppelten 
I r und differentiierten Aussenzellen. Blattzellen oben klein, 
-quadratisch und dickwandig, glatt oder durch gep.-.ar;.- M.-.miih . 
nur unten ; <n der Basis etwas lockerer, kurv, rektangulär oder 
dl M-«, i.air zu-armm-n^wicb-ir. Blüten zwei- 
häusig. Kapsel auf verlängerter Seta geneigt, symmetrisch, mit schwachen 



Längsstreifen und Furchen, sowie mit kegeligem Deckel und sieh 
Ring. Peristom am Urnenrande inseriert, mit mehr/. Ihvihi '. 
Hohlcylinder und zweischenkeligen, trocken oben hakig eilige 
Zähnen, deren knotige Schenkel oft gesäumt und nuten au den 
verkoppelt sind. 

1. Gatt. Ceratodon i Brid. 1826. 
Zweihäusige, unter dem Perichätram sprossende Brdmoose n 

benannten Charakteren der Gruppe: die einzige hierher geliüiviii 
War nach Jaeger und 8. Ins zum Jahr 1879 bereits 

Arten bekannt, während bis jetzt schon mehr als l>."> beschrieben sind, 
a) Blattzeil,, . 



Zweihäusig in meist gesonderten und Hasen und mit fast kopf- 
förmigen, mehrblätterigen, terminalen Blüten. Bald mehr ausgedehnte, bald 
mehr kissenförmige, sei liebgrüne, 1 — 3 cm hohe zuweilen 

bis 10 cm tiefe Rasen mit dünnen, abwärts massig wurzelhaarigen, gabelig oder 
büschelig geteilten Stengeln. Bll. mit aufgerichteten Spitzen abstehend, trocken 
verbogen locker anliegend, gekielt, verlängert lanzettlich und zugespitzt, mit 
zurückgerolltem Rande und in der Spitze verschwindender oder auch kurz 
stachelspitzig austretender Rippe, an der flachen Spitze oft spärlich gezähnt. 
Querschnitt der Rippe an den unteren Bll. oft mit basalen, an den oberen 
mit mehreren medianen Deutern, 1 — 3 Benh-it.-r-.inippt'n. undeutlichen bis 
fehlenden oberen und kräftigeren unteren Steroiden, sowie differentiierten Aossen- 
zellen. Lamina einschichtig. IV gleichförmig, deutlich 

quadratisch, 8—10 u, derbwandig und glatt, nur an der Basis kurz rektangulär 
und etwas breiter. Das Zellnetz der scheidigen Perichätialbll. is1 
mehr prosenehymatisch und oben rhombisch oder rhomboidisch. Kapsel auf 
1,5—3,5 cm langer, glänzend roter, unten rechts oben links gedrehter Seta 
geneigt bis horizontal knrzhalsig, schiel . \em Rücken, 

glänzend rotbraun mit 4 dunkleren Streifen, reif 4^-8 kantig, mit spitz oder 
stumpf kegelförmigem Deckel und 2— 3 reihig spiralig sich abrollendem Ring, 
entleert stark gefurcht und niedergebogen, sowie mit an der Seta kantig ab- 
gesetztem Halse. Peristomzähne auf hellerer, 3— bzellreihig vortretender 



— 266 — 

ler fast bis zur Basis 
in 2 lineare Schenkel gespalten. Durch die unten vortretenden Querbalken 
der roten Aussenschicht sind die Schenkel der Peristomzälme im unteren Teile 
verkoppelt, während sie durch die beiderseits vortretende Innenschicht mehr 
oder weniger breit gelb gesäumt erscheinen. Sporen 11—16 u, gelb und schwach 
gekörnelt. Eeife im Frühjahr. Br. eur., Vol. II, Tab. 189 und 190. 

Über den ganzen Erdkreis verbreitet, auf den verschiedensten Standorten in 
zahlreichen Formen und wohl das gemeinste Moos; wird schon von Dillen 1718 im Cat. 
Griess. erwähnt. S. XVII, 1, a) Blattquerschnitt, b) Peristorc, c) Querschnitt durch 
einen Zahn, d) Ring und XVI, 13, a und b) BU., c) Kapsel; gez. nach dahier bei 
Laubach gesammelten Expll. Ändert je nach der Erhebung des Bodens und der 
Beschaffenheit der Unterlage etc. als Kosmopolit vielfach ab: 

Var. brerifoihis Milde, in dichten, bis 10 cm hohen, meist sterilen Rasen 
mit kleinen eiförmigen, kurz zugespitzten Bll. und stachelspitzig austretender 
Rippe — mehr im Süden; 

var. obtusifolius Limpr., in tiefen Rasen mit meist vor der stumpf liehen 
Blattspitze verschwindender Rippe — in 2300 in in Steiermark: 

YBT.flavisetus Limpr., mit lang zugespitzten BU., dünner, rötlichgelber Seta 
und fast cylindrischer, kropfiger Kapsel — in Tirol und Steiermark; 

var. Graefii Schlieph., mit lang auslaufender Rippe, kropfiger Kapsel und 
usserat schmal gesäumten Peristomzähnen — in der Schweiz u. s. w. 



i J . Ceratodon dimorphus Philib. 

Her. br. 1888. p. 28; cf. Rbh. Kr Fl. IV, 3, S. 683. 

Zw ei hä us ig. Dünnstengeligen Formen der vorigen Art ähnliche, dichte, 
nur f>~7 mm hohe Raschen mit etwas keulig beblätterten Stengeln und zahl- 
reichen, fadenförmigen, dünnen sterilen Sprossen. Bll. dicht dacbziegelig an- 
liegend, diejenigen der sterilen Sprosse hohl, eiförmig und klein, 0,4—0,5 mm 
lang, mit nur kurz austretender oder in der Spitze sich auflösender Rippe 
und flachem Rand, diejenigen fertiler Sprosse dagegen aufwärts grösser, die 
Schopf bll. eiförmig, mit stacheispitzig austretender Rippe und längs schmal 
- hlagenern Rand. Perichätialbll. scheidig zusammengewickelt, gestutzt 
«.der stumpf und mit vor der Spitze verschwindender Rippe. Blattzellen ähnlich 
wie bei voriger Art. Kapsel auf nur 5—6 mm langer, gedrehter Seta geneigt 
bis horizontal. >clmml ellipv.uidi-.-h und mit stumpf kegeligem Deckel von 
08 halber Urnenlänge Peristomzälme fadenförmig-zwei schenkelig auf 
basalen rlohicylinder, mit fein papillösen, nicht gesäumten 
Schenkeln. Sonst wie bei voriger Art. 

Auf Strassenmauern am Gipfel des Simplon in der Schweiz in der Nähe des 
Hospiz von Professor Philibert im Juli ÜSH7 entdi ekt, jedoch auch inzwischen 
aus Norwegen bekannt. S. XL Y III. 3, a) unteres BL resp. Bl. steriler Sprosse. 
■) d res Bl. fertiler Sprosse, c und d. Perichätialbll., e und f) Kapsln gez. nach 
11. des Entdeckers aus u,:,i H.-.bare Tht-riots. Di. l'ilan/. i*i l.1.m- l.^in 
die Hochgebirgsform des kosmopolitischen ( 



Ceratodon conicus (Hamp 



der letzteren bei den Sprossbll. mit basalen, 
Deutern und deutlicher Begleitergruppe etc. Bla 
die quadratischen 10 u. Innere beiden Perichi 



soidis( 


;h mit etv 


ras h; 


k.-geli; 


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krl ' 


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im Ring, 


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uiijjesü 


lumte, fadenf 


basalen 


Hohlcyli 


oder 


Art ähnlich. R< 


■ife i 



Auf Mauern und Sandboden in Skandinavien. Kurland. Frankreich und dein 
nördlichen Europa; von Pfarrer Schlotheuher im Mai 1*4'.» hei Hameln entdeckt 
und später von C. Müller als forma litoralis von purpureu» beschrieben, als dessen 
var. die Pflanze nach Milde soll betrachtet werden können. Nach Kenauld und 
Oardot auch aus British-Columbien in Nord-Amerika, sowie nach Krotherus aus 
dem Kaukasus bekannt. S. XL VIII, 4, aundb) Bll., c und d) Kapseln, e) Peristom; gez. 
nach einem von Dixon in England ges. Expl. aus dem Herbare Theriot«. 

4. Ceratodon corsicus Schpr. L876. 

cf. Selipr. Syn. ed. II. S. 136, sowie Bbh. Kr. Fl. LV. ... - 

Zweihäusig. HabitueU kleineren Formen des v ,< q ,ur<m ähnlich. Bll. 
trocken lockig gewunden, im Vergleich zu den beiden vorigen Arten länger 
und schmäler, mit stachelspitzig austretender Rippe und zurückgerolltem 
Rande. Blattzellen an der Basis etwas lockerer und mehr rektangulär, 
11—18 ju und 2 bis 4 mal so lang als breit, aufwärts quadratisch. 7—9 u, 
und noch mit kleineren dreieckigen vermischt. Perichatialbll. Bcheidig 
zusammengerollt, oben abgerundet und mit nur kurzer Spitze. Kapsel auf 
1,5 — 2 cm langer Seta geneigt, sehr schmal, fast cylindrisch, nur schwach 
gekrümmt und kaum kantig, jedoch mir längerem, spitzerem und schmälerem, 
kegeligem Deckel von »/, Urnenlänge, entleert tief gefurcht, jedoch nicht wie 
bei purpureu» 4 kautig. P ageren, ungesäumten, undeutlich 

und entfernt gegliederten, dicht], a p i 1 1 ü s e n . : e 1 1 Schenkeln . 

Sporen etwas kleiner, als bei r „ r , r . t ,s. 9 -14 u. bniunimh-db und fast glatt, 
resp. sehr fein gekörnelt. Reife im Frühling. Br. eur.. Vol. IL Tab. 191. 

Auf sterilem Boden bei Ajaccio auf der Insel Corsica, sowie in Sardinien und 
überhaupt im Süden in den Mittelmeerländern: von Requien 1-49 entdeckt und 
wohl ebenfalls nur eine var. des purpureus. 8. WI, 14, a) Bl., b) Kapsel, 
c) Perichätialbk: gez. nach einem von J. Areangeli bei Aspromonte in Calabrien 
gesammelten Expl. 



b) Blattzellen durch gepaarte Mamillen beiderseits rauh (CheUothela). 
5. Ceratodon chloropus Brid. 1826. 

Dicranwn Brid. 1819. Didymndon icterinis Do Nut. 18.-57. Truhostomum strictum 
Bruch 1838. CI..U,.th,hi <-lä<,yopns Km.il> 1878: ct. Kl.li Kr. Fl. IV, Xr. 181. 

Zweihäusig mit schlankeren 6 Pflanzen. An Barbula gracilis erinnernde, 
bläulich- oder bräunlichgrüne, dichte, breite, 1—2 cm hohe Rasen mit sehr dünnen 
Stengeln. Bll. aufrecht abstehend, trocken steif anliegend, die unteren kleiner, 
lanzettlich, fast 3 eckig, die oberen aus eilanzettlicher Basis lang borstig zu- 
gespitzt, flach und ganzrandig, mit kräftiger, breiter, durch gepaarte 
Mamillen beiderseits rauher, als glatte oder gezähnelte Stachelspitze aus- 
tretender Rippe. Querschnitt der letzteren mit mehreren medianen Deutern 
ohne Begleiter, zwei Stereidenbändern und differentiierten Aussenzellen. Blatt- 
zellen oben klein und quadratisch, 8—9 u, unterseits rauh, abwärts nur wenig 
erweitert, an der Basis rektangulär und bis 14 u. Perichätialbll. grösser, 
meist sichelförmig einseitswendig, mit an der Basis verlängert rektangulär- 
Öseitigen Zellen, die inneren bis zur Mitte scheidig und dann plötzlich 
lang pfriemenförmig. Kapsel nicht kropfig, auf 1—1,5 cm langer, stroh- 
gelber, unten rechts, oben links gedrehter Seta etwas geneigt, rötlichbraun, 
ei länglich, derbwandig und schwach gekrümmt, unregelmässig gestreift, mit 
sehr kurzem Hals, breit sich abrollendem, dreizellreihigem Ring und schmal 
kegelförmigem Deckel von a .>— % Urnenlänge, entleert gefurcht, Peristoni- 
zähne auf zweizellreihig vortretender Membran bis zur Basis in ungesäumte, 
nicht knotige, dicht papillöse Schenkel gespalten. Sporen 8—12 u, hell 
gelblich und glatt. Reife im April. Br. eur., Vol. II, Tab. 177 (Tri-hostomu,,, 

An Wegen, auf Hutweiden und Wüstungen im südlichen Europa und in 
Algier, resp. in den Mittelmeerländern; in der Umgebung von Rom von Bride 1 
entdeckt. S. XVI, 15, a) unteres, b) oberes Bl., c) PerichätialbL, d) Kapsel; gez. 
nach einem von F. Müller in Sardinien ges. Expl. 

2. Gruppe. Leptotricheae. 

Meist glänzende, nicht verfilzte, 1—3, selten bis 10 cm hohe Rüschen 
mit 3-5 kantigen, mehrreihig beblätterten, dünnen, zarten Stengeln. Bll. aus 
t-itV.ni, - • ■,.1-r I.inzettlicher Basis pfriemenförmig verlängert, mit den oberen 

P^ I: '- ; *' ' ^füllender Rippe. Querschnitt der letzteren mit mehrzäl igen 
basalen und medianen Deutern und meist ohne Begleiter. Blattzellen glatt, 

Kapsel auf längerer Seta aufi.-c r. mit A .. , im , -. , / , v .,.,j v 



1. Gatt. Trichodon 1 ! Schpr. 185»; 

Niedrige, dicht herdenweise vereinte Erdmoose. Bll. 
feucht aus halbscheidiger, anliegender Basis sparrig a 
lang und schmal pfriemenförmig, mit die Pfriemenspirze 
Blattzellen fast linealisch, oberwärts schmal rektangulär 
Kapsel auf dünner, gewundener Seta geneigt, schmal cyl 
kegeligem Deckel und an der Seta plötzlich abgesetzt« 
Peristomzähne rot, in fadenförmige, nicht gesäumter etwas 
allmählich entfernter gegliederte Schenkel gespalten, aus,«. 
vortretenden Querleisten. 

Aussereuropäische Arten sind bis jetzt nicht bekannt. 

1. Trichodon cylindricus (Hedw.) Schpr. 18 



Zweihäusig; die knospenftfrmigen ö Blüten mit aus rotgelber, scheidiger 
Basis plötzlich pfriemenförmigen Hüllbll. und fadenförmigen Paraphysen. 

Habituell an Leptotriehum tortUe erinnernde, lockere, gelblich- bis schmutzig- 
grüne 0,5—1 cm hohe Raschen. Bll. sparrig, trocken gekräuselt, aus halb- 
scheidiger, schmal elliptischer bis verkehrt eiförmiger, hohler Basis rasch 
lang verbogen pfriemenförmig, mit stumpf gezähnelter, von der 
Unterseite rauhen Kippe ausgefüllter Pfriemenspitze. Querschnitt der Rippe 
unten flach, an der Insertion 2 schichtig, aufwärts 3— 4 schichtig, mit mehreren 
(etwa 8) basalen Deutern und nur schwachem Stere'idenband oder mehr ver- 
einzelten Sterei'den, aufwärts auch wohl mit vereinzelten oberen Sterei'den und 
mehr medianen Deutern, in der Pfriemenspitze mit einigen medianen Deutern, 
mamillösen Rückenzellen und weniger sterei'den Innenzellen. Blattzellen im 
Basalteil verlängert rektangulär-üseitig bis linear. LO— 14 u und 5— 10 mal so 
lang als breit, am Rand enger, an der Insertion gelb, im Pfriementeil 
rektangulär und eng, nur 8—10 u, am Rand desselben mehr oval. Kapsel 
auf 1—2,5 cm langer, dünner, gelber bis rötlicher, unten rechts, oben links 
gedrehter Seta etwas gekrümmt, schmal zylindrisch, dünnwandig, ungestreift 
und nicht gefurcht, mit schief kegeligem, am Rand nicht kerbigem Deckel 
v<m ] . — 1 ., Urnenlänge und mit br< 

gelbrot, mit sehr niedrigem, höchsten- iv.ellreihiirem. basalem Hohlzylinder 
und trocken eingekrümmten, in fadenförmige, dünne Schenkel geteilten 
Zähnen, welche durch die unteren, nach aussen vortretenden Querbalken häufig 
verbunden erscheinen. Sporen 12—14 u, gelblich und glatt. Reife im Sommer. 
Br. eur., Toi. II, Tab. 192. 

Auf Erdblössen, in Hohlwegen, an Waldrändern etc., auf sandig-thonigem 



Kv->: 



in die Alpenregion in l *'■.>* m. steril nft übersehen, 



Nach Renauld und Cardot auch t iu- ■ . . V i :•-.-■ -luiubien und de: 



östlichen Staaten Nord- Amerikas bekannt. Im Jeniseithale Sibiriens nach Arn eil 
in der Waldregion und subarktischen Kegion selten. S. XVI, 12, a und b) Bll. 
c) Kapsel, d) Blattquerschnitt, e) rechts oben Peristom; gez. nach einem von 
J. Breidler im Bürgerwald bei Leoben in Steiermark auf Thonschiefer gesammelten 
Exemplar. 

2. Trichodon oblongus Lindb. 1864. 

Ceratodon Lindb. 186«, Dihichnm Kiiulh. 1897; cf. Kbh. Kr. Fl. IV, 3. S. 684. 

Zweihäusig. Nach den vegetativen Organen der vorigen Art nahe 
verwandte Pflanzen mit niedrigen, armblätterigen, meist nur 0,5 cm hohen 
Stengeln. Bll. aus breiter, fast verkehrt eiförmiger Basis allmählich 
pfriemen förmig und mit die Pfrieme ausfüllender Rippe, an der Spitze meist 
undeutlich gezähnelt. Perichätialbll. mehr scheidig. Kapsel auf 8—10 mm 
langer, roter, etwas geschlängelter Seta geneigt, ellipsoidisch und schwach 
hochrückig, glänzend rot und derbwandig, mit aus kegeliger Basis kurz und 
oft schief dick geschnäbeltem, kerbrandigem Deckel und 1— 2 zellreihigem, 
differentiiertem Ring. Peristomzähne rotbraun, fadenförmig-2 schenkelig, kaum 
papillös, gegen die Basis mit 4—5 dicht gestellten Querbalken. Sporen 14 
bis 16 u, gelblich und glatt. 

Auf sandigdehmigem Boden auf Spitzbergen von Nordens kjöld entdeckt, 
jedoch von Arnell und Hagen auch im nördlichen Norwegen auf Sandboden gesammelt. 
S. XLVIII, 5, aund b) Bll., c — e) Kapseln, f) Peristom, g) stärker vergrösserte Spitze 
eines Laubbl.; gez. nach einem von Dr. J. Hagen in Norwegen in 67° n. Br. ges. Expl. 

2. Gatt. Leptotrichum Hampe 1847. 

Meist niedrige, unverfilzte Rasen; nur L. ße.riraule entwickelt grössere, 
verfilzte Rasen. Bll. aus eiförmiger oder lanzettlicher, nicht scheidiger Basis 
rinnig-pfriemenförmig, aufrecht abstehend oder einseitswendig, etwas glänzend, 
mit breiter, flacher, meist auslaufender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 
meist basalen, zum Teil auch medianen Deutern etc. Blattzellen vorzugs- 
weise rektangulär, oft verlängert, glattwandig. nur bei flexiemde unten 
getüpfelt. Perichätialbll. mehr oder weniger scheidig, sonst von den Laubbll. kaum 
verschieden. Kapsel auf längerer Seta aufrecht oder geneigt, regelmässig oder 
schwach gekrümmt. Peristom an der TJrnenmündung inseriert; die 
L6 Zahne desselben auf nur schmaler, i q sich erhebend und 

bis zur Basis in 2 fadenförmige, lineare, kaum knotige, mehr gleichmässig 
gegliederte, oft streckenweise vereinte, papiiiöse Schenkel gespalten, an deren 
Aussenschicht die Querbalken nur wenig oder nicht vortreten. 

Xach.Taeger und S. waren bis zum .Jahr IS79 etwa 30 ausländische Arten 
dieser Gattimg bekannt. Bis jetzt sind schon gegen 60 beschrieben. Limp rieht 



a) Blätter -Hinze. 
Leptotrichum zonatum 



dunkelbraunen, deutlich abgegrenzten unteren Zonen, Bll. aus lanzettlirher 
oder kurz elliptischer Basis nllinähhVh rinni"-ptrirmer,.' 1 >,„i«' s'tr-iff t \i 
aufrecht, trocken anliegend, mit rlaeheni. nicht" um-,d,,,'. • m Rmd und "üb,,- 
der Basis mit der 2— 3schiehti<ren Lamina v.TscImiel/rndrr ■ !.•„' Btrien.enteii 
ausfüllender Rippe. Blattquerschnitt ,u!« rts nur d.., 1 p,l.r! I iel.ti.',-r L-Imi.n 
so dass die Rippe schon über der Basis verbreitert erscheint abw : uN m"t' t'i 
und mehr basalen Deutern, differentiierten. bänderw. - 

zellen und einem zuweilen hier und da unterbrochenen Stereldenbande (Nacl 
Limpr. sollen die basalen Deuter zuweilen noch von 1 — 2 Zellreihen überdeckt 
sein, was mir jedoch auf einer Verwechselung mit ähnlichen Ceratodon-Formen 
zu beruhen scheint.) Blattzellen dünnwandig, an der Basis rektangulär oder 
auch mit quadratischen gemischt, 10—12 u. aufwärts schmäh-r, bis »; u und 
verlängert rektangulär, sämtlich grün, an der [naertion mir gelben Wänden. 
Auf mit Humus bedeckten Felsen kieselhaltiger Gesteine in höheren Gebirgs- 
lagen bis in 2300 m; von Bride 1 1803 in den Pyrenäen entdeckt, im Allgemeinen 
selten. S. XVI, 5, a) BL, b) Sprossstück, c bis e) Blattquerschnitte, f ) Habitus- 






ges. Expl. 



Zweihäusig, gemisehtrasig. Niedrige, nicht ,1 
lockere Raschen. Bll. allseitig abstehend oder einseitswendig. die unteren 
kleiner, die oberen verbogen, aus heller, durchscheinender, la 
allmählich pfriemenförmig, flachrinnig, mit über der Bas 
die schwach gezähnte Spitze hin umgebogenem Rand und bei den oberen 
Bll. auslaufender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 4—6 teilweise medianen 
Deutern, einer Begleitergruppe, wenigen oberen und 1 — 2 reihigen unteren 
Stereiden. Lamina einschichtig, bis zur Blattepitee rorgezogen und daselbst 
oft mit 2 schichtiger Randzellreihe. Blattzellen massig verdickt, unten verlängert, 
12—16 ju und 4— 6 mal so lang als breit, oben kürzer rektangulär bis fast 
quadratisch, 8—10 u und glatt, an der Insertion meist gelblich. Perichätialbll. 
mit etwas scheidiger Basis, sonst nicht verschieden. Kapsei auf 8 — 15 mm 
langer, rötlicher Seta aufrecht und regelmässig oder schwach gekrümmt. 
hellbraun, resp. ledergelb und dünnwandig, schmal zylindrisch, mit fast 



geschnäbeltem, kegeligem Deckel von 1 / ä Urnenlänge und 1 oder 2 reihig sich 
abrollendem Eing. Deckel mit glattem Rand; Zellen desselben in schrägen 
Reihen rechts aufsteigend. Peristom mit 3zellreihig vortretender Basilär- 
membran und schräg nach rechts aufsteigenden, rotbraunen, bis zur Basis 
fadenförmig 2 schenkeligen, papillösen Zähnen. Sporen 12—14 u, gelb oder 
grünlichgelb und glatt. Reife im Herbst. Br. eur., Vol. II, Tab. 179. 

An Weg- und Grabenrändern, auf "Wiesenblössen etc., auf feuchtem sandig- 
lehmigem Heideboden, sowie an verwitterten Sandsteinen, jedoch nicht auf Kalk- 
boden, durch die Ebene und Bergregion bis 1500 ra in Europa und Xord- Amerika, 
sowie im Kaukasus, am Himalaja und in Algier verbreitet; von Schrader im Harz 
entdeckt. S. XVI, 3, a) BL, b) Kapsel, c) Peristom; gez. nach dahier bei Laubach 
gesammelten Expll. 

Var. pusillum Hedw. in dichteren, niedrigeren Raschen, mit kürzeren Bll., 
nicht austretender Rippe und kürzerer, eiförmiger bis eilänglicher Kapsel — mehr 
an Steinen, an denselben Standorten wie die Xormalform. S. XVI, 3, d) Kapsel. 

3. Leptotrichum nivale C. Müll. 1851. 

Lept. ylaciah .lur 1.8H7. L>:pt va : .;i,<a»* . yb lab Sdip l*7»i LHh-idann homomalhm 
et. Kbh. Kr. Fl. IV. Nr. 185. 

Zweihüusig, gemischtrasig. Habituell an kleinere Formen des ln>mom<ilbn» 

erinnernde, dichte Raschen. Bll. steif aufgerichtet, die unteren klein und 

lanzettlich, die oberen aus elliptischer Basis pfriemenförmig und 

gekrümmt, kaum rinnig, nicht gezähnt, mit flachem oder nur in der 

Blattmitte schwach umgebogenem Rand und mit oder vor der Spitze 

verschwindender dünner Rippe. Blattzellen ähnlieh wie bei voriger Art 

rektangulär, aber derbwandig, bei den unteren Bll. mit braunen Wandungen, 

ts mit einzelnen quadratischen Zellen gemischt. Perichätialbll. halb- 

M-heidig. sonst von den angrenzenden Laubbll. wenig verschieden. Kapsel auf 

nur 5 — 7 mm langer, braunroter, gewundener oder gedrehter Seta auf recht. 

innig, mit stumpf kegeligem, mit Warze versehenem Deckel ohne schräge 

Zellreihen, jedoch mit krenuliertem Rand. Sporen grösser, als bei rtujinam, 

- - tt. Sonst wie bei L. tortiJe v. -puxilltim. 

Auf feuchtem Sande des Sognefjord in Norwegen, sowie im Gletschersande 
le« Aargletschera in der Schweiz: von W. Ph. Schimper 1848 entdeckt, selten. 
S. XVI, 10, a) unteres, b) oberes BL, c) alte Kapsel, d) Perichätialbl., e) Habitus- 
bild in natürlicher Grösse; gez. nach einem von P. Culniann am Unter-Aargletscher 

4. Leptotrichum vi .1876. 



— 273 — 

unteren Stammteilen. Bll. straff aufrecht, die untersten ausgenommen, 
ziemlich gleichgross, aus lanzettlicher, hohler Basis allmählich /u-rspitzt, 
gegen die Spitze fast röhrig, ganzrandig, am Rand streckenweise etwas um- 
gebogen und nur gegen die Spitze zuweilen unmerklich gezähiult. mit kräftiger, 
in der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren mit mehreren, meist 
basalen Deutern, einer Begleitergruppe, und 2 — 3 reihigen unteren Steroiden. 
Lamina einschichtig, aufwärts mit doppelschichtigen Bandreihen. Blattzellen 
vorzugsweise rektangulär, unten verlängert, aufwärts kürzer und mit nur 
wenigen quadratischen vermischt, glatt und massig rorcbckt, ähnlieh wie bei 
tortile, jedoch alle gelbgrün. Perich ätialbll. meist ho eh scheid ig zusammen- 
gerollt, oberhalb der Mitte rasch pfriemenförmig, mit austretender Hippe, 
das innerste häufig nur kurz gespitzt. Kapsel auf 1-2 cm langer, unten rechts 
gedrehter und rötlicher, oben links gedrehter gelblicher Sets aufrecht oder geneigt, 
rötlichbraun, kurzhaUig. eilänglich his cyliii<lrisch. mit stumpf kegelige», kerb- 
randigem Deckel und 2 reihig sich abrollendem Hing. Peristomsähne gelb auf 
wenig oder nicht vortretender Basilärmembran sich erhebend uml in fadenförmige, 
oft verkoppelte oder ungleiche, streckenweise verschmolzene Schenk.! gespalten. 
Sporen 10—12 u, gelb und fast glatt. Reife im August und September. 

Auf sandig-lehmigem und torfigem Boden, auf Waldblössen und an Waldwegen 
durch die niedere Bergregion Europas bis in die Hochalpen hier und da, häufig 
auf der Breungeshainer Heide im Vogelsberg; fehlt in der Schweiz. Nach Renauld 
und Cardot auch aus Canada und den östlichen und mittleren Staaten Nord- 
Amerikas bekannt. S. XVI, 11, a) Bl, b, d und e) PerichätialbL, c) Kapsel, sowie 
XVII, 2, a) Blattquerschnitt, b) Peristom; gez. nach auf der Breungeshainer Heide 
im Vogelsberg ges. Expll. Nach Schimper sind die Perichätialbll. halbscheidig bis 
hochscheidig. Man findet von diesem Moose auf der Breungeshainer Heide zwei 
Formen, von denen die eine am Geiselstein sich mehr in ihren Bll. dem /.. 
nähert und hochscheidige Perichätialbll. (11 e) besitzt, während die andere Form 
sich mehr dem L. tortile in ihren Bll. nähert und oft nur halbscheidige Perichätialbll. 
(IIb und d) besitzt (var. semkaginans Rth. = ammantamtm Schpr.). Die Thüringer 
Pflanze von Oberhof nähert sich schon mehr dem L. nivale. 

5. Leptotrichum homomallum (Hedw.) Hampe 1847. 



Afzelia Ehrh. 17*7. Weisia Hedw. 1787. (,ruu,ni. 


S Roth 1800. Di 


Trieliostomum Br. mir. 1843, ßryum Weisia Dicks. 


1790, Didymodon Hook, und 


Ditt-khnn Hpe. 1867; cf. Ebh. Kr. Fl. IV. Nr. [87. 





Zweihäusig, gemischtrasig: die 5 Blüten mit aus eiförmiger Basis 
pfriemlich verschmälerten, diinnrippigen inneren Hüllbll. und langen, faden- 
förmigen Paraphysen. Meist lockere, ö — 10 mm hohe Bäschen mit gabeüg 
geteilten Stengeln. Bll. allseitig abstehend, die oberen meist einseits wendig, 
aus kurzer eilänglicher Basis lang rinnig-pfriemenformig, flach- und 
ganzrandig, mit breiter, auslaufender, den Pfriementeil ausfüllender Rippe. 
Querschnitt der letzteren mit zahlreichen, aufwärts vorzugsweise medianen 
Deutern ohne Begleiter, nur schwachem oberen und stärkerem unteren 
Sterei'denband, durch subkostale Laminazellen oft erweitert, Blattzellen unten 



— 274 — 

fast linear, 9—14 u, nach oben kurz rektangulär, 8 u, und schwach verdickt. 
Perichätialbll. aus scheidiger Basis plötzlich borstig pfriemenförmig. Kapsel 
auf 1 — 2,5 cm langer, purpurroter, unten rechts oben links gedrehter Seta 
aufrecht, eilänglich oder länglich ellipsoidisch, etwas gekrümmt, rotbraun, 
engmündig und derbwandig mit 2 reihig sich abrollendem Ring und schief 
kegeligem, am Rande kerbigem Deckel von nur \l i Urnenlänge. Peristom 
rötlichbraun, mit niedriger basilärer Membran und bis zur Basis zweischenkeligen 
Zähnen, die mitunter auch unten verkoppelt oder verschmolzen sind. Sporen 
12—14 u, gelb bis ockergelb und glatt. Reife im Herbst und Winter. Br. eur., 
Vol. II, Tab. 181. 

Auf feuchtem, sandig-lehmigem Boden, an Wegböschungen, Grabenrändern etc., 
von der Ebene bis in die Hochalpen in 1670 m in Europa wie Nord- Amerika ver- 
breitet, die arktische und heisse Zone ausgenommen, auch nicht auf Kalk; von 
Hedwig bei Chemnitz in Sachsen 1774 entdeckt. S. XVI, 4, a) Bl., b) Kapsel; 
gez. nach bei Darmstadt ges. Expll. 

Leptotrichum arcücum Schpr., welches von Lorentz am Sognefjord in Norwegen 
gesammelt wurde, soll nach Arnell nur eine nordische Form von />. homomalium 
Hedw. sein (cf. ßev. br. 1882, S. 84). 

6. Leptotrichum flexicaule (Schleich.) Hampe 1847. 

Gynodontium Schwgr. 1811, Didymodon Schleich. 1807, Trichostomum Br. eur. 1843; 
cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 188. 

Zweihäusig, gemischtrasig; die 6 Blüten mit pfriemenförmigen, gerippten 
äusseren und aus eiförmiger Basis zugespitzten rippenlosen inneren Hüllbll. 
nebst fadenförmigen Paraphysen. Weiche, dichte, gelblich- bis bräunlichgrüue, 



3 — 10 cm hohe, e 
rechten, brüchigen. 



eilanzettlicher Bas 
äuss 



filzte Rasen mit auf- 
lfilzigen, 3 kantigen Stengeln. 
Bll. allseitig aufrecht abstehend, oder auch einseitswendig, aus halbumfassender, 
lang pfriemenförmig, gekielt, ganzrandig und nur an der 
oder längs der auslaufenden Rippe gezähnt. Quer- 
nicht gefurchten Rippe mit mehreren, teilweise von sub- 
8tere"iden Zellen überlagerten basalen Deutern, einer Begleitergruppe und 
flachem, unterem, oft in Gruppen aufgelöstem Stereidenband. Blattzellen an 
der Basis meist gelblich, durchweg dickwandig, zunächst der Rippe verlängert 
rektangulär mit getüpfelten Wänden, 10—14 u, am Rande quadratisch und 
schief viereckig, an den meist schwach geöhrten Blattflügeln etwas erweitert 
4 bis 6seitig, 15— 18 u, im Übrigen ziemlich unregelmässig, rundlich- 
quadratische Zellen von 9 — 10 u mit länglichen und dreieckigen gemischt; 
nur bei den sterilen Sprossen ist das Zellnetz etwas gleichmässiger. Perichätialbll. 
bis zur Mitte scheidig. Kapsel auf 1,5—2,5 cm langer, rötlich gelber, unten 
rechts, oben links gedrehter Seta aufrecht oder geneigt, eilänglich oder ellip- 
soidisch. dünnwandig, rotbraun, mit schmal kegeligem, fast geschnäbeltem, am 
Rande kerbig gezähntem Deckel von meist halber Urnenlänge und 3 reihig sich 
ablösendem Ring. Peristom rötlichbraun mit deutlicher, 2 — 3zellreihig vor- 
tretender Basilärmembran und fadenförmigen, meist ungleichen, oben hyalinen, 



— 275 - 

dicht papillösen, brüchigen Schenkeln. Sporen S— U u , hellgelb und glatt. 
Reife im Mai und Juni. Br. eur.. Vol. II. Tab. 180. 

An kalkhaltigen Steinen und auf Mauern durch die niedere Bergregion his in 
die Alpen, sehr häufig im Jura und auch aus Algier, Centralasien und Nord-Amerika 
bekannt; von Flörke bereits 1798 bei Salzburg entdeckt. Früchte selten, z. B. 
auf kalkreichem Sand, im schattigen Kiefernwald, bei Seeheim an der BergttrmsM 
(Hessen). Findet sich nach Arnell im Jeniseithale Sibiriens von der mittleren 
Waldregion bis in die arktische Eegion und zwar über 58° n. Br. häufiger. 
S. XVI, 8, a) Bl., b) Kapsel, c) stärker vergrößerter Blatttlügel: ges. nach an 
letzterem Standort ges. Expll. 

Var. densnm Br. eur.; eine dichtrasige, sterile Form mit kürzeren, steifen, auf- 
rechten Bll. und rundlichen oder ovalen Zellen — im Eins»; 

var. Ion gif olium mit längeren, etwas lockerer beblätterten Stengeln und längeren 
Bll. — im Ahnethal bei Kassel von W. Lorch gesammelt, jedoch auch im .Iura 
und Norwegen verbreitet. 

7. Leptotrichum subulatum (Bruch) Hampe 1 ^ 17. 

Trichostomum Wils. 18."». I)i.l ; i»tt„i.. <■»■.-- I '■ \. ■ :- 
S. 143, s-.wie Rbh. Kr. F! i 

Einhäusig; die Antheridien nackt in den Achseln der Schopfbll. 
Kleine, niedrige, nur 3— ö mm hohe, gelbgrüne, glänzende, lockere Kuschen. 
Bll. gedrängt allseitig abstehend, aus sehr kurzer, eiförmiger Basis plötzlich 
lang pfriemenförmig, mit kräftiger, breiter, fast den ganzen Pfriementeil 
ausfüllender und austretender Rippe. Querschnitt der letzteren unten flach 
mit vielen basalen, oben rundlich mit einzelnen medianen Deutern und kräftigem 
Stere'idenband. Blattzellen der gelben Basis rektangulär bis rektangulär-6 aeitig 
und dickwandig, durchschnittlich 10 u, nach der Rippe zu verlängert, nach 
dem Rand zu und aufwärts kürzer. Perichätialbll. mit scheidiger Basis. 
Kapsel auf höchstens 1 cm langer, gelber Sei _. rötlichgelb, 

mit nur einz- Schimper cniimnlnhi), aus kegeliger Basis 

kurz geschnäbeltem Deckel und einigen Reihen rundlich-6 seitiger Zellen am 
Urnenrand, entdeckelt 1,2 mm lang. Perist* der bräunlich, 

auf nur wenig. 1 bis 2zellreihig vortretender Basilärmembran sich erhebend 
und bis zur B - mit freien oder teilweise verbundenen, faden- 

förmigen, sehr papillösen Schenkeln. Sporen 14 — 18 ja. hell bräunlich und 
papillös. Reife im Frühjahr. Br. eur.. Vol. II. Tab. 182. 

Auf sandig-lehmigem Boden, an Grabenrändern, Erdblössen etc., vorzugsweise 
im Süden, in Spanien, Sardinien, Sicilien, Frankreich und Algier, seltener in England. 
S. XVI, 9, a) BL, b) Habitusbild, c) Kapsel; gez. nach einem von Dr. A. Bottini 
in Italien (Toscana) gesammelten Expl. Der leicht sich ablösende Bing besteht 
nur aus einer Reihe rundlicher differentiierter Zellen. 

8. Leptotrichum pallidum (Schreb.) Hampe 1847. 

Bryutn Schreb. 1771. Trichostomum Hecb. '- Beauv. 1805- 

Ditrkhmn Hpe. 18H7. Dirranmn W. und M. 1807: et'. Rbh. Kr. Fl. IV. .Nr. 190. 

Einhäusig; die knospenförmigen c Blüten in den Achseln der Schopfbll. 
mit goldgelben, breit eiförmigen, spitzen, ungerippten inneren Hüllbll. und 



fadenförmigen Paraphysen. Ziemlich dichte, bis 5 mm hohe Käschen mit einfachen 
Stengeln und Sprossen, aus den niederliegenden älteren Stammteilen. Bll. oft 
etwas einseitswendig, aus eiförmiger oder lanzettlicher Basis sehr lang 
rinnig-pfriemenförmig, an den Rändern des Pfriementeils und an 
der austretenden Rippe entfernt gezähnt. Querschnitt der letzteren 
flach und breit, demjenigen von Dicranodontium ähnlich, mit zahlreichen, abwärts 
basalen, aufwärts medianen Deutern nebst flachen hier und da unterbrochenen 
Sterei'denbändern. Lamina in mehreren Reihen nächst der Rippe und im 
Pfriementeil 2 schichtig. Blattzellen an der Basis der oberen Bll. erweitert, 
durchscheinend gelblich, verlängert rektangulär bis rektangulär-6 seitig, 10 bis 
20 u, oberwärts linear, 6—8 u, dünn und glatt. Perichätialbll. an der Basis 
mehr scheidig, sonst nicht verschieden. Kapsel auf 2—4 cm langer, stroh- 
gelber, unten rechts, oben links gedrehter Seta aufrecht und regelmässig, 
länglich ellipsoidisch, oder schwach gekrümmt, kurzhalsig, eng- und schiefmündig, 
dünnwandig, rötlichgelb, mit 4 dunkleren, bräunlichen Längsstreifen, differen- 
ziertem. 2 zellreihigem Ring und kegeligem, fast geschnäbeltem, am Rande 
kerbigem, meist mit der Haube abfallendem Deckel von Vi— Vi Urnenlänge, 
entleert geneigt, lichtbraun und längsfaltig. Peristomzähne auf 2—3 zell- 
reihig vortretendem basilären Hohlcylinder schwach links gedreht und bis zur 
Basis in je 2 lange, freie oder stellenweise verschmolzene, dicht papillöse 
Schenkel gespalten. Sporen 14— 18 u, braun und warzig. Reife im Mai und 
Juni. Br. eur., Vol. II, Tab. 183. 

Auf Waldblössen, auf mergeligem oder sandig-lehmigem Boden, besonders in 
den Buchensamenschlägen, durch die Ebene und niedere Bergregion des mittleren 
Europas bis in 600 m, auch im Kaukasus, Ostasien und in Nord-Amerika häufig, 
fehlt jedoch in England. S. XVI, 6, a) Bl., b u. c) Kapseln, sowie 16, a) Habitus- 
bild, b) Peristoni, d u. e) Blattquerschnitte; gez. nach dahier bei Laubach ge- 
sammelten Exemplaren. Wird schon von Dillen in der Hist. musc. v. 1741 aus 
Amerika erwähnt. 

Var. Knappü = Lept. Knappn Jur., eine kleinere Form mit nicht gestreifter, 
gelbrötlicher, entleert gefurchter Kapsel, rötlicher Seta und quadratischen Zellen 
im Pfriementeil der Bll. — in den Bergwäldern Slavoniens (cf. Jur. 1882, Nr. 116). 

b) Blätter durch einen schorfähnlichen weissbläulichen Anflug blau- 
grün erscheinend (Saelania). 

9. Leptotrichum glaucescens (Hedw.) Hampe 1847. 

Trichosf •»„>,,» M-.:w. 17!.- Ify, r i„. Di.-ks. ImiI. IH,h,modon V. un.l M. 1607. 
- - . . . :; 

Kr. Fl. IV. Nr. 189, S 1901. 

Einhäusig. Die dick knospen förmigen d Blüten anfangs terminal, durch 
Sprossung aus tieferen Blattkreisen später am Grunde des Fruchtsprosses. 
Gelblichgrüne, durch schorfähnlichen blauweissen Anflug blänlichgrün 
schimmernde, abwärts bräunliche, lockere, 2—3 cm hohe Raschen. Untere 
Bll. klein und lanzettlich, die oberen länger, aufrecht abstehend, aus lanzett- 



— 277 — 

lieber Basis lineal, mit oben schmal umgebogenem, stumpf und entfernt 
einfach oder doppelt gezähntem Kande und in der Spitze endender oder 
austretender Rippe. Querschnitt der fast stielrunden Rippe aufwärts mit Ä—4 
medianen Deutern, einer Begleitergruppe, nur wenigen oberen Steroiden, aber 
kräftigem unteren Stere'idenband und differenzierten Aussenzellen. Blattzellen 
verlängert rektangulär, oberwärts kürzer, bis rundlich-quadratisch und massig 
verdickt, etwa 10—12 u, bei den unteren BU. quadratisch und kurz rektangulär, 
12—16 u und nicht ganz glatt, Perichätialbll. nicht scheidig, von den an- 
grenzenden BU. kaum verschieden. Kapsel auf 6 10 mm lang 
links gedrehter Seta aufrecht, eilänglh-h in- cvlindrisch, hellbraun und dünn- 
wandig, mit 2 reihig sich ablösendem Ring und am Rand kerbigem, schmal 
kegeligem, spitzem, fast geschnäbeltem Deckel von mindesten« 
Peristom mit 2 zellreihigem basilären Hohleylinder und gelbroten bis purpur- 
roten, ungleich zweischenkeligen, sehr papillösen Zähnen Sporen L4 — 18 |i, 
rostbraun und papillös. Reife im Mai und Juni, in den Hoehalj.cn im Ingos* 
Br. eur., Vol. II, Tab. 184. 

In humösen Felsspalten kalkhaltiger Gesteine (auch auf Basalt- und Schieferg.), 
an Mauern und auf Triften, selten in der Bergregion, häufiger nach Süden und da- 
selbst bis in die höchsten Alpen in 2400 m, auch in Neu-Seeland und Nord-Amerika, 
insbesondere in Grönland, Labrador, Behring, Canada, British-Columbia, Minnesota 
und den Rocky-Mountains. Nach Arn eil im Jeniseithale Sibiriens von der mittleren 
Waldregion bis in die arktische Region, von 59° — 70° n. Br. verbreitet. Auf Spitz- 
bergen und in Grönland selten. S. XVI, 7, a u. b) Bll., c) Kapsel; gez. nach von 
H. Graf zu So lms -Laubach an der Gemmi ges. Expll. 

c) Kleistokarpe Formen {Psendvpleuridinm). 
• 10. Leptotrichum Breidleri. 

Ditrichum Limpr. 1890; cf. Rbh. Kr. FL IV. Nr. 198. 

Ein Bastard von Lept. pallidum und N^or/W,^ p<rf>istri*. Einhäusig 
(paröcisch), mit nackten Antheridien in den Achseln der Snb-Per» hütialblL 
Vereinzelt zwischen den Stammeltern mit 1 mm langen Stengeln. Untere 
Bll. eilänglich mit kurz vor der Spitze endender Rippe, die oberen aus kurzer, 
eilänglicher Basis lang rinnig-pfriemenförmig, an der Spitze gezähnt, mit den 
Pfriementeil ausfüllender Rippe. Blattzellen rektangulär. durchschnittlich 8 u. 
Haube nur 0,4 mm lang, kappenförmig. fast bis zur Spitze gespalten. 
Kapsel auf 2—3 mm langer, aufwärts verdickter, gelblicher Seta schwach 
geneigt, eiförmig, durch den kleinen, kurz kegeligen, von selbst nicht 
abfallenden Deckel gespitzt, bleichgelb und dünnwandig, mit kurzem 
Halse. In der Ringzone wenige Reihen kleinerer Zellen. Peristom mit niedrigem 
basilären Hohlzylinder und 2 schenkeligen Zähnen zwar vorhanden, doch ober- 
wärts weniger ausgebildet. Sporen 15— 18 u, gelbbräunlich und feinwarzig. 
Reife Ende Mai. 

Am Rande eines Wiesengrabens auf feuchter Erde von J. Br eidler am 
1. Juni 1869 unweit Marburg in Steiermark entdeckt. Ahnliche, mit der Limpricht- 



sehen Beschreibung ziemlich übereinstimmende Bastard-Pflänzchen fand ich am 18. Mai 
1897 dahier bei Laubach zwischen Pleuridium subulatHm, Leptotr. astomoides und 
pallidum, jedoch befanden sich auch Sporledera palustris und Ceratodon purpureu* 
in der Nähe. Diese Pflänzchen erinnern mit ihrer nach oben verdickten, gelben, 
2—5 mm langen, teils aufrechten, teils bogig gekrümmten Seta in frischem Zu- 
stande an ein kleines Oedipodium, Die Mutterpflanze, in deren Basen sie sich be- 
finden, ist nach der einseitigen Haube Pleuridium subxdatum. Ähnliche Pflänzchen 
mit aufrechter Seta und Kapsel entpuppten sich bei genauerer Untersuchung als 
verkümmertes Ery um erythrocarpum, das sich vereinzelt dazwischen befand. Da die 
gelbe Seta etwas fleischig ist, so brechen die Kapseln leicht ab. Bis jetzt habe 
ich diesen äusserst interessanten Bastard nur in halbreifem Zustande mit der Haube 
in wenigen (4) Expll. gesammelt. Er gleicht weniger einem Leptotrichum, wie 
einem Pleuridium mit verlängerter, fleischiger, gelber Seta. 

11. Leptotrichum astomoides. 

Bitrichum Limpr. 1890; cf. Bbh. Kr. IL IV, Nr. 193. 

Ein Bastard von. Leptotr. pallidum und Pleuridium mbulatum. Einhäusig 
(autöcisch) mit (nach Limpr.) knospenförmigen 6 Blüten in den Achseln grund- 
ständiger Bll. Vereinzelt zwischen den Stammeltern wachsende, nur wenige 
Millimeter hohe Pflänzchen. Schopfbll. aus eiförmiger Basis allmählich lang 
rinnig pfriemenförmig, mit deutlich gezähnter Spitze und den Pfriementeil 
ausfüllender Kippe. Perichätialbll. bis zur Mitte scheidig, allmählich pfriemen- 
förmig. Haube 3 mm lang, kappenförmig und sehr lang geschnäbelt, meist 
bis über die Kapselmitte reichend. Scheidchen eiförmig, viel dicker als die 
dünne Seta und mit kurzer Ochrea. Sporensack gestielt und rings von einem 
Luftraum umgeben. Kapsel auf 1,5 — 2,5 mm langer, hellgelber Seta etwas 
geneigt, schmal ellipsoidisch, bleichgelb bis lotliehbnmn. etwas dünnwandig 
und mit schiefer, kegeliger Spitze von etwa */« Urnenlänge. Ring und 
Peristom meist nicht vorhanden, auch findet sich in der Regel keine 
Andeutung eines Deckels. Sporen 18—22 u, rostfarben und warzig. Reife 
im Mai und Juni. 

Auf einer Waldlichtung unweit Marburg in Steiermark von J. Breidler am 
3. Mai 1876 entdeckt. Wurde von mir im Walddistrikt „Buchwald" bei Laubach 
am 5. Mai 1894 zwischen den Stammeltern aufgefunden und bisher fast alljährlich 
in mehreren Expll. daselbst gesammelt. Ein Teil der Pflänzchen liess ein rudi- 
mentäres Peristom erkennen. Sie finden sich stets nur da, wo die Stammeltern in 
vermischten Blasen oder herdeuweise nebeneinander wachsen. Nach den vege- 
tativen Organen entsprechen die Pflänzchen meist einem sehr kräftigen Pleuridi 

. nur bei den Pflänzchen mit Andeutung eines Deckels entsprachen die- 
selben ein him. Es scheint demnach eine gegenseitige Kreuzung 
vorzukommen, indem die Q Pflanze bald ein Ph.i ritlim», bald An Le^int/ielnu» ist. 
Die letzteren Pflänzchen reifen 4 Wochen später. S. XVI, 16, c) Habitusbild in 
natürlicher Grösse; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll. 

Einen ähnlichen Bastard zwischen Leptoti l> - ulatun md l'l* ' "'" 
tubtdatum hat Yenturi bereits in der Bev. br. 1881, S. 20 und 21 beschrieben. 



3, l-ir 



Distiohieae. 

n hohe, dichtrasige Felsl 



Glänzende, bis 8 und i 
2 reihig beblätterten, ovalen Stengeln. Bll. deutlich zweizeilig 
8 ch eidiger Basis plötzlich lang riunig-pfriemenformig ui 
Rippe. Querschnitt der letzteren mit mehrzähligen medi 
Begleitern etc. Blattzellen der scheidigen Basis glatt und last 
abstehenden Pfriementeil rundlich quadratisch und mamillü 
Kapsel weder gestreift noch gefurcht. Peristom unterhalb de 
inseriert, mit 2— 3 schenkeligen Zähnen, deren Schenkel jedoch o 
und verkoppelt sind, sodass die Zähne mitunter nur durehbroch 
der Zähne gekreuzt schräg streifig. 



h,u 



Gatt, 



Weiche, dichtrasige, durch die wrisslichen Rlattseheiden seideiiglänzende 
Felsbewohner. Stämmchen oval, mit grossem Zentralstrang, jedoch ohne Tüpfel- 
gewebe. Querschnitt der Rippe mit mehreren medianen Deutern, kleiner 
Begleitergruppe, ± kräftigen Stereidenbändern und differentiiert.-n. dickwandigen 
Aussenzellen, im Pfriementeil mit gepaarten Mamillen. Blüten meist ein- 
häusig und terminal; die ä später pseudolateral, mit goldgelben, laugen 
Paraphysen, die o mit sehr kurzen Paraphysen und an den oberen Randen) 
des Scheidenteils krenulierten Hüllbll. Haube gelbbraun. kappenförmi$ 
geschnäbelt und meist bis zur Urnenmitte reichend. Kapsel aufrecht und 
regelmässig oder geneigt bis horizontal und etwas hochrückig, glänzend, mit 
kurzem Halse, kegeligem Deckel und 3 reihig sich abrollendem Ring. 

Gegen 17 ausländische Arten dieser Gattung sind in neuerer Zeit beschrieben 
worden, die den europäischen Arten meist sehr nahe stehen. 

1. Distichium capillaceum (Sw.) Br. eur. 1846. 



achseln ui 



verwebt s 
entfernter 
Zentralst! 



nackten Antheridien in den Blatt- 
ns autöcisch mit von 2 Deekbll. 
i Fusse des Fruchteprosse-, der in 
is auch wohl einzeln« 
rrüne, ] — 10 und selbst 15 cm hohe 



t'r.rau 



lern Stengelfilz 
Stengeln und oft 



Insertion mit mehreren basalen, aufwärts mehr mit medianen Deutern, kleiner 
Begleitergruppe, sehr zahlreichen, dickwandigen, differentiierten Aussenzellen 
und kräftigen Stere'idenbändern, das obere abwärts verschwindend; im Pfriemen- 
teil mit gepaarten Mamillen oder mamillösen Aussenzellen und oft weniger 
stere'iden Innenzellen über wie unter den medianen Deutern. Kapsel auf 
1—3 cm langer, dünner, roter, links gedrehter Seta aufrecht, eilänglich bis 
fast zylindrisch, seltener etwas gekrümmt, hellbraun mit stumpf kegeligem 
Deckel und 2 — 3 reihig sich abrollendem Ring, entleert glänzend kastanienbraun. 
Peristomzähne gelbrot und schmal, die stellenweise verkoppelten Schenkel mit 
nur wenigen Gliedern und schräg gestreift. Sporen 17—21 u, gelbbräunlich 
und warzig, zum Teil oval. Keife im Sommer, von Juni bis August. Br. eur., 
Vol. II, Tab. 193. 

Auf Kalk und kalkhaltigen Gesteinen durch die ganze Alpenkette gemein bis 
3700 m, hier und da bis in die Ebene herabgehend, wie z. B. bei Seeheim in der 
Bergstrasse (Hessen); auch aus Abyssinien, Algier, Neuseeland, Nord- Amerika und 
Asien bekannt. In Sibirien im Jeniseithal bis in die arktische Region verbreitet. 
Auf Spitzbergen und in Grönland gemein. S. XVII, 3, a) Peristom, b— d) obere 
und untere Blattquerschnitte, sowie XVI, 1, a u. d) Kapseln, b) Spross, c) BL; 
gez. nach von Schimper am Faulhorn ges. Expll. 

Var. brevifolium Schpr., eine dichtere Hochalpenform mit kürzeren Bll. 
und kürzerer ellipsoidischer Kapsel. 

2. Distichium inclinatum (Ehrh.) Br. eur. 1846. 
Afzelia Ehrk, Swartzia Ehrh. 1789, Bryum Dicks. 1790, Didymodon Swartz 1799, 
Gyn -/ ntiurn Hedw. 1801, Grimmia Smith 1804, Cynodon Brid. 1806, Ceratodon Hüben 1833, 
»IM lütt. 1859; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 195. 

Einhäusig, autöcisch; die (5 Blüte mit einem aus scheidiger Basis 
plötzlich pfriemenförmig verschmälerten Hüllbl. am Fruchtast oder mit 2 Hüllbll. 
in einer G-abelung, mit schmalen Antheridien und längeren goldgelben 
Paraphysen. Unregelmässige, 1—2, seltener 4 cm hohe, bräunlich olivengrüne 
Raschen mit wenig Wurzelfilz. Bll. aus halbscheidiger Basis rasch borsten- 
förmig, mit gezähnter Spitze und weniger rauhem Pfriementeil. Querschnitt 
der kräftigen Rippe auch an der Basis mit medianen Deutern, im Pfriemen- 
teil \w.ijrer mamillös. Kapsel auf 1—2,5 cm langer Seta stark geneigt 
oder horizontal, oval oder länglich ellipsoidisch, etwas hochrückig, mit 
kurzem, kegeligem Deckel und breit sich abrollendem Ring, entleert glänzend 
kastanienbraun. Peristom ziemlich gross, mit breiten, blutroten Zähnen, 
deren eng gegliederte Schenkel häufig verkoppelt oder streckenweise verschmolzen 
sind und ausserdem mitunter noch durchbrochen erscheinen. Sporen sehr 
gross, 30 — 44 u, dunkel olivengrün und warzig. Reife im Sommer. Br. eur., 
Vol. n, Tab. 194. 

In feuchten Felsspalten der Kalk- und kalkreichen Schiefergesteine von der 
niederen Bergregion bis in die Hocbalpen in 2630 m, auch in Skandinavien, Nord- 
Amerika und dem Himalaya, ausnahmsweise auf Torf in der Ebene. In Nord- 
Amerika nach Renauld und Cardot namentlich aus Canada, Labrador, Neufundland, 



Colorado, Nevada und den Rocky-Mountains bekannt. Von Arnell im arktischen 
Gebiet Sibiriens bei Tolstoinos und von iliddendorf im Taimvr-Gebiet in 7.V ! n. Br. 
aufgefunden. S. XVII, 4 Peristo.n und XVI, 2, a u. b) B1L, c) Kapsel, d) Habitus- 
bild in natürlicher Grösse; gez. nach einem im Biesengebirge ges. Expl. 

Var. tenue Schpr., eine niedrigere, dichtrasige Alpenforifl D iH 
brechlichen Bll. — von J. E. Zetterstedt in Finmarken in Norwei 

aus den Salzburger Alpen. Beide Varietäten rieben lieb nach dein s, 

nahe. Ohne Sporogon ist diese Art von der vorhergehenden oft schwer zu unter- 

Dittichium Hagenii Ryan (Bat. br. L896, S. 36), weichet Ryan um! 
Hagen im Juli lSiU im nördlichen Norwegen gesammelt haben. : 
eine Varietät von D. indinatum. Sie ist kräftiger als die Normalform und unter- 
scheidet sich von ihr dadurch, dass sich das Peristom nach der K 
Kapsel statt in 16 meist nur in 8 doppelt so breite Zähne trennt, von denen rin 
jeder aus 4 bis 6 Schenkeln zusammengesetzt ist. S. XLV1II, b, a) Bl.. i 
c) Kapsel, d) Peristom; gez. nach einem von Dr. Hagen bei Mellanalos, Finmarkensamt 
in Norwegen in 70° n. Br. ges. Expl. 

Fam. XIV. Pottiaceae. 

Zu mehr oder minder dichten Rasen, seltener nur herdenweise vereinte 
Erdmoose oder auch Felsbewohner mit gabelig oder büschelig geteilten, nieist 
nicht filzigen Stengeln. Stämmchen meist mit Zentralstrang und lockerem 
Tüpfelgewebe. Bll. mehrreihig, ei- bis zungen- und spateiförmig oder auch 
lanzettlich linealisch, mit kräftiger, oft als Stachelspitze oder als Haar aus- 
tretender Rippe. Querschnitt der letzteren mit weitlumigen Bauchzellen, 2—4 
medianen Deutern nebst Begleitern und einem unteren Stereidenband oder mit 
mehreren medianen Deutern und doppelten Stere'idenbändern. aber alsdann 
ohne Begleiter und mit weniger differentiierten Bauchzellen. Blattzellen 
parenehymatisch, an der Basis rektangulär oder verlängert rektangulär bis 
rektangulär-6 seitig und dann meist wasserhell, oberwärts chlorophyllreich und 
mehr oder weniger warzig papillös, gegen die Spitze rhombisch 4— 6 seitig 
oder klein rundlich quadratisch. Perichätialbll. von den angrenzenden 
Laubbll. meist wenig verschieden. Kapsel weder gestreift noch gefurcht, auf 
verlängerter Seta aufrecht und regelmässig, eilänglich oder cylindrisch, 
seltener schwach gekrümmt und kürzer, ausnahmsweise eingesenkt gewöhnlich 
mit Spaltöffnungen am kurzen Hals, sowie mit dünner Kolumella und kegelig 
geschnäbeltem Deckel. Haube kappenförmig, nur bei Pterygt ■ 
mützenförmig. Peristom einfach, nur selten rudimentär oder fehlend, meist 
an der Mündung inseriert und in der Regel ohne besonders vortretende 
Teilungslinien und Glieder, also nach dem Typus der Aplolepideen gebaut, 
mit fast gleichstark entwickelter Innen- und Aussenschicht. Es besteht ent- 
weder aus 16 ungeteilten, resp. ungleichschenkelig gespaltenen, oder aus 32, 
einem mehr oder minder hohen basilären Hohlzylinder aufsitzenden, faden- 
förmigen, spiralig links gewundenen Zähnen, resp. Peristomästen. 



— 282 — 

Die beiden Unterabteilungen dieser Familie, die Gruppen Pottieae und Tricho- 
stomeae trennt Limp rieht vorzugsweise auf Grund der Blattquerschnitte, was mir 
jedoch weniger geeignet erscheint, weil dadurch sehr nahe verwandte Arten der 
Schimper'schen Gattung Barbula in beide Gruppen getrennt würden, weshalb 
ich mich hier etwas mehr der Schimper'schen Einteilung anschliesse. 

1. Gruppe. Pottieae. 
Kleinere Erdmoose oder kräftigere Felsbewohner mit langen Rhizoiden 
am Grunde der Stämmchen. Bll. vorzugsweise eiförmig oder lanzettlich-spatei- 
förmig, seltener lineal-lanzettlich. Kapsel nur ausnahmsweise eingesenkt, in 
der Eegel auf verlängerter Seta emporgehoben, aufrecht und regelmässig. 
Peristom, wenn vorhanden, aus 16 flachen, ziemlich kurzen, ungeteilten 
oder gespaltenen, linearen Zähnen gebildet, die feucht meist nach rechts, 
seltener etwas nach links (resp. unter dem Mikroskop nach rechts) gedreht 
erscheinen, trocken aber meist aufrecht und oft gespreizt auseinanderstehen. 
Ob ein Peristom vorhanden ist oder nicht, lässt sich meist schon nach dem 
Deckel der Kapsel beurteilen. Bei den Arten ohne Peristom ist der Deckel 
nur aus flach konvexer Basis geschnäbelt, während er bei den Arten mit 
Peristom eine mehr kegelförmige Gestalt zeigt, resp. aus kegeliger Basis 
geschnäbelt erscheint. 

1. Gatt. Pterygoneurum Jur. 1882. 

Zu flachen, niedrigen, durch die Haare an der Spitze der Bll. grau 
schimmernden Rasen vereinte 1— 2 jährige Erdmoose mit meist einfachen, 
runden Stengeln. Stämmchen ohne Tüpfelgewebe, mit Zentralstrang im oberen, 
beblätterten Teile und ohne Zentralstrang im blattlosen Teile, Bll. aus nach 
der Insertion zu verschmälerter Basis verkehrt eiförmig, sehr hohl, mit ab- 
wärts schwächerer, nach oben kräftigerer, als wasserhelles Haar auslaufender 
Rippe. Querschnitt der letzteren mit lockeren, 1—2 schichtigen Bauchzellen, 
2—4 medianen Deutern, einer Begleitergruppe, differentiierten Rücken- 
zellen und einem unteren Stereidenband. Die 2—4 äusseren Bauchzellen 
wachsen im oberen Teile der Rippe zu chlorophyllreichen, am Rande gezähnelten 
Längslamellen aus, deren Wände zuweilen noch verzweigte Zellfäden mit 
kugeligen Endzellen tragen. Die Lamellen und Zellfäden dienen bei diesen 
mehr auf trockeneren Standorten wachsenden Moosen sowohl zur Assimilation, 
wie als Wasserreservoir, vielleicht auch zur vegetativen Vermehrung. Das 
Zellnetz der Bll. ist im Allgemeinen ziemlich locker; die Zellen an der Basis 
verlängert rektangulär, dünnwandig und wasserhell, im oberen Teile rundlich 
4 bis 6 seitig. Blüten einhäusig. Kapsel eingesenkt oder emporgehoben. Hals 
fehlend oder nur angedeutet. Peristom fehlend oder rudimentär. Haube 
mutzen- oder kappenförmig. 

Aussereuropäische Arten dieser Gattung sind bis jetzt nur 2 bekannt. 



subsessile (Brid.) Jur. 1*82. 

Gymnostomu,» Bri.i. 1S0H. Srhistaliutn FI...-1-k*- Im 1 :*, l'uttvi Br 
«eawZe Floerke 1807, Anoedanymm nvmil,- INHil IMii. FU'dhrvi Ual.i'iih. lKts. Pharoniiirium 
Schpr. 1860, TorfM^/ Mitt. 1SK!>: cf. Khh. Kr. Kl. IV. Nr um. 

Einhäusig; die ä Blüten unterhalb der Perichätialbll. mit fadenförmigen 
Paraphysen und 1—2 Deckblättchen. Graugrüne, niedrige, flache Raschen. 
Bll. verkehrt eiförmig bis verkehrt eilänglich, sehr hohl, mit schwach gezähnter 
Spitze und 2—4 inneren Lamellen am oberen Teil der als langes, schwach 
gezähntes, wasserhelles Haar auslaufenden Rippe. Querschnitt der tatteren 
aufwärts auf der Innenseite mit -1— 1 einfachen Lamellen ohne Anhängsel. 
Die Lamellen zeigen nämlich in der Regel keine xeitliehen Aussprossungen, 
wie bei der folgenden Art. Blattzellen an der Basifl verlängert rektangulär 
und wasserhell, etwa 18—20 u, aufwärts allmählich kürzer, in der Mitte 
quadratisch, oben rundlich quadratisch und meist 15—17 u, an der Spitze 
mehr rhombisch, auf der Rückseite papillös. Kapsel lockerzellig and dünn- 
wandig, auf sehr kurzer, minimaler Seta eingesenkt, fast kugelig, rot- 
braun, mit aus flach konvexer Basis gerade oder schief geschnäbeltem Deckel, 
ohne differentiierten Ring, entleert weitmündig. Haube mützenförmig, 3 bis 
5 lappig. Peristom fehlend. Sporen 30—35 u und selbst 40—45 u, braun 
und dichtwarzig. Reife im zeitigen Frühjahr. Br. eur., Vol. II, Tab. 117. 

Auf Sand und sandig-lehmigem Boden, auf erdbedeckten Mauern etc., hier 
und da an trockeneren Standorten in der Ebene und Hügelregion Europas, auch in 
Canada, Nord- und Süd-Amerika; von Floerke bei Jena entdeckt. S. XVII, 5, 
Blattquerschnitte, sowie XVIII, 14, au. b) Bll., c) entdeckelte Kapsel, d) Kapsel 
mit Deckel; gez. nach einem von Juratzka an der Türkenschanze bei Wien ge- 
sammelten Expl. 

2. Pterygoneurum cavifolium (Ehrh.) Jur. 1882. 

Brywm pusillum Hedw. 1782. Pottia Ehrh. 1787. Gymnosi m owOmm Hedw. 1787, 

Bryum ovatu») Dicks. 1790. Pottin ovafa r'.-nr !-'■<. I'..ff„ t putUhi Lmdb 1863, Tortula 
pusilla Mitt. 1869. Aloina 1 silla K 11 1883; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr 197. 

Einhäusig; die anfangs terminalen d Blüten zuletzt aehselständig am 
Fusse des Fruchtsprosses mit etwas keuligen Paraphysen und 2—3 breit verkehrt 
eiförmigen, fast rippenlosen, mit kurzem Spitzchen versehenen Hüllbll. Hell- 
grüne bis graugrüne, flache Raschen mit etwa 3 mm hohen, einfachen, seltener 
geteilten Stengeln. Bll. verkehrt eilänglich, sehr hohl, flach- und ganzrandig, 
oben knospenförmig zusammenschliessend, mit 2—0 inneren Lamellen 
am oberen Teil der als Stachelspitze oder glattes Haar auslaufenden Hippe. 
Lamellen mit Aussprossungen. Blattzellen an der Basis verlängert rektangulär 
bis rektangulär-6seitig und wasserhell, meist über 80 u. nach oben quadratisch 
bis 6 eckig, fast kollenchymatisch verdickt, nur 12—18 u, an der Spitze 
rhombisch, auf der Rückseite nicht papillös. Kapsel auf 2-5 mm langer, 
rotgelber, links gedrehter Seta aufrecht, oval bis eilänglich, mit aus flach 
konvexer Basis schief geschnäbeltem Deckel von fast Urnenlänge, entleert nicht 
erweitert und runzelig faltig. Haube kappenförinig. Ring durch 2 Reihen 



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kleinerer Zellen angedeutet. Peristom fehlend. Sporen 24 — 30 u, ockerfarben 
oder rostbraun und fein warzig. Keife im zeitigen Frühjahr. Br. eur., 
Vol. II, Tab. 118. 

Auf trockenerem, kalkig-thonigem Boden, auf Mauern etc., von der Ebene bis 
in die Alpen in 1300 m verbreitet, auch in Algier, Persien, Mesopotamien und 
dem Kaukasus, sowie in Nord- und Süd- Amerika; von Hedwig auf Mauern bei 
Leipzig entdeckt. S. XVII, 6, Blattquerschnitt, sowie XVIII, 7, a und b) Bll., 
c) Kapsel mit Deckel, d) entdeckelte Kapsel; gez. nach bei Darmstadt ges. Expll. 

Var. epilosum Brid., eine fast haarlose Form mit stachelspitzig austretender 
Rippe — auf Kalkgeröll; 

var. incanum Jur., in grau schimmernden, niedrigen Häschen, mit sehr 
langem Haar und länglicher, die Perichätialbll. kaum überragender Kapsel — auf 
sonnigem Kalkboden in der Bergregion, insbesondere in Kärnthen und Tirol etc. 



(Lindb.) Jur. 1882. 

Gr-ymnostomum ovatum ß gracik Hook. & Tayl. 1818, Pottia cavifolia S barbuloides 
Dürfen 1856 und § gracilis Wils. 1855, Tortuh Lindb. 1864, Barbula cavifolia Schpr. ex p., 
Pottia barbuloides Dur. 1885; cf. Kbh. Kr. Fl. IV, Nr. 198. 

Einhäusig; die knospenförmigen ö Blüten später am Fusse des Frucht- 
sprosses mit mehreren rippenlosen Hüllbll. Ziemlich dichte, bis 1 cm hohe, 
graugrüne Eäschen mit einfachen Stengeln. Bll. breit verkehrt-eiförmig bis 
zungen-spatelförmig, sehr hohl, die unteren kleiner, die oberen knospenförmig 
zusammenschliessend, mit flachem, an der Spitze fein gezähneltem Rand und 
4 inneren Lamellen am oberen Teile der als kurzes, glattes Haar austretenden 
Rippe. Blattzellen ähnlich wie bei voriger Art, im oberen Teile des Bl. auf der 
Rückseite papillös. Haube kappenförmig bis zur Kapselmitte reichend. Kapsel 
auf 7—10 mm langer, rotbrauner, unten rechts, oben links gedrehter Seta 
aufrecht, länglich ellipsoidisch bis zylindrisch, rötlichbraun, mit aus 
kegeliger Basis schief geschnäbeltem Deckel von halber ürnenlänge, 
entleert nicht erweitert. Deckelzellen unter dem Mikroskope schräg nach 
rechts aufsteigend. Haube kappenförmig. Ring 2 und 3 reihig in einzelnen 
Zellen sich ablösend. Peristom gelblich, an der Mündung inseriert, mit 
niedrigem basilären Hohlzylinder und gegen 32 ungleichen, fadenförmigen, 
links gedrehten, einfachen oder zu je 2 verbundenen, abwärts oft nur auf 16 
reduzierten, knotigen Zähnen, deren obere Glieder meist im abfallenden 
Deckel zurückbleiben. Sporen 15—20 u, gelbbräunlich und fein warzig. Reife 
im Frühjahr. Br. eur., Suppl. III und IV. 

Auf sandig-thonigem, insbesondere angeschwemmtem Boden durch die Ebene 
und Hügelregion in England, Irland und im mittleren Europa, gern auf Löss im 
Donaugebiet und meist in Gesellschaft von der vorigen Art und Aloina ambig^ia; 
fehlt in Skandinavien. Wurde von Schpr. zu Barbula gerechnet, während die 
Pflanze mehr den Eindruck eines Bastards von Pt cavifolium und einer Barbula 
macht. S. XXII, 10, a, c u. d) Bll., b) Kapsel, e) Peristom; gez. nach einem von 
Juratzka in der Brigittenau bei Wien ges. Expl. 



2. Gatt. Pottia Ehrl,. 17s 7. 

Gesellige, oder zu kleinen Basen vereinte, niedrige Erdmoose mit einfachen 
Stengeln. Bll. eilänglich bis spateiförmig, nach oben etwas schopfig, mit 
kräftiger, meist auslaufender, nach unten schwächerer Rippe ohne Lamellen. 
Querschnitt der Rippe mit 2— 6 grossen Bauchzellen. 2—4 medianen Deutern, 
einer Begleitergruppe, einem unteren StereTdenband und nur wenig differenzierten, 
ziemlich zahlreichen Kückenzellen. Blattzellen wie bei der vorigen Gattung' 
Blüten niemals zweihäusig, bei P. Ueimü zwitterig, sonst einhäusig. Kapsel 
auf verlängerter Seta aufrecht und regelmässig, teils mit. teils 
kurzhalsig, nur selten schwach gekrümmt. Haube kappenforn 
Peristom vorhanden, besteht es aus Kl flachen. Iäng9 durchbrochenen oder 
oberwärts 2 und 3spaltigen Zähnen auf niedrigem basilären Hohlzylinder. 

Von dieser und der vorhergehenden Gattung waren nach Jaeger und S. bis 
zum Jahr 1879 etwa ebensoviel europäische wie exotische Arten bekannt. Bis. 
jetzt sind schon mehr als 40 Exoten beschrieben. 



1864, Tortula Davallii Limlb. ex p. 188*>; et". Rhh. Kr. Fi. LV, Nr 199. 

Einhäusig (paröcisch) mit nackten Antheridien in den Achseln der 
oberen Bll. Herdenweise vereinte, nur wenige mm hohe, bräunlicbgrüne, ein- 
jährige Pflänzchen. Bll. länglich lanzettlich, lang zugespitzt, mit stachelig 
austretender Rippe und leicht zurückgeschlagenem Rande. Blattzellen unten 
rektangulär und glatt, oberwärts quadratisch oder hexagonal, 16—18 u und 
warzig mamillös. Kapsel auf '1— 5 mm langer, rötlicher, rechts gedrehter 
Seta aufrecht, gestutzt eiförmig, dünnwandig, ohne Ring, mit aus konvexer 
Basis kurz gespitztem Deckel, entleert weitmündig. Haubenschnabel 
spärlich papillös. Sporensack der Kapselwand anliegend. Peristom fehlend. 
Sporen 28 — 38 u, rostfarben und igelstachelig. Reife im Winter. Br. eur., 
Vol. IL Tab. 119. 

Auf lehmig-thonigen Ackern, in Ausstichen und auf Blossen durch die Ebene 
und Hügelregion bis 1100 m, durch ganz Europa und Nord-Amerika mit Ausnahme 
der arktischen Zone verbreitet. Nach Bescherelle auch aus Algier und Tunis, 
und nach Lesquereux aus Californien bekannt. S. XVIII, 9, in.li) Bll., c) Kapsel 
mit Deckel, d) entdeckelte Kapsel; gez. nach einem von R. Graf zu So l ms -Laubach 
bei Münzenberg in der Wetterau (Hessen) ges. Expl. 

Var. rufescens Schpr., mit etwas schmäleren Bll. und rötlicher, länger aus- 
tretender Rippe — unter der Xormalform. 

var. eoniea Schieich., mit engmündiger Kapsel und stumpf kegeligem Deckel — 
im Süden. 

T ) Nach Dr. med. Job. Friedr. Pott zu l ■"•n Professor 



— 286 — 
2. Pottia truncatula (L.) Lindb. 1864. 

Bryum L. 1753, Phascum Swartz L781, GymwMomum IL dw. 1782, Gymnost. truncatum 
ß minus W. und M. 1807, Gyn*, «rcttrads««» Röhl 1810, Potfi« ew*fowa v. »inor Eluh. 
1787, P. truncata Bruch. 1829, Pottia ettsfoma var. /? truncata Hpe. 1837, P. eustoma 
C. Müll. 1849, Ibrtwfa Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 200. 

Einhäusig (autöcisch) mit hinfälligen knospenförmigen, achselständigen, 
2— 3 blätterigen ö Blüten ohne Paraphysen. Herdenweise oder zu kleinen 
Raschen vereinte, etwas schmutziggrüne Pflänzchen mit 1 — 5 mm hohen ein- 
fachen oder geteilten Stengeln. Obere Bll. verkehrt eilänglich bis spateiförmig, 
flach- und ganzrandig, an der Spitze undeutlich gezähnt, mit kurz stachel- 
spitzig austretender Rippe und zuweilen in der Blattmitte schwach umgebogenem 
Rand. Querschnitt der Rippe aufwärts bikonvex mit 2—4 Bauchzellen, 2—4 
medianen Deutern, einer Begleitergruppe und substere'iden bis stereiden Innen- 
zellen etc. Blattzellen oberwärts fast regelmässig 6 seitig und kaum warzig, 
15—20 u, am Rand mehr rhombisch und mit zahnartig vortretenden Pfeilern, 
nach unten rektangulär und durchsichtig, nach der Basis zu lockerer rektan- 
gulär-6 seitig. Kapsel auf 3— 8 mm langer, rechts gedrehter Seta aufrecht, 
verkehrt eiförmig mit aus konvexer, flacher Basis schief geschnäbeltem 
Deckel, entleert weitmündig. Haube glatt, der Urne fast bis zur Basis 
dicht anliegend. Ring 1 und 2zellreihig bleibend. Sporensack der Innen- 
wand anliegend. Penstom fehlend. Sporen 18—24 u, die ovalen nach der 
längeren Seite bis 27 u, gelbbraun und feinwarzig. Reife im Spätherbst und 
Frühjahr. Br. eur., Vol. II, Tab. 120. 

An Wiesengräben, auf Brach- und Kleeäckern, an Wegrändern u. 8. w., im 
mittleren Europa gemein, auch aus Algier in Afrika, sowie aus Canada und den 
nördlichen Staaten Nord- Amerikas bekannt und fast über den ganzen Erdkreis ver- 
breitet; von Dillen schon 1718 um Giessen gesammelt. Von Arn eil auch bei 
Kungur im Gouvernement Perm Sibiriens auf periodisch überschwemmten Uferwiesen 
in Menge aufgefunden. S. XVIII, 6, a) Bl., b) Kapsel, c u. d) Brutknöllchen der 
Bhizoiden; gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll. 

Pottia littoralis Mitt., von der Küste Englands und Nord-Frankreichs ist 
nur eine Übergangsform zwischen P. truncatula und intermedia mit beiderseits glatten 
Zellen. S. XLIX, 8, a) Bl., b) Kapsel — gez. nach einem von E. Hunt 1871 in 
England ges. Expl. — und c) Bl., d u. e) Kapsel; gez. nach einem von Corbiere 
bei Flamanville (Manche) in Frankreich ges. Expl. aus dem Herbare Theriots. 

3. Pottia intermedia (Turn.) Fürnr. 1829. 

W. und M. 1807. Gymit. trimmt ul.tm, var. .-/ Huffm. 17!»(j. /•. mstonni Hump<- 1H67. P. Iniceolata 
y subgymnostoma Lindb. 1864, P. truncata v. major and tubcylindrica Hr. tut. L848, F. 
lanceolata v. gymnostoma Schpr. 1876, Tortida Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. Kl. IV, Nr. 801. 
Einhäusig (autöcisch) mit knospenförmigen, achselständigen <3 Blüten. 
Etwas grössere, an P. lanceolata habituell erinnernde Pflänzchen, sonst von 
truncatula nur wenig verschieden. Obere Bll. länglich lanzettlich, zugespitzt, mit 
von der Basis bis zur Mitte oder längs umgebogenem Bande und kräftiger 



in eine längere, gelbgrüne Stachelspitze auslaufender Rippe. Querschnitt der 
letzteren ähnlich wie bei voriger Art. Blattzellen oberwärts etwas warzig 
mamillös, 18—25 u. Kapsel auf 1 cm langer, purpurroter, gedrehter Seta 
verkehrt eilänglich bis fast cylindrisch, derbwandig, braun, mit aus konvexer 
Basis geschnäbeltem Deckel von fast Urnenlänge, entleert nicht erweitert. 
Haube glatt, die halbe Urne bedeckend. Ring stückweise sich 1 bis 2 zell- 
reihig ablösend. Sporensack der Urnenwand anliegend. Deckelzellen in 
geraden Reihen aufsteigend. Peristom nur angedeutet, den Urnenrand nicht 
überragend. Sporen 24—30 u, braunrot und fein papillös. Reife im Spät- 
herbst und Frühjahr. Br. eur., Vol. II, Tab. 121. 

An sonnigen, mehr trockenen Orten, auf Erdblössen, an Wegrändern, Mauern etc., 
durch die Ebene und niedere Bergregion Europas allgemein verbreitet. Nach 
Renauld und Cardot auch aus dem nordwestlichen Territorium Nord-Amerikas 
bekannt. S. XVIII, 5, a) Bl., b) Kapsel, c) Brutknöllchen der Rhizoiden, d) Habitus- 
bild; gez. nach bei Auerbach in der Bergstrasse (Hessen) ges. Expll. 

4. Pottia Wilsoni (Hook.) Br. eur. 1843. 

Gymnostomum Hook. 18130. Gyinn. Combue De Not. 1888 und P. Combat !><• Not. 18ti!) : 
cf. Schpr. Syn. ed. II v. 1876. S. 152 und Rbh. Kr. Fl. IV. 1. S. 533. 

Einhäusig; die ä Blüten achselständig mit Paraphysen, oder auch je 
2 Antheridien nackt oder von einem Hüllbl. geschützt mit vereinzelten Para- 
physen in den Achseln der Schopfbll. Herdenweise oder zu kleinen Raschen 
vereinte, dicht 8 reihig beblätterte, nur wenige mm hohe Pflänzchen. Untere 
Bll. kleiner, verkehrt eilänglich, die oberen grösser, breit spateiförmig mit 
abgerundeter Spitze und stachelspitzig austretender Rippe, am Rand schwach 
umgebogen. Querschnitt der Rippe ähnlich wie i>ei crinüa, unten mit nur 2 Bauch- 
zellen, 2 grossen medianen Deutern, etwa 6 Rückenzellen und einem unteren 
Stereidenband, aufwärts mehr bikonvex, mit mehr Bauchzellen und Deutern etc. 
Blattzellen an der Basis verlängert rektangulär-6 seitig und rektaugulär, 
locker und wasserhell, oberwärts 12— 18 u, rundlich 6 seitig, am Rand mehr 
rhombisch, chlorophyllreich und sehr papillös. Kapsel auf 3 — 6 mm langer 
Seta aufrecht, länglich ellipsoidisch mit deutlichem Hals, engerer Mündung 
und aus konvexer Basis schief geschnäbeltem Deckel. Ring ziemlich breit 
einzellreihig. Haube an der bräunlichen Spitze dicht papillös rauh. 
Peristom in einer papillösen Basilärmembran nur angedeutet und rudimentär. 
Sporen 12—18 u, bräunlich und feinwarzig. Reife im Febr. Br. eur., Vol. II, 
Tab. 122. 

Auf mehr sandigem Boden in Britannien und Frankreich, im südwestlichen 
Europa, jedoch auch aus Nevada in Nord-Amerika bekannt. S. XVIII, 8, a) unteres 
BL, b) Schopf bl., c) Kapsel mit Deckel, d) entdeckelte Kapsel; gez. nach einem 
von Wood bei Ceschire in England ges. Expl. 

5. Pottia asperula Mitt. 1871. 

Pottin Wilsoni var. pilifera ex. p.; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 688. 
Paröcisch. Gelbgrüne oder grüne dichte Raschen mit nur wenige mm 
hohen, rosettenartig beblätterten Pflänzchen*. Bll. verkehrt-eiförmig bis spate 1- 



förmig und kurz zugespitzt,, mit abwärts, resp. mitten über dem an der 
Insertion abgerundeten Basalteil, schmal umgebogenem Rand und kräftiger, 
gelbbräunlicher, lang austretender Rippe. Blattzellen dünnwandig, auf- 
wärts chlorophyllhaltig, 4 bis 6 seitig und 18 u, sowie mit zahlreichen kleinen 
Papillen besetzt, die obere Randreihe mehr quadratisch und meist nur 12 u, 
gegen die Basis etwas lockerer, rektangulär bis rektangulär-G seitig und hyalin, 
meist doppelt so lang als breit. Kapsel auf 2—2,5 mm langer, rötlicher, 
gedrehter Seta aufrecht, ellipsoidisch bis verkehrt eiförmig, nur 0,75 mm lang, 
kastanienbraun, mit geschnäbeltem Deckel und nur kleinzelligem, bleibendem 
Ring, entleert gestutzt und mit meist 4 Reihen kleinerer Zellen am Urnen- 
rand, jedoch ohne Peristom. Hauben Schnabel nur schwach papillös. Sporen 
18—20 u, rostfarben und fein gekörnelt. Reife im Winter und zeitigen 
Frühjahr. 

An den Küsten Englands und Irlands auf Sandbänken und in Felsritzen; von 
Mitten entdeckt. S. XLIX, 10, a u. b) Schopfbll., c u. d) Kapseln; gez. nach 
von W. Curnow im Febr. 1876 bei Cornwall und von Hooker 1875 bei Penzance 
in England ges. ExpU. Wird auch als Subspezies von P. crinita betrachtet. 

G. Pottia crinita (Wils. Mscr.) Br. eur. 1849. 

cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 202 und Schpr. Syn. ed. II v. 1876, S. 158. 

Einhäusig; die knospenförmigen, gestielten 6 Blüten achselständig ohne 
Paraphysen, zuweilen auch nackte, achselständige Antheridien. Bleichgrüne, 
an kleinere P. lanceolata erinnernde, dichte Raschen, mit bis 5 mm hohen, 
rundlich 4kantigen, 8 reihig beblätterten Stämmchen. Bll. verlängert spatei- 
förmig, mit sehr stumpfer, abgerundeter Spitze, von der Basis bis über 
die Mitte schwach umgebogenem Rand und als lange, gelbgrüne, glatte, 
haarähnliche Granne austretender, unterseits glatter Rippe. Querschnitt 
der letzteren unten mit 2 Deutern und 2 Bauchzellen, oben mit 4 medianen 
Deutern und 4— G Bauchzellen, einer Begleitergruppe und substereiden bis 
sterei'den Innenzellen etc. Blattzellen etwas grösser als bei Wüsoni, im oberen 
Teil 18—21 u. warzig und mamillös. Kapsel auf 3—5 mm langer, orange- 
gelber, unten rechts, oben links gedrehter Seta aufrecht, oval und kurzhalsig, 
mit aus konvexer Basis schief geschnäbeltem Deckel von halber Urnenlänge 
und bleibendem, einzellreihigem Ring, entdeckelt an der Mündung etwas 
erweitert. Haube bis fast zur Urnenmitte reichend, glatt oder nur spärlich 
papillös. Peristom in der gelblichen papillösen Basilärmembran angedeutet 
und rudimentär. Sporen 18—22 u (nach Limpr. auch 24—28 u), rötlich und 
feinwarzig. Reife im April. Br. eur., Vol. II, Tab. 1 i>:i. 

An den Küsten Englands, Irlands und Schottlands, von G. Donn bei Torfar 
in England 1802 entdeckt, steril auch bei Salzungen (in der Ehön) von Geheeb 
1870 neben Pottia Heimii aufgefunden. S. XVIII, 15, Kapsel — gez. nach einem 
von J. Fergusson bei Aberdeenshire in Schottland ges. Expl. — sowie XVUI, 10, 
a) Bl., b und c) Kapseln, d) Haube, e) Blattspitze; gez. nach einem von W. Vh. 
Schimper bei Holyhead in Wales ges. Expl. 



Solms-Laubach 1868. 

cf. Schpr. Syn. cd. IL. S. 154. 

Niedriger als die beiden vorigen Arten mit sehr kurzem, dicht beblättertem 
Stengel. Untere Bll. mehr linealisch, die oberen verlängert spatelfönnig. sehr 
hohl, ganzrandig mit etwas stumpfer Spitze, zuweilen schwach zurückgebo-niem 
Kand und als bleicher Stachel austretender Kippe. Zellnetz ziemlich locker, 
jedoch nicht warzig. Kapsel auf rötlicher Seta eiförmig bis eilänglieh. in 
der Grösse sehr veränderlich, kleiner als bei voriger Art, mit einfachem King 
und lang geschnäbeltem Deckel. Peristom rudimentär. Sporen wie bei m'nita. 
Reife im Frühjahr. 

Von H. Graf zu Solms-Laubagh bei Alvira in Algarvien L866 auf sandig- 
thonigem Boden entdeckt (non vidi). 



Einhäusig mit nackten Antheridien in den Achseln der oberen Uli. 
Zu lockeren Raschen vereinte, sehr weiche, aus Diederliegender Basis auf- 
steigende oder aufrechte, nur wenige mm hohe Pflänzchen mit knospenförmig 
zusammengedrehten Bll. Untere Bll. entfernter, verkehrt eiförmig, mit vor 
der Spitze verschwindender Kippe, die oberen dichter, lang und flatterig, 
bleich, verkehrt eilänglich oder spateiförmig, mit abgerundeter Spitze oder 
plötzlich kurz zugespitzt, glatt und ganzrandig, mit in der Mitte zurück- 
gebogenem Rande und dünner, als längerer oder kürzerer Stachel aus- 
tretender Rippe. Blattzellnetz dünnwandig und locker, unten verlängert. 
6 seitig und wasserhell, 20—32 u, oben regelmässiger 5 und 6 eckig. 18—25 ,u. 
Kapsel auf 6— 8 mm langer Seta eilänglich bis fast zylindrisch, mit i unreif 
dick) schief geschnäbeltem Deckel ohne Ring, entdeckelt gestutzt. Peristom 
fehlend. Sporen 20—22 u, unreif fast glatt, bei P. vemusta meist oval, nach 
dem kleineren Durchmesser 16—20 u, nach dem grösseren 24—28 u, bräunlich 
und feinwarzig. Reife im Frühjahr. 

Von J. Lange 1851 auf sandigen Meeresufern Gibraltars bei Cortatura in 
Spanien entdeckt. S. XLIX, 2, a b c) Bll., d e f) unreife Kapseln; gez. nach einem 
Originalexpl. aus dem Herbare Lindbergs (com. Dr. Bauer). Bei kleineren 
Pflänzchen ist der Blattrand weniger deutlich zurückgeschlagen, so dass sie mehr 
Ähnlichkeit mit der Zeichnung unter XVIII, 11 haben. 

Potfn, vejtvsta Jur., auf Erdblössen bei Hagia Napa in Cypern von Unger 
1865 entdeckt, ist jedenfalls P. pallida sehr nahe verwandt und unterscheidet sich 
von ihr durch den in der Mitte nicht umgebogenen Blattrand und meist weniger 
abgerundete, kurz zugespitzte Bll. Sie wird von Schimper als besondere Art auf- 
geführt. S. XVIII, 11, a u. c— e) Bll., b) Kapsel; gez. nach einem von M. Fleischer 
erhaltenen Original-Exemplar aus Hagia Napa in Cypern. Ob es sich hier um 2 
verschiedene Arten handelt, lässt sich erst entscheiden, wenn reife Kapseln von 
P. pallida gefunden werden. 



8. Pottia Notarisii Schpr. 1876. 

Schpr. Syn. ed. LL 8. 851; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 688. 

Einhäusig, resp. paröcisch mit 1 — 2 nackten Antheridien in den Achseln 
der oberen BU. Habituell der crinita ähnliche Pflänzchen mit einfachen, 
1—2 mm hohen Stengeln. Untere BU. aus eiförmiger Basis lanzettlich und 
mit kurz stachelspitzig austretender Rippe, die oberen verlängert linear und 
kurz zugespitzt, oder spateiförmig mit abgerundeter Spitze und gelber, als 
längere Stachelspitze austretender Rippe, etwas gekielt und mit nach der 
Basis zu umgebogenem Rand. Blattzellen dünnwandig, an der Basis verlängert 
rektangulär-6 seitig und hyalin, oberwärts kleiner, nur wenig Chlorophyll ent- 
haltend, fast quadratisch oder rundlich 6 seitig. Kapsel auf 5—7 mm langer, 
hellgelber Seta länglich ellipsoidisch bis fast zylindrisch, mit geschnäbeltem 
Deckel und einfachem Ring. Haube kahl. Reife im Herbst. 

Bei Cagliari in Sardinien von Fr. Müller 1827 entdeckt. Soll sich nach 
Schpr. syn. ed. II pag. 852 von crinita durch schmälere und längere Bll. unter- 
scheiden, auch von P. venusta Jur. etwas abweichen. Hiermit stimmt eine von 
De Notaris in Sardinien ges. Pflanze überein, die mir von M. Fleischer als 
Pottia ^ lanceolata var. brachydonta, resp. EnfozfJi'/imttiiiui uniri-ouifo/ün/i Bruch 
mitgeteilt wurde, an der ich jedoch kein Peristom entdecken konnte und die ich 
nur für die Schimper'sche Pottia Notarisii halten kann. Sie bildet dichte, gelb- 
grüne, etwa 3 mm hohe Raschen mit trocken wellig gewundenen Bll. und fast 
zylindrischen, schmalen, entdeckelt 1,3 mm langen Sporogonen. Schopfbll. fast 
2 mm lang, schmal spateiförmig, mit als lange Granne austretender Rippe. Blatt- 
zellen glatt, an der Basis rektangulär und dünnwandig, 16—20 u und 3 bis 5 mal 
so lang als breit, aufwärts allmählich kürzer, fast ohne Chlorophyll, jedoch mit 
deutlichem, gewundenem Primordialschlauch, gegen den Rand daselbst 
stärker verdickt, mehr rundlich-6 seitig bis quadratisch und 15 u. Kapsel mit 
lang geschnäbeltem Deckel von mehr als halber Urnenlänge. Sporen 22 — 26 U, 
rostbraun und dicht warzig papillös. S. XVIII, 12, a) Bl., b) Kapsel; gez. nach 
einem von De Notaris in Sardinien ges. Expl. Jedenfalls eine sehr charakteristische 
Art, die sich von crinita durch die gegen den oberen Blattrand verdickten glatten 
Zellen mit deutlichem, gewundenem Primordialschlauch leicht unterscheidet. 

9. Pottia viridifolia Mitt. 1871. 

ci'. Rbh. Kr. Fl. IV. 3, S. 688. 

Paröcisch. Tiefgrüne, dichte Raschen mit nur wenige mm hohen, 
rosettenförmig beblätterten Stengeln. Schopfbll. bis 2 mm lang, verkehrt 
eispatelförmig, stumpf oder kurz zugespitzt, durch den in der Mitte um- 
gebogenen Blattrand fast geigenförmig und mit als Stachelspitze auslaufender 
Rippe. Blattzellen chlorophyllhaltig, auf beiden Seiten mit stumpfen Papillen 
besetzt, oberwärts rundlich-6 seitig und 16— 18 u, am Rand nur 14 u, ab- 
wärts länger und etwas breiter, mehr rektangulär und hyalin. Kapsel auf 
3—5 mm langer, bräunlicher Seta aufrecht, ellipsoidisch, mit aus kegeliger 
Basis geschnäbeltem Deckel von halber Urnenlänge und kleinzelligem, bleibendem 
Ring, entdeckelt etwa 1 mm lang. Peristom rudimentär in einer mehr* 



— 291 — 

zellreihigen, weissen Membran über den Urnenrand vortretend. Sporen 18— 2£ 
bräunlich und fein gekörnelt. Reife im Frühjahr. 

An den Küsten Englands, Irlands und des nördlichen Frankreichs an e 
bedeckten Felsen. S. XLIX, 6, a und b) Bll., c und d) Kapseln, e) Habitusbild; ( 
nach einem von Sebille bei St. Laurent (Saone et Loire) in Frankreich ges. Expl. 
dem Herbare Theriots. Die Pflanze macht nur den Eindruck einer Varietät 



ständigen ä Blüten mit breit eiförmigen, kurz zugespitzten, nieist rippenlosen 
Hüllbll. und nur sehr kurzen Paraphysen. Lockere. \\ H nun hohe linsen 
mit unter dem Gipfel sprossenden Stämmchen. Bll. fast glatt, lang verkehrt- 
eiförmig bis spatelförmig und zugespitzt, mit oft abgerundeter, unmerklich 
gezähnter Spitze, bis gegen dieselbe stark omgerolltem Kaud und als gelb- 
grüne oder bräunliche Granne austretender Rippe. Querschnitt der letzteren 
mit 2 medianen Deutern, einer Begleitergruppe. 4 Bauchzellen und unteren 
Steroiden nebst 6—8 differenzierten Rückenzellen. Blattzellen ähnlich wie 
bei iiitj-rtiw'lta und trintcntnl,,. überwarf» quadratisch bis (iseitig. 15 — 20 u und 
schwach warzig. Kapsel auf 5 — 10 mm langer, unten rechts oben links 
gedrehter Seta aufrecht, eilänglich bis fast zylindrisch, kurzhalsig und derb- 
wandig. rötlichbraun, mit breitem, einzellreihigem Ring und aus kegeliger 
Basis kurz und schief geschnäbeltem, oder spitz kegeligem Deckel, dessen 
Zellen schräg (nach rechts) aufsteigen, trocken unter der Mündung etwas 
verengt und schwach runzelig. Sporensack kurz gestielt, oberwärts der Kapsel- 
wand ohne Längsleisten anliegend. Haube gross, fast bis zum Kapselgrunde 
reichend, glatt oder nur schwach papillös. Peristom an der Mündung 
inseriert, bleich rötlich mit vortretendem basilären Hohlzylinder, aus 16 flachen, 
lineal-lanzettlichen, schräg aufsteigenden, 8— 10 gliederigen, in der Mitte meist 
längs durchbrochenen, an der Spitze stumpf 2 3 teiligen, dicht papülösen 
Zähnen gebildet. Sporen 18—21 und selbst 24—28 u, rötlichbraun und fein- 
warzig. Reife im März und April. Br. eur.. Vol. IT, Tab. 127. 

An Wegrändern, auf Mauern, Äckern und Erdblössen, insbesondere auf Sand- 
boden, an sonnigen trockenen Orten durch die Ebene und Hügelregion des mittleren 
Europas bis 1230 m weit verbreitet. Nach Bescherelle auch aus Algier, nach 
Brotherus aus Japan und dem Kaukasus bekannt. S. XVIII, 1, a nnd b) Bll, 
c und d) Kapseln, e) Peristom, g) Blattquerschnitt ; gez. nach bei Darmstadt ges. 
Exemplaren. 

Var. leucodonta Schpr., etwas kleiner mit trockei 
hellem, weisslichem Peristom — mehr im Süden, aber 



— 292 — 

auf sonnigem Lehmboden von mir mit der Normalform gesammelt. S. XVIII, 1, 
f) Peristom; gez. nach dahier ges. Expll. Corbiere bezeichnet diese Varietät als 
var. nlbhhns und hält var. I,.nr»,h>i,hi = Po/On imrodoxta Boul. für eine analoge 
Varietät der Pottla Stm-k-unn (Rev. br. 1895, S. 35). 

Var. angustata Schpr., mit schmälerer Kapsel und unvollständigem Peristom — 
ebenfalls mehr südlich. 

11. Pottia Starkeana (Hedw.) C. Müll. 1849. 

Dicks. 1801. Anaealypta Mnich. IkrwuUxhm Hül>en. 1833, Desmatodon De Not. 1838, Tortula 
Lindb. 1879; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 204. 

Einhäusig (paröcisch) mit 2—3 nackten Antheridien in den Achseln 
der Schopf bll. Dunkelgrüne, dicht gesellige, einjährige Pflänzchen mit 1 — 2 mm 
hohen Stämmchen. Im Querschnitt der letzteren ist der Zentralstrang oft 
noch von 2 — 3 Eingen dickwandigerer, rötlicher Zillen umgeben, die von der 
Bindenschicht durch lockeres, grosszelliges Grundgewebe getrennt sind. Untere 
Bll. klein, eiförmig und scharf zugespitzt, die oberen grösser, eilänglich oder 
lanzettlich, kurz zugespitzt, etwas breiter, als bei minutula, ganzrandig, mit 
umgerolltem Eand und rötlichbrauner, kurz stachelspitzig austretender Eippe. 
Querschnitt der letzteren aufwärts bikonvex mit 2 medianen Deutern ohne 
Begleiter, 2 lockeren Bauchzellen, schwachem unteren Stere'idenband und 
differentiierten Eückenzellen. Blattzellen an der Basis verlängert rektangulär, 
18—20 u und hyalin, oberwärts quadratisch bis ßseitig, 10 14 u, und beider- 
seits dicht warzig papillös. Kapsel auf 2— 3 mm langer, gelber, gedrehter 
Seta aufrecht, oder geneigt, eiförmig bis eiliinglicli, mit bleibendem, nicht 
differenziertem Eing, und niedrigem, stumpf oder spitz kegeligem Deckel. 
Luftraum der Kapsel mit assimilierenden Längsleisten. Haube nur bis zur 
Kapselmitte reichend und mit papillösem Schnabel. Peristom an der Mündung 
inseriert, gelblich, mit vortretendem basilären Hohlzylinder und stumpf 
lanzettlichen, 3— 6 gliederigen, flachen, papillösen Zähnen. Sporen 20—25 
und selbst 30—35 u, fast glatt, gelb und durchscheinend, mit durch grosse 
Pusteln oft buchtigem, welligem Rand. Eeife Ende Winter. Br. eur., Vol. II, 
Tab. 125. 

Auf Kalk- und Mergelboden, auf Brach- und Kleeäckern etc., durch die Ebene 
und Hügelregion bis 570 m in Europa und Nord-Amerika zerstreut; von Pfarrer 
Joh. Chr. Starke (f 1806) bereits 1790 in Schlesien entdeckt. Nach Bescherelle 
auch aus Algier und nach Renauld und Cardot aus Californien und Utah in 
Nord-Amerika bekannt. S. XVIII, 2, a u. b) Bll., c) Kapsel, d) Peristom, e) Blatt- 
querschnitt; gez. nach von G. Braun bei Braunschweig ges. Expll. 



Einhäusig (paröcisch) mit nackten Antheridien in de 
Braungrüne, gesellig oder in kissenförmigen Raschen wachsei 



Gipfel sprossende Pflänzchen. Untere Bll. etwas spatelfön] 
eiförmiger Basis elliptisch verlängert, mit kurzem Spitzche 
oder dicht vor derselben verschwindender Rippe. Quersel 
mit 2 medianen Deutern ohne Begleiter, 2 — 4 Bauchzel 
Innenzellen, resp. unterem Stereidenkomplex etc. Blattzelle 
rektangulär bis rektangulär-fi seitig und wasserhell, aufwärt 
oben sehr klein, nur 6 — 9 u und dicht warzig. Ka] 
langer, dünner, rötlichgelber Seta aufrecht, oval bis ellipsoidi 
rotbraun, mit stumpf kegeligem Deekel, entdeckelt enginündi.L 
Peristom rudimentär, mit sehr breiten, zuweilen versohl 
papillösen Zahnen. Sporen 24 — 28 m, gelb, mit kleinen Pu 
besetzt, Reife im Winter. Br. eur.. Vol. 11. Tab. 12 5 ß. 

Auf Kalkgeröll und in den Spalten von Kalkmauern 
(400 m), bei St. Goar am Rhein u. s. w. nur von wenigen 
S. XXVIII, 3, a u. b) Schopfbll., c u. d) Kapseln; gez. nach einem von Venturi 
bei Trient ges. Expl. 

13. Pottia commutata Limpr. 1890. 

cf. Kbh. Kr. PI. IV. Nr. 306. 

Einhäusig (paröcisch) mit nackten Antheridien in den Achseln der 
Schopfbll. Hellgrüne, gesellige, habituell an Starkeana erinnernde Pflänzchen 
mit oben rosettenartig beblätterten Stengeln. Bll. oval oder aus gerader 
Basis lanzettlich verlängert und kurz zugespitzt, oft fast abgerundet, mit auf- 
wärts schmal zurückgebogenem Band und gelbroter, als kurze Stachelspitze 
austretender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2 Bauchzellen, 2 medianen 
Deutern ohne Begleiter und einer Gruppe unterer Sterei'den etc. Blattzellen 
unten rektangulär, glatt und durchsichtig, oben 4- bis U seitig. IM — 18 u und 
warzig mamillös. Kapsel auf verbogener. 2—3 mm langer, gelber Seta auf- 
recht oder geneigt, oval oder mehr zylindrisch verlängert, gelblichbraun, dünn- 
wandig, mit stumpf kegeligem, resp. trocken nur konvexem, dick waizigem 
Deckel, entleert nicht erweitert. Haube goldbraun und dicht papillös. Peristom 
blass gelblich mit kurzen, gestutzten, breiten. 2— 3gliederigen papfflösen Zähnen. 
Sporen 20—24 u, gelbbraun und dicht papillös, fast igelstachelig. Reife im 
Winter. 

Von Dr. E. Weise im Dezember 1866 bei Ragusa in Istrien auf kalkig- 
thonigem Boden entdeckt; Übergangsform zwischen Starkem,,' und mhnitula. 
S. XXVI II. 2, a) Habitusbild, b n. c) Bll., d) Kapsel, e) Haube, f) Peristom; gez. 



14. Pottia Heimii (Hedw.) Br. eur. L843. 

Gymnostomum Hedw. 1787. Bryum Dirk«. 17'.»«». Gy,„n. systylhn» F 
affine Br. germ. 1823, TorMa Kitt. 1869, Pottia Kra,,*ä Warnst. 1885. , 
Fiirnr. 1829; cf. Kbh. Kr. FI. IV, Nr. 207. 

Polygam mit gipfelständigen Blüten, grossen Antheridien 
reichen, fast keulenförmigen Paraphysen. Bleich- bis bräunlichgrün 



— 294 — 

hohe Rasen. Untere Ell. kleiner, entfernt und lanzettlich, die oberen, schoptigen 
länglich lanzettlich, fast spateiförmig, lang zugespitzt, mit flachem, gegen die 
Spitze durch vorspringende Zellen gezähntem Rand und in oder vor der 
Spitze verschwindender, nur selten austretender, roter Rippe. Querschnitt der 
letzteren mit 4 medianen Deutern, einer Begleitergruppe, 4—6 zuweilen 
geteilten Bauchzellen, unterem Sterei'denband und wenig differentiierten Rücken- 
zellen. Blattzellen unten verlängert rektangulär bis rektangulär-6 seitig und 
wasserhell, gegen den Rand enger, oben 4 — 6 seitig, sowie rhombisch oder 
rundlich 6 seitig, 18 — 24 u, und mehr oder weniger warzig mamillös. Kapsel 
auf 5—10 und selbst 15 mm langer, purpurroter, unten rechts oben links 
gedrehter Seta aufrecht, verkehrt eiförmig bis länglich ellipsoidisch, mit 
deutlichem Halse und aus flach konvexer Basis schief geschnäbeltem, nach 
der Trennung von dem Säulchen noch längere Zeit getragenem 
Deckel, entleert gestutzt, jedoch nicht erweitert. Ring einzellreihig in einzelnen 
Zellen sich ablösend. Haube glatt. Peristom fehlend oder rudimentär. Sporen 
25 — 30 |u und selbst 35 u, braunrot und warzig. Reife Mai und Juni. Br. eur., 
Vol. II, Tab. 124. 

Auf feuchtem, schlammigem, salzhaltigem Boden, an der Meeresküste oder um 
Salinen, auf Salzwiesen u. s. w., auch in Nord- und Süd-Amerika; von einem Berliner 
Arzte Namens Heim bei Spandau entdeckt und nach demselben von Hedwig benannt. 
S. XVIII, 4, a u. b) Bll., c u. d) Kapseln; gez. nach bei Münzenberg und an der 
Saline Wimpfen (Hessen) ges. Expll. 

Var. cylindrica Schpr., eine hochrasige Alpenform mit cylindrischer Kapsel — 
an Dolomitfelsen in Tirol in 1600 m. 

Var. obtusifolia Hagen, mit kürzeren, abgerundeten Bll. und entleert trichter- 
förmiger Kapsel ist nach Limpr. identisch mit P. Ryani Philib. und /'. Heimii 
var. arctica Lindb. S. L, 9, a u. b) Bll., c) Habitusbild, d — f ) Kapseln; gez. 
nach einem von J. Hagen in Norwegen ges. Expl. 

Ändert überhaupt nach der Form der Kapsel und Gestalt der Bll. vielfach ah; 
auch P. systylla Philib. ist nur eine Form mit auslaufender Rippe and deutlichem 
Blattsaum. Eine var. longiseta Arn. fand J. Sahlberg noch bei Tolstoinos in der 
arktischen Region Sibiriens. 

15. Pottia latifolia (Schwgr.) C. Müll. 1849. 

Weisia Schwaegr. 1804, Grimmia W. und M. 1807, Anacalypta Fürnr. 1829. Derma- 
todon Hüben. 1833, Desmatodon bidbosns De Not, 1888, Didymodon bulbosus Hartm. 1843, 
J ' . Lindb. 1864, Tortula bullata ß matica Lindb. 1879, Stegovia htifolia 
■■ PL IV. Nr. 208. 

Einhäusig (autöcisch); die anfangs terminalen, knospenförmigen 6 Blüten 
zuletzt am Fusse des Fruchtsprosses, mit breit eiförmigen, stumpfen, ab- 
gerundeten Hüllbll. und keulenförmigen Paraphysen. [Silbergrüne Raschen 
mit meist nur 1-2 mm hohen, knospenförmigen Pflänzchen. Bll. aus 
schmälerer Basis breit verkehrt-eirund, oben zusammenschliessend, löffel- 
artig hohl mit kurzem Spitzchen und schwacher, meist vor oder in der 
Spitze verschwindender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2-4 medianen 



— 295 — 

Deutern, die jedoch mitunter so einschrumpfen, dass die Begleitergruppe rings- 
um von Stere'iden umgeben zu sein scheint. Blattzellen glatt, unten verlängert. 
dünnwandig und wasserhell, oben meist rhombisch und rhomboidisch, 10—18 u, 
oder oval bis rundlich und verdickt, im Alter an der Spitze entfärbt. Kapsel 
au f 6—10 mm langer, gelbroter, unten rechts oben links gedrehter Seta auf- 
recht, eilänglich oder ellipsoidisch bis fast cylindrisch, kurzhalsig, mit aus 
kegeliger Basis schief geschnäbeltem Deckel von halber Urnenlänge und zwei- 
reihigem, in einzelnen Zellen sich ablösendem Ring. Luftraum mit assimilierenden 
Längsleisten. Haube glatt. Peristom an der Mündung inseriert, bleichrot mit 
papillösen, aufrechten, lanzettlichen, ungeteilten oder durchbrochenen, oder bis 
zur Mitte in zwei oder auch drei ungleiche Schenkel gespaltenen Zähnen. 
Sporen ungleich, 32-42 u. rotbraun und papillös. Reife in. Hochsommer. 
Br. eur., Vol. II, Tab. 188. 

Auf Humus und in humosen Felsspalten der Kalk- und Schieft-riVIsen des 
Hochgebirgs, sowohl in Europa wie Nord-Amerika, in den Alpen in 1800—3000 in, 
auch in Norwegen und Schottland, dem Kaukasus und Centralasien. KaaMnfaaft 
bei Dudinka und Tolstoinos iu der arktischen Region Sibiriens (ArnellJ. S. X IN. I 4, 
a u. b) Bll., c) Kapsel, d) Peristom, e) Blattquerschnitte; gez. nach einem von 
H. Graf zu Solms- Laubach im Schweizer Jura im Canton Waad ges. Expl. 

Var. pilifera C. Müll., mit als langes, glattes Haar austretender Rippe oder 
lang ausgezogener Blattspitze — vonLaurer 1820 bei Heiligenblut auf der Pasterze 
entdeckt, auch in der Schweiz, Steiermark, Tirol etc. an trockeneren Standorten 
(non vidi). 

Ki. Pottia Guepini (Br. eur.). 

Desmatodon \U: eur. Barbtda Schpr. Syn. ed. U, S. 197. 

Einhäusig; die knospenförmigen 2— 3 blätterigen, achselständigen ö 
Blüten ohne Paraphysen mit 2—3 Antheridien und eiförmigen, zugespitzten, 
fast rippenlosen Hüllbll. Zu lockeren Basen vereinte, einfache oder sprossende 
Pflänzchen mit 5—6 mm hohen Stämmchen. Untere Bll. eilan zeitlich, mit vor 
der Spitze verschwindender Rippe, die oberen eilänglich resp. aus abgerundeter 
Basis breit elliptisch verlängert und zugespitzt, mit stachelspitzig oder grannig 
austretender Rippe und bis gegen die Spitze umgeschlagenem Rande. Blatt- 
zellen unten verlängert und wasserhell, oben rundlich-6 seitig, etwa 20 u und 
dicht papillös. Kapsel auf 6-8 mm langer Seta aufrecht, eilänglich oder 
verlängert ellipsoidisch bis zylindrisch, mit schmalem, einzellmhigem King und 
aus gewölbt kegliger Basis kurz und stumpf geschnäbeltem Deckel. Peristom 
rötlichgelb, feucht nach links halb gedreht, trocken (oder halbiert unter dem 
Mikroskop) mehr aufrecht, mit 16 2 zellreihigen, flachen, ungeteilten, oder auch 
in abwechselnd längere und kürzere Schenkel geteilten, dicht papillösen Zähnen. 
Die Pflanze bildet nach dem Peristom den Übergang von Pottia zu Damatodon. 
Reife im Frühjahr. Br. eur., Vol. II, Tab. 133. 

Auf humosem Thonboden bei Angers in Erankreich in Gesellschaft der Pottia 
lanceolata von Guepin entdeckt, später von De Mercey auch bei Hyeres ge- 
sammelt, jedoch auch aus Californien bekannt. Nach dem Peristom macht diese 



— 296 — 

Pflanze den Eindruck eines Bastards der Pottia lanceolata mit einer Barbnhi, dem 
Bl. nach dagegen erinnert sie mehr an die Gattung Dexmatodou. S. XXI, 12, 
a, b u. c) Bll., d) Peristom, e) entdeckelte Kapsel, f) Kapsel mit Deckel; gez. 
nach einem von Boulay im nördlichen Frankreich unweit Lille gesammelten Expl. 
(com. F. fienanld). 

3. Gatt. Didymodon 1 ) Hedw. 1792. 

Einen bis mehrere cm hohe, zu lockeren oder dichteren Rasen vereinte 
Erdmoose und Felsbewohner mit gleichhohen Sprossen und aufrechten Stengeln. 
Stämmchen mit Zentralstrang. Bll. aus breiterer Basis lanzettlich, mit 
umgerolltem Rand und kräftiger, nach oben sich verjüngender, zuweilen 
kurz austretender Rippe. Querschnitt der letzteren mit mehreren medianen 
Deutern und oft homogenen übrigen Zellen. Blattzellen an der Basis verlängert 
und durchscheinend, oberwärts klein rundlich-quadratisch und warzig- 
papillös, jedoch auch oft fast glatt. Blüten 2 häusig, selten zwitterig, mit 
fadenförmigen Paraphysen. Kapsel auf verlängerter Seta aufrecht, länglich 
elhpsoidisch bis zylindrisch, zuweilen schwach gekrümmt, kurzhalsig, nicht 
gestreift und nicht gefurcht, mit kegelig geschnäbeltem Deckel und nicht 
differenziertem Ring. Haube lang kappenförmig. Luftraum mit assimilierenden 
Längsleisten. Peristom aus 16 mehr oder weniger 2— 3schfinkelig gespaltenen. 
oder auch ungeteilten, in der Längslinie hier und da durchbrochenen Zähnen 
gebildet, deren basilärer Hohlzylinder nach innen und aussen vorspringende 
Querbalken zeigt, während im Übrigen Aussen- und [nnenschichj der ZShne 
gleichmässig entwickelt ist. 

Bei den bis zur Basis gespaltenen Zähnen sind die Schenkel meist paarweise 
genähert. Nur bei D. cylindricm fehlt der basiläre Cylinder, weshalb diese Art 
den Übergang zu Leptodontium bildet. Juratzka stellt die ganze Gattung nach 
den vegetativen Organen zu den Trichostomeen. Aussereuropäische Arten dieser 
Gattung sind bereits mehr als 50 beschrieben. 

A. Erythrophyllum Lindb. 1864. 
Zellen der rötlichen Blattbasis dünnwandig und durchsichtig, Peristom 
mit Basilärniembran, am Urnenrand inseriert. 

1. Didymodon rubellus (Hoffim.) ßr. eur. L846. 

II-,,, ,v,„,,;,w,-„ Hedw. 17.7. Brnm Boffn, I7fi« ru ;„ ,...,■. ,ann ,,-,.;,;„ 



oft hypogynen nackten Anthei 
1 — 3 cm hohe Rasen mit seh 
3twas kollenchymat.se! ie .n Z< 



— 297 — 

gewebe. ßll. feucht aufrecht abstehend, trocken 
Basis lanzettlich bis lineal-lanzettlieh. gekielt 
Stachelspitze, sowie in der Spitze endender B 
rand. Die vor oder in der Spitze verschwind 
4 mediane Deuter mit Begleitern, 2 Sterei'dent 
zellen, wenige Bauchzellen, aber zahlreiche Rü 
rektangulär und durchsichtig, oberwärti i 
rundlich-Öseitig, 7 — 9 u und dicht warzig p; 
angrenzenden kaum verschieden. Kapsel auf 
gedrehter Seta aufrecht, fast zylindrisch, sei 
dünnwandig, rötlichbraun, mit 2 reiliiireni. sich 
Ring und kegelig geschiiäbeltem Deckel von oft 



Juni bis August. Br. eur., Vol. II. Tab. 185. 

An Mauern und Felsgestein,, sowie auf kalkiger Erde an trockeneren Stand 
orten von der Ebene bis auf die Hochalpen in 3130 ra, und fast über den ganzei 
Erdkreis bis in die arktische Region Sibiriens verbreitet. S. XVII. S. a) Blatt 
querschnitt, b) Peristoni und XIX, 2, a) Bl., b u. c) Kapseln, d) Blattspitze de 
var. iii/--nii-fliiis; gez. nach dabier bei Laubach ges. ExplI. 

Var. intermedius Limpr., etwa 1 cm hohe, durch hellglänzende Blatt 
scheiden weisslich schimmernde, unteu hellrote Raschen mit einzelnen bräunliche] 
scharfen Zähnchen an der äussersten Spitze der Bll. — in einem Basaltbruch ii 
der Rhön von Greheeb gesammelt, auch an Basaltmauern dahier bei Laubach. 

2. Didymodon alpigenus v. Vent. 1879. 

Did. rubellus ß dentatus Sehpr. lsöo. Tnchost,,^,,, Vent. 1869, B 

Blütenstand wie bei ruhellu*. Kräftigere, schmutzig oliven- bis bräun lieh 
grüne, unten dunkel rostfarbene, 3—4 cm hohe, etwas lockere Rasen. Bll 
aus halbscheidiger, elliptischer Basis verlängert lan/.ettlieh. gekielt, mit breiter 
entfernt gezähnter Spitze und bis zur Mitte unigerolltem Rand. Di« 
bräunlichen, dornigen Zähne befinden sich nicht nur an der äussersten Spitze 
sondern rücken auf beiden Seiten an der Lamina herab. (Querschnitt der n 
der Spitze endenden Rippe mit 15 medianen Deutern nebst Begleitern TUM 
doppelten Stereidenbändern etc. Kapsel auf 2 cm langer, rechts gedrehte] 

dunkler, mit kurz kegelig geschnäbeltem Deckel von ' ., Urnenlänge um 
schräg nach rechts gedrehten Deckelzellen. Sonst wie bei rubeüia 
Sporen 14—18 u, rötlich oder schmutzig olivengrün und feinwarzig. Reife in 
August und Septemher. 

An feuchten Felsspalten, an Baumwurzeln der ßachufer und in der Nähe de 
Wasserfälle in der Alpenregion von 800-2470 ra: von Schiraper 1860 an übei 



rieselten Baumwurzeln im Pinzgau entdeckt. Von Krause auch auf der Tschuktschen- 
Halbinsel gesammelt. S. XIX, 13, a) Bl., b) Kapsel; gez. nach einem von Glowacki 
in Steiermark ges. Expl. 



D'ulym. rubellus J cavernarum Mol. 1864 und Trichostomum rubclhu» 
Mol. 1875; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 211. 

Zweihäusig in getrennten 6 und Q Rasen. Olivenbraune, innen braun- 
rote, bis 7 cm hohe, lockere, schwellende Rasen. Bll. feucht aufrecht abstehend, 
trocken sehr kraus, aus halbscheidiger Basis verlängert lanzettlich und allmählich 
zugespitzt oder oben plötzlich in ein stachelartiges, zuweilen mit einzelnen 
Zähnen besetztes, feines Spitzchen verschmälert, mit längs bis zur Spitze 
spiralig umgerolltem Rand und kräftiger, in dem Spitzchen endender Rippe. 
Querschnitt der letzteren mit bis 7 medianen Deutern etc., sonst ähnlich wie 
bei rubellus. Blattzellen unten verlängert rektangulär, am Rand nur 10 u, 
nach der Rippe zu 12—18 u und rötlich durchscheinend, oberwärts quadratisch, 
7 u, verdickt und dicht papillös. Kapsel auf 1 — 1,5 cm langer Seta länglich 
zylindrisch, gerade oder schwach gekrümmt, dünnwandig, mit stumpf kegelig 
geschnäbeltem Deckel von 1 j 3 Urnenlänge und in einzelnen Zellen sich ablösendem, 
2— 3zellreihigem Ring. Deckelzellen in geraden und aufrechten Reihen. 
Peristom weisslich, papillös, mit oft bis zur Basis 2 schenkeligen Zähnen. 
Sonst wie bei rubellus. Sporen 14—18 u, olivenbräunlich und feinwarzig. 
Reife im Sommer. 

In schattigen Felsklüften der Dolomiten und Schiefergesteine der Alpenregion 
von 1400—3050 m; von Molendo in Süd-Tirol 1863 entdeckt. S. XIX, 12, 
a) BL, b) Habitusbild in natürlicher Grösse, c) Blattspitze, d) alte Kapsel; gez. 
nach von Philibert in der Schweiz und von C. Traut mann in Steiermark ge- 
sammelten Expll. 

B. Eudidymodon (Limpr.) 
Zellen der Blattbasis gelblich, derbwandig und nur im Mittelfelde 
rektangulär bis verlängert. Peristom mit Basilärmembran, am Urnenrand inseriert. 

4. Didymodon luridus Hornsch. 1826. 

Barbula deusta Brid. 1K2K, Cynodon Hornsch. 1827, TrichoHtomum Sprue, 1849, 
Didymodon trlfurim Hüben. 1833. Barlmla Limit,. 1879. Trick trifarunn (' Müll. 184!» 
Barh. trifftria. ILitt. 1859: cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 212. 

Zweihäusig; die terminalen knospen förmigen 6 Blüten mit schwach- 
rippigen, eilanzettlichen inneren Hüllbll. und fadenförmigen Paraphyseu. 
Bräunlichgrüne, 1 cm, selten bis 2 cm hohe, polsterförmige Rüschen mit 
ökantigen Stengeln. Stämmchen mit kleinem Zentralstrang und nicht getüpfeltem 
Grundgewebe. Bll. aufrecht abstehend, trocken anliegend, gekielt, die nnteren 
eilanzettlich, die oberen aus eiförmiger Basis lanzettlich and zugespitzt gan*- 
randig und glatt, mit bis gegen die Spitze mngerolltem Band und kräftiger, 
meist vor oder in der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 



— 299 — 

bis 8 medianen Deutern und ziemlich homogenen übrigen Zellen, aufwärts 
bikonvex. Blattzellen dickwandig, bis zur Basis rundlich quadratisch und 
queroval, 6—9 u, in der Mitte der Basis kurz rektanguliir. bis 12 u und 8 
bis 3mal so lang als breit. Kapsel auf 1 cm langer, roter, rechts gedrehter 
Seta aufrecht, eilänglich bis zylindrisch, zuweilen schwach gekrümmt, rotbraun, 
mit kegeligem Deckel von ] / 4 Urnenlänge und meist bleibendem oder in einzelnen 
Zellen sich ablösendem, schmalem Ring. Deckelzellen in geraden aufrechten 
Reihen verlaufend. Peristom hiiii-iili-. Iidlrütlich o.Lt leiblich, mit ungeteilten 
oder in unregelmässig verbundene Schenkel gespaltenen Zähnen, zuweilen 
rudimentär. Sporen 10 — 14 u, gelb und meist glatt. Reife von November 
bis März. Br. eur., Vol. II, Tab. 186. 



An feuchten Sandsteinen, Nagelfluh und kalkhaltigen Stei 
Mauern, auch an Basalt, durch die Ebene und niedere Bergregion bis 800 m in 
Europa verbreitet und auch von mehreren Orten Nord-Amerikas, sowie aus dem 
Kaukasus, Persien und Algier bekannt; von Bruch bei Zweibrücken entdeckt. 

Var. cuspidatus Schpr., mit länger zugespitzen Bll. und kurz austretender 
Rippe — auf einer Basaltmauer bei Laubach; 

var. intermedins R. Ruthe, mit kräftigerer Rippe — auf der Stadtmauer 
von Bärwalde — nähert sich der folgenden Art. S. XVII, 7, a) Blattquerschnitt, 
b) Peristom und XIX, 6, a u. b) Bll, c) Kapsel, d) Bl. der var. aiS],i,lat,is Schpr.; 
gez. nach dahier bei Laubach ges. Expll. Unterscheidet sich von tophact'ns durch 
spitzere Bll., engeres Zellnetz und das Peristom. 

5. Didymodon cordatus Jur. 1864. 

Trichostomum Milde 1869; cf. Kbh. Kr. Fl. IV, Nr. 213. 

Zweihäusig; bis jetzt nur steril g bekannt. Lockere, bis 6 cm tiefe, 
mit Erde durchsetzte, bräunlichgrüne Rasen mit gabelästigen Stengeln, in 
deren Blattachseln sich kurz gestielte Brutkörper befinden. Stämmchen mit 
grossem, kollenchymatischem Zentralstrang. Bll. aus breit eiförmiger, fast 
herzförmiger, hohler Basis lanzettlich kurz zugespitzt, gekielt, glatt und 
ganzrandig, mit fast spiralig zurückgerolltem Rand und sehr kräftiger, 
in der Spitze endender, oder stachelspitzig austretender Rippe. Querschnitt 
der letzteren mit bis 9 medianen Deutern und starken Stereidenbändern. 
Blattzellen ähnlich wie bei voriger Art. Hüllbll. der 9 Blüten fast flachrandig 
und mit auslaufender Rippe. 

An alten Mauern, durch die Ebene und niedere Bergregion in wärmeren 
Lagen zerstreut, selten in Italien und dem Kaukasus: von Jur atz ka an Weinbergs- 
mauern bei Wien 1864 entdeckt. S. XIX, 5, a u. b) Bll.; gez. nach bei Schweidnitz 
in Schlesien und von W. Pfeffer bei Chur in der Schweiz auf Weinbergsmauern 
ges. Expll. 

6. Didymodon Lamyi Schpr. 1876. 

Trichostomum Schpr.; cf. Schpr. Syn. cd. IL S. 163. 

Zweihäusig. Niedrige, oben freudiggrüne, unten rotbraune, nur wenige mm 
hohe Raschen. Bll. feucht aufrecht abstehend, trocken einwärts gekrümmt, 



— 300 — 

dachziegelig anliegend, klein, aus ovaler Basis breit lanzettlicli und kurz und 
scharf zugespitzt. L,2 nun lang, mit zurückgerolltem Rand und in oder 
vor der Spitze verschwindender, rötlicher Rippe, sowie mit einer Furche auf 
der einen oder anderen Seite der Basis und sehr deutlichem Zellnetz. Quer- 
schnitt der etwas flachen Rippe mit 2—4 medianen oder basalen Deutern und 
im Übrigen sehr kleinen, dickwandigen, fast homogenen Zellen, die 4 — 8 Rücken- 
zellen von den einreihigen Stere'iden kaum verschieden. Lamina durchweg 
einschichtig. Blattzellen dickwandig, oberwärts klein rundlich quadratisch, 
6 — 8 u, nach der Basis zu rektangulär, 8—10 u, bei den jüngeren Bll. mit 
je einer Papille auf dem Lumen der Zellen in der oberen Blatthälfte. Perichätial- 
bll. scheidig, verlängert, 1,8 mm lang, mit dünnerer Rippe und mehr rektan- 
gulärem Zellnetz. Kapsel auf 7—8 mm langer, dünner, rötlicher Seta aufrecht, 
ellipsoidisch bis fast zylindrisch, braun und dünnwandig, ohne differentiierten 
Ring, resp. mit bleibendem, nur in einzelnen Zellen sich ablösendem, klein- 
zelligem Ring, mit mehr oder weniger lang und schräg aufsteigenden Deckel- 
zellen. Peristom meist unvollständig und mit dem Deckel abfallend. Sporen 
16—22 u, grünlichgelb und glatt. Reife im August und September. 

An Trachytfelsen der Grande Cascade des Mont-Dore in der Auvergne in 
Frankreich selten; 1874 von Lamy entdeckt. S. XIX, 4, a u. b) Bll., c) Spross, 
d) Kapsel; gez. nach Originalexpll. aus den Herbarien von C. Warnstorf und 



Didymodon tophaceus (Bri 



Kr. Fl. IV. Nr. 214 

Zw ei häusig; die knospenförmigen, terminalen ö Blüten mit aus breit 
eiförmiger Basis kurz und stumpflich zugespitzten inneren Hüllbll. und faden- 
förmigen Paraphysen. Dichte, breite, olivengrüne oder bräunliche, oft bis 4 cm 
hohe, gewöhnlich von Kalktuff durchsetzte Rasen mit rundlich 3 kantigen, 
büschelig verästelten Stengeln. Stämmchen mit Zentralstrang und gelbem, 
nicht getüpfeltem Grundgewebe. Bll. feucht aufrecht abstehend, trocken locker 
anliegend, aus fast gerader oder schwach elliptischer Basis lanzettlich 
verschmälert, stumpflich bis stumpf oder abgerundet, kielig und ganzrandig, 
mit bis gegen die Spitze zurückgerolltem Rand, deutlichem Zellnetz und 
kräftiger, vor der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 6 
kleineu medianen Deutern und dickwandigen, ziemlich hoin<>«'enen übrigen 
Zellen. Blattzellen dickwandig, an der Basis rektangulär gegen den Hand 
kürzer, oberwärts unregelmässig, quadratische In ]■-> u uiid "ovale "emiseht 
und mit rundlichen Papillen besetzt. Kapsel auf dicker. 1 1 f. ein langer. 
purpurroter, geschlängelter Seta anfrechl bia schwach geneigt ellipsoidisch 
oder eilänglich, kurzhalsig und rötlichbraun, mit kcireli" "eschnäbeltem Deckel 
von halber Urnenlänge. Peristom an der Münduu" inseriert unrcelmässig. 
mit meist bis zur Basis in 2 oder 3 fadenförmig freie mW hier und da 



- 301 

verbundene, papillöse Schenkel geteilten Zähnen. Sporen In— 14 u. gelb und 
fast glatt. Reife im Winter, ßr. rar., Vol. II, Tab. 17.".. 

An Kalktuff abscheidenden Quellen, an nassen Kalkfeben oder Manen durch 
die Ebene und Bergregion bis 1600 in, häufiger im Süden, sowie in Atrika. Asien 
und Süd-Amerika. Nach ßenauld und Cardot auch aus Nord- Amerika, ins- 
besondere aus Canada, Oalifornien, Texas und dem Staate New- York bekannt. 
Ändert vielfach ab je nachdem die Rasen mehr oder weniger mit Kalktuff durch- 

Var. brevifolius Schpr., mit kürzeren, breit lanzettlichen, in der Spitae ab- 
gerundeten Bll. — an weniger feuchten Standorten; 

var. acutifolius Schpr., in niedrigeren Rasen mit nach oben schmäleren, 
scharf zugespitzten Bll. — an kalkhaltigen Sanilsteint'el.-en in England; 

var. linemis De Xot.. mit lineal-zungenformigen IUI. u. s. w. S. XX, lö. 
a u. c)Bll., b) Bl. der var. fovrif'vliu*, d u. e) Kapseln, f) Beristom und g) Habitus- 
bild; gez. nach von Schpr. in Frankreich ges. Expll., die var. hr> rifoliiis nach 
einem von W. Arn eil in Schweden ges. Expl. 

Var. B reid leri Bauer, in bis (lern tiefen Rasen mit allmählich verschmälerten. 
zugespitzten, gegen die Spitze flachrandigen, mitten meist nur einseitig am Rande 
schwach umgerollten Bll. und fast glatten Zellen — an kalkhaltigen Rinnsalen an 
der Moldau, Libscbitz gegenüber von E. Bauer gesammelt. S. XLIX. 3, ab) Uli., 
c) Habitusbild; gez. nach einem Originalexemplare der Bryoth. Hohem, von Hauer 
Nr. 221. 

s. Didymodon rigidulus Hedw. 1792. 



Z weih aus ig; die knospenförmigen d Blüten mit aus breiter Basis 
pfriemlich zugespitzten Hüllbll. und fadenförmigen Paraphysen. Srhmutzig- 
bis braungrüne, mehr oder weniger dichte, 1—3 cm hohe Rasen mit runden 
steifen Stengeln. Stämmchen mit kollenchymatischem Zentralstrang, getüpfeltem 
Grundgewebe und aussen vorgewölbten Rindenzellen. Bll. feucht aufrecht 
abstehend, trocken eingebogen und gedreht, aus breiter, gerader, nur schwach 
elliptischer Basis lanzettlich Terlängert und hing und Btumpflicb zugespitzt, 
ganzrandig und gekielt, mit umgerolltem Rande und bis über die Mitte 
gleichbreiter, mit der Spitze verschmelzender, seltener etwas austretender 
Rippe. Lamina gegen die Spitze 2 schichtig. Querschnitt der Rippe mit 
4 medianen Deutern und im Übrigen ziemlich homogenen Zellen. Blattzellen 
an der Basis rektangulär und durscheinend, meist 10—12 u, nur wenige 
Reihen neben der Rippe etwas weiter, oberwärts derbwandig, quadratisch, 9 p, 
und queroval, auch mehr oder minder papillös. PerichätialblL von den 
angrenzenden kaum verschieden. Kapsel auf 5—12 mm langer, rötlicher, 
rechts gedrehter Seta aufrecht, verlängert ellipsoidisch bis zylindrisch, hellbraun, 
mit sehr lang und spitz geschnäbeltem Deckel und nicht differentiiertem Ring. 
Deckelzellen steil nach rechts aufsteigend. Peristomzähne gelbrot, fast bis 
zur Basis in fadenförmige, hier und da verbundene, dicht papillöse, knotige 



— 302 — 

Schenkel geteilt, zuweilen auch 32 gleichweit von einander entfernte Aste auf 
basilärer, 2— 3zellreihig vorragender Membran, mit innen und aussen vor- 
tretenden Querbalken. Sporen 8—12 u, grünlichgelb und glatt. Reife im 
Spätherbst. Br. eur., Vol. H, Tab. 176. 

Au Mauern und kalkhaltigen Steinen von der Ebene bis auf die Hochalpen 
in 2100 m, in Europa wie Nord- Amerika ; von Hedwig bei Leipzig 1792 entdeckt, 
wird jedoch auch im Cat. Giess. von Dillen bereits 1718 erwähnt. Von Arn eil 
bei Kungur im Gouvernement Perm Sibiriens aufgefunden. S. XXIII, 15, a u. b) Bll., 
c) Kapsel; gez. nach bei Darmstadt ges. Expll. 

Var. densus Schpr., eine dichtrasige, feinstengelige Form — an feuchten Felsen 
der Alpen. Bildet nach dem Peristom schon mehr den Übergang zur Gattung 
Barbula und unterscheidet sich von der folgenden Art namentlich durch die stiel- 
runde stumpfliche Blattspitze. 

9. Didymodon spadiceus (Mitten) Limpr. 1890. 

Anacalypfa /.< viroi 98 s ' ibüis Er. germ ex p. 1831, Barbula Mitt. 1867. Barb. 
insidiosa Jur. 1869. Barb. Zettersfedtii Ivin.lb. I«s4. Trirhosh,,»i<i,i riy'nhihi») var. cataraäarnm 
Zett., Didym. Zetterttedtil Sdipr. 1H76. Tm-tnU liraithw. 1X71, Trichoof. rigkMum « insidiosum 
Boulay 1884; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 216. 

Zwei hau s ig. Kräftige, 3— 7 cm hohe, etwas lockere, schmutziggrüne, 
innen rotbraune Rasen mit runden Stengeln und 3kantigen Sprossen. Stämmchen 
mit kollenchymatischem Zentralstrang und getüpfeltem Grundgewebe. Bll. feucht 
aufrecht abstehend bis zurückgekrümmt, trocken gewunden, aus ovaler Basis 
verlängert lanzettlich und allmählich zugespitzt, mit kräftiger, 
an der Basis breiter, allmählich verschmälerter, in der Spitze ver- 
schwindender, resp. mit der Spitze endender Rippe und von der Basis bis zur 
Mitte umgerolltem Rand, nebst einer Falte längs desselben. Querschnitt der 
Rippe mit 6 medianen Deutern und 2 Sterei'denbändern etc. Lamina 1 schichtig. 
Blattzellen rings stark verdickt und beiderseits warzig papillös, fast 
durchaus rundlich quadratisch, 7 — 9 u, oder oval, auch mit dreieckigen oder 
sternförmigen vermischt, nach der Basis etwas weiter, 12 — 16 u, oval bis 
länglieh. Kapsel auf 1—1,5 cm langer, roter, rechts gedrehter Seta aufrecht, 
zylindrisch, zuweilen schwach gekrümmt, braun, mit geschnäbeltem Deckel von 
höchstens halber Urnenlänge und nicht differentiiertem Ring. Peristom mit 
vortretender Grundhaut. Zähne desselben bis zur Basis in fadenförmige, nach 
rechts aufsteigende oder oben hin- und hergebogene, unten schwach knotige 
und fein papillöse Schenkel gespalten, zuweilen unvollständig ausgebildet, oder 
auch mit 32 gleichweit von einander entfernten Ästen. Sporen 10—15 u, 
gelblich- bis olivengrün und fein gekörnelt. Reife im Winter. 

Auf feuchten, erdbedeckten Kalkfelsen und Mauern oder kalkigem Sandboden 
längs der Flussufer, auch auf thonigen Sandsteinen von der Ebene bis in die Alpen- 
thäler zerstreut, von Apotheker ligner 1840 in Schlesien entdeckt. Nach Renaul d 
und Cardot auch aus British-Columbien in Nord-Amerika, nach Brotherus aus 
dem Kaukasus bekannt. S. XXIII, 10, a) Bl., b) Kapsel, sowie XIX, 10, au. b) 






— 303 — 

Kapseln und c) Peristoni; gez. nach von Fräulein Urmänczy in Siebenbürgen auf 
feuchten Kalkfelsen ges. Expll. 

Barhula ragiuan* Lindb., ist hiervon nur eine kräftigere Varietät in 
dichteren, abwärts rostfilzigen Rasen mit längeren Bll., stärker verdickten Zellen 
mit aufwärts einfachen, abwärts doppelten Papillen, und am Rücken aufwärts stärker 
papillöser Rippe. S. XXIII. 10, c u. d) Bll.; gez. nach einem von Harald Lindberg 
in Bächen auf Kalkstein am Omberg in Schweden 1880 ges. Expl. 

L0. Didymodon validus Limpr. 1890, 



öcmhohe, braungrüiio. mit Kalk durchsetzte Ka>mi mit irleichinäNsig heblätterten. 
dunkelbraunen Stengeln. Bll. aus eiförmiger oder elliptischer Basis ineist 
rasch, seltener, wie bei IM. rigidulu*. mehr allmählich liuealiseh verschmälert 
und durch die meist austretende, rotbraune Rippe lang zugespitzt, mit 
oft gewundener, dick pfriemlicher Spitze, oben scharf gekielt und mit über der 
Basis weit hinauf schwach umgebogenem Hand. Querschnitt der Etippe mit 1, 
seltener 6 medianen Deutern ohne Begleiter, 2 Stere'idenb&ndern und etwas 
differentiierten Bauchzellen etc., im oberen Teil mit mehr hunmgonen Zellen. 
Lamina 1 schichtig. Blattzellen glatt, gebrannt und dickwandig, meist gleich" 

und etwas gefurchten Basis schmal rektangulär, 8 -10 u und 5 6 mal so lang 
als breit, gegen die Ränder etwas weiter und fast quadratisch. Hüllbll. der 
q Blüte aus scheidiger Basis rasch linealisch verschmälert und durch die lang 
austretende Hippe pfriemenförmig. 

An Kalkfelsen in Tirol, Kärnthen und Norwegen; bei Kalchstein in Tirol 
von H. Gander 1882 entdeckt und von Schliephacke als Barbnla rigidula var. 
gigantea bezeichnet. Die Bll. gleichen an ein und demselben Stengel bald mehr 
denen von rigidulus, bald sind sie rascher verschmälert, so dass die Pflanze den 
Eindruck einer sehr kräftigen Kalkform des rigidulus macht. S. XXIII. 14, Hl.: 
gez. nach einem von J. Br eidler erhaltenen, bei Flitsch im Gebiet von Görz 1884 
gesammelten Expl. 

11. Didymodon rufus Lorentz L861. 

Tortula Braithw. 1871. Barbnla Jur. 1882: cf. Rbh. Kr. Fl. IV. Xr. 218. 

Zweihüusig, nur steril mit I Blüten bekannt. Habituell an eine 
kräftige Barbnla recurrifolia erinnernde, leicht zerfallende. 5 — 10 cm hohe, 
dunkel braunrote Rasen mit grünen Sprossenden und aufrechten oder auf- 
steigenden, ziemlich gleichmässig beblätterten Stengeln. Bll. feucht gedrängt 
abstehend und über der Mitte zurückgebogen, trocken anliegend und schwach 
gedreht, aus eilanzettlicher, sehr breiter Basis allmählich zugespitzt, oben 
scharf gekielt und beiderseits dicht papillös, ganzrandig, mit bis gegen die 
Spitze umgerolltem Rand und breiter, rauher, in der Spitze endender, stiel- 
runder Hippe. Querschnitt der letzteren mit 2—4 medianen Deutern und 
ziemlich homogenen, dickwandigen übrigen Zellen, die Aussenzellen papillös 



— 304 — 

oder mamillös vorgewölbt und zuweilen etwas weitlumiger. Durch die Deuter 
wird die Rippe förmlich halbiert, sodass Bauch- und Rückenseite aufwärts 
gleichmässig ausgebildet erscheinen. Blattzellen rings gleichmässig verdickt, 
oben beiderseits lang papillös oder mamillös, rundlich und queroval, 8—11 u 
und nur an der Basis nächst der Rippe mehr rektangulär, 10—15 u und 
2—4, seltener 5 mal so lang als breit, sowie mit schwach getüpfelten Längswänden. 

In den Felsspalten, zwischen Steintrümmern und Geröll der Kieselgesteine 
des Hochgebirges von 2400—3300 m; von P. G. Lorentz an der Pasterze in 
Kärnthen 1861 entdeckt. Xach Renauld und Cardot auch aus Grönland, nach 
Brotherus aus Central-Asien bekannt. S. XIX, 9, a u. b) Ell., c u. d) Blatt- 
querschnitte; gez. nach einem von J. Br eidler im Pinzgau ges. Expl. 

Var. Granhauptianus De Not., mit minder mamillösen, fast nur runden Zellen — 
bei Gressoney S. Jean am Grauhaupt (non vidi). 

12. Didymodon sinuosus (Wils.) Schpr. 1876. 

Dicrandla Wils. 1871. Trichostomun 

Zweihäusig. Etwas lockere, 1—3 cm hohe, dunkel- bis bräunlicbgrüne, 
abwärts braune Rasen mit rötlichbraunem Wurzelfilz. Stämmchen mit dünnem 
Zentralstrang und dickwandiinu' Kindcn-chicht. Bll. feucht abstehend, trocken 
gekräuselt, die unteren aus breiter, eiförmiger Basis stumpf zugespitzt und mit 
umgerolltem Rande, die oberen aus eiförmiger bis elliptischer Basis mehr 
lineal-lanzettlich verlängert und zugespitzt, ol.mvärts gekielt, mit aufwärts 
buchtigem, an der Spitze mit einigen Zähnen besetztem Rande und 
rötlichgelber, in der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 
4 — 6, von den 1 oder 2 schichtigen Bauchzellen kaum verschiedenen medianen 
Deutern und kleineren, dickwandigen Rückenzellen, nach der Spitze zu fast 
homogen und weitlumiger. Blattzellen fast alle gleichgross, rundlich 4— 6seitig, 
7—9 u, dicht papillös, nur an der Basis einige Reihen rektangulär, heller und 
dünnwandig. Das Zellnetz erinnert an Did. hiridus oder Cerutodon j,m-jnirens. 

Auf Mauern und an Kalksteinen, aus England, Frankreich, Belgien, der Khön 
und Westfalen, Dänemark und dem Kaukasus, jedoch nur steril bekannt und ziemlich 
selten. S. XIX, 11, au. b) Bll, sowie XXIV, 11, Blattspitze; gez. nach einem 
von J. Theriot in Frankreich ges. Expl. 

C. Oxystegus Lindb. 1864. 
Zellen der Blattbasis verlängert und wasserhell. Peristom tiefer inseriert 
und ohne basiläre Membran. 

cylindricus (Bruch) Br. cur. 



Zweihäusig: die 5 Blüten 
lanzettlichen Hüllbll. und langen, 



LifiMieh- (Hier dunkeln 
bis 2 cm hohe Rasen : 
dünnem, oder olmeZenti 



zugespitzt, brüchi- und wellig, mit 
warzige Papillen fein kerhi^eni Ha 
tretender Rippe, oft an der Spitze 
der Rippe mit 4 medianen Deutern 
differenzierten liauehzelleii. aber t' 
der Basis verlängert rektangulär b 
oben allmählich kürzer und get-ii 



durchbrochenen oder etwas klaffend und anregelmässig gespaltenen, fast 
glatten oder nur sehr fein punktierten Zähnen. Sporen in 14 u. olivengrün 
und fast glatt. Reife im .Spätherbst und Winter. Br. eur.. VoL II. Tab. 187. 
An feuchten, schattigen Kieselgesteinen, seltener auf sauditj-thonigem Wald- 
boden, nie auf Kalk, von der Hügelregion bis in 180l> m verbreitet und auch aus 
Algier, Grönland, Canada, Nepal, Sikkim, Ceylon und Süd-Amerika bekannt: von 
Bruch 1849 bei Zweibrücken entdeckt. S. XIX, 7, a) Schopfbl., b) stärker ver- 
grösserte Randzellen, c) junges Pflänzchen nebst Protonema, d) Habitusbilder in 
natürlicher Grösse, e) unteres Bl.: gez. nach dahier bei Laubach ges. ExplI., welche 
mit den von Schimper bei Strassburg gesammelten nach dem Zellnetz überein- 
stimmen. Ferner s. XIX, 1, a u. b) Blb, c) Kapsel: gez. nach bei Nizza ges. Expll. 
in dichten, gelbgrünen Rasen mit viel engerem Zellnetz. Letztere seheinen der var. 
rohustii* Scbpr. näher zu stehen. 

Var. lhtl<hu>i«nus De Not., mit zwei Reihen stärker verdickter, einen gelb- 
lichen Saum bildender Randzellen — beiLocarno am Lago Maggiore, sowie in Schottland; 

var. gern inip <iriis Schpr., mit kürzeren, schmäleren Bll., an deren Spitzesich 
bräunliche Brutkörper befinden — um Neuhof bei Strassburg; 

var. irr ig uns Limpr., in kräftigeren, dunkelgrünen Rasen, mit verkürzter 
hyaliner Blattbasis und kräftiger, im Querschnitt 6—8 mediane Deuter und 
difFerentiierte Rückenzellen zeigender Rippe — steril in Bächen des Riesengebirges: 

var. robust iih Schpr., in dichteren, höheren Rasen mit trocken stark ge- 
kräuselten, langen, allmählich zugespitzten, weissscheidigen Bll. und stachelspitzig 
austretender Rippe — in Westmoreland. 

Wird von Juratzka und Lirapricht bereits zu Trichostommu gestellt und 
bildet gleichsam den Übergang zur folgenden Gattung. 



4. Gatt. Leptodontium Hampe 1847. 
Von Schimper zur vorigen Gattung gestellte, weiche, lockerrasige Moose, 
die nach den vegetativen Organen und der Bildung der Brutkörper an Zygodon 
erinnern. Stämmchen ohne Zentralstrang, mit lockerem Tüpfelgewebe und 
mehr oder weniger deutlicher Aussenrinde. Bll. feucht sparrig zur uck- 
gebogen, trocken kraus, breit eilänglich bis zungenförmig, meist rings 
ungleich grob sägezähnig, mit einschichtiger, nicht mamillöser Lamina und 
vor der Spitze verschwindender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2 bis 
4 medianen Deutern und einem unteren Stereidenband. Blüten zweihäusig. 
Kapsel auf verlängerter Seta aufrecht, schmal ellipsoidisch bis fast zylindrisch. 
Peristom ohne Basilärmembran oder basilären Hohlzylinder, mit bis zur 
Basis in 2 fadenförmige, glatte, gelbe oder rotgelbe, nur wenig oder nicht 
knotige Schenkel gespaltenen Zähnen, deren Schenkel nach oben häufig mit 
einander verschmolzen sind. 

Außereuropäische Arten dieser Gattung waren nach Jaeger und S. bis zum 
Jahr 1879 schon mehr als 20 bekannt, bis jetzt sind bereits mehr als 50 beschrieben. 

1. Leptodontium flexifolium (Dicks.) Hampe 1847. 
Bryum Dicks. 17<«. Trickogtomum Smith 1*04. Didymodou ll.mk. & Tayl. 1818. 
Dcsmatodo» Hampe; i-f. Rbh. Kr. Fl. IV. Nr. 220. 

Zweihäusig, gemischtrasig. Freudiggrüne, 0,5 -1 cm, steril bis 2 cm 
hohe, weiche Rasen. Bll. feucht sparrig zurückgebogen, trocken kraus, 
eilänglich bis zungenförmig, kurz zugespitzt, gekielt, in der unteren elliptischen 
Hälfte mit zurückgekrümmtem Rand, in der oberen ungleich sägezähnig 
und mit vor der Spitze verschwindender Rippe. Querschnitt der letzteren 
mit 2—4 medianen Deutern, 2—4 verdickten Bauchzellen, einem schwachen 
unteren Stereidenband und nicht differenzierten Aussenzellen, demjenigen von 
styriaain, sehr ähnlich. Blattzellen nur an der Basis verlängert rektangulär 
oder rektangulär-6 seitig und wasserhell oder gelblich, bis 20 u, sonst rundlich 
4— 6seitig, 10—14 u, etwas verdickt und beiderseits dicht mit kleinen, 
2 spitzigen Papillen besetzt, Perichätialbll. breiter und bis über die Mitte 
scheidig. Kapsel auf 1—1,5 cm langer, bleicher, gelblicher, geschlängelt« 
Seta aufrecht, schmal zylindrisch, zuweilen etwas gekrümmt, dünnwandig, 
trocken unter der Mündung etwas verengt und faltig, mit 2— 3 reihigem, stück- 
weise sich ablösendem Ring und kegeligem Deckel von ' : , Urnenläiige. 
Peristom an der Mündung inseriert, hinfällig, trocken aufrecht kcgelt<>nnig. 
zusammengeneigt, mit glatten, bis zur Basis 2s<,-henkelii:en. zuweilen verbundenen 
Zähnen. Sporen 10 u, hell und glatt. Reife im Frühjahr. Br. eur.. Vol. IL 
Tab. 188. 

Auf mit Erde bedeckten Sandsteinfelseii, torfigem Heideboden und Strohdäcluu-ii 
sehr vereinzelt, häufiger in Gross-Britannien. S. XIX, 8, a u. b) Bll., c) Kapsol» 
gez. nach einem Schimper'schen Expl. aus dem Harz. Findet sich nach Mitten 
auch im westlichen Afrika. 



Leptodontium gemmascens (Mitt 



Habituell der vorigen Art i 
trocken verbogen, feucht weit abs 
gegen die Basis einseitig schmal 
auslaufender Rippe, von der 1 
dornig) gezähnt. I Malt/eilen d 
hufeisenförmigen Papillen besetzt, 
mehr kurz rektangulär und 14 
und mehrzellig, gestielt und verk< 

wachsenden Protonemafäden. Bi> 
Auf faulem Holz und nur a 
a und b) Bll., c) Blattspitze ohne Bn 
H. N. Dixon 1898 bei ( Yowboroup 
der vorigen Art namentlich durch c 



3. Leptodontium styriacum (Jur.) Limpr. 

trocken gelblichen Rasen, deren rotbraune Stämmchen 
Rhizoiden, sowie mit gestielten elliptischen bis spini 
zelligen, bräunlichen Brutkörpern und in den Blatta 
artigen Haarbildungen besetzt sind. Bll. feucht aufrec^ 
gekräuselt, länglich lanzettlich, denen der vorigen Art äl 
verlängerte glatte Zelle stachelspitzig, mit gelber, vor 
Rippe und nur wenigen entfernten Zähnen am Rand dei 
der Rippe mit 2—3 medianen Deutern. 2 4 kleinen 
1 schmalen Stereidnd.and und nicht differenzierten, im c 
Aussenzellen. Blattzellen oberwärts quadratisch und 
dünnwandig. 12— IG u. und beiderseits dicht mit kle 
an der Basis etwas lockerer, verlängert rektangulär od« 



An Gneis- und Thonschieferfelsen der Alpen in 2200—2560 »i : von J. Breidler 
1869 in Steiermark entdeckt. S. XVIII, 13, a u. b) Bll.. c) Brutkörper, d D. e) 
Blattquerschnitte; gez. nach von Breidler am Hexenstein bei ScMadming in 2560 m 
ges. ExplL, welche sich nach dem rundlichen Zellnetz schon mehr dem ßemfoHtm 
nähern. Ferner siehe XVIII, 13, f) Bl. und g) stengelbürtige Brutkörper; gez. 
nach einem von Breidler an der Penfalspitz daselbst in 2200 m ges. Expl., dessen 
Bll. ein mehr quadratisches Zellnetz zeigen und nur durch vortretende Zellen gezähnt 
erscheinen, während die Zähne bei der vorigen Form hell gelblich, fast dornig sind. 



30s 



4. Leptodontium recurvifolium (Tayl.) Lindb. 1864. 



Hi-!jm>t7ii\\..Didi/»toduH Wils. lnör>: et'. Sehpr. !■ 



..etl.n.S.H.r» u. lil.li.Kr. FI.IV. 



bis jetzt nur steril o bekannt. Lockere, unregelmässige, 
3—8 cm hohe Rasen mit gekniet aufsteigenden Stengeln. Stämmchen ohne 
Zentralstrang, mit lockerem Grundgewebe, dickwandiger Rindenschicht und 
stellenweise lockerer, einzellreihiger Aussenrinde. Bll. feucht abstehend und 
sparrig zurückgebogen, trocken gekräuselt, aus eilänglicher Basis breit lanzettlich 
bis zungenförmig und scharf zugespitzt, am Rande durch 3 — 5 stärker verdickte 
Zellreihen wie getuscht, stark wellig, längs grob gezähnt mit abwechselnd 
grösseren und kleineren Zähnen, mit dünner, gedrehter, in ein kurzes Spitzchen 
auslaufender Rippe. Querschnitt der letzteren mit meist 4 medianen Deutern. 
4 dickwandigen, etwas weitlumigen Bauchzellen, schmalen doppelten Stereiden- 
bändern und nicht oder kaum differentiierten Rückenzellen. Blattzellen an 
der Basis in einigen Reihen hyalin, verlängert rektangulär, alle übrigen rundlich- 
Oseitig, 10— 12 u, chlorophyllreich und fein papillös, die dickwandigeren Rand- 
zellen glatt. 

An wasserbestäubten Felsen Irlands, Schottlands und in Wales selten; von 
Schimper am Loch Lomond in Schottland ges. S. XIX, 3, a) Bl., b u. c) Blatt- 
querschnitte; gez. nach einem von G. A. Holt in Nord-Wales ges. Expl. (comm. 
C. Warnstorf). 

Leptod. (Dtdymodon) Thenoti Corb. (Rev.br. 1894, S. 88) mit fein gezähnten 
Bll., welches Theriot in Frankreich in 1400 m gesammelt hat, ist nur forma 



Braungrüne, 10— 20 cm hohe, schwellende, lockere Rasen mit gleich- 
massig beblätterten Stengeln. Stämmchen mit dünnem Zentralstrang und 
lockerem, dünnwandigem Tüpfelgewebe. Die einzige bis jetzt bekannte Art 
dieser Gattung gleicht im anatomischen Bau des Stengels und der Blattrippe 
der Barlndo vcurrifoliu, nach der Blattstellung und Form des Bl. dem Bkhj- 
modon m/n* und ruber. Da bis jetzt die ä Pflanze und die Früchte noch un- 
bekannt sind, so empfiehlt es sich vorerst nicht, diese Gattung mit Didymodon 
oder Barlmla zu vereinigen, zumal sie sich von beiden durch die eigentümlichen 
stark buchtigen Zellen des oberen Blattteiles wesentlich unterscheidet. 
Am nächsten schliesst sie sich nach dem sternförmig buchtigen Zellnetz noch 
an IHdym. rufus an. 



Braungrüne oder rötlichbraune, lockere, etwas schwellende Rase 



— 309 — 

mit aufrechten oder aufsteigenden, nur wenig verzweigten, in 20cm langen 

Stengeln ohne Wurzelfilz, jedoch mit kurzen HaarbildungeD in den HIattachseln. 
Ell. dicht gestellt, feucht abstellend und zoröckgebogen. trocken verdreht bis 
fast kraus, aus eilänglicher bis elliptischer Basis allmählich lanzettlicb 
bis pfriemlich, an der Basis längst'.-iltm mit unigerolltnii Hand, obmvärts 
gekielt und wellig, ganzrandig, mit rötlicher, in oder kurz vor der Spitze 
verschwindender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 4 medianen Deutern 
und sonst gleichartigen substerei'den bis stere'iden Zellen. Blattzellen stark 
unregelmässig verdickt und beiderseits grob papillös, in der Mitte der 
Basis linear und rektaimnlär mit gebuchteten Längswä nden, nach aussen 
kürzer, am Rand mehrere Reihen rundlich, nach oben ebenfalls rundlich und 
quer oval, 7 — 9 u, buchtig und mit sternförmigem Lumen. 

An periodisch überrieselten Kalki'elsen und an Kalktufl'. in leuchten Schluchten, 
an Quellen und auf kalkigem Moorboden von 70(1 bis 3000 m in den Alpen, den 
Pyrenäen und der Tatra. Fehlt in England, Skandinavien und den. mitteldeutschen 
Bergland; von Chr. Funck am Gollinger Wasserfall in Kärnthen 1H71 entdeckt. 
S. XXX, 10, a u. b) Ell., c) stärker vergrösserte buchtige Zellen; gez. D*efa einem 
von C. E. Oorrens am Königsee im Salzkammergut ges. Expl. 

2. Gruppe. Trichostomeae. 

Erdmoose, wie Felsbewohner. Ell. aus breiterer Basis linealisch oder 
spatel- bis zungenförmig und mit kräftiger Rippe. Blattzellen parenehymatisch, 
oben klein und rundlich, meist papillös und warzig, unten verlängert und 
gewöhnlich wasserhell. Haube kappenförmig. Kapsel auf verlängerter Seta 
aufrecht und regelmässig, eiförmig oder zylindrisch. Peristom auf mehr oder 
minder hoher Basilärmembran, resp. basalem Tubus in 16 bis zur Basis 
gespaltene oder in 32 gleichweit entfernte, aufrechte oder schiefe, bezw. 
links gewundene, fadenförmige Zähne geteilt. Die 32 Peristomüste 
sind entweder gleichweit entfei nt, und erscheinen alsdann als selbständige 
Zähne, wie bei H-nhula. l'< nni,,. S, f/ r/, ;,-/,;„ u . s. w. oder sie .sind paarweise 
genähert, so dass nur 16 bis zur Basis geteilte Zähne hervortreten, wie bei 
Desnwtodoh, welche Gattung nach Peristom wie Zellnetz schon mehr den Über- 
gang zu der vorhergehenden Gruppe vermittelt. 

1. Gatt, Trichostomum Hedw. L782. 

Blüten terminal, meist zweihäusig, seltener einhäusig, die 6 mit faden- 
förmigen Paraphysen. Mittelgrosse Erd- und Felsbewohner in mehr oder 
weniger dichten, oft polsterförmigen. nicht verwebten Rasen mit aufrechten, 
gabelig geteilten, nur selten filzigen Stengeln. Stämmchen mit Zentralstrang 
und Tüpfelgewebe. Bll. nach oben grösser, bis schopfig, trocken, meist kraus, 
lang und schmal, seltener etwas zungenförmig, ganzrandig, mit oft eingebogenen 
Rändern und kräftiger, meist austretender Rippe. Querschnitt der letzteren 

*) Von &^is, T("/,o> Ibiiir und oniia M mulmig wegen des haarförmigen Pcristoms. 



— 310 — 

mit mehreren medianen Deutern ohne Begleiter und doppelten Sterei'den- 
bändern. Blattzellen der Basis verlängert und wasserhell, die chlorophyll- 
haltigen klein, rundlich und warzig papillös. Perichätialbll. von den an- 
grenzenden Bll. wenig verschieden. Kapsel auf verlängerter Seta aufrecht und 
regelmässig, kurzhalsig, länglich ellipsoidisch bis zylindrisch, mit kegelig 
geschnäbeltem Deckel und meist ohne Ring. Haube glatt, kappenförmig. 
Peristom an der Mündung inseriert mit niedriger Basilärmembran und 
aufrechten, papillösen Zähnen, die bis zur Basis in 2 fadenförmige, 
nicht knotige, bald freie, gleichweit von einander entfernte, bald 
paarweise genäherte und zuweilen noch verkoppelte Schenkel geteilt sind. 

Ausländische Arten dieser Gattung waren nach Jaeger und S. bis zum Jahr 

1879 bereits mehr als 40 bekannt, ja bis jetzt sind schon über 110 beschrieben. 

die jedoch nach Engler's Nat. Pfl. nur teilweise bierher gerechnet werden. 

A. Trichostomum sensu st 

Mit papillösen Zellen und nicht scheidiger Blattbasis. 

1. Trichostomum caespitosum (Bruch) Jur. 1882. 



Kr. Fl. IV. Nr. 223. 

Einhäusig, mit gestielten, achaelständigen, reöp. anfangs terminalen, 

später seitenständigen, 5— 6 blätterigen d Blüten. Habituell an l'uliiu Shirlraim 
erinnernde. 1—2 mm hohe, gelbgrüne Pflänzchen. Untere Bll. lanzettlich und 
klein, die oberen eilanzettlich oder eilänglich, resp. aus elliptischer Basis 
lanzettlich verlängert und scharf zugespitzt, gekielt und ganzrandig, mit flachem 
Rand und kurz stachelspitzig austretender Rippe. Querschnitt der letzteren 
mit 2 medianen Deutern und 4 Bauchzellen nebst doppelten Stere'idenbändern, 
von denen das obere jedoch nur in einzelnen Zellen angedeutet ist. Blattzellen 
der Basis verlängert rektangulär, die chlorophyllhaltigen aufwärts quadratisch 
bis 6seitig, 7—9 u, und schwach papillös. Innere Perichätialbll. etwas scheidig. 
Kapsel auf 2—4 mm langer, gelber, rechts gedrehter Seta aufrecht, eiförmig 
bis länglich ellipsoidisch, zuweilen schwach gebogen, rötlichgelb, engmündig, 
mit schief geschnäbeltem Deckel von l / 9 — */ g Urnenlänge und 2 reihigem, in 
einzelnen Zellen sich ablösendem Ring. Haube bis zur Kapselmitte reichend. 
Peristomzähne auf durch die Ringzellen verdeckter, niedriger Basilärmembran 
aufrecht, gelblich, gestutzt und dicht papillös, meist 2— 3 teilig oder an der 
Teilungslinie durchbrochen, kurz und stumpf lieh. Sporen 14—18 ja, braun und 
fein gekörnelt. Reife im Frühjahr. Br. eur., Vol. II, Tab. 126. 

Auf humoser, kalkiger Erde im westlichen Europa, namentlich in Frankreich, 
England, der Schweiz und Sardinien; von Bruch bei Zweibrücken entdeckt. Bildet 
den Übergang von Pottia zu Trichostomum. S. XVIII, 3, a— c) Bll., d) Kapsel, 
e) Peristom; gez. nach einem von W. Sehern mann in Westfalen am Ziegenberge 
bei Höxter ges. Expl. 



Einhäusig mit I ■"» blätterigen. kiK^peiit'örini-en Blüten in den Achseln 
der Schopfbll.; die 6 Blüten mit zugespitzten, fein kerbigen Hüllbll. Freudig- 
grüne, 2— 8 mm hohe, an rrh r nl,nn erinnernde Pflänzchen. Untere Bll. klein, 
lanzettlich und angepresst, die Schnpfhll. abstehend, trocken gedreht und hakig 
eingebogen, lineal-lanzettlich oder linealiscfa und BtampfHcfa zugespitzt. 
mit etwas kapuzenförmiger Spitze durch die an derselben zuweilen bis zur 
Blattmitte eingebogenen Ränder, und mit stachelspitzig austretender Kippe. 
Querschnitt der letzteren mit differenzierten Aussenzellen. -i bis | medianen 
Deutern und i Stereidenbändern. Blattzellen unten rektangulär und hyalin, 
oben 7— 10 u, rundlich quadratisch oder Cseitig und mit zahlreichen Papillen. 
Perichätialbll. mit weit vor der abgerundeten Spitze verschwindender Kippe. 
Kapsel auf 7— 13 mm langer, gelber, rechts gedrehter Seta aufrecht, ellipsoidiseh 
bis zylindrisch, dünn wa nd ig. rütlirhgelb. mit :; reihigem King und geschnäbeltem 
Deckel von fast Urnenlänge, entleert mit Längsfalten. IVristuinz.ihne auf 
sehr niedriger Basilännembran aufrecht und veränderlich, bald mit gleicldangen. 
bald mit ungleichen und alsdann oben oft zusammenhängenden, genäherten. 
dicht papillösen Schenkeln. Sporen 13 — 1(5 u, gelbbräunlich und papillÖB. 
Keife im Juni und Juli. Br. eur., Suppl. III und IV, Tab. 2. 

In Spalten der Muschelkalkfelsen des Ziegenbergs bei Höxter in Westfalen 
von Beckhaus entdeckt und nur von wenigen Standorten der niederen Bergregion 
Deutschlands und der Schweiz, sowie aus Tunis bekannt. S. XX, 7, a u. b) Bll., 
■c u. d) Kapseln: gez. nach einem von Milde bei Lippstadt ges. Expl. 

Var. Philiberti = Trick. Philiberti Schpr., mit breiteren, an der Spitze nicht 
kappenförmigen, aus elliptischer Basis verlängerten, lineal-lanzettlichen Schopfbll. 
und eilanzettlichen unteren Bll., mit orangegelber, in oder vor der Spitze ver- 
schwindender Rippe, 1—2 reihigem Kapselring und stumpferen, gezähnelten Hüllbll. 

der 5 Blüten auf sandig-lehmigem Boden bei Aix in Frankreich von Philibert 

1872 entdeckt. Soll nach Limpricht mit paäidüetum identisch sein, ist jedoch 
durch die vorstehenden Merkmale bestimmt davon verschieden, und wenn nicht als 
eigene Art, so doch jedenfalls als var. von paüidisetum zu betrachten. S. XX, 4, 
a— c) Bll, d) rJ Blüte, e) Kapsel, f) Habitusbild in natürlicher Grösse; gez. nach 
-einem von Philibert ges. Originalexpl. 



De Not. 1869. 

cf. Schpr. Syn. cd. IL S. 176 und Kbh. Kr. Fl. IV. 8, S. 695. 

Einhäusig mit achselständigen. 3 blätterigen Blütenknospen; die Hüllbll. 
der letzteren schwach buchtig-gezähnelt und zugespitzt. Zu dichteren oder 
lockeren, flachen, lebhaftgrünen Rasen vereinte, sehr niedrige Pflänzchen. 
Untere Bll. sehr klein, entfernt und flach, die oberen mehr schopfig, trocken 
röhrig eingerollt, feucht durch die aufgerichteten Blattränder nur rinnig hohl, 
lineal-lanzettlich, oben abgerundet, mit stachelspitzig austretender oder in dem 
kurzen Stachelspitzchen verschwindender Rippe. Blattzellen der Basis locker 



und hyalin, die oberen quadratisch bis 6 seitig, 7 — 9 )u y und dicht papillös. 
Perichätialbll. mit breiterer, eiförmiger Basis. Kapsel auf rötlicher, 6—10 mm 
langer Seta aufrecht, eiförmig oder ellipsoidisch, dünnwandig, mit rötlicher 
Mündung, breitem 3 zellreihigem Ring und lang geschnäbeltem Deckel. Peristom- 
zähne auf durchbrochener Basilärmembran purpurrot, mit bis zur Basis 
gespaltenen, bald freien oder hier und da verbundenen, papillösen Schenkeln. 
Sporen (nach Jur.) 13— IG u, gelbbräunlich und papillös, resp. feinwarzig. 
Reife im April. Br. eur., Suppl. III und IV. 

Auf sandigen sterilen Angern unweit Genua von De Not. 1845 entdeckt. 
Nach Bescherelle auch aus Algier bekannt. S. XX, 8, a) unteres BL, b) Bl. 
mit <3 Blütenknospe, c u. d) Schopf bll., e) Kapsel; gez. nach einem von M. Fleischer 
auf Bergwiesen bei Rapallo in Ligurien gesammelten Expl. Unterscheidet sich von 
PkxMberä durch die nicht gezähnten Hüllbll. der <j Blüten. 

Var. mompeUense = Trieb, mowpelimsi Schpr., in etwas kräftigeren Rasen 
mit bis zur Mitte röhrigen Bll, längerer Seta von 1,5 — 1,8 mm, mehr schmal 
cylindrischer Kapsel und 1 — 2 zellreihigem Kapselring — auf kalkig-sandigem 
Boden von Philibert bei Montpellier in Frankreich gesammelt. S. XLIX, 9, a) BL, 
b u. c) Kapseln; gez. nach einem Originalexemplar aus dem Herbare Theriot's. 
TV. triutnphans und var. vtonspeliense haben etwas länger gestielte Ö Blüten wie 
die vorige Art, auch sind bei nwnspeUeme die Blattränder fast längs schmal ein- 
gebogen. 



Sendt. 1849. 

cf. Kbh. Kr. Fl. IV v. 1890, S. 575. 

Zweihäusig; die terminalen knospenförmigen ö Blüten mit eiförmigen, 
spitzen, rippenlosen, am Rande gezähnten Hüllbll. und langen goldgelben 
Paraphysen. Habituell an Barbula revoluta erinnernde, sehr dichte, 5— 15 mm 
hohe, innen mit Kalk durchsetzte Rasen mit dicht beblätterten Stengeln. Bll. 
aus aufrecht abstehender, lanzettlicher Basis schwach zurückgebogen, rasch 
verschmälert, in der oberen Hälfte gekielt mit stark eingebogenen 
Rändern, meist kappenförmiger, stumpfer Spitze und rötlichgelber, in der 
Spitze endender, oder als kurzes Spitzchen austretender, am Rücken glatter 
Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2-4 medianen Deutern, doppelten 
Stereidenbändern etc. Lamina einschichtig. Blattzellen an der gelblichen 
Basis quadratisch und rektangulär, oberwärts 7—9 u, rundlich 4— 6 eckig und 
dicht papillös. Kapsel auf 12 mm langer, unten rötlicher, oben gelber, rechts 
gedrehter Seta aufrecht, eiförmig, engmündig, rötlichgelb, mit dünn und schief 
geschnäbeltem Deckel von Urnenlänge. Peristomzähne auf vortretender, durch- 
brochener Basilärmembran in 2— 3 fadenförmige, hier und da verbundene. 
papulosa Schenkel geteilt. Sporen 12— 14 u, goldgelb und papillös. Reife 

Von Otto Sendtner am 4. Juni 1847 bei Sutynska in Bosnien entdeckt. 
Scheint der Beschreibung nach sich von inficamm vorzugsweise durch kürzere Bll. 
und gelbliche Blattbasis zu unterscheiden (non vidi). 



5. Trichostomum crispulum Bruch L829. 

breite, kissenförmige, bis :> cm höbe, dichte Rasen mit gabelästigen Stengeln. 
Stämmchen mit Zentralstem-, kollenehyuiatischem I irundgewebe und dünn- 
wandiger, lockerer Aussei, rinde. Untere Uli. klein und entfernter, die 
oberen grösser und gehäuft, feucht aufrecht abstehend, trocken, kraus, aus 
kurzer, elliptischer Basis lineal-lanzettlieh verschmälert, am Hand wellig. 

Spitze fast kappenförmig, und mit kräftiger, gelber oder röÜichbrauner, als 

kleines Spitzchen austretender Rippe. Querschnitt der letzteren mit H bis 
8 medianen Deutern, 2 Stereidenbändern und differentiierten Aussmizellen. 
Blattzellen an der Basis gelblich, schmal rektangulär und dickwandig, am 
Rande heller, 8—12 u, oben nur 7 u. rumllich quadratisch und feinwarzig. 
Kapsel auf 7 — 15 mm langer, roter, nach oben hellerer, rechts gedrehter 
Seta aufrecht, eilänglich oder ellipsoidisch. derbwandig und braun mit bleibendem, 
kleinzelligem Ring und schief gesehnäbeltem Deckel von ', -.. I rnenlänge. 
trocken runzelig längsfaltig. Peristomzahne purpurrot und dicht papdlos, auf 
kaum vortretender, 1- oder 2 zellreihiger Basilärmembran bis zur Basis in 
längere und kürzere Schenkel gespalten. Sporen 12 — 17 u. rostbraun und 
stark warzig papillös, zum Teil oval oder etwas eckig. Reife im März und 
April. Br. eur., Vol. II, Tab. 173. 

An feuchten Kalkfelsen und an Mauern (auch auf Porphyr) durch die mittlere 
Bergregion und die Alpen bis 1800 m zerstreut, sehr häufig an den Küsten des 
Mittelländischen Meeres, jedoch auch aus Algier, Kansas, Californien und Mexico 
bekannt. Von Arnell im Jeniseithale Sibiriens noch in der subarktischen und 
arktischen Region zwischen 65" und 69° n. Br. aufgefunden, während sich in Europa 
der nördlichste Standort bei TJpsala in 60° n. Br. befindet. Von 7. mutabile oft 
schwer zu unterscheiden. S. XVII, 11, a) Blattquerschnitt, b) Peristom, sowie 
XX, 12, a und b) Bll., c und d) Kapseln; gez. nach einem von E. Levier in 
Italien ges. Expl. 

Var. brevifolium Schpr., in dichteren Rasen, mit kürzeren Bll. und kleinerer 
Kapsel — in Steiermark etc.; 

var. elatum Schpr, in dichten Rasen mit 1-2 cm hohen Stengeln und 
längeren Bll. — bei Killarney in Irland. 

(i. Trichostomum viridulum Bruch 1829. 

Zweihäusig, gemischtrasig, mit lang zugespitzten inneren Hüllbll. 
der terminalen 6 Blüten. Gesellig oder in lockeren, an Triehodan erinnernden, 
grünen Raschen mit 5 mm hohen Stengeln ohne lockere Aussennnde. Bll. 
feucht fast sparrig abstehend, trocken an den Spitzen eingekrümmt, aus 



— 314 

schmaler, elliptischer Basis lineal-lanzettlich und lang zugespitzt, mit auf- 
gerichteten Rändern und austretender Rippe, jedoch nur selten und meist nur 
an den unteren Bll. an der Spitze etwas kappenförmig. Querschnitt der 
Rippe mit 2—4 medianen Deutern und kleinen Stereidenbändern. Blattzellen 
an der Basis gelblich, rektangulär, oben quadratisch, 8—10 u, und beiderseits 
papillös. Perichätialbll. bis über die Mitte scheidig. Kapsel auf 12 bis 
17 mm langer Seta ähnlich wie bei voriger Art, jedoch meist etwas kleiner 
und weniger derbwandig. Haube bis unter die Kapsel reichend. Peristom- 
zähne rostbraun und fein papillös, auf 2 zellreihig vortretender Basilärmembran 
in dünne, fadenförmige, gleichweit entfernte, papillöse Schenkel geteilt. Sporen 
12 — 16 u, rothraun und dicht papillös. Reife im Juli. Br. eur., Vol. II, 
Tab. 173 T- 

An Flussufern und im Sande der Alpenbäche, auch an Waldwegen, auf mehr 
kalkfreier Unterlage; von Prof. Nestler auf Sandboden zwischen Typhi minima 
am Rheinufer bei Strassburg 1830 entdeckt. S. XX, 12, e) BL, gez. nach einem 
von Schimper an den Ufern des Rheins bei Strassburg ges. Expl. 

abile Bruch L838. 



dünnrippigen Hüllbll. und zahlreichen langen Paraphysen. Etwas lockere, 
gelb- bis schmutziggrüne, innen rostbraune, 1—2 cm hohe Rasen mit runden, 
nur mit wenigen Wurzelhaaren besetzten Stengeln. Schopfbll. geschlängelt 
abstehend, trocken gekräuselt, aus fast gerader, schwach elliptischer Basis breit 
lanzettlich bis lineal-lanzettlich verlängert und kurz und scharf zugespitzt, 
oder fast zungenförmig, mit unten welligem, oben flachem oder aufrechtem, 
gegen die gerade, niemals kappenförmige Spitze nur zuweilen schwach ein- 
gebogenem Rand und kräftiger, gelbroter, dick stachelspitzig austretender 
Rippe. Querschnitt der letzteren mit 6 medianen Deutern und kräftigen 
Stereidenbändern etc. Blattzellen an der Basis gelblich, verlängert rektangulär, 
oder rektangulär-6 seitig, 12—20 u, oberwärts 7—8 u, quadratisch und dicht 
papillös. Kapsel auf 10—12 mm langer, strohgelber, rechts gedrehter Seta 
aufrecht, ellipsoidisch, engmündig, rötlichbraun, mit kegelig geschnäbeltem 
Deckel von über halber Urnenlänge und bleibendem, kleinzelligem Ring, trocken 
längsfaltig. Peristomzähne sehr hinfällig, bleich oder hell orangefarben, glatt, 
auf wenig vortretender, 2 zellreihiger Basilärmembran, ungleich 2 schenkelig. 
mit hier und da verbundenen Schenkeln, oft unre^elmässi"- und rudimentär. 
Sporen 15-20 u, gelbbräunlich und stark warzig. Reife im März und April. 
Br. eur., Vol. II, Tab. 174. 

Auf feuchten Kalkfelsen und kalkhaltigem Boden, auch auf Melaphyr bis 
1400 m im südlichen Europa, sowie in Algier und Süd-Amerika, jedoch auch an 
Felsen der Meeresküste Englands und Schwedens. S. XX, 11, 'a u. b) Bll., c) Kapseln; 
gez. nach einem von J. E. Zetterstedt auf der Insel Gothland ges.' Expl. 



— 315 — 

Var. cylindrit-um Schpr., mit breiteren, stumpflichen 
tretender Rippe und länger gestielter cylindrischer Kapsel, so 

var. cophora rpu in Schpr., mit scharf zugespitzten 1311 . 
eiförmiger Kapsel — von H. Graf zu Solms-Laubach in 

sehr kräftiger, lang stachelspitzi- mistreteiider. gelber Rippe (in 
riffidulus sich nähernden Form) von BL Müller am Hohen 

Westfalen entdeckt und nur steril :i bekannt: 

mehr linearen Schopfbll. und rudimentärem Penstom — von 
Aix in Frankreich entdeckt. S. YIIL 17. a) Bll.. b) Kap« 
Originalexpl. 

s. Trichostomum litorale Mitt. L868. 



Basis abstehend, zungentormig. stumpf und ganzrandig, mit unterhalb der 
Mitte einseitig schwach umgebogenem, an der abgerundeten Spitze tlaeheni 
oder eine sehr kurze Strecke eingebogenem Rand und kräftiger, gelber, kurz, 
stachelspitzig austretender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 4 medianen 
Deutern und 2 Stere'idenbiindern. Blatt/eilen an der Basis rektanguhir und 
gelblich, nach der Rippe zu mehr hyalin. I ■> IS u. nach dem Rand zu 
enger, nur 8 — 9 u, oberwärta quadratisch, 7—9 |u und nur schwach papillös. 
Sporogon unbekannt. 

An Felsen der Seeküste Süd- und West-Englands, der Xormandie und des 
südlichen Norwegens; von Tr. crisjiuhun var. hrnyo/iun» durch breitere Bll.. kräftige, 
kurz stachelspitzig austretende Rippe und kürzere helle Blattbasis verschieden. 
S. XX, 10, a und b) B1L: gez. nach einem von Meldrum an der Küste Schottlands 
geg. Expl. 

B. Tortelloidea. 

Mit papillösen Zellen und mehr hyaliner, scheidiger Blattbaais. 

9. Trichostomum nitidum (Lindb.) Schpr. 1876. 



Zweihäusig mit achselständigen, knospenförmigen Blüten. Dicht 
kissenförmige, olivengrüne, innen rostbraune, wurzelfilzige. 1-1,5 cm hohe, 
trocken durch die vorleuchtenden Rippen weissKch glänzende Easen mit steifen, 
brüchigen dicht beblätterten Stengeln. Bll. brüchig, feucht abstehend, trocken 
verbogen einwärts gekrümmt, lineal-lanzettlich, resp. aus elliptischer Basis nach 
oben verschmälert zungenförmig, mit etwas welligen, eingebogenen Bändern, 
stumpflicher Spitze und blassgelber, später gebräunter, kurz stachelspitzig aus- 
tretender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 8-11 medianen, zum Teil 



— 316 — 

tangential geteilten Deutern und kräftigen Stereidenbändern. Blattzellen der 
Basis rektangulär und wasserhell, am Rand etwas weiter hinauf hell, 
jedoch von den grünen Zellen weniger scharf abgegrenzt, oben 7 — 9 u, rundlich 
quadratisch und dicht papillös, so dass der obere Blattrand fein krenuliert 
erscheint. Kapsel auf 5—8 mm langer, unten roter, rechts gedrehter Seta 
aufrecht, fast zylindrisch, schwach gekrümmt, mit roter Mündung, ohne Ring 
und mit kegelig geschnäbeltem Deckel von % Urnenlänge. Peristom gelbrot 
und meist rudimentär. Sporen (nach Jur.) 8—12 u, und spärlich feinwarzig. 
An Kalkfelsen der Küsten Englands, Frankreichs und des Mittelländischen 
Meeres, auch in der Nähe der Seen und Flüsse in Steiermark und der Schweiz; 
von A. F. Eegnell 1839 bei Gibraltar entdeckt. Nach Renauld und Cardot 
auch aus den Vereinigten Staaten Nord- Amerikas bekannt. S. XX, 6, a u. b) Bll.; 
gez. nach einem von A. Bottini am Berg Pisano in Italien ges. Expl. 

10. Trichostomum Bambergeri Schpr. 1876. 

cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 229. 

Zweihäusig. Dicht kissen förmige, 1,5 cm hohe, gelbgrüne, unten rost- 
braune Rasen, mit gelbbraunem Wurzelfilz aus den Blattachseln und starken 
Rhizoiden. Bll. aufrecht abstehend, trocken kraus, schmal lineal-lanzettlich 
und zugespitzt, namentlich die oberen sehr lang und fein zugespitzt, mit 
gelbgrüner, glänzender, austretender Rippe und unten welligem, oberwärts ein- 
gebogenem, sehr fein krenuliertem Rand. Querschnitt der Rippe mit differen- 
tnerten Aussenzellen, 6-8 medianen Deutern und 2 Stereidenbändern. Blatt- 
zellen der Basis rektangulär und bis zu ■/, der Länge hyalin, aufwärts am 
Rand mit hellem Saum, sonst rundlich quadratisch, s u und dicht papillös. 
Renchatialbll. aus halbscheidiger Basis schmal und lang pfriemenförmig. 
Kapsel auf 1 cm langer, unten roter, oben gelblicher, rechts gedrehter Seta 
aufrecht, fast zylindrisch, hellbraun und dünnwandig, mit aus niedriger Basis 
schief geschnäbeltem Deckel von Urnenlänge. Peristomzähne auf schmaler 
Basilärmembran fast bis zur Basis in rote, kaum papillöse Schenkel geteilt. 
Sporen U u, bleich und papillös. 

A *lA Uf ^ k ^ DeVOnschiefer > sowie ™ Mauerritzen im südlichen Europa; von 
Apotheker Bamberger an den Mauern des Schlosses Rametz bei Meran in Tirol 



entdeckt und 



wenigen Standorten bekannt. S. XXVIII, 



und b) Bll., c) stärker vergrösserte Blattspitze, d und e) Blattquerschnitte; 
ach einem von Glovacki in Kroatien ges. Expl. (comm. R. R ut he). 

flavovirens Bruch 1829. 



b ;• ^ ei ^ lusi S' Gelblichgrüne, breite, lockere, weiche, 1-2 cm hohe, unten 
Jraun iche Rasen. Untere Bll. klein und entfernter, die oberen rasch grösser, 
feucht aufrecht abstehend, trocken krau, aus elliptischer Basis lineal-lanzettlnh. 
kurz zugespitzt bis stumpflich, rinnig hohl, mit über der Basis welligem, 



oben eingebogenem Rande, sowie in der Spitze endender oder nur kurz ai 
tretender Rippe. Querschnitt der letzteren mit b - -7 medianen Deutei 

höchstens ebenso vielen Bauchzellen. 2 kräftigen Stere'i'denbändern und kai 
differenzierten Rückenzellen. Blattzellen im unteren ' .. rektangulär u 
hyalin, bis gegen die Mitte der Ränder :\U heller Saum verlaufend. son>t na 
oben quadratisch, S-9fi, und beiderseits dicht mit langen Bspitzigi 
Papillen besetzt. Kapsel auf geschlängelter, 1,6 _ ; cm langer, rötliehgelh 
Seta aufrecht, eilänglieh bis zylindrisch, dünnwandig, »(dbbraun und rotmünd 
ohne Ring, mit kegelig geschnäbeltem Deckel von halber l'rnenlänge. trock 
schwach gefurcht. Peristomzähne trüb purpurrot, sehr papillös, auf niedrig« 
1- bis 2zellreihig vorragender Basilärmembran sieh erhebend, bis zur IIa 
in fadenförmige, gleichweit gestellte, zuweilen unten verbundene Scheid 

im Frühjahr. Br. eur., Vol. II, Tab. L72. 

in Algier und in Florida in Xord- Amerika; von Fr. Müller in Sardinien entdee 
Steril auch an den Küsten Englands und Hollands. Durch Peristom und zw 
häusigen Blütenstand von TortAla em-spitosa verschieden. S. XX. 1. ») Bl« 
b) Kapsel, c) Blattquerschnitt; gez. nach von A. Bottini in Italien gesammeil 
Exemplaren. 

Var. viridißavmn (De Not.) Jäger = var. minor Lindb., in kleineren, kaum 1 
hohen Rasen, mit mehr zungenförmigen. nach der Spitze zu am Rand flacheren I 

10 — 14 u — in den Österreichischen Küstenländern. S. XX, 2, a u. b) Blattspitz. 



12. Trichostomum inflexum Bruch 1829. 
ZV. cwrvifolium Bruch 1836, Tortvia Lindb. 18H4; cf. Rbh. Kr. FL IV, Nr. 232. 

Zweihäusig; die c Blüten mit rippenlosen inneren Hüllbll. und langen 
Paraphysen, die ohne Paraphysen. Nur 4—") mm hohe, etwas lockere, hell 
gelbgrüne Raschen. Stämmchen weit hinauf mit sehr kleinen, schuppigen,. 
Niederbll. ähnlichen Ell. besetzt. BU. aufwärts gehäuft, feucht aufrecht 
abstehend nnd mit eingebogenen Spitzen, trocken kraus, die oberen aus 
abgerundeter, breiter Basis rasch schmal lanzetthrh verh.u-ert. die obersten 
fast pfriemenförmig. durch die eingebogenen Ränder röhrig. mit kappen- 
förmiger Spitze und breiter, am Rücken glatter, als helles Spitzchen aus- 
tretender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 6 medianen Deutern und 
2 Stereülenbändern etc. Blattzellen im unteren % rektangulär und hyalin, 
an den oft schwach geehrten Blattflügeln lockerer, darüber am Rand enger 
nnd schräg gegen die Mitte desselben als hyaliner Saum verlaufend; die grünen 
Zellen meist scharf begrenzt, oben kaum 7-8 u, quadratisch und beiderseits 
dicht warzig-papillös. auch an der Basis oft kaum breiter und mehr oder 
weniger derbwandig. Perichätialbll. fast halhseheidig. Kapsel aut 8-1 mm 
langer, geschlängelter Seta anfrecht, schmal ellipsoidisch bis zylindrisch, rötlich- 



braun, derbwandig, rotmündig, ohne Ring, mit kegelig geschnäb eitern Deckel 
von mindestens halber Urnenlänge. Deckelzellen in fast halber Windung schräg 
aufsteigend. Peristomzähne auf nicht vortretender Basilärmembran steil 
links aufgerichtet, purpurrot mit fadenförmigen, gleichweit entfernten, dicht 
papillösen, langen Schenkeln. Sporen 6-8 u, gelb und glatt. Reife im 
Frühjahr. Br. eur., Vol. II, Tab. 17S. 

An Kalkfelsen in den Österreichischen Küstenländern, in Sardinien, Spanien u. s.w., 
von Fr. Müller bei Cagliari in Sardinien 1829 entdeckt. Nach Bescherelle 
auch aus Algier bekannt. S. XX, 3, a) Habitusbild, b u. c) Bll., d) Kapsel- gez 
nach einem von Dr. Venturi in Sardinien ges. Expl. 

C. Hydrogonium C. M. 

Mit glatten Zellen und mehr oder minder zungenförmigen Bll. 






Trichostomum Warnstorfii Limpr. 1890. 



Zweihäusig; die inneren Hüllbll. der ; Blüte aus scheidiger Basis stumpf 
zungen förmig und mit weit vor der Spitze verschwindender Rippe. Schwellende, 
meist lockere, leicht zerfallende, dunkelbraune oder schwärzlichgrüne Rasen 
mit spärlichen Wurzel haaren. Bll. ziemlich gleichgroß derb aufrecht ■.hst.lieiwl 
und flach ausgebreitet, trocken verbogen und hakig eingekrümmt aus etwas 
herablaufender Basis gleichbreit zungenförmig kurz und' st um »flieh 
zugespitzt, mit flachem Rand und an der Spitze oft einzelnen als stumüfe 
Zähne vortretenden Randzellen, sowie mit kurz vor derSpitze versclnvimhnuYr 
Rippe. Querschnitt der letzteren mit 4— 5 medianen Deutern 6 " I r'miTr'i. 
Stereidenbändern, 6-7 Bauchzellen und etwa 3mal ;,, vi!!" lifl' "'"""'V '," 
Rückenzellen. Blattzellen fast durchaus derbvv.udil und /„mlieh Xl"«li" 
Oben rundlich quadratisch, 9-12 u, an der gebräunten Basis mehr r°ektangulär,' 
llet " , S ° ^p?, alS breit ' Jed ° Ch mit kÜ — > *»*****. In den 
1 h b i ei , T f \ entwickeln ** ^rzweigte Haarbildungen mit streit- 
kolbenahnhchen oder keuligen, mehrzelligen Brutkörpern. Sporogon unbekannt. 
Zürich^sle'von 6 ' j"^ l^Tl^T? Grenzsteinen bei Männedorf am 

VaHK Imgulata erhaltenen Originalexpl, sowie XX, 5, a) Bl , b) Querschnitt des- 
selben: gez. nach einpr a „f tt~i i ' ' ' > ^uciscnnitt uts 
M. Fleischer" gewachsenen Pflanze aus Sardinien fconim. 

14. Trichostomum Ehrenbergii Lorentz 1867 



Aweiüausig mit gipfWstündige. 
rüne, bis G cm hohe, lockere, weicht 
hstehend, t rucken zusammenschrumpfe 



zurückgebogenem Rand und dichi 


t vor 


der Spitz 


Querschnitt der letzteren meist mit 


4—5 i 


nedianen De 


bändern, 4-5 Bauchzellen und et 


wa do 


ppelt so vie 


Basis zu wird die Rippe flacher, 


, und 


es werden 


substereid bis fast homogen. B] 




en dünnwai 


wasserhell, oben quadratisch bis 6 


seitig. 


LI— 15 u. 


und auf der Innenseite etwas ra 


amillü 


s. In den 


befinden sich Haarbildungen und 


ähnli 




Sporogon unbekannt. 






In kalkhaltigen Wassern, sowie 


an Uli 


erscliweini.itt 


den Gegenden um das Mittelläudisi 


■hr M, 




Arabien; von Ehrenberg 186 7 am 


Sinai 


in Kleinuii 


b) Bll., sowie XXVIII, 8, h) Blattq 


tiersehi 


litt: gez. aai 


bei Marseille in Frankreich ges. E 


Ixpl., 




IHilyniudon foj,/iurens erinnert. Fei 




\\\ 111. 8, 


gez. nach in Sicilien ges. Expll. 






in Algier. S. XXVIII, 8, e) Hab 


itusbih 




F. Renauld erhaltenen Expl. 






Lo. Trichostomum Crozalsi Philib 


Zweihäusig. gemischtrasig 


; die 


Blüten in 


reichen Antheridien und fadenfürm: 


[gen P 


arapliysen. 


grüne, 6—7 cm hohe, lockere Ra 


sen m 


it reichlich 


aus elliptischer, schmal herablaufei: 


ider B 


asis allmähl 


und stumpflich, zuweilen fast zungenfii 


innig zuges 


aufwärts stellenweise schmal umgei 


schlau 


enem Rand 


gelber, vor der Spitze verschwind 


ender 


Rippe. Qu 



5-6 medianen Deutern. BlattzelieD meisi giau. im t,asan 

von den Laubbll. kaum verschieden. Kapsel auf 1-1.5 cn 
gedrehter Sera aufrecht, fast zylindrisch, anfangs gelblich, ni 
Basis geschnäbeltem Deckel von mehr als halber 1 rnenla 
differentiierten Ring, entleert gestutzt und dunkelbraun. Die < 
an, Irnenrand bildet einen bleibenden, kleinzelligen Ring. 
bleich und 2schenkelig, an der Basis einem ■> - - :istockigei. V 
sitzend. Sporen 12—15 u und glatt, Reife im Sommer. 

Auf kalkig-thonigem Boden bei Bieujac (Gironde) in Frank 
Crozals 1895 entdeckt. S. XLIX, 11, a) unteres BL, b n. c) c 
Kapseln, f) Habitusbild, g) Peristom; gez. nach einem Originatepl. 
Theriots. 

Diese Pflanze steht gleichsam zwischen / 'hjymoihn tvj'h^m i 
Ehreubergii in der Mitte. 



2. Gatt. Timmiella (De Not.) Limpr. ls9u. 
Kalkliebende Erd- und Felsbewohner südlicher Länder um das Mittel- 
ländische Meer herum mit unten fast schuppenförmig, oben dagegen schopfig 
beblätterten Stämmchen. Querschnitt derselben mit Zentral sträng, lockerem 
Tüpfelgewebe und oft besonderer Aussenrinde. Laubbll. trocken spiralig gedreht 
und hakig eingekrümmt, feucht abstehend bis rosettenförmig ausgebreitet 
lanzettlich-linealisch bis zungenförmig und kurz zugespitzt, über der 
anliegenden Basis etwas verengt und daher an die Form des Timmia-B\ 
erinnernd, gegen die Spitze gezähnt, mit unten sehr breiter, aufwärts 
allmählich verschmälerter und in oder vor der Spitze verschwindender Rippe. 
Querschnitt der letzteren mit mehrzähligen medianen Deutern und doppelten 
Stereidenbändern. Lamina durch spitz mamillöse Zellen der Bauchseite 
und glatte Zellen der Rückenseite, resp. der Ober- bezw. Unterseite, zwei- 
schichtig, auch die Bauchzellen der Eippe spitz mamillös, die Zellen' an der 
Basis dagegen nur einschichtig, wasserhell, rektangulär und nicht mamillös. 
Bluten 1 und 2häusig. Kapsel wie bei Trichotiumm,,, jedoch die Deckelzellen 



lach links gereiht. Peristomzähne 



cht papillösen, fadenförmigen, 



knotigen, paarweise genäherten oder gleichweit entfernten, mehr oder weniger 

nach rechte gedrehten Schenkeln auf sehr niedrigem basalen Tubus. Sporen 

klein und glatt. ' 
Außereuropäische Arten dieser Gattung sind etwa 10 l 1P L- 3 nnf 



^innausig. autücis,-],: die Blutenknospe meist gehäuft um den 
nn einer . Blute oder mit nackten Archegonien abschliessenden Sprossscheitel, 
wahrend die Innovationen meist mit einer , seltener mit einer 6 Blüte 
abschlissen. Lockere, gelbgrüne, bis 2 cm hohe Rasen mit Rhizoiden und 
Haarbildungen m den Blattachseln der Stengel. Bll. feucht aufrecht abstehend, 
iiocken gedreht einwärts gekrümmt, die unteren klein und lanzettlich, die oberen 
grosser, scnopfig zusammengedrängt, oberhalb der Basis nur wenig verengt, 
Xn l'T ' "^ ^ eiD « eb0 « en « Rä ^™ und kurz vor der Spitze 
nd ender %e von der Spitze bis gegen die Mitte herab allmählich 
H nt " U ' d dumpfer gezähnt. Querschnitt der Rippe mit bis 12 
medianen Deutern. 2 kräftigen Stereidenbändern und im oberen Teile mit 
spitz mamillösen Bauchzellen. Lamina durch qfe „„„„ü.s! Zellen der 

dTMen dt P B e fl l SChiChtig ' G T BlaUZellen nUr ? ~" » u " d quadratisch, 

die Zellen der Basis nur wenig breiter, verlängert rektangulär und wasserhell. 



Kapsel auf 1,5—2 
bogen er Seta aufrecht, ve 
gebogen, ohne Deckel 3,5- - 
wandig, mit kegelig geschi 



«■l.t.-r od«,- S pii,ilig 



— 321 — 

sich abrollendem Ring. Peristomzähne ähnlich wie bei den lim 
2zellreihig vortretender Basilärmembran, rot und dicht papillös 
förmigen, einmal rechts gewundenen Ästen. Sporen 10—12 
und glatt. Reife im Sommer. Br. eur., Vol. II, Tab. 169. 

An Wegrändern, unter Steine] 
in Frankreich und den Ländern ui 
und Ober-Italien, jedoch auch aus Asien, av 
sowie aus Californien und Florida in Nord-i 
b) K.ipsel: gez. nach einem von Lorentz 
gesammelten Expl. 

Barbula (Schw 



Perichätiums. Kräftiger als vorige Art, mit gabelig geteilten. srhoptig 
beblätterten Stengeln und derberen, über der Basis stärker verengten 
B1L, sodass die Blattbasis fast verkehrt herzförmig (»der geöhrt erscheint 
Zellnetz der Basis lockerer, verlängert 6 seitig und rektangulär, am Rand 8 bis 
10 u, nach der Kippe zu bis 20 u. aufwärts quadratisch und 9 L0 u. Kapsel 
auf 3,5 cm langer, rechts gedrehter Seta sehr lang ellipsoidisch bis zylindrisch, 
ohne Deckel 5 mm lang, mit mehreren Reihen kleiner Zellen am l/rnenrand. 
jedoch ohne Ring. Peristomzähne auf nicht vortretender Basilärmembran in 
paarweise genäherte, fast aufrechte Schenkel geteilt. Sporen 10— H u. grünlich- 
gelb und glatt, resp. innen grün und mit gelblicher Exine. Sonst von voriger 
Art nicht verschieden. Br. eur., Vol. II, Tab. 170. 

Auf kalkiger Erde, an Felsen und Mauern in den Ländern um das Mittel- 
ländische Meer, auch in Asien und Afrika, insbesondere in Kleinasien, Persien und 
Abyssinien, auf Teneriffa und Madeira. S. XX, 13, a) Bl., b) Kapsel, c) Blatt- 
querschnitt, d) Habitusbild; gez. nach einem von Venturi an Kalkfelsen in Sardinien 
ges. Expl. 



flexiseta (Bruch) Limpr. 1890. 
Trichostomum Bruch 1828, Trich. flexipes Br. eur. 1843; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 1. 8. 59& 
Zweihäusig. Kleinere, den beiden vorigen Arten ähnliche Pflänzchen 
mit 4—6 mm hohen Stengeln. Bll. fast linealisch, feucht aufrecht abstehend, 
die Schopfbll. trocken meist hakig eingekrümmt, über der anliegenden Basis 
nur wenig verengt, mit welligen Rändern, gesägter Spitze und kurz vor 
derselben endender, weisslich glänzender Rippe. Kapsel auf verbogener, wie 
bei Campylopus anfangs herabgekrümmter Seta länglich ellipsoidisch bis fast 
zylindrisch und gerade, mit längerem Hals als bei den beiden vorhergehenden 
Arten, sowie mit kegelig geschnäbeltem Deckel von halber Urnenlänge und 
3 reihig sich abrollendem Ring. Deckelzellen steil nach links aufsteigend. 
Peristomzähne bleich, auf niedriger, 2zellreihig vortretender Basilärmembran 



— 322 — 

in gleichweit gestellte oder paarweise genäherte Schenkel gespalten. Sporen 
8— 10 n, gelb und glatt. Reife im Sommer. Br. eur., Vol. II, Tab. 171. 

Am Eande eines ausgetrockneten Baches von Fr. Müller in Sardinien, und 
von H. Graf zu Solms-Laubach in den Cistuswäldern der Serra da Picota in 
Algarve gesammelt, jedoch auch aus Californien in Nord - Amerika bekannt. 
S. XXYIII, 5, a) Habitusbild, b) Blattspitze, c) Kapsel, d) Ring, e) Peristom; gez. 
nach einem von F. Müller in Sardinien ges. Expl., resp. das Peristom nach der 
Br. eur. Die Form des Bl. entspricht derjenigen von XX, 14, a. 

3. Gatt. Leptobarbula 1 ) Schpr. 1876. 

Sehr kleine, herdenweise oder dicht gesellig zu kleinen Raschen vereinte 
Pflänzchen, die sich nach den vegetativen Organen an Seligeria oder Lepto- 
trichum, nach dem Sporogon und Peristom aber an Trichostomum anschliessen. 
Bll. trocken gekräuselt, feucht abstehend, beiderseits dicht warzig papillös. 
Querschnitt der Blattrippe mit 2 — 4 basalen Deutern, differentiierten Rücken- 
zellen und stereiden Füllzellen. Blüten zweihäusig. Perichätialbll. scheidig. 
Haube lang und schmal kappenförmig. Die 16 Peristomzähne sind bis zur 
Basis so geteilt, dass das Peristom gleichsam aus 32 gleichweit von einander 
gestellten, halb spiralig links gedrehten, resp. unter dem Mikroskope nach 
rechts aufsteigenden, gleichlangen Asten besteht, die sich auf sehr niedrigem 
basalen Tubus erheben. 

Aussereuropäische Arten dieser Gattung sind nicht bekannt. 

1. Leptobarbula berica (De Not.) Schpr. 1876. 

Didymodon tenuis De Not, 1838, Trichostomum tenue Br. eur. 1843, Leptotrichum 
tenue Schpr. 1860, Leptotrichum und Trichostomum De Not. 1866 und 1869; cf. Rbh. Kr. 
Fl. IV, Nr. 235. 

Zweihäusig, gemischtrasig mit vielblätterigen, terminalen d Blüten- 
knospen. Freudiggrüne, niedrige, an kleinere Formen von Leptotrichum tortile 
erinnernde Raschen mit meist einfachen, nur wenig sprossenden, 2—5 mm 
hohen Stämmchen. Bll. trocken gekräuselt, feucht abstehend bis zurück- 
gebogen, die unteren sehr klein, lanzettlich, nach oben allmählich grösser, 
aus breiterer Basis lineal-lanzettlich bis pfriemenförmig, gekielt, die 
obersten, sowie die Perichätialbll. aus scheidig zusammengewickelter 
Basis rasch in einen fast doppelt so langen, kieligen Pfriementeil verschmälert, 
mit in der Spitze verschwindender Rippe und durch dicht warzig papillöse 
Zellen fein krenuliertem Rande. Querschnitt der Rippe mit 2—4 basalen 
Deutern und Stereiden zwischen diesen und den differentiierten Aussenzellen. 
Blattzellen der gelben Basis verlängert, rektangulär und dickwandig, im 
oberen, gezähnelten Scheidenteil rhombisch und rhomboidisch, aufwärts sehr 
klein quadratisch oder auch breiter als lang, 6 — 8 n. Kapsel auf 6 — 13 mm 
langer, rechts gedrehter oder geschlängelter, unten roter und oben gelber Seta 

J ) Von UnToo dünn, fein und Barbula. 



aufrecht, länglich ellipsoidisch bis zylindrisch, glatt, mit stumpflich kegeligem 
Deckel von % bis halber Urnenlänge und 3— 4 reihig grosszellig sich ab- 
rollendem Ring. Deckelzellen unter dem Mikroskope nach rechts aufsteigend. 
Peristom gelbrot, mit 32 gleichweit gestellten oder paarweise genäherten, in 
halber Windung links gedrehten Peristomästen auf niedriger, etwa 3zell* 
reihiger Basilärmembran. Sporen 7 u. gelb und glatt. Reife im Frühling 
Br. eur., Vol. II, Tab. 171. 

An Kalkfelsen in den Mittelmeergegenden, selten; von De Notaris 1834 
entdeckt, und auch aus Pennsylvanien in Nord-Amerika bekannt. Wurde 1872 von 
Etienne auch in Frankreich, in der Norniandie aufgefunden (Rev. br. 1890, S. 22). 

Var. meridionalis Schpr., eine kräftigere Form mit mehr scheidigen, lockerer 
gewebten Perichätialbll., sowie kürzeren und stumpferen unteren und mehr pfriemen- 
förmigen schmäleren oberen Bll., wurde von Schpr. 1873 hei Cannes gesammelt; 

var. Wintert (Schpr.), mit schmäleren, spitzen Bll. sammelte Apotheker 
F. Winter zu Gerolstein 1803 an Kalkfelsen im Saargebiete hei Mondorf. Beide 
var. werden in Schimpers syn. ed. II als besondere Arten aufgeführt S. XXI. 7, 
a) vergrössertes Habitushild, b u. c) Bll., d) Kapsel, e) Kapselring; gez. nach 
einem von M. Fleischer im Val Toggiae bei Rapallo in Ligurien im April 18Ü2 
ges. Expl. Ferner s. XXI, 11, a) Habitusbild, b bis d) Bll., e und g) Kapseln, 
f) Blattquerschnitt; gez. nach einem von Hanry bei Var ä Lauzade im südlichen 
Frankreich ges. Expl. aus dem Herbare Boulay (comm. F. Renauld). Nach von 
Hegelmair auf Minorca ges. Expll. (ex Museo Berolinensi) stimmt die sterile 
Pflanze mit 7a, die fertile mit IIa und die Kapsel mit 11g überein. Von 
Philibert wird die var. meridionalh mit der Normalform vereinigt (Rev. br. 1884, 
S. 29). 

4. Gatt. Desmatodon ) Brid. 1819. 



Meist in dichten, niedrigen Rasen in Felsspalten und auf Humus kalk- 
haltiger Gesteine wachsende Gebirgs- und Alpenmoose, die sich nach den 
vegetativen Organen, nach Blatt und Zellnetz eng an die Gattung Potfia an- 
schliessen, nach dem Peristom aber sich mehr den Gattungen Triehottomum 
und Barbnla nähern. Zentralstrang nur bei D. rermius fehlend. Bll. weich. 
die oberen fast rosettenartig aufrecht abstehend, kielig bis kahnförmig hohl, 
mit umgeschlagenem, zuweilen gesäumtem Rand und als StacheLspitze oder 
Granne auslaufender Rippe. Blattzellen locker und dünnwandig, oben rundlich 
4-6 seitig oder rhombisch, gegen die Basis verlängert und wasserhell. Rippe 
und Lamina sind beiderseits mehr oder weniger mithufeisenförmigenPapillen 
besetzt, die im Querschnitt als verdickte mamillöse Auftreibungen erscheinen, 
nur bei D. systylius sind die Bll. fast glatt. Querschnitt der Rippe mit 2 bis 
4 medianen Deutern, einer Begleitergruppe und dickwandigen, substereiden 
inneren Zellen, sowie 2 — 5 Bauchzellen und etwas diffe rentierten Rückenzellen. 
Blüten einhäusig; die terminal angelegten ö Blüten mit nur 1 oder 2 Deckbll. 
später unterhalb der Q oder am Fusse des Fruchtsprosses und mit zahlreichen 

') Von Seofia Band, Binde und bSovs Zahn. 



keulenförmigen Paraphysen, die 9 meist ohne Paraphysen. Perichätialbll. 
nicht verschieden, nach innen kleiner. Kapsel auf verlängerter Seta aufrecht 
bis hängend, meist regelmässig, eiförmig bis zylindrisch, mit kegeligem oder 
kurz geschnäbeltem Deckel und differenziertem, bleibendem oder in einzelnen 
Zellen sich ablösendem Ring. Deckelzellen schräg nach rechts gereiht. Luft- 
raum der Kapsel mit assimilierenden Längsleisten. Spaltöffnungen am kurzen 
Kapselhals. Haube ziemlich gross, kappenförmig und glatt. Peristom unter 
der Mündung inseriert mit vortretender, durch Querleisten getäfelter Basilär- 
membran und 16 ziemlich breiten, bis gegen die Basis in 2 oder 3 faden- 
förmige, steil nach rechts gerichtete oder einmal links gewundene, knotige 
Schenkel geteilten Zähnen. Sporen gross. 

Aussereuropäische Arten dieser Gattung sind nur wenige bekannt. Viele der 
in der Litteratur als Desmatodon beschriebenen Arten werden neuerdings zur Gattung 
Tortida gestellt. 



olius (Hedw.) Br. eur. 1843. 
Dicranum Hedw. 1787. Mniwn Gmel. 1701, Swartzia püifera Brid. 1801, Didymodon 
püifer AVahk'iil. Isl'ü / h,] ;l „„j 0il „ph-.uhdus v Am 1825, Trich Eoppeunnm Schultz 1828. 

TrkhosbmtuiH Lindb. 1W4. Trich. inlifern», Hüb,,,. 1 *{.'{. TorlnJa Lindb. 1879: cf. Rbk 
Kr. Fl. IV, Nr. 260. 

Einhäusig; die 6 Blüten zuletzt am Fus e des Fruchtsprosses oder in 
einer Gabelung mit 2 eiförmigen, zugespitzten Hüllbll. und keuligen, gold- 
gelben Paraphysen. Gelblichgrüne, innen rot wurzelhaarige, sowohl wenige mm, 
wie bis 2 cm hohe Basen mit einfachen oder gabelig geteilten Stengeln. 
Untere Bll. kleiner, die oberen grösser, trocken anliegend, gefaltet oder gedreht, 
feucht rosettenartig abstehend, aus schwach elliptischer Basis fast zungen- bis 
spateiförmig und zugespitzt, kielig-hohl mit umgerolltem Rand und mehr oder 
weniger grannig austretender Rippe. Querschnitt der letzteren oberwärts mit 
2 medianen Deutern, 2—3 weiten Bauchzellen und einer Begleitergruppe neben 
substereiden Zellen. Blattzellen der Basis locker rektangulär oder verlängert 
rektangulär-6 seitig und wasserhell, 20— 30 u, am Rand schmäler, etwa 15 u, 
oberwärts rundlich 4-0 seitig, 15-18 u und beiderseits mit mamillösen Papillen. 
Kapsel auf 1—2 cm langer, unten rötlicher und rechts, oben gelber und links 
gedrehter Seta aufrecht und regelmässig, eilänglich bis fast zylindrisch, dünn- 
wandig, braun, mit aus kurz kegeliger Basis dick geschnäbeltem Deckel von 
oft nur 7, Urnenlänge und kleinzelligem, bleibendem Ring. Haube bis zur 
Basis der Kapsel reichend. Peristomzähne auf vortretender Basilärmembran 
fast bis zur Basis in 2 oder 3 fadenförmige, entfernt gegliederte, in halber 
Windung links gedrehte Schenkel geteilt, gelbrot und dicht papfllös. Sporen 
18-24 u, olivenfarben bis gelblichbraun und dicht warzig papiilös. Reife von 
Juni bis August. Br. eur, Vol. II, Tab. 129 und 130. 

In humösen Felsspalten oder auf Erdblössen der Alpentriften durch die obere 
Bergregion b, s m die Hochalpen in 3100 m verbreitet, aber auch aus dem Kaukasus, 
Central-Asien, Spitzbergen und Kamtschatka bekannt, sowie aus Canada. Grönland, 



Californien, Colorado, Nevada,. Oregon, Washington, British-Columbien und den 
Rocky-Mountains Nord-Amerikas, in Britannien fehlend. 8. XVTI. In. a) Blatt- 
querschnitt, b) Peristom, sowie XXI, 5, a u. b) Bll., c) Kapsel, d) Bl. der var. 
glacialis; gez. nach von H. Graf zu Solms- Laubach an der Gemmi in der Schweiz 
ges. Expll. 

Var. glacialis = muth-us Brid. Pich/, tputlndntu* De N'„t.. in 3 dem 

hohen, weichen Rasen, mit stumpfen Hüllbll. der ' Blüten, sowie mit stumpfen oder 
plötzlich in eine schmale Spitze zusammengezogenen Laubbll. und vor der Spitze 
verschwindender Kippe — an feuchteren, periodisch überrieselten Standorten: 

var. brevicaulis (Brid.) Schpr. - I >,■*,,»,/. 1+üniheri Semit., in niedrigen 
Eäschen mit fast spateiförmigen oberen Bll. und als lange, geschlängelte, zuweilen 
entfärbte Granne austretender Bippe, sowie mit auf dem verlängerten Säulchen kurze 
'bendem Kapseldeckel — an trockeneren Standorten. Von I >. .ysti/litis ist 
'. durch die dicht papillösen Bll. leicht zu unterscheiden. Hierher dürfte 
wi. gracili» Anzi von Bormio nach Liinpr. wohl zu rechnen sein, wiihrend 
icafyptratus Lindb. von Opdal in Norwegen der var. ghirlnlis sehr nahe steht. 

2. Desmatodon systylius Br. cur. 184C 



Einhäusig; die 6 Blüten mit 2 eiförmigen, zugespitzten Hüllbll. und 
keuligen Paraphysen. Niedrige, freudig gelbgrüne Raschen mit nur 1 — 2 mm 
hohen, etwas schopfig oder knospenförmig beblätterten Stengeln. Bll. aufrecht 
abstehend, trocken gedreht, die oberen verkehrt eilänglich, scharf zugespitzt. 
mit flachem, nur nach der Basis zu etwas unigerolltem Rand, etwas jiezälmelter 
Spitze und als lange, geschlängelte, gelbe Granne auslaufender Rippe. Rippe 
und Lamina beiderseits glatt. Querschnitt der Rippe bikonvex, mit 2 medianen 
Deutern, einer Begleitergruppe, 2 — 3 weitlumigen Bauchzellen, einem unteren 
Stere'idenbande und massig differentiierten Aussenzellen. Blattzellen oberwärts 
über 20 u, locker 4—6 seitig, nach dem Rand zu meist rhombisch oder 
rhomboidisch, abwärts vorzugsweise rektangulär-6 seitig. Kapsel auf 5 — 12 mm 
langer, rötlichgelber, unten rechts, oben links gedrehter Seta aufrecht, dünn- 
wandig, rötlichgelb bis braun, zylindrisch mit einreihigem, in einzelnen Zellen 
sich ablösendem Ring und aus flach gewölbter Basis kurz und dick geschnäbeltem, 
rotrandigem, kerbigem Deckel. Obere Deckelzellen steil spiralig aneinander 
gereiht. Nach dem Offnen der Kapsel wird der Deckel von der sich 
streckenden Kolumella noch längere Zeit getragen, bis er mit derselben 
zusammen abfällt. Peristomzähne auf niedriger Basilärmembran sich erhebend, 
blassgelb, steil nach rechts gerichtet, unregelmässig geteilt, durchbrochen oder 
in der Teilungslinie zusammenhängend. Sporen 20 — 27 u, die ovalen nach dem 
längeren Durchmesser selbst ins :;u u. rütlichbraun und dichtwarzig. Reife im 
Sommer. Br. eur., Vol. II, Tab. 131. 

Auf feuchtem, sandigem Humus in der Hochalpenregion über 1800 m, sowie 
auf dem Dovrefjeld in Norwegen und im Kaukasus ziemlich selten. In Xord-Amerika, 
in Grönland, Canada, Californien, Colorado und den Bocky-Hountains hier und da 



S. XXI, 8, 
bild in natürlicher Gr< 
in Norwegen ges. Expl. 

3. Desmatodon obliquus Br. eur. 1843. 

Tortula suberecta Druium. 1828, Trichostomum C. Müll. 1849, Desmatodon Tortula 
Bruch, Desm. suberectus Limpr. 1890; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 262. 

Einhäusig; die 6 Blüten dicht unter den Q mit meist nur einem 
eiförmigen zugespitzten Hüllbl. und keuligen Paraphysen. Kleineren Formen 
des latifolius ähnliche, nur 2—10 mm hohe Raschen. Bll. feucht aufrecht ab- 
stehend, trocken etwas gedreht, aus breiterer, eiförmiger Basis kurz 
lanzettlich und zugespitzt, mit zurückgerolltem Eande und mehr oder weniger 
lang auslaufender Rippe, an der Spitze fein gezähnelt. Querschnitt der 
bikonvexen Rippe mit 2—4 medianen Deutern, 2 — 5 weiten Bauchzellen 
und Steroiden etc. Blattzellen der Basis hyalin, rektangulär und verlängert 
rektangulär-6 seitig, oberwärts rundlich 4— 6 seitig, nur 10— 14 u und beider- 
seits dicht papillös. Kapsel auf 5—15 mm langer, unten rötlicher und rechts, 
oben gelblicher und links gedrehter Seta aufrecht oder etwas geneigt, fast 
zylindrisch, und schwach gekrümmt, dünnwandig, mit bleibendem 1—2 zellreihigem 
Ring und kurz und stumpf geschnäbeltem Deckel von ] / 3 Urnenlänge, zuletzt 
kastanienbraun und schwach längsfurchig. Peristomzähne auf vortretender 
Basilärmembran bis zur Basis in paarweise genäherte, fadenförmige, 
einmal links gewundene, rotgelbe, fein papillöse Schenkel geteilt. Sporen 
18—24 u, ockergelb und papillös. Reife im Sommer. Br. eur., Vol. II, 
Tab. 136. 

Auf Kalkhumus und Glimmerschiefer im Hochgebirge über 1800 m, auch im 
Felsengebirge Nord-Amerikas, in Canada und Central- Asien ; von Funck auf der 
Pasterze in Kärnthen entdeckt. Von Krause auf der Tschuktschen-Halbinsel ge- 
sammelt. Selten. S. XXI, 6, a u. b) Bll., c) Kapsel, d) Peristom; gez. nach einem 
von J. Brei dl er auf der Lauschützalpe bei St. Michael im Lungau in Steiermark 
in 2300 m ges. Expl. 



cernuus (Hüben.) Br. eur. 1843. 

^ahlenb. 1812, Cynodo» Brid. 1819. 
I, Anacalypta inclinata N. v. F., 
iricnusmmuH, und»,. 1WI. Jr, mrtin«tuni V Müll. 1849, Tortula Lindb. 1879; cf. Rbh. 

Einhäusig; die d Blüten dicht unter den g mit 2 zugespitzten, oben 
mit einigen Zähnen besetzten Hülibll., ziemlich lang gestielten Antheridien und 
keuligen Paraphysen. Mehr oder weniger dichte, ausgedehnte, lebhaftgrüne, 
innen bräunliche, sowohl wenige mm, wie 2-3 cm hohe Rasen. Stämmchen 
ohne Zentralstrang. Bll. aufrecht abstehend, trocken etwas gedreht, die 
unteren kleiner und länglich, die oberen gehäuft und grösser, verhältnismässig 
schmal, länglich lanzettlich oder spateiförmig, gekielt und zugespitzt, mit 



wulstig gesäumtem, bis • über die Mitte umgerolltem Rande und in eine 
gezähnte Stachelspitze auslaufender Rippe, an der Spitze fein gezähnt. Quer- 
schnitt der Rippe mit 2 — 3 medianen Deutern ohne Begleiter und 2— 5, oft 
doppelschichtigen Bauchzellen. Blattzellen der Basis verlängert und wasserhell, 
am Saum enger und verdickt, auch oft in 2 — 3 Reihen 2 — 3 schichtig, ober- 
wärts etwa 20 u, rundlich 6 seitig und mit zerstreuten Papillen besetzt. Kapsel 
auf 1 — 1,5 cm langer, dünner, aufrechter Seta nickend bis horizontal, 
kurz eiförmig, engmündig und hochrückig, grünlichgelb mit 2 — 3zell- 
reihigem, lange bleibendem Ring und kurz und dick kegelig geschnäbeltem 
Deckel von ] / 3 Urnenlänge, entleert hellbraun, später kastanienbraun. Peristom- 
zähne rotgelb, auf vortretender Basilärmembran bis zu - ., in 2 oder 3 pfriemliche, 
hier und da verbundene oder ungleiche Schenkel geteilt. Sporen 30—37 |a, 
grünlich- bis gelblichbraun und fein warzig. Reife im Sommer. Br. eur., 
Vol. II, Tab. 134. 

Auf feuchten Mauern und Kalkfelsen, sowie auf Nagelfluh und kalkreichen 
Schieferfelsen durch die Berg- und Alpenregion von 450 bis 2000 m, auch an den 
Felsen der Meeresküste Skandinaviens, sowie in Asien, Canada und den Rocky- 
Mountains Nord-Amerikas; von Wahlenberg in Finnmark, und von Treviranus 
1826 auf dem Schiern bei Bozen in Tirol entdeckt. S. XXI, 9, a) 111.. b und c) 
Kapseln, d) Habitusbild, e) Blatt querschnitt; gez. nach einem von Dr. C, Schwarz 
bei Salzburg ges. Expl. 

5. Desmatodon Laureri (Schultz) Br. eur. 1843. 

TrichostomuM Schultz 1827. Torhtht hri/»irl.>s Hook. IK-JH. I Mi/motlon IHytfii Hartm. 
1843, Drsmat. nitrns Lielm*. 1 *:,:}. Trh-host«,,,!!,,, hitifulhon v. Hül» n. ls:j:i. Tortnla Lindh. 
1864; cf. Rbh. Kr. Fl. IV. Nr. 864. 

Einhäusig; die 6 Blüten dicht unter der 9 mit nur einem verkehrt 
eiförmigen, kurz zugespitzten Hüllbl. und keuligen Paraphysen. Paraphysen 
der 9 Blüten kürzer und nicht keulig. Gelbgrüne, dichte, sowohl wenige mm, 
wie bis 2 cm hohe, innen gelbrot filzige Raschen. Bll. aufrecht abstehend, 
trocken etwas gedreht, die unteren eilänglich, die oberen aus eiförmiger Basis 
breit lanzettlich bis zungenförmig und zugespitzt, kielig hohl, mit wulstig 
gesäumtem, umgerolltem Rand, flacher, schwach gezähnter Spitze und stachel- 
spitzig austretender Rippe. Querschnitt der letzteren plankonvex mit 2 bis 
3 medianen Deutern, 2—3 weiten Bauchzellen und im Übrigen mehr sub- 
stereiden Zellen, von denen sich die Rückenzellen kaum unterscheiden. Blatt- 
zellen der Basis dünnwandig, wasserhell und rektangulär bis verlängert 
rektangulär-6 seitig, 20 und mehr u, am Rand schmäler, linealiseh. gelblich 
und verdickt. 8—9 \x, in 2—3 Reihen doppelsehichtig, einen 2— 5 reihigen 
Saum bildend, oberwärts locker rundlich-6 seitig, etwa 20 u, und beiderseits 
mit hufeisenförmigen Papillen besetzt. Kapsel auf 8-12 mm langer, gedrehter, 
oben schwanenhalsartig gekrümmter Seta horizontal bis hängend, länglich 
ellipsoidisch, dünnwandig, rotmündig, mit 2 reihig sich ablösendem Ring und 
kleinem, meist stumpf und kurz geschnäbeltem Deckel. Peristomzähne fein 



— 328 — 

punktiert, gelbrot, auf vortretender Basilärmembran fast bis zur Basis in 2 
oder 3 fadenförmige, einmal links gewundene, hier und da verbundene Schenkel 
geteilt. Sporen 35—48 u, bräunlich bis rostfarben und grosswarzig. Keife 
im Sommer. Br. eur., Vol. II, Tab. 135. 

In humösen Felsspalten der Alpenregion des Hochgebirges über 2350 m, auch 
auf dem Dovrefjeld in Norwegen, sowie in Central-Asien und in Grönland, Colorado, 
Vancouver und den Rocky-Mountains von Nord- Amerika ; von Professor Laurer 
bei Heiligenblut in Kärnthen entdeckt. Selten. S. XXI, 10, a und d) Bll., 
b) Kapseln, c) Peristom, e) Blattquerschnitt; gez. nach einem von J. Breidler im 
Lungau in Steiermark auf dem Gipfel des Grosseck bei Muhr in 2420 m gesammelten 
Exemplar. 



5. Gatt. Aloina (C. Müll.) Kindb. 1883. 

Barbxda subg. Aloidella Schpr. 1856, Tortula Jur. 1882. 

Herdenweise wachsende, sehr kleine, kalkliebende, fast knospenförmige, 
an das Differential einer Aloe erinnernde, 1- oder 2 jährige Erdmoose mit sehr 
kurzem, meist einfachem Stengel ohne Zentralstrang. Bll. starr und dick, 
in der oberen Hälfte auf der Innenseite mit besonderen Assimilationsorganen, 
im Alter rötlichbraun, durch die eingebogenen Ränder hohl, an der Spitze 
oft kappenförmig, mit sehr breiter, hohler, flacher, fast die Hälfte des Bl. 
einnehmender, auf der oberen Innenseite mit gegliederten und dichotomisch 
geteilten Zellfäden besetzter, meist nicht austretender Rippe. Querschnitt 
der letzteren an der Insertion 3-5 schichtig, oberwärts mit Sterei'den zwischen 
Rücken und Bauchzellen, ohne Begleiter, und mit von den Bauchzellen nicht 
differenzierten Deutern; bei sämmtlichen Arten ziemlich gleichmässig gebaut. 
Blattzellen der einschichtigen Lamina glatt, unten wasserhell und rektangulär 
oder verlängert, oberwärts dickwandig, quadratisch oder querbreit, resp. breiter 
als hoch, gegen die Ränder entfärbt. Blüten zweihäusig, nur bei brevirostris 
polygam, mit knospenförmigen, terminalen Blüten; die ö mit kürzer gegliederten, 
etwas keuligen, die $ mit länger gegliederten, mehr fadenförmigen Paraphysen. 
Penchätialbll. grösser, sonst von den Laubbll. nicht verschieden. Kapsel auf 
verlängerter, unten rechts, oben links gedrehter Seta aufrecht und regelmässig, 
kurzhalsig, mit differenziertem Ring und geschnäbeltem Deckel. Hals mit 
Spaltöffnungen; Luftraum mit assimilierenden, einzellreihigen Längsleisten. 
Peristom aut niedrigem basalen Tubus mit 32 spiralig links (unter dem 
Mikroskope rechts) gewundenen, papillösen, nicht knotigen Peristomästen. Die 
einzelnen fadenförmigen, rundlichen Peristomäste bestehen aus 2 Reihen papillöser 
(innerer und äusserer) Platten, die infolge der Drehung mitunter neben einander 
zu liegen scheinen, so dass die Peristomäste stellenweise 2 zellreihig und rinnig 
erscheinen, wie bei dem Peristom von Barbul« „»„„imlut« (s XXVIII. 1). 

Die einzige bis 1879 aus Europa nicht bekannte Art dieser Gattung war 
nach Jaeg. und S .1/. ,v,/,, Ä >//„ aus den Anden Süd-Amerika«. Bis jetzt sind 
bereits 12 ausländische Arten dieser Gattung beschrieben 



1. Aloina brevirostris (Hook, und Grev.) Kindb. iss3. 

amblgua ähnliche, herdenweise vereinte, Imospenförmige Pfl&nschen mit stets 
anliegenden BU. Untere Bll. eirundlieh, die oberen aus kurzer, breiterer 
Basis verlängert elliptisch bis kurz zungenfürmig. mit stumpfer Spitze und bis 
zu derselben eingeschlagenen Rändern. Ohlorophyllhaltige. obere Blatt/.elb'n 
quadratisch oder querbreit, erstere etwa t'O u. die hyalinen, verlängerten Zellen 
der Basis dagegen etwa doppelt so breit. Kapsel auf 1 2 18 mm langer, 
rötlichbrauner Seta aufrecht, zylindrisch, matt glänzend, mit deutlichem Hals. 
3reihigem, stückweise sich ablösendem, groaszelligem King und kurz und 
schief geschnäbeltem Deckel von ' , L'rneidänge. Deckelzellen unter dem 
Mikroskope von links nach rechts aufsteigend. Haube fast bis zur Kapselmitte 
reichend. Peristomäste nur einmal links gewunden, purpurrot und paarweise 
genähert, auf getäfeltem, über den Hing vortretendem, rotem basalen Tubus. 
Sporen 14— 18 U, grünlichgelb odei gelbgrün und fein •:< Urnelt. resp. fast 
glatt. Reife im Oktober und November. Br. eur., Vol. II. Tab. L38. 

Auf feuchtem Lehmboden und sandigem Thonboden. an Wegrändern und 
Flussufern, durch die Ebene bis in die Alpenthäler selten, auch in Skandinavien und 
England, sowie in dem Felsengebirge Nord-Amerikas, in Grönland, Oanada, British- 
Columbien und Spitzbergen. Nach Arne 11 im Jeniseithale Sibiriens sowohl in der 
nördlichen Waldregion (63° n. Br.) wie in der arktischen Kegion bis 71° 60' n. Br. 
ziemlich häufig. S. XXI, 4, a) obere, a 1 ) untere Bll., b) Haube, c) Kapsel; gez. 
nach von Bruch bei Zweibrücken gesammelten Exemplaren, d u. e) var. ßrtidUri 

Var. Brei dl er i Limpr., mit kürzeren, nur an den Seiten eingerollten Bll., 
deren stumpfe Spitze nicht kappenförmig ist, und mit kürzerer, meist hochrückiger 
Kapsel — von J. Breidler 1878 auf dem Speiereck im Lungau in 2400 m 
gesammelt. 

2. Aloina rigida (Hedw. ex p. Schnitz) Kindb. L883. 



Zweihäusig; die kleinen ' PHänz.hen zwischen den gesellig vereinten • . 
Bll. aufrecht abstehend, trocken einwärts gekrümmt, aus breiterer Basis länglieh 
elliptisch mit eingebogenen Rändern und meist kappenförmiger, stumpfer, 
selten in ein Haar auslaufender Spitze, in der Regel kürzer als bei den beiden 
folgenden Arten, mit denen der Bau ihrer Rippe nach dem Querschnitt über- 
einstimmt. Blattzellen wie bei voriger Art. Kapsel auf 1—1,6 cm langer, 
rotbrauner Seta aufrecht, eilänglich, braun, matt glänzend, kurzhalsig. mit 
spiralig sich abrollendem, 2 — 3 zellreihigem Ring und geschnäbeltem Deckel 
von halber Urnenlänge. Haube fast bis zur Kapselmitte reichend. Peristom- 
äste rötlich, auf gelblichem, über den Ring vortretendem basalen Tubus 2 bis 



— 330 — 

3 mal gewunden. Sporen 11—16*1, grünlichgelb und glatt. Reife im Spät- 
herbst und Winter. Br. eur., Vol. II, Tab. 137. 

Auf kalkig-lehmigem Boden, an Wegrändern, Böschungen, Elussufern und auf 
erdbedeekten Mauern von der Ebene bis in die Alpenregion in 1360 m verbreitet 
und auch aus dem Kaukasus und Tibet in Asien, aus Algier in Afrika, aus Canada, 
Colorado und den Rocky-Mountains in Nord-Amerika bekannt; von Schreber bei 
Leipzig entdeckt. 

Var. obtuaa Jur., mit kürzeren, stumpfen Bll. — auf Donauschlamm bei Wien; 

var. mucronata Schpr., mit kurz stachelspitzigen Bll. und 

var. pUifera Schpr., mit in ein Haar auslaufenden oberen Bll. — mehr im 
Süden. S. XXI, 1, a) Bl., b u. c) Kapseln, d) Bl. der var. mucronata, e) Habitus- 
bild; gez. nach dahier bei Laubach und von H. Müller auf Kalkfelsen in Westfalen 
gesammelten Expll. 



ö. Aloina ambigua (Br. eur.) Limpr. 1890. 

Bryum ericaefolium Neck 1770, Barbula rigida Hedw. 1785, Barbula Br. eur. 1842, 
'£"'"£' ^ ,r J M4 - Tort ericaefolia Lindb. 1879, Aloina ericaefolia Kindb. 1883; cf. Rbh. 

Zweihäusig. Etwas kräftiger als vorige Art. Bll. feucht sternförmig 
ausgebreitet, aufrecht abstehend, trocken hakig eingekrümmt, aus eiförmiger 
Basis lineal-lanzettlich, mit hakig eingebogener, meist stumpflicher Spitze. 
Querschnitt der Rippe ähnlich wie bei den vorigen Arten. Die chlorophyll- 
haltigen Blattzellen etwas grösser als bei vorigen Arten und aufwärts meist 
querbreit. Kapsel auf 1-1,5 cm langer, unten roter, oben gelblicher, zuletzt 
rotbrauner Seta aufrecht, zylindrisch, glänzend braunrot, mit bleibendem, 
schmalem, l-2zellreihigem Ring und stumpf kegelig geschnäbeltem Deckel 
von / — / Urnenlange, entdeckelt unregelmässig längsrunzelig. Haube kaum 
über den Urnenrand reichend. Peristomäste auf bleichgelbem, 5zellreihigem 
basilaren Tubus einmal gewunden. Sporen 14-18 u, grünlichgelb und glatt. 
Reife im Spätherbst und Winter. Br. eur., Vol. II, Tab. 139. 



Auf Löss, Lehm und 
ähnlichen Standorten 



sandigem Thonboden, auf Erdblössen, an Wegrändern u.s.w., 
gida, mehr durch das mittlere Europa zerstreut, 
Nach 



jedoch auch m Skandinavien, England, Spanien, Persien, Tunis und Algier. 
Äenauld und Cardot auch aus British-Columbien und den Rocky-Mountains von 
Nord-Amenka bekannt. Von Arnell bei Krasnojarsk in Sibirien unter Weiden- 
gebusch auf dem Schlammufer des Jenisei-Flusses gesammelt. S. XVII, 15, Blatt- 
querschmtt und XXI, 3, a) Bll., b) Kapsel, c) Haube; gez. nach bei Da mstadt 



IV. Nr. ■>:>; 



Aloina aloides (Koch] 

1823, Barbula Bruch 1 



Zweihäusig. Bll. etwas schmäler und länger als bei voriger Art, aus 
eiförmiger Basis lineal-lanzettlich, mit scharfer, selten kappenförmiger Spitze 



und nach der Mitte sich erweiternder Rippe, zuweilen über der Basis etwas 
verengt. Querschnitt der Rippe wie bei den vorigen Arten. Die chlorophyll- 
haltigen oberen Blattzellen etwas grösser als bei rigida, die quadratischen 
etwa 15 u, die meisten jedoch querbreit. Kapsel auf 1,5 cm langer, purpur- 
roter Seta schwach geneigt bis fast horizontal, verlängert ellipsoidisch oder 
zylindrisch, leicht gekrümmt und etwas hochrückig, mit 1— 2zellreihigem, 
sich nur in einzelnen Zellen ablösendem Ring, deutlichem Hals und dünn 
geschnäbeltem Deckel von mindestens \ Urnenlänge, entdeckelt längsrunzelig. 
Haube etwas über den Urnenrand, oft fast bis zur Urnenmitte reichend. 
Peristomäste auf niedriger, meist einzellreihiger, über den Ring nicht vor- 
tretender Basilärmembran nur einmal gewunden, gelbrot. heller, als bei ambigma, 
trocken eingekrümmt, an der Spitze zusammengedreht. Sporen grösser als 
bei vorigen Arten, meist 18—25 u, grünlichgelb und glatt. Reite im Spät- 
herbst und Winter. Br. eur., Vol. II, Tab. L39. 

An Mauern, verwitterten Felsen und auf sandig-lehmigem Boden, vorzugsweise 
im mittleren Europa, seltener als vorige Art, häufiger in Spanien, Italien und dem 
südlichen Frankreich, sowie in Algier; von Koch 1823 bei Kaiserslautern in der 
Rheinpfalz entdeckt. S. XXI, 2, a u. b) Bll., c) Kapsel, d) Habitusbild; gez. nach 
bei Auerbach und Zwingenberg an der Bergstrasse (Hessen) und von Bruch bei 
Zweibrücken ges. Expll. Übergangsformen zwischen dieser und den vorhergehenden 
Arten nicht selten. 



6. Gatt. Crossidium Jur. 1882. 

Chloronotus Vent. 1868, Barb. sect, Argyroharhula C. Müll. 1819. 

Ausdauernde, kalkliebende Moose in grau schimmernden Polstern, mit 
gabelig geteilten, schopfig beblätterten Stengeln. Stämmchen mit Zentral- 
strang, aber ohne Tüpfelgewebe. Bll. in der oberen Hälfte auf der Innenseite 
mit besonderen Assimilationsorganen, die Schopfbll. abstehend, trocken anliegend, 
hohl, breit eilänglich oder oval, stumpflich oder zugespitzt, mit verhältnis- 
mässig schmaler, in ein langes, helles Haar auslaufender Rippe, deren obere 
Innenseite mit gegliederten und diebotomisch verzweigten Zellfäden 
bedeckt ist. Querschnitt der Rippe oberwärts mit 2 medianen Deutern und 
einer Begleitergruppe nebst Substereiden zwischen den Aussenzellen. 
Lamina nächst der Rippe zuweilen doppelschichtig. Blattzellen glatt und 
dickwandig, unten quadratisch oder rektangulär und weniger verdickt, oben 
mehr oval oder queroval und stärker verdickt. Blüten ein- und zweihäusig 
mit fast keulenförmigen Paraphysen. Perichätialbll. nicht verschieden, die 
inneren kleiner. Kapsel auf verlängerter Seta aufrecht und regelmässig, 
länglich ellipsoidisch oder etwas geneigt und schwach gekrümmt, mit kegelig 
geschnäbeltem Deckel und meist bleibendem Ring. Haube kappenförmig, bis 
zur Urnenmitte reichend. Peristom etwas unregelmässig, sonst wie bei Barbula. 
Sporen klein und glatt. 

Außereuropäische Arten sind nur 3 bekannt. 



- 332 — 

lamigerum (Viv.) Jur. 1882. 

Barbuh, Vir. 1804, Tortnla ehloronotus Brid. 1806, Tor?, membranifolm Hook. 1818, 
Äir&«fo membranifolia Schultz 1823. Ih>*>,„,todo,< diloronotus Mitt. 1859, Torfcda De Not 
1862; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 258. 

Einhäusig; die d Blüten am Grunde des Perichätiums oder in einer 
Gabelung mit 1 oder 2 eiförmigen, in eine kurze dünne Spitze ausgezogenen, 
rippenlosen flüllbll. Dicht polsterförmige, 2 mm hohe, graue Raschen. Bll. 
hohl, breit eilänglich und zugespitzt, fast 3 eckig, flachrandig, am Hand und 
an der Spitze entfärbt, mit am Rücken rauher, als schwach gezähntes 
hyalines Haar austretender Rippe. Zellfäden auf der oberen Innenseite der 
Rippe mit 2 oder mehrspitzigen Endzellen. Lamina nächst der Rippe 
oberwarts oft doppelschichtig. Blattzellen an der Basis kurz rektangulär, bis 
über 20 u, in der Mitte des Bl. mehr quadratisch, 15 u. und queroval, 10 bis 
12 u und verdickt, in der hyalinen Spitze verlängert rhombisch und mit 
schmälerem Lumen. Kapsel auf 1-2,5 cm langer, dünner, gelber bis rötlicher, 
unten rechts, oben links gedrehter Seta aufrecht, länglich ellipsoidisch, oft 
etwas gekrümmt, dunkelbraun, mit 3reihigem, höchstens in einzelnen oberen 
Zellen sich ablösendem Ring und lange bleibendem, kegelig geschnäbeltem 
Deckel von %-V^ TJrnenlänge. Deckelzellen spiralig links aufsteigend, resp. 
unter dem Mikroskop von links nach rechts. Peristomäste auf 6 zellreihigem, 
getäfeltem basilären Tubus 2 mal links gewunden, mit etwas stärkerer Innen- 
schicht, gleichsam aus bisquitförmigen Platten zusammengesetzt. Sporen 12 
bis 14 m, grünlichgelb und glatt. Reife im März und April. Br. eur., 
Vol. II, Tab. 140. ' 

An sonnigen Mauern, auf Kalkgeröll und kalkhaltigen Felsen in der Ebene 
und Bergregion des mittleren und südlichen Europas bis 1650 m. Nördlichster 
Standort bei Heidelberg in Baden und in Hessen-Nassau, häufiger im Süden. Auch 
aus dem Kaukasus, Kleinasien, Persien, Colorado, Californien, Afrika und von der 
Insel Teneriffa bekannt, fehlt dagegen in Britannien und Skandinavien. S. XVII, 14, 
a) Blattquerschnitt, b) Peristom und XXII, 8, a) Bl., b) Kapsel; gez. nach einem 
von J. Ihenot im südlichen Frankreich ges. Expl. 

Yar gnseum = Crossidlum grismm Jur., mit am Rücken glatter, in ein 
kürzeres, glattes Haar auslaufender Rippe, kürzerer, höchstens 1 cm langer, dicker 
Seta leicht abfallendem Kapseldeckel mit nicht spiralig geordneten lellen und 
unvonkommen ausgebildetem Peristom (mit niedriger Basilärmembran und nur bis 
zu -Mitte des Deckels reichenden unregelmässig gespaltenen oder durchbrochenen 
fn. r^r, T ^T 11 Kalk " UDd Doloraitfel <*a bei Wien, Triest etc., in Syrien 
und Central-W Nach Schimper mehr forma depauperata von ^ 

Der Blattquerschnitt besitzt nach Limpr. (Rbh. Kr. Fl. IV v. 1890, 8. 644) 
nur einschichtige Laminazellen. 



id. ex p. Bruch) Limpr. 1890. 



Zweihäusig; die 6 Blüten mit breit eiförmigen, kurz und stu 
zugespitzten inneren Hüllbll. Habituell der vorigen Art ähnliche, 
niedrigere, freudiggrüne, grau schimmernde Raschen. Schopfbll. 
abstehend, trocken knospenförmig zusammengelegt, sehr hohl, eilängli 
abgerundeter Spitze, sowie von der Mitte an zurückgerolltem Rand 1 
kurzes glattes, oft geschlängeltes Haar austretender Rippe. Blattxellen 
an der Spitze noch an den Rändern entfärbt, kaum verdickt. 
Basis kurz rektangulär, bis 20 u, nach den Rändern und oberwärt! 
quadratisch und schmäler, nur 8—11 u. Assimilierende Zclllnden :i 
oberen, inneren Seite der Rippe minder zahlreich als bei voriger A 
spitzen oder nur undeutlich zweispitzigen Endzellen. Kapsel auf meis 
8 mm langer Seta aufrecht oder schwach geneigt, länglich elli|isoidis ( 
»■ilänglieh, dunkel rotbraun und derliwandig, mit 2- -.'l/.ellreihig sich ahlö 
Ring und kegelig geschnäbeltem Deckel von halber Urnenlänge. IV 
äste auf mehrzellreihiger Basilärmembran 1 — 2 mal gewunden. Spnrei 
10 |n, gelblich bis olivengrün und glatt. Reite im Frühling. Hr. .Mir.. \ 
Tab. 141. 

An Mauern In den Ländern um das Mittelmeer, bei Caghari in Sanlini 
im südlichen Frankreich, sowie auch aus Colorado in Nord-Amerika, Algier in 
und Afghanistan in Asien bekannt. Seltener als vorige Art. S. XXII, 
h) Kapsel, c) Peristom; gez. nach einem von Dr. Krause auf Teneriffa gesar 
Exemplar. 



Hedw. 1782. 

See-t. Unguinüufar, Hevdutue vt Concuhih,,- Br. ,-ur. 1*4l>. 

Habituell an ZHdymodon sich anschliessende, dichte, tiefe, selten verfilzte 
Rasen bildende Moose mit gabelästigen Stengeln und glatten Wurzelhaaren. 
Stämmchen mit Zentralstrang und Tüpfelgewebe. Bll. eilänglich bis lineal- 
lanzettlich, nach oben allmählich grösser, mit zurückgerolltem, selten 
flachem Rande und kräftiger, in der Spitze endender oder austretender Rippe. 
Querschnitt der letzteren mit 4— Ö medianen Deutern und meist doppelten. 
'Sterei'denbändern, jedoch ohne Begleiter. Blatt/eilen «.herwärts sehr klein 
und undeutlich, verdickt und meist dicht papillös. nach der Basis zu etwas 
erweitert, gelblich, quadratisch oder rektangulär, nur bei mgmeulata 
wasserhell. Blüten zweihäusig. terminal knospenförmig mit fadenförmigen 
Paraphysen. Haube lang geschnäbelt kappenförmig. meist bis zur l rnenmitte 
reichend. Kapsel auf verlängerter Seta aufrecht oder schwach geneigt, 
eilänglich bis zylindrisch, regelmässig oder schwach gekrümmt, mit und ohne 
differenzierten Ring und mit kegelig geschnäbeltem Deckel. Peristom unter 
der Urnenmündung inseriert, mit 32 fadenförmigen, 1 — 4 mal links 
gewundenen papillösen Ästen auf niedrigem basalen Tubus, nur bei 
bicolor rudimentär. Sporen (exkl. Metfor) klein und glatt. 

Ausländische Arten dieser Gattung sind bereits mehr als 230 bekannt. 



A. Eubarbula. 

Perichätialbll. von den angrenzenden wenig verschieden. 

1. Barbula unguiculata (Huds.) Hedw. 1782. 

Bryum Huds. 1762, Bryum Knoides Dick«., Mottia Schrank 1789, Tortula üoth 1800, 
Bryum mucronulatum Diuks. 179;). Torf ida mucronulata Sw. 1799. Tortula humilis Turn. 1804. 
T. dwftio P. ßeauv. 1805; cf. ßbh. Kr. PI. IV, Nr. 241. 

Zweihäusig und meist gemischtrasig; Blüten mit faden-keulenförmigen 
Paraphysen. Ausgedehnte, 0,5 — 3 cm hohe, gelblich- bis schmutziggrüne, nicht 
filzige Rasen mit rötlichen, gabelteiligen, runden Stengeln. Stämmchen mit 
grossem Zentralstrang. Bll. feucht aufrecht abstehend, trocken einwärts 
gekrümmt und gedreht, aus eiförmiger oder elliptischer Basis verlängert 
lanzettlich bis zungenförmig, schwach gekielt, mit abgerundeter Spitze, bis 
über die Mitte zurückgerolltem Rand, und stachelspitzig austretender Rippe. 
Querschnitt der letzteren mit 4 grossen medianen Deutern, 2 Stere'idenbändern 
und wenig differentiierten, am Rücken vorgewölbten oder auch oberwärts 
papillösen Aussenzellen. Blattzellen der Basis verlängert rektangulär-6seitig 
oder rektangulär und wasserhell, allmählich in die dickwandigeren, oben 
rundlich quadratischen, dicht papillösen übergehend, aufwärts 8—10 u. 
Perichätialbll. meist schmäler und länger, und mehr zugespitzt. Haube nur 
7 8 der Urne bedeckend. Kapsel auf 1—1,5 cm langer, roter, meist rechts 
gedrehter Seta aufrecht, länglich ellipsoidisch bis zylindrisch, selten etwas 
gekrümmt, ohne differentiierten Ring, mit kegelig geschnäbeltem Deckel von 
halber Urnenlänge. Peristomäste auf nur wenig vortretendem, basilärem Tubus 
3— 4 mal gewunden, purpurrot und dicht papillös. Sporen 9—12 u, gelbgrün 
und glatt. Reife im Winter und zeitigen Frühjahr. Br. eur., Vol. II, 
Tab. 142 und 143. 

An Wegen, Grabenrändern, auf Äckern' und sonstigen Erdblössen, sowie auf 
Mauern überall häufig, über den ganzen Erdkreis verbreitet und in den Alpen bis 
2100 m aufsteigend; von Dillen bei Giessen 1718 entdeckt. Nach Arn eil in 
Sdurien längs des Jenisei bis in die arktische Region in 69° n. Br. zerstreut, jedoch 
von Spitzbergen und Grönland nicht bekannt. S. XXVIII, 1, Kapsel mit Haube 
und Peristom, sowie XXII, l, a) Bl., b) Kapsel, c) Habitusbild, d) Bl. der var. 



e) Kapsel 
Var. eunpidata (Schultz) Schpr., mit schmäleren, länger zugespitzten 
längerer Stachelpitze; 



dahier bei Laubach ges. Expll. 
eren, länger zugespitzten Bll. 

(Hedw.) Schpr., mit abgerundeter Blattspitze und längerer 



Stachelspitze 

var. microcarpa (Schultz) Schpr., mit verlängerten, die kleine eiförmige Kapsel 
fast erreichenden Innovationen; 

fc-lST (Schult2) Schpr -' mit stu " , p fe ° B "-™ i *»«««■ «•«■* 

Ändert je nach dem Standort in den verschiedensten, in einander übergehenden 
Formen mehr „der wen.ger ab und wird von Brothern, wegen der an der Basis 
•che.o.gen BU. als Sect. Helico,,o gm Mitt. von den nachstehenden Arten getrennt. 



2. Barbula fallax Hedw. 1787. 

Mollia Schrank i7H«t. />Y///o/, Dirks. 17!»3. rorfoto Schrmd, 1796, ZW. Stofani Tum 
1804, Tort, imberbis Sm. 1804. Barbula imbednt Broekm. L86Ö; et Etbb Kr PI IV. \> •_<!•_' 

Zweihäusig, in meist getrennten d 1 und 9 , schmutzig- bis britanliebgrfinen, 
ausgedehnten, lockeren, nicht filzigen, 1—4 cm hohen Rasen. BD. trocken 
einwärts gebogen und schwach gedreht, angefeuchtet sich rasch zurückkrümmend, 
feucht leicht gebogen abstehend, aus breiter, eiförmiger Basis lanzettlich 
bis lineal-lanzettlich, allmählich zugespitzt, gekielt, am Rand bis über die 
Mitte um gerollt, längs desselben an der Basis mit einer Falte, sowie mit 
bräunlicher, von der Basis aus allmählich verschmälerter, in der scharfen 
Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 4 kleinen medianen 
Deutern und fast homogenen übrigen, resp. papillösen Aussenzellen. Blattzellen 
an der Basis nur massig verdickt, durchsichtig, kurz rektangulär bis quadratisch, 
mit runden Ecken, die übrigen dickwandig, 7 — 9 u, rundlich, mit nur wenigen 
3 eckigen oder querovalen gemischt und dicht papillös. Perichätialbll. aus 
halbscheidiger Basis lineal-lanzettlich. Kapsel auf 1 1,5 Cm langer, roter, 
rechts gedrehter Seta aufrecht, eilänglich, allmählich verschmälert oder fast 
zylindrisch, mit nur angedeutetem, bleibendem Ring und Behr lang gesehnäheltem 
Deckel von fast Urnenlänge. Peristomäste auf sehr niedriger, kaum vor- 
tretender Basilärmembran 3— 4 mal gewunden, gelbbraun und papillös. Sporen 
10—14 u, grünlichgelb und glatt. Reife im Spätherbst und Winter. Br. eur M 
Vol. II, Tab. 147. 

Auf kalkig-thouigem Boden, an Wegrändern und Böschungen, an Mauern und 
kalkhaltigen Felsen, auch gern auf Melaphyr, von der Ebene bis in die Voralpen- 
region, sowohl in Europa wie in Nord-Amerika häufig, seltener in der Alpenregion 
bis 2200 m; von Dillen bei Giessen und Hedwig bei Chemnitz entdeckt. Nach 
Brotherus auch aus dem Kaukasus, nach Bescherelle aus Algier und Tunis 
bekannt. Nach Arn eil im Jeniseithale Sibiriens bis in die subarktische Region 
zerstreut. S. XXIII, 8, a und b) B1L, d) Kapsel; gez. nach bei Darmstadt ges. 
Exemplaren. 

Var. brevicaulis Schpr., mit kürzeren Stengeln, kleineren, am Bande schwach 
welligen Bll. und kurz gesehnäheltem Kapseldeckel; 

var. brevifolia Schpr., in höheren, dichten Rasen mit schlanken Stengeln und 
kurzen, eilanzettlichen Bll. — mehr auf Kalk. S. XXIII, 8, c) Bl.; gez. nach 
einem von H. Graf zu So lms- Laubach hei Rüdersdorf in der Mark Brandenburg 
(Preussen) ges. Expl. 

3. Barbula reflexa Brid. 1819. 

Tortula Brid. 1806, B. fallax ; 
recurvifolia Schpr. 1856, Tortula rec 
cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 243. 

Zweihäusig, in lockeren, bräunlichgrünen oder rotbraunen, bis 8 cm 
hohen Rasen. Bll. trocken locker anliegend, angefeuchtet sich hakenförmig 
zurückkrümmend, feucht allseitig sparrig sichelförmig abstehend, aus 
breit eiförmiger Basis lanzettlich, allmählich zugespitzt, meist etwas kürzer und 



breiter, als bei faUax, scharf gekielt, an der Basis mit starker Längsfalte 
und in der unteren Hälfte mit breit zurückgebogenem Rand, sowie mit 
rotbrauner, ziemlich gleichbreiter, in der Spitze endender Rippe. Quer- 
schnitt der letzteren mit fast homogenen Zellen, die 2 Deuter kaum grösser 
als die 4 Bauchzellen. Blattzellen fast alle gl eich gross, etwa 8 u, stark 
verdickt, beiderseits dicht papillös, rundlich und queroval, nur an der Basis, 
zwischen Rippe und Falte einige Reihen kurz rektangulär und 9 u. Kapsel 
auf 1 cm langer, roter, rechts gedrehter Seta wie bei fallax. Peristom nur 
einmal links gewunden. Sporen 7—10 u, oder auch 10—15 u, gelbgrün und 
glatt. Reife im Winter und zeitigen Frühjahr. 

An feuchten Kalkmauern und kalkhaltigen, erdbedeckten Felsen von der 
niederen Bergregion bis in die Alpenregion in 2400 m, auch in Britannien und 
Finnland verbreitet; von Schimper 1843 bei Berchtesgaden entdeckt. Nach 
Benauld und Cardot auch aus Canada, Colorado und New-Jersey in Nord-Amerika 
bekannt. Früchte selten. S. XXIII, 7, a u. b) Bll., c) Kapsel; gez. nach bei 
Auerbach an der Bergstrasse (Hessen) in einem Kalksteinbruch ges. Expll. 

Var. robusta Braithw., eine kräftigere Form aus England. 

Barbula Blyttii Schpr, welche Schimper im Jahre 1865 am Fusse des 
^romaglown bei Killarney gesammelt, soll nach Salmon (Rev. br. vom Jahr 1891, 
b. olj nur eine Form von Amphm-idium Mougeottü sein, 
ideuti ra,eUS ° "* B " rt ' ala Woodii Sch P r ' aus ^gland rait AmpMdium Mouoeottk 

4. Barbula vinealis Brid. L826. 



Zweihäusig; die Hüllbll. der Blüte aus rundlieh eiförmiger hohler 
Basis rasch lineal-lanzettlich. Bräunlichgrüne oder rötlichbraune, ziemlich 

icite. 1-3 cm hohe, an fallax erinnernde Rasen. Untere Bll. kleiner, die 
oberen schopfig, trocken locker anliegend und einwärts gebogen, feucht auf- 
reent abstehend und verbogen, aus kurzer, eiförmiger Basis verlängert 

anzettheh und fast pfriemenförmig zugespitzt, gekielt, mit in der Mitte 
unigerolltem Rand und gelbbrauner, bis gegen die Mitte ziemlich gleichbreiter, 
in der Spitze endender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 4 medianen 
sin) ! W h n™ T t UIKl 38Chichti S en Bauchzellen nur wenig verschieden 
n h ^t Sehr klein ^dratisch, 5-7 u, schwach verdickt und papillös, 

nach der Basis zu etwas erweitert, kurz rektangulär und quadratisch, 10 13 J 
am Rand jedoch mehrere Reihen kleiner. Perichätialbll. aus halbseheuliger. 
Z^ttTrt^ r ähDter EaSlS VerläD « er1 ^ ttlic-h-pfriemenfdrmig, 
mit austretender Rippe. Kapsel anf 1-1,5 cm langer roter rechts gedrehter 



^ ±lJLJl _. iviijiM.'i all! 1 — 1 .> (III I'!M"i !' |-( t, |- i-pnl.t i off] 

Seta eilänglich, rotbraun, mit differenziertem 2— 3zeU 

lösendem Ring und kegelig geschnäbelt, ,„ l M . k ~.| vi',, 
Fenstomäste rötlichgelb, auf etwas vortretender Baalärm ml 



— 337 — 

Auf kalkigem Sandboden, an Mauern und verwitterten Kalk-, Melaphyr-, Sand- 
stein- und Schieferfelsen durch die Ebene und niedere Bergregion bis nach Scbweden 
und Finnland verbreitet, auch in Nord-Amerika, Algier und Asien nicht selten; 
von AI. Braun 1822 an Weinbergsmauern bei Durlach in Baden entdeckt. Fehlt 
in den Alpen über der Grenze des Weinstocks; Früchte selten. S. XXIII. 11. 
a u. b) Bll., c) Kapsel; gez. nach an der Bergstrasse zwischen Darmstadt und 
Heidelberg ges. ExplI. 

Var. cylindrica (Tayl.) Boulay = Tortula insulana De Not., in lockeren, 
grünen oder gebräunten Rasen. Obere Bll. viel länger und schmäler, schopfig gehäuft, 
trocken gekräuselt, feucht flatterig und verbogen abstehend, mit schwächer um- 
gerolltem Rand und fast bis zur Spitze gleichbreiter Rippe. Querschnitt der 
letzteren unten mit 4 grösseren medianen Deutern, oben mit nur 2 medianen Deutern. 
Kapsel auf langer, dünner Seta aufrecht und cylindrisch. — Findet sich auf feuchter 
sandig lehmiger Erde oder an Felsen in der Ebene und Hügelregion zerstreut, von 
Tunis, Algier und Sardinien bis nach Irland, häufiger auf mergeligem Basaltboden 
und an feuchten schattigen Basaltfelsen im Vogelsberg, jedoch daselbst meistens 
steril. S. XXIII, 12, a u. b) Bll., c u. d) Blattquerschnitte, e) alte Kapsel; gez. 
nach bei Laubach auf Erde und an schattigen Felsen ges. Expll., die Kapsel nach 
einem Expl. aus Italien. 

5. Barbula revoluta (Schrad.) Brid. 1801. 

Tortula Schrader 1796; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 246. 

Zweihäusig, in getrennten ö und O, dichten, lebhaft grünen, innen rost- 
farbenen, 0,5 — 1 cm hohen, habituell der B. corwoluta sehr ähnlichen Rasen 
mit büschelästigen Stengeln. Bll. feucht starr aufrecht abstehend, trocken 
einwärts gebogen und gedreht, resp. am Stengelende fast korkzieherartig 
spiralig gedreht, die unteren kleiner, die oberen aus fast gerader Basis lineal- 
lanzettlich bis linealisch, stumpf mit oberwärts, soweit die chlorophyll- 
reichen Zellen reichen, spiralig umgerollten Rändern und in der stumpfen 
Spitze endender oder als kurzes Spitzchen austretender Rippe. Querschnitt 
der letzteren bikonvex, mit 4 medianen Deutern und 2— 3schichtigen Bauch- 
zellen etc. Blattzellen massig verdickt, oberwärts klein, 8—9 u. rundlich oder 
queroval und papillös, nach der Basis zu allmählich erweitert, gelblich, quadratisch 
und kurz rektangulär, 10— 14 u und 2— 3 mal so lang als breit. Innere 
Perichätialbll. halbscheidig, fast flachrandig und dünnrippig. Kapsel auf 
1—1,5 cm langer, rechts gedrehter, unten roter, oben gelber Seta aufrecht, 
länglich ellipsoidisch, rötlichbraun, mit differenziertem, ablösbarem Ring und 
lang geschnäbeltem Deckel von halber Urnenlänge. Peristomäste auf bleichem, 
vorragendem, 5 zellreihigem basilären Tubus kaum 2 mal gewunden, hell 
rötlichgelb bis bräunlich und papillös. Sporen 7—9 u, gelb und glatt. Reife 
im Frühjahr. Br. eur., Vol. II, Tab. 153. 

An Mauern und auf Mauerkronen, sowie an kalkhaltigen Felsen im südlichen 
und mittleren Europa, auch im nördlichen Afrika und Persien, seltener nördlich, durch 
die Ebene und niedere Bergregion verbreitet; wird schon von Dillen in der Hist. 
musc. v. 1741 erwähnt. S. XXIII, 5, a— c) Bll., d) Kapsel, e) Blattquerschnitt; 

Roth, Die europäischen Laubmoose. I. 



gez. nach bei Zwingenberg und Seeheim an der Bergstrasse zwischen Darmstadt 
und Heidelberg ges. Expll. Findet sich zuweilen auch dahier bei Laubach mit Frucht. 
In Skandinavien und auf Gothland ist Barbula revoluta durch die nahe ver- 
weiche gleichsam die Mitte hält zwischen 



6. Barbula Hornschuchiana Schultz 1823. 

B. revoluta Wob. und M. 1807. Tortula revoluta Hook und Tay! 1818, Tortula De 
Not. 1838; Tort, revoluta rar. ßrid. 182«; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 247. 

Zweihäusig, in lockeren, leicht zerfallenden, gelblich- bis bräunlichgrünen, 
5 — 15 mm hohen Häschen mit gabelig bis büschelig geteilten Stengeln. Untere 
Bll. klein, die oberen grösser, gedrängt abstehend, trocken einwärts gedreht, 
gekielt, lanzettlich und scharf zugespitzt, mit umgerolltem Rand und 
stachelspitzig austretender, an der Basis schwächerer Kippe. Querschnitt 
der letzteren oben bikonvex, mit 2 medianen Deutern, 2—4 Bauchzellen* 
wenigen unteren Stereiden und differenzierten Rückenzellen. Blattzellen schwach 
verdickt, oben rundlich und nur wenig papillös, 7—9 u, in der Mitte oft quer- 
oval, nach der Basis zu nur wi 



, 10 — 15 u, quadratisch oder kurz 
rektangulär. Innere Perichätialbll. grösser, aus halbscheidiger Basis lanzettlich 
und flachrandig, fast pfriemlich zugespitzt. Kapsel auf 5-10 mm langer, unten 
roter, oben gelber rechts gedrehter Seta aufrecht, schmal eilänglich oft 
schwach gekrümmt, mit differentiiertem 1- und 2zellreihig sich ablösendem Ring 
und lang geschnäbeltem Deckel von mindestens halber Urnenlänge. Peristom- 
aste auf gelbem, über den Ring vortretendem basalen Tubus bis 2 mal gewunden 
Sporen 7-10 u, hell gelbgrün, in Masse gelb, und ,l ;itt . k,ife im Frühjahr. 
Br. eur., Vol. II, Tab. 148. 

Auf sandig-lehmigem oder kalkig-thonigem Boden an Gräben und Wegrändern 
oder auch auf Mauerkronen durch die Ebene und Hügelregion bis in die Voralpen 
zersreut sowie auch im nördlichen Afrika verbreitet, auf Basaltboden bei Laubach 
fruchtend; von C. F. .Schult, auf sandigen Hügeln in Mecklenburg entdeckt. 
S. \XIII,4, a und b) Bll., c) Kapsel, d) innerstes Perichätialbl; gez. nach dahier 
bei Laubach ges. Expll. 8 

7. Barbula gracilis (Schleich.) Schwgr. 1811. 

Kr. Fl.^ M Xr S 248 eiCh ' 18 ° 7 ' ™" "* ** 18 ° 6 ' BMa «^ Eri d. 1819 = * »*■ 
der /afite^ 8 ^ 8 ^ mei8t gGtrennten ä und 9 ßasei i; die inneren Hüllbll. 

rötlichbrare^dicir l^c^lJ^^^ ??T 0U ^™° bis 
dünnpn St. 1 D,,' , ° 6 RaSen mit g^chmässig beblätterten, 

Wn end li b, f , *£? ^ "******' -buchtet ^ etwas zurück- 
krummend feucht steil aufrecht abstehend, aus eiförmiger Basis fast pfriemlich 
Rinne „ndTT 8 ™ rschmal f rt > Stielt mit kräftiger, stumpflich austretender 
V des Bll ^ * UrÜCkgeSchla * enem B«A Pfriemenspitze höchstens 

4-tLd™ TT n ^ e r ChnittderRi PP e ™ ten mit 4 meinen Deutern, 
kleineren Bauchzellen, schwach differenzierten Rückenzellen und 2 Stereiden- 



bändern, oberwärts mehr homogen und dickwandig. Blattzelle, 
4-6 seitig 6-9 u, dickwandig und glatt, nur an der Insertion et 
quadratisch oder auch neben der Ki,.,„. eini-e ] ,„7 ,-,.1-f ,, „,]•• v 
halhscheidig und grösser, de inneren ,:,,, nn ,\ 1 ',!,,„, ~\ I( ' h ,„ [ 
meist geschlängelter Granne, uii der Kasis durchscheinend 'und 
verlängert rektangulären Zellen. Kapsel auf .V- in mm "l .,',',', r t !" " . 
gedrehter Seta aufrecht kurz eilanglich, seilen sehwach ".■krümmt mil 
Ring und lang geschnäbeltem Deckel ron fast LTrnenln.^e. "i'en' 
nur wenig vortretender Basilärmemhran gelbrot uim'llös 1 
gewunden. Sporen 9 — 12 ,u. gelbgrün und i>lait U -if ■ 'i • .v 



Perichätialbl., e) oberer, f) unterer BhrttquerBchnitt- Lz n'eh eine',! "' 

bei Strassburg ges. Expl. 

Var. viridis Schpr., in grösseren, lebhaft grünen Rasen m 
trocken fast gekräuselten BU. und längerer Kapsel - in der Schweiz 
feuchten, schattigen Standorten; 

var. in idtts ff n Limpr., in lockeren Rasen 
Perichätium — von Professor A. I 



mehreren Kapseln ;ms einen 
Frühjahr 1885 bei Triest gesammelt 
var. rufetcen* Lbnpr., in dichteren Rasen mit nicht austretender, in de, 
Blattspitze endender Rippe — von Bchimper im Elsass gesammelt. 

8. Barbula icmadophila Schpr. 1850. 

Tortida Lindb. 18H4, Bari, abbn-viatifolia H. 3IÜ11. l«w>- vi Rl.h Kr Fl IV Xr " u 
Zweihäusig; die o Blüten mit sehr languriffeligen Arche-unen ohne 
Paraphvsen. Dichte, braunlichgrüne. der vorig.-n An ähnliche. .'! "»; ein höhe 
Raschen mit sehr dünnen, fadenförmigen, gabelig verzuei rfen Stengeln Bll 
aus eiförmiger Basis rasch pfriemlich verschmälert, mit analer Ih^is 
umgerolltem Rand, längs desselben mit einer Falte, und mit fast 
ftaatretesder Rippe. Pfriemenspitze etwa '/ 4 — V des Bl 
Querschnitt der Rippe bikonvex, mit nur \veni- diffi-ivntiiert. 
4 medianen Deutern und 2 Stereidenbändern. Blattzellen gleichförmig dick- 
wandig, quadratisch, aufwärts 8—10 p, nur an der Basis zwischen Kinne und 
Falte etwas weiter und kurz rektangulär. Äussere Perichätialbll. den Laubbll. 
ähnlich, die beiden innersten dagegen scheidig mit mehr abgerundeter Spitze 
und als lange Granne austretender Rippe. Kapsel auf 1 cm langer Seta auf- 
recht oder etwas geneigt, länglich elHpsoidisch, länger und schmäler als bei 
voriger Art und mit ablösbarem, differenziertem, einzellreihigem Ring. 
Penstonizähne fast 2 mal gewunden und länger als bei voriger Art. Sporen 
10-13 p, grünlichgelb und glatt. Reife im August. Vielleicht nur Alpen- 
form der vorigen Art. Br. eur.. Vol. II, Tab. 146. 



— 340 — 

An Wasserfällen und feuchten Felsen der Alpen von 850 m bis zu 3260 m 
aufwärts, sowie in Norwegen, Finnland und dem Kaukasus; von A. Sauter (1838) 
und W. Pb. Schimper (1843) am Krimlerfall im Pinzgau entdeckt. S. XXIII, 9, 
a u. b) Bll., c) Habitusbild, d) Kapsel; gez. nach einem von E. Ryan in Norwegen 
an "Wasserfällen in Smälenenes Amt gesammelten Exemplar, e) inneres Perichätialbl. 

lang als breiten Bll. und meist in der Spitze verschwindender, nicht austretender Rippe 
— in Tirol, Steiermark und der Schweiz; nach Limpr. wohl nur die Ö Pflanze 
(non vidi). 

Barbnla r h aetica Amann, aus der Schweiz ist mir bis jetzt nicht bekannt 

B. Streblotrichum P. Beauv. 

Perichätialbl] mehr n'ihrig-scheidig zusammengewickelt. 
9. Barbula bicolor (Br. eur.) Lindb. 1863. 

Gymnostomum Er. eur. 1846, Pottia C. Müll. 1849, Tortula Lindb. 1864; cf. Rbh. Kr. 
Fl. IV, Nr. 250. 

Zweihäusig, gemischtrasig. Schmutzig- bis schwärzlichgrüne, dichte, nur 
wenige mm bis 1 cm hohe, innen dunkelbraune, durch Wurzelhaare verfilzte 
Raschen mit gabelteiligen Stengeln. Bll. aus anliegender Basis aufrecht 
abstehend, die unteren kleiner und etwas zurückgebogen, die oberen aus 
elliptischer, hohler Basis lanzettlich, gekielt und scharf zugespitzt, mit längs 
der Mitte etwas umgebogenem, oberwärts durch Papillen krenuliertem Rande 
und in der scharfen Spitze endender oder kurz austretender Rippe. Querschnitt 
der letzteren plankonvex, mit 2—4 kleinen Deutern, flachem, unteren Stereiden- 
band und differentiierten Aussenzellen, oben mehr homogen und dickwandig. 
Blattzellen der Basis gelblich, unten rotbraun, verlängert rektangulär, 8—10 u, 
darüber kurz rektangulär, bis 15 u, oberwärts 4— 6 eckig, ungleich, 6—10 u, 
am Rande querbreiter, massig verdickt und papillös. Perichätialbll. hoch- 
scheidig zusammengewickelt und plötzlich zu einer lanzettlichen Spitze zusammen- 
gezogen. Kapsel auf 5—8 mm langer, roter, unten rechts, oben links gedrehter 
Seta aufrecht bis schwach geneigt, eilänglich oder ellipsoidisch, glänzend 
kastanienbraun, mit differentiiertem, zweireihig sich ablösendem Ring 
und stumpfem, kegeligem Deckel von i/ 8 — '/, Urnenlänge. Peristomäste 2 bis 
3 mal gewunden, meist rudimentär und in Bruchstücken im Deckel zurück- 
bleibend. Deckelzellen am kerbigen Rande in 2 Reihen rundlich-6 seitig, auf- 
wärts spiralig aneinander gereiht, steil aufsteigend. Haube fast bis zur Kapsel- 
basis reichend. Sporen 21-28 u, rostfarben und feinwarzig. Reife im August. 
Br. eur., Vol. I, Tab. 28 als Gymnostomnm 



Europas, 



Auf Humus in Kalkfelsspalten über der Waldregion in den Alpen 



den Radstädter Tauern entdeckt. 



S .XXE1I, 3 , a) Perichätialbl., b) oberes Bl., c) Habitusbild in natürlicher Grösse, 
Exfm P lat ; gGZ * ^ 6inem V0U J ' Breidl6r in Steiermark » 1750 m gesammel 



10. Barbula convoluta Hedw. 1787. 

Bryum tetaceum Huds. 17<v_\ {in/um ronvolittum Dirks. 17SM). 7Vf«/a Schrad. 17ü4, 
Milium setdcenm Pollich 1777. Ä/r&«fc/ .«rff/rfn Hedw. 178:». Streblotrirhmu V. H-juiv. Iwiö. 
Bart. rfeMsta Brid. 1819. B. pmpurea Aganlh. 1823: ef. Kbh. Kr. Fl. IV. Nr. l'.M. 

Zweihäusig, mit kleineren \ den beigemischten Häschen. Hellgrüne, 
freudig- oder gelblichgrüne. dichre. flache, 5 — 10 nun hohe, innen braune <>der 
rötlichbraune, durch Wurzelhaare verwebte Hasen. l'nteie IUI. kleiner. 
eilanzettlich bis fast zungenförmig, die oberen aufrecht abstehend, die Schopfbll. 
schwach zurückgebogen, aus kurzer, etwas Bcbeidiger Basis fasl zungenförmig 
und kurz zugespitzt, oder auch sturopflicb und onr durch eine Endzeile gespitzt, 
scharf gekielt mit flachem, durch Papillen krenuliertem, nur zuweilen 
gegen die Basis etwas umgerolltem Rand und vor oder in der Spitze ver- 
schwindender, am Rücken sehr rauher Rippe. Trocken liefen die beiden 
Laminahälften der verdrehten BD. aneinander, so dass das Bl. zusammengefaltet 
erscheint. Querschnitt der plankonvexen Rippe mit 2 — 4 medianen Deutern. 
differenzierten Aussenzellen und 2 Bchmalen Stereidenbändern. oberwiirts mehr 
homogen. Blattzellen oben undurchsichtig, diclit papillüs. rundlich quadratisch. 
7— 8 u, nach unten allmählich weiter, qua.lratiseli bis verlängert rektangulär. 
über 10 u und gelblich durchscheinend. Innere Perichätialbll. röhrig- 
scheidig, mit kurzer, zarter bis fehlender Rippe, meist ohne, seltener mit kurzem 
Spitzchen. Kapsel auf 0,5 — 2,5 cm langer, strohgelber, selten rötlicher, 
unten rechts, oben links gedrehter Seta aufrecht oder geneigt, gerade oder 
schwach gekrümmt, klein, schmal eilänglich oder ellipsoidisch, rötlich bis 
dunkelbraun, mit grosszellig, 4 reihig spiralig sich abrollendem Ring und 
sehr langem, dünn geschnäbeltem Deckel von mehr als halber Urnenlänge. 
Peristomäste braunrot, papillös, auf vorragendem. 5 — 6 zellreihigem basalen 
Tubus 3— 4 mal links gewunden. Sporen 8— 10 ja, gelb und glatt. Reife im 
Mai und Juni. Br. eur., Vol. II, Tab. 154. 

Auf trockenem, sonnigem Boden, nackter Erde oder schwach berasteu Hügeln 
und an Mauern, von der Ebene bis in die Alpenregion in 2300 m, durch ganz 
Europa häufig und auch im Kaukasus, sowie in Japan, Algier, Tunis und Nord- 
Amerika nicht selten. Von Arnell im Jeniseithale Sibiriens noch bis 68° n. Br. 
an mehreren Stellen aufgefunden. Auf Kohlstellen im Wald meist fruchtend. S. 
XXIII, 1, a— c) Bll., d) Kapsel, e u. f) Perichätialbll.; gez. nach dahier bei Laubach 
auf Kohlstellen ges. ExplI. 

Var. commutata (Jur.) Husnot. = Trichost, mulatirm Schpr., in 2 cm hohen 
Rasen mit grösseren Bll., deren Rippe im Querschnitt bis 6 mediane Deuter, kaum 
differentiierte Aussenzellen und 2 schmale Stereidenbänder zeigt — auf feuchten 
Kalkfelsen in Westfalen und Krain, resp. mit Frucht in den Pyrenäen (cf. Rev. 
br. 1884, S. 53); s. XXII, 2, a) BL, b) Blattspitze der oberen, c) der unteren Bll., 
d) stärker vergrösserte obere Zellen, g und h) Blattquerschnitte; gez. nach einem 
von 0. Römer in Belgien ges. Expl. 

Var. uliginosa Limpr., eine 2 cm hohe Sumpfform mit an der Basis der 
Bll. fast wasserhellen, oberwärts dünnwandigen Zellen von 10— 12 u — in feuchten 
Ausstichen in Schlesien und in der Mark Brandenburg; 



sardoa Schpr., mit scharf zugespitzten inneren Perichätialbll. — in de 
* das Mittel m eer. 8. XXII, 2, e) Perichätialb]., f) Habitusbüd; „ 
Expl. aus Calabrien (coram. H. Fleischer). 



Fl. \\X't± ]U 1855, ^ EmlereSii Gar0V ' 184 °' ^^ toc ™ S LaQrer 5 <* Rbh. Kr. 

Wnrz^h? n lhäUSi '\ + G ' IbgrÜne ' zerbrechliche, unten rostbraune und durch 
o uelhaare verwebte, bis 1 cm hohe, lockere Rasen. Ell. grÖ88er und länger 
als bei voriger Art, die oberen feucht aufrecht abgehend. zurückgebogen°und 
geschlangelt, trocken verdreht einwärts ffekrümmt n „« h^ i •<••■ • g ? 
Basis Hnpui l **i- v ,, gut? aus ho,ller » eiformi ger, breiter 

welL uti, ' Z n i' almähIich *W^ »nd scharf gekielt, mit etwas 
«reuigem, umgerolltem Band, jedoch flacher Spitze und in derselben mit der 

D:::::: de ta r t fr Q b uers ? n,tt ,ierietzJe " **£££* ^-i;: 

»» ... etc. Blattzellen schwächer verdickt als bei voriger Art an der R«i), 

ÄfT; r c fln ob . kurzer bis ™ dlid ' *»". "-t*3 

u ;:d pSc i„^t ,?;;; tm,i h übei ; *, Mitte acheidiÄ —««« 

Emgu,, schnäbelten, Deckel ,„„ ^^ *^- — « 

te3-4 mal gewunden, auf niedriger, di, Uii „i,. .. .,. .. r „„ ",.' , ".'" 

«lwngenderB.sila.-me.nbi,,,,. Spore,, «-..u .,„11,^- , p ■ * 

August. Br. enr., Vol. II, Tab. 155 " * gUtt Bmt> "" 

- Bavern bU 2 90 ,„ J«^ Ä2T.£ «P * 7 '""' " *— 
gez. nach einem von J K„,^i ^T ' "' 8 ) B1 - b ) Benchätialbl., c) Kapsel; 

-■ ure.aier m Karnthen ges. Expl. 

12- Barbula paludosa Schleich. 1807. 

hänsigin gemischten tf und 2 , dichten, gelbgrünen 1 
b.s rostfarbenen, durch Stelelfil, '!.,.: ' 



...neu roten bis rostfarbenen, durch Stenwlfil, T. » ' ™ "° ne "' 

mit lockerzelliger Aussenrinde ™T ,'f verwebt e« Käsen. Stämmchen 
sprossend, mit ^ ™™L* ^T ^ &•«*»» unter der Spitze 
die oberen grösser und d^^TaT. t t" ^ "^ ^ «"^ 
gebogen und schwach gedreht !* ab8tehe,1<, ' trocke " ei " wärts 

lineal-lanzettlich verlänsert' ob» "". ■ T"' 8 breiterer > elliptischer Basis 
gespitzt, mit flachem nn ' n- g ' e " Un(l a " mUhlich <"'er raach zu- 
gezähntem Band und i der scharf nSn"; ^T ,* Spi ' Ze ""»^fressen 
Sicher Ri pp e. Querschnitt ^rl^Z ^f f ^ ^^^^-tender, 



— 343 — 

2 Stereidenbändern und differenzierten, dickwandigen Aussenzellen. Blatt- 
zellen der Basis schmal verlängert rektangulär, 5 — 10 mal so lang als breit, 
durchscheinend und gelblich, oberwärts quadratisch, s ii u. dicht papillär und 
nur massig verdickt. In den Blattachseln finden sich oft vielzellige, spindel- 
förmige Brutkörper auf dichotom verzweigten, haarförmigen Trägern. 
Perichätialbll. aus verlängerter, scheidiger Basis lanzettlich-pfriemenförinig und 
mit gezähnter Spitze. Haube bis zur Kapselmitte reichend. Kapsel auf 
5— 10 mm langer, roter, rechts gedrehter Seta aufrecht, schmal eilänglieh, zu- 
weilen etwas gekrümmt, braun und dünnwandig, mit nicht differenziertem 
Ring und lange bleibendem, geschnäbeltem Deckel von fast Urnenlänge. 
Peristomäste auf kaum vortretender Basilärmembran 3—4 mal gewunden, 
braunrot und lang papillös. Sporen 9 — 12 u, gelblich und glatt. Reife im 
September und Oktober. Br. eur., Vol. II, Tab. 144. 

An feuchten Kalkfelsen, Kalktuff, Molasse und Nagelfluh durch die Alpenkette 
bis 2300 m verbreitet und mit den Alpenbächen und Flüssen weit hei abwandernd; 
von Bride 1 1802 in der Schweiz entdeckt. Fehlt in Britannien, ist sehr selten in 
Skandinavien, dagegen nach Bescherelle auch aus Algier und nach Brotherus 
aus den Pyrenäen bekannt, S. XXIII, 2, a u. b) B1L, c) Kapsel, d) Perichätialbl. : 
gez. nach einem von P. Culmann bei Zürich in der Schweiz ges. Expl. 

Var. Firnckiana (Schultz) Br. eur., in niedrigeren Basen mit kaum verzweigten 
Stämmchen, kürzeren, schmäleren Bll. und kleinerer Kapsel — an weniger feuchten 
Felswänden in den Alpen. 

8. Gatt. Tortella 1 ) (C. Müll.) Limpr. 1890. 

Barbnla Sect. Tortuosae Br. cur. 184*5 und Seet. Tortella <_'. Müll. 184!). 

Zu ausgedehnten, flachen, dichten, gelbgrünen Rasen vereinte Erd- und 
Felsmoose mit dicht schopfig beblätterten Stengeln. Stämmchen meist ohne 
Zentralstrang, mit Tüpfelgewebe und lockerer Aussenrinde (exkl. squarrosa). 
Bll. aus heller, weiss glänzender Basis weit verbogen bis sparrig abstehend, 
trocken gekräuselt, lineal-lanzettlich bis pfriei enfürmiir. -anzrandig und beider- 
seits papillös, mit flachem, welligem, oben eingebogenem Rande und kräftiger, 
nach oben verjüngter, am Rücken glatter, austretender Rippe. Querschnitt 
der letzteren mit mehreren (6—10) grossen medianen Deutern, 2 kräftigen 
Stereidenbändern, differenzierten Bauchzellen und wenig oder nicht differenzierten 
Rückenzellen. Blattzellen an der Basis und an dem höher sich hinauf- 
ziehenden Randsaum wasserhell (nur bei squarrosa mitten gelblich) und 
verlängert rektangulär, von den übrigen, grünen, rundlich-quadratischen Zellen 
scharf abgegrenzt. Perichätialbll. von den angrenzenden wenig verschieden. 
Kapsel auf verlängerter, roter Seta aufrecht oder geneigt, eilänglich bis 
zylindrisch, mit kurzem, mit Spaltöffnungen versehenem Hals und langem, 
schmalem, verlängert kegeligem Deckel. Haube kappenförmig, lang geschnäbelt 
und glatt. Peristom unterhalb der Mündung inseriert, mit sehr niedrigem 



— 344 — 

basalen Tubus und 32 ein- bis mehrmals links gewundenen Peristomästen. 
Sporen klein. 

Aussereuropäische Arten dieser Gattung sind schon mehr als 30 beschrieben. 
a) Früchte gipfelständig (Eutortella). 
1. Tortella caespitosa (Schwgr.) Limpr. 1890. 

Barbula Schwgr. 1811, Bari, cirrata Bruch 1829, Tortula Hook, und Grev. 1824, 
lku-b. intermedia De Not. 1838, Tortula hnmilis Lindb. 1864, Tort. Northiana Grev. 1827- 
cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 236. 

Einhäusig; die gestielten 2—4 blätterigen ä Blüten später am Fuss des 
Perichätiums und in den Achseln der oberen Bll. mit eiförmigen, kurz zu- 
gespitzten, rippenlosen inneren Hüllbll. und fadenförmigen Paraphysen. Lockere, 
weiche, 6— 10 mm hohe, freudiggrüne Raschen mit kurzen Stengeln und 
dicken, leicht ausbrechenden Innovationen, abwärts wurzelhaarig. 
Stämmchen mit Zentralstrang. Bll. feucht abstehend, trocken kraus, aus 
eiförmiger Basis breit lineal-lanzettlich, kurz zugespitzt oder stumpflich, 
kielig hohl, mit unten welligem, oben aufgerichtetem Rand und kurz stachel- 
spitzig austretender, kräftiger, weisslicher bis gelblicher, am Rücken glatter, 
glänzender Rippe. Querschnitt der letzteren unten mit 4-6 medianen Deutern, 
differenzierten Bauchzellen und 2 Stereidenbändern. Blattzellen der Basis 
und des kurzen Randsaumes wasserhell, verlängert rektangulär bis 6seitig 
nnd dünnwandig, etwa 12-25 u, die oberen grünen Zellen rundlich-quadratisch, 
b-8 u und dicht warzig. Perichätialbll. von den Laubbll. nicht verschieden. 
Kapsel auf 1-2 cm langer, gelblicher bis rötlicher, rechts gedrehter Seta 
aufrecht, «länglich bis zylindrisch, anfangs grünlichgelb, zuletzt rötlichgelb, 
zuweilen schwach gekrümmt, mit differentiiertem, 2-3 reihigem, stückweise 
sich ablösendem Ring und stumpfem, verlängert kegeligem Deckel von mindestens 
halber Urnenlänge. Peristomäste rot, auf nur 2 zellreihiger Basilärmembran 
2-4 mal links gewunden und mit langen Papillen besetzt. Sporen 8-12 u, 

frf T U T J L Ett ° der 8ehr fdn g ekö rnelt. Reife im Mai und Juni. Br. eur., 
Vol. II, Tab. 149. 



Auf sandig-kalkigem Waldboden und an schattigen Mauern aus Kalksteinen, 
StanZrr- ( ?. SÜdlic ! ien Eur °P a > oft * Gesellschaft von T. squarrosa. Nördlichste 
Standorte bei G ei sa in der Rhön und an Mauern des Kalksteinbergwerks bei Auerbach 
und B^T g 7t lm Gr ° S8herz °g thum Hessen. Auch aus dem Kaukasus, Jamaica 
S XXIV in T'v , äU%er " Nord " Am -ika und dem nördlichen Afrika. 

tr Beitralrm } T' ° } ^^ d) ™>*°*>™'> V* nach bei Auerbach an 
aer ilergstrasse (Hessen) ges. Expll. 

2- Tortella inclinata (Hedw. fil.) Limpr. 1890 
-«tflfo^r,' SÜ ne " M Bnd ' 18 ° 6 ' ^ ""- ".W*. .807. »** 

cf. Z. t ■ * ivX. !J. gr ' I8U ' M " m Lindb ' 1887 ' Barb - M '""" n " m *< 

la n 2etüich i !lf U8i? i die f ÜmL der terminaI <™ * Blüten aus eiförmiger Basis 
lanzetthch zugesp.tzt und mit Kippe. Flache, ausgebreitete, ziemlich dichte, 



innen schwach filzige, leicht zerfallende, bis 2 cm hohe, gelbgrüne Rasen. 
Stämmchen ohne Zentralstrang mit doppelschichtiger, enger Rinde und ein- 
schichtiger, lockerer Aussenrinde. Bll. trocken sehr kraus, feucht geschlängelt. 
sparrig abstehend, aus elliptischer, heller Basis lineal-lanzettlich. allmählich 
ziemlich breit zugespitzt, kürzer als bei tortuosa, mit flachem, über der 
Basis welligem, gegen die Spitze eingebogenem Rand und stachelspitzig aus- 
tretender, am Rücken glatter, kaum glänzender Rippe, oben kielig hohl. 
Querschnitt der Rippe ähnlich wie bei folgender Art mit 6 medianen Deutern 
ohne Begleiter, doppelten Stere'idenbändern und etwas differentiierten, turgiden 
Rückenzellen. Mittlere und innere Perichätialbll. aus halbscheidiger Basis 
länger und schmäler, pfriemenförmig zugespitzt und mit auslaufender Rippe. 
nur das innerste zuweileu rippenlos. Blattzellen nur wenig grösser, als bei 
tortuosa, öberwärts 10 ju und beiderseits sehr warzig. Kapsel auf 1—2,5 cm 
langer, geschlängelter, roter, oben gelber, gedrehter Seta meist geneigt, 
eilänglich und oft schwach gekrümmt, gelblichbraun, ohne Ring und mit langem, 
verlängert kegeligem Deckel von mehr als halber Urnenlänge. Haube stroh- 
gelb, oft bis an die Basis der Kapsel reichend. Peristomäste rot und papillös, 
auf nur einzellreihiger Basilärmembran 1—2 mal gewunden. Sporen 7—10 u, 
gelbgrün und glatt. Reife im April und Mai. Br. eur.. Vol. II, Tab. 150. 

Auf kalkigem Sandboden trockener Hügel und in Kalksteinbrüchen von der 
Ebene bis auf die Hochalpen in 2000 m. Fehlt in der Norddeutschen Ebene, 
findet sich in England und Britannien nur steril, hei Darmstadt in 150 m reichlich 
fruchtend, ebenso häufig im Jura und in den Pyrenäen. Nach Bescherelle auch 
aus Algier und nach Brotherus aus dem Kaukasus bekannt. S. XXIV, 8, a) Bl„ 
b) Kapsel; gez. nach bei Darmstadt ges. Expll. 

Var. densa Lorentz, eine dichtrasige, bis 8 cm hohe Hochalpenform mit 
kürzeren Bll. — bei Berchtesgaden, Partenkirchen, im Algäu u. s. w. 

3. Tortella tortuosa (L.) Limpr. 1890. 

Bryum L. 1753, Bryum cirratum Dill. 1741. Hypnum Web. 1778. Mnium Sw. 1781. 
Barbula Web. und M. 1807, Mollia Schrank 1789, Tortula Ehrh. 1792; cf. Rbh. Kr. 
FL IV, Xr. 238. 

Zweihäusigin eigenen ö, den c beigemischten Raschen. Dichte, breite, 
meist polsterförmige, 2—6 und selbst 10 cm hohe, gelbgrüne, innen verfilzte 
Rasen mit rostbraunem Stengelfilz. Stämmchen wie bei voriger Art. Bll. sehr 
gedrängt, geschlängelt abstehend, trocken eingekrümmt und kraus, sehr lang, 
aus heller Basis lineal-lanzettlich, allmählich schmal pfriemlich zugespitzt, 
nach oben kielig, mit welligem, feinkerbigem Rand und gelber, kräftiger, all- 
mählich sich verschmälernder, kurz stachelig austretender, am Rücken glatter, 
nur zuweilen mit einigen Zähnchen besetzter Rippe. Querschnitt der letzteren 
bikonvex, mit 6—8 grossen medianen Deutern, differentiierten Bauchzellen 
und kräftigen Stere'idenbändern. Lamina einschichtig. Blattzellen klein, die 
grünen rundlich 4— 6 seitig, 7— 9 u, dicht feinwarzig und plötzlich in die 
hyalinen verlängert rektangulären glatten Zellen der Basis und des etwas 
weiter hinauf verlaufenden Randsaums übergehend. Kapsel auf 1,5—3 cm 



langer rechts gedrehter Seta aufrecht, eilänglich bis zylindrisch, dünnwandig 
grunhchgelh, „weiten etwas gekrümmt, ohne Ring, mit sehr langem, kegelfg 
geschnabeltem Decke von mehr als halber Urnenlänge, entleert rötlichbraun 
Penstomaste rot und papillos, auf kaum vortretender Barilärmembrar, 3 mal' 
bnks gewunden. Sporen 8-12 p, gelbgrün und fein gek8rn.lt Reife im Mai 
und Jum. Br. eur., Vol. II, Tab. 151. 

Sand ™ de?^ "?*?****• ■*— ** *»^ Granit oder kalkigem 

Nach Bescherelle auch „T^, t^B^ntn,!- ,Z 'VT ""^ 

Central-Asien bekannt. Von lll i n J r0 «"u 8 aus dem Kaukasus und 
Kuitaik, ,„ „;„ ,i Z der Bub «kt,schen Kegion Sibiriens bei 

4. Tortella cirrifolia (Schpr.) 

m .t-';";; :.',:;•; i::\::r;r:v: "rr>: '■'■■-: ■■ ^.. ,,, «•,, „,,. 

'«'»»-.« K,n, is.,7. .,/„,/;„ ,„•,;,,;,.;.,; ,.;„,,;:',:;."';;;:;,"",/; vr; ;'■"', 't;»r' 1 '"'' / " ,< "''"' 

hohler Basis rasch sehr lang lineal-ianzetthch b s pfrte n t h S '\ f"' 

™^ h " 1 " *■ -'•'.teteu Rän ern „:„ 'e,^ irt, :'f 

kurz stachelepitzig austretender, aufwärts allmählich » 7 -, 1 kraft, S er > 

g .atte r fiippe . Querschnitt de > r letzt a e r ; „ ai ' : ;" ', am *, ücken 

-eilen an der hellen Baris ,1 l f" d ° PPelten Sl ""-h 'ibind,,,,. Blatt- 

Band zu schmäler 7 , ', "^ rekta "g>"är-« scitig, nach dem 
und verdickt C-8 u^K "t r"^ " Ws ™ dU °" **"<* 
Papillos, fast gatt. Perichäüalb 1 ™> , , ** beiderSeits nur 5ehr fein 
nach Schimpef n*jrÄl£fr ^ ?**" ^ KapS " 

An feuchten Felsen „ V T T' ™ Z r llndnsch - SP°ren? 
™n Schimper nnd TV^e f T ^""S 1 ™» W Ki "*™y '" *™ 
Md, ; )Blatt q uersch„ itt; gez. nl lin^ vT« L^ "' *' B '" ^ HabitUS " 
Standort im Aug. 1873 sres Fml »u i , ■ ' Llndber g an dein vorerwähnten 
zu serosa, soll jedoch nach LI m „ f"'^ ""fT A ™ *»-■-. ™- '»<"' 

- -htige systematisch, Zl me 1™ *^*~?", **""*" 



■ *- noch unbekannten^^™""' 6 * "* - ™» - 
5. Tortel 

Hdymod&a Drumm. 1828 

1855, Campylopus Hat 

^rummondü Milde 1869, 

-weihäusig in getr'e 

scheibenförmigen c? Blüten 



■ Tortella fragilis (Dru: 

«*•■ 1828, Tort„Z„ Wil ; 
R„..7> " n """' ^""«V*0PIM Harttnani Sei»» 



^^B r i m , 78rr is w ; ,ni,i,m 



Zweihäusi^ -^nntendund 



zahlreichen kurz' gesdelter/'l^theruli 



etwas längeren,, fadenförmigen Paraphysen. Dichte, gelblich- bis biumlic 
grüne, innen rotfilzige, bis 6 cm hohe, einer starren Form der W/m*/ •llmbcl 
an den meist abgebrochenen Blattspitzen leicht kenntliche R-isrn" "l 
feucht steif aufrecht abstehend, zerbrechlich, trocken eingekrümmt und et* 
gedreht, aus elliptischer Basis rasch schmal üneal-laniettlich bis pfrieuu 
förmig, mit flachem Rand und kräftiger, oben fast verbreiterter and 1 
den oberen Bll. als Stachel austretender Rippe. Querschnitt der letzteren 
6—10 medianen Deutern und 2 Stereidenbändern. aufwärts durch die don ><• 
schichtige Lamina erweitert, Blattzellen der Basis und des bis zur Mit 
reichenden, breiten Saumes hyalin und verlängert rektangulär bis rektan-oilä 
6seitig, scharf abgegrenzt von den grünen, quadratischen dicht wir/'«-' 
übrigen Zellen von 9—14 p; nur die Randzellreihe ist uich in der'ober 
Blatthälfte oft etwas verlängert und glatt. PerichätialbU 
verschieden. Kapsel auf 2 :\ cm langer, unten roter und redits <rel-.lt 
oben gelber und links gedrehter Seta aufrecht, gerade oder schwach <mkriimm 
eilänglich bis zylindrisch, rotmündig, ohne differentiierten Ring und mit r..ten 
geschnäbeltem Deckel von halber l'nienlänge. IVristomäste rot p-ipilliis 
niedrigem, etwa 4 Zellreihen breitem basilären Tubus .".mal links" -ew'umlei 
Sporen 8—10 p, gelbgrün und glatt Reife im .Juli und Wust " Br eur 
Vol. VI, Tab. 639. 

In feuchten, humosen Felsspalten, auf faulem Holz oder auf .Moorhoden in d 
Kalk- und Schiefergebirgen der Alpen bis 3260 m verbreitet, doch selten fruchten« 
auch in Schottland, Spitzbergen, Lappland, Norwegen und Schweden sowie i 
Zentral-Asien und Nord- und Süd-Amerika. Aus Nord-Amerika nach Benaul, 
"" » thch «" Grönland, Canada, den Staaten New-York und New 



.Jersey und den Rocky-Mountains bekannt. Von Arn 



.venigen Exempla; 



bei Dudinka und Tolstoinos in der arktischen Region Sibiriens g< 

a) BL, b) Blattspitze eines unteren Bl., c) Kapsel; gez. nach einem von W. Arn eil 
in Schweden ges, Expl. 

b) Sporogon und Blüten auf seitenständigen Kurztrieben (Plettrochaete). 

6. Tortella squarrosa (Brid.) Limpr. 1890. 

Barbula Brid. 1826. Tortnla De Not. 188s Heurorltaete I indh 1n«i- c f Hl 1 K 
Fl. IV. Xr. 240. " ' 

Zweihäusig mit knospenförmigen Blüten auf seitlichen Kurz trieben • 
die Hüllbll. der ö Blüten aus breiter, hohler Basis plötzlich schmal lanzettlich 
und mit schwacher Rippe. Lebhaft oder gelblichgrüne, sehr lockere, bis 6 cm 
hohe Rasen mit verbogenen, nicht filzigen, niederliegenden oder aufsteigenden, 
seltener aufrechten Stengeln von oft knotigem Ansehen infolge der vielen 
Kurztriebe. Stämmchen mit engem Zentralstrang und kleinzelliger, 2 bis 
3 schichtiger Rinde. Bll. trocken mit eingekrümmter Spitze kraus verdreht, 
feucht zurückgekrümmt sparrig abstehend, die schopfigen aus breiter, 
auf beiden Seiten mit einer Längsfalte versehener, fast kreisrunder, scheidiger 
Basis verlängert lanzettlich, allmählich zugespitzt, kielig hohl, mit flachem, an 



— 348 — 

der Spitze oft weit herab deutlich ungleich gesägtem, abwärts welligem 
Rande und kräftiger, in der Spitze endender oder stachelspitzig austretender 
Rippe. Querschnitt der letzteren mit bis 8 medianen Deutern und 2 kräftigen 
Stereidenbändern. Blattzellen zwischen Längsfalte und Rippe im Mittelfelde 
der Basis gelblichgrün und rektangulär, 8—10 u, aufwärts allmählich 
in die oberen rundlich-quadratischen, ebenso breiten, grünen übergehend, am 
Rand der Basis dagegen hyalin mit bis zu 10 Reihen fast linearer Zellen, 
einen aufwärts sich verschmälernden Saum bildend, dessen Zellen nach der 
Insertion zu mehr öseitig, etwas kürzer und breiter werden. Innerstes 
Perichätialbl. halbscheidig. Kapsel auf 2— 3 cm langer, roter, rechts gedrehter, 
oben gelblicher Seta aufrecht, eilänglich bis zylindrisch, zuweilen etwas gekrümmt, 
mit nur in einzelnen Zellen sich ablösendem, einzellreihigem Ring und verlängert 
kegeligem Deckel von halber Urnenlänge. Peristomäste fadenförmig, rot, 
papillös, auf kaum vortretender Basilärmembran 1 — 2mal links gewunden. 
Sporen 11—14 u, gelb und fein gekörnelt. Reife im Mai und Juni. Br. eur., 
Vol. II, Tab. 152. 

Auf trockenen, sonnigen Hügeln und kalkig sandigem AValdboden im südlichen 
Europa, in Italien und Spanien häufig. Aber auch auf Kalk, Thonschiefer und 
Basalt im Eheinthale von St. Goar bis Bonn, sowie im Nahthal verbreitet und aus 
Algier und dem Himalaja in Asien, sowie aus Tennessee und Texas in Nord-Amerika 
bekannt In Britannien nur steril. Nördlichster Standort auf der Insel Gothland. 
S. XXIV, 4, a) Bl., b) Kapsel, c) Habitusbild; gez. nach einem von £ Levier 
in Italien gesammelten Expl. 

9. Gatt. Tortula Hedw. 1782. 

Barhula Seet. Crassicosfae. Cmirifhliac und Si/ufriclna Sein,,- Br cur od II 

Rasen- oder polsterförmig wachsende, in ihren kleineren Formen an 
Itesmatodon sich anschliessende Moose mit abwärts filzigen Stengeln. Zentral- 
strang lockerzellig, selten fehlend. Bll. breit, nach oben grösser und oft 
rosettenartig gehäuft, trocken niemals kraus, sondern gefaltet und gedreht, 
feucht abstehend, vorzugsweise zungen- oder spateiförmig, ohne besondere 
Assnmlationsorgane, meist abgerundet, gekielt und ganzrandig, am einschichtigen 
Rande umgerollt und häufig durch stärker verdickte Zellen gesäumt, mit 
Saftiger, oft als Stachelspitze oder hyalines Haar austretender Rippe. 
Querschnitt der letzteren mit lockeren, oft doppelschichtigen Bauchzellen, 
~4 .rossen medianen Deutern, bald mit, bald ohne Begleiter, mit unterem 
zuweil! ll t p .iT WeDi ? ditoiierte * Rückenzellen. Lamina einschichtig, 
Z dl b rf ° rpern bGSetZt UDd meist beide ™*a —zig. Blattzellen 
oben rundhch-6eckig Z1 emlich locker, abwärts mehr quadratisch und in verlängerte 
BlütenT i a nd ll f lär - 6seit ^ Zellen der wasserhellen Bas 1S übergehend. 

Bluten 1 und 2 hausig, seltener zwitterig, die 9 stets gipfelständig, die d zuweilen 
seitenstandig. Penchätialbll. von den angrenzenden nic ht verschieden, 
wie bei Barbula und Uesmatodon. Peristom auf höherem oder 



— 349 — 

niederem basalen Tubus mit 32 gl eich weit von einander entfernten, ein bi 
mehrmals links gewundenen, fadenförmigen Asten. Basaler Tubus teil 
niedrig, teils höher, oft 1 L 3 — 3 / 4 des Peristoms und alsdann durch voi 
tretende Leisten rechteckig oder schief getäfelt, jedoch nicht au 
ganzen Peristomzellen gebildet. Sporen klein. 

Aussereuropäische Arten dieser Gattung sind bereits mehr als 160 beschriebe! 
a) Tubus des Peristoms die Kapselmündung nicht oder nur weni 
überragend. 







1. Tortula cuneifolia (Dicks.) 


Ruth 


Bryum 


Dieks. 1 


793. Br. muraler, ß Hnds. 1762, 1 


'bn-hitl, 


Schultz 1823, 


Tortula 


spathulaef'oJia De Not. 1*38. /i 




Fl. IV, Nr. 2 









Einhäusig; die terminal angelegten " Blüten mit 1 oder 2 Hüllbll.. 
später achselständig am Fusse des Fmchtsprosses oder in einer Gabelung und 
mit fadenförmigen Paraphysen. Dicht gesellig zu lockeren Raschen vereinte, 
5—10 mm hohe, meist einfache Pflänzchen. Untere Bll. klein, die oberen 
grösser, weich, feucht rosettenartig ausgebreitet, aus schmaler, gerader 
Basis breit verkehrt eiförmig oder spateiförmig, mit kurzem Spitzchen 
und vor demselben verschwindender oder als Stachelspitze austretender Kippe. 
Querschnitt der letzteren mit 2—3 medianen Deutern, 3—4 weiten Bauch- 
zellen, einer Begleitergruppe und unterem Stereidenband, sowie mehr sub- 
stere'iden, teilweise mehr oder weniger differentiierten Rückenzellen. Blatt- 
zellen oben etwas derbwandig, quadratisch und rhombisch, 18 — 24 u, glatt 
und durchsichtig, an der Basis lockerer, rektangulär und wasserhell. Perichätial- 
bll. von den oberen Laubbll. nicht verschieden. Kapsel auf 1—2 cm langer, 
unten rötlicher und rechts, oben gelber und links gedrehter Seta aufrecht, 
schmal zylindrisch, derbwandig, fast schwarzbraun, mit 2 reihigem, später sich 
ablösendem Ring und schmal kegeligem Deckel von mindestens */« Urnenlänge. 
Peristom mit bleichem, basalem, 6reihig getäfeltem Tubus und l r „ — 2 mal 
gewundenen, purpurroten, sehr papillösen Asten. Sporen 15—18 u, gelbgrün 
und fein gekörnelt. Reife im Mai. Br. eur., Vol. II, Tab. 156. 

An Weg- und Grabenrändern, auf feuchter Erde und unbedeckten Mauern im 
Süden und Westen Europas, in Italien, Frankreich, Spanien, England und Irland, 
auch auf verwittertem Thonechiefer im Hunsrück von G. Herpell 1872 gesammelt. 
Nach Bescherelle auch aus Algier und nach Renauld & Cardot aus Californien 
bekannt. S. XXII, 7, a— c) Bll., d) Kapsel, e) Blattquerschnitt; gez. nach einem 
Expl. aus dein Hunsrück (Preussische Rheinprovinz). 

Var. marginata Fleischer mit gelblich getuschten Randzellreihen — in Sardinien. 

2. Tortula atrovirens (Smith) Lindb. 1864. 

Grimmia Smith 1809. Di,b/m<xl /« »an — Hook. & Tayl. 1818, Trich. conrohitmn 
Brid. 1806, Trichostomttm iu-rvostwt Bruch 1829. Iksmufflon nervosus Br. eur. 1843. Barbula 
Schpr. 1876. Barb. nervosa Milde 1869. Desmatodon Jur. 1882; cf. Rbh. Kr. FL IV. Nr. 266. 

Einhäusig mit gestielten, 3— 5 blätterigen ö Blüten am Grunde des 
Fruchtastes oder in den Achseln vorjähriger Schopf bll.; die ä Blüten mit aus 



fcmt ei ormiger Basis rasch zugespitzten, schwach gerippten inneren Hiillbll 
und zal.lre.chen keulenförmigen Paraphen. Herdenweise oder in 2-5 X 
hohen, schmutziggrünen, polsterförmigen Raschen. Bll. gedrängt trocken 

ssrÄiia^.fjsr -?? f r ht Jii a " ::::: 

hohl ml , * .i.A h Und „ zu f s P' tzt «d« &st spatelig-elliptisch, 



ebogenem Hand und 



, ., , _. ™ ■"-'" »"""es opiizcnen austretender, in der Mitte ver 

ÄtJsai!Är T mit /r e ™ - d ;L ™ : 

,»ii i. x r. , . ß,attllaltt « mit 4 Deutern und bis 8 weiten Bauch- 

zell n, nebst Begleitergruppe etc. Blattzellen auf beiden Seiten mit zweispitzigen 

Seh "Tp : berWärtS qUadl ' atlSch < " M- »ach ZI X 
querb.eit gegen die Basis allmählich erweitert, bis kurz rektanaulär In 
und wasserhell. Innerstes Perichätialbl. kleiner und flaTh^g Kall au 

aufrecht, frei, fadenförmig u f Ä^f" ^ TubU8 "^ "^ 

verbunden, „ft unregelnfäT ' .'•, " T" ^7"» durch Querglieder 
Punktiert. Keife ini^Uhjanr.T ^V^ T T Tl^' ^ ^ ^ 



bis li* 



» rtÄ AT" "^ "- Weinberg Sm auem 
Syrien, Californien, Chile Ausln t"™ 1 " 18 ' 8 °"" e ™ A '« ier - ™ Kaukasus, in 

auch üu Rheillga ; L'^^c 1 ; : T ;~ r/ !rr ,d; >r sich jedoc " 

im -*ta fc*^ gel C " ßhein UDd eiDCm ~ S0bi »P" 

und ru^^'Ä^'^tril^ 1 ' ""r""' kegelige,,, KapseUecke, 
guten Hoffnung; Spame "' "»menthch aber i„ Afrika am Kap der 

aufrechTer Kap^»"'^"^ ^'»"P 14 » von •/, Blattlange nnd kleiner 
- Eev. br . 18 P 94> s . -Z " *•«*— bei Boulogne v'on Gasifien entdeckt; 

* *■■« Sy». «,. j, *£?£*"' (ScllI>r -' 

FruchttIrXeSrül r ti?lötbVhh gten ^f"'™ "* tor * m Grunde des 
-* Erde durchsetzte^äLhl ü„ t r ?Bli T* ^"^ ' " M ' e ' 
«rt-er, elliptisch-spatelförmig, trocken snir» f ' """'d"«*' die oberen 

aufrecht abstehend, unten naV, tbe .* 2 f ™ ^f »^ ^'reh, feucht 



— 351 — 
an der Basis nicht papillösen Bauchzellen, oben mit 4 Deutern und 
8 papillösen Bauchzellen, fast ohne Begleiter, und im Übrigen lubste 
Zellen, von denen die äusseren Kückenzellen nur wenig verschieden and 
glatt sind. Blattzellen an der Basis lockerer als bei atrovirent mehr reri 
rektangulär, oberwärts rundlich-quadratisch, etwas dünnwamli". an jiii 
Bll. fast glatt, 10-14 u, an älteren papillös. Kapsel auf nhmlest.'ns 
langer, roter Seta aufrecht, seltener etwas geneigt, eilänglich oder ellipsoi 
zuweilen schwach gekrümmt, derbwandig, fast schwarzbraun, mit differentiii 
grosszelligem, einreihigem Ring und schief kegeligem Deckel von halber l 
länge. Peristomäste purpurrot, auf niedrigem basilären Tubus meb 
gewunden. Sporen glatt. Reife im April und Mai. 

Auf Mauern bei Aix in Frankreich 1873 von Schimper entdeckt. S. X^ 
a und b) Bll., c) Kapsel, d) Blattquerschnitte; gez. nach einem Schimmer 
Originalexpl. (comm. Warnstorf). 

4. Tortula Fiorii Yent. 1885. 



Zweihäusig. Dichte, kissen förmige. 0,5- --> em hohe, olivengrüne bis 
bräunliche Raschen mit mehrfach verzweigten Stengeln und keuliiren bis rosetten- 
förmigen Sprossen. Bll. trocken aufrecht anliegend, feucht aufrecht 
abstehend, breit eiförmig bis elliptisch-spatelformig, mit stumpfer, abgerundeter 
Spitze, längs breit zurückgeschlagenem Blattrand und dicht vor der Spitze 
endender, gleichbreiter Rippe. Letztere zuweilen dadurch scheinbar austretend, 
dass die obersten Zellreihen verwittern und das Bl. zu beiden Seiten der 
Rippe, wie ausgerandet erscheint. Blattzellen derbwandig, an der Basis durch- 
sichtig, quadratisch oder kurz rektangulär und 15—18 u, aufwärts kleiner, 
mehr rundlich- 6 seitig, 9—10 u und sehr fein papillös. Perichätialbll. etwas 
kürzer und mehr eispatelförmig. Kapsel auf 1 — 1,5 cm langer, roter Seta 
aufrecht, ellipsoidisch bis fast zylindrisch, mit 2 3zellreihigem, kleinzelligem 
Ring und geschnäbeltem Deckel, im Alter schwarzbraun. Penstom auf 
niedrigem, basalem Tubus einmal gewunden, rotbraun und papillös. Sporen 
13— 18 u und glatt. 

Auf kalkigen Hügeln bei Modena in Italien von Adr. Fiori entdeckt. 
S. L, 5, a) unteres Bl., b) oberes BL, c) verwitterte Blattspitze, d) alte Kapsel; gez. 
nach einem Originalexpl. (comm. Brotherus). Von Tortula revolvens durch die nicht 
austretende Rippe und die trocken nicht um den Stengel gedrehten, sondern 
aufrecht anliegenden Bll. leicht zu unterscheiden. 

5. Tortula obtusifolia Schleich. 1807. 

Barbuh Schwor. 18L1. Dcsmatodou Jiir. 1882. Des,,,, „blongifolius Hook. 1828, Desm. 
fiavicans Hr. cur. 1843. Trkhostommn flavieuns L\ Müll. 184!». Didiimod»,, Hacicans Funck: 
Bf. Rbfi. Kr. FL IV, Xr. 267. 

Einhäusig; die ä Blüten am Ende der Innovationen, an jungen Pflänzchen 
terminal, später am Fuss des Fruchtsprosses mit etwas keuligen Paraphysen 



— 352 — 

und eilanzettlichen, stumpflichen Hüllbll. Lebhaftgrüne oder bräunliche, der 
Tortula aestiva nahe verwandte, polsterförmige, meist 5 mm hohe Eäschen mit 
wiederholt gabelig geteilten Stengeln. Ell. feucht aufrecht abstehend, trocken 
gedreht und einwärts gekrümmt, aus gerader Basis zungen förmig, oben 
kielig hohl, stumpf oder kurz zugespitzt, mit nach der Spitze zu umgerolltem 
Rand und vor oder in der Spitze endender oder als kurzes Spitzcheu aus- 
tretender, unten schwächerer Rippe. Querschnitt der letzteren im oberen Teil 
mit 2—4 medianen Deutern und doppelschichtigen Bauchzellen. Blattzellen 
in der oberen Hälfte des Bl. quadratisch, 8—10 u und beiderseits dicht und 
fein papillös, in der unteren sehr locker, verlängert rektangulär und wasserhell. 
Innere Perichätialbll. kleiner. Kapsel auf 5—10 mm langer, unten rechts, 
oben schwach links gedrehter Seta aufrecht, eilänglich bis ellipsoidisch, 
kastanienbraun, mit gekrümmt kegeligem Deckel von */ 4 — J / s Urnenlänge und 
differenziertem, 2— 3 reihig, etwas schwer sich ablösendem Ring. Peristom- 
äste braunrot und papillös, schräg aufwärts, kaum ^mal gewunden, auf 
getäfeltem, basalem, nur wenig vortretendem Tubus". Sporen 8—10 u, 
bräunlichgelb und glatt. Reife im Mai und Juni. Br. eur., Vol. II, Tab. 133. 

Auf schattigen Kalkfelsen, insbesondere Nagelfluh etc. in der Berg- und Alpen- 
region, in Frankreich, der Schweiz und Norwegen etc., jedoch auch in Algier und 
Nordamerika. S. XXII, 11, a) Bl., b) Kapsel, c) Blattspitze; gez. nach einem von 
Dr. V. F. Brotherus im Kaukasus gesammelten Expl. 

Var ; brevifolia Schpr. mit kürzeren, breiten, zungenförmigen Bll. — an 
kalkigen Schieferfelsen am Faulhorn in der Schweiz etc. 

6. Tortula Vahliana (Schultz) De Not. 1869. 

f u^Z bUla Jt U]tZ 1823 ' TorM(l ^uata -De Not. 1838, Tortula oblongifolia Wils. 1855 ; 
cf. Kbh. Kr. Fl. IV, 1, S. 660. 

Einhäusig; die knospenförmigen 6 Blüten an besonderen Ästen mit etwas 
keuhgen Paraphysen. Herdenweise oder zu lockeren Rasen vereinte, lebhaft- 
oder gelblichgrüne, 5-10 mm hohe, habituell an kleine Tort, subulata erinnernde 
en. Bll. weich, feucht abstehend, trocken eingekrümmt und etwas 
, die unteren aus abgerundeter Basis länglich elliptisch, die oberen 

ver angert keil- oder zungenförmig, abgerundet oder zugespitzt, 
mi welligem, flachem, selten zurückgekrümmtem, warzigem Rand, durch 
last geichgrosse, stärker verdickte Zellen einreihig gelb gesäumt und 
mit gelber, als kürzerer oder längerer Stachel oder Granne austretender Rippe. 
Querschnitt der letzteren mit 2-4 grossen medianen Deutern nebst Begleitern, 
4-5 doppelten ßauchzellen, lockeren, vorgewölbten oder papillösen Rücken- 
zellen und substereiden und stereiden Innenzellen. Blattzellen oberwärts 
h7h yf \ SpltZe ZU rhombisch ' 16 -*0 u, und papillös. abwärts unter- 

rZl V l te .; erlan f rt '^tangulär, an der Basis sehr locker, verlängert 
und > ," r, " UDd WaSSerhe11 Perj >™lbll. an der Spitze abgerundet 
recht h lg ^ f r der Ei PP e - Kapsel auf 1-2 cm langer Seta auf- 

recht, braun, ohne Deckel 3-4 mm lang, zylindrisch und gerade oder schwach 



Pflänzch« 
verdreht. 



gekrümmt, mit breitem, mehrzellreihigem Ring und kurz geschnäbelt 

von 7 8 bis fast 7 2 ürnenlänge. Peristomäste rötlicligelb, auf voi 
4— 5 reihig quadratisch getäfeltem basalen Tubus mehrfach gewunde 
10—14 u, grünlichgelb und glatt. Br. eur., Vol. II. Tab. 157. 

An Weg- und Grabenrändern, auf feuchter lehmiger Erde, in Sardini 
Frankreich, Algier und Irland; von Fr. Müller in Sardinien entdeckt. Nach 
Renauld und Cardot auch aus Californien und British-Columbien in Nord-Amerika 
bekannt. S. XXII, 12, a und b) Bll., c) Perigonialbl., d) Kapsel, e) Habitusbild- 
gez. nach einem von De Notaris in Sardinien gesammelten Expl. (comm. Brotherus). 

7. Tortula muralis (L.) Hedw. 1782. 

ßryumL. 1753. Milium Sw. 1781, Barbuhl Timm. 17*8. Mollia Schrank 17N-». Tortula 
pilosa Schrad. 1794, Tort. Gtodtmgenm Brid. 179m : <•!'. i:i,|,. Kr. Fl. IV. Xr. 2t;s 

Einhäusig; die d Blüten entweder am Gipfel eines Hauptsprosses, oder 
seitlich am Fusse einer Innovation und unterhalb der . beide mit Paraphysen 
Bläulichgrüne oder grau schimmernde, 5—15 mm hohe, innen wurzelhaarige 
Polster mit gabelig geteilten Stengeln. Bll. feucht aufrecht abstehend, trocken 
gefaltet und etwas gedreht einwärtsgebogen anliegend, die unteren länglich 
lanzettlich, die oberen aus gerader Basis verlängert zungen- bis sp at elf ör mio- 
stumpf oder kurz zugespitzt, mit oberwärts umgerolltem, durch etwas dick- 
wandigere Zellen wie getuscht erscheinendem Rand und kräftiger, als langes, 
glattes, hyalines Haar, seltener als gelblicher Stachel austretender Rippe. 
Querschnitt der letzteren mit 2 grossen medianen Deutern nebst Begleitern, 
4—5 zum Teil doppelten Bauchzellen, kräftigem Stereidenband, und nur gegen 
die Basis mit differenzierten Rückenzellen. Blattzellen rundlich-quadratisch, 
9 — 12 u und dicht papillös, abwärts quadratisch, allmählich rektangulär bis 
verlängert rektangulär-6 seitig und wasserhell. Kapsel auf 1—2 cm langer, 
gelblicher, im Alter trüb roter, unten rechts, oben links gedrehter Seta auf- 
recht, lang zylindrisch, oft etwas gekrümmt, braunrot, mit 2 reihig sich ab- 
lösendem Ring und schmal kegeligem Deckel von */ a Urnenlänge. Peristom- 
äste auf sehr niedrigem, basalem Tubus 2—3 mal gewunden, in radialer Richtung 
stark entwickelt. Sporen 7—9 u, seltener 9—12 u, gelb und glatt. Reife im 
April und Mai. Br. eur., Vol. II, Tab. 159. 

An Mauern und Steinen, auf Ziegel- und Schindeldächern durch ganz Europa 
gemein, in den Alpen bis 1970 m aufsteigend und fast über den ganzen Erdkreis 
verbreitet; von Dillen 1718 bei Giessen entdeckt. S. II, 1 und 4—6 Blüten etc., 
sowie XXII, 4, a) BL, b) Kapsel, c) Bl. der var. incaua, e) Blattquerschnitt; gez. 
nach dahier bei Laubach ges. Expll. 

Var. in ca na Schpr. in niedrigen Raschen mit kürzeren Bll., deren Rippe als 
sehr langes Haar austritt — an mehr sonnigen Standorten; 

var. rupestri* Schultz in bis 2 cm hohen Polstern mit breiteren, oft kurz zu- 
gespitzten Bll. — an feuchteren Standorten, auch an faulem, feuchtem Holz; 

var. o b c ord ata Schpr. in niedrigen Rasen mit kurzen Bll., deren Spitze etwas 
herzförmig bis unsymmetrisch 2 lappig ist — im südlichen Frankreich und Spanien. 



7 a. Tortula aestiva (Brid.) Pal. Beauv. 1805. 

Tort, muralis ß aestiva Brid. 1798, Barbula Schultz 1823. Barb. Itzigsoh.ni llanm, 
1843; cf. Kbh. Kr. Fl. IV, Nr. 269. 

Zw ei häusig; die c? und 9 Pflänzchen durch Rhizoiden verbunden. 
Freudiggrüne, flache, der vorigen Art sehr nahe stehende Rasen. Bll. länger 
und schmäler als bei muralis, mehr lineal-lanzettlich und kurz zugespitzt, 
mit schwächer umgerolltem Rand und in der Spitze endender oder als kurzer, 
gelber Stachel austretender Rippe. Blattzellen oberwärts rundlich-quadratisch, 
12—1(3 u, und papillös. Peristomäste nur einmal gewunden, auch schmäler 
und dünner als bei voriger Art, von der sie meistens nur als Varietät betrachtet 
wird, von Limpricht aber als „werdende" Art abgegrenzt wurde. 

An ähnlichen, feuchten, schattigen Standorten wie die vorige Art, jedoch 
seltener. S. XXII, 4, d) BL; gez. nach an Gradirsteinen bei Bad-Nauheim f Hessen) 
ges. Expll. v * 



8. Tortula marginata (Br. eur.) Spruce 1845. 

Br. eur. 1842, Tortula caespitosa Hook. & Orcv. 1824, Barb. cacspitosa Bruch 
1859. Tod. acuminata Mitt. 1869; cf. Kbh. Kr. Fl. IV, Nr. 270. 
Zweihäusig mit kleineren d Pflänzchen; die d Blüten mit fast keuligen 
Paraphysen. Herdenweise oder zu Raschen vereinte, spangrüne, 1-3 mm hohe 
I-ttanzchen. Bll. feucht aufrecht abstehend, trocken schwach gedreht einwärts 
gebogen, die unteren kleiner und eilanzettlich, die oberen grösser, verlängert 
schmal zungen- bis spateiförmig, abgerundet oder kurz zugespitzt und hohl, 
am Rande „ | oder mehreren Reihen doppelschichtig, durch verdickte, 
schmale, verlängert rektanguläre Zellen von 0-8 u gelb gesäumt und 
sc nit 7' EL?**'?'** (Sdtener aIS Granne ) «""tretender Rippe. QuBr- 
Trunn d * 71 ^T ^^ "* 2 ™ d ™™ D ^™> einer Begleiter- 
3ös n d d~K T hZ6l i eD ^ GrÜ " e BlattZellen 4 - 6 -itig, 12-16 u, 
dem R a nd derbWandlg; ZelIe " der B ^ rektangulär und wasserhell, nach 

i^^^^l^^^^^^ T da8 Mittelmeer "* in England, 
Virginien und Colurla ^ 1^' ™ ^^ ?"»«*■> <**»™* 
entdeckt. S. XXII 13 a^R m7 , "^ V °" Fr ' Müller ia Sard, '" ifl " 



in Frankreich (Seine-Inferieur) 



b) Kapsel, c) Habitusbild; gez. nach einem 



Kxnl. 



— 355 — 
9. Tortula Solmsii (Schpr.) 

cf. Schpr. Syn. ed. II v. 1876. S. 200. 

Niedrige Raschen mit einfachen, rosettenartig beblätterten Stämmehen. 
Bll. kürzer als bei voriger Art, verlängert elliptisch bis spateiförmig, stumpf 
oder durch die austretende Rippe mehr oder weniger stachelspitzig, mit ein- 
schichtigem, durch dickwandige, schmälere, rektanguläre Zellen 5— 6 reibig 
gelb gesäumtem, flachem Rande. Grüne Blattzellen oberwärts quadratisch, 
stark papillös, nach der Basis zu rektangulär bis verlängert rektangulär-»; seitig 
und wasserhell. Kapsel auf langer, dünner, rötlicher Seta aufrecht, schmal 
ellipsoidisch, schwarzbraun, mit breitem, einreihigem Ring und geradem, lang 
kegeligem Deckel. Peristomäste purpurrot und 2 mal gewunden. Sponn 

An verwitterten Sandsteinfelsen bei San Bartholomeo dos Messines in Algarvi.n 
von H. Graf zu Sol ms -Laubach 1866 entdeckt (non vidi). 

Tortula Velenocskyi SchifFuer aus Böhmen (cf. acta Acad. caes. Lee«, Caiol. 
Nat. Bd. LVIII, S. 477,'resp. Rev. br. 1896, S. 110), welche Dr. Jos. Velenovsky 
1891 auf Kalkboden um St. Procop bei Prag ges. hat, soll breit eiförmige, fast 
kreisrunde Laubbll., schmälere eilanzettliche Perichätialbll. und fast glatte Lamina- 
zellen haben, sonst aber der T. muraiis nahe stehen (non vidi). 



Einhäusig; die dick knotenförmigen d Blüten auf kurzen Seitensprosseu 
und mit fast keuligen Paraphysen am Fusse des Fruchtsprosses. Innere 
Hüllbll. der ö Blüte eilanzettlich mit unter der stumpflichen Spitze ver- 
schwindender Rippe. Herdenweise oder in lockeren, 1 — 5 mm hohen, gelbgrünen, 
grauschimmernden Raschen. Untere Bll. klein, die oberen grösser, feucht 
schopfig aufrecht abstehend, aus abgerundeter Basis verkehrt eilänglich 
bis spateiförmig und rasch zugespitzt oder stumpf lieh, mit seh wach umgerolltem, 
nicht gesäumtem Rand und als glatte, gelbliche oder helle Granne 
austretender Rippe. Querschnitt der letzteren oberwärts bikonvex, mit 2 
medianen Deutern nebst Begleitern, 3— 4 weiten Bauchzellen, unterem Stere'iden- 
band und nicht differenzierten Rückenzellen. Blattzellen dünnwandig, oberwärts 
quadratisch, 14—18 u und beiderseits mit 1- oder 2 spitzigen Papillen besetzt, 
nach der Basis zu nur wenig verlängert und meist kurz rektangulär, bis über 
20 u. Kapsel auf 1 — 1,5 cm langer, unten roter und rechts, oben gelber 
und links gedrehter Seta aufrecht, schmal ellipsoidisch, rötlichbraun und dünn- 
wandig, mit 2—3 reihigem, stückweise sich ablösendem Ring und schief 
geschnäbeltem Deckel von mehr als halber ürnenlänge. Peristomäste auf 
bleichrotem, vortretendem, bis lOreihig schief getäfeltem basalen Tubus 
2 mal gewunden, rot und papillös. Sporen 14 — 16 u, rötlichgelb und sehr 
fein gekörnelt. Reife im Frühjahr. Br. eur., Vol. II, Tab. 158. 



— 356 — 

Auf Mauern und an sonnigen Abhängen, auf Kalk, Basalt und Thonschiefer, 
seltener auf Granit, im südlichen Europa und im Kaukasus, häufig in den Ländern 
um das Mittelmeer. Nördlichste Standorte im Kheingau und in Sussex in England. 
Bildet nach dem Peristom den Übergang zur folgenden Gruppe. S. XXII, 3^ 
a und b) Bll., c) Kapsel, d) Habitusbild; gez. nach einem von G. Her pell bei 
St. Goar am Rhein ges. Expl. 



b) Tubus des Peristoms hoch und getäfelt, 



subulata (L.) Hedw. 1782. 



^;"" l'- "«SS, Moüia Schrank 1789, Barbula P. de Beauv. 1805, Tort, hercynim 
•Vhrad. 1 ,94. S„ntnchia \V,1, & M. 1807, Barb. paradoxe .Im 
cf. Rbh. Kr. Fl. IV. !Nr. M72. 

Einhäusig; die knospenförmigen, 3- 6 blätterigen 6 Blüten kurz gestielt 
oder sitzend, unterhalb der Q mit kleinen, eilanzettlichen Hüllbll. und faden- 
bis keulenförmigen, goldgelben Paraphysen. Ausgedehnte, freudiggrüne, meist 
1 cm hohe, seltener polsterförmige und bis 3 cm Lohe, innen rostgelbe Basen 
mit gabehg geteilten, am Grunde und an der Basis der Innovationen filzigen 
btengeln Bll unten entfernt, die oberen schopfig und gedrängt aufrecht 
abstehend, trocken verdreht einwärts gebogen, aus eiförmiger Basis verkehrt 
!!l! + n f 1C u ^ ^ r6 , it s P atelförmi g und zugespitzt, hohl und flachrandig, 
me st durch 1-4 Reihen 1 oder 2 schichtiger, stärker verdickter, verlängerter 
Zelen gelbl h äumt? oder ^ ^ vorspringende Zellen an der 

le erl "T' d "^ antretender ****• Querschnitt" der 
letzteren mit 2-4 medianen Deutern, 2-8 teilweise doppelreihigen weiten 
BauchzeHen, einer Begleitergruppe und Stereiden. nur einzelne untere Zellen 
nut den Rückenzellen etwas weitlumiger. Grüne Blattzellen rundlich 4_6seitig, 

Te e I, ^ M t' b °l, lg gekrÜmrat ' ^"»»»braun, mit 2re ihige m , stück- 

we.se s,ch abiosendem E,og u„d kegeligem, stumpfem Deckel Ton \ bis 

■ Ln, nlange. Penston, zu % _» 4 röhrenförmig, hdl schirf ^ 

'.,;";' g p ! WUndeneD /T PUrnen ' P a P illa »"Ä,te„. Sporen 10-14, Seltener 

T^"l«o 8 gm " " 8latt ß6ife ™ Juni ■* "Mi- Br. eur,; Vol. II, 

An erdigen Abhängen, auf Mauern an Fei«,, , i r> , , 

auf Waldboden häufig und bis in d^Il' Baumwurzeln, besonder» 

dem Standort sehr formenreih von DU fTT " * 19 ° " ™ k ^° A - * »* 
Kaukasus, ans Algier in Afrika T,h t Ä * mtdeCkt ÄUch " US dem 

und noch zahlreichen anderen Standorten x'^a' 6 "' ^^ CoIorado u " d Californien 
XXIV,5, a und b) Bll, «f^ d P.f 7*° ^"^ * X VII, 9 Peristom, 
Laubach ges. Expll. ' P ' ' Blatt 1» e ™lm,tt ; gez. „ach dahier bei 



Var. angnstata (Wils.) mit schmäleren, schärfer zugespitzten, gegen die 
Spitze gezähnten Bll. und deutlicherem, aus verlängerten Zellen gebildetem S;ium — 
auf trockeneren, felsigen Standorten; 

var. recurvo - iiutrai mita Breidler mit zungenförmigen Bll. und längs 
umgerolltem, gelb gesäumtem Blattrand — auf Kalk in Steiermark; 

var. subinermis Schpr. mit undeutlich gesäumten Bll. und nur kurz stachel- 
spitzig austretender Rippe, sowie 

Stachelspitze — au Kalkfelsen in England. 



Tortula 



mit 2 kleinen, zugespitzten Hüllbll. in den Achseln der Schopfbll. Kleinereu 
Formen der subulata sehr ähnlich und von derselben bist nur unterschieden 
durch glattes, nicht papillöses Z,dlnetz. durch ungesäumte, flachrandigc Hin- 
gegen die Basis etwas zurückgeschlagene, mehr verkehrt eiförmige Bll., etwas 
schwächere, glatte Kippe, und kürzere Kapsel mit bleibendem Ring; auch be- 
findet sich am Rand des Deckels nur eine Reihe rundlicher Zellen, während 
derselbe bei mbulata deren oft H besitzt. Sporen 14— 18 u. gelbgrün und fein 
gekörnelt. Reife im Juli und August. Br. eur., Vol. II, Tab. 162. 

In humösen Felsspalten der Kalk- und Schieferfelsen in der Berg- und Alpen- 
region von 600 bis 2800 m hier und da zerstreut, auch von Grönland und Spitz- 
bergen, aus Nord-Amerika und Tibet in Asien bekannt; von Schleicher 1803 in 
der Schweiz entdeckt. Nach Arn eil im Jeniseithale Sibiriens von der mittleren 
Waldregion bis in die arktische Region sehr verbreitet. S. XXIV, 1, a) Bl., b) Kapsel, 
c) Blattquerschnitt; gez. nach von J. E. Zetterstedt in Schweden ges. Expll. 

13. Tortula inermis (Brid.) Mont. 1832. 

Barbvia »ubul y inermis Br. mir. 1*42; d. Kl.h. Kr. Fl. IV. Nr. 27."». 

Einhäusig; die gestielten, achselständig.-n H und mehrblätterigen Blüten 
mit schwach gerippten, zugespitzten inneren Hüllbll. und zahlreichen Paraphysen. 
Der subulata nahe stehende, bis 2 cm hohe, olivengrüne bis dunkelbraune Rasen. 
Bll. derb, trocken zusammengefaltet einwärts gekrümmt bis spiralig ge- 
wunden, feucht aufrecht, aus schmaler Basis verlängert zun gen förmig, 
stumpf oder kurz zugespitzt, kielig hohl, ganzrandig, mit ungesäumtem, bis zur 
Spitze umgerolltem Rand und kräftiger, runder, in der Spitze endender 
oder als sehr kurzes Spitzchen austretender Rippe. Querschnitt der letzteren 
mit 2—4 medianen Deutern, 4—6 doppelreihigen, weiten Bauchzellen, kräftigen 
unteren Stereiden und nicht differenzierten Rückenzellen. Blattzellen ober- 



— 358 — 
wärts rundlich 4-6seitig, in den Ecken verdickt, nur 13-16 u, am Rand 
oft queroval, beiderseits dicht papillös, abwärts mehr quadratisch, an der 
Basis rektangulär und wasserhell. Kapsel auf 1,6-3 cm langer, rotbrauner, 
gedrehter Seta aufrecht, schmal zylindrisch, bogig gekrümmt, derbwandig 
dunkel rotbraun, mit 2 und 3 reihigem Ring und verlängert kegeligem, z t 
gespitztem Deckel von \l A Urnenlänge. Basaler Tubus etwa «/_ des Peristoms 
Sporen J2--M oder 15-18 u, gelbgrün und glatt. Reife im Sommer. Br.' 
eur., Vol. II, Tab. 161 und Tab. 167. 

An sonnigen Abhängen, in Felsspalten und an Weinbergsmauern im südlichen 

Europa, insbesondere in den Ländern um das Mittelmeer, in Frankreich und Spanien etc 

dVJni Pe^ T\ 7 ^ ^ ^ ™ ™ h «» **» *«*«^ ^Igie 

von a Herpell ÄytW 1 ^ - — «~ 



14. Tortula alpina (Br. eur.) Bruch 184;}. 

Barhula Br. eur. 1842, Syntrichia Jw. 1882; «f. ßbh. Kr Fl IV Xr 874 

iostiote Käsen mit bläulichcrünpi. rimnu a t,v„ i ■ 

Kabelie eetpiltpn «♦ i -n,, iunovatlonen und abwärts wurzelfilzigen, 

iSÄTJÄ * ^Ä-lÄ- ; r 

schwach elliptischer Basi s s^tel^ '„,!,! ' ' !' '", übere " "" 

spitzt, iu der Mitte „de,- '.,., "£EÄ ffi* '" " ^ ~ 
brauner. am Rücken flacher, als glattes ku,,„, l|-,, r ,„,,, .,, "' .<"!,", 
spitze austretender, glatter Rippe. Querschniu. der hm ' n """"T 
z-4 medianen Deutern und 2—4 doi)Dplreihi„„„ u 'zwien („konvex, mit 
die äussere Reihe meist 4 2 eUi. ist „ c f ' tC " Bi " ld ' 1 " >11 «'- '»» *»« 
zellen und Sterei'den Rio» ,1 \ eI " er Be 8 ,eitCT g™Ppe, 2-3 weiteren Innen- 
10-15 p "am R„ , T^ 5 * dich * ***»* rundlich quadrat.seh, 
ahwärts^ta S u,är oder ! ,• ™* "^ "* h "»* *-*»**. die übrigen 

driseh, anfing; „.ij* ^tLÄ^»^ Ä* ?- 
krümmt, mit schmälerem Hals, Lg.blS.mV,. V ^' " & ^^ «"" 

von ^.Ä^t^i^ W " " - — von «0-*00 ,„: 
auch aus British-Columh 1 ^LT" IT*!* »"» *«««* — Cr*" 

■) Kapsel; ge , nach J,'" ^j^'f b .*»*. R XXV, 4, a und h) Uli., 
e.üler in Steiermark ges. Expl. 



Var. inermis (Milde) De Not. in kräftigeren Easen mit dicker, in 
gerundeten Spitze endender, oder als sehr kurzer Stachel austretender Ripp 
Süden, bei Meran, in Oberitalien, in Tessin etc., auch auf Granit. 



(Brid. 1819) De Not. 



Einhäusig; mit meist lang gestielten d Blutenknospen in den Achseln 
der unteren BU. Olivengrüne bis bräunliche, 1—2 und selbst 3 cm hohe, 
polsterförmige, zuweilen lockere, unten gelbrot filzige Rasen mit gabelig oder 
büschelig geteilten Stengeln. Bll. feucht sehwach zurückgebogtta abstehend. 
trocken zusammengefaltet und verdreht, aus elliptischer Basis spat eiförmig, 
über der Basis etwas enger und daher fast bisquitiürmig, mit abgerundeter. 
selten etwas ausgerandeter Spitze, in der Mitte schwach zurückgebogenem, 
meistens jedoch flachem, zuweilen durch dickwandige Zellen etwas heller ge- 
färbtem Rand und brauner, in ein langes, glattes oder oben schwach 
gezähntes Haar auslaufender Rippe. Zuweilen findet man auf der oberen 
Seite der Lamina (nach Limpr.) länglich cylindrische Brutkörper. Querschnitt 
der Rippe mit 2 medianen Deutern, 2 weiten, zuweilen doppelschichtigen 
Bauchzellen, einer Begleitergruppe und Stere'i'den, jedoch nicht differentiierten 
Aussenzellen. Blattzellen oberwärts quadratisch, 10 — 15 u und beiderseits mit 
hufeisenförmigen Papillen besetzt; an der Basis verlängert rektangulär bis rektan- 
gulär-6 seitig und wasserhell, nur einige Elandreihen kin/.erbis quadratisch. Kapsel 
;ill f 8 — 15 mm langer, rötlich gelber, grösstenteils links gedrehter Seta auf- 
recht, eilänglich bis zylindrisch, oft schwach gekrümmt, derbwandig und 
braun, mit lange bleibendem, 2 reihigem, differentiiertem Ring und kegelförmigem, 
am Rande kerbigem Deckel von mindestens */„ Urnenlänge. Peristomäste 
doppelt so lang als der rhombisch getäfelte Tubus und 3 bis 4 mal gewunden. 
Sporen ungleich, 10—18 u, bräunlichgrün bis gelbbraun und papillös. Reife 
im Mai und Juni. Br. eur., Vol. IL Tab. 164. 

An den Stämmen freistehender Bäume durch das gemässigte und wärmere 
westliche Europa verbreitet, vorzugsweise an Pappeln, Weiden und Akazien, im 
Süden mehr an alten Ölbäumen, in Schottland auch an Felsen; von Bruch 1823 
bei Zweibrücken entdeckt. Auch aus Nord-Amerika, insbesondere aus Californien, 
Nevada und Vancouver, sowie aus Algier und Tunis in Afrika bekannt. S. XXV, 10, 
a und b) Bll., c und d) Kapsel; gez. nach von Bruch bei Zweibrücken 
ges. Expll. 

Var. laevijnliformis (De Not.) — hi,n}nl.i ,,„<^//..„,///.< Schpr., in meist zwei- 
häusigen dichten, 5— 10 mm hohen, gelbgrünen Rasen mit vereinzelten 6 Pflänzchen 
zwischen den Q . Bll. am Rande durch 4—5 stärker verdickte Zellreihen wie getuscht 
mit gelblichem Saum. Peristom auf mehr quadratisch und rechteckig getäfeltem 
Tubus nur einmal gewunden. Im Süden an alten Ölbäumen, Feigen- und Kastanien- 
bäumen, sowie auf Schindeldächern verbreitet, auch aus dem nördlichen Afrika 
bekannt. 



Ilna-h IHM. liurbnla Hr. rar. 1842, Tort. ■ 

Zweihäusig; die ä Blüten unbekannt, die Q ohne Paraphysen, resp. nur 
scheinbar mit langen fadenförmigen Paraphysen infolge der bereits an der 
Basis der jungen Bll. sich entwickelnden zarten, paraphysenartigen Wurzel- 
haare. Lockere, polsterförmige, 2—3 cm hohe, leicht zerfallende, schmutzig- 
bis dunkelgrüne Rasen mit gabelteiligen, am Rand der Polster niederliegenden, 
unten wurzelhaarigen Stengeln. Bll. weich, feucht abstehend und flach aus- 
gebreitet, trocken zusammen gefaltet, an der Stengelspitze gedreht locker an- 
liegend, die unteren, entfernteren verkehrt eilänglich, die oberen, mehr rosetten- 
förmig gehäuften aus schmälerer eiförmiger oder schwach elliptischer Basis 
spatel-zungenförmig, breit abgerundet, oft mit sehr kurzer Spitze oder auch 
ausgerandet, mit längs der Basis schwach zurückgerolltem Rand, sehr kräftiger, 
in der Spitze verschwindender, nie als Haar austretender, bräunlicher 
Rippe und an der Basis der letzteren auf der Rückseite entspringenden Wurzel- 
haaren. Querschnitt der Rippe bikonvex, mit 2 medianen Deutern nebst un- 
deutlichen Begleitern, meist 2 doppelschichtigen Bauchzellen und 3—5 schichtigen 
Steroiden, am Rücken mit rundlichen Papillen; die oberen Bauchzellen oft 
nochmals geteilt, resp. doppelzählig. Lamina beiderseits dicht warzig, jedoch 
am Rand weder gesäumt, noch warzig krenuliert, oft mit rundlichen Brut- 
körpern besetzt. Blattzellen dünnwandig, oberwärts rundlich-Geckig, 12—14, 
mit rundlichen, 1- und 2 teiligen Papillen dicht besetzt, 
quadratisch bis verlängert rektangulär und wasserhell. 
Kapsel auf kurzer, dicker, 5-8 mm langer, gelbroter, oben links gedrehter 
Seta aufrecht, verlängert ellipsoiclisch bis zylindrisch, mit lange bleibendem, 
2-3zellreihigem Ring und kegeligem Deckel von halber ümenlänge. Peristom- 
aste doppelt so lang, als der bleiche basale Tubus und 1-2 mal gewunden. Sporen 
8-11 u, gelbgrün und glatt. Reife im Frühjahr. Br. eur., Vol. II, Tab. 164. 
An Feldbäumen, Weiden, Pappeln etc. oder altem Holz in der Nähe des 
Wassers, auch an Steinen, an Kanälen und Brücken durch die Ebene und Hügel- 
region des nördlichen und westlichen Europas und Nord-Amerikas; mit Frucht in 
Schottland und Irland, sonst seit 
Californien 

Var. propayuUfer« Milde in kräftigeren Rasen und mit 4- bis mehrzelligen, 
den Laminazellen entspringenden Brutkörpern — von Milde 1870 an Eichen bei 
Bktt'irB 6 ^ niCht It " EaSaltbrÜckeö ^i Laubach in Hessen. S. I, 14, 
für cnntt P Tr, dXXV ' * & ~ C) B11 " d ) Ka P Se1 ' <0 Habitusbild, f) Blat^ 

Querschnitt; gez. nach dahier bei Laubach ges . Expll. 

17. Tortula papulosa Wils., resp. Spruce 1845 






Zweihäusig in braungrünen, lockeren, nur 2-5 mm 
Rucken der Blattbasen wurzelhaarigen Stengeln. Bll. a, 



otundifolia Jens.; cf. Hbh. Kr. Fl. IV, Nr. 277. 
oben Raschen mit 
aufrecht abstehend, 



trocken zusammengefaltet einwärts gekrümmt, an der Stengelspitze verdreht, 
die unteren verkehrt eiförmig, die oberen, rosettenförmig avhäuftrn aus schmälerer 
Basis breit spateiförmig und kurz zugespitzt (fol. itumhmtefonnii). sidir 
hohl, am flachen Rande oberwärts eingebogen, mit breiter, rötlichbrauner, als 
kurzes, fast glattes, helles Haar, resp. hell stachelspitzig auslaufender 
Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2 medianen Deutern, einer Begleiter- 
gruppe und meist 4 weitlumigen Bauchzellen nebst einem unteren Stere'iden- 
band, von dem sich die mit einfachen oder 2 teiligen Papillen besetzten Bücken- 
zellen im Lumen kaum unterscheiden. Aus den Bauchzellen der Kippe 
entspringen im oberen Blattteil eiförmige oder keulige. mehrzellige Brutkörper, 
während die Rfiekenzellen mit langen 2 spitzigen Papillen besetzt sind. Blatt- 
zellen glatt, oder nur unterseits mit einzelnen Papillen besetzt, rundlich-G seitig, 
18 — 24 u, dünnwandig und nur in den Ecken verdickt, nach der Basis zu 
quadratisch bis rektangulär und wasserhell. In Europa steril Soll in 
Australien und Neu-Seeland mit Frucht gefunden worden sein. 

An Feldbäumen durch ganz Europa bis nach dem südlichen Skandinavien in 
der Ebene und Hügelregion verbreitet, in den Alpen bis 500 m, auch aus Neu- 
seeland, sowie Nord- uud Süd-Amerika bekannt; von Wilson 1S4'! entdeckt. 
Trocken von kleineren Orthotrichen beim Sammeln weniger leicht zu unterscheiden, 
als im feuchten Zustande. S. I, 10, Blatt querschnitte, 13 Bl. mit Brutkörpern, 
sowie XXV, 2, a und b) Bll., c) Brutkörper; gez. nach dahier bei Laubach ges. ExplL 

IS. Tortula pagorum (Milde) De Not. 1S49. 



FL IV. Nr. 270. 

Bis jetzt nur steril und in d Pflänzchen bekannt. Breite, bis 5 mm hohe, 
bläulichgrüne, trocken dunkelgrüne, leicht zerfallende Raschen mit am Grunde 
rostfilzigen Stengeln. Bll. schopfig zusammengedrängt, feucht steif aufrecht 
abstehend, nicht zurückgekrümmt, trocken angepresst, verkehrt eilänglich, 
oder aus elliptischer Basis zungenförmig und mit herzförmiger, aus- 
gerandeter Spitze, flachrandig und nur zuweilen in der Mitte am Rand 
schwach zurückgebogen, sowie mit glatter, roter, als glattes, oben entfärbtes 
Haar austretender Rippe. Querschnitt der letzteren demjenigen von montana 
ähnlich, mit 2 medianen Deutern, 2 weitlumigen, oft doppelschichtigen Bauch- 
zellen, einer Begleitergruppe und kräftigen unteren Stereiden; die Rückenzellen 
nicht differentiiert und glatt. Blattzellen oberwärts rundlich (Zeitig, 12—16 u, 
uud mit hufeisenförmigen Papillen beiderseits dicht besetzt, gegen den Rand 
enger und oft querbreit, abwärts rektangulär und wasserhell, am Rand etwas 
kürzer. Am Scheitel und in den Achseln der Schopfbll. entwickeln sich zahl- 
reiche, grosse, flach spindelförmige, blattähnliche, dicht papillöse Brutkörper 
mit glatter, hyaliner Spitze. Frucht unbekannt. 

An Bäumen, wie an Steinen der Dorfmauern bei Heran in Tirol. Wird von 
manchen Autoren als verkümmerte Form von laevlpila betrachtet. Da die Brut- 



körper jedoch mit den bei laevipila vorkommenden keine Ähnlichkeit haben, so 
betrachten andere sie der alpina näher stehend. S. XXV, 3, a) Bl., b) Brutkörper; 
gez. nach einem von P. Janzen bei Heran ges. Expl. 

19. Tortula pulvinata (Jur.) Limpr. 1890. 

harbula .Für. IHtiU und Syntr ichin Jur. 1882. Barb. intermedia v. pulvinata Milde 
18H9. Tort, daniea ( '. Ifartm. 1871, Ä/r6. ruralis v. /h«Zi\ Limpr. 1876; cf. Rbh. Kr. 
Fl. IV, Nr. 280. 

Zweihäusig mit terminalen ö und Q Blüten; das innerste Hüllbl. der 
ö Blüte mit vor der haarlosen Spitze endender Rippe. Oliven- bis schmutzig- 
grüne, innen rostbraune, ziemlich dichte, 1 — 2 cm hohe, weiche Rasen. Zuweilen 
mit zylindrischen, blattbürtigen Brutkörpern, meist jedoch wie bei papulosa an 
der Rippe. Bll. nach oben etwas grösser und schopfig gehäuft, feucht nur 
schwach zurückgekrümmt abstehend, trocken gefaltet, eingerollt oder 
gedreht locker anliegend, aus elliptischer Basis spatel-zungenförmig, oben ab- 
gerundet und meist seicht ausgerandet, etwas gekielt, mit flachem, nur 
gegen die Basis schwach umgebogenem Rand und braunroter, am Rücken 
etwas rauher, fast glatter, in ein schwach gezähntes, helles Haar auslaufender 
Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2 medianen Deutern, 2 doppelschichtigen 
Bauchzellen, schwach verdickten 2 reihigen Rückenzellen und meist weit- 
lumigen Zellen zwischen diesen und den Deutern. Blattzellen oben 
rundlich 4— 6 seitig, 12—14 u, beiderseits dicht mit kleinen rundlichen Papillen 
besetzt, an der Basis einige Randreihen quadratisch bis kurz rektangulär, die 
übrigen verlängert und wasserhell. Kapsel auf 1 — 1,5 cm langer, roter, oben 
links gedrehter Seta aufrecht, eilänglich bis ellipsoidisch, nur schwach gekrümmt, 
mit lange bleibendem, 1—2 reihigem Ring und kegeligem Deckel von fast halber 
Urnenlänge. Haube bis unter die Kapselmitte reichend. Peristomäste auf 
fast gleichlangem, rhombisch getäfeltem Tubus einmal gewunden. Sporen 
8— 10 M, rostfarben und sehwach papillös. Reife im Mai. 

An alten Bäumen, Parkzäunen und Schindeldächern, seltener an Steinen durch 
die Ebene und Hügelregion bis 1060 m zerstreut; von Juratzka bei Wien 1861 
entdeckt. Frucht sehr selten. S. XVII, 19, Blattquerschnitte, sowie XXV, 9, 
a) BL, b) Kapsel, c) Blattzellen stärker vergrößert; gez. nach von C Warnstorf 
bei Neuruppin ges. Expll. 

20. Tortula montana (N. v. E.) Lindb. 1879. 

Syntrichia X. v. E. 1819, Syntr. intermedia Orid. 182«. Tortula intermedia Wils. 1861, 
Bari, intermedia Müde lH«f.. Tort, ruralis b crinita I), N„t. 1s:;,. /;„,/, riimlis ß r upestris 

^^:^^: SYintermedia Lim - 187 «- ™ ™* ß — ™- ^ * 

Zweihäusig mit terminalen ö und q Blüten. Bräunlichgrüne oder rot- 
braune , grauschimmernde 1,5-8 and selbst 4 cm hohe, dicht polsterförmige, 
unten durch Wurzelnk verwebte Rasen. Stämmchen ohne Zentralstrang. 
Bll. feucht dicht aufrecht abstehend, höchstens die Spitzen zurückgebogen, 



— 363 - 

trocken anliegend, gefaltet und kaum gedreht, aus etwas schmälerer, elliptischer 
Basis spatel-zungenförmig, abgerundet oder etwas ausgerandet. gekielt, mit 
oben flachem, abwärts last spiralig umgerolltem Band und brauner, am 
Rücken glatter, in ein sehr langes, helles, entfernt gesägtes Haar aus- 
laufender Bippe. Querschnitt der letzteren mit 2 medianen Deutern. 2 doppel- 
schichtigen Bauchzellen, einer kleinen Begleitergruppe, nicht differenzierten 
Bückenzellen und mehrreihigen, braunroten Sterenlen zwischen diesen 
und den Deutern. Blattzellen wie bei voriger Art. nur kleiner, obenvärts etwa 
9—10 u. Kapsel auf 1—1,5 cm langer, roter, oben links gedrehter Set« auf- 
recht, länglich ellipsoidisch und nur schwach gekrümmt, mit lange bleibendem. 
2— 3 reihigem Ring und langem kegeligem Deckel von ',, — -,, Urnenlänge. 
Peristomäste auf schwach rechtwinkelig getäfeltem, fast gleirhlangem Tubus 
oft nur 7, mal gewunden. Sporen 10— lö u. brännliehgrün oder rostfarben 
und schwach papillös. Beife im Mai. 

An sonnigen Kalkfelsen und Mauern durch die Hügelregion von Schlesien bis 
in die Alpen und in Britannien verbreitet. S. XXV, 8, a und b) Bll., c) Kapsel 
und XVII, 18, Blattquerschnitt; gez. nach bei Seeheim an der Bergstrasse (Hessen) 
ges. Expll. 

Var. calva (Dur. et. Sag.) eine niedrige, haarlose Form mit kürzeren Bll. 
und nur als kurzer Stachel austretender, oben am Rücken etwas rauher Rippe — 
auf Dolomit bei Partenkirchen und in Spanien etc. 

21. Tortula ruralis (L.) Ehrh. 1792. 

Bryum L. 17;V ! *. Hui"""" Wt ' is 177 °- ^"'""" Sw - 178L Bnrbula Hedw. 1782, Moüia 

Zwei häusig; die ö Pflänzchen den Fruchtrasen beigemischt und die d 
Blüten mit keuligen Paraphysen. Lockere, ausgedehnte, gelblichgrüne bis 
bräunliche, mehrere cm hohe (bis 8 cm), innen rostrote Basen mit aufrechten 
oder aufsteigenden, unten filzigen, oben gabelig geteilten Stengeln. Stämmchen 
ohne Zentralstrang. Bll. feucht sparrig bogig zurückgekrümmt, trocken 
zusammengefaltet und verdreht locker anliegend, aus fast scheidiger, breiter, 
elliptischer Basis verlängert, mit meist etwas vorgezogener, seltener abgerundeter 
oder ausgerandeter Spitze, scharf gekielt, mit bis gegen die Spitze zurück- 
gerolltem warzig-kerbigem Rand und bräunlicher, am Bücken stachelig 
rauher, als langes, dornig gesägtes, helles Haar auslaufender Bippe. 
Querschnitt der letzteren mit papillösen Aussenzellen und etwas schwächerem 
Stere'idenband, sowie eine Reihe lockerer Zellen statt der Begleiter, sonst 
demjenigen von montana ähnlich. Blattzellen oben kollenchymatisch rundlich- 
6 seitig, 12 — H> u und warzig-papillös, am Band der Basis ein breiter Streifen 
enger gelblicher oder schwach chlorophyllöser Zellen, die übrigen im 
Mittelfeld der Basis wasserhell, verlängert rektangulär und rektangulär-6 seitig. 
Kapsel auf 1—2 cm langer, roter, oben links gedrehter Seta aufrecht, sehr ver- 
längert, mit dem Deckel oft bis 7 mm lang, eilänglich und schwach gekrümmt, mit 
2— 3 reihigem, stückweise sich ablösendem Bing und schief kegeligem Deckel 



— 364 — 

von mehr als halber Urnenlänge. Basaler Tubus \— */ s des Peristoms, blass 
rötlich, schief rhombisch bis 6 seitig getäfelt und mit 2 mal gewundenen, papil- 
lösen Ästen besetzt, Sporen 10—14 u, bräunlich und schwach gekörnelt. 
Reife im Mai. Br. eur., Vol. II, Tab. 166. 

Auf Sandboden und Wüstungen, am Fusse alter Baumstämme, auf Ziegel-, 
Stroh- und Schindeldächern durch die Ebene und niedere Bergregion Europas überall 
gemein und über den ganzen Erdkreis verbreitet, im Süden Europas bis 2850 m 
aufsteigend. Von Arnell nocli bei Tolstoiuos im arktischen Gebiete Sibiriens ge- 
sammelt S XVII, 17, Blattquerschnitte und XXV, 7, a) Bl., b) Kapsel, c) Habitus- 
bild; gez. nach auf Ziegeldächern dahier bei Laubach ges. Expll. 

Var. ruraliformis arenicola Braithw., eine robuste Sandform mit mehr ver- 
längerter, etwas gezähnter Blattspitze und an derBasis gelblichem Haar — an 
den Küsten Englands und Frankreichs; 

var. epitosa Vent., eine haarlose Form — in Italien (Rev. br. 1890, S. 52); 

var. densiretis Vent., mit engerem Zellnetz — in Sardinien (Rev. br. 1890, S. 52). 

22. Tortula aciphylla (Br. eur.) Hartm. 1849. 

Syntrichia norvegica Fr. Weh. 1804, Tortula ruralis v. alpina Wnlil-nb. 1814, Barbula 
Br. eur.' lS4i>. Barh. norvegica Lindb. 1863, Tortula norvegica Wahlen!.. 1864; cf. Rbh. Kr. 

In vieler Beziehung der vorigen Art nahestehend. Zweihäusig; das 
innerste Hüllbl. der ä Blüte meist ohne Rippe und sehr zart. Schmutziggriine 
oder braunrötliche, ausgedehnte, bis 10 cm hohe Rasen. Bll. feucht zurück- 
gekrümmt abstehend, eilanzettlich, resp. aus elliptischer Basis verlängert 
und zugespitzt, mit bis über die Mitte schmal zurückgebogenem Rand und 
anfangs grünlicher, später bräunlicher, am Rücken warzig-papillöser, als rot- 
braune, steife, dornige oder fast glatte Granne auslaufender Rippe. Quer- 
schnitt der letzteren ähnlich wie bei voriger Art, auch das Zellnetz wie bei 
ruralis, nur die Zellen der Basis bis zum Rand wasserhell. Obere Blattzellen 
12—16 u und beiderseits papillös. Papillen wie mit einem Ring umgeben, 
also gleichsam das Bild eines gehöften Tüpfels darstellend, im Querschnitt 
zweiteilig, resp. paarig verbunden. Kapsel auf unten rechts, oben links ge- 
drehter, 1—2 cm langer, roter Seta aufrecht, eiförmig bis kurz eilänglich, 
schwach gekrümmt, mit 3 reihig stückweise sich ablösendem Ring und spitz 
kegeligem Deckel von mehr als halber Urnenlänge. Haubenschnabel papillös. 
Basaler Tubus '/g—Va des Peristoms, bleich und rhomboidisch getäfelt und 
in 2 mal gewundene, gelbe Äste auslaufend. Sporen 10—14 u, gelbgrün und 
glatt. Reife im Juli und August. Br. eur., Vol. II, Tab. 165. 

Auf Felsen, Gemäuer und Steinen der Alpenregion von der Baumgrenze auf- 
wärts, seltener in tieferen Lagen, auch in Norwegen und Lappland, fehlt jedoch in 
Britannien. Nach Renauld und Cardot auch aus Grönland, Labrador, Britißh- 
Columbien und den Rocky-Mountains Nord-Amerikaß bekannt. Von Arnell noch 
bei Tolstoinos auf den Tundra-Hügeln im arktischen Gebiet Sibiriens gesammelt. 
S.XXV, 6, a und b) Bll., c) Kapsel; gez. nach einem von H. Graf zu Solms- 
Laubach an der Gemmi in der Schweiz ges. Expl. 



stachelspitzig austretender Rippe 



23. Tortula Miilleri (Bruch) Wils. 1855, 

Barbula Bruch 1 *■_>!». T»rtuhi ,,ri„rq»t D<- Not. 1*:^. /An-/.«/./ /.rinr^s ('. Müll 1*4J». 
Zt/ntriehia princcps Mitt. 1859. Syntrichia Bruch 1842; cf. Ebb. Kr. FI. IV. Nr. 28-1. 

Polygam; die 9 Blüten meist ohne Paraphysen, die : Blüten mit zahl- 
reichen keulenförmigen Paraphysen. Olivengrüne bis braunrote. 2—4 cm hohe. 
dichte, innen rotfilzige Rasen. Stämmchen mit Zentralstrang und dicht be- 
blättert. Bll. oben schopfig, feucht aufrecht abstehend mit zurückgebogener 
Spitze, trocken gefaltet und gedreht anliegend, aus schmälerer, am Rande 
zurückgebogener Basis sehr breit zungen- und BpatelfÖrmig, abgerundet oder 
kurz und stumpf zugespitzt, gekielt, mit durch Papillen krenuliertem Hand und 
kräftiger, roter, am Rücken rauher, in ein dornig gesägtes, meist helles Haar 
auslaufender Rippe. Querschnitt der letzteren mit 2—4 medianen Deutern. 
2— 3 schichtigen, weitlumigen Bauchzellen, einer Begleitergruppe und «roteren, 
gelbroten Stereiden; die Rückenzellen glatt und nicht differenziert Blatt- 
sellen oberwärts quadratisch, 12—14 u und beiderseits dicht papillös, an der 
Basis rektangulär, wasserhell oder etwas rötlich. Kapsel auf 1 — 3 cm langer, 
roter, unten rechts, oben links gedrehter Seta aufrecht, zylindrisch, resp. länglich 
ellipsoidisch, braun und derbwandig, mit lange bleibendem, 2 reihigem Ring 
und breit kegeligem Deckel von halber Urnenlänge. Basaler Tubus mindestens 
V, des Peristoms, rötlich und schief rhombisch bis 6seitig getäfelt, sowie in 
2 mal gewundene, papillöse Äste auslaufend. Sporen 11—13 u, gelbgrün und 
glatt. Reife im Frühjahr. Br. eur., Vol. II, Tab. 168. 

Auf Mauern und felsigen Abhängen oder auch am Fusse von Baumstämmen 
in den Gegenden um das Mittelländische Meer, sowie in Grossbritannien und auf 
der Insel Gothland, jedoch auch aus dem Himalaya, aus Tasmanien und Nord- und 
Süd- Amerika bekannt. S. XXV, 1, a) Bl., b) Kapsel, c und d) Blattquerschuitte ; 
gez. nach einem von Dr. F. Camus in Frankreich ges. Expl. 



10. Gatt. Dialytrichia 1 ) (Schpr.) Limpr. 



Den Übergang a 



r;„r/;, Intus bildende, habituell an To 



erinnernde Moose. Bll. zungenförmig, stumpf, mit doppelschichtigem, 
wulstigem Rand und beiderseits papillöser Lamina. Querschnitt der Rippe 
mit 2 Stereidenbändern. Zellnetz und Kapsel wie bei Tortula. Peristom dem- 
jenigen von Cinclidotus ähnlich, mit niedrigem, gefeldertem, resp. getäfeltem, 
hier und da durchbrochenem basilären Tubus und 32 an der Basis paarweise 
genäherten oder unregelmässig verbundenen, oft ungleichmässig ausgebildeten, 
1 mal gewundenen, papillösen Peristomästen. 

Von Tortula nur durch 2— 3 schichtigen Blattrand verschieden. Von ausser- 
europäischen Arten ist nur noch I). cancellata (C. M.) aus Texas bekannt. 



1 auf und &?£ r^r/oa Haar wege: 



1. Dialytrichia Brebissonii (Brid.) Limpr. 1806. 

Barbula nnguicukita v. latifolia de Breb., Barbula Brid. 1826, Barbula mucronata Brid. 
1806. Racomitrium flavipes Brid. 1819, Trichoüomum flavipes Steud. 1824, Cinclidotus Husnot. 
1886, Cincl. flavipes De Not. 1860, Barb. romana 0. Müll. 1866, Cinel. riparius v. terrestris Br. 
eur. 1842, Tortida Fiorin. 1841. lh,hjt,todon Cinclidotus De Not. 1838, Desmatodon dichotomm 
Brid. 1826. Giimbclia riparia v. terrestris C. Müll. 1851; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr. 285. 

Zweihäusig, gemischtrasig. Dunkelgrüne, lockere, 2 — 3 cm hohe Käsen 
mit aufrechten, einfachen oder gabelteiligen, am Grunde wurzelhaarigen Stengeln. 
Stämmchen mit Zentralstrang. Bll. ziemlich gleichgross, feucht aufrecht ab- 
stehend, trocken gedreht mit eingebogenen Bändern, zun gen form ig, oben 
stumpf abgerundet und durch die sehr kurz austretende Bippe stachel- 
spitzig, gekielt, mit zurückgeschlagenem, oberwärts wulstigem Band. Quer- 
schnitt der Bippe plankonvex, mit 4 medianen Deutern, 3 Begleiterzellen, 
2 Stere'idenbändern und nur wenig differentiierten, papillösen Bauch- und 
Bückenzellen, letztere nur im Basalteil glatt. Blattzellen oberwärts rundlich 
4 — 6seitig, 8 — 10 u, mit 2—6 zwei- bis dreischichtigen Bandreihen, im Basal- 
teile rektangulär oder verlängert, durchscheinend bis hyalin und nur wenig 
breiter. Innere Perichätialbll. an der Basis fast scheidig zusammengewickelt 
und mit flachem Bande. Kapsel auf 8 — 12 mm langer, dicker, gelbroter, 
unten rechts, oben links gedrehter Seta aufrecht, länglich ellipsoidisch bis 
zylindrisch, hell rötlichbraun, ohne differentiierten King, mit mehreren Beihen 
kleinerer Zellen am Urnenrand und mit schmalem, schief kegeligem Deckel 
von Vi Urnenlänge. Basaler Tubus 4- bis 5 zellreihig über den Urnenrand 
vortretend, braungelb und in J , mal gewundene, rötliche Äste sich auflösend. 
Sporen ungleich, 10—20 u, grünlichbraun und gekörnelt. Reife im Frühjahr. 
Br. eur., Suppl. III u. IV. 

An Felsen und Baumwurzeln längs der Bäche und Flüsse im Süden und 
Westen Europas, auch in England, fehlt jedoch in Skandinavien. Nach Bescherelle 
auch aus Algier bekannt. S. XXIV, 2, a) Bl., b) Kapsel, c u. d) Blattquerschnitte; 
gez. nach einem von C. Römer in Belgien ges. Expl. 



Fam. XV. Fissidentaceae. 

Entophyllocarpi Brid. 1827. GamophyUeae Hampe 1867. Schistophyllaceae Lindb. 1878. 

Teils kleine, gesellig vereinte, oder grössere, bis 15 cm hohe Basen 
bildende, oder auch im Wasser flutende Pflanzen mit zweizeilig beblättertem, 
einem minimalen Palmenbl. gleichendem Stengel von farnwedelartigem Habitus 
und mit eigentümlicher Blattbildung. Stämmchen im Querschnitt oval, meist 
mit Zentralstrang und bei den grösseren Arten mit Tüpfelgewebe, an der 
Basis durch Khizoiden befestigt, zuweilen auch aus den unteren Blattachseln 
wurzelfilzig, an der Spitze mit 2 schneidiger Scheitelzelle fortwachsend. Bll. 
ahnhch wie bei den Irideen im unteren Teile scheidig kahnförmig, halb 
stengelumfassend, oft herablaufend, mit Fortsatz und Dorsalflttgel. \^ 
Scheidenteil des Bl. (lamina horizontalis oder auriculae der Aut. die Normale 



— 367 — 

Blattspreite, lamina vera) ist stengelreitend, mit ungleich ausgebildeten 
Laminahälften, von denen die kleinere nach oben in die Flieh« der grösseren 
übergeht, indem ihr vorderer Rand bald in der Rippe, bald im Rande der 
grösseren Hälfte, bald in der Lamina ausläuft, während auf der Unterseite 
der Rippe ein bald mehr oder weniger tief herabgehender Dorsalflügel 
(lamina dorsalis) verläuft, der mit der grösseren Laminahälfte nach oben den 
Fortsatz, resp. die abnorme Spreite (lamina apicalis oder verticalis) bildet, 
in deren Mitte die Rippe verläuft. Lamina einschichtig, gesäumt oder un- 
gesäumt, bei Paehxffimdem gegen die Rippe zu doppelschichtig. Nur bei der 
ausländischen Untergattung Polypodiopsis fehlt die Rippe. Querschnitt der 
letzteren im unteren, reitenden Teil des Bl. mit 2 — 12 basalen Deutern, 
2 Sterei'dengruppen und 1 oder 2 Reihen grosser Innenzellen, im Portsatz 
stielrund und durch 1 oder 2 Reihen grösserer Innenzellen halbiert. Blatt- 
zellen meist parenchymatösen, gleichmässig rundlich-6 seitig, oft mamillös, 
nur an der Basis und nach der Rippe zu zuweilen etwas grösser. Blüten 
knospenförmig, am Hauptspross oder an lateralen Kurztrieben. Bei den 
akrokarpischen Arten wird die Blütenhülle von den beiden obersten Laubbll. 
gebildet, die später auch die Perichätialbll. vertreten, jedoch finden sich ausser 
diesen manchmal auch noch 1—2 kleinere Hüllbll., wie bei den o Blüten von 
crassipes und den d> von osmundoides. Paraphysen spärlich, in den ö Blüten 
fehlend. Sporogon akrokarp, pleurokarp und selbst kladokarp, selten 2 aus 
einer Hülle. Haube klein, kappen- oder mützenförmig. Peristom einfach, aus 
16 an der Basis vereinigten, in je 2 oder 3 fadenförmige Schenkel gespaltenen 
Zähnen gebildet, die trocken knieförmig einwärts gebogen sind, bei <>rto</ie<ras 
nur rudimentär. Aussenschicht der Zähne meist grubig längsstreifig, aus nur 
einer Reihe von Platten gebildet und mit mehr oder weniger vortretenden 
Querleisten, die gelbe Innenschicht dagegen aus 2 Reihen von Platten zusammen- 
gesetzt mit stark vortretenden lamellenartigen Querbalken. Nach dem Peristom 
an die JMerana sich anschliessend. 

1. Gatt. Fissidens Hedw. 1782. 

Auf der Erde und an Steinen oder auch auf Holz wachsende Moose mit 
einfachem oder verzweigtem Stengel, mit Aussprossung unter dem Gipfel oder 
aus beliebigen Blattachseln. Bll. teils gesäumt, teils ungesäumt. Fortsatz 
derselben von annähernd gleicher Länge wie der untere, reitende basale Teil. 
Kapsel auf meist roter, verlängerter Seta aufrecht und regelmässig oder geneigt 
und symmetrisch, zuweilen auch gekrümmt, teils gipfel- teils seitenständig, mit 
kurzem Hals, ohne oder mit wenigen Spaltöffnungen, mit kleinzelligem, ein- 
oder mehrzellreihigem, bleibendem Ring und kegeligem bis geschnäbeltem Deckel, 
trocken weder gestreift noch gefurcht, entleert meist weitmündig. Peristom- 
zähne mit knotig oder spiralig verdickten Schenkeln. Haube kappen- 
förmig, nur bei F. osmundoides kegel-mützenförmig und mehrlappig. 

Am reichlichsten sind die Arten dieser Gattung in der warmen und heissen 
Zone vertreten, seltener in höheren oder nördlichen Lagen. Von den beiden 



Gattungen Fissidnns und Pachyßmdem waren nach Jaeger und S. bis zum Jahre 
1879 bereits 254 ausländische Arten mit kappenförmiger und 55 mit kegelförmiger 
Haube (Conomäriiim) bekannt, während bis jetzt schon mehr als 550 Arten 
beschrieben sind. 
A. SchenkelderPeristomzähne spiralig verdickt. Lamina einschichtig. 



a. Bryoidium C. M., mit überall, am Fortsatz wie Scheidenteil, gesäumten 
und nur einschichtigem Saum. 



Fl. (Warnst. Bryoth. Eur. merid. Nr. 14). 

Kräftigere, 2— 4 cm hohe, vielpaarig beblätterte Pflanzen. Bll. zungen- 
förmig und kurz zugespitzt, stumpf lieh oder spitz und ganzrandig, mit gelb- 
grüner, dicht au der Spitze endender Rippe, am Scheidenteil durch 4 bis 
6 Reihen gelblicher, verdickter und verlängerter Zellen gesäumt. Saum auf- 
wärts verschmälert und meist nur bis zum Fortsatz oder der Mitte desselben 
reichend. Fortsatz stets kürzer als der Scheidenteil und oft völlig un- 
gesäumt. Dorsalflügel gegen die Insertion verschmälert und dieselbe gewöhnlich 
erreichend, meist nur in der Mitte auf eine kurze Strecke durch wenige 
verlängerte Zellen deutlich gesäumt. Blattzellen dünnwandig, 9—12 u, am 
Grunde des Scheidenteils quadratisch und rektangulär. Bei kräftigeren Pflanzen 
sind die Bll. im Allgemeinen etwas mehr gesäumt. 

Auf der Insel Liri bei Neapel auf Gebälk unter Wasser am 10. Juli 1895 
von Max Fleischer entdeckt. S. XLYII, 3, a und b) Bll., c) Sprossstück, d) Habitus- 
bild; gez. nach Originalexemplaren aus dem Herb, von E. Bauer. Wird zwar von 
Brotherus in Engler's Nat. Pfl. zu Bryoidium gestellt, macht jedoch mehr den 
Eindruck einer var. von F. crassipes. Vergl. auch Rbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 674 und 675. 

2. Fissidens bryoides (L.) Hedw. 1782. 

La Pyl. 1813, Sckutophyllnm X. msc. in Brid. 

Einhäusig; die ö Blüten 3 — 5 blätterig, kurz gestielte Knospen in den 
Achseln der Laubbll., die 9 terminal, beide ohne Paraphysen. Herdenweise 
vereinte, freudiggrüne, bis 1 cm hohe, 3 und mehrpaarig beblätterte, auf- 
steigende, aufrechte oder niedergebogene Stämmeben mit oft grundständigen 
Sprossen. Bll. etwas zungenförmig lanzettlich zugespitzt, mit austretender 
oder in der Spitze endender Rippe und hellem, bis zur Stachelspitze fort- 
geführtem, oder vor derselben aufgelöstem Saum. Fortsatz so lang als der 
reitende Basalteil. Dorsalflügel vollständig. Blattzellen ziemlich regelmässig 
rundlich-6seitig, 8-10 u. Querschnitt der Rippe mit 2 basalen Deutern etc. 
Kapsel auf 5-12 mm lauger, roter Seta aufrecht, länglich ellipsoidisch und 
regelmässig, mit schief kegelig geschnäbeltem Deckel von halber Urnenlänge 
und kleinzelligem, 2 reihigem, bleibendem Ring, entdeckelt unter der Mündung 



verengt. Scheideben 


kegelig- 


oval und kurz, kürter 


als bei incwvtu. 


/ahne zu :! 4 gespalten, mit 


grob papillösi'ii. spii 


alig rerdickten 


Sporen 10 — 12 u, b 


räunlich 


und glatt. Reite in 


1 Winter. Br. e 


Tab. 101. 








Auf schattigem, 


■ 


Lehm- oder sandigem ' 


rhonlioden. an (ii 


und Wegböschungen, in den Wl 


ihluiiüt'ii. in Hohlwegen 


etc. von der Ebei 


Alpenregion, selbst bis 


zu 23 70 


m häufig und fast über d 


e>, gftnseo Brdkrei 


war schon Dillen 171 


8 um Giessen bekannt. Im Jenis 




bis Dudinka in der « 


irktischen 


Eegion zerstreut. S. 


111. 16, in Blatt 


b) Stammquerschnitt, l 


sowie XXVII, 3, a) Bll., b) Kap 


sei mit Deckel, p) 


Kapsel, d) Blüte 


aus der 


Blattachsel von a; ge: 


e. nach dabier i 


ges. Expll. 








Var. Hedwigii 


Limpr. > 


nit kürzer zugespitzten. 


etwas srhwäehe, 


Bll. und gezähnter St 


achelspitz 


e, sowie knospenförmL 


:en Pflinschen 


filze und meist rein 




iden Pflänzchen, oder 




und etwas grösseren !• 


rporen 


in Schlesien und der 


Mark ... s. ». ve, 



stand: die Blüten achselstiindig. die terminal oder kladogen und zwar bald 

grundständig, bald achselständig. Blattsaum gelblich, nach der Basis zu breiter als 
bei der Normalform. Rippe kräftiger, als Stachelspitze austretend. — In Tirol und 
der Mark Brandenburg, von Ruthe als /'. heteromorphus 1870 beschrieben, jedoch 
schon 186:} von H. Boswell in England gesammelt. 

Var. gymntuulrn* (Buse) R. Ruthe mit einhäusigen Blüten und zu 1 — 3 
nackt in den Achseln der Laubbll. sitzenden Antheridien. Fortsatz an der Spitze 
undeutlich gezähnelt, etwas kürzer als die reitende Basis, in Saum und Rippe von 
der Stammform nicht verschieden. Kapsel auf gelblicher Seta aufrecht, klein und 
dünnwandig, mit längerem Deckel von fast Kapsellänge. An Steinen, Ziegeln und 
Holz in der Nähe der "Wehre und Wasserfälle; von Milde 1865 in Schlesien 
entdeckt. 

Var. <-,n>aj>ito)is Schpr. /'. Oirnoirü Mitten mit 2 •'> cn. langen Stämmchen, 

schmalem, 2 3 schichtigem, kurz vor der Spitze endendem, wulstigem Blattsaum, 

und dünnwandiger, etwas geneigter Kapsel s. Nr. 12 unter PadtyUnnadium. 

3. Fissidens ineurvus Stark.- 1807. 



[855, StkUtoptaflum Lindb. 187«; >■;'. Höh. Kr. Fl. IV. Nr. 154. 

Zweihäusig, gemischtrasig, mit terminalen und o Blüten, oder auch 
knospenförmigen, kleinen 5 Pflänzchen im Wurzelfilze. Etwa 1 cm hohe, gesellig 
vereinte Pflänzchen mit aufsteigendem, an der Spitze niedergebogenem, 5 bis 
10 paarig beblättertem Stengel, ohne sterile Sprosse. Bll. ausgebreitet, mit 
meist niedergebogenem, der Erde zugewendetem, der reitenden Basis ziemlich 
gleichlangem Fortsatz, eilänglich bis lineal-lanzettlich. etwas messertormig 
(eultriformia), scharf zugespitzt und durch die bei deu oberen Bll. kurz 



austretende Rippe etwas stachelspitzig, während bei den unteren Bll. die Rippe 
dicht unter der Spitze verschwindet. Saum nach der meist etwas gezähnten 
Spitze zu verschwindend, nach der Basis sich erweiternd. Dorsalflügel voll- 
ständig. Blattzellen 8—10 u. Querschnitt der Rippe mit 2 basalen Deutern etc. 
Kapsel auf unten geknieter, 5 mm langer, links gedrehter Seta geneigt bis 
horizontal, hochrückigund stark gekrümmt, oval bis länglich ellipsoidisch, 
mit spitz kegeligem, fast geschnäbeltem Deckel und nicht differenziertem, 
bleibendem. 2 reihigeni Ring, entdeckelt unter der Mündung nicht verengt. 
Scheidchen schmal ellipsoidisch. länger als bei hri/oides. Peristomzähne blut- 
rot, zu "' ,., in sehr dünne, spiralig verdickte Schenkel gespalten, mit beiderseits 
vorspringenden Balken und Leisten. Sporen 10—14 u oder 14—16 u, bräunlich 
und fein punktiert. Reife im Winter. Br. eur., Vol. I, Tab. 99. 

An Wegrändern und auf Waldblössen, an ähnlichen Standorten wie die vorige 
Art bis 8(1(1 m über den ganzen Erdkreis verbreitet. S. XXVI, 8, a) Bl., b) Habitus- 
bild, c) Kapsel; gez. nach dahier bei Laubacb gesammelten Exemplaren. 

Fix/t i de iis Harnt, li Lindb. mit entfernter gestellten, kürzeren und breiteren 
Bll.. welchen Harald Lindberg 1883 in Finnland entdeckt hat, soll nach Limpr. 
(cf. Bbh. Kr. Fl. IV, 3, S. 670) vorstehender Art nahe stehen (non vidi). 

4. Fissidens tamarindifolius (Don, Turn.) Brid. 1806. 



Einhäusig und pseudomonöcisch. Blüten auf belaubten Sprossen, die 
einem niederliegenden älteren Sta nimteile entspringen, dem auch die I 'flanschen 
anhängen. Habituell F. ineurms ähnlich, mit zahlreichen sterilen, nieder- 
liegenden, bis 1 cm langen Sprossen. Bll. elliptisch verlängert und kurz 
zugespitzt, kürzer als bei incurvns, mit breitem, kürzerem Fortsatz und sich 
rasch versch malerndem, die Insertion erreichendem Dorsalflügel, nur die obersten 
Bll. schmäler und länger lanzettlich zugespitzt. Saum weniger kräftig wie bei 
incurvuB und mit verbogenem Rand. Kapsel nur schwach geneigt, hochrückig, 
mit spitz kegeligem Deckel, entdeckelt unter der Mündung schwach verengt. 
Periatom braunrot, bis zu % gespalten. Sporen 12—14 u, einzelne selbst 18 u, 
bräunlich und gekörnelt. Reife im April. 

Nach R. Ruthe nicht nur aus England, sondern auch aus der Mark Branden- 
burg, dem Harz, Schlesien, Baden und Meran von verschiedenen Standorten bekannt. 
Wurde von mir im Jahr 1898 dahier bei Laubach (Hessen) in wenigen Exemplaren 
aufgefunden. Nach Renauld&Cardot auch aus Canada, British-Columbien und 
dem nordwestlichen Territorium Nord-Amerikas bekannt. S. XXVII, 5, a u. b) Bll., 
c) Perichätialbl., d) Kapsel mit Deckel, e) entdeckelte Kapsel, f) Habitusbild; gez. 
I. (coram. V. F. Brotherus). 



Schpr., resp. Milde 1864. 
F. tynanthm Mitten 1885; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, Nr 156. 

Polygam mit endständigen Zwitterblüten ohne achselständige 6 Blüten 
nur zuweilen mit c? belaubten Sprossen aus älteren Stammteilen. Gesellige, 



— 371 - 

niedergebogene, meist gelbgrüne, nur 2 — :s mm hohe Pflänzchen mit etwas 
längeren sterilen Sprossen. Bll. 4— 12paarig, Bungenfbrmig-lanÄettlich Ins 
messerförmig. ganzrandig und scharf zugespitzt oder mit aufgesetztem Spitzchen. 
Blattsaum bei den oberen Bll. an der Spitze und Basis und oft auch 

am Dorsalflügel fehlend; die unteren Bll. ungesäumt. Fortsatz häufig 
etwas länger als der basale reitende Teil des Bl. Dorsalflügel der oberen Bll. 
die Insertion oft nicht erreichend. Rippe vor dem Endspitzchen verschwindend 

oder in dasselbe eintretend. Querschnitt derselben mit 2 basalen Deutern 
und einer Reibe grösserer Innenzellen. Kapsel auf 2.5— 4,5 mm hu.ger. unten 
geknieter, rötlichgelber, links gedrehter Seta aufrecht, oval und regelmässig, 
bleich und dünnwandig, mit zartem, 2 reihigem, bleibendem Ring und schief 
kegelig geschnäbeltem Deckel. Peristomzähne gelbrot. bis zu ', in dicht 
spiralig verdickte, schwach papillöse Schenkel gespalten. Sporen 12 14 u, 
gelbbräunlich und fast glatt, Reife im Spätherbst und Winter. 

Auf sandig-lehmigem Boden in kleinen Felshöhlen der heissen Abhänge zwischen 
Grätsch und Algand bei Meran in Tirol von Bamberger 1854 entdeckt, jedoch 
nach Renauld & Cardot auch aus Kansas und Louisiana in Nord-Amerika bekannt. 
S. XXVI, 6; gez. nach einem von Milde bei Meran ges. Expl. 

Var. Cypriua = F. Alexandrinus Lor., mit kürzerem Portsatz als der Scheiden- 
teil und sehr breitem, vor der Basis fast plötzlich verschmälertem Dorsalflügel — 
erhalten als Fi$#. Cypriit* Jur. — scheint mir sowohl nach dem Originalexpl. als 
nach einem von M. Fleischer bei Rapallo in Ligurien ges. Expl. von vorstehender 
Art nur wenig verschieden zu sein und wohl nur als var. derselben betrachtet 
werden zu können. Das Bl. der Ligurischen Pflanze ist an der Spitze etwas weiter 
t als die Abbildung XXVI, 6 und etwas kürzer zugespitzt. Vergl. 
1899, S. 97, sowie Tab. XLVII, 1, a) Perichätialbll., b) Sprossstück, 
c) Kapsel; gez. nach einem von F. Unger 1862 auf Cypern ges. Originalexemplar 
aus dem Herbare Schliephackens. 



algarvicus Solms-Lauback 1866. 

ß f. Schpr. Svn. ed. 11. S. 115, and Rbh. Kr. r'l. IV. 3. 8. 671. 

Zweihäusig. Herdenweise gesellig vereinte, meist 5 mm hohe Pflänzchen 
mit einfachen oder durch Sprossung verzweigten Stämmchen. Sterile Sprosse 
meist grösser als die fertilen. mit lanzettlichen, 8— 10 paarigen, schmalen 
Bll. Untere Bll. klein und lanzettlich, die oberen grösser, fast lineal-lanzett- 
lich und allmählich sehr scharf und lang zugespitzt, schmal und ganz- 
randig, mit 2 — 3 zellreihigem, an der Spitze etwas verschwindendem oder mit 
der Rippe zusammenfüessendem, an der Basis dagegen verstärktem und er- 
weitertem Saum. Fortsatz etwa so lang als der basale reitende Teil. Dorsal- 
flügel nach der Basis zu stark verschmälert. Querschnitt der Rippe mit nur 
2 basalen Deutern, vereinzelten grossen Innenzellen und nur wenigen Stereiden 
oder Substere'iden. Blattzellen dünnwandig und etwas kleiner als bei 
Isoldes, nur 7-8 u und meist l^mal so lang als breit. Kapsel auf mehr 
als 5 mm langer, gewundener und gedrehter, gelbrötlicher Seta aufrecht, dünn- 



wandig und klein, eiförmig, mit schief gescbnäbeltem Deckel, entdecket unter 
der Mündung nicht verengt. Peristomzähne purpurrot, denjenigen des pwdllm 
ähnlich, nur schmäler, dicht gegliedert, innen mit breiten Lamellen und bis 
zu :; 4 in grob papillöse, fadenförmige Schenkel gespalten. Sporen 11—14 u, 
gelblich und fast glatt. Reife im Frühjahr. 

Auf feuchtem, sandig-lehmigem Boden zwischen LeptotricJuini suüulafmii in 
Algarve von H. Graf zu Solms-Lauhach 1866 entdeckt, inzwischen auch in Spanien 
und Frankreich aufgefunden. S. XXVI, 9, a) BL, b) vergrössertes Habitusbild, 
c) Kapsel; gez. nach einem von J. Theriot bei Etainhus (Seine-Inf.) in Frankreich 
gesammelten Expl. 

ris.si.lrH.xS.n'thnjnaiYenLiRev.br. 1883,8.93), welcher von M.deSardagna 
L882 in Sardinien gesammelt wurde, soll sich von algarvicits durch grössere Sporen 
von 15 20 u etc. unterscheiden (non vidi). 



Zweihäusig; die kleineren <5 Pflänzchen am Fusse der und im Wurzel- 
tilz, letztere etwas derbe)- und kräftiger, als bei voriger Art. Zu lockeren 
Raschen vereinte, freudiggrüne, niederliegende und oben übergeneigte, oder 
etwas flatterig aufsteigende, meist 3-4 mm hohe, 4—6 und selbst 12 paarig 
beblätterte Stämmchen. Bll. lanzettlich, die oberen fast linealisch und 
allmählich scharf zugespitzt, mit vor der Spitze verschwindender Rippe. 
Blattsaum schmal, bei den oberen Bll. kurz vor der Spitze verschwindend, am 
Dorsalflügel einzellreihig und nur am basalen reitenden Teil des Bl. breiter 
und mehrzellreihig. Blattzellen rundlich-6seitig, 7—10 u, und teilweise 
fast breiter als lang. Fortsatz bei den oberen Bll. dem basalen reitenden Teil 
gleichlang, sonst oft etwas kürzer. Dorsalflügel oben breit, abwärts rascb 
verschmälert und die Basis oft nicht erreichend. Haube kappenförmig. Kapsel 
auf 3—5 mm langer Seta aufrepht und regelmässig, klein, mit bleibendem, 
kleinzelligem Ring und geschnäbeltem Deckel, entdeckelt unter der Mündung 
meist nicht verengt. Peristomzähne rot, später bräunlich und tief gespalten. 
Sporen 10—14 u, grünlichgelb und glatt. Reife im Winter. 

Auf Kalkerde und an Kalksteinen im südwestlichen Europa, häufiger in Nord- 
Amerika, in Californien, Canada und den östlichen Staaten, insbesondere bei Columbus 
in Ohio, sowie auch auf der Insel Cuba. S. XXVII, 2, a) vergrössertes Habitus- 
bild, b) BL, c) Kapsel; gez. und beschrieben nach einem von J. Theriot bei 
Eogerville in Frankreich ges. Expl. 

8. Fissidens pusillus Wils., resp. Milde L869. 



5 mm hohe Pflänzchen mit niri-t einfachen. 3- 4 paarig, seltener mehrpaarii: 
beblätterten Stengeln. Untere Bll. sehr klein, nach oben grösser, schmal 
lanzettlich oder etwas zungenförmig, kurz und scharf zugespitzt, mit vor dei 
Spitze verschwindender Rippe. Blattzellen ziemlich regelmässig rundlich- 
6seitig, meist 10— 1-1 u. seltener 8 — 10 u. Dorsalflügel nur an den oberen 
Bll. die Insertion erreichend. Saum vor der Spitze verschwindend, ja oft 
schon über dem reitenden basalen Teil, auch am Dorsalflttgel und Fortsatz 
der unteren Bll. meist fehlend: nur am basalen Sclieidenteile ist der Saum 
breiter, 3— 5 reihig. Kapsel auf 2,5— 3 mm langer, gelblicher, links gedrehter 
Seta aufrecht und regelmässig oder etwas geneigt und schwach gekrümmt 
sehr klein, oval, unter der Mündung stark verengt, dünnwandig, mit -2 — 3- 
zellreihigem, bleibendem Ring und schief und dick gesohnäbeltem, rotem Deckel, 
Peristom/ähne gelbrot. Ins zu "' , in fadenförmige, grob papillöse. spiralig ver- 
dickte Schenkel geteilt. Sporen 8—12 oder 10—14 \i, bräunlich and glatt 
Reife im Juli und August. 

Schluchten durch die niedere Bergregion Europas bis zu L000 in verbreitet; fti 
minder feuchten Orten mehr Formen mit spitzeren Bll. Nach Renauld und Cardol 
auch aus Canada und nach Bescherelle aus Algier bekannt. 8. XXVI 1. 1. a) ver 
grössertes Habitusbild, b) Kapsel; gez. nach dahier bei Laubach an Basaltateinei 
gesammelten Expll. 

Var. ivviguus Limpr., etwas kräftiger, 4 — 8 paarig. Bll. kurz zugespitzt um 
an der stumpflichen Spitze schwach gezähnt, mit herablaufendem Dorsalflügel un< 
<ri-öe«e»-e" bräunlichen, fem punktierten Sporen von 14 — 18 u — an Sandsteinen 

var. fa/l/i.r Limpr.. einhäusig mit aus älteren Stammteilen entspringende] 
Geschlechtssprossen, schmal tineal-lanzettlichen, lang zugespitzten Bll. und vollständigen 
Dorsalflügel etc. — an Sandsteinen in Bachschluchteu bei Wien; bildet schon ineh: 



Fissidens rivularis (Spruce) Br. eur. 1851. 

Einhäusig mit zahlreichen knospenförmigen, 3— 4 blätterigen kleinen o 
Blüten in den Blattachseln; die O Blüten terminal oder auch bei längeren 
Stämmchen kladogen in deren Mitte oder gegen das Ende derselben. Dunkel- 
grüne Rasen mit 1—2 cm langen, geteilten, nur an der Basis mit Rhizoiden - 
versehenen Stengeln. Bll. vielpaarig, gedrängt, aus schwach elliptischer Basis 
verlängert linealisch, ganzrandig, rings zweischichtig breit und dick wulstig 
gelbbraun* gesäumt, mit herablaufendem Dorsalflügel und austretender, mit 
dem Saum zu einer Stachelspitze verschmelzender Rippe. Fortsatz 
bald kürzer, bald länger als die reitende Basis. Rippe mit 2 basalen Deutern etc. 
Blattzellnetz durchaus sehr eng und dichter als bei bnjoides, die rundlich- 
6 seifigen oberen Zellen nur 6—7 u, zuweilen etwas unregelmässig, kleinere 



mit grosseren von <s u gemischt. Perichätialbll. kleiner als die Laubbll. Kapsel 
auf 3 -6 nini langer, rötlicher Seta geneigt bis horizontal, oval und dünn- 
wandig, mit bleibendem, kleinzelligem, 3 reihigem Ring und kegelig geschnäbeltem 
Deckel von beinahe Urnenlänge, entleert aufrecht. Peristomzähne zu 2 / 8 geteilt, 
mit spiralig verdickten, fadenförmigen Schenkeln. Sporen 12 u, bräunlich gelb 
und glatt- Reife im Herbst. Br. eur., Vol. I, Tab. 102. 

An überrieselten Steinen in Bächen in den Pyrenäen von Spruce entdeckt, 
auch in Italien von Bottini (Rev. br. 1887, 8. 61) und in Luxemburg von Delogne 
später aufgefunden und von Greheeb bei Rheinfelden im Aargau am Ufer des Rheins 
gesammelt. S. XXVI, 11, a) Bl., b) Habitusbild, c) Blattspitze, d) Kapsel, e) 6 
Blüte (nach Schpr.); gez. nach einem von Cardot bei Meuse ä Bellefontaine in 
Frankreich ges. Expl. 

10. Fissidens crassipes Wils. 1849. 

F. incurvus ß fontanus Br. eur. 1843. F. fontanus Schpr. 1*4!». F. viridulus y major 
Wils. 1855 und fi fontanus Braith.. F. incurvus y crusxipes Schpr. 1860; cf. Rbh. Kr. Fl. IV, 

Einhäusig, indem (5 und Q Sprosse an einem gemeinsamen, rhizom- 
artigen Stammteile entspringen, der auch knospenförmige <5 Blüten entwickelt, 
während die längeren Sprosse terminale Blüten mit bis 15 Archegonien und 
•2 ungesäumten, am Rand des Scheidenteils ausgebuchteten Hüllbll. tragen; 
die O Blüten enthalten ausser den beiden Perichätialbll. gewöhnlich noch ein 
drittes Bl- von Archegonienlänge. Lockere Rasen mit 1—2 cm langen, schlaffen 
Stengeln und vielen am Grunde wurzelnden Seitensprossen. Bll. locker gestellt, 
vielpaarig, aus elliptischer Basis lanzettlich verschmälert, linealisch und 
meist lang zugespitzt, mit vor der undeutlich gezähnten Spitze verschwindendem, 
gelblichem Saum, den Blattgrund nicht erreichendem Dorsalflügel und 
unter der Spitze verschwindender bräunlicher Rippe. Fortsatz oft etwas länger 
als der breiter gesäumte Scheidenteil. Blattzellen dünnwandig, 1-1—18 u. 
Querschnitt der Rippe mit 2 basalen Deutern und einer Reihe grösserer 
Innenzellen e tc. Kapsel auf 5 bis 7 mm langer, dicker, gelbroter, links ge- 

bleibendcm, kleinzelligem King und kurz kegelig geschnäbeltem Deckel, ent- 
decket unter der Mündung stark eingeschnürt. Peristomzähne orangerot, 
bis zu :; , in grob papülose, spiralig verdickte Schenkel geteilt. Sporen 15 
bis 21 u, bräunlich und gekörnelt. Reife im Herbst. Br. eur., Vol. I, 
Tab. 100. 

In steinernen und eisernen Brunnentrögen, im Wasser flutend oder au über- 
rieselten Steinen, bis 500 m durch fast das ganze mittlere Europa verbreitet und 
auch in Kord- Amerika nicht selten; von AI. Braun in Durlach in Baden entdeckt. 
Nach Bescherelle auch aus Algier bekannt. S. XXVI, 10, a) Bl., b) Kapsel: 
gez. nach a m Hochstädter Brunnen bei Auerbach an der Bergstrasse (Hessen) ge- 
sammelten ExplL und c) BL; gez. nach einem von AI. Braun am Durlacher Brunnen 
in Baden ges. Expl. 



nd etwas grösseren Spr. 



11. Fissidens Mildeanus Schpr. 1862. 

Polygam mit terminalen Blüten, . und anfdereelbenPflanze.mil 
vielen Antheridien und Archegonien. Oberer Kund des reitenden Teils der 
Hüllbll. mit einem vorspringenden, bei den rein Blüten stumpferen Zahn. 

Niedergedrückte, schmutziggrüne Rasen mit sattgrünen Innovationen und gelben. 
aufsteigenden, bis 3 cm langen, vielfach mit Sprossen besetzten, vielpaarig 
beblätterten, aus den unteren Blattachseln Khizoiden austreibenden Stämmehen. 
Bll. elliptisch-lanzettlich, scharf zugespitzt, mit abwärts verschmälertem, die 
Insertion 2zellreihig erreichendem Dorsalflügel, etwas wulstigem. 
rötlichem, vor der schwach gezähnten Spitze verschwindendem Blattsauni und 
vor der Spitze verschwindender, rötlicher Rippe. Querschnitt der letzteren 
mit 2 4 basalen Deutern und einer Reihe grosser Inuenzellen etc. Fortsatz 
kürzer als der breiter gesäumte Scheidenteil. Blattzellen etwas dickwandiger 
als bei voriger Art, 10—18 u, an der Basis mehr rektangulär. Kapsel auf 
7__10 u langer, blutroter, links gedrehter Seta aufrecht und regelmässig oder 
leicht gekrümmt, verkehrt-eiförmig oder oval, ohne Hals, mit 2 3reihigem, 
bleibendem Ring und aus gewölbter Basis schief geschnäbeltem Deckel. Peristom- 
zähne blutrot, oft bis zu % in grob papillöse, spiralig verdickte Schenkel 
geteilt. Sporen 19—22 u. bräunlichgrün und last glatt. Reife im Winter. 

An überrieselten Kalksteinen, meist in der Gesellschaft von rußdut] von Milde 
1861 in Tirol entdeckt. Zwischen dieser und der vorigen Art finden sich häufig 
zweifelhafte Übergangsformen. weshalb Schpr. die 
betrachtete. S. XXVII, 7, a) Bl, b) Habitnsbild, c) C 
mit Deckel, f) entdeckelte Kapsel; gez. nach einem 
Tirol gesammelten Expl. (comm. V. F. Brotherus). 

12. Fissidens Curnowii Mitt. 1885. 

Fissid. ciicxpilnm* Kmli- 1*70 und F. bryoklea var. racspitosus Schpr.; ei. Rhh 



Einhäusig, mit 3— 4 blätterigen - Blüten in den Blattachseln fertiler 
Stengel. An eine üppige Form von Inyoldr* erinnernde. 1 2 cm hohe, durch 
roten Wurzelfilz verwebte Rasen mit vielpaarig beblätterten Stengeln. Alle 
Bll. ziemlich gleichgross, nur die untersten kleiner, die oberen meist 2 mm 
lang, denen eines schmal blätterigen hryolde* ähnlich, jedoch rundum stärker 
gesäumt. Portsatz und Basalteil fast gleichlang, oder ersterer etwas kurzer. 
Blattsaum 2 und mehrschichtig, am Basalteil gegen die Insertion verbreitert. 
Dorsalflügel am Stengel etwas herablaufend und daselbst gleichsam ein kleines 
Ohrcheu bildend mit verschwindendem Saum. Blattzellen schwach verdickt, 



- 37«; — 

iemlicli regelmässig öseitig, 8—12 ja, nur an der Insertion wenige mehr 
ektangulär. Kapsel auf etwa 5 — 6 mm langer, gekniete r und geschlängelter, 
oter Seta aufrecht und gerade, ellipsoidisch und dünnwandig, derjenigen von 
ryoides ähnlich. 

An triefenden Felsen bei Penzance in England von Curnow entdeckt. 
I. XLVIH, 8, a) BL, b) Ö Blüte, c) alte Kapsel, d) Querschnitt durch den Basal- 
sil des BL; gez. nach einem von H. N. Dixon in Wales in England ges. Expl. 
us dem Herbare Theriots. 



13. Fissidens Monguilloni The.r. 

Habituell an eine flatterige Form von crassipes erinnernde, aufwärts 
dunkelgrüne, abwärts heller gefärbte Pflänzchen mit längeren fertilen und 
kürzeren, dem Wurzelfilz derselben anhängenden sterilen Stengeln. Erstere 
meist 8— in paarig, letztere dagegen nur etwa 6 paarig beblättert. Bll. der 
fertilen Stengel aufwärts allmählich grösser und schmäler werdend, so dass 
die Perichätialbll. eine Länge von 3 mm erreichen und doppelt so lang sind, 
wie diejenigen steriler Sprosse oder die mittleren Laubbll. Bll. lineal- 
lanzettlich. gegen die Insertion mehr oder weniger verschmälert und fast 
rings mehrschichtig wulstig, im Alter braun gesäumt; nur bei den unteren 
Bll. verschwindet der Saum gegen die Spitze. Portsatz meist etwas länger 
als der reitende Teil des Blattes. Dorsalflügel bei den Perichätialbll. weit 
vor der Insertion verschwindend, bei den Bll. steriler Sprosse dagegen noch 
unter dieselbe herablaufend. Blattzellen locker und dünnwandig, meist 14 bis 
20 tu, im Basalteil etwas länger als breit. Haube kegelig. Kapsel auf etwa 
8 mm langer Seta aufrecht oder geneigt, fast zylindrisch, mit kegeligem Deckel 
von etwa halber Urnenlänge. Sporen? 

Bei Chemire en Charnie, Depart. Sarthe in Prankreich im April L890 von 
Monguille entdeckt. S. XLVIII, 12, a) Bll. steriler Sprosse, b) Perichätialbl., 
c) Kapsel, d) Habitusbild ; gez. und beschrieben nach einem Originalexpl. aus dem 



/'. rcntnrosm Li-s.ju. IR»i8. F. hydrophilus .Jäjrer 1869; ,-f. Rbh. Kr. Fl. IV. Nr. 160. 

Einhäusig mit terminalen Blüten und unter denselben oder aus beliebigen 
Blattachseln entspringenden Blüten-Sprossen. Sterile Rasen bis 4 cm hoch, 
ohven- bis bräunlichgrün, mit zierlichen, aufrechten, einfachen oder geteilten 
Stengeln und rotbraunen Wurzelhaaren aus den unteren Blattachseln ; die 
fertilen Stämmchen meist niedriger. Bl